Agilität, ein schmaler Grat zwischen Tradition und Wandel

Agil, ein Begriff der im Trend ist, auch in Bezug auf die Unternehmen: Agiles Management, Agiles Marketing, Agile Unternehmenskultur, Agile Leadership, dazu kommen Begriffe wie Scrum, Co-creation, Holocracy und vieles mehr. Ursprünglich kommt der Begriff aus der Softwareentwicklung, inzwischen betrifft Agilität längst nicht mehr nur IT Themen. Im Interview mit Dominic Lindner, Blogger und externer Doktorand an der FAU Erlangen-Nürnberg, klären wir einige Fragen zum Thema «agile».

Seit April 2016 führen Sie den Blog www.Agile-Unternehmen.de – wie kam es dazu und wie hat sich das Interesse an Ihrem Blog und dem Thema Agile Unternehmen seither verändert? Was ist die Absicht dahinter?

Das kam aus zweierlei Hinsicht, zum einen, um damit Praxispartner für meine Doktorarbeit zu gewinnen, zum anderen, um durch Blogeinträge schneller an Feedback zu kommen. So habe ich neben dem Publizieren die Möglichkeit, durch Likes und Clicks auf dem Blog das Interesse der Wirtschaftspartner besser zu verstehen. So kann ich auch meine Forschung an die Praxis anpassen und immer wieder evaluieren, ob ich noch am Puls der Zeit bin. Mittlerweile bin ich bei 10’000 Abonnenten und bekomme diverse Anfragen von anderen jungen Wissenschaftlern und Praktikern, die sich austauschen möchten und ab und zu um Rat fragen. Mein Blog und meine Forschung befassen sich mit Agilität im digitalen Wandel von KMU (kleine und mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeitern).

Macht die Digitalisierung die Agilität eher leichter oder schwerer?

Es gibt zwei Meinungen, die ich 2016 untersucht habe (am 27.12.17 erscheint der Artikel dazu auf dem Blog). Die eine ist, dass Agilität die Voraussetzung der Digitalisierung ist. Wenn ich mich flexibler aufstelle und die Rahmenbedingungen lockere, kann ich attraktivere Fachkräfte finden und leichter digitalisieren. Andere Experten vertreten die Meinung, dass man zuerst digitalisieren muss, bevor man agil werden kann. Das heisst, wenn ich als Arbeitgeber Homeoffice anbieten möchte, brauche ich Laptops, Smartphones und Kollaborations-Tools, damit das überhaupt möglich ist. In der Realität zeigt sich aus der Beobachtung, dass es eine Vermischung von beiden Meinungen ist. Es ist den Praxispartnern vielleicht gar nicht aufgefallen, aber es ist schon die Technik, die mobiler und digitaler wurde. Die Digitalisierung hat also bestimmt alles leichter gemacht. Aber in erster Linie starten Sie zuerst damit die Rahmenbedingungen zu schaffen, bevor Technologien eingeführt werden. Also erst eine leichte Agilitätserhöhung und danach eine Technologisierung, um dann wieder die Agilität leicht zu erhöhen und so weiter.

Agilität als zentrales Thema © Dominic Lindner www.Agile-Unternehmen.de

Was sind denn Ihrer Meinung nach die wichtigsten Treiber der Agilität?

Es gibt zwei zentrale Treiber, die Mitarbeiter und die Kunden. Meine Argumente basieren auf KMU’s und dem Deutschen Mittelstand. Diese haben gemerkt, wenn sie agilere Arbeit anbieten, werden sie auf dem Arbeitsmarkt für Mitarbeiter attraktiver gegenüber der Konkurrenz. Agilere Arbeit in Verbindung mit Homeoffice und höhere Selbstbestimmung kann dadurch zum USP werden. Auf der anderen Seite sind es die Kunden, die andere und komplexere Ansprüche an uns stellen, teils jeden Tag etwas Anderes und am besten während vierundzwanzig Stunden. Die Aufträge der Kunden können mit herkömmlichen Strategien nicht befriedigt werden. Dadurch stellen auch die Kunden einen wichtigen Treiber der Agilität dar.

Für welche Art von Branchen ist das Thema Agilität relevant?

Es ist schon sehr Branchen abhängig – wichtig ist das Thema aber für alle. Jede Branche hat die Agilität anders für sich definiert. An meinen Roundtables habe ich oft ganz verschiedene Manager aus verschiedenen Branchen. Für die Logistik ist Selbstorganisation ein Thema der Agilität, für Behörden geht es eher darum, Prozesse aufzubrechen und zu digitalisieren und bei Automobilherstellern Komplexität zu beherrschen.

Bei KMU gibt es eigentlich drei Bereiche der Agilität. Der Kernbereiche, wie die Buchhaltung, sind interne Dienste, die weniger agil sein müssen. Die mittlere Agilität ist für Bereiche mit stabileren und oft langjährigen Kunden. Für z.B. neue Kunden oder Beauftragungen mit speziellen Wünschen, ist hohe Agilität gefragt. Im Grossen und Ganzen ist die Notwendigkeit von Agilität für Sales und Pre-Sales, als auch Pilotteams hoch, also Bereiche, welche mit neuen Technologien oder Kunden arbeiten.

Ein Unternehmen als Molekül. Die Teilnehmer nutzen die Metapher aus der Physik zur Bildung eines Modells für evolutionäre Unternehmen © Dominic Lindner, www.Agile-Unternehmen.de

Welche Werkzeuge machen Unternehmen agil?

Das sind mobilere Soft- und Hardware, wie Laptops und Smartphones und allgemein flexible Technologien. Aber auch neue Arbeitsmodelle wie Homeoffice, Teilzeit und Gleitzeit. Letztendlich braucht es die Arbeit nach agilen Methoden um z.B. autonomes Arbeiten zu fördern. Dem Mitarbeiter muss Vertrauen entgegengebracht werden. Es kommt nicht mehr nur darauf an, wie er es macht, sondern, dass die Arbeit erledigt ist. Technologien sind also Treiber der Agilität.

Welchen Einfluss hat die Agilität einer Unternehmung auf Abteilungen wie Marketing und Kommunikation?

Das Marketing muss anders arbeiten als früher, die Themen werden tiefgreifender und Unternehmen spezialisieren sich immer mehr. Um die Komplexität beispielsweise des autonomen Fahrens zu verstehen, muss man dies tiefgründig studieren und kann sich nicht mehr so schnell einarbeiten. Das Marketing hat die Aufgabe zu vermitteln, dass das Unternehmen fähig ist, sich nach diesen Trends auszurichten. Ebenfalls muss das Marketing die Botschaft hinter den Trends nach Aussen transportieren. In diesem Falle wäre das Unabhängigkeit, Freiheit und unbegrenzte Mobilität.

Wie wichtig sind Kundennähe und Kundeneinbindung für eine agile Unternehmung? Was bedeutet Kundenbindungsmanagement für Sie im Bezug zur Agilität?

In meinem Umfeld wird die Kundenähe im B2B Umfeld über einen Key Account Manager realisiert. Diesem muss Vertrauen und genügend Budget zugesprochen werden, damit er Kundenwünsche autonom umsetzen kann. Das zentrale Management muss den Key Account Managern Unterstützung anbieten und ihnen ermöglichen in direktem Kontakt mit den Kunden zu stehen.

Der Key Account Manager, ist meine Definition von Kundenbindungsmanagement, er könnte fast als Produkt Owner agieren und mit seinem Team das Produkt auf den Kunden zuschneiden. Die meisten Unternehmen organisieren sich so, dass sie eine Basis Infrastruktur haben, welche von einem Team entwickelt wird. Die anderen Teams passen die verschiedenen Komponenten individuell der Basis an. So wird die IT Infrastruktur flexibel gehalten. Das Team der Basisinfrastruktur hat oft viele und strenge Richtlinien aber auch viel Stabilität während die Teams der Komponenten eher flexibler arbeiten. Auch hier haben wir wieder einen stabilen Kern im Zentrum und ausserhalb agile und dynamische Teams.

Was bedeutet die Agilität für eine Marke? Wie funktioniert agile Markenführung und was macht eine agile Marke aus?

Bei meinen Praxispartnern ist mir aufgefallen, dass die Marke der Dienstleister sich schon auch durch die geforderte Werte der Digitalisierung (Schnelligkeit, Änderbarkeit, Automatisierung) verändert hat. Der Mittelstand steht oft für Langfristigkeit und Tradition, die neue geforderte Agilität steht aber für Individualität und konstanten Wandel.

Die Marke muss mit dem Wandel angepasst werden und diese Werte dem Trend gemäss ausstrahlen. Eine agile Marke muss sich also schneller anpassen können damit sie glaubwürdig bleibt. Somit sollte eine Marke einfach gehalten werden. Einfach, das ist besonders wichtig, denn je einfacher das Markenbild ist, desto leichter kann das Logo transportiert werden. Indem eine Marke einfach gehalten wird, ist sie wesentlich wandelbarer. Schaut man auf die aktuelle Entwicklung waren die Dienstleister zuerst loyal und stabil, dann agil und nun sind sie der Begleiter im digitalen Wandel.

Welches ist die grösste Herausforderungen, die Agilität mit sich bringt?

