Umfrage Bachelorarbeit: Soziale Rendite – Ein ernstzunehmender Faktor für das Marketing in der Bankenwelt?

Von Beniamino Barbera (Student der Betriebsökonomie ZHAW SML)

Was will der klassische Bankkunde mit seinem Geld erreichen? Haben monetäre Ziele den höchsten Stellenwert oder gibt es weitere Ziele, welche ein Investor mittels seines Geldes erreichen möchte? Wäre es möglich, dass dem Kunden eine sogenannte «soziale Rendite» wichtiger ist als eine monetäre Rendite?

Die soziale Rendite kann unter dem Oberbegriff «Impact Investment» eingegliedert werden. Immer mehr Investoren erachten es als wichtig, nicht nur eine finanzielle Rendite zu erwirtschaften, sondern mit ihrer Geldinvestition auch Gutes für Umwelt und Gesellschaft zu tun. Solche Investments sind Anlagemöglichkeiten, mit denen sich neben einer finanziellen, auch eine soziale Rendite erwirtschaften lässt.

Diese Nachfrage an Impact Investments soll innerhalb einer Bachelorarbeit detaillierter analysiert werden. Hierfür sollen mindestens 500 Personen befragt werden, welche bereits Erfahrungen mit Investitionen in Wertpapiere haben. Die Grundfrage, welche mittels dieser Umfrage beantwortet werden soll ist: Besteht bei einem durchschnittlichen Wertpapier-Investor das Bedürfnis an solchen Impact Investments und wenn ja, wie kann ein Finanzinstitut eine solche Nachfragen optimal abschöpfen?

Es ist wahrscheinlich, dass die Nachfrage an Impact Investments zukünftig steigen wird und dies aus den folgenden Gründen:

  • Die Bankkunden sind immer stärker herausgefordert im heutigen Tiefzinsumfeld ihre monetären Finanzziele zu erreichen, da die meisten nicht dazu bereit sind ein entsprechend höheres Verlustrisiko auf sich zu nehmen
  • Der finanzielle Wohlstand in der Schweiz steigt kontinuierlich und vermögende Privatpersonen überlegen sich vermehrt, wie sie mit ihrem finanziellen Eigentum einen positiven Beitrag in der Gesellschaft leisten können.
  • Aus der Theorie der Glücksökonomie ist bekannt, dass Menschen, welche bereit sind von ihrem Eigentum etwas zu geben, zufriedener sind, als solche, welche alles für sich behalten.

Mittels der folgenden Umfrage helfen Sie mir, die genannten Fragen fundiert beantworten zu können: https://ww2.unipark.de/uc/soziale_rendite/

Dauer: 5 Minuten

Bei Fragen:

Beniamino Barbera untersucht den Faktor der sozialen Rendite

Beniamino Barbera
Betriebsökonomie Student
barbeben@students.zhaw.ch

Kleiner Flitzer, grosse Show – der Microlino stellt sich vor

Von Dana Müller

Er ist 450kg leicht, bietet Platz für zwei, fährt bis zu 90km/h schnell und kommt je nach Ausführung 120 km bis 215 km weit. Vor allem ist er praktisch und äusserst ökologisch: Der Microlino.

Auf den ersten Blick erinnert der Microlino an die Isetta Kabinenroller aus den 50ern. Von da kam dem Gründer von Micro Wim Ouboter, auch die Idee, einen modernen Kabinenroller ins Leben zu rufen. Klein, wendig, platzsparend und vor allem auch umweltfreundlich sollte der e-Isetta werden. Schon bald werden wir den Microlino wohl öfters auf der Strasse sehen, vor Kurzem wurde er vor einem grossen Publikum im Kaufleuten vorgestellt.

Merlin, Wim und Oliver Ouboter ® Microlino Presskit

Wim Ouboter hatte grossen Erfolg mit seiner «Micro-Mobility» Innovation 1999, dem Micro Scooter®. Die Produktion in China verdreifachte sich innert einem Jahr. Seither kamen weitere Modelle dazu und noch heute ist das Kickboard® ein beliebtes Transportmittel für kurze Strecken die zu Fuss zu lang und für das Fahrrad zu kurz sind. Micro ist seither zu einer starken, innovativen und weltweit bekannten Marke gewachsen.

Vom Marketing-Gag zur Realität

Die Vision von der Micro-Mobility lebt weiter, nicht nur im Herzen von Wim Ouboter sondern auch in seinen Söhnen Oliver und Merlin, sowie dem ZHAW Absolventen Pascal Studerus. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit am Technikum der ZHAW, hatte Pascal Studerus den Auftrag, ein Auto ähnlich einer originalen Isetta mit einem elektronischen Motor zu designen. Seit seinem Abschluss an der ZHAW ist er stark im Projekt involviert und hat zusammen mit Merlin Ouboter und in Zusammenarbeit mit einer Chinesischen Fabrik, einen ersten Prototyp des e-Isetta gefertigt. Die Herausforderung war gross, denn diese Fabrik besass weder ein Engineering Departement noch sprachen sie fliessend Englisch. Mit viel Eifer schaffte es der erste Prototyp als Marketing-Gag an die Genfer Messe. Innerhalb einer Woche wollten bereits 500 Besucher einen Microlino erwerben. Die Söhne waren von der Idee gepackt und überzeugten Wim Ouboter dieses Projekt zu realisieren und den Microlino in Serie zu produzieren. Zusammen mit Eric Tazzari, Besitzer eines italienischen Automobilzulieferers mit langer Erfahrung im Bau von kleinen Elektromobilen, kam innert 24 Stunden eine Kooperation zu Stande, welche die Realisierung des elektronischen Automobils innerhalb von lediglich zwei Jahren erlaubte.

