Wie sieht der Marketeer der Zukunft aus?

Am Future of Marketing Event konnten wir einige Experten abpassen und herausfinden, wie für sie der Marketeer der Zukunft aussieht. Eins ist schon mal klar, so ganz lässt sich der Marketeer nicht in eine Schublade einordnen, auch seine Fähigkeiten ergeben kein einheitliches Bild. In einem immer schneller verändernden Umfeld ist es nämlich von besonderer Relevanz, sich schnell auf neue Trends im Marketing einstellen zu können.

Elisa da Costa, Event und Social Media Managerin bei Marketing Natives:

Ich denke, es gibt zwei Typen: Einerseits werden wir mehr Spezialisten benötigen, andererseits braucht es auch die Allrounder, die einen allgemeinen Überblick über Innovationen haben. Es ist auch abhängig davon, ob man in einem kleineren oder grösseren Unternehmen arbeitet. Grosse Unternehmen verstärken sich mit Spezialisten, wohingegen sich KMU’s keine Spezialisten mehr leisten können und Allrounder beschäftigen.

Podiumsdiskussion am Future of Marketing Event. Von links: Catherine Purgly, Miriam Rickli und Elisa da Costa © Manuela Eberhard

Milos Radovic, Head of Marketing Development bei Swisscom:

Der Markeeter der Zukunft muss flexibel sein und muss sich möglichst schnell auf neue Dinge einstellen können. Das Zweite, wie wir es auch bei Swisscom erlebt haben, ist eine gewisse Kontinuität. Also nicht schnell, schnell nur machen, sondern sich ein, zwei, drei Jahre mit einem Thema auseinandersetzen und dieses weiterentwickeln. Diese zwei Fähigkeiten sind meiner Meinung nach für die Zukunft wichtig.

Catherine Purgly, Geschäftsführerin bei Leading Swiss Agencies:

Ich denke, es braucht Interesse und Flair für Kommunikation; aber auch Design. Es braucht Neugierde und dass man gerne mit Menschen zusammenarbeitet und Menschen analysiert. Verstehen, wie sich der Mensch in Zukunft verhält. Ich denke, man muss ein sehr guter Teamplayer sein. Es wird alles schneller und das setzt voraus, dass man in einem so dynamischen Umfeld arbeiten möchte. Hinzufügen möchte ich, dass man bei einer Karriere in der Agenturwelt mit vielen, unterschiedlichen Branchen zu tun hat. Diese Agilität muss man lieben. Das ist meiner Meinung nach ein spannendes Umfeld, um sich weiterzuentwickeln.

Prof. Dr. Brian Rüeger, Leiter Institut für Marketing Management und Dozent Marketing:

In Zukunft braucht es eine bipolare Aktivität zwischen beständigen Themen wie strategischem Marketing und gleichzeitig schnellen Themen, bei denen man in «realtime» unterwegs ist.

Miriam Rickli, Moderatorin:

Was ich aus dem Anlass mitnehme, ist, dass die Zeit nicht stehen bleibt. Es geht immer schneller vorwärts und man muss am Puls der Zeit sein. Es schadet nicht, eine Weiterbildung zu absolvieren oder ein Fachbuch zu lesen. Was man trotz Digitalisierung nicht vergessen darf, sind aber die Menschen, sich für Meetings Face-to-Face zu treffen und dass, nicht alles nur noch online erledigt werden muss.

Fit für die Zukunft an der School of Management and Law

Der Fokus wird zukünftig einerseits auf der Beständigkeit und Kontinuität liegen und andererseits auf der Agilität und Schnelllebigkeit in der Marketingwelt. Die ZHAW School of Management and Law bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten an, sich in diversen Marketing und Digitalisierungs-Bereichen weiterzubilden. Der MAS Digital Marketing vereint vier verschiedene CAS, die aktuelle Themenfelder bearbeiten und sich auch zukunftsorientierten Themen widmen, wie Big Data Analysen, künstlicher Intelligenz und Marketing Automation. Somit werden alle relevanten Aspekte des Marketings im digitalen Zeitalter abgedeckt.

Dr. Michael Klaas, Studiengangleiter des MAS Digital Marketing (links), und Valerio Stallone, Studiengangleiter des CAS Advanced Digital Marketing (rechts)

Hier finden Sie weitere Informationen zu den CAS Digital Marketing und Advanced Digital Marketing.

Sie glauben, dass die Liebe alles besser macht: die Erde, die Menschen und ihr Essen

Beim Gastronomie-Unternehmen Kai Sushi heisst es nicht nur Liebe auf den ersten Biss, sondern auch Liebe auf den ersten Blick. Denn sobald das Interieur des Restaurants betreten wird, wird man mit einem Lächeln und authentischer Begrüssung empfangen. Was vorher nur eine kleine Sushi-Bar in Oerlikon war, ist heute ein Unternehmen mit drei Standorten, Sushi-Kursen und Catering-Business, das sich völlig neu erfunden hat. Für Geschäftsinhaber Amit Shama-Levaillant ist die Liebe das Leitmotiv seines Unternehmens. In einem persönlichen Interview erzählt er uns von seiner Gastgeberphilosophie.

Früher war Kai Sushi nur eine kleine Sushi-Bar in Oerlikon, welche Veränderung war die prägendste?

Das Lernen war ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung von Kai Sushi. Wie in jedem Unternehmen gibt es schwierige Zeiten und Krisen, die man überwinden muss. Ich habe auf diesem Weg gelernt, all die negativen Emotionen, die man in solchen Situationen verspüren kann, wie Neid oder Verzweiflung, in etwas Gutes umzuwandeln und zwar in Inspiration. Die Inspiration führt dann zur Lösung, wie man weiterkommt im Leben, beziehungsweise Unternehmen. Ich habe versucht mich wiederaufzubauen und nach oben geschaut wo ich sein wollte und mir gesagt, dass ich das auch schaffen kann. Das prägendste war also der Lernprozess aus diesen negativen Emotionen etwas Positives zu ziehen. Wir sind alle da zum Lernen. Wir haben zum Beispiel viel von unseren Gästen gelernt, wir haben versucht ihre Erlebnisse mitzukriegen und immer ein offenes Ohr für sie zu haben. Wir haben uns fortlaufend verbessert und unser Angebot an die Bedürfnisse unserer Kunden angepasst. Ich würde nichts an diesem Weg ändern, denn jeder Schritt war notwendig um weiterzukommen und zu wachsen. Für mich gilt «Growth is an Outcome not a Strategy». Mein Weg war nicht so geplant, ich hatte nicht von Anfang an das Ziel eine gewisse Anzahl Filialen zu eröffnen, das war ein laufender Lernprozess mit kleinen Schritten und keine Strategie.

Amit Shama-Levaillant: „Die grösste Marge eines Unternehmens liegt im begeisterten Kunden der zurückkommt“ © Kai Sushi

Sushi ist zum Trend avanciert. Was macht Kai Sushi aus?

Unsere Philosophie macht uns aus. Viele haben das Gefühl, wenn man ein Geschäft aufmacht, dass das Produkt sich von selber verkauft, das ist aber nicht immer so. Sushi ist nicht einfach im Trend. Ich kenne viele Sushi Restaurants, die zwar einen guten Standort und gute Produkte hatten, aber trotzdem keinen Erfolg erzielten. Ihnen fehlte etwas Grundlegendes und das sind Werte. Die Werte von Kai Sushi sind folgende; Love your People, Love your Products and Love your Location. Wir legen viel Wert auf zufriedene Mitarbeiter, begeisterte Gäste und faire Beziehungen zu unseren Lieferanten und Partnern. Weiter ist die Herkunft unserer Produkte von hoher Relevanz, wir achten besonders auf nachhaltige Fischerei und regionales Poulet- und Rindsfleisch. Diese Werte sind das Fundament von Kai Sushi.