Die grösste Herausforderung, die die Agilität mit sich bringt, empfand ich als die Selbstorganisation der Mitarbeiter. Mit dieser neu gewonnenen Freiheit sind viele Mitarbeiter erstmal überlastet. Die Mitarbeiter wollen zwar die neue Arbeitsform, merken aber, dass z.B. speziell Homeoffice hohe Disziplin fordert. In meinen aktuellen Job bin ich viel mit Coaching beschäftigt und helfe auch Mitarbeitern sich in Flexdesk Bereichen zurechtzufinden.

Interessanterweise hat das Alter oder die Ausbildung der Mitarbeiter kaum einen Einfluss. Eigentlich ist sich kaum jemand an dieses neue Modell gewöhnt, ausser vielleicht ein paar Naturtalente, die eigentlich nur so arbeiten können.

Die Empfehlung dazu ist, dass man einen klassisch organisierten Bereich nimmt und diesen langsam öffnet, also die Rahmenbedingungen langsam lockert. Beispielweise haben wir in unserer Abteilung von 70 Leuten aktuell 10 Mitarbeiter mit flexiblen Arbeitsplätzen und weitere 15 mit agilen Methoden. Also erstmal weniger als die Hälfte. Auch lohnt es sich in den Testpersonen auch Mitarbeiter in die Teams zu integrieren, welche bereits Erfahrung mit agiler und flexibler Arbeit haben. Diese haben eine gute Wirkung auf die anderen Mitarbeiter.

Schluss Statement; was möchten sie Unternehmen mitgeben?

Ein KMU muss den Grad zwischen Tradition und Wandel wahren. War es doch die Tradition, welche uns Stabilität gegeben hat und langjährigen Erfolg garantiert hat. Um diesem erfolgreich in die Zukunft zu übertragen muss nur an einigen Stellen gedreht werden, um dort genug Agilität hineinzubringen um mit dem Wandel zu gehen ohne das Kerngeschäft mit langjährigen Kunden zu stören, welche den Erfolg der letzten Jahre garantiert haben. Das bedeutet konkret: Sukzessive Rahmenbedingungen lockern, ohne die traditionellen Werte und damit das Kerngeschäft zu verlieren.

www.Agile-Unternehmen.de

Zielgerichtetes Marketing für Silver Surfer

Von Nico Matern

Erkenntnisse der Masterarbeit von Nico Matern im Rahmen des Masterstudienganges Business Administration with Specialization in Marketing der ZHAW School of Management and Law.

Der demografische Wandel schreitet voran, die Medienlandschaft verändert sich fortlaufend und die Schere zwischen Arm und Reich wird grösser. Daher ist es von Interesse, welche wirtschaftlich interessanten Zielgruppen sich daraus für einen Online-Reisevermittler ergeben. Die heutige Silver Surfer Generation im Alter zwischen 50 und 69 Jahren ist eine Altersgruppe, die bereits viele berufliche und private Berührungspunkte mit der Online-Welt hatte und mehr Geld für Freizeitausgaben ausgeben kann.

Andere Mediennutzung von Silver Surfern

Doch das Mediennutzungsverhalten der heutigen Silver Surfer Jahrgänge ist beispielsweise nicht mehr mit dem Verhalten von Silver Surfern im Jahr 2007 vergleichbar – einem Jahr, in dem allein das iPhone die Mediennutzung grundlegend veränderte. Um heutige Silver Surfer zu erreichen, stellt sich daher die Frage, in welchen Medien sie sich aufhalten, wie viel Vertrauen sie in Informationen aus den Medien haben und wie gestört sie sich von Werbung in den Medien fühlen. Die Konkurrenz unter den Online-Reisevermittlern ist hoch und Reisende fühlen sich aufgrund des Verschwimmen der Anbieterlandschaft sowie des Informationsüberflusses überfordert. Folglich wäre es für alle Anspruchsgruppen von Vorteil, wenn nur präferierte Angebote über relevanten Kanäle an die entsprechende Zielgruppe verteilt würden.

Aufbauend auf der Literaturrecherche und unternehmensinternen Informationen konnte innerhalb der Forschungsarbeit eine quantitative Befragung durchgeführt werden, an der 235 Silver Surfer teilnahmen. Folgende wichtige Erkenntnisse konnten dabei gewonnen werden:

  • Mediennutzungsdauer: Silver Surfer halten sich pro Woche länger in Offline-Medien (TV, Radio, Zeitungen, Zeitschriften), als in Online-Medien (Online-Nachrichtenplattformen, Internet allgemein, Soziale Medien, Blogs) auf.
  • Vertrauen in Informationen: Ebenso haben Silver Surfer signifikant mehr Vertrauen in Informationen aus Offline-Medien. Lediglich Informationen aus Online-Nachrichtenplattformen werden von Silver Surfern ähnlich vertrauensvoll bewertet, wie Offline-Medien. Keine Unterschiede gibt es hier zu der jüngeren Altersgruppe der 18 bis 49-Jährigen.
  • Störempfinden von Werbung: Es zeigt sich jedoch innerhalb der Studie, dass sich Silver Surfer über alle Medien hinweg von Werbung gestörter fühlen als die jüngere Altersgruppe. Den störendsten Einfluss auf die ältere Generation, hat die Werbung im Fernsehen sowie Werbebanner im Internet.

Die Zukunft des Silver Surfer Marketings

Die Empfehlung für Online-Reiseplattformen ist daher, sich auf die Offline-Medien und die Online-Nachrichtenplattformen als Marketingkanäle zu fokussieren. Zeitungen und Zeitschriften sind aufgrund der Kombination aus hohem Vertrauen und geringem Störempfinden das beste Werbeumfeld, um Silver Surfer zielgerichtet anzusprechen. Weitere Auswertungen zeigten, dass die zweiwöchige, individuell angepasste Pauschalreise mit hoher Verpflegungsstufe das zu bewerbende Produkt sein sollte. Unter keinen Umständen soll das fortgeschrittene Alter in den Mittelpunkt gestellt werden.

Dabei ist diese Forschungsarbeit als erster Ansatz eines Marketing-Mixes für reiseaffine Silver Surfer zu verstehen. Aufbauend auf dieser Studie sollten daher einzelne Bereiche des Marketing-Mixes im Detail abgefragt sowie eine Longitudinal-Studie [Studie, die zu mehreren Zeitpunkten durchgeführt wird und die Ergebnisse anschliessend verglichen werden Anm.d.R.] entwickelt werden, um die veränderten Bedürfnisse fortlaufend messen zu können.

Über Nico Matern

Nico Matern arbeitet als Area Sales Manager für die Länder Österreich, Schweiz und Italien bei einer Schweizer Online-Reiseplattform. Nach seinem generalistischen, englischsprachigen International Management Bachelorstudium im Norden von Deutschland, hat er in diesem Sommer auch sein berufsbegleitendes Masterstudium an der ZHAW im Bereich Business Administration – Major Marketing abgeschlossen.

Wichtige Marktforschung für die neue Ruby Schokolade

Von Dr. Adrienne Suvada

Wenn es um Schokolade geht, da strahlen nicht nur Kinderaugen. Bei der süssen Verführung werden auch Erwachsene schwach. Mittlerweile gibt es in den Läden ein grosses Sortiment. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ob helle Schokolade, dunkle oder weisse, der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt. Die Schweizer sind natürlich beim Thema Schokolade von jeher vorn dabei. Allerdings muss man zugeben, dass es schon lange keine bahnbrechenden Innovationen gab – zumindest bis jetzt, denn Barry Callebaut hat einen neuen Schokoladentypus kreiert und ihn auf den Namen Ruby getauft.

Innovation in der Schokoladen-Welt, die Ruby Schokolade © Barry Callebaut Group

Intensive Marktforschung vor der Einführung

Die Ruby Schokolade wird tatsächlich aus der Ruby-Kakaobohne hergestellt. Erstaunlicherweise werden aber keine Beeren oder ein Beerenaroma hinzugefügt, ebenso keine Farbstoffe. Die Ruby Schokolade nimmt die in der Bohne vorhandenen Geschmacksnoten auf sowie den dazugehörigen Farbton. Gemäss Barry Callebaut hat die Schokolade einen intensiven Geschmack. Um die Ruby-Bohne auch wirklich zu einem Produkt verarbeiten zu können, hat Barry Callebaut sogar ein spezielles Verfahren entwickelt. Natürlich hat das Unternehmen vor der Produktlancierung Marktforschung betrieben und festgestellt, dass offenbar ein Konsumentenbedürfnis vorhanden ist. Im Rahmen der Untersuchungen wurde die Attraktivität von Ruby für den Verbraucher sowie dessen Kaufabsicht getestet, wobei nachgewiesen wurde, dass Verbraucher Ruby-Schokolade unter unterschiedlichen Preisgesichtspunkten kaufen würden. Peter Boone, Chief Innovation & Quality Officer bei Barry Callebaut, sagt: „Barry Callebaut hat sich weltweit als Pionier und Innovator für Schokolade und Kakao etabliert. Die Konsumforschung in sehr unterschiedlichen Märkten bestätigt, dass Ruby-Schokolade nicht nur einen neuen, bei den Millennials anzutreffenden Konsumentenbedarf mit dem Namen Hedonistic Indulgence (hedonistischer Genuss) deckt, sondern auch eine hohe Kaufabsicht unter unterschiedlichen Preisgesichtspunkten erfüllt.“