Praktischer kleiner Helfer ohne Strassenverkehrssteuern

Die Mission, eine mobile Lösung, die Spass macht, ökologisch und praktisch ist, wurde mit dem Microlino ermöglicht. Dieser kleine Flitzer ermöglicht die tägliche Fahrt zur Arbeit oder zum Supermarkt problemlos und bietet im Kofferraum Stauraum für zwei Kanister Bier und eine Einkaufstasche. Er lässt sich innert vier Stunden an der normalen Steckdose aufladen und braucht dabei einen Drittel des Platzes eines herkömmlichen Autos. Ein weiterer Clou ist Micro mit der Zulassung des Microlino als motorisiertes Kleinfahrzeug gelungen. Das Mobil hat damit den Status, der vergleichbar ist mit einem Motorrad, was unter anderem die Kosten weiter reduziert – auch Strassenverkehrssteuern fallen für einen Microlino nicht an.

Mittels Facebook Umfrage wurden die Farben des Microlinos zur Markteinführung bestimmt. Die offiziellen Farben des Microlinos sind: Zürich-Blau, Milano-Rot, Paris-Mint, Holland-Orange, Gotham-Schwarz, London-Grau Und Vienna-Weiss. Aktuell haben bereits 4600 Leute einen Microlino reserviert. Das Interesse um die Microlinos ist gross, und die Vision von Wim Ouboter ein Kickboard® für die letzte Strecke zum Zielort in jedem Kleinfahrzeug zu haben, kann endlich Realität werden. Schon vor fast 20 Jahren hätte es beinahe bei einer Kooperation mit Smart geklappt, leider wurde das Projekt durch die Übernahme von Mercedes gestoppt. Wim Ouboter ist jedoch niemand der einfach so aufgibt, sondern seine Visionen hartnäckig verfolgt und auch dieses Ziel – nun eben mit einem eigenen Kleinfahrzeug – bis zur Erreichung verfolgt. Der Microlino wird voraussichtlich ab Mitte 2018 zum Verkauf stehen, die Schweiz und Deutschland werden die ersten Länder sein, weitere Europäische Städte folgen.

https://www.micro-mobility.com

https://www.facebook.com/microlino.car/ 

Neuer CAS Marketing & Kommunikation speziell für NPO

Marketing und Kommunikation wird auch für kleinere Non-Profit-Organisationen immer wichtiger. Der neue CAS Marketing und Kommunikation in NPO der ZHAW verbindet diese zwei Welten und bietet den Teilnehmenden genau das, was sie benötigen. Der CAS richtet sich an Allrounder, die (noch) keine Kommunikations- oder Marketingexperten sind.

Das Marketing und die Kommunikation von Non-Profit-Organisationen lässt sich nicht einfach von privatwirtschaftlichen Organisationen übernehmen. Es unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht und weist seine eigenen Besonderheiten auf. Der Erfolg einer Non-Profit-Organisation drückt sich vor allem an der Beziehung zu den verschiedenen Anspruchsgruppen aus. Um langfristig im Wettbewerb um Spendengelder, aber auch um Freiwillige zu bestehen und ihren Auftrag erfüllen zu können, rückt das Marketing von Non-Profit-Organisationen immer weiter in den Vordergrund. Hierzu braucht es eine Weiterbildung, die sich an Allrounder richtet, die kein Marketing- oder Kommunikationsstudium haben. Die ZHAW schliesst mit diesem neuen Angebot eine Lücke und bietet eine optimale Mischung an Theorie und Praxis.

Neuer CAS Marketing & Kommunikation in NPO

Die Zukunft in der Tasche

Der CAS gliedert sich in zwei Module. Modul 1 befasst sich mit den theoretischen Grundlagen wie dem strategischen und operativen Marketing, aber auch dem Campaigning, Influencing und dem Digitalen Marketing. Modul 2 wendet das Gelernte in praktischen Lektionen gezielt an. Vom Umgang mit Bildern, über Medientraining und Krisenkommunikation bis hin zu den rechtlichen Rahmenbedingungen ist hier alles dabei. „Eine bunte Mischung, die aber essenziell für die Teilnehmenden ist. So haben sie die wichtigsten Kompetenzen in kompakter Form„, meinen die Studiengangleiterinnen Dr. Adrienne Suvada und Dr. Larissa M. Sundermann. Wie von der ZHAW gewohnt, sind auch bei diesem CAS erfahrene Dozenten an Bord, die ihre praktischen Erfahrungen aus dem Non-Profit-Bereich einbringen.

Verbindung von zwei Departementen

Konzipiert und realisiert wurde dieser CAS von zwei ZHAW Instituten aus zwei Departementen, einerseits vom Institut für Sozialmanagement (ZHAW Soziale Arbeit) und andererseits vom Institut für Marketing Management (ZHAW School of Management and Law). Somit wird die Fachkompetenz beider Institute zu einem einzigartigen Produkt gebündelt. Der Start des CAS ist am 26. Oktober 2018 und der Durchführungsort ist das Toni-Areal in Zürich.

Kontakt

ZHAW School of Management and Law, Institut für Marketing Management, Dr. Adrienne Suvada, Telefon +41 58 934 45 59, E-Mail: adrienne.suvada@zhaw.ch

ZHAW Soziale Arbeit, Institut für Sozialmanagement, Dr. Larissa M. Sundermann, Telefon +41 58 934 85 12, E-Mail: larissa.sundermann@zhaw.ch

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-kommunikation-in-npo.html

Tennis Held Roger Federer – ein Gentleman im Marketing

An den letzten Australian Open hat Roger Federer seinen Titel verteidigt und damit seinen 20. Grand-Slam-Titel geholt. Langsam aber sicher gehen die Superlative für diesen Ausnahmesportler aus. Was bedeutet das für seinen Marktwert? Unser Sportmarketingexperte Marcel Hüttermann gibt Auskunft.

