Umfrage Bachelorarbeit: Soziale Rendite – Ein ernstzunehmender Faktor für das Marketing in der Bankenwelt?

Von Beniamino Barbera (Student der Betriebsökonomie ZHAW SML)

Was will der klassische Bankkunde mit seinem Geld erreichen? Haben monetäre Ziele den höchsten Stellenwert oder gibt es weitere Ziele, welche ein Investor mittels seines Geldes erreichen möchte? Wäre es möglich, dass dem Kunden eine sogenannte «soziale Rendite» wichtiger ist als eine monetäre Rendite?

Die soziale Rendite kann unter dem Oberbegriff «Impact Investment» eingegliedert werden. Immer mehr Investoren erachten es als wichtig, nicht nur eine finanzielle Rendite zu erwirtschaften, sondern mit ihrer Geldinvestition auch Gutes für Umwelt und Gesellschaft zu tun. Solche Investments sind Anlagemöglichkeiten, mit denen sich neben einer finanziellen, auch eine soziale Rendite erwirtschaften lässt.

Diese Nachfrage an Impact Investments soll innerhalb einer Bachelorarbeit detaillierter analysiert werden. Hierfür sollen mindestens 500 Personen befragt werden, welche bereits Erfahrungen mit Investitionen in Wertpapiere haben. Die Grundfrage, welche mittels dieser Umfrage beantwortet werden soll ist: Besteht bei einem durchschnittlichen Wertpapier-Investor das Bedürfnis an solchen Impact Investments und wenn ja, wie kann ein Finanzinstitut eine solche Nachfragen optimal abschöpfen?

Es ist wahrscheinlich, dass die Nachfrage an Impact Investments zukünftig steigen wird und dies aus den folgenden Gründen:

  • Die Bankkunden sind immer stärker herausgefordert im heutigen Tiefzinsumfeld ihre monetären Finanzziele zu erreichen, da die meisten nicht dazu bereit sind ein entsprechend höheres Verlustrisiko auf sich zu nehmen
  • Der finanzielle Wohlstand in der Schweiz steigt kontinuierlich und vermögende Privatpersonen überlegen sich vermehrt, wie sie mit ihrem finanziellen Eigentum einen positiven Beitrag in der Gesellschaft leisten können.
  • Aus der Theorie der Glücksökonomie ist bekannt, dass Menschen, welche bereit sind von ihrem Eigentum etwas zu geben, zufriedener sind, als solche, welche alles für sich behalten.

Mittels der folgenden Umfrage helfen Sie mir, die genannten Fragen fundiert beantworten zu können: https://ww2.unipark.de/uc/soziale_rendite/

Dauer: 5 Minuten

Bei Fragen:

Beniamino Barbera untersucht den Faktor der sozialen Rendite

Beniamino Barbera
Betriebsökonomie Student
barbeben@students.zhaw.ch

Wie Blockchains und Bitcoins funktionieren

Blockchain, Hash, Kryptowährung, Ledger – diese Begriffe fallen, wenn Dr. Lukas Lichtensteiger, Dozent am Institut für angewandte Mathematik und Physik eine Gastvorlesung im Fach Marketing Trends leitet.

Sandro Graf vom IMM leitet das Fach und wollte etwas zum „Hype-Thema“ Blockchain anbieten. Viele sprechen nämlich über Blockchain, ohne zu verstehen, wie die Technologie wirklich funktioniert. Deshalb wollte er den Teilnehmern die Möglichkeit geben, einen vertieften Einblick in die Funktionsweise der Technologie zu erhalten. Mit diesem Wissen lässt sich besser diskutieren, welches Potential die Blockchain für das Marketing hat.

Die Grundidee der Blockchain

Dr. Lukas Lichtensteiger warf zuerst die Frage in den Raum, wer denn von den Studenten Bitcoins besitzt nur drei Studenten strecken die Hand. Doch erklären, wie Bitcoin auf einer Blockchain entstehen, das traut sich kaum jemand.

Die Grundidee der Blockchain ist die Distributed Ledger Technologie, kurz DLT. Ein Ledger ist nichts anderes als ein Logbuch, welches traditionellerweise von einer zentralen Stelle geführt wird: Banken haben solche Histories, um Transaktionen zeitlich und individuell identifizierbar abzulegen.

Im Gegensatz dazu verwendet die Blockchain Distributed Ledger, d.h., eine grosse Zahl von Kopien des Logbuchs werden im Netz verteilt gespeichert. Jeder Kunde im Netzwerk (wird auch Knoten genannt) ist sozusagen seine eigene Bank. Das vernetzte System muss sich also ständig mit den anderen Knoten synchronisieren, damit alle dieselbe Information haben. Mehrere zeitlich naheliegende Transaktionen werden in Blöcke (daher der Name) zusammengefasst, kettenweise mittels kryptographischen Hash-Funktionen verlinkt und aneinandergereiht. Die Verlinkung mittels kryptographischer Hash-Funktion macht die Blockchain fälschungssicher, indem eine nachträgliche Veränderung der Transaktionshistorie praktisch unmöglich wird.