Die Schokolade wird aus der Ruby-Kakaobohne hergestellt © Barry Callebaut Group

Marketing für Ruby

Der Zürcher Konzern ist zwar der weltweit führende Hersteller von Schokoladen- und Kakaoprodukten, er hängt aber von seinen Partnern ab. Schliesslich verarbeiten diese die neue Schokolade und verkaufen sie dann an die Konsumenten. Barry Callebaut beliefert industrielle Lebensmittelhersteller und Schokoladenanbieter wie Chocolatiers, Konditoren, Bäckereien, Hotels, Restaurants oder Catering-Unternehmen. Eine erfolgreiche Markteinführung von Ruby geht nur durch diese Zusammenarbeit. Marketingmässig hat der Konzern seine Aufgaben aber gemacht. Die Lancierung der Ruby-Schokolade erfolgte wohl nicht zufällig bei einem exklusiven Auftaktevent in Shanghai (China). Gerade hier ist das Marktpotenzial offenbar gross. Wie sich Ruby tatsächlich durchsetzt, wird sich zeigen. Gespannte Schleckmäuler werden sie sicher schon bald in den Läden entdecken…

https://www.barry-callebaut.com

https://twitter.com/BCgroupnews 

https://www.facebook.com/BarryCallebautGroup

Pizza mal anders: Dr. Oetker und die süsse Version eines Nationalsymbols

Italien und Pizza, das gehört einfach zusammen. Mittlerweile hat das Gericht die ganze Welt erobert und ist in den aussergewöhnlichsten Varianten zu finden. Da gibt es nicht nur die in Kanada erfundene Pizza Hawaii, sondern auch noch Pizza mit Pommes Frites oder ganzen Hamburgern darauf. Für Naschkatzen wurde nun eine weitere Form lanciert. Dr. Oetker hat die Pizza dolce al cioccolato in den Verkauf gebracht. Wie es dazu gekommen ist, erklärt Valery Henle, Product & Category Manager bei Dr. Oetker Schweiz

Frau Henle, als die Pizza Dolce al Cioccolato lanciert wurde, haben viele an einen Aprilscherz gedacht. Aber Dr. Oetker hat das durchaus ernst gemeint. Wie kam man auf die Idee eine süsse Pizza zu kreieren?

Grundsätzlich merken wir im Moment, dass sich die Verbraucher innovative Produkte wünschen. So haben wir beispielsweise den Pizzaburger eingeführt, der nach wie vor gut ankommt. Wir denken bei der Produktentwicklung immer in alle Richtungen und suchen ständig nach neuen, aufregenden Kreationen. Im aktuellen Fall unserer Ristorante Dolce al Cioccolato sind wir in England fündig geworden, dort bieten wir ein vergleichbares Produkt nämlich bereits erfolgreich an..

Hat Dr. Oetker im Vorfeld getestet, ob diese Pizza auch bei den Konsumenten ankommen würde und aus welchen Zutaten sie bestehen sollte?

Das Marketing und die eigene Marktforschungs-Abteilung von Dr. Oetker behalten Entwicklungen im Lebensmittel-Bereich sowie aktuelle Trends stets im Blick. Nur wenn ein Produkt erfolgsversprechend ist und vom Verbraucher für gut befunden wird, kommt es zur Marktreife und wird eingeführt. Letzteres überprüfen wir in unserer Sensorik-Abteilung, in der über 4.000 Verbraucher als Testesser registriert sind. Ihr Urteil gibt Hinweis darauf, ob die Rezeptur stimmt oder weiter optimiert werden muss.

Die süsse Pizza von Dr. Oetker – Marketing und Marktforschung spielen auch hier eine grosse Rolle © Dr. Oetker

Wie sind die bisherigen Rückmeldungen? Darf sich auch die Schweiz bald auf eine Schokoladenpizza freuen?

Die hohe Nachfrage nach der Schokopizza zeigt, dass die Einführung des Produkts in Deutschland sehr erfolgreich verlaufen ist. Das heisst aber noch lange nicht, dass das Produkt auch in der Schweiz funktionieren würde. Wir prüfen das derzeit. Im Moment ist aber noch nichts spruchreif.

Kochen ist zwar im Trend, dennoch ist der Zeitmangel für viele ein Problem. Tiefkühlkost ist daher eine zeitsparende Alternative. Wie erkennt Dr. Oetker neue Trends und wie wichtig ist der Gesundheitsaspekt?

Die Dr. Oetker Mitarbeiter aus Marketing und Produktentwicklung sind stets auf der Suche nach neuen Trends und Geschmacksrichtungen. Die Ideen für neue Produkte entstehen dabei im Berufsalltag, manchmal bringen Mitarbeiter aber auch Anregungen von ihren Reisen mit. Auch Verbraucher liefern Vorschläge – ihren Wünschen muss ein Produkt letzten Endes entsprechen. Um diese Bedürfnisse herauszufinden, beobachten die Marketing- und Marktforschungsabteilungen von Dr. Oetker zudem systematisch weltweite Verbrauchertrends und führen Umfragen durch.

Die Marke Dr. Oetker steht für Genuss. Genussvolles Essen und bewusste Ernährung müssen nicht im Widerspruch stehen, wenn durch angemessene körperliche Aktivität und durch ausgewogene Ernährung auf einen ausgeglichenen Energiehaushalt geachtet wird. In einer aus-gewogenen Ernährung sollte auch Platz für das Geniessen sein, denn Essen ist Ausdruck von Lebensfreude. Zeitsparend zuzubereitende Convenience-Produkte schaffen überdies Freiräume für eine aktive Lebensgestaltung.

Als wie wichtig erachten Sie regionale Produkte? Vielleicht eine Schweizer Pizza mit echtem Schweizer Käse und weiteren regionalen Zutaten?

Eine überregionale Verteilung der Lieferanten gehört grundsätzlich und zwangsläufig zu unserer Strategie, um Risiken durch Währungs-, Ernte- oder Qualitätsschwankungen möglichst ausschliessen zu können. Die Zutaten unserer in der Schweiz produzierten Bistro Chäschüechli und Bistro Mini Chüechli kommen aber fast ausschliesslich aus der Schweiz.

Wenn nun junge Marketingfachleute in der Backstube stehen, welche Ratschläge würden Sie geben, damit das Endergebnis schlussendlich die Zielgruppen erfreut?

Es ist wichtig, die Wünsche der Verbraucher kontinuierlich im Blick zu haben und einen engen Austausch zu pflegen. Nur so finden verbraucherrelevante Innovationen ihren Weg zum richtigen Zeitpunkt und über den richtigen Vertriebskanal auf den Markt.

 

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Die legendäre Pan Am lebt: Fliegerischer Genuss wie in den guten alten Zeiten

Es gibt Firmen und Marken, die längst nicht mehr aktiv sind und denen man trotzdem noch Jahre nachtrauert. Gerade in der Aviatik sind die Gefühle besonders gross. Man denke nur an unsere Swissair, die auch heute noch Emotionen weckt. Ähnlich gestaltet es sich in den USA. Die legendäre Fluglinie Pan Am hat noch immer viele Fans. In Los Angeles gibt es einen Ort, wo die Pan Am immer noch aktuell ist. Es begann mit einem Filmstudio (Air Hollywood), das Flugzeuginterieurs aus diversen Epochen für Drehaufnahmen nachbildete. 2013 entstand dann die Idee, eine Pan Am 747-200 Interieur-Nachbildung als Restaurant zu lancieren. Abgehoben wird natürlich nicht wirklich, aber alles andere ist exakt wie früher – Uniformen, Sitze, Getränke und das Essen. Ein riesiger Erfolg für die Macher Anthony Tooth und Talaat Captan. Die Public Relations Managerin von Air Hollywood, Kaylyn M. Woolsey, gibt zusammen mit dem Erfinder und Mitbegründer Anthony Toth, einen kleinen Einblick.

Können Sie uns erklären, warum Sie Pan Am Experience kreiert haben?

Die Pan Am Experience wurde kreiert, um dem Publikum ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. Es erlaubt den Kunden „die goldene Ära des Reisens“ zu erleben, indem sie an Bord „mitfliegen“ (ohne den Boden zu verlassen) und das alles in einer luxuriösen Pan Am 747.

Pan Am war eine Legende, die leider nicht mehr existiert. Was macht diese Airline so besonders? Warum ist dieser Brand immer noch so faszinierend?

Seit ihrer Geburt im Jahre 1927, war die Pan American World Airways eine Pionierin in der Luftfahrt. Ihr Streckennetz verband sechs Kontinente und mehr als 80 Länder. Auch rund ein Jahrhundert später, ist der Name Pan Am immer noch ein sehr starker Brand. Sie waren führend, Boeing davon zu überzeugen den ersten Passagierjet (707) zu bauen und danach die 747. Sie eröffneten Flughäfen und Landebahnen in der ganzen Welt, und so konnte man die Welt in der Luft bereisen. Pan Am war das Flaggschiff Amerikas. Der blaue Erdball ist weltweit einer der Brands mit dem höchsten Wiedererkennungswert. Im Southern California Motion Picture Studio findet sich eine exakte Replika einer Boeing 747 dieser Airline – und damit auch alles, was es so speziell macht.

747 im Pan Am Design © Air Hollywood

Können Sie uns erklären, wie dieses spezielle Dinner funktioniert? Es ist ja ganz klar kein normaler Restaurantbesuch.

Die persönliche Pan Am Experience beginnt an unserem exklusiven First&Clipper class Check-in. Dort sorgen unsere Pan Am Kundendienstmitarbeiter dafür, dass jeder Passagier einen Boarding Pass und eine Tickethülle, sowie First Class carry-on Tags im 70er Jahre Stil erhält.