Herr Hüttermann, Roger Federer hat mit dem 20. Grand-Slam-Titel eine eindrückliche Leistung gezeigt. Er wurde international in den Medien gefeiert. Welche Auswirkungen hat dieser Sieg auf seinen Marktwert?

Es ist zwar schwierig Roger Federers Marktwert weiter nach oben zu schrauben, aber der 20. Titel wird ihn tatsächlich nochmals auf eine andere Ebene hieven. 19 Grand-Slam-Titel waren schon einmalig, der 20. ist die die absolute Krönung einer Traumkarriere.

IMM Sportmarketingexperte Marcel Hüttermann

Roger Federer ist seit vielen Jahren im Tennis Zirkus unterwegs, mit Höhen und Tiefen. Andere sind in seinem Alter bereits zurückgetreten. Er scheint aber fitter denn je zu sein. Hat sein Alter einen Einfluss auf die Vermarktung?

Ja, aber keine negative. Er ist nun für Sponsoren interessant die Markenwerte und Attribute wie «Reife», «Eleganz», «Familie» und auch «Einzigartigkeit» verkörpern und diese durch Roger Federer noch verstärken möchten.

Viele Sponsoren unterstützen Roger Federer. Er wirbt unter anderem für Rolex, Mercedes Benz, Lindt, aber auch Jura, Sunrise und Barilla. Ist diese bunte Mischung an Sponsoren nicht auch eine Gefahr für ihn, da er sich so nicht klar positionieren kann?

Meiner Meinung nach positioniert er sich klar. Wenn man sich die Sponsoren genau anschaut, so sind dies allesamt Premiummarken oder verkörpern Premiumprodukte: Rolex und Mercedes Benz bspw. sind in ihrer Branche Marktführer oder spielen in der Top-Liga mit, Lindt steht für ausgezeichnete Schokolade, Jura für brillante Kaffeemaschinen, Moet steht für den exklusivsten Champagner, Sunrise hat «das beste Netz der Schweiz». Roger Federer ist ein Premiumtennisspieler mit Premiumsponsoren. Das passt.

Screenshot der Sponsoren auf der Roger Federer Webseite © www.rogerfederer.com

Roger Federer gilt als der perfekte Botschafter. Kritisiert wird aber auch, dass er keine Ecken und Kanten hat. Wie schätzen Sie dies als Experte ein?

Für die Sponsoren ist genau dies wertvoll. Sie können sich auf die Person Roger Federer verlassen und wissen das keine Eskapaden kommen werden. Viele Sponsoren sehen von Sponsorings für Einzelsportler ab, weil die Abhängigkeit von diesem zu gross ist. Das Verhalten in der Öffentlichkeit, das Privatleben, die Interviews, dass alles kann negative Auswirkungen auf das Image der Sponsoren haben. V-Zug hat sich bspw. damals innert 24h von Martina Hingis als Werbebotschafterin getrennt, als die Kokainaffäre aufkam, aus Sorge das könnte das Image des Haushaltsgeräte-Herstellers beeinflussen. Die Sponsoren von Roger Federer wissen genau, was sie an dem Gentleman Federer haben.

Selbstverständlich nutzt Roger Federer das Marketing auch für sich selbst. Er ist nicht nur auf den sozialen Medien aktiv, sondern bietet auf seiner Website auch einen Shop an. Dies machen auch andere Sportler so. Wie wichtig ist generell die Vermarktung über Merchandising Produkte?

Wenn Fans die Marke eines Vereins oder eines Sportlers in der Öffentlichkeit tragen, dann stellt dies quasi kostenlose Werbung dar. Bleiben wir bei Roger Federer: wenn Fans das Shirt von ihm mit seinen Initialen tragen, dann fühlt sich nicht nur der Fan zu Roger Federer zugehörig, er präsentiert zugleich auch das RF-Logo und das von Nike als Ausrüster.

Screenshot des Fanshops © www.tenniswarehouse-europe.com

Im Basketball ist Michael Jordan auch nach Karriereende äusserst erfolgreich in der Vermarktung. Kann dies auch Roger Federer gelingen?

Definitiv. Michael Jordan hat Nike als Sportartikelmarke mit den «Air Jordan»-Schuhen richtig nach vorne gebracht. Zudem hat er ein Interesse an Basketball auf der ganzen Welt erschaffen. Roger Federer ist DER Tennisspieler der Schweiz und weltweit anerkannt. Ich behaupte zu sagen, dass er nicht nur sich selbst und den Tennissport nach dem Karriereende vermarkten wird, sondern auch ein wichtiger Botschafter für die Schweiz als Nation werden wird.

http://www.rogerfederer.com

http://www.tenniswarehouse-europe.com/catpage-RTNSHOP.html?from=roger

MAS Product Management – Prämierung der besten Masterarbeiten

Von Dr. Helen Vogt

Welche digitalen Technologien erhöhen am meisten das Einkaufserlebnis im stationären Handel? Können Private Label Brands eine Umsatzsteigerung im Automobil Ersatzteilmarkt bewirken? Diese und viele andere Themen beschäftigen die Studierenden im MAS Product Management (PDM) welche als Abschluss der zweijährigen Ausbildung ihre Masterarbeit geschrieben haben. Die MAS Teilnehmer stammen aus den verschiedensten Industrien und Branchen, dementsprechend fanden sich sehr viele unterschiedliche und höchst spannende Themen im Mastermodul. Von den Chancen der Digitalisierung für Messen, über Kundenfluktuation und Erfolgsfaktoren der Kundenzusammenarbeit im B2B, Rückgewinnungmassnahmen im Versicherungswesen, neue Pricing und Servitization Konzepte, Cross-Device Tracking für ein Medienunternehmen, die Neupositionierung eines Produktsortiments im Healthcare Bereich bis zur Entwicklung einer neuen Value Proposition oder strategisches Lifecycle Management im Maschinenbau, das ganze Spektrum des Product Managements wurde eingehend beleuchtet.

