Erfolgreiches Brand Management bei der AXA

Von den ZHAW Studierenden Zulji Esad, Hamzai Jon, Keller Lukas, Mekesser Amin

Gerade im stark umkämpften Dienstleistungssektor, wo Kundenbindung den entscheidenden Wettbewerbsvorteil ausmacht, ist eine starke Marke für Unternehmen überlebenswichtig. Ein hervorragendes Beispiel für markenfokussierte Geschäftsfelder bietet die Versicherungsbranche. Sandro Singer, Brand Manager bei AXA Versicherungen AG, hat für uns einige Fragen beantwortet.

Eine starke Marke ist ein echter Wettbewerbsvorteil, denn sie verleiht dem Unternehmen eine Identität und schafft positive Assoziationen. Wie sehen Sie Ihre Marke, streben Sie aktiv eine präsente Marke an?

Als Marktführerin strebt die AXA selbstverständlich eine aktive Markenpräsenz an. ATL- und BTL-Kampagnen (Abkürzungen für: above-the-line und below-the-line), welche über das ganze Jahr hinweg abgestimmt laufen, sorgen dafür, dass die AXA in den angesprochenen Zielgruppen präsent ist. Selbstverständlich hilft auch unser dichtes Agenturnetz, die Marke in den Regionen bekannter zu machen. Dies widerspiegelt sich darin, dass die AXA in praktisch allen Umfragen als «Top 3 of Mind» Versicherungsmarke genannt wird.

Jedoch birgt die Markenbekanntheit auch Risiken. Wie vertraut sind Sie mit den Themen Markenrisiko, Reputationsrisiko, Risikomanagement?

Wir befassen uns bei der Planung und Gestaltung von Kampagnen jeweils aktiv mit Themen wie Markenrisiken und Reputationsrisiko. Wir holen dazu auch regelmässig Kundenfeedback ein, um solche Risiken zu minimieren.

Wie stellen sie sicher, als Unternehmen bei Werbekampagnen und Social-Media-Posts nicht negativ aufzufallen (Durch Diskriminierung, Sexismus, Fake News, oder ähnlichem)? Gibt es eine besondere Vorgehensweise bevor etwas gepostet wird?

Wir haben Social Media Experten bei uns, welche Inhalte gezielt für die verschiedenen Plattformen erstellen und entscheiden, welche Beiträge auf welchen Plattformen veröffentlicht werden. Sie haben das Know-How und die Instrumente, diese Beiträge zu verfolgen und zu kontrollieren.

Gab es Fälle, bei denen eine Marketingkampagne eher Schaden angerichtet hat oder bei der sich die Kunden negativ darüber äusserten? Wenn ja, was war der Grund?

Natürlich kommen nicht immer alle Kampagnen bei den Zielgruppen gleich gut an. Negative Äusserungen gibt es immer wieder – gerade im Social Media Zeitalter ist es einfacher geworden, seinen Unmut spontan zu äussern. Oft sind diese auch gar nicht gezielt auf eine Marketingkampagne gerichtet. Es kann sein, dass diejenigen Personen allgemein gerade eine schlechte Erfahrung mit einer Versicherung gemacht haben. Wir nehmen negative Meinungen aber ernst und leiten für uns Verbesserungsmassnahmen für zukünftige Kampagnen ab.

Wenn eine dominante Marke für ein bestimmtes Produkt oder Produktgruppe steht, dann spricht man von Markendehnung. Dabei entstehen ebenfalls Risiken. Bietet die AXA auch andere Produkte ausser Versicherungen an? Wenn ja, welche und wie kommen sie bei den Kunden an?

Die AXA bietet neben Personen-, Sach-, Haftpflicht- und Lebensversicherungen auch Produkte in der Gesundheits- und beruflichen Vorsorge an. Wie diese Produkte im Markt konkret ankommen, kann ich als Brand Manager nicht detailliert beantworten.

Markenkannibalisierung bedeutet, dass wenn eine Marke beispielsweise durch neue Produkte in ein anderes Preissegment einsteigt und somit zum Flop wird. Wie sieht das bei der AXA aus? Gibt es für Unter- Mittel- und Oberschicht ähnliche Produkte zu verschiedenen Preisen?

Wir haben beispielsweise bei einigen Versicherungen (z.B. Rechtsschutz oder Motorfahrzeugversicherung) zwei Produktvarianten: BASIC und OPTIMA. Diese unterscheiden sich unter anderem durch die inbegriffenen Leistungen und die Höhe der Selbstbehalte.

Die AXA hat den Namenszusatz „Winterthur“ schrittweise aus dem Unternehmen eliminiert. Gab es neben Umsetzungskosten noch andere Gründe, warum dies schrittweise und nicht sofort geschah, wie beispielsweise beim Mobilfunknetzbetreiber Salt?

Wir wollten die Kosten dafür nicht auf unsere Kunden abwälzen und haben uns deshalb bewusst für eine wirtschaftliche Lösung entschieden. Jedoch haben auch sehr stark ökologische Überlegungen zu dieser schrittweisen Umsetzung beigetragen, da wir so vermeiden konnten, dass unnötig Drucksachen oder andere Materialien vernichtet werden müssen.

Auch ohne „Winterthur“ ist die AXA erfolgreich unterwegs © AXA / Marco Vara

Zwischen AXA Winterthur zu AXA besteht kein grosser Unterschied. Aber beim Rebranding von Winterthur Versicherungen zu AXA Winterthur im Jahr 2006 schon. Wie kam das bei den Kunden an?

Ich habe das Rebranding 2006 als Mitarbeiter einer Generalagentur selbst miterlebt. Damals war der Umstieg für die Kunden natürlich spürbarer und markanter als die Umstellung 2018 von AXA Winterthur zu AXA. Der Name „Winterthur“ war für viele Kunden eine Schweizer Institution, eine starke und bekannte Versicherungsmarke. Schliesslich steckt dahinter eine bereits über 140-jährige Geschichte mit viel Tradition und Verbundenheit. Die Kunden haben aber schnell gemerkt, dass zwar der Name geändert wurde, aber die starke lokale Verwurzelung geblieben ist.

Wieso genau dieser Zeitpunkt nach so vielen Jahren?

Wir gehören bereits seit 2007 zur französischen AXA Gruppe und es war seither klar, dass der Begriff «Winterthur» früher oder später wegfallen würde. Die AXA Gruppe fährtweltweit konsequent eine Ein-Marken-Strategie. Der Entscheid zu welchem Zeitpunkt das Rebranding stattfindet, wurde aber in der Schweiz getroffen. Ausschlaggebend dafür war, dass der Name AXA in der Schweiz einen höheren Bekanntheitsgrad erreicht hat als «Winterthur».

Zum Abschluss: Was hat die AXA daraus gelernt, was würde sie anders machen?

Der Entscheid so lange mit dem Rebranding zu warten, war richtig. Hätte der Wechsel früher stattgefunden, wären die Rückmeldungen aus der Bevölkerung bestimmt zahlreicher und bedauernder gewesen. So konnten sich aber alle langsam an den neuen Namen gewöhnen. Ob man daher etwas anders machen könnte, kann ich aus meiner Sicht nicht beurteilen.

Digital Marketing bei der Migros Ostschweiz

Von den ZHAW Studierenden Mart Brueren, Boris Kopanja, Farschid Rashidi, Lars Widmer

Wirkungsvolle Displaywerbung beschäftigt die Marketingexperten weltweit. Reinhard Wittwer, Leiter Online Marketing der Migros Ostschweiz, gibt Auskunft wie die Displaywerbung auch wirkungsvoll daherkommen kann.