Empfang zu einem besonderen Flug © Air Hollywood

Sie werden in den Clipper Club eingeladen, wo Sie die Pan Am Erinnerungsstücke durchschauen können. Dort finden Sie authentische Uniformen, Sitze, Handtaschen, Kunstwerke und vieles mehr. Sie können sich mit anderen enthusiastischen Fans in der Clipper Lounge zusammensetzen, Geschichten teilen und neue Freunde finden.

Der Abflug naht © Air Hollywood

Kurz danach, beginnt das Boarding in den „Clipper Juan T. Tripper“, unser Tribut zur ersten Boeing 747 von Pan Am. Dort werden sie in die Zeit der 70er Jahre zurückversetzt. Sobald Sie einen Fuss in das Flugzeug setzen, werden Sie von Stewardessen in original Pan Am Uniformen mit einem Drink Ihrer Wahl willkommen geheissen. Im Hintergrund hören Sie die beruhigende Stimme von Frank Sinatra, der Sie in der Zeit zurückversetzt.

Mit dem Getränk in Ihrer Hand, ermutigen wir Sie das Flugzeug zu erkunden – von der First Class auf dem Hauptdeck, zur Clipper Class und Bordküche, sowie dem Upper Deck mit dem Dining Room. Die Inneneinrichtung jeder Kabine wurde besonders restauriert, damit sie dem Pan Am original Cabin Décor und den diversen Branding Elementen entspricht.

Willkommen auf der Zeitreise mit Pan Am © Air Hollywood

Vor dem „Start“, wird die Crew das Passagierbriefing mit den Sicherheitshinweisen durchführen. Danach folgt eine kleine Begrüssung aus dem Cockpit. Bald schon werden Sie gebeten, sich zu setzen und eine Stewardess bereitet den Tisch für ein wirklich unvergessliches Dinner vor. Die Passagiere im Hauptdeck sitzen in exklusiven Sleeperette Sitzen (Ruhesesseln) und können in einer ruhigen und intimen Dinner Atmosphäre entspannen, während die Passagiere des Upper Decks die Wendeltreppe hochgehen und eine dynamische gesellschaftliche Atmosphäre geniessen. Alles vom Porzellan bis zu den Gläsern ist authentisch, mit einem besonderen Augenmerk auf den exquisiten Service und das Menüangebot dieser Ära von Pan Am.

Die Sicherheitshinweise gehören auch hier dazu © Air Hollywood

Im klassischen Pan Am Stil wird Ihnen ein schönes Gourmet Fünf-Gänge Menü serviert. Es beginnt mit einer Brotauswahl, danach folgen Vorspeisen wie Crevettencocktail und Tomaten und Mozzarella mit einer Pesto Glasur. Für den Hauptgang servieren wir einen traditionellen Chateaubriand, der auf dem Trolley tranchiert wird. Gäste mit Intoleranzen können im Vorfeld ein gebratenes Hühnchen mit Pfefferkorn Sauce oder eine vegetarische Pasta bestellen, die sicherlich auch schmecken. Jedes Gericht hat als Beilage frisches Gartengemüse und gebratene Kartoffeln. Der vierte Gang ist eine feine Auswahl an Früchten, Käse und Biskuits, die mit einem Portwein serviert werden. Und der fünfte Gang ist ein Dessertwagen mit einer grossen Auswahl an Digestifs. Tee und Kaffee vervollständigen das Gericht.

Kulinarik wie in den guten alten Zeiten © Air Hollywood

Am Ende des Fluges, wird allen Gästen eine freiwillige Führung offeriert, wo man die diversen Produktionssets von Air Hollywood sehen kann, inklusive dem original Cockpit des Filmklassikers „Airplane!„, sowie Sitze und Requisiten, die in den grösseren Motion Pictures wie „Bridesmaids„, „The Wolf of Wall Street“ und in der TV-Erfolgsshow „Lost“ benutzt worden sind.

Die Pan Am Experience ist extrem beliebt. Können Sie uns diese Beliebtheit erklären und auch erzählen, wie das Kundenfeedback ist?

Unsere Flüge sind so beliebt, dass es immer schwieriger wird Sitze zu bekommen. Unsere Kunden erzählen uns oft, dass es eine der spannendsten Nächte war, die sie je erlebt haben. Wir glauben, der Grund dafür ist eine Kombination von Musik, Atmosphäre, Essen & Trinken. Wenn wir das Flugzeug jede Nacht zum Leben erwecken, mit Sound Effekten, 12 schönen Stewardessen, die die original Pan Am Uniformen tragen und dies alles mit einer grossen Anzahl von Pan Am Brand Details kombinieren, dann spricht das viele Sinne an. Ganz besonders, wenn man noch die Gelegenheit gehabt hat, diesen Brand zu erleben, als er noch geflogen ist.

Eintauchen in eine vergangene, aber nicht vergessene Zeit © Air Hollywood

Sie haben ja eine unglaubliche Recherche betreiben müssen, um all die original Dinge zu finden, wie auch die Rezepte. Wie wichtig sind die Details und wo finden Sie Pan Am Dinge?

Die Details sind gerade das, was dieses Erlebnis so speziell macht. Anthony Toth, einer der Mitbegründer, ist bestens bekannt, als einer der weltweit am meisten gefeierten Sammler von Airline Erinnerungsstücken.

Einen Grossteil seines Lebens als Erwachsener hat er damit verbracht, diese Stücke, die wir nutzen zusammenzusuchen. Es braucht rund vier Air Hollywood Mitarbeiter, die einen ganzen Tag lang das Pan Am Experience Flugzeug vorbereiten – und das alles aufgrund der Details, die benötigt werden. Er hat ausserdem eine riesige Bibliothek von original Aufnahmen, die benutzt worden sind, um das Interieur des Flugzeugs auszugestalten. All dies wird mit den Passagieren auf jedem Pan Am Experience Flug geteilt.

Alles original Pan Am © Air Hollywood

Versuchen Sie die Pan Am Experience zu verbessern?

Regelmässig gibt es neue Features in der Nacht, zum Beispiel haben wir gerade begonnen einen Pan Am Duty Free Wagen anzubieten, der nach dem Essen Parfüms und Eau de Cologne aus den 70ern, wie auch eine grosse Auswahl von Pan Am gebrandeten Merchandise Artikeln, anbietet.

Pan Am Artikel sind noch immer beliebt © Air Hollywood

Wie nutzen Sie das Marketing, welche Tools sind für Sie wichtig?

Pan Am Experience nutzt alle Formen des Strategischen Marketings, um die Pan Am Experience zu bewerben. Von Social Media (Facebook, Instagram & Twitter) und traditioneller Public Relations zu E-Mail Distribution und Partnerschaften mit relevanten Organisationen. Unsere „Passagiere“ kommen aus allen Generationen und aus diesem Grund nutzen wir im Marketing alles bis hin zu den Marketing Trends Aktivitäten. Zusätzlich, während der Experience, ermutigen wir die „Passagiere“ auf Instagram mit dem Hashtag #PanAmExperience zu posten. Am Schluss des Abends gibt es eine Auslosung mit dem besten Foto des Abends!

Aus Ihrer Sicht, was sind die Charakteristiken für einen erfolgreichen Brand?

Das Kundenfeedback ist im Grunde genommen das, was unseren Brand gebildet hat. Zufriedene Kunden mit jedem Flug.

In der Schweiz hatten wir die legendäre Swissair. Können wir uns Hoffnungen machen, dass wir wieder mit dieser Airline „fliegen“ dürfen? Vielleicht eine Swissair Experience, um die guten alten Zeiten wieder zu erleben?

Ironischerweise hat Anthony sogar eine sehr grosse Kollektion von Swissair Erinnerungsstücken…

Wer weiss, vielleicht gibt es irgendwann auch eine Swissair Experience © Air Hollywood

Mehr über The Pan Am Experience:

http://panamexperience.com/

https://www.facebook.com/panamexp/

https://twitter.com/PanAmExp

https://www.instagram.com/PanAmExp/

 

 

Die Pendlerzeitung 20 Minuten und das Marketing

Der tägliche Griff zur 20 Minuten Box gehört mittlerweile für viele Pendler zum Alltag. In Zeiten der Digitalisierung, ist die gedruckte Ausgabe aber immer noch ein wichtiger Bestandteil. Trotzdem muss auch 20 Minuten im hart umkämpften Markt bestehen. Wie 20 Minuten das Marketing einsetzt, das erklärt Annina Flückiger (20 Minuten Marketingleitung):

Frau Flückiger in Zeiten von Smartphone und Tablets, sind die Inhalte 24 Stunden online abrufbar. Warum braucht es trotzdem noch die gedruckte 20 Minuten Ausgabe?

Die Printausgabe von 20 Minuten erreicht täglich 1‘917‘000 LeserInnen und Leser in der ganzen Schweiz (MACH Basic 2017-1). Dies zeigt, dass auch im digitalen Zeitalter die Zeitung sehr beliebt ist. Die News sind im praktischen Tabloidformat kompakt aufbereitet. Im Gegensatz zur Onlineausgabe ist die Lektüre endlich, was von vielen LeserInnen und Lesern zum Start in den Tag geschätzt wird.

Der Zeitungsmarkt ist seit einiger Zeit einem Wandel unterworfen. Welche Schritte unternehmen Sie, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden?