14 Teilnehmer haben dieses Jahr den MAS Product Management mit der Masterarbeit abgeschlossen. Wir gratulieren allen sehr herzlich zu ihrer hervorragenden Leistung!

Teilnehmer des MAS Product Management, welche im Januar 2018 abgeschlossen haben:
Marc-Pieter Blanck, Peter Bornhauser, Christof Fehr, Daniel Hauenstein, Jonas Honegger, Simon Honegger, Marco Huber, Alexander Leutenegger, Patrice Molnar, Andrea Mühleis, Yvonne Müller, Sascha Kropf, Daniel Stoffner, Rolf Zaugg.

Hervorragende Arbeiten wurden ausgezeichnet

Die besten Masterarbeiten werden traditionell an der Diplomfeier bekanntgegeben und gewürdigt. So hat Yvonne Müller in ihrer Arbeit den Einfluss und Erfolgsfaktoren von neuen digitalen Technologien am Point-of-Sales bei Schweizer Einzelhandelsunternehmen untersucht. Mit einer qualitativen und quantitativen Erhebung konnte sie die erfolgversprechendsten Ansätze identifizieren, wie der stationäre Handel das Einkaufserlebnis erhöhen und somit gegenüber dem online Handel wieder attraktiver werden kann. Rolf Zaugg beleuchtet den Autoersatzteilhandel in der Schweiz und untersucht die Frage, ob durch die Einführung eines Private Labels mit einer Fighting-Brand-Strategie neue Kundensegmente und damit höheres Umsatzwachstum generiert werden kann. Beide Arbeiten zeichnen sich durch eine fundierte und differenzierte wissenschaftliche Arbeitsweise und durch eine hohe Praxisrelevanz aus.

Die Vielfältigkeit der Masterarbeiten spiegelt auch das breite Anforderungsspektrum an moderne Produktmanager. Die Teilnehmer des MAS Product Management haben in den vier CAS, welche den MAS bilden, ein fundiertes Wissen und die notwendigen Fähigkeiten erworben um die vielfältigen Markt- und Kundenbedürfnisse strukturiert zu ermitteln, ein Leistungsportfolio gezielt zu entwickeln, erfolgreich am Markt zu etablieren und langfristig gewinnbringend zu managen. Damit haben die MAS Absolventen die notwendigen Grundlagen um ein modernes Product Management zu betreiben.

Haben Sie Fragen zum MAS Product Management? Dann wenden Sie sich bitte an Helen Vogt via mail vogh@zhaw.ch oder via Telefon 058 934 66 99. Zahlreiche Information zu diesem Studiengang finden Sie auch online.

Smarter Einbruchschutz dank Kevin

Das Start-up mitipi hat seinen Einbruchschutz weiterentwickelt und lanciert nun eine Kickstarter Kampagne. In einem früheren Blog Beitrag wurden das Unternehmen und der Gründer Julian Stylianou bereits thematisiert. Das Team hat das Produkt auf internationalen Messen vorgestellt und es wurde auch in diversen Medien portraitiert. Nun kann sich jedermann „Kevin“ als neuen Mitbewohner nach Hause holen.

„Kevin“ ist ein Einbruchschutz, der nicht erst handelt, wenn der Einbrecher bereits die Tür aufgebrochen hat und im Haus steht, sondern es gar nicht erst dazu kommen lässt. Das „Smart Home IoT“-Gerät simuliert Bewegung von Personen in einem Raum. Dafür nutzt es Licht, Lichteffekte und Geräusche und täuscht den Einbrechern so vor, es sei jemand zu Hause. Durch intelligente Steuerungsmöglichkeiten simuliert Kevin eine Person, die sich im Haus bewegt und alltägliche Aufgaben erledigt: Gespräche, Abwaschgeräusche, Musik und sogar einen Streit kann „Kevin“ simulieren. Eine Abschreckung für potentielle Einbrecher, denn diese versuchen normalerweise den Kontakt mit Bewohnern möglichst zu vermeiden.

Präventiv wirken mit Kevin © mitipi

Möglichst nahe am eigenen Tagesablauf

„Kevin“ ist besonders einfach und intuitiv zu bedienen. Fünf Minuten genügen, um den virtuellen Mitbewohner zu installieren – danach erwacht er zum Leben und kann per App oder über die Tasten am Gerät selbst gesteuert werden. Um die Anwesenheit einer Person in der Wohnung vorzutäuschen, verwendet Kevin eine Logik, die mehrere Faktoren berücksichtigt: Zeitzone, Region, Sprache, Wetter, Haustyp und vieles mehr. Darüber hinaus lässt sich das System individuell anpassen, indem man ihm seine eigenen Präferenzen einstellt: Zum Beispiel, ob man Haustiere oder eine Familie hat, ein Instrument spielt oder gerne ein Workout zu Hause macht. Im Gegensatz zu anderen Sicherheitssystemen für den Hausgebrauch rückt „Kevin“ Kamera oder Bewegungssensoren in den Hintergrund – alles, was man braucht, ist Strom und ein Smartphone.