Wie betreibt die Migros Ostschweiz Marketing und über welche Kanäle?

Momentan werben wir bei der Migros Ostschweiz mehr über klassische Kanäle, wie zum Beispiel Zeitungsinserate oder Plakatwerbung. Wir merken jedoch, dass je nach Format, ein Wechsel in Richtung Online Marketing stattfindet. Vor allem in den Freizeit-Bereichen Säntispark und in den Trainingszentren MFIT ist ein Online-Shift spürbar. Grundsätzlich können wir immer von einem integrierten Marketing ausgehen, somit versuchen wir die besten crossmedialen Channels zu finden, damit wir den Kunden richtig abholen können. Wir bauen das Ganze zielgruppenspezifisch auf. Momentan ist es aber so, dass mehr in die klassischen Kanäle, wie zum Beispiel Plakatwerbung, investiert wird.

Uns interessiert besonders Display- und Bannerwerbung (statische Gifs/JPG oder animierte Werbung Flash/Rich Media Formate) was benutzt die Migros Ostschweiz mehrheitlich?

Diese Frage kann man grundsätzlich nicht so einfach beantworten. Es kommt immer auf die Zielgruppe und die Kampagne an. Wir unterscheiden zwischen Branding- und Performance Kampagnen. Bei Branding-Kampagnen steht das Unternehmen Migros im Vordergrund und bei Performance-Kampagnen möchten wir grundsätzlich mehr Umsatz generieren, indem wir einzelne Angebote oder Produkte bewerben. Mehrheitlich setzt man auf animierte Displaywerbung jedoch auf HTML5 Basis, da Flash-Formate veraltet sind.  Grund dafür ist, dass man durch animierte Banner mehr Botschaften vermitteln kann und somit mehr Aufmerksamkeit generiert. Teilweise lohnt sich eine animierte Displaywerbung nicht, weil die Kampagne entweder zu klein und zielgruppenspezifisch ist oder die Produktion der Kampagne mit animierten Bannern das Budget sprengen würde.

Gemäss Studien haben animierte Werbungen einen längerfristigen Effekt als statische. Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich gemacht? Wie gehen Sie des Weiteren mit dem Wear-Out-Effekt um (Verlust der Werbewirkung aufgrund zu häufiger Kontakte)?

Wir haben ebenfalls diese Erfahrungen gemacht, kennen die Statistiken und setzen diese auch um. Gemessen wird das Ganze mit Google Analytics. Wir unterscheiden zwischen Display Advertising, wie beispielsweise Video Ads, und Werbung auf Social Media, sprich Social Ads. Bei unseren Branding-Kampagnen wird keine Rücksicht auf den Wear-Out-Effekt genommen, da die Marke Migros im Hinterkopf der Kunden bleiben soll. Bei Performance Kampagnen setzen wir auf das Prinzip des «Frequency Capping», wobei die Anzahl an Wiederholungen der gewünschten Werbung gesteuert werden kann.

Der Wandel von der klassischen Werbung hin zu Online Marketing ist für die Migros spürbar © Pixabay

Es gibt verschiedene Arten von Targeting, welche setzen Sie bei der Migros Ostschweiz am häufigsten ein?

Was wir generell immer einsetzen, ist Geo-Targeting, weil wir uns auf das Wirtschaftsgebiet Ostschweiz begrenzen. Auch demografisches Targeting wird eingesetzt, bei dem wir Alter und Geschlecht miteinbeziehen. Es kommt auch hier darauf an, was für eine Kampagne wir durchführen wollen.

Wie vermitteln Sie bei der Migros Ostschweiz Botschaften, preis- oder produktorientiert?

Es kommt auch hier ganz auf die Zielgruppe an. Grundlegend gehen preis- und produktorientierte Botschaften, zumindest bei uns, Hand in Hand und verschmelzen miteinander. Hinter jedem Preis steht ein Produkt.  

Welche Unterschiede von preisorientiert-animierten und produktorientiert-animierten Werbungen gibt es bei Ihnen?

Es kommt auch hier wieder auf die Kampagne an. Das Ziel muss klar sein. Beispielsweise stellen wir uns die Frage, ob wir mehr Abonnements verkaufen wollen oder die Frage, ob wir Branding betreiben sollen oder nicht. Bei Display-Advertising handelt es sich sehr oft um Branding-Werbungen. Wohingegen es beim Performance-Marketing andere Möglichkeiten, wie Retargeting, gibt.

Wie interagieren Werbebotschaften mit dem Targeting und den verschiedenen Formaten?

Allgemein haben wir das noch nicht getestet. Wir führen im Moment keine Testings durch. Wir sind momentan davon überzeugt, dass animierte Werbung besser funktioniert und setzen es deswegen auch so ein. Wir machen aber mehrere Anzeigegruppen, wo wir feststellen welche Werbetexte am besten ankommen und schalten diese dann frei. Oftmals schalten wir auch zwei auf und beobachten, welche der beiden mehr Erfolg hat. Danach optimieren wir die Kampagne dementsprechend.

Klickraten sind von mehreren Faktoren abhängig, was sind für Sie die drei Hauptfaktoren?

Wir denken Call-to-Action ist wichtig, die Botschaft selbst und ob wir die ermittelte Zielgruppe ansprechen. Bei Bannern auf mobilen Endgeräten darf die Werbung natürlich nicht stören. Sie muss gut schliessbar sein, ansonsten besteht die Möglichkeit, dass der Banner nervt oder sogar die Klickraten verfälscht. Die Statistik bei den Klickraten ist immer schwer lesbar. Bei animierter Werbung ist es so, dass die Botschaft schnell vermittelt werden muss, das heisst in wenigen Sekunden, sodass der User unmittelbar abgeholt werden kann und das Interesse nicht verloren geht. Online sind wir deshalb sehr schnelllebig unterwegs.

Wie messen Sie Wirkung und Erfolge der Marketing-Kampagnen?

Wir setzen überall Tracking OLS ein. Zusätzlich hilft uns Google Analytics bei der Nachverfolgung und Messung einer Kampagne. Hiermit messen wir Reichweite, Impressionen und Klickraten zusammen, was uns eine einfache Auswertung und Dokumentation einer gesamten Kampagne ermöglicht.

Was ist schon ein Jahrzehnt Social TV? – Eine ganze Menge

Von den ZHAW Studierenden Nicolaci Nicola, Dzaferi Erhan, Sivac Ajdin, Nef Pascal

Durch die zunehmende Bedeutung der sozialen Netzwerke interagieren Fernsehzuschauer während einer Fernsehsendung immer häufiger mit sozialen Medien. Dabei diskutieren die Zuschauer über Inhalte der Sendung und überraschenderweise auch über die Produkte in den Werbespots, welche vor, während oder im Anschluss ausgestrahlt werden. Joiz TV, das Schweizer Jugendfernsehen, war einer der ersten Sender der im Social TV Format in der Schweiz ausstrahlte.

Der Fernsehsender Joiz TV wurde im Jahre 2010 gegründet und baute ausschliesslich auf Social Media Interaktionen auf. Dabei konnte das Publikum zur Sendezeit online die Sendung mitgestalten. Beispielsweise konnten Zuschauer über die Sozialen Medien Themen einbringen, die daraufhin in der Sendung «live» diskutiert wurden. Obwohl die Sendung in den ersten Jahren einen beachtlichen Erfolg erzielte, ging sie im Jahre 2016 Konkurs. Das Konzept von Joiz TV konnte mit der Digitalisierung und dem sich verändernden Social TV Format nicht mithalten. Was die Wechselwirkungen zwischen Social Media und Fernsehkonsum für eine Bedeutung mit sich bringen, wurde mit dem ehemaligen CEO von Joiz TV, Alexander Mazzara, genauer unter die Lupe genommen.

Das Phänomen Social TV hat für den Erfolg von Joiz TV gesorgt und ist ebenso zum Verhängnis geworden. Was meinen Sie dazu?

Zuerst einmal will ich die Situation schildern, in der wir uns im Jahre 2010 befanden. So kann man sich das Ganze besser vorstellen. 2010 haben 98% der Leute über klassische Internetseiten unsere Joiz TV Webseite besucht und nur 2% über mobile Endgeräte. Im Jahre 2016 wurden dann 89% der Seitenaufrufe über mobile Endgeräte getätigt. Das zeigt, dass sich der digitale Wandel in diesen Jahren sehr schnell entwickelt hat. In unseren besten Jahren konnten unvorstellbare 10’000 Social Media Interaktionen gezählt werden. Ich denke, dass dieses Ergebnis für sich spricht und den erfolgreichen Einsatz von Social Media in Kombination mit Fernsehen verdeutlicht.

Sendungen, wie «Die Bachelorette – Schweiz», profitieren von den Wechselwirkungen zwischen Social Media Aktivitäten und Fernsehkonsum. Welchen Unterschied sehen Sie dabei im Vergleich zu Joiz TV?

Wie gesagt, es war ein ganz anderes digitales Zeitalter. Smartphones befanden sich im Anfangsstadium und wurden noch nicht viel genutzt. Jeder war zur gegebenen Sendezeit mit dem Laptop vor dem Fernseher. Schauen Sie heute noch zu regelmässigen Zeiten Fernsehen? – Nein, ich auch nicht! Durch den digitalen Wandel kriegen die Leute mehr Flexibilität und haben die Möglichkeit, Videos, Filme und sonstige Online-Videoinhalte zu einem gewünschten Zeitpunkt zu schauen. Eine Reality-Show, wie Bachelorette, funktioniert Hand in Hand mit den sozialen Netzwerken. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass Social TV heutzutage in einer anderen Form eingesetzt wird als vor zehn Jahren. Joiz TV hat soziale Netzwerke quasi als Hilfsmittel verwendet, um die Sendung interessanter zu machen. Es wurde auf die Bedürfnisse der Zuschauer eingegangen und die Sendung entsprechend gestaltet. Heutzutage sorgen Multiscreen-Benutzer für das Ausmass der Social Media Aktivitäten, dabei ist der Zuschauer selbst Treiber für den Erfolg der Sendung. Sendungen, welche sich durch hohe Aktualität und Emotionen auszeichnen, sind nun attraktiv. Der Zuschauer kann dadurch eine emotionale Verbindung herstellen, wodurch eine Diskussionsgrundlage entsteht, die selbstverständlich auf den sozialen Netzwerken geteilt wird. Sie sehen also, dass sich das heutige Konzept von Social TV völlig verändert hat, was durch den digitalen Wandel gut nachvollziehbar ist.

Social TV hat sich durch die Digitalisierung verändert und Joiz TV aus dem Rennen getrieben © Pixabay

Inwiefern kann es für einen Werbetreibenden interessant sein, mit seinem Produkt bei solch einer Sendung zu werben? Welchen Mehrwert bringt eine hohe Social Media Popularität einer Sendung aus marketingtechnischer Sicht?

Den positiven Effekt, den die Wechselwirkung zwischen TV und sozialen Netzwerken für Fernsehsendungen mit sich bringt, kann ein Werbetreibender nutzen, um die Reichweite der Werbung für sein Produkt zu erweitern. Dabei begrenzt sich die Reichweite nicht nur auf die Fernsehzuschauer, sondern auch auf die Social Media Nutzer, die sich zu den Beiträgen der Sendung äussern. Das Interesse der «Nicht»-Zuschauer soll dadurch geweckt werden. In anderen Worten: Durch die Ausdehnung von TV-Sendungen in der Online-Welt, werden noch mehr Zuschauer erreicht und gewonnen. Es resultiert eine Plattform für Werbetreibende, die auch durch Social TV einen Anstieg an Verkaufszahlen erreichen kann. Ein möglicher Ansatz wäre es, eine Sendung mit breiter Social Media Popularität zu wählen, um im Netz mehr Diskussionen über den eigenen Werbespot (oder das eigene Produkt) zu erzielen. Ob die Werbung wirklich ansprechend ist und schlussendlich zu den beabsichtigten Social Media Aktivitäten führt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Welche Faktoren sind für Sie die wichtigsten, um eine hohe Anzahl an Social Media Aktivitäten zu erzielen?

Es gibt nicht die eine, richtige Lösung für Social TV. Darüber hinaus hängt erfolgreiches Marketing im Zusammenhang mit Social-TV von verschiedenen Faktoren ab. Ein Faktor ist das Format der Fernsehsendung. Besonders geeignet sind dabei Realityshows, Casting- und Quizshows, Talkformate, TV-Events oder Sportübertragungen. Weitere Faktoren sind die Eigenschaften des Produktes sowie des Werbespots, die im besten Fall einen direkten Bezug zur Sendung haben.

Welche Herausforderungen sehen Sie für einen Marketing-Manager in den nächsten Jahren in Bezug auf die Entwicklung von Social TV?

Aufgrund der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Social Media verändert sich gleichzeitig auch das Social TV. Diese Veränderungen müssen Marketing Manager in ihrer Strategie berücksichtigen, um immer auf dem neusten Stand zu sein. Digital Video Recorder, Video-on Demand und Onlinevideotheken wie Netflix, Sky, Amazon Prime, etc. können Gründe für das zukünftige Aussterben des linearen Fernsehens sein. Die Marketing Manager müssen sich dessen bewusst sein und dementsprechend antizipieren können.

Kundenorientierung im digitalen Zeitalter

Von den ZHAW Studierenden Michael Lutz, Patrik Küng, Jan Malac und Paolo Ragosa

In vielen Service- und Produktkategorien soll das Internet der Dinge (Internet of Things) erst dann durchstarten können, wenn es den Anbietern und dem Handel gelingt, den Nerv der Kunden zu treffen. Ruben Richiger, Produktemanager Multi Device bei der Swisscom, erläutert in einem Interview, wie das führende Telekommunikationsunternehmen der Schweiz mit diesem Wandel umgeht.

Welche Anwendungsszenarien stehen bei der Swisscom gegenwärtig im Fokus?

Für uns ist deutlich spürbar, dass das Thema IoT massiv an Bedeutung gewonnen hat. Das lässt sich zum Beispiel anhand der höheren Nachfrage im Bereich Smart Home feststellen. Nun bieten auch Firmen wie die IKEA IoT-Geräte an, welche man früher nicht direkt mit dem Internet assoziiert hätte. Durch die Einbindung unserer Swisscom Home-App gewinnen die Kunden an Komfort und Kontrolle über ihr eigenes zu Hause. Wir spüren auch ein grosses Interesse im Geschäftskunden-Bereich, in welchem sich vielfältige Chancen für Schweizer Unternehmen eröffnen.