Dr. Lukas Lichtensteiger während der Vorlesung

Kryptographische Hash-Funktion

Ein kurzer Exkurs zur Kryptographischen Hash-Funktion. Die Hash-Funktion erzeugt aus beliebigen Quelldaten sogenannte Hashwerte, das sind binäre Codes konstanter Länge (z.B. 256 Bit). Veränderungen der Quelldaten führen zu anderen Hashwerten, d.h., eine mutwillige oder versehentliche Änderung der Quelldaten kann an einem veränderten Hashwert erkannt werden, ohne dass aus dem Hashwert auf die Quelldaten geschlossen werden kann. Diese Eigenschaften sind wichtig bei Verschlüsselungssystemen und garantieren auch die Integrität der Blockchain. Eine gute Hash-Funktion muss deterministisch sein, schnell berechenbar und zwischen dem Hash und den Quelldaten darf absolut kein Zusammenhang sein. Auch nur die kleinste Änderung im Input, muss einen stark veränderten Hashwert ergeben, damit keine Korrelationen möglich sind. Verschiedene Inputs ergeben (fast) niemals denselben Hash.

Der Block fasst also Transaktionen eines bestimmten Zeitraums zusammen und führt diese in einer Liste auf. Der Erzeuger eines neuen Blocks hat also die Aufgabe die Transaktionen zu bestätigen und in den Ledger einzutragen, den Erzeuger nennt man Miner. Entlohnt wird dieser z.B. mit Bitcoins. Weil die Blockchain ein verteiltes System ist, können im Prinzip jederzeit an ganz verschiedenen Orten im Netz neue Blöcke erzeugt und so die Blockchain verlängert werden. Danach muss aber ein Konsens gefunden werden, welches die «richtige» Verlängerung ist. Dies wird so gelöst, dass die jeweils «längste» Version die richtige ist. Ein Fälscher könnte nun einfach an eine falsche Blockchain viele neue Blöcke anfügen, so dass diese vom Netz als die längste und damit korrekte Version angesehen würde. Um dies zu verhindern, muss es schwierig sein, neue Blocks zu erstellen.

Hashes in der Blockchain

Proof-of-work und Mining

Damit kommen wir zum Prinzip «Proof-of-work». Bei Bitcoin handelt es sich um eine öffentliche Blockchain wo die Teilnehmer anonym sind und daher wenig vertrauen ineinander haben. Die Blockchain muss daher Sicherheit und Funktionsfähigkeit des Algorithmus beweisen. Grundsätzlich kann jeder an der Blockerzeugung mitwirken. Das Proof-of-work System ist so konstruiert, dass ca. alle 10 Minuten einem Teilnehmer im System ein Block freigegeben wird. Je höher die sogenannte «Mining Power», desto höher wird als Konsequenz der verlangte Schwierigkeitsgrad. Dadurch wird eine Fälschung schwieriger, da man nur durch Zufall an einen neuen Block stösst. Die Belohnung für das Erschaffen eines neuen Blocks wird zum Zeitpunkt der Vorlesung mit 12.5 BTC, also ca. 70’000 CHF belohnt. Das Suchen nach diesen neuen Blocks wird «Bitcoin-Mining» genannt. Da die Nachfrage nach Bitcoin seit Anfang 2008 extrem gestiegen ist, müssen heute spezielle Hardwarekomponenten eingesetzt werden, um solche Blocks zu finden. Pro Sekunde verarbeiten diese Hardwarekomponenten bis zu 10’000’000 Hashes (im Vergleich zu herkömmlichen Prozessoren die 10-20 Hashes pro Sekunde verarbeiten). Heute schliessen sich Leute in zum Teil riesigen Pools zusammen, um gemeinsam Bitcoin-Mining zu betreiben um überhaupt eine Chance zu haben, neue Blocks zu finden.

Stromverbrauch wegen Bitcoins

Die Idee des Bitcoins existiert schon lange, bereits vor 15 Jahren gab es ähnliche Systeme, die sich aber bis heute noch nie so stark durchsetzen konnten wie Bitcoin und Ethereum. Der Bitcoin hat momentan eine noch sehr hohe Volatilität, weil die Währung noch nicht viel Volumen hat im Vergleich zu einer herkömmlichen Währung. Aufgrund der Anonymität im System kann das System für den Schwarzmarkt, Geldwäscherei und Erpressung verwendet werden. Die Grösse eines Blocks ist zurzeit auf ca. 2000 Transaktionen limitiert, was das System für den täglichen Gebrauch unpraktisch macht. Derzeit können Verifikationen von Transaktionen bis zu Wochen andauern. Ein weiteres grosses Problem ist der extreme Stromverbrauch, welcher durch das Mining entsteht. Derzeit verbraucht die Betreibung des Bitcoins alleine 0.13 % des globalen Stromverbrauchs!

Methodengestützte Analysen, fundierte Recherchen und hohe Anwendungsorientierung: Praxispartner profitieren von Bachelor- und Masterarbeiten

Im dynamischen und hektischen Unternehmensalltag bleibt oft wenig Zeit für neue Ideen und tiefgründige Analysen. Manchmal ist auch die Betriebsblindheit ein Hindernis, um neue Vorhaben anzustossen und innovative Entwicklungen zu realisieren, oder es bestehen Unsicherheiten bezüglich des konkreten Vorgehens. In solchen Situationen kann es hilfreich sein, externe Partner beizuziehen.