Das Versprechen von 20 Minuten „jeden Tag zu informieren und unterhalten und damit für Gesprächsstoff zu sorgen“ versuchen wir laufend auf innovative Weise weiter zu entwickeln. Gerade kürzlich erst wurde das 20 Minuten Radio lanciert. Mit diesem möchten wir unsere Zielgruppe über einen neuen Kanal ansprechen und die Medienmarke 20 Minuten weiterführend als jung, trendy und innovativ positionieren.

Die Ausgabe ist stets auch als E-Paper verfügbar (c) 20 Minuten

Auch 20 Minuten muss Marketing betreiben, da es Leser und Werbekunden gewinnen will. Welche Marketinginstrumente setzen Sie ein und welchen Stellenwert hat das Marketing bei 20 Minuten?

Im B2C Bereich setzt das Marketing bei 20 Minuten dort an wo die Redaktion an ihre Grenze kommt und fungiert sozusagen als verlängerndes Glied der Inhalte. Insbesondere mit Verlosungen, Eigenevents und Sponsorings bieten wir unserer Leserschaft in Sachen Musik, Film oder Lifestyle, ergänzend zu den redaktionellen Inhalten, das Live-Erlebnis an und sorgen für Gesprächsstoff. Auch die Eigenkommunikation und Imagewerbung hat eine bedeutende Rolle. Für die Werbekunden ist 20 Minuten Teil von Tamedia Advertising welches für sich und seine Produkte im B2B Bereich wirbt.

Viele Unternehmen setzen beim Thema Werbung auf digitale Kanäle. Welche Möglichkeiten bieten Sie und wie sehen Sie die zukünftigen Entwicklungen im Werbemarkt?

20 Minuten bietet eine Menge an digitalen Werbemöglichkeiten:

  • Klassisches Display & Video advertising
  • Performance advertising
  • data driven advertising (intent-targeting, interest-targeting, socio-demographic targeting, contextual targeting) 
  • Content-Marketing mit Native Advertising und Branded Content 

Alle Details zu den diversen Werbemöglichkeiten auf 20 Minuten findet man unter: https://www.tamedia.ch/de/marken/details/20-minuten/tab/werbung?sectionId=mediadatatabs&tabId=1

Die zukünftige Entwicklung sieht man bei 20 Minuten positiv, da die technische Entwicklung es immer besser ermöglicht, die richtige Botschaft, im richtigen Umfeld, zur richtigen Zeit dem richtigen User auszuliefern.

20 Minuten spricht eine breite Leserschaft an. Welchen Stellenwert nimmt die junge Generation in der Marketingstrategie ein und wie erkennen Sie die Bedürfnisse der jungen Zielgruppe?

Die junge Generation ist unsere Kernzielgruppe und entsprechend sehr wichtig. 20 Minuten erreicht in der Deutsch- und in der Westschweiz täglich rund 50 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und unterhält sich auf Augenhöhe mit ihnen. Im Rahmen der neuen Imagekampagne wird dieser Generation über unterschiedliche Massnahmen ein Gesicht gegeben. Unter dem Claim «Dein Leben. Deine Storys.» zeigt die Kampagne auf authentische Art und Weise, wie Jugendliche in der Schweiz 20 Minuten in ihrem Alltag nutzen. Über die Kampagne hinaus wird das Thema «Generation Z» auch von der 20-Minuten-Redaktion vertieft aufgenommen. So werden thematische Felder wie Lifestyle, Fast Food, Fashion und Ausbildung, die in der genannten Zielgruppe von besonderem Interesse sind, intensiver bearbeitet und speziell aufbereitet.

Die Produktpalette (c) 20 Minuten

Wie wichtig ist die Reputation von 20 Minuten in Bezug auf die Marketingstrategie? Nur trendy zu sein reicht nicht, schliesslich will man als ein solches Medium auch einen seriösen Journalismus pflegen.

Wie schon gesagt ist das Marketing das verlängernde Glied der Redaktion und nicht umgekehrt. Die redaktionellen Inhalte sind bei 20 Minuten das A&O. Die Redaktion und das Marketing arbeiten eng zusammen und unsere Marketingaktivitäten sind auf das journalistische Produkt abgestimmt.

Gibt es etwas, das Sie gerne im Marketing umsetzen würden, aber noch keine Möglichkeit dazu gehabt haben?

Da gibt es nicht nur etwas, sondern viele Umsetzungen von denen ich träume: Think big! Meistens scheitern diese Ideen am nötigen Budget.

Welchen Rat würden Sie angehenden Marketingfachleuten geben, einerseits in Bezug auf das Marketing, andererseits in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Medien?

Die Möglichkeiten im Marketing entwickeln sich laufend weiter. Man kann sich nach abgeschlossener Weiterbildung nicht einfach ausruhen. Wichtig ist, dass man stets offene Ohren und Augen für neue Trends hat und diese auch ausprobiert.

Besucherorientiertes Marketing im Swiss Science Center Technorama

In Zeiten der digitalen Möglichkeiten, haben es Museen nicht immer leicht. Die schulischen Museumsbesuche stossen nicht immer bei allen Klassen auf Begeisterung. Es gibt aber Ausnahmen und eine davon ist sicher das Swiss Science Center Technorama. Hier werden Naturwissenschaften als Erfahrungswissen, statt Faktenwissen vermittelt. Da gibt es verblüffende Phänomene, die die Begeisterung für naturwissenschaftliche Fragestellungen wecken. Das Technorama empfängt jedes Jahr über 250’000 Besucherinnen und Besucher. Welche Rolle hier das Marketing spielt, erklärt Roy Schedler, Leiter Marketing & Partnerschaften beim Technorama.

Das Logo vom Technorama © Courtesy Swiss Science Center Technorama

Herr Schedler, das Smartphone ist unser ständiger Begleiter. Wissen ist damit ebenfalls jederzeit abrufbar und über YouTube kann man diverse Videos aus dem naturwissenschaftlichen Bereich anschauen. Weshalb lohnt sich dennoch ein Besuch im Technorama?

Von Albert Einstein stammt der schöne Satz: „Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information“. Uns geht es um die Ermöglichung von Erfahrungswissen, nicht um die Vermittlung von Faktenwissen. Anders als in einem Museum darf man im Technorama alles anfassen und damit spielen. Nur das aktive Mittun und die eigenen Erfahrungen zählen. Dinge und Vorgänge sollen sinnlich erfahren werden.

Naturwissenschaften sind nicht für alle die Lieblingsfächer in der Schule. Wie kann das Technorama dennoch die Begeisterung für die Phänomene unseres Lebens wecken?

Beim Spielen mit riesigen Seifenbasen lernen wir die Besonderheiten der Oberflächenspannung kennen, ohne diese wissenschaftlich verstehen zu müssen. Fahrradfahren lernt man auch nicht aus Büchern, und wer schwimmen können will, muss dafür ins Wasser steigen. Ohne das unmittelbare Erleben der Drehimpulserhaltung und des Auftriebs sind diese Fähigkeiten nicht zu haben. Und ohne dieses Erfahrungswissen ist auch nicht zu verstehen, welche Naturgesetze damit zusammenhängen. Das Technorama ist ein Ort, der unzählige solcher Erfahrungen ermöglicht, mit denen man die Welt im doppelten Sinne des Wortes „be-greifen“ kann.

Besondere Erfahrungen sind möglich © Courtesy Swiss Science Center Technorama

Ein Museum muss sich immer weiterentwickeln. Integrieren Sie digitale Technologien, wie z.B. Virtual Reality?

Im Technorama geht es um authentisches Erleben, wir setzen keine Simulationen ein und täuschen nichts vor. Wir müssen uns aber auch bewusst sein, dass unser Bild von der Welt eine Interpretation von Sinneswahrnehmungen und Erfahrungen unseres Gehirns ist. Und je besser es den VR-Anwendungen gelingt, diese Sinneswahrnehmungen zu simulieren, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen physischer Realität und virtueller Realität. VR ist insofern eine Herausforderung, als es Realität zwar simuliert, diese Realität aber authentisch erlebt wird. Die Virtual Reality Sickness als eine Form von Übelkeit, die mit dem Eintauchen in eine computergenerierte Umgebung auftritt, bringt das sehr schön zum Ausdruck.

Wo VR-Anwendungen unseren Besuchern helfen zu verstehen, wie ihr Gehirn ein Bild von der Welt entwirft, prüfen wir ihren Einsatz. Aber: Die Erfahrung virtueller Welten setzt die Erfahrung der echten Welt voraus, VR kann diese Erfahrungen zwar abrufen, in naher Zukunft aber noch nicht vollständig erzeugen. Solange die Vision aus dem Film „Matrix“ Fiktion bleibt, wird das Technorama auch in einer Welt voller Virtual Reality seine Bedeutung und Attraktivität behalten.

Obwohl das Technorama bekannt ist, braucht es dennoch das Marketing. Wie sieht Ihre Marketingstrategie aus und welche Marketinginstrumente nutzen Sie?

Marketing heisst für uns Besucherorientierung. Unsere Marketingstrategie basiert auf Erkenntnissen aus unserer – nota bene zusammen mit der ZHAW durchgeführten – eigenen Besucherforschung. Wir wissen relativ viel über unsere Besucher, insbesondere über ihre (Besuchs-) Motive und Erwartungen. In der gesamten Marketingkommunikation adressieren wir in erster Linie diese Wünsche und Bedürfnisse. Die Angebote selber – die Vielzahl der Experimentierstationen in den Ausstellungen, die Vorführungen, Demonstrationen und die Workshops in den Laboren – kommen in der Kommunikation erst an zweiter Stelle.