: Die digitale Vernetzung fordert eine Neuorientierung im Kundenbereich © Pixabay

Mit dem Multi-Device Service ermöglichen Sie Ihren Kundinnen und Kunden unterschiedliche Geräte in einem Mobile Abo zu vernetzen. Welchen Platz nimmt der «on the go»-Service in der Welt von IoT gegenwärtig und zukünftig ein?

Es haben sich bereits erste Geräte etabliert, wie beispielsweise die Smartwatches. Das ist jedoch erst der Anfang – dieses Segment wird in den nächsten Jahren deutlich wachsen, unter anderem weil die Geräte zu einem integralen Bestandteil werden. Zudem entwickeln viele Geschäftskunden basierend auf einer mobilen Anbindung vernetzte Angebote und Dienstleistungen.

Nutzen Sie selbst Multi-Device Optionen und sehen Sie neben der Zusammenführung von verschiedenen Devices wie Smartphones, Smartwatches, Wearables, Sensoren etc. weitere integrative Use-Cases?

Ich habe einen Tracker in meiner Arbeitstasche, nutze teilweise eine Smartwach und habe ein Tablet, sowie einen Laptop in die App eingebunden. Für weitere integrative Use-Cases ist vieles denkbar – ein sehr attraktives Beispiel ist die Steuerung der Heizung in der Ferienwohnung.

Die klassische Customer Journey, welche über mehrere Prozessphasen stattfindet, sieht sich durch die Verbreitung von IoT einer Transformation gegenüber. Einzelne, aufeinander abgestimmte Touchpoints verschwinden, während Kunden jederzeit in den Prozess ein- respektive aussteigen oder sogar einzelne Phasen überspringen können. Wie nehmen Sie diese Veränderungen wahr?

Aus meiner Sicht stehen wir am Anfang der Veränderungen und diese werden sich auch je nach Person, beziehungsweise Kundensegment, unterschiedlich gestalten. Je nach Affinität zum Thema, sind solche Veränderungen aber heute schon sichtbar. Dennoch schätze ich es so ein, dass abgestimmte Touchpoints und eine kompetente Begleitung auch zukünftig für viele Kundinnen und Kunden einen hohen Stellenwert haben werden.

Lassen sich gänzlich neue Touchpoints schaffen?

Wenn man sich die letzten zwei bis drei Jahre anschaut, können wir feststellen, dass wir uns mitten in einem Veränderungsprozess befinden. So bieten wir heute auch per Social Media und Apple Business Chat Dienste und Unterstützung an. Auch ein Angebot wie Mila (technischer Support) zeigt neue Möglichkeiten auf, wo technische Unterstützung aus der Nachbarschaft erfolgt.

Inwiefern gelingt es Swisscom, das individuelle Nutzungsverhalten ihrer Kunden besser zu verstehen?

Hierzu gibt es viele Methoden, mit denen wir arbeiten. Es ist essenziell mit Kunden zu sprechen, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und diese ins Zentrum unserer Überlegungen zu stellen. Es ist ebenfalls wichtig, Dinge früh auszuprobieren und direkt Rückmeldungen einzuholen, um so unmittelbar und gemeinsam mit unseren Kunden zu lernen. Auch durch die Datenanalyse können wir ein zusätzliches Verständnis generieren und vor allem die Individualität unterstützen. IoT wird insgesamt viele Dienste personalisierbar machen, was wiederum neue Touchpoints schaffen wird.

Bedingt durch die kontinuierlich steigenden Ausstattungsraten technologischer Gebrauchsgüter, werden die Bedürfnisse der Nutzer zum Teil bei weitem übererfüllt. Statt über die Funktionsweise der Geräte, entsteht die Kundenzufriedenheit vermehrt über andere Faktoren, wie den Service an sich, die Einfachheit und Convenience. Wie bedient die Swisscom mit ihrem Angebot diese Faktoren?

Das ist ein essentieller Bestandteil all unserer Produkte. Aus diesem Grund spiegeln sich genau diese Überlegungen auch in unserer Vision, unseren Werten und unserer Strategie wider: Wir wollen Menschen begeistern, was nur mit dem besten Kundenerlebnis geht. Daher setzen wir konsequent auf einfache Produkte, lokalen Service und eine grosse Kanalvielfalt, sodass auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen werden kann.

Welche weiteren Faktoren spielen für Swisscom eine Rolle, um Kunden und Ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen?

Ich möchte den echten Mehrwert für Kunden in den Fokus stellen. Vor allem im Bereich IoT sieht man, dass reine Funktionalität nicht ausreicht, sondern dass echte Bedürfnisse relevant adressiert sein müssen. Dieser echte Mehrwert muss für die Kunden sehr einfach, verständlich und unmittelbar erlebbar sein.

IoT-Geräte bieten ihren Kunden Komfort und Kontrolle © Pixabay

IoT-fähige Produkte werden als Erlebnis beworben, während für den Hersteller Kundendaten zugänglich gemacht werden. Durch die Revision des Datenschutzrechts in der EU und das vom Europarat revidierte Datenschutzübereinkommen sieht sich die Schweiz verpflichtet ihr Datenschutzgesetz ebenfalls zu revidieren. Wie gehen Sie dieses Thema in Bezug auf Ihr Multi-Device Angebot an?

Da wir keine Hersteller von IoT-Geräten sind, ist für uns die Frage etwas anders ausgelagert. Für uns ist die Bemühung zentral, eine einfache Transparenz und Steuerungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Kunden müssen in dieser Thematik die Hoheit besitzen und wir versuchen dies zu unterstützen, ohne dass wir dabei auf Chancen verzichten müssen. Zudem unternehmen wir natürlich tagtäglich hohe Anstrengungen, unseren Kunden ein sicheres Netz anzubieten.

Werden smarte Produkte zukünftig die klassischen verdrängen oder gibt es da Hindernisse?

Diese Frage werden wir erst in ein paar Jahren abschliessend beantworten können, aber aus meiner Sicht gibt es heute keine direkten, allgemeingültigen Hürden. Die Entwicklung wird jedoch zukünftig durch immer günstigere Komponenten und fortschrittlicher Akkulaufzeit weiter beschleunigt werden Die klassischen Produkte werden aber nie ganz verschwinden.

Mobile Marketing – Mehr als nur Mobile Werbung

Von den ZHAW Studierenden Manuel Votapek, Nathalie Müller, Nuran Koller, Kevin Nguyen

Wie entwickelt man kontextspezifische Lösungen für mehr Wirkung bei Mobile Marketing? Wie erreicht man die Kunden mit massgeschneidertem Inhalt? Um diese und noch weitere Fragen zu beantworten, haben wir ein Gespräch mit Oliver Stäcker, CEO der gotomo GmbH geführt. Gotomo ist einer der führenden Anbieter in der noch jungen Schweizer Mobile Marketing Branche. Sie unterstützen ihre Kunden von der Strategie bis hin zur Umsetzung von Mobile Marketing Lösungen.

Mobile Marketing wird wichtiger und die Möglichkeiten sind vielfältig: Apps, SMS, Push-Benachrichtigung, Location Based Services oder Mobile Advertising sind nur einige davon. Was unterscheidet das Angebot von gotomo von anderen Unternehmen dieser Branche?