Smarter Mitbewohner, der über ein Smartphone gesteuert wird © mitipi

Prävention als Schlagwort

Mit Kevin ist man Einbrechern immer einen Schritt voraus. Dafür sorgen regelmässige Updates und neue Funktionen, die stetig vom mitipi-Team entwickelt werden. Julian Stylianou, Gründer und Geschäftsführer von mitipi, erklärt: „Wir haben viele Gespräche mit Einbruchsopfern geführt. Ihnen ist es wichtig, dass der Schutz ihres Zuhauses mehr bietet als Überwachung und Alarmierung. Deshalb wollen wir mit ,Kevin’ dafür sorgen, dass der Begriff ,Einbruch’ nur noch in Geschichtsbüchern vorkommt. Wir bieten Sicherheit im Haus, indem wir eine erste Lösung für die Prävention anbieten“. mitipi strebt eine Kickstarter-Finanzierung von 50.000 Dollar an, die Preise beginnen bei 149 Dollar. https://www.kickstarter.com/projects/1545016534/your-virtual-roommate-against-burglars-kevin-by-mi

http://mitipi.com/

Standortmarketing in Monaco

Von Dr. Adrienne Suvada

Beim Stichwort Monaco denken die meisten wohl augenblicklich an reiche Menschen, schöne Autos und Luxus. Das kleine Fürstentum an der Côte d’Azur zieht seit Jahrzehnten die Schönen und Reichen an. Auch wenn die goldenen Zeiten von Fürstin Gracia Patricia (alias Grace Kelly) mittlerweile Geschichte sind, das Fürstentum ist immer noch ein Magnet für Millionäre. Das Fürstentum erhebt weder Einkommens- noch Erbschaftssteuern und ist daher als Wohnsitz heiss begehrt. Dies gilt allerdings nur für Privatpersonen, denn Unternehmen sind steuerpflichtig. Wie die Schweiz, ist auch Monaco kein Mitglied der Europäischen Union. Der Ausländeranteil ist, durchaus nachvollziehbar, mit rund 78% deutlich höher als in der Schweiz. Der kleine Stadtstaat hat eine Fläche von knapp 203 Hektar. Darauf tummeln sich rund 19’000 Einwohner. Eine extrem dichte Besiedelung, die einige Probleme verursacht.

Vermarktung auf Luxusniveau

Wer durch Monaco schlendert, dem fällt sofort auf, dass hier beinahe jeder Quadratzentimeter verbaut wird. Regelmässig werden alte Häuser abgerissen und durch neue ersetzt. Im Idealfall Hochhäuser, denn die Fläche des Fürstentums ist beschränkt. Die felsige Lage macht die Bauvorhaben nicht einfacher. Dennoch, Monaco muss in dieses Standortmarketing investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Früher war das Glücksspiel eine gute Einnahmequelle, mittlerweile zählen andere Faktoren. Aus Steuersicht bleibt Monaco durchaus attraktiv. Die Lage ist nicht zu unterschätzen, denn es ist in Europa und bietet ganzjährig ein angenehmes Klima. Der Luxusmarkt ist generell sehr stabil und weltweit gibt es genügend potenzielle neue Einwohner. Das Problem, in Monaco steht man sich auf den Füssen herum. Die einzelnen Bauvorhaben können nicht so viel Platz schaffen, wie man es sich wünschen würde. Fürst Albert II. plant deshalb schon seit einigen Jahren Monaco zu vergrössern – und zwar ins Meer. Ein ganzes Stadtviertel soll auf einer Halbinsel vor Monaco entstehen. Einen kleinen Unterbruch hatte das Projekt durch die Finanzkrise im 2008. Diese ist überwunden und das Projekt wird realisiert.

Der kleine Stadtstaat Monaco hat ein Platzproblem © R. Bircher

Aufschüttung im Meer

Wer nun durch Monaco spaziert, wird im Gebiet des Hafens, des Hotels Fairmont und des japanischen Gartens Zeuge dieses gewaltigen Projekts. Das grösste Schiff für Tiefwasserbergbau (insbesondere Pipelines) Simon Stevin ist in Monaco stationiert und arbeitet mit Hochdruck daran das Gebiet nach und nach aufzuschütten und so eine Stabile Grundlage zu bilden. Das Schiff hat eine Kapazität von 33’500 Tonnen. Grosse Hydraulikbaggerkrane entladen die Gesteine. Mit rund 191 Metern hat das Schiff eine imposante Länge und ist weder zu übersehen, noch zu überhören. Das monegassische Standortmarketing ist in vollem Gange. Geplant ist, bis 2024 ein ganzes Quartier zu errichten mit Wohnungen, Hotels und Geschäften.

Das riesige Schiff Simon Stevin vor der Küste Monacos © R. Bircher

Bis das Fundament gelegt ist, braucht es noch einige Zeit. Die Weichen für die Zukunft sind jedoch gestellt und Fürst Albert II. setzt weiterhin auf das luxuriöse Image des Fürstentums. Ein so grosses Projekt zu stemmen birgt natürlich auch ein finanzielles Risiko, aber Monaco muss sich weiterentwickeln um im Wettbewerb attraktiv zu bleiben. Dies zeigen im Übrigen auch die Hotelpreise. Es ist in Monaco sehr schwer preislich ansprechende Hotels zu finden. Dies aus gutem Grund, denn Monaco will nur bestimmte touristische Zielgruppen ansprechen. Die Hotelpreise schwanken ausserdem stark, denn zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel dem Formel 1 Rennen, können aus Zimmerpreisen von 300 € pro Nacht auch schon mal 1’600 € werden. Aber wer weiss, vielleicht führt ja irgendwann die Strecke auch über das neu entstandene Quartier und Monaco kann dies gleich werbewirksam vermarkten…

Papa Moll Schokolade: Aus dem Film ins reale Leben

Wohl jeder mag sich an den Kinderbuchklassiker „Papa Moll“ erinnern. Nun wurde er filmisch zum Leben erweckt und erfreut Gross und Klein in den Schweizer Kinos. Im Film geht es auch um die Schokolade, denn dort finden sich spezielle Schoggi-Murmelis. Das Marketing mischt hier natürlich mit, denn entwickelt wurden die Papa Moll-Murmelis von der Confiserie Bachmann. Die Schokoladenfiguren wurden von Hand in der Luzerner Traditionsbackstube gegossen.

Marketingtechnisch ein genialer Schachzug, denn natürlich kommen nicht nur die Filmfiguren in den Genuss der Schoggi-Murmelis, sondern auch die Kundschaft. In den Fachgeschäften sowie über den Webshop sind die Papa Moll-Murmelis zu erwerben. Das Marketingspektrum wurde aber noch erweitert, denn es gibt exklusiv auch ein spezielles Papa Moll-Spiel, wo man täglich verschiedene Preise gewinnen kann. Marketingleiterin Eugenie Nicoud erklärt uns, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam.

Die Papa Moll-Murmelis wurden extra entwickelt © Confiserie Bachmann

Frau Nicoud, wie kam es, dass die Confiserie Bachmann mit den Papa Moll-Murmelis im Film auftaucht?

Bevor der Film gedreht wurde, bekamen wir die Anfrage von den Produzenten (Zodiac Pictures), ob wir Interesse hätten die Schoggi-Murmelis zu entwickeln. Im vorherein wussten wir natürlich nicht wie der Film werden wird und vor allem welchen Stellenwert die Murmelis im Film haben werden. Jedoch war dies für uns ein sehr interessantes Konzept. Denn für uns ist es natürlich sehr schön, wenn wir Produkte entwickeln können die auch eine Geschichte erzählen und dies auch nach Aussen tragen können.

Wir freuen uns sehr, dass der Papa Moll-Film so positiv ankommt und vor allen über die grosse Präsenz der Schoggi-Murmelis im Film.

Wie schwierig war die Entwicklung und Fertigung der Schoggi-Murmelis?

Es ist natürlich für uns immer eine Herausforderung ein Produkt so zu entwickeln, dass es den individuellen Geschmack des Einzelnen auch trifft. Für den Film brauchten wir ca. 250 Schoggi-Murmelis die alle identisch aussehen. Deshalb mussten wir eigene Giessformen entwickeln lassen. Wir waren auch immer im engen Austausch mit den zuständigen Szenenbildnern. Für den Film haben wir genau drei verschiedene Murmelis hergestellt: Monster-Murmelis, Standard-Murmelis und extra schön dekorierte Prototypen mit einer Erdbeernase.

Der gesamte Prozess beanspruchte viel Zeit, da zahlreiche Details und Farben korrekt definiert werden mussten.

Die grösste Herausforderung war es jedoch, Murmelis zu entwickelt die nicht unter den hohen Scheinwerferlichtern schmelzen. Deshalb haben wir extra noch Murmelis aus Silikon angefertigt, die jedoch wie Schokolade aussehen.

Spezielle Anforderungen für den Papa Moll Film, das Resultat kann sich aber sehen lassen © Confiserie Bachmann

Aus Marketingsicht, was erhoffen Sie sich durch diese Kooperation?

Das schöne aus dieser Kooperation ist es natürlich, dass wir auf der Papa Moll-Welle mitreiten können und dadurch natürlich über unsere Standorte hinaus eine Bekanntheit aufbauen können.

Die Schoggi-Murmelis gibt es natürlich auch im Verkauf © Confiserie Bachmann

Sie setzen bei dieser Kampagne auch auf die online Medien und bieten sogar ein Spiel an. Wie wird die Kampagne bis jetzt aufgenommen und wie reagiert die Kundschaft?

Wir haben uns überlegt wie wir am Besten Gross und Klein in dieser Geschichte abholen und integrieren können. So haben wir ein Onlinespiel entwickeln lassen, welches die Schoggi-Murmeli und den Film promoten und zugleich eine Portion Spass vermittelt. Die Kampagne kommt sehr gut an. Pro Tag spielen über 500 Personen dieses Spiel und gewisse Spieler haben einen sehr bemerkenswerten Highscore 🙂

Natürlich kommen auch die Preise sehr gut an. Ich schätze, den Leuten macht es Spass und die Kampagne wird nicht direkt als Werbung wahrgenommen.

Erfolgreiches Onlinespiel für die diversen Zielgruppen © Confiserie Bachmann

www.confiserie.ch

http://www.confiserie.ch/bachmann/aktuelles/papa-moll/

Migros-Finn rührt die Welt zu Tränen

Emotionen im Marketing sind wichtig. Dies zeigt das aktuelle Beispiel der Migros Weihnachtskampagne. Der diesjährige Weihnachtsspot rührt die Welt zu Tränen. Wie es zu diesem Video gekommen ist, erklärt uns Livio Dainese von der Agentur Wirz.

Herr Dainese, Sie haben die diesjährige Weihnachtskampagne der Migros gestaltet. Wie ging Wirz an die Aufgabe heran und was waren die Herausforderungen?

Die Ausgangslage für Weihnachten 2017 war, auf dem Kern „Gemeinsam feiern“ und der Migros Haltung „Der Schweiz etwas zurückgeben“ eine neue, tragfähige Kampagne zu bauen. Dieses Jahr wollten wir das gemeinsame, verbindende von Weihnachten zelebrieren. Daran erinnern, dass es eben nicht allen gut geht an Weihnachten. Dann gilt es, eine Geschichte zu erfinden, die diesen Gedanken am schönsten transportiert. Eine Geschichte, die die Menschen berührt. Die eine Welt auftut. Die einen in eine weihnachtliche Stimmung versetzt. Die involviert und uns Möglichkeiten bietet, zusätzlich auch das gesamte Weihnachtsangebot der Migros zu spielen. Und das auf allen Medien, vom Bewegtbild bis zum Migrossack.

