Aktionsplan Koordinierte Energieforschung: Die Bildung von Kompetenzzentren jetzt vorbereiten

Der Zeitplan der im Mai 2011 vom Bundesrat beschlossenen energiepolitischen Wende erfordert praxistaugliche und rasche Resultate in der Energieforschung. Im Frühjahr / Sommer 2013 werden im Parlament zusätzliche Fördermittel von 202 Millionen Franken für Energieforschung für die Periode 2013-2016 beantragt. Dies wird im Rahmen einer Sonderbotschaft zum Aktionsplan «Koordinierte Energieforschung Schweiz» geschehen. Der Plan sieht die Bildung von sieben Kompetenzzentren in verschiedenen Energieforschungsschwerpunkten vor. Die Fachhochschulen haben aufgrund ihrer Stärken in verschiedenen Gebieten der Energieforschung das Potenzial, an diesen Zentren beteiligt zu sein oder sogar eine Führungsrolle zu übernehmen. Wir informieren Sie hier über den aktuellen Stand der sich nach wie vor im Fluss befindlichen Thematik.

Kompetenzzentren bieten Potenzial zur Profilierung der Fachhochschulen

Der Aktionsplan sieht sieben Kompetenzzentren (Swiss Competence Centers for Energy Reserach, SCCER) mit den folgenden Forschungsschwerpunkten vor:

  1. Effizienz
  2. Netze und ihre Komponenten, Energiesysteme
  3. Strom- und Wärmespeicherung
  4. Strombereitstellung
  5. Ökonomie, Recht, Verhalten
  6. Effiziente Konzepte, Prozesse und Komponenten in der Mobilität und Industrie
  7. Biomasse

An den SCCERs sollen je nach Forschungsschwerpunkt verschiedene Forschungsinstitutionen beteiligt sein. Ein Hauptziel der Zentren wird es sein, Innovationsprojekte in Kooperation mit der Wirtschaft zu lancieren. Die Fachhochschulen kommen aufgrund ihrer Stärken in verschiedenen Energieforschungsbereichen auch als «Leading House» von Kompetenzzentren in Frage. Das «Leading House» eines Kompetenzzentrums übernimmt Koordinations- und Reportingaufgaben im jeweiligen Fachbereich.

Jetzt Netzwerke aktivieren

Ein Call zur Eingabe von Geschäftsmodellen und Businessplänen für SCCERs wird fühestens im Frühjar / Sommer 2013 erwartet. Da die Fördermittel zum Aufbau und Betrieb der SCCERs in einem kompetitiven Verfahren ausgeschrieben werden, gilt es bereits jetzt, bestehende nationale Vernetzungen mit Forschungsgruppen im ETH-Bereich, an den Fachhochschulen und den Universitäten zu stärken sowie neue zu bilden.

 

Hintergrund: Aktionsplan Koordinierte Energieforschung Schweiz

Der «Aktionsplan Koordinierte Energieforschung Schweiz» wurde im Auftrag der Interdepartementalen Arbeitsgruppe Energie (EDI, EVD und UVEK) ausgearbeitet. Es wurden fünf prioritäre Aktionsfelder definiert:

  1. Effizienztechnologien
  2. Energiesysteme, Netze und Stromübertragung
  3. Energiespeicherung
  4. Stromproduktion (hauptsächlich erneuerbare Energien)
  5. Sozio-ökonomische und juristische Aspekte

Der Aktionsplan beinhaltet ein Förderkonzept, das in vier Stossrichtungen erfolgt:

  1. Kapaziätsausbau für Energieforschung (32 zusätzliche Forschungsteams bis 2016)
  2. Ausbau von sieben Kompetenzzentren (siehe oben)
  3. Kompetitive Fördermittel für Forschungsprojekte (KTI)
  4. Förderaktivitäten des SNF (nationale Forschungsprogramme und Forschungsschwerpunkte, 40 Förderprofessuren)

Für die Umsetzung stellten die Autoren verschiedene Varianten zur Diskussion. Der Bundesrat hat sich für eine Variante ausgesprochen, die zusätzliche Fördermittel im Umfang von 202 Mio CHF erfordert. Der Plan wird im Frühjar / Sommer 2013 in den Räten behandelt. Ein Inkrafttreten ist somit im Frühjar / Sommer 2013 zu erwarten.

Weitere Informationen:

 



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert