Am 25. Juni 2019 fand das sechste Treffen aller an Statistik Interessierten an der ZHAW aus sechs Departementen und dem Rektorat statt.

Nach einer kurzen Begrüssung durch Manuel Bamert (stv. Leiter Stabstelle Ressort F&E der ZHAW) präsentierten Kurt Ackermann (IMM, School of Management and Law) und Thoralf Mildenberger (IDP, School of Engineering) eine gemeinsame Arbeit, welche durch eine Anfrage an die Statistikberatung ausgelöst wurde. In dieser Arbeit wurde für eine Adressverwaltungsfirma untersucht, wovon die Bereitschaft der Befragten abhängt, persönliche und / oder anonymisierte Informationen mit einer Institution zu teilen. Man kann sich viele Grössen vorstellen, welche diese Teilungsbereitschaft beeinflussen wie Alter, Geschlecht und Ausbildung der Person, Art der anfragenden Institution, Art der preiszugebenden Daten etc. Die 1600 daraus resultierenden Szenarien können unmöglich in einen einzigen Fragebogen gepackt werden. Die grosse Herausforderung war deshalb, wie man möglichst viele der relevanten Szenarien geschickt auf die zu befragenden Personen aufteilt und die Antworten dann gemeinsam analysiert.

Auch das zweite vorgestellte Projekt hatte seinen Ursprung in einer Anfrage an die Statistikberatung. Claude Müller Werder (ZID, School of Management and Law) und Thoralf Mildenberger (IDP, School of Engineering). In diesem Projekt wurden zwei unterschiedliche Lehrmethoden auf Äquivalenz verglichen. Diese sogenannten Äquivalenztests werden in der Praxis häufig falsch oder zumindest suboptimal durchgeführt. Nach einer Einführung von Müller Werder in die konkret angewandten Lehrmethoden, erläuterte Mildenberger die technischen Details, wie man solche Tests mit maximaler Macht durchführen kann.

Da die beiden interessanten Präsentationen länger als die vorgegebene Zeit dauerten, musste das Publikum leider auf den letzten Vortrag von Matthias Templ (IDP, School of Engineering) verzichten. Dieser wäre sicher genau so spannend gewesen. Templ hat uns aber verdankenswerterweise die Folien überlassen, in welchem er die von ihm und Kollegen aus Österreich entwickelten Tool zum digitalen Lernen vorstellt. Das Tool wird laufend weiter entwickelt und wird im nächsten Semester systematisch in gewissen Modulen des Studiengangs „Wirtschaftsingenieur“ eingesetzt. Eine gamifizierte Variante dieser Software wird auch bereits im Physikunterricht der School of Engineering eingesetzt.

Die vollständigen Vorträge können hier heruntergeladen werden.

Es haben sich bereits wieder 5 Personen gemeldet, welche bereit sind, nächstes Jahr einen Vortrag im gleichen Rahmen zu halten. Wir betrachten dies als grossen Erfolg dieses Anlasses, welcher auch wieder im Juni 2020 statt finden soll. Aufgrund des grossen Interesses von Referenten und Publikum überlegen wir uns verschiedene Optionen, wie wir möglichst alle Vortragenden berücksichtigen können. Nichtsdestotrotz können sich alle bei Christoph Hofer melden, die ebenfalls einen Vortrag im Rahmen dieses Anlasses beisteuern möchten.

Die fundierte Anwendung von statistischen Methoden ist in der Forschung Voraussetzung für qualitativ hochwertige Arbeiten. Die ZHAW bietet deshalb allen Forschenden der ZHAW eine niederschwellige Möglichkeit, sich in statischen Fragen beraten zu lassen (die ersten beiden Beratungsstunden sind gratis). Weitere Details finden sich unter:
Statistische Beratung in Winterthur
Statistische Beratung in Wädenswil

Und noch eine Mitteilung in eigener Sache: Nach sechs bzw. acht Jahren wechseln mein Stellvertreter Christoph Hofer und ich unsere Funktionen in der Organisation des Treffens der an Statistik interessierten Personen und der Statistikberatung. In Zukunft übernimmt Christoph die Leitung und ich seine Stellvertretung.

Autor: René Locher, Institut für Datenanalyse und Prozessdesign