Wie kamen Sie auf die Idee einen Wichtel als Protagonisten zu nehmen?

Die Idee war nicht, einen Wichtel zu nehmen. Sondern die Fragen: Was genau ist eigentlich in so einer Scannerbox bei der Migros? Und wenn da ein Wichtel drin ist, was macht der denn an Weihnachten? Kennt er das überhaupt? Würde er vielleicht auch gerne mal Weihnachten feiern?

Der Protagonist des Films Wichtel Finn (c) Wirz/Migros

Wie wurde die Idee dann konkret umgesetzt? Wo lagen die Schwierigkeiten?

Zuerst mussten wir Finn erfinden. Uns überlegen, wie er aussieht, wie gross er ist, was er kann und was nicht. Welche Kleider er trägt und wie seine Wohnung aussehen könnte. Man überlegt sich das alles bis ins Detail, macht einen genauen Personenbeschrieb.

Der Film selbst ist eine sehr komplexe Mischung aus Realfilm und 3-D Animation. Finn existierte nicht in den Bildern, die wir vor Ort in einer Migros-Filiale drehten. Wir filmten schlicht eine weihnachtlich dekorierte, leere Migros. Natürlich mussten wir im Voraus genau definieren, was Finn genau tut in welcher Einstellung. Danach erst wurde der in 3-D realisierte Finn tatsächlich eingebaut und Stück für Stück von einem statischen Platzhalter zu dem „lebendigen“ Finn, den wir nun alle mögen, weiterentwickelt.

Mittlerweile ist das Marketing ja kanalübergreifend. Wie haben Sie das in der diesjährigen Kampagne mit Finn berücksichtigt?

Wir spielen Finn auf allen Ebenen. Von Social Media bis zur Figur, die man sammeln kann und mit denen die Geschichte weiter geht. Denn in jeder Figur von Finn und seinen Freunden steckt ein NFC-Chip. Wenn man den mit der Migros App verbindet, erfährt man noch viele weitere Geschichten der Kassenwichtel. Dazu gibt es eine ganze Flut an weiteren Massnahmen, von Angebotsspots, dem Magazin bis zu den wöchentlichen Aktionen. Eine solche Kampagne inklusive aller Massnahmen beschäftigt uns rund zehn Monate.

Finn ist auf allen Kanälen präsent (c) Wirz/Migros

 

Die Migros will an Weihnachten auch ihre soziale Verantwortung zum Ausdruck bringen. Wie schwierig ist es, diese besondere Identität der Migros in einer Kampagne umzusetzen, ohne, dass es zu aufgesetzt wirkt?

Die Migros hat das Zurückgeben in ihrer DNA. Es ging seit Dutti stets darum, mehr Menschen qualitative hochwertige Produkte zu einem günstigen Preis anzubieten. Dazu kommt das Kulturprozent, mit welchem die Migros Jahr für Jahr viele Schweizer Institutionen und Künstler unterstützt. Und eben, seit vier Jahren der Spendendaufruf mit der Weihnachtskampagne. Es fühlte sich nie künstlich an, dass die Migros den Menschen in diesem Land etwas Gutes tun will. Man erwartet es fast von ihr.

Etwas Gutes tun an Weihnachten (c) Wirz/Migros

Die Weihnachtszeit ist sehr emotional. Gleichzeitig sind wir mittlerweile aber auch etwas abgestumpft. Wie schafft man es trotzdem neue Geschichten zu finden, die berühren?

Indem man ohne Schranken im Kopf sucht. Indem man sich frei macht von allem, was es bereits gibt. Und indem man sich Dinge überlegt, die vielleicht zunächst absurd sind, dadurch aber eine besondere Magie haben.

Zu Weihnachten darf man sich bekanntlich etwas wünschen. Wenn Sie ein unbegrenztes Budget zur Verfügung hätten, was würden Sie gerne mit Wirz realisieren?

Ich würde das meiste Geld in noch mehr furchtbar talentierte Mitarbeitende investieren. Und vielleicht noch in einen Pool für den nächsten heissen Sommer.

Livio Dainese von Wirz (c) Wirz

Wie Blockchains und Bitcoins funktionieren

Blockchain, Hash, Kryptowährung, Ledger – diese Begriffe fallen, wenn Dr. Lukas Lichtensteiger, Dozent am Institut für angewandte Mathematik und Physik eine Gastvorlesung im Fach Marketing Trends leitet.

Sandro Graf vom IMM leitet das Fach und wollte etwas zum „Hype-Thema“ Blockchain anbieten. Viele sprechen nämlich über Blockchain, ohne zu verstehen, wie die Technologie wirklich funktioniert. Deshalb wollte er den Teilnehmern die Möglichkeit geben, einen vertieften Einblick in die Funktionsweise der Technologie zu erhalten. Mit diesem Wissen lässt sich besser diskutieren, welches Potential die Blockchain für das Marketing hat.

Die Grundidee der Blockchain

Dr. Lukas Lichtensteiger warf zuerst die Frage in den Raum, wer denn von den Studenten Bitcoins besitzt nur drei Studenten strecken die Hand. Doch erklären, wie Bitcoin auf einer Blockchain entstehen, das traut sich kaum jemand.

Die Grundidee der Blockchain ist die Distributed Ledger Technologie, kurz DLT. Ein Ledger ist nichts anderes als ein Logbuch, welches traditionellerweise von einer zentralen Stelle geführt wird: Banken haben solche Histories, um Transaktionen zeitlich und individuell identifizierbar abzulegen.