Die ZHAW und das dazugehörige Institut für Marketing Management sind bekannt für ihre Praxisnähe und Anwendungsorientierung. Der regelmässige Austausch mit Unternehmen und Institutionen gehört dazu. Oft geschieht dies über Forschungs- oder Dienstleistungsprojekte, es besteht aber auch die Möglichkeit, Themen für Bachelor- und Masterarbeiten auszuschreiben.

Jedes Jahr gibt es die Möglichkeit spezifische Fragestellungen untersuchen zu lassen

Gerade Problemstellungen, die auf einer wissenschaftlichen Basis beruhen sollten, sind ideal dazu geeignet. Die hohe Methodenkompetenz der Studierenden, gepaart mit einer breiten Wissensbasis, führt zu einem anderen Blickwinkel und neuen Erkenntnissen. Gleichzeitig ermöglichen die Anwendungsfälle den Studierenden, das Gelernte auch tatsächlich in der Praxis anwenden zu können. Es profitieren also beide Seiten nachhaltig.

Selbstverständlich werden alle Arbeiten von Lehrpersonen der ZHAW betreut. Bachelorarbeiten haben eine Bearbeitungsfrist von vier Monaten, bei Masterarbeiten werden neun Monate benötigt.

Eckdaten für die Eingabe von Themen für Studienarbeiten

Bachelorarbeiten

  • Durchführung: Frühjahrssemester (Februar bis Mai)
  • Eingabe Thema: September bis Oktober
  • Preis: nach Absprache

Masterarbeiten

  • Durchführung: Oktober bis Juni
  • Eingabe Thema: Mai bis August
  • Preis: nach Absprache

Bei Interesse an einer Zusammenarbeit kontaktieren Sie doch direkt Bettina Gehring, bettina.gehring@zhaw.ch +41 58 934 46 46

Feedback aus der Praxis von Roger Roth (ITS Industrie- und Technozentrum Schaffhausen)

Roger Roth ITS

Herr Roth, Sie sind Geschäftsführer des ITS Industrie- und Technozentrum Schaffhausen und haben die Erstellung einer Bachelorarbeit über Ihr Unternehmen begleitet. Wieso haben Sie sich für diese Zusammenarbeit mittels einer Bachelorarbeit an der ZHAW entschieden?

Ich hatte Kenntnis davon, dass die ZHAW Lehr- und Dienstleistungsangebote im Bereich eCommerce und Social Media hat. Über unseren IT-Verantwortlichen, einen ehemaligen ZHAW-Absolventen, haben wir mit der ZHAW Kontakt aufgenommen und unser Anliegen deponiert. Mit Rolf Rellstab zusammen haben wir die Aufgabenstellung grob umrissen. Erfreulicherweise hat sich Tanja Kunz für dieses Thema interessiert, worauf die Türe aufgestossen war, um die Bachelorarbeit umzusetzen. Im ersten persönlichen Gespräch wurden Nägel mit Köpfen gemacht und die Arbeit wurde gestartet.

Die Erstellung einer Bachelorarbeit dauert ein Semester. Wie erfolgte der Austausch mit der Verfasserin Tanja Kunz und wo lagen die Schwierigkeiten?

Am Anfang fanden mehrere Workshops statt, in welchen die Aufgabenstellung präzisiert und die Inhalte klarer herausgeschält wurden. Es war dabei Rücksicht zu nehmen einerseits auf unsere Bedürfnisse, aber andererseits auch auf die effektiven Möglichkeiten, welche eine Bachelorarbeit überhaupt bietet. Zudem stellte sich heraus, dass die Ausgangslage äusserst spezifisch und komplex ist und wir als Auftraggeber noch zu wenig Fachkenntnisse und auch keine allzu konkreten Vorstellungen des zu Erreichenden hatten.

Tanja Kunz hat sich jeweils minuziös vorbereitet. Ihre vorgängige Sitzungsstrukturierung hat es erlaubt, die Workshops effizient zu gestalten und sich auf die komplexen Inhalte zu fokussieren. Sie hat auch richtigerweise und rasch gemerkt, dass der ursprüngliche Fokus auf Soziale Medien ausgedehnt und die Aufgabenstellung iterativ modifiziert werden musste, um ein befriedigendes Ergebnis zu erhalten. Auch von unserer, insbesondere meiner Seite, war inhaltlich Flexibilität gefordert, um eine vernünftige Bachelorarbeit zu formen. Nachdem die Aufgabenstellung und die Forschungsfragen formuliert waren, reduzierten sich die Treffen auf Fragerunden und inhaltliche Abstimmungen. Tanja Kunz arbeitete selbständig an den Inhalten und an der Berichterstellung.

Mussten Sie viel Zeit investieren?