Auf der Massnahmenebene setzen wir eine Fülle von owned und paid media ein. Auch Content- und Event-Marketing spielen zunehmend eine wichtige Rolle.

Besucherorientierung ist das Schlüsselwort © Courtesy Swiss Science Center Technorama

Das Technorama muss das Angebot auf die Zielgruppen abstimmen. Wie definieren Sie die Zielgruppen und wie wissen Sie, was die Kunden mögen?

Wir arbeiten sowohl mit Zielgruppen (Familien, Schulklassen und Gruppen) als auch mit sog. Phänotypen in Anlehnung an das visitor identity-Modell von John Falk. Der wichtigste Phänotyp ist dabei der sog. Faciltator. Ein solcher „Ermöglicher“ kann eine Mutter mit ihrem Kind sein, aber auch ein Paar, das seinen ausländischen Freunden das Technorama als touristischer Leuchtturm zeigen will. Das zentrale Besuchsmotiv ist somit sozialer Natur. Es geht darum, gemeinsam etwas zu erleben und dabei einzigartige Erfahrungen zu machen. 27% unserer Besucher sind solche Faciltators.

Gibt es auch Angebote für B2B Kunden, wie z.B. Firmen?

Ja, wir haben ein kleines MICE-Business (MICE = Meetings Incentives Conventions Events Anm. d. Red.). Das Technorama verfügt – neben dem Auditorium für 180 Personen – über mehrere Seminarräume und ein grosses Foyer für Tischmessen. Als Incentives bieten wir Workshops in den Laboren, Sondervorführungen, Abendöffnungen oder die Führung „Wunderkammer Technorama“ an. Das Catering übernimmt das hauseigene Restaurant. Apéros und Essen sind neu auch in der Ausstellung möglich.

Welchen Stellenwert nimmt bei Ihnen das online Marketing ein? Welche Erfahrungen haben Sie mit der Facebook Seite gemacht?

Der Relaunch der neuen Website mit einem zeitgemässen Online-Booking ist in Vorbereitung. Ansonsten testen wir die verschiedensten Kanäle und Plattformen, von Google Adwords über Webbanner bis hin zu digitalen Coupons mit QR- oder Bar-Codes. Die Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts ist bekanntlich hoch, es ist alles andere als einfach, hier Schritt zu halten.

Bei Facebook sind wir seit gut drei Jahren dabei, und das auf der Grundlage eines umfassenden Konzepts, das auch jährliche Evaluationen vorsieht. Ohne dieses Konzept wären wir verloren – und wir lernen täglich dazu. Da wir auf Facebook auch Werbe-Posts schalten, erleben wir die Disruption bei den Printmedien und im Werbemarkt aus erster Hand.

Trotz digitaler Welt, einen fliegenden Teppich muss man selbst ausprobieren © Courtesy Swiss Science Center Technorama

Wo sehen Sie die Schwierigkeiten in der Vermarktung eines Science Centers?

Das Swiss Science Center Technorama wird von der breiten Bevölkerung als Technikmuseum bzw. aufgrund der Namenserweiterung „Swiss Science Center“ als Forschungseinrichtung wahrgenommen. Beide Wahrnehmungen sind falsch. Diese falsche Wahrnehmung – „Problemmeinung“ – kann auf unterschiedliche Weise entkräftet werden: durch Widerspruch, Relativierung oder Perspektivänderung.

Im Fall des Swiss Science Center Technorama gibt es drei verschiedene „Problemmeinungen“: Technik, Museum und Forschungseinrichtung. Diese drei Auffassungen gilt es zu entkräften:

  1. Technik: Relativierung
    Naturphänomene finden ihre Anwendung oft in der Technik. Das Technorama zeigt aber nicht die Anwendung von Technik, also keine Maschinen oder Geräte, sondern die Naturphänomene, die sich die Technik zum Bau dieser Anwendungen zunutze macht.
  2. Museum: Perspektivänderung
    Das Technorama ist im Gegensatz zu einem herkömmlichen Museum ein Ort, wo es laut sein kann, wo man Dinge anfassen kann und wo man nicht nur passiv rezipieren, sondern aktiv interagieren kann.
  3. Forschungseinrichtung: Widerspruch und Relativierung
    Das Technorama ist eine Erlebnisausstellung und Bildungsinstitution, aber keine Forschungseinrichtung. Zwar betreibt das Technorama im Rahmen des Exponatebaus Forschung und Entwicklung, die international bei anderen Science Centern grosse Beachtung findet. Die Ausstellungen und Labore sind wiederum Gegenstand von Forschungsarbeiten von Hochschulen und Universitäten. Das Technorama tritt jedoch gegenüber seinen Besuchern nicht als Ort naturwissenschaftlicher Forschung in Erscheinung und publiziert auch nicht selbst.

Welchen Ratschlag würden Sie angehenden Marketingfachleuten geben?

Know and understand your customer. And deliver.

Die Kunden stehen im Zentrum © Courtesy Swiss Science Center Technorama

Mehr über das Swiss Science Center Technorama:

http://www.technorama.ch

https://www.facebook.com/technorama

Angaben zur Person

Roy Schedler *1957

Sexy Fintech-Start-ups und ertrinkende Reiseveranstalter

Bereichsübergreifende Vorträge und Inputreferate von Wirtschaftsvertretern gehören zu einem praxisnahen Studium. In der Marketingvorlesung über Marketing-Trends von Sandro Graf waren deshalb Banking-Dozent Dr. Christoph Kley und der ehemalige Kuoni-CEO Rolf Schafroth zu Gast.

Die Finanzbranche durchlief in den vergangenen Jahren turbulente Zeiten. Dr. Christoph Kley, Dozent für Banking & Finance an der SML wagte in seiner Gastvorlesung einen Ausblick und sprach über die Bedeutung der Digitalisierung in der Finanzbranche, wo gerade der Begriff Fintech in aller Munde ist. Er ist Mitautor einer Studie, die den digitalen Wandel in der Finanzbranche untersucht. Durch den Wegfall des Kundengeheimnisses und durch die stärkere Regulierung konnten sich neue Firmen und Start-ups etablieren, die anders agieren, als die etablierten Banken.

Langfristiges Denken auch bei Trends
«Die Start-up-Szene im Fintech-Bereich gilt als sexy und wird entsprechend gehyped», so Kley. Milliarden werden in diesen Bereich investiert, aber von zehn Start-up-Investitionen ist durchschnittlich nur eine ein finanzieller Erfolg. Dennoch lohne sich der Return on Invest für die Investoren. «Generell überschätzt man die Auswirkungen von Trends auf kurze Frist und unterschätzt die Auswirkungen auf lange Frist», sagt Christoph Kley. «Hinter jeder kurzfristigen Prognose steht also immer auch ein grosses Fragezeichen.»

In der eingangs erwähnten Studie werden die Anforderungen an die Ausbildung von Bankmitarbeitenden im 2030 analysiert. Gerade im Bereich der Ausbildung stehen grosse Veränderungen bevor. Um Ausbildungsgänge zu ändern, müsse man aber einen langen Vorlauf einkalkulieren. «Wenn die Zukunft unsicher ist, muss man für mehrere Szenarien flexibel sein», rät Christoph Kley. Grundsätzlich könne man sagen, dass sich bei klassischen sehr eng ausgerichteten Bankausbildungen sehr viel ändern wird. Die Spezialisierung auf einzelne Stellenprofile werde in Zukunft schwierig. «Es gilt, sich neue Kompetenzen anzueignen», rät Kley. «In Zeiten des Wandels ist eine gute Vorbereitung sehr wertvoll.»

ZHAW Banking-Dozent Dr. Christoph Kley

CEO Erfahrungen aus dem harten Reisegeschäft
Rolf Schafroth war bis 2016 der CEO der Kuoni Global Travel Services und während zehn Jahren Mitglied des Executive Boards der Kuoni Travel Group. «Warum tun sich die Firmen in der Reisebranche mit der digitalen Transformation so schwer?», fragte Schafroth in seinem Referat. Bereits im Jahr 2000 habe es Anzeichen von Veränderungen gegeben. «Es gab zwar noch keine E-Tickets, dafür war das Tempo der technischen Innovationen schon damals sehr schnell», so Schafroth. Die Reisebranche war charakterisiert durch diverse Leistungsträger und dazwischen lagen die vielen Intermediäre. Der Vertrieb war stationär und die Travel Agents hatten alle Informationen über das Reiseprodukt. «Heute informieren sich die Kunden natürlich über das Internet und wissen schon selbst perfekt Bescheid», sagt Schafroth. «Das war früher nicht der Fall.»

Überraschende Konkurrenz aus Fremdbereichen
Nach und nach hätten die Intermediäre immer mehr an Bedeutung verloren. «Durch die Digitalisierung sind ganz neue Bedürfnisse entstanden. Der Konsument wollte nicht mehr ein Paket kaufen, er wollte nur den Flug, das Hotel oder eine zusätzliche Leistung. Reiseveranstalter mussten nun Komponenten verkaufen und damit auch die Preise offenlegen», erklärte Rolf Schafroth. Durch die Online-Plattformen wurden die Kunden unabhängiger. Allerdings müsse man auch sehen, dass die damaligen jungen Unternehmen fast zehn Jahre gebraucht haben, bis die Investitionen wieder eingespielt wurden. Ein gutes Beispiel für eine völlig neue Konkurrenz ist Expedia, denn diese Firma kam nicht aus der Reisebranche, sondern war ein Spin-off von Microsoft. Schafroth rechnet heute und in Zukunft mit Konkurrenten, wie Amazon oder Google, die den Reisemarkt aufmischen könnten.