Von der klassischen Mobile Werbung, wie beispielsweise jene auf der 20 Minuten App, in welcher der Banner typischerweise die gleiche Werbung zeigt wie auf dem Plakat, haben wir uns etwas distanziert. Wir haben uns davon wegbewegt, weil Mobile Werbung nur einen kleinen Teil der Customer Journey abdecken kann. Wir konzentrieren uns auf den kontextbasierten Teil, in welchem nicht nur «one-to-many», sondern auch sehr individuelle Lösungen umgesetzt werden. Das personalisierte Mobile Direct Marketing ist nämlich viel wichtiger geworden.

Wir untersuchen dabei zuerst die Bedürfnisse der Kunden. Je nach Bedürfnis erarbeiten wir mit ihnen die Strategie, die Konzeption oder beides. Dabei nutzt gotomo je nach Projekt verschiedene Technologien. Die Bandbreite reicht von Chat-Bots, Beacon, Augmented Reality bis hin zur kompletten App. Wir versuchen auf Basis eines Use-Cases, einer Herausforderung oder eines Problems des Kunden eine ganzheitliche Lösung mit verschiedenen Komponenten zu erarbeiten.

Oliver Stäcker, CEO der gotomo GmbH © gotomo

Wie unterscheidet sich der Inhalt des Mobile Marketings vom herkömmlichen TV oder Desktop Marketing?

Es ist wichtig, dass man das Smartphone/ Mobile nicht nur als weiteren Kanal betrachtet, auf dem exakt dieselbe Werbekampagne wie im TV oder in den Printmedien aufgeschaltet werden kann. Damit wird das Potenzial des Mobile Marketings nicht vollständig ausgeschöpft. Grundsätzlich bietet sich Fernsehwerbung an, um Emotionen einzubringen. Wenn beispielsweise Alfa Romeo ein neues Modell veröffentlicht, kann der Werbespot zeitgleich mit einer Promotion auf dem Mobile ergänzt werden. Das Promotionsangebot für Zubehör oder einer exklusiven Einladung zu einer spontanen Probefahrt kann mittels diverser Technologien zeitlich und örtlich auf die Ausstrahlung abgestimmt werden. In diesem Sinne soll das Mobile Marketing ergänzend und kontextbezogen eingesetzt werden und nicht konkurrierend.

Welchen Ansatz verfolgt gotomo bei der Beratung ihrer Kunden?

Bis zu einem gewissen Grad gibt es einen «one for all» Ansatz, nämlich das logische Denken. Manchmal wird von einer Technologie zu viel erwartet und der Use Case wird nicht richtig hinterfragt. Klar wäre es toll, wenn Kunden in der Nähe eines POS (Point-of-Sale) eine Push Benachrichtigung über aktuelle Angebote erhalten würden. Technologisch ist dies möglich, aber nicht jeder Zeitpunkt eignet sich dafür. Dies wird in der Praxis oft vergessen. Es gilt, den «Mobile Moment» zu berücksichtigen. «One for all» bedeutet für uns, dass wir einen Schritt zurückgehen und uns überlegen, was die eigentliche Herausforderung ist und wie die User Journey aussieht. Erst dann beginnen wir über Mobile Marketing zu sprechen.

Bluetooth Beacons bieten die Möglichkeit den Kunden am POS kontextspezifisch zu erreichen, jedoch ist ihre Verbreitung in der Schweiz relativ gering. Was sind die Herausforderungen beim Einsatz von Beacons?

Ein Beacon hat keine eigene Logik, es ist lediglich ein Sender von Signalen, welche an die vorinstallierte App auf dem Mobile empfangen werden. Der Kunde geht am Laden vorbei und erhält eine Push-Benachrichtigung, die ihn auf ein Angebot aufmerksam macht und einen Kaufanreiz auslöst. Viele haben sich auf diesen Ansatz gestürzt, dabei jedoch nicht in Betracht gezogen, dass es für einen guten Beacon Einsatz eine eigene App mit genügend Nutzern braucht. Es gibt jedoch andere Ansätze, um diese Technologie als Marketinginstrument einzusetzen. So könnten etwa Beacons als klassisches Mailing an Kunden versendet werden. Betritt der Kunde mit dem Beacon im Gepäck den POS, kann ein für ihn spezifisches Kundenerlebnis geschaffen werden. Der Kunde könnte zum Beispiel am Auto Salon in Genf in einem Fahrzeug mit seinem Namen begrüsst werden.

Gotomo unterstützt ihre Kunden in der Umsetzung von Mobile Marketing © Pixabay

Welche Auswirkungen haben die verschärften Datenschutzverordnungen auf das Mobile Marketing?

Es betrifft uns extrem. Bei einer Kampagne hatten wir verschiedene Technologien eingesetzt. Dabei dienten SMS-Nachrichten als «opt-in» Verfahren (Zustimmungsverfahren). Das bestehende opt-in, das beispielsweise für einen Service wie eine Abholbenachrichtigung gegeben wurde, gilt gemäss EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) jedoch nicht automatisch für Marketing Zwecke. Dafür braucht es ein spezifisches opt-in. In unserem Fall wurden dadurch viele Kundenkontakte unbrauchbar. Bei Nichtbeachtung der Gesetzgebung werden Konsequenzen erwartet.

Wo sehen Sie Schwierigkeiten?

Eine Hürde ist auf jeden Fall das Erkennen von Innovationen und die Entwicklung von neuen Anwendungen auf einer kreativ konzeptionellen Ebene. Wir beantragen proaktiv und regelmässig Studien und wenden weitere Mechanismen an, um möglichst früh Tendenzen zu erkennen. Eine weitere Hürde ist die Reaktionszeit unserer Kunden. Viele müssen über starre interne Prozesse ein Budget beantragen. Um dieses Problem zu umgehen, stellen wir vermehrt einfache Prototypen her, die dem Kunden das Potential und die Akzeptanz aufzeigen und die Entscheidung vereinfachen sollen. Diese Prototyping Phase, inklusive der entsprechenden Testing-Methoden, helfen unseren Kunden eine Menge Geld zu sparen.

Wo steht gotomo in 10 Jahren?

Das lässt sich so nicht ganz beantworten, der Markt ist sehr dynamisch. Genau das macht ihn auch so spannend für uns. Nebst der Beratung im Mobile Marketing haben wir auch den Bereich der Innovations- und Digitalisierungsberatung für uns entdeckt. Es geht nicht mehr nur darum herauszufinden, ob eine App Sinn ergibt oder nicht, sondern auch zu schauen, welche weiteren Lösungen man dem Kunden anbieten kann, wenn man sie von Beginn an im Prozess mitberücksichtigt. So können zum Beispiel erstellte Code-Fragmente und das Dialog-Design eines Chat-Bots später für eine Alexa App verwendet werden. Mobile Strategie wird dann plötzlich zur Digital Strategie und bringt uns als netten Nebeneffekt neue Projekte.

Spürbare Resultate nach dem CAS Marketing & Kommunikation in NPO

Eine solide Basis in der Marketingkommunikation ist auch für Non-Profit Organisationen entscheidend. Der CAS Marketing & Kommunikation in NPO gibt die nötige Grundlage dazu. Susanne Stadler hat den CAS besucht und erzählt uns mehr über ihre Erfahrungen und wo ihr dieser Lehrgang weitergeholfen hat.

Susanne Du hast Dich für eine Weiterbildung interessiert, warum hast Du Dich für den CAS Marketing & Kommunikation in NPO entschieden?