Um Kunden glücklich zu machen, braucht es motivierte Mitarbeiter. Wie „pflegen“ Sie Ihre Mitarbeiter?

Meiner Meinung nach gibt es drei Grundbedürfnisse, die der Mensch hat. Sicherheit, Anerkennung und Zugehörigkeit. Die Sicherheit bieten wir mit unseren Arbeitsbedingungen. Zum Beispiel haben wir eine «no Firing policy». Wenn man einmal die Probezeit bestanden hat, dann gehört man zur Familie. Danach entlassen wir unsere Mitarbeiter nicht mehr, wir können sie höchstens umpositionieren und schauen wo ihre Kompetenzen besser hinpassen. Wichtig ist einfach, dass sich die Mitarbeiter im Team wohl und zugehörig fühlen. Wir haben in der Gastronomie viele Mitarbeiter mit komplexen Hintergründen, als Restaurantleiter sollte man sich daher die Zeit nehmen und sich bemühen diese Leute zu unterstützen, sodass sie bei der Arbeit fokussiert sein und gute Leistung erbringen können. Ich achte nicht nur auf die Unterstützung bei der Arbeit, sondern auch ausserhalb der Arbeit. Auf diese Weise sichern wir die Anerkennung und Zugehörigkeit. Erst wenn die Mitarbeiter zufrieden sind, können wir beginnen die Gäste zu begeistern. Alle zwei Monate gibt es Mitarbeiterschulungen, wo ich die Werte des Unternehmens und meine Vision den Mitarbeitern näherbringe. Mir ist wichtig, dass sie meine Philosophie verstehen und diese dann den Gästen vermitteln können.

Zugehörigkeit und Zusammenhalt sind ein wichtiger Bestandteil der Philosophie von Kai Sushi © Kai Sushi

Essen kann weit mehr, als nur Nahrungsaufnahme sein. Was bieten Sie Ihren Kunden und auf was achten Sie in der Kundenbeziehung?

Unser Ziel ist es die Erwartungen der Kunden zu übertreffen, denn nur dann können wir sie begeistern. Gutes Essen, eine nette Location und freundliches Personal ist heute Standard und für den Preis denn man zahlt, auch zu erwarten. Um aber ein einmaliges Erlebnis zu kreieren, versuchen wir diese Erwartungen zu übertreffen. Wir sind aufmerksam und haben immer ein offenes Ohr für unsere Kunden, dies ist enorm wichtig, denn so können wir ihre Bedürfnisse erfahren und darauf eingehen. Service bedeutet nämlich immer beim Kunden sein. Wir empfangen unsere Gäste nicht wie in den meisten Restaurants mit der Frage «Haben Sie eine Reservation», sondern wir heissen sie erstmal willkommen. Wir begrüssen sie mit einem Lächeln und fragen wie es ihnen geht. Auch wenn die Kunden ohne Reservation vor mir stehen und ich keinen Platz finde, zeige ich ihnen trotzdem, dass sie mir wichtig sind, «because we are in the good feeling Business». Die Reservation gehört zur Struktur, es ist natürlich notwendig für eine gute Planung, aber das sollte an zweiter Stelle stehen, wenn ein Kunde das Restaurant betritt. Ich sage meinen Mitarbeitern immer, dass sie den Gästen eine Story erzählen sollen, sei es über die Herkunft oder Zubereitung der Produkte oder Empfehlungen, ganz egal. Sie können auch die Geschichte von Kai Sushi erzählen, wo und wie wir angefangen haben oder was unsere Visionen sind. Geschichten sollen helfen eine Beziehung aufzubauen und zusammen mit unseren hausgemachten Kreationen versuchen wir auf diese Weise dem Kunden ein einmaliges authentisches Erlebnis anzubieten. Mir ist wichtig, dass die Gäste diese Dinge spüren und die einmalige Experience nur hier erleben, denn die grösste Marge liegt im begeisterten Gast der zurückkommt.

Welche Rolle spielt bei Ihnen das Marketing und die Werbung? Wie wichtig ist das?

Das Marketing ist natürlich sehr wichtig, denn was bringt eine gute Geschichte, wenn sie niemand kennt. Ich hatte das Glück, dass ich mit der Branding Agentur Allink aus Zürich arbeiten konnte, die genau verstanden hat, worum es mir geht. Die Zusammenarbeit gestaltete sich ziemlich einfach, denn wir mussten nicht unsere Köpfe zerbrechen um eine Story zu finden, die wir erzählen konnten. Meine Marke hatte bereits eine Philosophie und Werte, die nur noch nach aussen kommuniziert werden mussten. Mittels Innendesign, Logo, Webseite und dem Social Media Auftritt musste ein einheitliches Bild vermittelt werden für eine geschärfte Markenpersönlichkeit. Ziel war es die Brand Awareness aufzubauen, bevor der Kunde hierherkommt. 

Wir werden täglich von so vielen Informationen bombardiert, dass man sich als Unternehmen differenzieren muss. Ein Weg hierzu sind die Emotionen. Ein emotionales Marketing kann einen wichtigen Unterschied machen. Wie nutzen Sie das emotionale Marketing?

Heutzutage gibt es viele Restaurants und Unternehmen, die mit Liebe werben. Was man in der Gastronomie auch oft hört ist «Sharing is Caring». Für mich sind die Emotionen und die Liebe wie bereits gesagt nicht erst mit dem Marketing aufgekommen, das war schon seit dem Anfang meine ganze Philosophie. Der Name Kai bedeutet auf Japanisch «unter ein Dach kommen und etwas teilen», was bei uns heissen soll, dass man zusammenkommt und gemeinsam mit den Menschen, die man liebt, Zeit verbringt. Das emotionale Marketing nutze ich daher als Kommunikation meiner Philosophie, die ich schon immer hatte.

Nur die frischesten Zutaten kommen in die Hände von den erfahrenen Sushi Masters © Kai Sushi

Der Kreis schliesst sich

Das Erlebnis beginnt für den Gast mit einem Lächeln meiner Mitarbeiter und einer herzlichen Begrüssung. Dann bemühen wir uns den Gast glücklich zu machen und ihn mit unseren hausgemachten Spezialitäten zu begeistern. Ziel des Erlebnisses ist es, unsere Emotionen an den Gast zu übertragen, sodass er lächelnd das Restaurant verlässt.

Fachbeitrag zu Emotionen und Marketing

Im Fachbeitrag «Muss es immer Liebe sein?» von Marcel Hüttermann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Marketing Management, wird aufgezeigt, dass das Wecken von Emotionen für Unternehmen ziemlich effektiv sein kann und Kaufanreize auslöst. Es hat sich bestätigt, dass die positiven Emotionen genau das richtige sind, um aus Kunden Fans zu machen. Mit negativen Emotionen sollte man eher vorsichtig sein. «Der Konsument sollte zum Schluss ein positives Gefühl mit der Marke verbinden», so Wissenschaftler Marcel Hüttermann.

 

Schweizerischer Nationalpark: Wo die Zeit noch stillsteht

Von Laura Gattlen

In der sich immer schneller drehenden Welt, der dauernden Erreichbarkeit und dem unüberblickbaren Informationsüberfluss steigt der Wunsch nach Entschleunigung. Der Bezug zur Natur gewinnt an Bedeutung. Dabei eignet sich das Wandern besonders gut, wenn man zwischen Himmel und Erde steht, die Geräusche der Natur und des Lebens hört und der Alltagsstress der Naturschönheit weicht.