Im Gegensatz dazu verwendet die Blockchain Distributed Ledger, d.h., eine grosse Zahl von Kopien des Logbuchs werden im Netz verteilt gespeichert. Jeder Kunde im Netzwerk (wird auch Knoten genannt) ist sozusagen seine eigene Bank. Das vernetzte System muss sich also ständig mit den anderen Knoten synchronisieren, damit alle dieselbe Information haben. Mehrere zeitlich naheliegende Transaktionen werden in Blöcke (daher der Name) zusammengefasst, kettenweise mittels kryptographischen Hash-Funktionen verlinkt und aneinandergereiht. Die Verlinkung mittels kryptographischer Hash-Funktion macht die Blockchain fälschungssicher, indem eine nachträgliche Veränderung der Transaktionshistorie praktisch unmöglich wird.

Dr. Lukas Lichtensteiger während der Vorlesung

Kryptographische Hash-Funktion

Ein kurzer Exkurs zur Kryptographischen Hash-Funktion. Die Hash-Funktion erzeugt aus beliebigen Quelldaten sogenannte Hashwerte, das sind binäre Codes konstanter Länge (z.B. 256 Bit). Veränderungen der Quelldaten führen zu anderen Hashwerten, d.h., eine mutwillige oder versehentliche Änderung der Quelldaten kann an einem veränderten Hashwert erkannt werden, ohne dass aus dem Hashwert auf die Quelldaten geschlossen werden kann. Diese Eigenschaften sind wichtig bei Verschlüsselungssystemen und garantieren auch die Integrität der Blockchain. Eine gute Hash-Funktion muss deterministisch sein, schnell berechenbar und zwischen dem Hash und den Quelldaten darf absolut kein Zusammenhang sein. Auch nur die kleinste Änderung im Input, muss einen stark veränderten Hashwert ergeben, damit keine Korrelationen möglich sind. Verschiedene Inputs ergeben (fast) niemals denselben Hash.

Der Block fasst also Transaktionen eines bestimmten Zeitraums zusammen und führt diese in einer Liste auf. Der Erzeuger eines neuen Blocks hat also die Aufgabe die Transaktionen zu bestätigen und in den Ledger einzutragen, den Erzeuger nennt man Miner. Entlohnt wird dieser z.B. mit Bitcoins. Weil die Blockchain ein verteiltes System ist, können im Prinzip jederzeit an ganz verschiedenen Orten im Netz neue Blöcke erzeugt und so die Blockchain verlängert werden. Danach muss aber ein Konsens gefunden werden, welches die «richtige» Verlängerung ist. Dies wird so gelöst, dass die jeweils «längste» Version die richtige ist. Ein Fälscher könnte nun einfach an eine falsche Blockchain viele neue Blöcke anfügen, so dass diese vom Netz als die längste und damit korrekte Version angesehen würde. Um dies zu verhindern, muss es schwierig sein, neue Blocks zu erstellen.

Hashes in der Blockchain

Proof-of-work und Mining

Damit kommen wir zum Prinzip «Proof-of-work». Bei Bitcoin handelt es sich um eine öffentliche Blockchain wo die Teilnehmer anonym sind und daher wenig vertrauen ineinander haben. Die Blockchain muss daher Sicherheit und Funktionsfähigkeit des Algorithmus beweisen. Grundsätzlich kann jeder an der Blockerzeugung mitwirken. Das Proof-of-work System ist so konstruiert, dass ca. alle 10 Minuten einem Teilnehmer im System ein Block freigegeben wird. Je höher die sogenannte «Mining Power», desto höher wird als Konsequenz der verlangte Schwierigkeitsgrad. Dadurch wird eine Fälschung schwieriger, da man nur durch Zufall an einen neuen Block stösst. Die Belohnung für das Erschaffen eines neuen Blocks wird zum Zeitpunkt der Vorlesung mit 12.5 BTC, also ca. 70’000 CHF belohnt. Das Suchen nach diesen neuen Blocks wird «Bitcoin-Mining» genannt. Da die Nachfrage nach Bitcoin seit Anfang 2008 extrem gestiegen ist, müssen heute spezielle Hardwarekomponenten eingesetzt werden, um solche Blocks zu finden. Pro Sekunde verarbeiten diese Hardwarekomponenten bis zu 10’000’000 Hashes (im Vergleich zu herkömmlichen Prozessoren die 10-20 Hashes pro Sekunde verarbeiten). Heute schliessen sich Leute in zum Teil riesigen Pools zusammen, um gemeinsam Bitcoin-Mining zu betreiben um überhaupt eine Chance zu haben, neue Blocks zu finden.

Stromverbrauch wegen Bitcoins

Die Idee des Bitcoins existiert schon lange, bereits vor 15 Jahren gab es ähnliche Systeme, die sich aber bis heute noch nie so stark durchsetzen konnten wie Bitcoin und Ethereum. Der Bitcoin hat momentan eine noch sehr hohe Volatilität, weil die Währung noch nicht viel Volumen hat im Vergleich zu einer herkömmlichen Währung. Aufgrund der Anonymität im System kann das System für den Schwarzmarkt, Geldwäscherei und Erpressung verwendet werden. Die Grösse eines Blocks ist zurzeit auf ca. 2000 Transaktionen limitiert, was das System für den täglichen Gebrauch unpraktisch macht. Derzeit können Verifikationen von Transaktionen bis zu Wochen andauern. Ein weiteres grosses Problem ist der extreme Stromverbrauch, welcher durch das Mining entsteht. Derzeit verbraucht die Betreibung des Bitcoins alleine 0.13 % des globalen Stromverbrauchs!