Mein Arbeitsschwerpunkt in der Evang.-reformierten Kirchgemeinde Bülach liegt im Bereich Kommunikation, sowohl intern als auch extern. Mit ca. 10’000 Mitgliedern ist Bülach eine der grössten Kirchgemeinden im Kanton Zürich mit Strahlkraft in die Region und mit Vorbildfunktion für andere Kirchgemeinden. Der CAS Marketing & Kommunikation in NPO war für mich das passende Angebot, weil es einen grossen Unterschied macht, ob man mit bescheidenen Ressourcen aus Steuergeldern wirksame Kommunikation plant und umsetzt oder mit einem grosszügigen Kommunikationsbudget arbeiten kann, wie das in Wirtschaftsunternehmen der Fall ist. Mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen, arbeiten wir professionell und sparsam.

Wie war dieser Kurs für Dich?

Für mich war es sehr bereichernd, mit Fachleuten aus ganz verschiedenen Non-Profit-Bereichen theoretische und praktische Aspekte von Kommunikation und Marketing zu erarbeiten. Das entstandene Netzwerk aus Teilnehmenden und Dozenten ist sehr wertvoll für mich. Im Verlauf der Weiterbildung konnte ich viel über andere NPOs lernen und Erfahrungen mit meinen Mitstreitern austauschen. Ausserdem hat es einfach Spass gemacht, mal wieder die Schulbank zu drücken und Neues lernen zu dürfen.

Susanne Stadler ist Absolventin des CAS Marketing & Kommunikation in NPO

Wie haben Dir die Inhalte gefallen? Kannst Du etwas davon für Dein Berufsleben auch tatsächlich nutzen?

Natürlich waren nicht alle Inhalte gleich relevant für meine tägliche Arbeit, aber auch die weniger relevanten Einheiten haben dazu beigetragen, den Blick für das «grosse Bild» zu schärfen. Meine persönlichen Highlights mit «Wow-Effekt» waren u.a. die Unterrichtseinheiten mit Vertreterinnen von Spinas Civil Voices, einer Kreativagentur für zivilgesellschaftliche Themen, und mit einem freischaffenden Fotografen. Besonders wertvoll für meine tägliche Arbeit ist ein vertieftes Wissen in den Bereichen Social Media und Fundraising aber auch die theoretischen Grundlagen zur Erarbeitung von Marketing- und Kommunikationskonzepten. Die Reichweite und Dynamik unseres Facebook-Auftritts haben sich spürbar verbessert, und die intensive Auseinandersetzung mit der Formulierung von Zielen, Strategien und Massnahmen haben bereits sehr bei der Erarbeitung und Formulierung unserer Amtsdauerziele geholfen.

Wie waren die Dozenten? Warst Du zufrieden mit den Lehrkräften?

Unsere Dozenten waren ausnahmslos Vollprofis mit viel Erfahrung aus der Praxis. An vielen Beispielen konnten wir hautnah Ursache und Wirkung aus der Nähe betrachten. Immer wieder schafften es die Dozenten, dass wir Teilnehmenden über uns hinauswachsen konnten, weil wir unsere eigene Organisation aus neuen Blickwinkeln betrachteten und uns intensiv mit Vision und Mission auseinandersetzen mussten.

Fühltest Du Dich während des Lehrgangs gut betreut?

Die Weiterbildung war sehr gut organisiert, die Erreichbarkeit der Studienleitung und auch der Dozenten jederzeit gewährleistet. Für die Beratung und Unterstützung während der Erarbeitung der Konzeptarbeit im zweiten Teil des CAS war ich sehr froh.

Würdest Du diesen Kurs anderen weiterempfehlen?

Den Kurs CAS Marketing & Kommunikation in NPO kann ich jedem Allrounder empfehlen, der besser verstehen möchte, wie eine NPO mit Erfolg nach aussen und innen sichtbar gemacht werden, wie sie positioniert werden kann und welche Kommunikationsinstrumente wie eingesetzt werden können.

CAS Marketing & Kommunikation in NPO: ttps://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-kommunikation-in-npo.html

Hier sind alle Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Marketing zu finden: https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/weiterbildung/

Hier sind alle Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Sozialmanagement zu finden: https://www.zhaw.ch/de/sozialearbeit/weiterbildung/weiterbildung-nach-thema/weiterbildungen-am-institut-fuer-sozialmanagement/

Human Branding – aus Menschen werden Marken

Von den ZHAW Studierenden Lidia Zambonin, Corina Kälin, Matthias Lückl, Marko Ivic

Fussballer sind beliebte Werbeträger für die Vermarktung von Produkten. Personifizierte Marken, auch Human Brands genannt, bergen jedoch Risiken. Die IFM International Football Management GmbH ist ein Beratungsunternehmen für Fussballer, das schon seit dreissig Jahren in diesem Gebiet tätig ist. Franco Moretti, Vizedirektor und Spielerberater bei der IFM, hat mit uns über die Bedeutung und Tücken der Werbung mit Fussballern gesprochen.

Erhalten die Spieler ein Coaching für den Umgang mit Social Media und Medien?

Ja, wir versuchen die Spieler auf jeden Fall hinsichtlich den Medien zu sensibilisieren. Auf den Social Media Kanälen wird viel Marketing betrieben, aus diesem Grund ist es wichtig, den Spielern ein konformes Verhalten auf den sozialen Medien aufzuzeigen und darauf hinzuweisen, was man preisgeben darf und was nicht. Diese Sensibilisierung ist natürlich auch im Interesse der Vereine. Sie haben ihre Profi Spieler, die ebenfalls entsprechende «Schulungen» durchführen müssen. Die jungen Spieler müssen sich ab einer gewissen Profi-Stufe daran gewöhnen, dass ihr online Verhalten von der Öffentlichkeit mitverfolgt wird.

Diese Sensibilisierung bezüglich Medien ist also nicht nur Ihre Aufgabe als Berater, sondern auch die der Vereine?

Genau, es ist gut, wenn die Spieler von verschiedenen Seiten Inputs erhalten. Der Verein hat natürlich ein Interesse daran, dass keine vereinsschädigenden Informationen verbreitet werden. Wir hatten einmal einen Fall, bei dem ein Spieler seinen Twitter-Account durch eine Drittperson, seinem Kollegen, geführt hat. Als dieser Spieler in einem Spiel nicht eingewechselt wurde, hat sein Kollege sich darüber geärgert und via Twitter-Account des Spielers Dampf abgelassen, was natürlich fatal ist. Der Spieler musste sich nicht nur gegenüber dem Verein rechtfertigen, auch war es noch im Nachgang des Spiels ein Thema im Sportstudio. Es ist also Vorsicht geboten, über was man schreibt.

Franco Moretti © IFM International Football Management GmbH

Wie ist das Vorgehen bei der Vermittlung von Sponsoring-Verträgen? Werden persönliche Präferenzen der Spieler mitberücksichtigt?

Ich finde es wichtig, dass sich die Spieler auf Fussball konzentrieren, denn damit verdienen sie schliesslich ihr Geld. Es ist ihnen aber selbst überlassen, ob und wieviel sie nebenbei noch im Werbegeschäft tätig sein wollen. Ich weise die Spieler dann jeweils darauf hin, dass es Konsequenzen haben kann. Für die Journalisten kann es nämlich schnell heissen «Für Werbung hat der Spieler Zeit, aber für den Verein ist er nicht da». Dieses Risiko muss den Spielern bewusst sein. Bei einer Einzelvermarktung, das heisst, wenn ein Sponsor mit einem einzelnen Spieler Werbung machen will, übernehmen wir die Vertragsverhandlungen. Generell steht für mich aber der Mensch im Mittelpunkt; der Spieler entscheidet im Endeffekt selbst und das kann und will ich ihm auch nicht abnehmen. Hinsichtlich Sponsoring der Nationalmannschaft sieht es anders aus. Wenn eine Firma mit der Nationalmannschaft Werbung machen will, müssen mindestens drei Spieler involviert sein. In solch einem Fall können sie sich schlecht entziehen, werden aber finanziell entschädigt.