Ausbrechen & Eintauchen

Als eines der schönsten Wandergebiete gelten die Weiten des Schweizerischen Nationalparks (SNP) im Engadin mit Orten, die so verlassen und unberührt sind, dass der Alltagsstress schnell in Vergessenheit zu geraten scheint.

Val Cluozza © Laura Gattlen

Der SNP wurde 1914 gegründet und ist somit der älteste Nationalpark der Alpen. Er gehört zu den vier Pachtgemeinden Zernez (68,6%), S-chanf (13,5%), Scuol (13,2%), Val Müstair (4,7%). Die Ziele des SNP sind die Natur zu schützen, zu forschen und zu informieren. Auf einer Fläche von 170,3 km2 hat es 80 km offizielle Wanderrouten.

Val Trupchun © Laura Gattlen

Das Ziel des SNP ist es, die Tiere, Pflanzen und all ihre Lebensräume ihren natürlichen Prozessen zu überlassen. Der Mensch ist passiver Gast, Beobachter, Zeuge. Die Natur ist seit über 100 Jahren vor menschlichem Einfluss geschützt. Bis auf wenige Ausnahmen, in denen stark verletzte und leidende Tiere erlöst wurden oder als ein Brand im SNP ausgebrochen ist, greift der Mensch nicht ein, weder in Notzeiten, noch in Zeiten der Überpopulation. Um die natürlichen Prozesse und Zusammenhänge zu verstehen, wird im SNP seit Jahren geforscht.

Das grosse Wildnisgebiet des SNP ist einerseits ein Ort, an dem man die sich selbst überlassene Natur auf sich wirken lassen kann, andererseits bietet er ein wertvolles Freilichtlaboratorium, in dem die wissenschaftliche Forschung wichtige Erkenntnisse gewinnen kann. Dieses Wissen um einen nachhaltigen Umgang mit der Natur lässt sich mittels verschiedener Kommunikationsmassnahmen weitergeben, sodass auch die Besucherinnen und Besucher von diesen Erfahrungen und Erkenntnissen profitieren können.

Murter © Laura Gattlen

Der SNP nutzt diverse Kanäle, um den Besucher zu informieren. Andrea Millhäusler, Mitarbeiterin des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit des SNP, erklärt die Kommunikationskanäle und Werbeziele des SNPs.

Frau Millhäusler, wie macht der SNP Werbung?

Aktiv machen wir via Gratisbroschüren, Besucherzentrum, Webseite, Facebook, Instagram Werbung. Daneben arbeiten wir auch mit Tourismusdestinationen, kantonalen und nationalen Tourismusorganisationen zusammen, die ihrerseits den SNP durch Flyer, Broschüren, Bilder und Informationen aktiv bewerben und schalten sonst im Allgemeinen keine bezahlte Werbung wie Plakate oder Werbespots. Ein wichtiger Teil unserer Kommunikation sind die Public Relations.

Was möchte mit der Werbung erreicht werden?

Wir möchten die Besucher für die Nationalpark-Idee gewinnen, Identifikation schaffen und Interesse an einem Besuch im SNP oder im Besucherzentrum wecken.

Welche Kommunikationskanäle werden zur Information genutzt?

Der Besucher erhält Informationen im Besucherzentrum, auf Exkursionen, bei Schulangeboten und Workshops via Broschüren, Telefon, Webseite, Soziale Medien wie Facebook und Instagram, der kostenlose App iWebpark, an Veranstaltungen, bei Vorträgen, in Publikationen und sämtlichen Public-Relations-Kanälen.

Wie wichtig ist die Kommunikation der Forschungsergebnisse und warum?

Diese ist für uns sehr wichtig, aber nicht unbedingt über die von uns als Kommunikationsbeauftragte bedienten Kanäle, bei denen der Fokus auf der Sensibilisierung liegt, sondern eher wenn es um politische Diskussionen und um die Rechtfertigung unserer Schutzstrategie geht. Die über 100-jährigen Messreihen sind von internationalem Interesse und positionieren das Gebiet auch international als einzigartigen Forschungsstandort. Die kontinuierliche Forschungsarbeit liefert stetig Resultate, welche sowohl für die Wissenschaft als auch für das Laienpublikum von grossem Interesse sind. Dadurch wird ein andauernder News-Wert geschaffen.

Die Zeit der Ruhe: November – Mai

Ab Mitte November, wenn so viel Schnee auf den Wanderwegen liegt, dass das Wandern nur noch mit Schneeschuhen möglich wäre, wird der SNP geschlossen. Ab Mitte Mai können die ersten Besucher in den tieferen Lagen das Erwachen der Natur erleben, während auf den Gipfeln noch Schnee liegt. Ein faszinierendes Naturschauspiel.

Val Trupchun © Laura Gattlen

Jetzt heisst es erst einmal: mit viel Geduld die Kraft des langen Winters spüren, mit Vorfreude die erste Wandertour im SNP planen und sich auf das Erwachen der Natur im Frühling freuen.

Über die Autorin

Laura Gattlen arbeitete nach ihrem Masterabschluss in klinischer Psychologie an der Uni Basel in einem kleinen Marktforschungsunternehmen, bevor sie vor 2 Jahren die Leitung des Bereichs «Kurse und Veranstaltungen» der Lungenliga beider Basel übernahm. Aktuell absolviert sie einen CAS in Marketing & Corporate Communications an der ZHAW in Winterthur. Den Ausgleich zu Konzeptarbeiten, Eventorganisationen und Patientenschulungen findet sie in den Bergen, in der Natur. Besonders das Engadin und der Schweizerische Nationalpark sind ihre persönlichen Tankstellen.

Touristenströme vorhersagen und Probleme mindern

Die Schlagzeilen der vergangenen Monate zeigten, dass Touristen vielerorts zum Problem werden. Auch in der Bodenseeregion gibt es eine grosse Beanspruchung der Infrastruktur. Zusätzlich kommt noch der ganzjährige Einkaufstourismus von Herr und Frau Schweizer. Das Forschungsprojekt Predicting Tourism Movements (PredTour) der Hochschule Konstanz (HTWG) und der ZHAW erfasste Besucherströme und Bewegungsprofile. Dadurch liessen sich lokale Verhaltenstendenzen voraussagen. Dank der Forschungsergebnisse soll es möglich werden, die Touristenströme besser aneinander vorbei zu lotsen. In einem Interview erzählen Marcel Hüttermann und Prof. Dr. Frank Hannich mehr über die wichtigsten Erkenntnisse des Projekts.

Was war die Intention das Projekt Pred Tour durchzuführen?

Das Institut für Marketing Management (IMM) hat mit der Hochschule Konstanz zusammen dieses Projekt in die Wege geleitet. Für uns als Schweizer Vertreter sind einerseits die Verdrängungseffekte und andererseits die Überlastung der Verkehrsinfrastruktur durch zu viel Tourismus von besonderem Interesse. Dies ist in der Schweiz ein sehr aktuelles Thema, beispielsweise mussten die Wirte am Seealpsee im Kanton Appenzell ihr Geschäft aufgeben, weil sie nicht zu wenige, sondern zu viele Gäste hatten. Insofern ist zu viel Tourismus auch über die Bodenseeregion hinaus ein sehr relevantes Thema. Für viele Tourismusdienstleistungen sind das neue Entwicklungen und Herausforderungen. Ein weiterer Treiber dieses Projektes sind die hervorragenden neuen Möglichkeiten, die sich mittels Smartphones bieten. GPS Daten ermöglichen viel bessere Location Based Services, welche höhere Relevanz schaffen können und insgesamt einen stärkeren Nutzen für die Kunden.

Marcel Hüttermann (links) und Prof. Dr. Frank Hannich (rechts) beide vom IMM

Wo sehen sie die Möglichkeit nochmals so ein Projekt durchzuführen?