Rolf Schafroth gab spannende Einblicke in das Reisegeschäft

Unterschätzte Veränderungen für das eigene Business Modell
Am Beispiel Kuoni erläuterte Schafroth wie es dazu kam, dass eine etablierte Firma mit sehr starken Brands, das Kerngeschäft der Reiseveranstaltungen praktisch aufgeben musste. Die schnelle Transformation war sehr schwierig umzusetzen, auch für das Management, denn oft unterschätze man, wie gross die Dimension einer Veränderung sein müsse. In jedem Management ist die Konkurrenzanalyse Pflicht. Oft schaue man aber auf Konkurrenten, die ebenfalls nicht gut performen, anstelle auf neue Konkurrenten, die nicht auf dem Radar sind. «Wenn Du schon unter Wasser bist, kommt es nicht mehr darauf an, wer schneller ertrinkt», erklärt Schafroth. Oft müsse man weiterdenken, gerade was eine mögliche Konkurrenz für das eigene Business Modell sein könnte. Oft habe der Kunde ganz andere Bedürfnisse, da reiche eine technische Lösung nicht immer aus. Gerade in der Reisebranche würden Lösungen vorwiegend selber entwickelt. Oft sei es aber besser, existierende Lösungen im Markt zu evaluieren. Grössere Firmen könnten Lösungsanbieter auch kaufen. Die Bereitschaft zu Innovation und Veränderungen müsse aber vom Management unterstützt werden.

Neue Rollen und weniger klassische Hierarchie
Auch wenn das Veranstaltergeschäft (Tour Operating) für Kuoni schliesslich nicht mehr gehalten werden konnte, baute das Unternehmen doch zwei neue Geschäfte erfolgreich auf. Einerseits das Destination Management, welches Services und die ganze Logistik für die Kunden an der Destination abwickelt und andererseits das Visa Facilitation Services Geschäft, wo Kuoni die Abwicklung der Visaanträge für Regierungen übernimmt. Gemäss Schafroth funktionieren junge Firmen wie Netzwerke und sind nicht rein über traditionelle Hierarchien organisiert. Diese Netzwerke seien innovativer und kreativer. Ausserdem entstehen kundenorientiertere Rollenbilder, wie ein Head of Customer Experience oder einen Head of Employee Experience. «Die Firma ist kein geschlossener Organismus, man muss als Netzwerk mit seinen Partnern agieren», meint Schafroth. Da das Neue selten in das Alte hineinpasst, ist sein Ratschlag für eine Änderung des Geschäftsmodells ein «Start-up» zu kreieren, das soweit wie möglich unabhängig vom bestehenden Kerngeschäft agiert. Nur so könne man vermeiden, dass die Trägheit des Kerngeschäfts auf das Start-up überschwappt. Wertvolle Tipps also, die nicht nur für die Reisebranche von Nutzen sind.

Auskunft: Sandro Graf, Institut für Marketing Management

Haltungskorrigierende Kleidung: Wie Anodyne die Verspannungen von Bürogummis löst

Wir wissen es zwar alle, doch nicht jeder von uns bewegt sich genug. Gerade Büromenschen sitzen tendenziell zu lange in einer schlechten Körperhaltung vor dem Bildschirm und klagen dann über Rücken- und Nackenschmerzen. Abhilfe schafft hier der online Shop von Anodyne, denn dieser bietet spezielle Kleidungsstücke an, die die Haltung verbessern sollen und damit auch den Verspannungen entgegenwirken sollen. Wie Anodyne die Produkte vermarktet erklärt uns der Geschäftsführer, Fabian Hofmann.

Herr Hofmann, viele von uns verbringen den Grossteil des Tages im Büro und das sitzend. Schmerzen sind da vorprogrammiert. In Ihrem Shop gibt es, wie es scheint, die optimale Lösung. Man zieht sich einfach haltungskorrigierende Kleidung an. Wie funktionieren diese Kleider?

Das ist richtig, täglich verbringen Herr und Frau Schweizer bis über 10 Stunden sitzend. Dies kann für den Körper fatale Auswirkungen haben. Umso wichtiger ist es, schon früh auf eine gesunde Haltung zu achten. Dabei sollten unsere Produkte unterstützend sein. Durch eingenähte «Neurobänder» werden darunterliegende, unterstimulierte Muskeln aktiviert und gestärkt. Es handelt sich also um eine aktive Haltungskorrektur, bei welcher die Muskeln mitarbeiten müssen. Dies kann man nach ein paar Stunden auch deutlich spüren – meist in einer Form von leichtem Muskelkater im Rückenbereich.

Wirkungsbereich des haltungskorrigierenden T-Shirts © Anodyne

Gibt es Einschränkungen bei der Nutzung dieser Kleider, oder dürfen sie von allen getragen werden?

Da die Kleidung wirklich einen Einfluss auf den Körper hat, gibt es Situationen, bei welchen man vorsichtig sein soll. Dies kann zum Beispiel nach einer Rückenoperation sein. Wir empfehlen dann mit einem Experten Rücksprache zu halten.

Weiter empfehlen wir den Einsatz der Produkte an Minderjährigen nicht, da wir die genauen Einflüsse der Kleidung während der Wachstumsphase schlicht noch nicht genau kennen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, diese Kleidung in der Schweiz zu vertreiben? Haben Sie sich die Exklusivrechte gesichert?

Während eines Auslandaufenthaltes in Kalifornien bin ich per Zufall auf die Produkte gestossen und habe dort eine grosse Nachfrage dafür erlebt.

Mir war klar, dass auch viele Schweizer unter Haltungsproblemen leiden, und von dieser innovativen Kleidung profitieren könnten. Auch ich selbst bin so ein Kandidat, da ich meine Schultern vom Leistungssport her oft einfach hängen liess.

Schlussendlich hat mich das Produkt sehr überzeugt, ich sah einen Markt dafür und habe mir dann mit Anodyne die Exklusivrechte erworben.

Das Herren T-Shirt © Anodyne

Sie arbeiten vor allem über den online Shop. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Absatzkanal gemacht und planen Sie ev. auch offline Ableger sprich Filialen?

Das ist richtig. Der online Shop ist unser primärer Absatzkanal. Dieser bringt uns den Grossteil aller Verkäufe. Jedoch sind wir offen, mit traditionellen Retailern wie Physiotherapien, Orthopäden oder Spitälern zusammen zu arbeiten.

Agieren die Kunden selbständig auf dem Shop oder benötigen sie eine Beratung, z.B. beim Auffinden der richtigen Grösse oder bei medizinischen Fragen?

Eine sehr wichtige Frage. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kunden nicht ganz selbständig auf dem Shop agieren. Deswegen haben wir ein kompetentes Beratungsteam, das für Fragen zu Grössen oder auch bei medizinischen Fragen zur Verfügung steht. Anfragen dafür kommen meist per Telefon, E-Mail oder auch über Facebook.

Die richtige Grösse ist entscheidend © Anodyne

Welche Schwierigkeiten/Herausforderungen gibt es in Ihrem online Shop?

Das gibt es natürlich. Als wir im Mai vor einem Jahr mit dem Vertrieb gestartet sind, hat niemand die Produkte gekannt. So mussten wir den Markt also zuerst darauf aufmerksam machen und das Vertrauen der Kunden gewinnen. Auch heute gibt es noch einige, die misstrauisch sind. Das verstehen wir natürlich voll und ganz. Da wir von den Produkten jedoch sehr überzeugt sind, bieten wir allen unseren Kunden 14 Tage Testzeit mit einer gratis Retournierung. So kann jeder die Effekte der Kleider am eigenen Körper wahrnehmen und weiss danach ganz genau, wie die Kleidung wirkt.

Weiter denken manche, dass unsere Produkte abgeschwächte Muskeln im Rücken nur noch schwächer machen. Dies ist bei Korsett- oder Kompressionslösungen auch oft der Fall, da diese passiv wirken. Unsere Produkte hingegen wirken aktiv und stärken die Muskulatur. Teilweise braucht es ziemlichen Marketing-Effort um diese Message korrekt an Kunden und Experten zu vermitteln, damit diese die Idee hinter den Produkten auch voll und ganz verstehen.

Es gilt die Kunden mit einer korrekten Message zu überzeugen © Anodyne

Wissen Sie wer Ihre Kunden sind und analysieren Sie das Kundenverhalten?

Richtig, dabei hilft uns Google Analytics und auch Facebook. Mit diesen Tools können wir unsere Kunden segmentieren und das Kaufverhalten analysieren.

Welche Marketinginstrumente nutzen Sie sonst noch zur Vermarktung der Produkte?

Neben der online Werbung auf Facebook und Google sind die klassischen PR Geschichten ein wichtiges Thema. Damit stellen wir sicher, dass potentielle Kunden immer wieder über unsere Produkte lesen können, und auch Infos finden, falls Sie sich für einen Kauf entscheiden sollen. Weiter arbeiten wir zum Beispiel auch mit Unternehmen zusammen. Diese promoten die Produkte intern – dafür erhalten Angestellte einen Rabatt auf eine Bestellung durch den online Shop. Also eine Win – Win Situation für Arbeitgeber, Arbeitnehmer, und auch für uns als Vertrieb.