Welche Faktoren werden bei der Bewertung des «Markenwertes» eines Spielers berücksichtigt?

Ein wichtiger Faktor ist heutzutage sicherlich die Anzahl Follower, die ein Spieler auf Social Media besitzt. Es kann teilweise als unfair erachtet werden, wenn bei der Repräsentation der Nationalmannschaft eine starke Differenz bezüglich der Follower-Anzahl besteht, aber alle Spieler gleich viel verdienen. Nebst den Followern analysieren die Werbeprofis der Sponsoren auch die Spieler selbst, beispielsweise was für eine Aussenwirkung sie haben. Zusätzlich gibt es auch Unterschiede zwischen Persönlichkeiten der Spieler. Es gibt solche Spieler, die eignen sich gut für eine Werbung aufgrund einer speziellen Eigenschaft, wie der Frisur und andere wiederum weniger, da sie beispielsweise unscheinbar sind, aber durchaus Top Spieler.

Für Fussballspieler gehört Training nicht nur auf dem Spielfeld, auch für die Medienwelt müssen sie fit sein © Pixabay

Wie gehen Sponsoren damit um, wenn zum Beispiel die Nationalmannschaft von Adidas gesponsert wird, aber einzelne Spieler mit Nike einen Vertrag haben?

Das kann durchaus zu Konflikten und Diskussionen führen. Ein Klassiker ist Sponsoring für die Schuhe. Jeder Spieler selbst entscheidet mit wem er einen Sponsoring-Vertrag eingeht. Die Nationalmannschaft hat ebenfalls einen separaten Vertrag. Beim Schweizer Verband (zuständig für die Nationalmannschaft) muss man jedoch zuerst die Erlaubnis einholen, bevor man einen neuen Werbevertrag abschliesst, um genau solche Interessenskonflikte zu vermeiden, ausser bei den Schuh-Verträgen.

Inwiefern können sich die Spieler im Privatleben von Sponsoring abgrenzen?

Natürlich ist es aus Sicht der Sponsoren wünschenswert, wenn sich die Spieler auch privat mit den gesponserten Artikeln zeigen. Besonders wichtig ist es bei offiziellen Terminen, Fernsehauftritten, Sponsoren-Anlässen oder Nationalmannschaftsauftritten. Da ist seitens der Spieler Fingerspitzengefühl gefragt. Wir hatten vor zwei Jahren einen Fall, bei dem ein Spieler mit einem Alfa Romeo zu einer Autogrammstunde des Vereins gekommen ist in einem Autohaus einer anderen Marke. Das geht natürlich nicht.

Welche persönliche Einschätzung haben Sie bezüglich den Auswirkungen der Doppeladler-Affäre, im Weltmeisterschafts-Spiel der Schweiz gegen Serbien, auf den Einzelspieler wie auch auf die Nationalmannschaft? Wird sich das langfristig noch negativ auswirken?

Dieses Ereignis ist bei uns kontrovers diskutiert worden. Man muss schlussendlich ein Thema auch abschliessen können. Ich denke, es war sicherlich hilfreich, dass die Nationalmannschaft kurz darauf einen Erfolg vorweisen konnte, als sie das Spiel gegen Belgien gewonnen hat, sonst hätten die Journalisten wahrscheinlich noch länger an diesem Thema festgehalten. Auf diese Weise konnte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wieder auf ein positives Ereignis gelenkt werden.

Fake News: Was passiert, wenn sich Unwahrheiten verbreiten?

Von den ZHAW Studierenden Kim Fuchs, Matthias Galanti, Michel Moschen und Adrian Riepl

Die Verbreitung von Falschnachrichten, auch Fake News genannt, ist heutzutage keine Seltenheit. Unternehmen sind beunruhigt über die zunehmende Anzahl von Fake News auf den sozialen Medien und deren Einfluss auf die eigene Marke. Wie geht man dabei am besten mit dem Risiko einer Markenschädigung um? Wir haben bei Patrick Stöpper, Mediensprecher und Leiter von Kommunikationsprojekten beim Migros-Genossenschafts-Bund, nachgefragt, wie bei der Migros mit dem Markenrisiko ‘Fake News’ umgegangen wird. 

Was verstehen Sie unter Fake News?

Für mich sind Fake News Meldungen, welche Informationen vermitteln, die nicht der Wahrheit entsprechen und somit in der Öffentlichkeit eine falsche Wahrnehmung über bestimmte Themen auslösen.

Kam die Migros bereits mit Fake News in Kontakt?  

Ja, die Migros kam bereits mit Fake News in Kontakt. Es wurde das Gerücht verbreitet, dass die Läden des Elektro-Fachmarktes melectronics angeblich aufgelöst und in Digitec-Galaxus-Läden umgewandelt werden.

Welche Auswirkungen und Risiken haben solche Fake News auf die Migros?

In den meisten Fällen sehen wir zum Glück Falschmeldung, bevor sie veröffentlicht werden, da wir im Vorhinein die entsprechenden Anfragen der Medien erhalten. So können wir Fake News vorbeugen. Dementsprechend haben sie selten eine (negative) Auswirkung auf die Migros

Fake News verbreiten sich häufig wie ein Lauffeuer. Die Migros geht damit souverän um © pixabay

Wie wird bei der Migros mit Fake News umgegangen? Gibt es dafür einen standardisierten Prozess?

Vereinzelt kommt es vor, dass ein Bericht erscheint, über den wir im Voraus nicht Bescheid wussten. Dabei gilt es abzuwägen, wie gross der Bericht ist und welche Reichweite das Medium hat. Auf jeden Fall kontaktieren wir das Medium und bitten freundlich, aber bestimmt darum, den Bericht der Wahrheit entsprechend anzupassen oder gegebenenfalls zu entfernen. 

Was unternimmt die Migros, um Fake News vorzubeugen?

Generell hilft es, dass wir bei der Migros sehr transparent Informationen vermitteln und den Dialog mit allen Interessierten pflegen. Dafür werden unter anderem z.B. die Kanäle migros.ch, Generation M, migipedia.ch, Facebook, Twitter, Migros Magazin oder Medienmitteilungen eingesetzt. Zudem geben wir den Journalisten bei Anfragen immer offen Auskunft zu all ihren Fragen. Wir bearbeiten pro Jahr allein rund 7000 Medienanfragen und trotzdem können wir nicht alles beeinflussen, was über die Migros publiziert wird. 

Was unternimmt die Migros, um das Risiko des negativen Imagetransfers zu kontrollieren?

Es gehört zu unseren Aufgaben, dass wir allfällige Falschmeldungen in den (sozialen) Medien früh erkennen. Dazu kommen die bereits erwähnten, offiziellen Medienanfragen, die bei uns zu diversen Themen eintreffen, sowie die direkten Gespräche mit Medienschaffenden. Komplett und zu jeder Zeit kontrollieren, kann man die Entstehung von Falschmeldungen jedoch nicht. Zum Glück tritt nur selten der Fall ein, dass eine Falschmeldung durch die Lappen geht und sich so weiterverbreitet. 