Die Ergebnisse sind nicht nur Bodenseespezifisch. Überall dort, wo die Verkehrsinfrastruktur an seine Grenzen stosst und der Tourismus dadurch ungleich verteilt wird, könnte man ähnliche Massnahmen vornehmen. Hinzu kommt der Trend, dass man durch Social Media einen Hype um einzelne Orte auslöst, was dazu führen kann, dass solche Orte kurzfristig überlastet werden.

Wie sehen sie generell den Trend von Willingness to Share Data?

Wir haben da sehr hohe Hürden angetroffen. Es gab verschiedene empirische Untersuchungen für das Projekt, wo Befragte mit GPS-Trackern ausgerüstet wurden, um die zurückgelegten Strecken nachzuvollziehen. Die Bereitschaft diese Daten zu teilen war nicht hoch und ist ein Knackpunkt für jede Anwendung, die auf GPS-Daten angewiesen ist. Die Daten werden insbesondere dann nicht gerne geteilt, wenn die Touristen darauf aufmerksam gemacht werden. Vielen fällt dabei aber nicht auf, dass sie ihre Daten bei Google schon längst preisgeben oder dass die Telefongesellschaften all ihre Daten bereits haben und auch verwenden. Das Bewusstsein ist daher ein wichtiger Punkt. Weiter hat man im Tourismus Bereich mittelständische Anbieter oder Gemeinden, die eine Erlaubnis einholen müssen. Zudem wurde durch die neue europäische Datenschutzverordnung die Zurückhaltung seitens der Anbieter stark erhöht, so dass hohe Unsicherheit herrscht, was man nun effektiv brauchen kann und was nicht.

Was sind die konkreten Ergebnisse des Projektes?

Die Ergebnisse des Projektes zeigen auf, dass eine solche Applikation generell auf Begeisterung stösst. Damit die App auch genutzt wird, müsste sie sicherlich einen genug grossen Nutzen stiften, einfach zu bedienen sein und relevante Informationen liefern. Weiter hat sich ergeben, dass es die Applikation nicht nur online, sondern auch offline geben sollte. Dies ist vor allem für die Schweizer Nutzer relevant, die aufgrund hoher Roaming Gebühren im Ausland viel zahlen. Es sollte Live Meldungen geben, die darüber informieren, wo sich die Touristenströme aktuell befinden und ein Bewertungssystem über Lokalitäten, wie Restaurants. Weiter von Interesse sind Routen Vorschläge basierend auf eigenen Wünschen. Darin sehen die Befragten vor allem Vorteile in der Zeitersparnis, da man nicht lange nach Attraktionen suchen muss. Dies bedeutet weniger Stress und eine gewisse Planungssicherheit. Jedoch sehen sie auch klare Nachteile, wie zum Beispiel den Mangel an Spontanität und das Smartphone möchte man auch nicht immer mit sich tragen, wenn man im Urlaub ist.

Aus einer Umfrage in Kooperation mit 20 Minuten konnte man zusätzlich das Einkaufs- und Touristenverhalten von Schweizern und Schweizerinnen aus der Bodenseeregion befragen. Der Haupttreiber, wieso die Touristen nach Konstanz gehen, sind die günstigeren Preise und die Produkteauswahl. Die Befragten teilen zudem nur ungern ihre Daten, ausser sie sind vollständig anonymisiert. Wenn es aber eine Premium Version geben würde, wo man sich ein Profil erstellen könnte und die Möglichkeit bestehe, sich mit anderen auszutauschen und dadurch direkten Nutzen zu generieren, dann würden sie eher noch ihre Daten dort preisgeben.

Touristenströmevermeiden mit einer speziellen App © Pixabay

Wurde eine eigenständige App entwickelt?

Die Ergebnisse des Projektes haben gezeigt, dass sich eine eigenständige Plattform wahrscheinlich nicht lohnen würde, da man unter anderem erst noch Nutzer gewinnen müsste. Die Bereitschaft sich eine neue App herunterzuladen ist zudem sehr klein. Es hat sich gezeigt, dass 60% in der Schweiz im letzten Jahr keine neue App auf dem Smart Phone heruntergeladen haben. Die Leute nutzen lieber vorhandene Apps. So könnte man also die Funktionalitäten, die sich durch das Projekt ergeben haben in bestehende Apps integrieren, wie beispielsweise in Google Funktionen, die bereits enorm viele Daten und Nutzer haben. Auch wenn keine separate Applikation entwickelt werden konnte, gab es genügend neue Erkenntnisse, die gewonnen wurden und die sicherlich auch für andere Regionen anwendbar und nützlich sein können.

Wie könnte man die Nutzer dazu bringen, ihre Daten zu teilen, damit die Plattform genügend Informationen erhält?

Für die Nutzung gibt es zwei Voraussetzungen, zum einen muss ausreichendes Vertrauen zu den jeweiligen Anbietern geschaffen werden, dass die Daten auch wirklich nur für die gewünschten Zwecke verwendet werden. Und noch wichtiger ist es, den Nutzen zu zeigen. Der Nutzen muss so wertvoll sein, dass man die eigenen Bedenken zurückstellt.

Sehen sie das kritisch, dass man unter anderem Schweizer Einkaufstouristen in Konstanz versucht besser zu lenken, anstelle den Einkauf in der Schweiz zu fördern?

Natürlich ist das ein Thema das mitschwingt. Unser Auftrag als ZHAW ist es nicht den Einkaufstourismus zu fördern, und auch nicht Ziel des Projektes. Wir sehen es eher als Chance, die Touristenströme nicht nur in Konstanz selber, sondern auch in der Schweiz auf weniger ausgelastete Attraktionen zu lenken, wie zum Beispiel Kreuzlingen. Somit kann es durchaus Implikationen für Schweizer Geschäfte geben, wie sie die Probanden in der Schweiz behalten können.

Die Wahrnehmung ist zum Teil falsch, dass Gemeinden wie Konstanz noch mehr Einkaufstouristen haben wollen, das ist sehr umstritten in der Bevölkerung, weil es zu Verdrängungseffekten auch gegenüber der lokalen Bevölkerung hat. Es hat auch immer mehr Verdrängungseffekte gegenüber dem Übernachtungstourismus. Die verstopfte Innenstadt ist weniger attraktiv für klassische Touristen aus Deutschland, die eigentlich viel mehr Geld in der Gemeinde liegen lassen.

Wie sehen sie die Chancen einer Plattform, die Besucherströme lenken soll?

Wir sehen es gemischt. Die Datenteilbereitschaft ist eine sehr hohe Hürde und zudem ist es schwierig einen wirklich starken Nutzen für die Kunden zu schaffen. Aber man kann sicher mit einigen Massnahmen Teilerfolge erzielen.

Für alle Interessierten: am 22.11.2018 um 12:00 Uhr – 13:30 Uhr findet in Konstanz in der Villa Rheinburg ein Abschluss Workshop statt, wo alle beteiligten Institute ihre Ergebnisse vorstellen werden. Bei Interesse kann man sich gerne bei Marcel Hüttermann melden.

Kontakt:

ZHAW School of Management and Law, Institut für Marketing Management, Marcel Hüttermann, Telefon +41 58 934 76 98, E-Mail: marcel.huettermann@zhaw.ch

Einladung zum Abschluss Workshop

Digitale Selbstironie bei der Berliner Verkehrsgesellschaft

Von Franziska Petersen

Aktuelle Entwicklungen wie Artificial Intelligence, Virtual Reality, Internet of Things oder Argumented Reality haben einen grossen Einfluss auf die Unternehmen und das Marketing. Eine Welt ohne Smartphone, Tablet oder Laptop ist kaum mehr denkbar. Deshalb ist es sehr wichtig die Botschaften dort zu platzieren, wo die Kunden sie auch abrufen – online mittels digitalem Marketing. Dies gilt natürlich auch für Betriebe der öffentlichen Hand. Wie man das Social Media Marketing erfolgreich einsetzen kann, zeigt das Beispiel der Berliner Verkehrsgesellschaft.

