Die ZHAW erhält Forschungs-Verstärkung durch zwei ausländische Post-Docs

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI vergibt jedes Jahr „Bundes-Exzellenz-Stipendien“, um herausragenden ausländischen Forschenden einen Forschungsaufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen. „Diese Stipendien sind das perfekte Instrument, um die Kollaboration mit anderen Ländern zu stärken“, ist Maria Anisimova vom Institut für Angewandte Simulation IAS überzeugt. Sie sitzt neu als Vertretung der Fachhochschulen in der Eidgenössischen Stipendienkommission für ausländische Studierende (ESKAS), welche die Stipendienvergabe bestimmt. Auch die ZHAW selbst empfängt demnächst wieder zwei Post-Docs für einen Forschungsaufenthalt.

Ein Instrument, von dem beiden Seiten profitieren

Die Bundes-Exzellenz-Stipendien fördern den Austausch mit über 180 Ländern. Sie richten sich an junge Forschende mit abgeschlossenem Master- oder Doktorats-Studium. Gemäss Maria Anisimova besteht das Hauptziel der Stipendien darin, kreativen Talenten zu ermöglichen in die Schweiz zu kommen und ihnen somit Forschungs-Perspektiven zu bieten, die sie bei sich zu Hause nicht vorfinden würden. Gleichzeitig betont sie: „Wir möchten nicht nur einfach Forschende holen, sondern durch sie auch neue Expertisen aus den jeweiligen Heimatländern erhalten. Die Beziehungen mit den Ländern sollen gestärkt werden“. Es sei also ein Gewinn für beide Seiten, resümiert Anisimova.

Forschungsprofil und Forschungsgruppe müssen übereinstimmen

Neben dem persönlichen Leistungsausweis des Kandidaten/der Kandidatin (Forschungsgebiet, Publikationen etc.) muss bei der Bewerbung für ein Stipendium eine Betreuungsperson an einer Schweizer Hochschule angegeben werden, die ihre Unterstützung während des Aufenthalts zusichert und die Betreuung garantiert. Neben der persönlichen Betreuung ist dies in erster Linie die Aufnahme in die entsprechende Forschungsgruppe sowie die Bereitstellung eines Arbeitsplatzes. Schliesslich entscheidet auch das geplante Forschungsprojekt der Anstragstellenden sowie dessen Passgenauigkeit zum Thema der Forschungsgruppe in der Schweiz über den Förderentscheid. Der Förderantrag selbst ist eher kurz gehalten und umfasst ca. fünf Seiten. Anisimova empfiehlt ZHAW-Forschenden, eingehende Unterstützungs-Anfragen von Kandidatinnen und Kandidaten in jedem Fall zu prüfen und entsprechende Kontakte zu nutzen.
Der Förderentscheid wird durch die Eidgenössische Stipendienkommission für ausländische Studierende (ESKAS) gefällt, welche aus 17 Mitgliedern besteht. Jede Universität hat ihre Vertretung in diesem Gremium, die Fachhochschulen werden im Auftrag von swissuniversities von 2 Personen repräsentiert, und eine davon ist neu Maria Anisimova vom Institut für Angewandte Simulation an der ZHAW.
Die Erfolgsrate für Antragstellende hängt stark vom Herkunftsland der Forschenden ab: Da z.B. viele Bewerbungen aus dem indischen Subkontinent eintreffen, ist die Erfolgsrate dort eher niedrig. Bei Anträgen aus Mittel-/Südamerika und Afrika sind gemäss Anisimova die Chancen etwas höher, ein Stipendium zu erhalten.
Geförderte Forschende mit einem Doktorandenprojekt werden schliesslich über drei Jahre (mit Option auf Verlängerung) mit monatlich CHF 1‘900.- unterstützt (steuerfrei). Post-Docs und Research Fellows werden für ein Jahr mit CHF 3‘500.- unterstützt. Zusätzlich wird den Forschenden während ihrer Zeit in der Schweiz die Krankenkasse bezahlt und sie erhalten Hilfe bei der Wohnungssuche.

Aktuell zwei Post-Docs an der ZHAW

Die ZHAW erhält, Stand heute, 2018/2019 Verstärkung durch zwei Forschende. Ein Post-Doc aus Algerien verstärkt die Forschungsgruppe Applied Computational Genomics, die von Maria Anisimova geleitet wird. Weiter wird ein Post-Doc aus Nigeria seine Expertise in die ZHAW einbringen, er wird die Forschungsgruppe Lebensmittel-Biotechnologie unter der Leitung von Susanne Miescher Schwenninger am Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation (ILGI) ergänzen.
In den vergangenen Jahren erhielten rund 300 ausländische Forschende pro Jahr und Call ein „Bundes-Exzellenz-Stipendium“ an einer Schweizer Hochschule. In den letzten Jahren beherbergte die ZHAW immer rund 10 Forschende, weshalb die jetzige Zahl von zwei durchaus noch steigen könnte.

Bei Fragen zum Programm kann Maria Anisimova jederzeit gerne kontaktiert werden. Sie steht auch gerne für Vorabklärungen für Gesuche zur Verfügung, bevor diese gestellt werden. Weitere Informationen für Antragstellende sowie betreuende Dozierende sind auch auf der Webseite des SBFI zu finden.

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