Auch Arbeitgeber sind an gesunden Mitarbeitern interessiert © Anodyne

Welche Rolle nimmt Social Media bei Ihnen ein und setzen Sie auch auf Testimonials?

Die sozialen Medien sind in unserem online Geschäft das A & O. Nicht nur helfen sie bei unseren Zielgruppen präsent zu sein und den Brand aufzubauen, sondern sind auch für die Konversionsraten enorm wichtig.

Testimonials sehe ich bei unseren Produkten ebenfalls als sehr wichtig an. Da wir jetzt das erste Geschäftsjahr hinter uns haben, und erfolgreich eine Kundenbasis aufbauen konnten, möchten wir Erfahrungen im Zusammenhang mit haltungskorrigierender Kleidung auch vermehrt nutzen. Auf TrustPilot hat jeder Kunde die Möglichkeit seine Erfahrungen mit dem Produkt & Service zu teilen. Weiter haben wir zum Beispiel zehn Schweizer Profisportler, welche die Produkte nutzen, und mir freundlicherweise ihre Statements darüber zugesendet haben. Diese werden wir in der Zukunft sicherlich in den Sozial Medien nutzen.

Auch würde ich gerne eine «Haltungs-Community» aufbauen. Dies ganz nach dem Motto: Zusammen gegen Rückenschmerzen. So können also Kunden ihre Geschichten , ob und wie die Produkte ihnen geholfen haben, mit anderen teilen. Bei dieser Kampagne, kann ich mir auch sehr gut vorstellen Testimonials von Experten einzuschliessen.

Wie wird sich dieser Markt in den nächsten Jahren entwickeln und welche Ziele möchten Sie erreichen?

Das Thema Haltung wird hoffentlich immer wichtiger. Man hört jetzt schon Redewendungen wie «Sitzen ist das neue Rauchen». Herr und Frau Schweizer muss sich jedoch noch bewusster werden, wie wichtige eine gesunde Haltung überhaupt ist und welche Einflüsse diese hat.

Momentan gibt es in der Schweiz vielleicht eine Handvoll Anbieter für Haltungsprodukte. Es werden also sicherlich noch einige dazukommen. Dies ist grundsätzlich gut, da es hilft, die Wichtigkeit einer optimalen Haltung in den Vordergrund zu stellen und das Haltungsbewusstsein der Menschen zu steigern. Ich bin gespannt!

Die Produkte gibt es für Damen und Herren © Anodyne

Mehr über Anodyne

https://www.anodyne-shop.ch/

https://www.facebook.com/anodyneshop.ch

Radio 24: Zürcher Lebensgefühl im Marketing

Digitales Marketing liegt momentan klar im Trend, da gehen „klassische“ Medien beinahe vergessen. Gerade das Medium Radio ist aber für das Marketing weiterhin sehr interessant, weil es trotz der Veränderungen in der Medienwelt, immer noch ein besonderes Kommunikations- und Werbemittel ist. Eines der bekanntesten Radios im Raum Zürich ist natürlich Radio 24, das von Roger Schawinski gegründet worden ist. Wie Radio 24 heute agiert, wie es das Marketing nutzt und was für Vorteile Werbekunden beim Radio haben, erklärt Florian Wanner, Geschäftsführer von Radio 24.

Radio 24 gehört zu Zürich wie das Grossmünster. Als „Piratenradio“ ebnete es den Weg für die Privatradios in der Schweiz. Wie behauptet sich Radio 24 im hart umkämpften Radiomarkt?

Der Konkurrenzkampf ist hart auf dem Platz Zürich. Gerade bei der jungen Zielgruppe ist die Vergangenheit von Radio 24 als „Piratenradio“ nicht mehr so bekannt. Das heisst, wir können uns nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen. Wir müssen uns mit einem Produkt behaupten, welches auf die Bedürfnisse unserer Hörerinnen und Hörer entspricht. Wir kennen unsere Zielgruppe zum Glück ziemlich genau und passen unser Programm und Aktivitäten laufend an, um möglichst viele Hörerinnen und Hörer zu erreichen.

Wie wichtig ist die Markenidentität für ein Radio? Was macht Radio 24 so besonders?

Die Markenidentität ist extrem entscheidend in der heutigen Zeit. Man hat durch die Digitalisierung einen unglaublichen Zugriff auf diverse Streamingdienste und Radio Stationen aus der ganzen Welt. Entsprechend muss man den Hörern klarmachen, was sie bei Radio 24 erwarten. Uns macht besonders, dass wir den besten Musikmix bieten, kompetent und aktuell informieren und wir haben gute und unterhaltende Moderatoren. Wir sind in der Ansprache nicht plump und kindisch, sondern reif und auf Augenhöhe mit unseren Hörerinnen und Hörern. Der letzte entscheidende Punkt gegenüber der internationalen Konkurrenz ist das Zürcher Lebensgefühl, welches wir in all unseren Aktivitäten und Beiträgen zu vermitteln versuchen.

Radio 24 – Das isch Züri (c) Radio 24 AG

Der Medienkonsum hat sich verändert. Spürt auch Radio 24 die Effekte des digitalen Wandels?

Radio ist das Medium, welches am wenigsten unter dem digitalen Wandel leidet. Die Radionutzung ist relativ stabil in den letzten Jahren. Ich gehe auch fest davon aus, dass dies so bleiben wird. Seit dem ersten Walkman hat man die Möglichkeit seine eigene Musik immer und überall zu hören. Natürlich haben sich die Möglichkeiten mit dem Smartphone nochmals vermehrfacht. Der Mensch ist faul und will sich nicht jeden Tag seine Musik selber zusammenstellen. Wir bringen den besten Musikmix mit nur einem Knopfdruck. Eine weitere wichtige Funktion ist der Begleiter. Es spricht dich jemand direkt an und informiert dich mit den wichtigsten Ereignissen aus der Region und der Welt. Diese Kombination bietet zum Glück nur das klassische Radio an. Daher bin ich überzeugt, dass das Radio trotz Digitalisierung die Daseinsberechtigung behalten wird.

Das Radio ist ein wichtiges Medium für Unternehmen, um Werbung zu schalten. Mittlerweile wird aber mehr und mehr in digitale Werbung investiert. Wie geht Radio 24 damit um?

Auf der Werbeseite wird es sicherlich immer schwieriger, da das Angebot für Werbekunden laufend wächst. Aber auch hier hat Radio diverse Vorteile, welche die digitalen Kanäle nicht bieten können:

  1. Die Werbung kann im Radio nicht überspult werden oder ignoriert werden.
  2. Wir erreichen die Hörerinnen und Hörer vor allem auch beim Autofahrern und profitieren hier von der Geschwindigkeit des Mediums. Aktuelle Abverkäufe und Aktionen funktionieren über das Radio am besten.
  3. Wir kennen die Region und habe die entsprechende Glaubwürdigkeit. Der Streuverlust für lokale Kunden ist daher relativ klein.

Welche Marketinginstrumente nutzt Radio 24? Wie überraschen Sie die Hörer?

Unsere Marke definiert sich über den besten Musikmix, kompakte und kompetente News sowie über unsere Personalities – unsere Moderatoren. Für uns ist es wichtig am Puls von Zürich mitzuhalten und an Events (gross oder klein) unsere Moderatoren ins richtige Licht zu setzen. Insofern sind unsere Eventauftritte sowie die Positionierung der Moderatoren für uns relevant. Radio 24 setzt auf Money-Can’t-Buy-Momente, um seine Hörerinnen und Hörer zu überraschen. Wir kreieren Momente, die dann Word of Mouth generieren sollen. Z.B. mit unserer #stage24: unsere Hausbühne, auf der regelmässig grosse Künstler auftreten und wenige Hörerinnen und Hörer exklusiv in den Genuss so eines kleinen Privatkonzertes kommen. Oder aussergewöhnliche Meet&Greets etc.

Musikhörende Menschen auf den Strassen sind ein gängiges Bild. Individualisierte Musik ist jederzeit auf dem Smartphone abrufbereit. Wie schafft man als Radio verschiedene Musikgeschmäcker zu befriedigen? Sind News und Information ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal?

Die Musik ist sehr entscheidend und macht ca. 70% unseres Programms aus. Somit muss die Musik für die grösstmögliche Masse passen. Dafür betreiben wir Marktforschung und fragen regelmässig die Titel in unserer Musik-Bibliothek ab. Wir bieten den besten Musikmix. Dies bedeutet, dass wir die aktuellsten Top Hits spielen aber auch Greates Hits aus den 90er Jahren. Somit kennen unsere Hörer die aktuelle Musik und müssen nicht auf die besten Songs aller Zeiten verzichten. News und Informationen sind dann wichtig, wenn etwas passiert. Radio ist immer noch eines der schnellsten Medien und diesen Trumpf müssen wir ausspielen. Wenn die Newslage tief ist dann informieren wir aktuell, kompakt auf den Punkt. Bei der Moderation geht es dann um Soft- und Unterhaltungsthemen. Wenn aber die Aktualität hoch ist, dann versuchen wir kompetent und ausführlich zu informieren. Hier unterscheiden wir dann nicht mehr zwischen Moderation und Redaktion und geplante Inhalte werden über den Haufen geworfen, um die Aktualität zu pushen.

Das Logo von Radio 24 (c) Radio 24 AG

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