Zuerst Kritik, dann Lob für das Social Media Marketing

Eine der wohl bekanntesten deutschen Social Media Kampagnen der letzten Jahre ist die der Berliner Verkehrsgesellschaft. Jeder, der einmal das Vergnügen hatte in Berlin die Öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, weiss welche Freude eine Fahrt mit der BVG bereitet. Es gibt keine Jahreszeit zu der der U-, S- Bahnverkehr ohne Verspätungen oder Ausfälle funktioniert. Bis in das Jahr 2015 hatte die BVG mit einem extrem schlechten Image zu kämpfen und die Kampagne #weilwirdichlieben erntete massive Kritik. Ziel war es zunächst, dass die Kunden ihre schönsten Erlebnisse mit der BVG teilen – das Resultat war ein Shitstorm sondergleichen. Doch die BVG reagierte mit Humor und Selbstironie auf die Kritik und startete eine der besten Kampagnen der letzten Jahre. Statt sich auf das Image eines guten Verkehrsbetriebs zu konzentrieren, punkteten sie mit Authentizität, Ehrlichkeit und Selbstironie. Man setzt auf Augenzwinkern und die Liebe zur Hauptstadt Berlin.

Einer der grössten viralen Hits war der Song „Is mir egal“ zusammen mit einem Berliner Hip Hopper:

Selbstironie auf den digitalen Kanälen

Das Kommunikationsziel ist auch heute noch eine authentische Identifikation der jüngeren Gesellschaft mit dem Berliner Unternehmen. Ihre Hauptkanäle hierfür sind Twitter, Instagram und Facebook und ihre Beiträge beschäftigen sich mit Themen, an die sich kaum ein Berliner Unternehmen herantraut.

Screenshot eines ironischen Posts © BVG

In ihrer Tonalität ist die BVG selbstironisch und provokant und schafft es immer wieder mit ihren Social Media Beiträgen die Brücke zwischen dem Verkehrsbetrieb und der Metropole Berlin zu schaffen. Und damit auch eine emotionale Bindung zu den Kunden aufzubauen.

Screenshot eines weiteren Beispiels © BVG

Was mit grossen Schwierigkeiten begonnen hat, ist heute eine sehr erfolgreiche Social Media Kampagne. Mit mehr als 282.000 Twitter Followern, 256.000 Facebook Fans und 674.000 Abonnenten auf Instagram, hat sich die Reflexion, Ehrlichkeit und Selbstironie des Unternehmens gelohnt.

Die BVG hat es geschafft von dem typischen, negativen Klischee der Branche wegzukommen und hat mit ihrer Kampagne eine Liebeserklärung an ihre Stadt und deren Bewohner kreiert.

Über die Autorin

Franziska Petersen hat sich als studierte Politologin vor Jahren in die Welt des Eventmarketings verlaufen. Seitdem organisiert sie rund um den Globus Messen und Events im B2B Bereich. Seit zwei Jahren ist sie bei der VAT Group und seit August 2018 studiert sie berufsbegleitend an der ZHAW. Dort absolviert sie gerade den CAS Marketing- und Corporate Communications.

Gähn war gestern: Wie Konferenzen zum Erlebnis werden.

Von Judith Gallus

Das Szenario ist bekannt: Die Konferenz ist optimal vorbereitet, Ihr Publikum sitzt neugierig auf seinen Plätzen, der renommierte Keynote Speaker gibt sein Bestes. Und dennoch schielen die ersten nach einer halben Stunde auf ihr Smartphone, und andere rutschen unruhig auf den Stühlen hin und her. Es ist unübersehbar: Ihr Publikum kämpft gegen das „Death by Powerpoint Syndrome“. Dabei könnte es ganz anders laufen.

Eine Frage der Aufmerksamkeitsökonomie

Aufmerksamkeit ist heute ein knappes Gut. Im Alltag, bei der Arbeit – und auch bei Konferenzen. Die Fachleute sprechen von der «Ökonomie der Aufmerksamkeit». Sie beschäftigen sich mit der Frage: «Mit welchen Mitteln kann ich was bei wem erreichen?» Wer Aufmerksamkeit will, muss die Voraussetzungen dafür schaffen. Und dabei stets berücksichtigen, dass unsere Sinne keine 24/7-Organe sind.

Auch bei Publikumsanlässen gelten die Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie. Es lohnt sich deshalb, bei deren Planung nicht nur ans Programm zu denken sondern ebenso an Emotionen, an Partizipation und Involvement der Gäste. Wer will schon von der Bühne herab belehrt werden? Wer hat noch den Nerv, einfach nur still dazusitzen? Wer ist mittlerweile nicht immun gegen endlose, wortreiche Slide Shows?

Im Eventbereich bedeutet dies, nicht nur in Inhalten zu denken sondern auch in Formaten. Das Wie wird zum Erfolgsfaktor. Denn aufmerksam bleibt nur, wer sich angesprochen und abgeholt fühlt. Mehr noch, wer sich als Teilnehmer auch einbringen kann. Vor diesem Hintergrund sind in den letzten Jahren zahlreiche Formate und Tools entwickelt worden, die Konferenzen zu kurzweiligen und nachhaltigen Erlebnissen machen. Die Devise dabei: vom Zuhörer zum Teilnehmer.

Nicht mehr nur zuhören, sondern aktiv teilnehmen © standing ovation ag

So gelingen Konferenzen

Masterclass: Expertise aus erster Hand

Meisterschaft hat ihr eigenes Charisma. Und auf dieses baut die Masterclass. Sie wird in der Regel von ausgewiesenen Experten zu fachspezifischen Themen abgehalten. Solche «Lehrveranstaltungen» – meist in kleinerem Rahmen — sind ein ganz besonderes Erlebnis, weil den Teilnehmern hochkarätiges Wissen aus erster Hand vermittelt wird.

  • Für Konferenzen mit anspruchsvollem Publikum, das einen echten Mehrwert erwartet.

Barcamp: die Bottom-up-Methode

Hier gilt die Parole «Jeder kann Konferenz.» Diese Workshop-Konferenzen werden ad hoc von den Teilnehmern gestaltet. Dialog und Austausch haben Priorität. Das kann befreiend, inspirierend, motivierend und sehr nachhaltig wirken. Insbesondere wenn am Ende konkrete Ergebnisse vorliegen, die dem Plenum präsentiert werden. Dieses Format ist zeitintensiv und bedarf eines erfahrenen Moderators.

  • Für Veranstaltungen mit aktiven Teilnehmern, die keine Scheu haben, die gewonnenen Erkenntnisse anschliessend dem Publikum vorzutragen.

Pecha-Kucha: Adrenalin für die Aufmerksamkeit

Pecha Kucha macht Konferenzteilnehmer hellwach: Denn das Format besteht aus 20 Slides, die während je 20 Sekunden kommentiert werden. Diese äusserst kurzweilige, jedoch sehr anspruchsvolle Vortragsart wurde 2003 erstmals in Tokio angewandt. Heute ist sie vor allem bei Business-Konferenzen und an Universitäten ein Hit.

  • Für Konferenzen mit geübten Sprechern, die in der Lage sind, auch komplexe Inhalte in kompakte 400 Sekunden zu packen.