Das ist im Nachgang schwierig zu quantifizieren. Da mir das Thema unter den Nägeln brannte, befasste ich mich auch neben der Bachelorarbeit mit dem Thema. Ich schätze, dass ich insgesamt 60 Stunden eingesetzt habe, davon rund 15 Stunden mit Tanja und weitere 15 Stunden mit der Bachelorarbeit. Parallel dazu ging es mir aber auch darum, das jeweils mit Tanja Kunz Besprochene auch direkt in der Praxis auszutesten.

Konnten Sie praktischen Nutzen aus der Arbeit gewinnen?

Auf jeden Fall! Der grösste Nutzen stellte sich bei mir persönlich auf der kognitiven Ebene ein. Mit Tanja Kunz hatte ich eine Sparringpartnerin, welche mit ihrer Aussensicht eigene Ansichten spiegelte und relativierte. Nicht weniger wichtig war jedoch auch der Bericht, welcher im Nachgang auch in Form einer Powerpoint Präsentation dem Vereinsvorstand präsentiert wurde. Vor, während und nach der Bachelorarbeit wurden jeweils Weichen gestellt, um das ITS Industrie- und Technozentrum Schaffhausen besser zu positionieren. Die im Bericht aufgeführten Empfehlungen sind zwar noch nicht alle umgesetzt. Wir sind jedoch Schritt für Schritt daran, die neuen Erkenntnisse umzusetzen.

Würden Sie eine Bachelorarbeit auch anderen Unternehmen empfehlen?

Ja, das würde ich. Ich möchte an dieser Stelle aber auch festhalten, dass es vom Auftragnehmer das gleiche Engagement braucht, wie vom Berichtschreibenden, um einen ausreichenden Nutzen aus der Arbeit zu ziehen. In meinem Fall hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt. Auch ich würde wieder eine Bachelorarbeit machen bei der nächsten sich ergebenden Gelegenheit.

ITS Industrie- und Technozentrum Schaffhausen

Die Dienstleistungen des gemeinnützigen Vereins ITS Industrie- und Technozentrums Schaffhausen haben zum Ziel, die Innovations- und Technologiekompetenz der regionalen Unternehmen zu fördern und konkrete, innovative Technologieprojekte in der Region Schaffhausen zu lancieren. Das ITS wirkt als Vermittler und Unterstützer für innovative Zusammenarbeitsformen, um in der Wirtschaftsregion Schaffhausen positive Impulse zu setzen. Der Verein ITS wird getragen von der regionalen Industrie und der öffentlichen Hand und arbeitet eng mit den Institutionen aus Industrie, Wissenschaft, Verbänden und Politik zusammen. Der Verein ist aber nicht politisch tätig, sondern konzentriert sich auf vorwettbewerblichen Dienstleistungen für die Lancierung und Umsetzung innovativer Ideen.

Mehr Informationen: www.its.sh.ch

Soziale Nachhaltigkeit in Schweizer Unternehmen – ein aktueller Einblick

Von Christine Bircher

Erkenntnisse der Bachelorarbeit von Christine Bircher im Rahmen des Bachelorstudiengangs Betriebsökonomie der ZHAW School of Management and Law.

Durch die Globalisierung von Unternehmen und Wertschöpfungsketten sind in den letzten Jahren soziale Themen, wie Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und Korruption in die politische und gesellschaftliche Debatte gerückt. Kunden verlangen vermehrt Produkte, deren Herstellung minimale Standards sozialer Nachhaltigkeit erfüllen. Studien zeigen aber auch, dass Unternehmen ihre soziale Verantwortung vermehrt wahrnehmen, weil eine tadellose Reputation und sozial verträgliche Arbeitsbedingungen in Zeiten des Fachkräftemangels ein entscheidender Erfolgsfaktor auf dem Arbeitsmarkt sind.

Die Bachelorarbeit untersuchte den aktuellen Stand sozialer Nachhaltigkeitsaktivitäten in Schweizer Unternehmen und wie sich diese in den letzten fünf Jahren verändert haben. Basierend auf aktuellen Trends und Studien wurden 58 Schweizer Unternehmen aus verschiedenen Branchen befragt und die Ergebnisse mit dem Swiss Corporate Sustainability Survey 2012 der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften verglichen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

  • Interesse: Schweizer Unternehmen beschäftigen sich vermehrt mit sozialer Nachhaltigkeit. Begründet werden Nachhaltigkeitsaktivitäten primär durch die Verbesserung der Unternehmensreputation, der Stärkung der Kundenbindung und der Attraktivitätssteigerung auf dem Arbeitsmarkt.
  • Stakeholder: In Zusammenhang mit sozialer Nachhaltigkeit befassen sich die meisten Schweizer Unternehmen eingehend mit den Erwartungen ihrer Stakeholder, insbesondere mit denjenigen von Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten. Die verstärkte Interaktion mit Stakeholdern führt zu mehr Transparenz im Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen, was sich oftmals in der Einhaltung von Standards und Zertifikaten sowie in Mitgliedschaften bei Verbänden äussert. Tendenziell investieren grosse Unternehmen dafür mehr Mittel.
  • Themengebiete: Für Schweizer Unternehmen sind Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Arbeitsmarktfähigkeit und Förderung der Mitarbeitenden sowie faire Wettbewerbspraktiken in Bezug auf soziale Nachhaltigkeit am wichtigsten. Generell werden Themen zu Arbeitspraktiken und menschenwürdiger Beschäftigung am intensivsten bearbeitet. Menschenrechtsthemen werden je nach Grösse und internationaler Verflechtung des Unternehmens unterschiedlich gewichtet.