In Zukunft werden sich Unternehmen immer mehr mit dem Thema Fake News auseinandersetzen müssen. Fake News können durch das Internet innert Sekunden verbreitet werden und im schlimmsten Fall eine Marke, die jahrelang sorgfältig und mit Bedacht aufgebaut wurde, zerstören. Beiträge im Internet sollten daher immer auch kritisch gelesen und nicht gleich geteilt werden.

Steigende Nachfrage nach Behavioral Insights

Von Dr. Kurt A. Ackermann

Die systematische Anwendung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in der unternehmerischen Praxis ist noch immer die Ausnahme statt die Regel. Das Potenzial, welches sich durch die hohe Praxisrelevanz von Verhaltensökonomie und Konsumentenpsychologie für Unternehmen bietet, wird aber zunehmend erkannt und das Interesse für diese Themen steigt kontinuierlich an. Davon zeugt auch die steigende Nachfrage nach entsprechenden Weiterbildungsangeboten.

Der noch junge CAS «Behavioral Insights for Marketing» (CAS BIM), welcher erst 2017 lanciert wurde, war denn auch dieses Jahr bereits zum ersten Mal komplett ausgebucht. Auch scheint das Angebot auf ein sehr breites, fach- und branchenübergreifendes Interesse zu stossen. Die diesjährigen 24 Absolventinnen und Absolventen kommen aus den unterschiedlichsten Branchen im B2C sowie B2B und sind in diversen Positionen tätig. Vom Head of Marketing & Sales über Advertising Specialists, Key Account Managers oder Business Developers bis hin zum Head of Compensation & Benefits oder Market Insights Manager waren Fachverantwortliche und Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen vertreten. Das Branchenspektrum reichte dabei vom Retail über Versicherungen und Banken bis hin zu Anbietern in den Bereichen Energie, Bildungswesen, Transport, Technik oder Tourismus.

Verhaltensökonomie von A-Z

Die hohe Motivation und der Wissens- und Lerndurst der 24 Absolventinnen und Absolventen des CAS «Behavioral Insights 2019» mündete denn auch in einer hervorragenden Qualität der Abschlussarbeiten. Die Teilnehmenden hatten dabei eine Konzeptarbeit zu präsentieren, wie sie eine verhaltensökonomische Intervention von A-Z durchführen würden: Von der psychologischen Analyse der Ausgangslage aus Konsumentensicht über die Selektion der verhaltenswissenschaftlichen Techniken bis hin zur Ausarbeitung konkreter Nudges und dem experimentellen Design zur Wirksamkeitsmessung. Dabei erarbeiteten die Teilnehmenden verhaltensökonomische Massnahmen zur Stimulierung verschiedenster Zielverhalten und Steigerung entsprechender Outcomes, wie etwa eine höhere Conversion, geringere Churn-Rate, eine gelenkte Kanalwahl, oder nachhaltigeres Konsumverhalten.

Verhaltensökonomische Massnahmen zur Stimulierung der Zielverhalten © Pixabay

Direkter Praxisbezug

Die Absolventinnen und Absolventen haben gezeigt, dass die verhaltensökonomischen Erkenntnisse von Nobelpreisträgern mit dem nötigen, im CAS vermittelten Wissen, ohne Weiteres in die Praxis übersetzt werden und einen echten Mehrwert generieren können:«Im CAS BIM habe ich gute Tools und praxisnahe Beispiele erlernt, welche mir die Anwendung von psychologischen Faktoren im täglichen Marketing vereinfachen. Eine sehr wertvolle Weiterbildung!», meint Bianca Schmidt, Director Marketing & Communications bei TUI Suisse. Auch Michaela Simeon Produktmanagerin bei der Zürcher Kantonalbank, war begeistert: «Der CAS BIM gibt einen spannenden Einblick in die Verhaltenspsychologie und verbindet diese mit dem Thema Marketing. Man erkennt sich in vielen Situationen wieder und kann daher einen direkten Praxistransfer einfach umsetzen. Sehr empfehlenswert!» Wir gratulieren den 24 Absolventinnen und Absolventen des CAS BIM 2019 ganz herzlich zu Ihren tollen Leistungen und danken für das entgegengebrachte Vertrauen.

Nach dem CAS ist vor dem CAS

Die steigende Nachfrage nach Behavioral Insights in der unternehmerischen Praxis wird sich voraussichtlich fortführen. Zum ersten Mal liegen bereits über ein halbes Jahr im Voraus Voranmeldungen für die Durchführung des CAS BIM 2020 vor. «Wir spüren, dass das Thema immer präsenter wird und der direkte Nutzen von Nudging und verhaltensökonomischen Massnahmen im Allgemeinen vermehrt von Unternehmensvertretern erkannt wird. Entsprechend bin ich überzeugt, dass unser Angebot einer fundierten Wissensvermittlung in den Bereichen Verhaltensökonomie und Konsumentenpsychologie – nicht nur im Marketingkontext – heute wie in Zukunft stark nachgefragt sein wird», meint Studienleiter Dr. Kurt A. Ackermann.

Weitere Informationen zum CAS: https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/cas-behavioral-insights-for-marketing/

Forschungsfreudige Master Absolventen

Von Dr. Helen Vogt

Eine kleine aber feine Gruppe von Studierenden des MAS Product Management hat erfolgreich ihr Studium mit der Verteidigung ihrer Masterarbeit abgeschlossen.

Die angehenden und praktizierenden Produkt Manager und Product Owner haben in ihrer Abschlussarbeit verschiedenste Themen untersucht. So wurde die Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen beleuchtet, neue digitale Services für Leuchtkörper entwickelt, agile Produkt Management Methoden für die Finanzindustrie evaluiert, neue Lösungsräume für Finanzsoftware erarbeitet sowie die Akzeptanz von Smart Services in der MEM Industrie und die Datenteilbereitschaft in sogenannten sensitiven Branchen untersucht.

Wir gratulieren (von links nach rechts): Antonio Voci, Daniel Welter, Benjamin Berger, Fabian Gerschwiler, Stefan Sturzenegger und Lukas Westermann zu dieser tollen Leistung!

Marktforschung am Limit

Als Abschluss ihres Studiums haben sich die Studierenden eine gemeinsame Reise gegönnt. Inspiriert von der Vorlesung «Marktforschung im Produkt Lebenszyklus» bei Prof. Dr. Siems haben sie das in Marketing Kreisen sehr bekannte deutsche Städtchen Hassloch besucht. In dieser «durchschnittlichsten Stadt von Deutschland» betreibt die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) seit 1986 einen bundesweit einzigartigen Testmarkt. Diese Stadt entscheidet quasi darüber, welche Produkte in Deutschland ins Regal kommen.

Willkommen in der durchschnittlichsten Stadt Deutschlands

Das ganze Team vom Institut für Marketing Management wünscht unseren Absolventen weiterhin eine solche grosse Begeisterung für die vielfältigen Aufgaben im Produkt Management und viel Erfolg in ihrem weiteren Berufsleben.

Der MAS Product Management bildet seit acht Jahren Fachkräfte im Product Management aus, welche aus verschiedensten Industrien und Branchen stammen. Bei Fragen dürfen Sie sich gerne an die Studienleiterin, Dr. Helen Vogt, wenden (helen.vogt@zhaw.ch, Tel. 058 934 66 99).