Catchbox: locker vom Hocker sprechen

Vorbei sind die Zeiten, in denen das Handmikrophon umständlich und zögerlich im Publikum herumgereicht wurde. Mit der Catchbox, einem Mikrophon, das in einer weichen, viereckigen Hülle steckt, werfen sich die Teilnehmer das Wort zu. Dabei verfehlt die Catchbox auch mal das anvisierte Ziel. Der Zufall sorgt für eine angeregte und spielerische Atmosphäre.

  • Für Events mit eher informellem Charakter.

Mikrophon mal anders © Catchbox

Event App: der Interaktions-Booster

Konferenzen müssen heute mehr leisten: Informationsvermittlung, Networking, Erlebnis usw. Ein Tool, das eine Vielzahl von Bedürfnissen abdeckt, ist die Event App. Sie steigert die persönliche Interaktion zwischen Teilnehmern, Referenten und Organisatoren markant. Via Event App können Teilnehmer z. B. live Fragen zum Vortrag stellen, Feedbacks geben, an Abstimmungen teilnehmen oder auf einer sogenannten Wall of Ideas ihre Meinung kundtun.

  • Für grössere und/oder wiederkehrende Tagungen und Konferenzen.

Wenn Sie also das nächste Mal eine Konferenz oder einen ähnlichen Anlass organisieren, wagen Sie etwas Neues und probieren Sie ein alternatives Format oder Tool aus. Binden Sie Ihr Publikum in den Vortrag ein und erzeugen Sie so ein positives, gemeinsames und nachhaltiges Erlebnis. Begeisterte Teilnehmer werden es Ihnen danken.

Über die Autorin

Judith Gallus ist Head of Communication bei standing ovation ag, einem führenden Schweizer Dienstleister für Events, Kongresse und Shared Communication. Zur Zeit absolviert sie an der ZHAW den Lehrgang CAS Marketing & Corporate Communications. Gerne beantwortet sie Fragen zu Events und Live Communication. standingovation.ch

Gute Stimmung, grossartiges Programm und sprechende Roboter am Event «Future of Marketing»

Marketingbegeisterte aus diversen Branchen kamen am Future-of-Marketing-Event in Winterthur zusammen und tauschten sich über die Zukunft des Marketings aus. Neben Einblicken von Experten, produktiven Workshops und interessanten Referaten, gab es weitere Attraktionen, welche die Marketingleute begeisterten.

Moderiert wurde der Anlass von Miriam Rickli. Gemeinsam mit Pepper, einem humanoidem Roboter der Zürcher Firma raumCode, hiess sie die rund 180 Gäste willkommen. Die Eröffnung des Events gestaltete sich aus drei Referaten zu unterschiedlichen Marketing Trends. Dominic Kropf, Leiter Cross Channel Solutions bei der Post CH AG, thematisierte beispielsweise den Wandel von crossmedialer Informationsüberflutung hin zu differenziertem Vorgehen auf Datenbasis. Dabei unterstrich er aber nicht nur die Bedeutung der Daten für die Optimierung der Kanäle, sondern auch die technologische Entwicklung. «Daten allein sind kein Garant für effektive Kampagnen, es wird auch in Zukunft immer die geniale Idee brauchen», so Dominic Kropf. Auch Milos Radovic, Head of Marketing Development bei Swisscom, betonte bei seinem Referat die Rolle des Menschen. Eine Vollautomatisierung im Lead-Management solle einen Fokus auf die Kreativität ermöglichen. Nach einem informationsreichen Vormittag durften die Teilnehmenden in vier Workshops kreativ werden und zusammen Lösungen erarbeiten, die sie dem Publikum präsentierten.

Pepper, der humanoide Roboter, begrüsste das Publikum und sorgte für viele Lacher © Manuela Eberhard

Interessante Inputs gab es auch aus dem Referat von Birte Welsch, Leiterin Customer Happiness Management bei Tandemploy. Thematisiert wurde das Job-Sharing als neuer Ansatz flexibler zu arbeiten im digitalen Zeitalter. Durch das Teilen der Arbeit soll bei Kündigung eines Mitarbeiters das Know-How in der Firma weiterhin bestehen bleiben. Sie betont, dass es wichtig wäre, die Mitarbeiter clever zusammenzubringen und den Austausch von Wissen zu fördern. Dadurch würde man die Fähigkeit stärken, Innovationen hervorzubringen. Es liege noch sehr viel Potential in Unternehmen, welches noch nicht vollständig ausgeschöpft werde. Daher solle man beispielsweise Tools nutzen, um den Informationsaustausch zu fördern.

Teilnehmende erarbeiten gemeinsam Lösungen zu verschiedenen Cases © Manuela Eberhard

Der Austausch von Informationen kann von hoher Relevanz sein, erklärte auch Dr. Michael Lewrick, Chief Innovation Officer bei Swisscom. Er ging auf die Bedeutung und Schaffung dezentraler Ökosysteme ein, in denen Daten und Informationen in dezentralen Strukturen übertragen werden könnten. Solche Ökosysteme würden Vorteile für alle Akteure schaffen und auch immer mehr Akteure im System miteinbeziehen, sodass es sich iterativ weiterentwickeln würde. Für das Marketing würde das bedeuten, dass es eine Demokratisierung von Informationen geben würde. Jeder hätte eine Informationshoheit, es gäbe Differenzierungspotenzial, bessere Datenqualität und höhere Akzeptanz von Werbung. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen, welche besagen, dass das erfolgreiche Marketing an der Idee entsteht, plädiert dieser Ansatz für eine technologiezentrierte Entwicklung. Das Problem ist jedoch, dass Unternehmen noch nicht bereit sind ihr Geschäftsmodell aufzugeben und eigene Informationen preiszugeben. Dabei sollten Firmen über eine gemeinsame Value Proposition nachdenken.

Experten tauschen sich mit dem Publikum aus © Manuela Eberhard

Zum Abschluss des Tages wurden in der Podiumsdiskussion die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst. Zukünftig wird im Marketing die Dynamik, wie auch die Komplexität steigen. Nicht nur die Technologie und Modelle, sondern auch die Konsumenten werden komplexer. «Man sollte jedoch nicht in Panik verfallen. Man kann die Dynamik nicht beherrschen, man muss sich darum neue Herangehensweisen aneignen und viel ausprobieren und testen», so Institutsleiter Prof. Dr. Brian Rüeger. Es ist wichtig zu lernen, in Zyklen zu leben und Schritt für Schritt an Lösungen zu arbeiten. Die Digitalisierung hat bereits und wird noch mehr Auswirkungen auf das Marketing haben, aber somit auch neue Bereiche mit neuen Fähigkeiten schaffen.

Man sollte in diesem rasanten Prozess nicht vergessen die Mitarbeiter mitzunehmen, denn es geht nicht nur um die technische neue Idee, sondern auch darum das Team miteinzubeziehen. Andrea Schneider, User Experience Researcher bei SBB, bekräftigte ausserdem, dass es einen sanften Übergang geben solle, die auch die Fähigkeiten der alten Generation mitnehme und berücksichtige. Zusammenfassend waren sich die Referenten einig, dass die bevorstehenden Transformationen gefördert, begleitet und gemeinsam angegangen werden sollen. «Im Fokus bleibt aber immer noch dieselbe Aufgabe und zwar die Kunden zu begeistern und Emotionen auszulösen», so Catherine Purgly, Geschäftsführerin bei Leading Swiss Agencies. Das Marketing unterliegt grossen Veränderungen, die aktuell geschehen. Was also die Zukunft noch bringen wird, kann man heute mitbestimmen.