Soziale Nachhaltigkeit als bedeutendes Thema für die Unternehmen © eigene Darstellung von Christine Bircher

Die Zukunft sozialer Nachhaltigkeit in der Schweiz

Aus Sicht von Schweizer Unternehmen steigt die Bedeutung sozialer Nachhaltigkeit. Sie gehen davon aus, dass dazu mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Externe Herausforderungen werden vor allem bei der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und der zunehmenden Bedeutung von Work-Life-Balance gesehen.

Die Resultate verdeutlichen, dass sich Schweizer Unternehmen in einer fortgeschrittenen Entwicklungsstufe des Nachhaltigkeitsmanagements befinden. Daher sollten Unternehmen soziale Nachhaltigkeit nicht als Risikofaktor sehen, sondern als Chance zur strategischen Differenzierung.

Über Christine Bircher

Christine Bircher arbeitet am Center for Law & Economics der ETH Zürich und hat diesen Sommer erfolgreich ihr Bachelorstudium in Betriebsökonomie mit Vertiefung in General Management an der ZHAW abgeschlossen. Im Herbst wird sie ihr Masterstudium an der ZHAW in Business Administration – Major Marketing beginnen..

http://www.lawecon.ethz.ch/people/bircher.html

Karriere und Spass an einem Abend? Genau das gab es letzten Donnerstag an der langen Nacht der Karriere (LNdK)

An der ZHAW wurde Karriere mit Spass und Musik verbunden. Im Volkartgebäude konnte man sich Tipps zum perfekten Styling fürs Bewerbungsgespräch holen, ein Bewerbungsfoto schiessen lassen oder seinen Auftritt vor der Kamera verbessern. Das und vieles mehr bot die LNdK. Nicht zu vergessen sind die spannenden Gastreferenten, die direkt aus ihrem Arbeitsalltag erzählten und wertvolle Tipps weitergaben.

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Auch fürs Ohr gab die Lange Nacht der Karriere etwas her. Mittels Bandvoting im Rahmen des vom IMM organisierten Musikbusiness Slots entschieden sich unsere Partner (Swiss Music Award, SUISA, Sony sowie Baba Shrimps) für die Bands NEO&NEO und Adam’s Wedding. Die beiden bestritten souveräne Unplugged Auftritte zwischen den Referaten der Praxispartner. Die Mischung zwischen Vorträgen und Musik in einem Klassenzimmer ergab eine unvergessliche Atmosphäre. Als Schlussbouquet trat die Zürcher Pop-Band Baba Shrimps exklusiv in der Aula auf und gab ihre Hits zum Besten.

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Für weitere Infos können Sie sich an Patrick Bissig und David Kübler wenden.

Gamification am Institut für Marketing Management


Gamification, also die Anwendung von Spielelementen und –prinzipien in Kontexten ausserhalb von Spielen, ist vermehrt auch am Institut für Marketing Management (IMM) ein Thema in der Lehre, Weiterbildung, Forschung und Dienstleistung. In diesem Blogbeitrag möchten wir zwei spielerische Tools des Instituts für Marketing Management vorstellen.

img_4786Das Behavioral Insights Kit ist eine Sammlung bekannter Heuristiken und Effekte aus der Psychologie und Verhaltensökonomie in Spielkartenformat und verschafft auf spielerische Art und Weise einen einfachen Einstieg in das Themengebiet Behavioral Insights. Es soll dabei helfen zu verstehen, welche Treiber und Barrieren, das Verhalten oder Entscheidungen von Konsumenten beeinflussen und wie diese gezielt fürs Marketing genutzt werden können.


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In folgenden Bereichen wurde das Behavioral Insights Kit bereits eingesetzt.

  • Die Teilnehmenden des CAS Behavioral Insights for Marketing (CAS BIT) und des Kurses erhalten ihr eigenes Kit und lernen, wie sie es in Ihrem Arbeitsalltag einsetzen und nutzen können.
  • In Beratungsprojekten kommt das Kit im Rahmen von Workshops zum Einsatz, z.B. zur Inspirationssuche für die Entwicklung innovativer Marketingmassnahmen.
  • Im interdisziplinären Forschungsprojekt „Essen für die Zukunft“ wurde das Kit verwendet, um Ideen zu generieren für die Kommunikation des Menü-Nachhaltigkeits-Index (MNI).

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Lego Serious Play ist ein innovatives Tool, mit welchem businessbezogene Sachverhalte auf spielerische Weise mit Lego-Steinen nachgestellt und strukturiert werden können. Durch die Verbindung von Spielelementen mit der Unternehmenswelt wird ein kreativer Rahmen geschaffen, um funktionsbedingte Barrieren in den Köpfen abzubauen und die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, sich „out of the box“ mit einem Thema oder einer Fragestellung auseinanderzusetzen. Der Hauptvorteil liegt darin, dass komplexe Zusammenhänge greifbar und zugänglich gemacht werden, wodurch der kollaborative Austausch im Team gefördert und kreative Prozesse angeregt werden.

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Lego Serious Play wird am IMM eingesetzt:

Neuigkeiten aus der Fachstelle Behavioral Marketing: Neue Leitung durch Dr. Steffen Müller

Die Fachstelle Behavioral Marketing des Instituts für Marketing Management vereinte bisher insbesondere zwei Kompetenzschwerpunkte: Forschung in den Bereichen Konsumentscheidungen, Behavioral Economics und Nudging, sowie im Bereich bewährter und innovativer Marktforschung. Dabei ergänzen sich die beiden Schwerpunkte insofern, dass neue Forschungsfrage15n und Projekte, Anstoss für die Verwendung neuer Methoden geben. Ein Forschungsprojekt der Fachstelle, gefördert von der Mercator Stiftung Schweiz, beschäftigt sich mit der Promotion nachhaltiger Ernährung in der Systemgastronomie und setzt hier unter anderem auf die Anwendung von Nudging (mehr Informationen dazu hier oder folgen Sie unserer Fachstelle auf Twitter @zhawNudgeUnit).

Nun sollen die Schwerpunkte in Zukunft vermehrt auch in der Dienstleistung und Weiterbildung zum Einsatz kommen. Inhaltlich ist die Fachstelle breit ausgelegt, fokussiert jedoch basierend auf den Kompetenzen und Erfahrungen des Teams auf die Themenfelder Behavioral Marketing (Nudging und Interventionen zur Verhaltensänderung, Datenteilbereitschaft, Ernährungsverhalten, nachhaltiger Konsum, Gesundheitsmarketing) und Marktforschung (Evaluation von Marketing-Massnahmen, Konzept- und Akzeptanztests, Value Pricing und Preissegmentierung, Kundenfeedbacksysteme, Conjoint Analysis). Unter anderem werden in Zukunft die folgenden neuen Dienstleistungen und Weiterbildungen angeboten:

  • Workshops und Beratung zum Thema Behavioral Economics mit Hilfe unseres Nudging Tools: Gemäss Erkenntnissen aus Behavioral Economics und Konsumentenpsychologie der letzten Jahrzehnte entscheiden und handeln Kunden in der Regel nicht rational, sondern zeigen irrationale, aber vorhersehbare Muster. Zentrales Ziel dieser Workshops ist es Möglichkeiten zu erfassen und aufzuzeigen, wie diese Erkenntnisse gezielt in Unternehmen (z.B. im Marketing) genutzt werden können.
  • Workshops und Beratung zum Thema Marktforschung: Basierend auf der breiten Methodenkenntnis der Fachstelle und der Kontakte mit Marktforschungsinstituten, wie DemoSCOPE AG und Best Practice Communities (z.B. Net Promoter Score) werden spezifische Workshops zu verschiedenen Marktforschungsthemen (z.B. Kundenfeedbacksysteme, Preisbereitschaft) oder –methoden (z.B. multivariate Analysemethoden, Conjoint Analysis) angeboten.
  • Nebst den bewährten Weiterbildungsprodukten des IMM bietet die Fachstelle neu ab Frühjahr 2017 den CAS BIM (Behavioral Insights for Marketing) an. Ein Teil der Inhalte des CAS wurden dabei bereits im kleinen Rahmen von zwei Kurzkursen in Zusammenarbeit mit FehrAdvice umgesetzt.

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Das neue Team der Fachstelle Behavioral Marketing wird geleitet von Dr. Steffen Müller (Kontakt: steffen.mueller@zhaw.ch, +41 (0) 58 934 79 24). Das Team von vorne links im Uhrzeigersinn: Rafael Domeisen (wiss. Assistent und Experte für Finanzen und Aviatik), Verena Berger (wiss. Mitarbeiterin und Nachhaltigkeits- und Ernährungsexpertin), Carolina Kubli (wiss. Assistentin und Expertin für Marktforschungsanwendungen und Outdoorsportmarkt), Dr. Steffen Müller (Dozent und Leiter der Fachstelle, Experte für Kundenfeedbacksysteme und Pricing), Dr. Angela Bearth (wiss. Mitarbeiterin und Expertin für Gesundheitsmarketing, Risikowahrnehmung und Verhaltensänderung) und Dr. Linda Miesler (Dozentin und Expertin für Konsumentenverhalten, Behavioral Economics und Nudging).

ZHAW erweitert Bildungsangebot mit SAS Visual Analytics

Die ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften baut ihr praxisnahes Ausbildungsprogramm mit dem Einsatz von SAS Visual Analytics aus. Damit reagiert die Hochschule auf die stark steigende Bedeutung von Big Data für die Wirtschaft. Visual Analytics gehört zu den fortschrittlichsten Softwarelösungen für Datenanalyse und -visualisierung. SAS, einer der weltgrössten Softwarehersteller, stellt die Anwendung im Rahmen seines umfangreichen Engagements für den akademischen Bereich kostenlos zur Verfügung.