Diesen informationsreichen Tag auf einer Seite, beziehungsweise Skizze, zusammenzufassen ist nicht einfach, aber möglich. Guido Schlaich, Ingenieur und Designer, hatte alle wichtigen Inputs zusammengesammelt und visuell erfassbar dargestellt. Wer diesen Tag also verpasst hatte, kann sich auf einem Blick die Kernaussagen anschauen. Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte.

Der Future of Marketing Event auf einem Blick © Guido Schlaich

«Das Marketing verändert sich so stark, dass es nur Sinn ergibt, einmal jährlich einen Event zu veranstalten, wo wir die Wissenschaft und die Forschung zusammenbringen, um die Veränderungen und neusten Trends aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten», so Prof. Dr. Frank Hannich. Institutsleiter Prof. Dr. Brian Rüeger freut sich über überwältigend positives Feedback; es habe gute Gespräche beim Apéro gegeben, und es hätten viele Anregungen und Impulse bei den Teilnehmenden ausgelöst werden können. «Wir sind sicher auf dem richtigen Weg und wollen nächstes Jahr einen Quantensprung hinlegen. Das Interesse ist auf jeden Fall da», so Prof. Dr. Brian Rüeger.

Save the Date für den Future of Marketing am 28.10.2019 in Winterthur © Manuela Eberhard

Druck-Branche am Aussterben – oder doch lebendiger als je zuvor?

Von Tamara Martelli

Beim Wort «Drucken» denken viele zuerst an die graue Box in der Ecke des Büros, welche hoffentlich ohne Papierstau Dokumente ausdruckt. Das Ausdrucken von Dokumenten hat sich in den letzten Jahren jedoch deutlich verringert, da im heutigen Zeitalter der Digitalisierung nahezu alle Inhalte in elektronischer Form zur Verfügung stehen. Wozu braucht es also noch den Druck?

Die Firma Ricoh hat zu dieser Frage eine Studie durchgeführt, um zu erfahren, wie die Zukunft des Drucks aussieht und wie neue Drucktechnologien Chancen für Unternehmen darstellen können. Ricoh ist ein japanisches Unternehmen, welches ein breites Portfolio an innovativen Technologien und Dienstleistungen anbietet um es dem einzelnen Mitarbeiter zu ermöglichen, intelligenter zu arbeiten. Für die Studie wurden 3’150 Führungskräfte von Unternehmen unterschiedlichen Grössen in ganz Europa befragt, wie sie die Bedeutung des Drucks in ihren Unternehmen einschätzen und welche Rolle Druck in Zukunft in ihren Augen einnehmen wird.

Ricoh Studie «The Future of Print» zur Zukunft des Drucks ©Ricoh Europe Ltd.

Druck als strategischer Faktor für Unternehmen

Die Hauptaussagen aus der Studie zeigen auf, dass Druck keineswegs am Aussterben ist, sondern dass er für Führungskräfte verschiedener Branchen eine wichtige strategische Rolle einnimmt. Neue Drucktechnologien ermöglichen es Unternehmen, Kundenbeziehungen zu vertiefen, schneller auf Erwartungen seitens der Kunden zu reagieren und die Angebote individueller zu gestalten. Wie aber setzten Unternehmen neue Drucktechnologien konkret ein, um die genannten Vorteile zu erreichen? Die Ricoh Studie zeigt dies anhand der folgenden vier Branchen auf: Einzelhandel, Gesundheitswesen, Hochschulbildung und Finanzdienstleistungen. Um einen Fokus zu setzen, wird nachfolgend auf die Drucktechnologien der Zukunft im Einzelhandel (Retail) eingegangen.

3D-Druck im Einzelhandel erzeugt Wettbewerbsvorteile

Die Studie hat ergeben, dass im Einzelhandel von den Kunden besonders kürzere Lieferzeiten, vielfältigere Liefermöglichkeiten sowie die Möglichkeit zur Personalisierung gefordert werden. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden und um Wettbewerbsvorteile zu erlangen, können neue Drucktechnologien wie 3D-Druck eine wichtige Rolle spielen. Der 3D-Druck ermöglicht es Retailern beispielsweise, Artikel viel schneller zu drucken d.h. herzustellen als mit herkömmlichen Fertigungsverfahren. Das Potential ist da, Produkte sogar direkt im Laden im Beisein des Kunden zu drucken. So kann auch auf individuelle Wünsche des Kunden eingegangen werden und personalisierter Druck ist einfach umsetzbar sowie erst noch wirtschaftlich sinnvoll.

3D-Druck ermöglicht eine schnellere und individuellere Herstellung von Produkten ©Pixabay

Die 3D-Druck Technologie vereinfacht somit die Art und Weise, wie Artikel hergestellt, gelagert und vertrieben werden, in dem sie die Lücke zwischen digitalen und physischen Gegenständen überbrückt. Die Kosten für Lagerung, Versand und Materialien wird reduziert. Retailer mit stationären Geschäften konkurrieren dabei mit ihren Online-Anbietern um die On-Demand-Lieferung von Produkten. Aus diesem Grund wollen gemäss der Ricoh Studie 68% der Befragten innerhalb der nächsten zwei Jahre Investitionen in 3D-Drucktechnologien vornehmen um die Kundenerfahrung zu verbessern, Bestellungen effizienter zu bearbeiten und um die Loyalität der Kunden zu erhöhen.

Um in unserer schnelllebigen Welt als Unternehmen bestehen zu können, ist Flexibilität notwendig, um mit den sich laufend ändernden Anforderungen der Kunden Schritt zu halten. Druck ist dabei ein entscheidender Faktor, um sich als Unternehmen zu differenzieren und sich Wettbewerbsvorteile zu erschaffen.

Über die Autorin

Tamara Martelli hat an der Hochschule Luzern Business Administration mit Vertiefung in Tourismus & Mobilität studiert und ist heute als Corporate Marketing Specialist bei der Ricoh Schweiz AG in Wallisellen tätig. Nebst ihrer Leidenschaft für das Reisen und den Sport, ist sie sehr an technologischen Entwicklungen interessiert und deren Auswirkungen auf das Arbeiten und das Leben der Zukunft. Momentan absolviert sie an der ZHAW den CAS Corporate Marketing & Communications.

Winterromantik mit hohen Nebenkosten – ein Blick hinter die Kulissen des Skigebiets Grindelwald-Wengen

Von Daniela Roth

Tief verschneite Winterlandschaften, perfekt präparierte Pisten mit Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. In rund vier Wochen ist es wieder soweit, das Skigebiet Grindelwald-Wengen startet in die Saison. Ein kostspieliges Unterfangen, der Betrieb des Gebiets mit 27 Anlagen und 155 Pistenkilometern kostet die Jungfraubahnen über 250’000 Franken pro Tag.

Anfangs Oktober, sobald die Kühe von der Alp zurück ins Tal trotten, beginnen die Vorbereitungen für die Wintersaison. Die Weidezäune werden entfernt, hunderte von Pistenmarkierungspfosten bereitgestellt und die Pistenbullys aus ihrem Sommerschlaf geholt. Vor dem ersten grossen Schneefall muss alles bereit sein, nichts wird dem Zufall überlassen. Für den Fall, dass Frau Holle den Winterstart wieder einmal verschläft, werden rund 30 mobile Schneekanonen in Stellung gebracht und 290 Beschneiungslanzen am Pistenrand montiert. Sobald eine längere Kaltwetterphase in Sicht ist, wird die künstliche Beschneiung in Betrieb genommen. Die Anschaffungskosten der Beschneiungsanlage belaufen sich auf rund 9.5 Millionen Franken. Dank der modernen Anlage ist auch die alljährliche Durchführung der weltbekannten Lauberhornrennen gesichert.