«Analytik wird im Berufsalltag immer wichtiger – über alle Branchen und Hierarchiestufen hinweg. Entscheidend ist die Fähigkeit, die richtigen und relevanten Fakten aus den Datenbergen herauszuschälen», erklärt Dr. Roger Seiler, Studiengangleiter  CAS Big Data im Marketing an der ZHAW. «Mit SAS Visual Analytics lassen sich unbekannte Muster und Treiber schnell und faktenbasiert aufspüren und damit bessere Entscheidungen treffen sowie ungenutzte Potenziale erschliessen.»

Die ZHAW ist eine der ersten Hochschulen, die diesen Trend auch praxisnah im Unterricht ein- und umsetzt. «Dabei gilt es nicht, Features und Functions zu büffeln, sondern sich über Use Cases Wissen aus der Praxis anzueignen», sagt Hannes Schüle, Projektleiter Business Intelligence an der ZHAW. Als browserbasierte Anwendung ermöglicht Visual Analytics den Studierenden, Explorationen und Auswertungen komplett unabhängig von Ort und Zeit zu erstellen. Die Lösung läuft in der Cloud und muss somit auch nicht von der ZHAW gewartet werden. «Unsere Studierenden sind von SAS Visual Analytics begeistert. Der Praxisbezug, die Verwendung von realen Daten und die Flexibilität der Teradata University Plattform erhöhen die Spannung des Unterrichts und damit auch die Motivation der Studierenden. Sie erhalten so Rüstzeug für zukunftsträchtige Stellen mit aussichtsreichen Karriereperspektiven», so Dr. Roger Seiler.

Der Einsatz von SAS Visual Analytics ist integraler Bestandteil von verschiedenen Ausbildungsprogrammen, zum Beispiel CAS Big Data im Marketing, CAS Digital Marketing sowie MAS CRM. Die ZHAW setzt auch in anderen Bereichen auf SAS – so im Bereich Wirtschaftsinformatik sowie im Bachelorunterricht. Die Cloud-Plattform ist weiter für E- und Blended Learning geeignet, was Studierenden noch grössere Flexibilität bezüglich der Vereinbarkeit von Studium und Beruf gibt.

Über SAS

SAS ist weltweit Marktführer im Bereich Analytics und mit 3,16 Milliarden US-Dollar Umsatz einer der grössten Softwarehersteller. Kunden an 80.000 Standorten setzen innovative Analytics-, Business-Intelligence- und Datenmanagement-Software und -Services von SAS ein, um schneller bessere Geschäftsentscheidungen zu treffen. Seit 1976 verschafft SAS Kunden rund um den Globus THE POWER TO KNOW.

Mit SAS entwickeln Unternehmen Strategien und setzen diese um, messen den eigenen Erfolg, gestalten ihre Kunden- und Lieferantenbeziehungen profitabel, steuern in Echtzeit die gesamte Organisation und erfüllen regulatorische Vorgaben.

Firmensitz der US-amerikanischen Muttergesellschaft ist Cary, North Carolina. SAS Schweiz hat Niederlassungen in Zürich und Genf. Weitere Informationen unter www.sas.com/ch.

bruhn+partner@ZHAW – garantiert „integriert“

Der Lehrstuhl für Marketing von Manfred Bruhn – Zögling des Deutschen Urvaters des Marketing Heribert Meffert – war Brutstädte zahlreicher Dozenten, die heute insbesondere die Lehre der Integrierten Kommunikation aber auch Markenpolitik  und Dienstleistungsmarketing an Universitäten, Fachhochschulen vermitteln und in der Praxis anwenden. Aber nicht nur: mit der  Beratungsboutique bruhn+partner gastiert demnächst ein Unternehmen an der ZHAW, das sich u.a. konsequent auf die Exzellenz  in der Markenführung konzentriert.  Und dies mit Erfolg.

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Dr. Mareike Ahlers, Beraterin, Trainerin, Dozentin und geschäftsführende Gesellschafterin von bruhn + partner

„Noch einen Kaffee?“ – die Nespresso Maschine grummelt leise vor sich hin und spendet bald einen wohligen Duft im Raum. Wir befinden uns in der Innenstadt Basels auf der Lyss am Heuberg in den Räumlichkeiten von bruhn+partner. Mareike Ahlers, geschäftsführende Gesellschafterin von bruhn+partner hat in Basel promoviert und war vor der Gründung des Unternehmens im Brand Management von Hugo Boss für die Umsetzung verantwortlich. Hier in Basler Office sei sie eher selten, fährt sie fort, nachdem sie uns beiden Kaffee aufgetischt hat: „Meistens sind wir beim Kunden, also vor Ort. Die Nähe zu unseren Auftraggebern ist uns wichtig.“ Nur so gewinne man auch einen echten Eindruck über die Menschen und das Unternehmen und das sei  für das Management, also die Analyse und Steuerung von Identitäten essentiell. „Eine gute Marke ist wie eine Persönlichkeit und verfügt über eine Geschichte, eine Herkunft und über Werte.“

bruhn+partner wurde ursprünglich als Spin-off der Universität Basel gegründet. Die Teams in Basel und Stuttgart bauen auf ein breites Forschungsnetzwerk und verbinden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit einem breiten Methodenspektrum und einem Track-Record aus innovativen Lösungen. Seit 2001 hat Mereike Ahlers gemeinsam mit Falko Eichen und Unternehmenspartner Karsten Hadwich sowie Manfred Bruhn als Gründer, Gesellschafter und Präsident des Verwaltungsrates bereits über 80 Kundenprojekte in den Bereichen Social Media und Kommunikation erfolgreich abgewickelt – Markenpolitik zählt hierbei zur Königsdisziplin.

bruhn+partner haben eine Methode entwickelt, die insbesondere für global organisierte Unternehmen mit häufig mehrstufig organisierten Vertriebsstrukturen das Management der Markenarchitektur vereinfacht. Im Rahmen eines Praktiker Vortrages bei den Bachelor Studierenden wird Mareike Ahlers das Produkt anhand eines Praxis Cases vorstellen. „Ich bin gespannt, wie die Studierenden reagieren werden!“ meint Ahlers mit einem leichten Augenzwinkern. Das sind wir auch. Für weitere Informationen zum Vortrag kontaktieren Sie mich bitte via Email.

Warum Wissensvermittlung zur Verhaltensänderung, gerade im Bereich Gesundheit, nicht hinreichend ist.

Wir wissen doch eigentlich, dass Rauchen eine der Hauptursachen für Krebs ist (nicht etwa der Verzehr von Wurst). Trotzdem raucht rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung. Wir wissen, dass der Tisch wackelig ist und trotzdem stellen wir die kurze Leiter darauf, um in einem hohen Raum eine Lampe zu montieren. Wir würden gerne abnehmen oder wären gerne fit, trotzdem ist es auf der Couch mit einer Tüte Chips und einem Bier viel gemütlicher.

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Wir wissen zwar was gefährlich oder ungesund ist und setzen uns hohe Gesundheitsziele, trotzdem verhalten wir uns häufig nicht entsprechend.

Psychologen und Verhaltenswissenschaftler offerieren zahlreiche Erklärungen für dieses Phänomen, welches Knowledge- bzw. Intention-Behaviour-Gap genannt wird. Einer der zentralen Gründe ist unsere begrenzte mentale Verarbeitungskapazität. Diese wird von den zahlreichen Entscheidungen und Aufgaben im Alltag beansprucht, was sich in einer reduzierten Impulskontrolle niederschlägt und in der vermehrten Nutzung von einfachen, möglicherweise falschen Daumenregeln (so genannte Biases und Heuristiken). Unsere Impulskontrolle ist insbesondere dann gefordert, wenn wir unseren automatisierten Gewohnheiten nachgehen oder wenn wir ein grosses Verlangen nach etwas haben. Als Beispiel für eine falsche Daumenregel kann der „Optimism Bias“ genannt werden. Das ist die Tendenz, unsere eigene Gefährdung durch eine bestimmte Verhaltensweise zu unterschätzen. Dies führt beispielsweise dazu, dass Risikoinformationen (z.B. auf Zigarettenpackungen) nicht beachtet werden, denn „Lungenkrebs kriegen nur die anderen“ (siehe auch den neuen Präventionsspot „die Anderen“ des Bundesamts für Gesundheit).

Wie der Spot zeigt, ist das Bewusstsein dafür, dass reine Wissensvermittlung nicht ausreicht, um Menschen vor riskantem Verhalten zu schützen oder gesunde Verhaltensweisen zu ermutigen, auch im Social Marketing schon eine Weile angekommen. Die fortschreitende Digitalisierung bietet nun völlig neue Wege der Gesundheitsförderung, die bisher jedoch noch nicht ausreichend genutzt werden (können). Eine grosse Thematik diesbezüglich ist die Situationsgebundenheit zahlreicher ungesunder Verhaltensweisen – beispielsweise das Verlangen nach einer Zigarette nachdem man ein Bier getrunken hat oder die Lust auf Chips nachdem man im Sport war. Deshalb sollten Anregungen zur Verhaltensänderung seinen Empfänger genau dann erreichen, wenn das gewohnte Verhaltensmuster wieder abzulaufen droht. Mit einer integrierten technischen Herangehensweise wäre dies auch möglich. So könnten die GPS-Daten beispielsweise mit den Kalenderdaten abgeglichen werden. Dann könnte an den Nutzer eine Nachricht gesendet werden, wenn er zu früh im Zug zu einem Termin sitzt mit der Nachricht: „Mit Ihrer aktuellen Verbindung haben Sie 20 Minuten Puffer zu Ihrem nächsten Termin. Steigen Sie doch eine Haltestelle früher aus und nutzen Sie diese Zeit für einen Spaziergang“.

In einem ersten Schritt gilt es nun Nutzerforschung zu betreiben und die entsprechenden „Use Cases“ für eine solche Applikation zu evaluieren. Dieser Herausforderung will sich die Fachstelle Behavioral Marketing zusammen mit dem Service Lab im Frühjahr 2016 annehmen. Interessierte Unternehmen können sich gerne bei Corinne Scherrer melden unter corinnne.scherrer@zhaw.ch oder unter +41 58 934 60 24.