Skifahren in Grindelwald mit bester Aussicht ©jungfrau.ch

Wetterfeste und kälteresistente Mitarbeiter

140 Mitarbeiter sind für den Wintersport im Einsatz. Die meisten Arbeiten im Sommer im eigenen Landwirtschaftsbetrieb oder im Baugewerbe und verbringen den Winter im Skigebiet Grindelwald-Wengen. Unter den Wintersportmitarbeitern sind die verschiedensten Berufsgattungen vertreten: Mechaniker, Pistenfahrzeugfahrer, Ingenieure, Beschneiungsspezialisten, Patrouilleure, SOS-Mitarbeiter, Bahn- und Liftpersonal. Einer von ihnen ist der Pistenbullyfahrer Pascal Hallauer. Obwohl grosse Flexibilität gefragt ist, liebt der 26-jährige seinen Job und beschreibt ihn als extrem faszinierend: „Ich komme auf den Berg, alle sind am Skifahren. Man wartet bis Pistenschluss, nimmt die Maschine und beginnt sein Gebiet zu präparieren. Für mich ist das wie Freiheit. Klar, die anstehende Arbeit muss erledigt werden, aber eigentlich bin ich frei. Ich habe den ganzen Berg für mich und kann die Aussicht geniessen. Bei der Arbeit erlebe ich Momente, die kann man sich nicht mal erträumen. Faszinierende Wetterstimmungen, Sonnenuntergänge oder Tiere, die den Weg kreuzen. Da muss wirklich ganz viel schieflaufen, dass ich mich nicht aufs Arbeiten freue. Der Job gibt mir wirklich extrem viel.

Patrouilleur mit Lawinenhund im Einsatz ©jungfrau.ch

Wetter bestimmt Arbeitszeiten
Bei gutem Wetter wird mit der Pistenpräparation jeweils kurz nach der letzten Pistenkontrolle begonnen. Gegen 2 Uhr morgens ist die Arbeit meist erledigt. Fällt jedoch Neuschnee, werden die Pisten erst in der zweiten Nachthälfte hergerichtet, damit Skifahrer und Snowboarder am Morgen trotz Schneefall eine möglichst gute Piste antreffen. Bei den Bullyfahrern sind regelmässige Arbeitszeiten die Ausnahme. Diese gibt es lediglich, wenn der erste Schnee fällt und das Gebiet noch geschlossen ist. Dann fahren sie am Morgen auf den Berg, verstossen den Schnee und sind am Abend wieder im Tal. Sobald der Skibetrieb offen ist, muss das Präparationsteam sehr flexibel sein und die Arbeits- und Schlafzeiten nach dem Wetterbericht richten.

Gäste mit hohen Ansprüchen

Bei warmen Temperaturen oder viel Neuschnee ist es schwierig, die Piste und den Freestyle Park perfekt zu präparieren. Das Pistenbully-Team ist aber auch bei unvorteilhaften Wetterverhältnissen mit grosser Motivation am Werk und versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Die Ansprüche der Gäste sind sehr hoch und es ist nicht ganz einfach, diesen immer gerecht zu werden. Schneit es in der Nacht, nimmt die Arbeit mehr Zeit in Anspruch. Die Pisten bleiben durch den Neuschnee weich und sind folglich schon nach wenigen Fahrten uneben. Falls die Piste nicht in makellosem Zustand ist, liegt es aber nicht etwa an der Motivation oder dem Willen, sondern an schwierigen Schnee- oder Wetterverhältnissen.

Olympiasieger Gian Simmen im Snowpark Grindelwald-First ©jungfrau.ch

Mit Rücksicht auf die Natur

Die Pistenbullyflotte ist während der Saison rund 16’800 Stunden im Einsatz und besteht aus 21 Fahrzeugen. Die Anschaffungskosten beziffern sich auf 8,4 Millionen Franken. Bei der Pistenpräparation setzen die Jungfraubahnen auf Energie-Effizienz und modernste Technik. Sämtliche Pistenfahrzeuge sind mit dem Ressourcen schonenden Schneehöhen- und Flottenmanagementsystem SnowSat ausgestattet. Dieses ausgeklügelte System zeichnet bei der täglichen Pistenpräparation die Höhe der Schneedecke auf und gibt damit direkte Rückmeldung an den Fahrer für eine optimale Schneeverteilung. Mit Hilfe von SnowSat kann mit weniger Schnee mehr Pistenfläche bei besserer Qualität erstellt werden. Durch die Kenntnisse über die Schneedecke werden Schäden an der Vegetation vermieden. Am Ende der Saison können die Flächen zentimetergenau vom Schnee befreit werden. Somit entstehen optimale Voraussetzungen für eine möglichst baldige Entwicklung der Vegetation.

Pistenbullyfahrer geniesst die Abendstimmung ©jungfrau.ch

Über 250’0000 Franken pro Tag für den Wintersport

Damit die Gäste während der gesamten Skisaison auf perfekt präparierten Pisten die Hänge hinuntergleiten können, investieren die Jungfraubahnen jährlich 30 Millionen Franken in das Skigebiet Grindelwald – Wengen.  Mit rund 120 Betriebstagen pro Winter ergibt dies 250’000 Franken pro Wintersporttag. Manch ein Skifahrer schluckt leer, wenn er rund 70 Franken für einen Tages-Skipass bezahlen muss. Berücksichtigt man jedoch die hohen Investitionen und täglichen Kosten, die für den Skibetrieb anfallen, ist der Preis der Tageskarte durchaus gerechtfertigt.

Über die Autorin

Daniela Roth arbeitet als Projektleiterin PR/Sponsoring bei der Jungfraubahnen Management AG und absolviert zurzeit den CAS Marketing- und Corporate Communications an der ZHAW. Im Winter verbringt die leidenschaftliche Snowboarderin möglichst viel Zeit auf den Pisten.

Das Kundenmagazin – Mehrwert für Kunden und Unternehmen?

Von Dunja Pfister

Relevante Informationen, unterhaltsame Geschichten und packende Erlebnisberichte: Ein Kundenmagazin soll verschiedene Bedürfnisse abdecken. Doch es dient nicht nur der Präsentation des eigenen Unternehmens und der Kundengenerierung, sondern beinhaltet auf Leserseite noch einiges mehr.

Schwangerschaft und Geburt sind sehr persönliche und intime Erlebnisse. Nach anfänglichem Zögern stimmt die Patientin zu, im Magazin des GZO Spital Wetzikon von ihren Erfahrungen zu erzählen: „Ich fand allmählich Gefallen an der Idee, dass meine eigene Geschichte professionell aufgearbeitet wird und wir so ein Leben lang eine schöne Erinnerung behalten.“ Die junge Frau berichtet davon, wie sie die intensive Zeit vom Schwangerschaftstest bis zur Entbindung in der Badewanne erlebt hat. Von der Vorfreude aufs Baby, ihren Sorgen und Ängsten, aber auch davon, wie sie die Betreuung durch ihre Hebamme und das Angebot des Spitals empfunden hat.

Das Kundenmagazin des GZO Spitals Wetzikon © GZO Spital Wetzikon

Das GZO-Magazin: Blick hinter die Kulissen

Die Patientenstory setzt den inhaltlichen Schwerpunkt des GZO-Magazins, welches zweimal pro Jahr erscheint. „Uns ist es wichtig, dass im Magazin unsere Patienten, für welche wir das Heft primär produzieren, selber zu Wort kommen. Auch möchten wir mit unseren verschiedenen Geschichten und Berichten Einblick in unseren Spitalalltag geben, über Neuerungen rund um unser Spital informieren und die Bevölkerung des Zürcher Oberlandes an der Entwicklung des GZO teilhaben lassen“, sagt Stephan Gervers, Leiter Marketing und Kommunikation des GZO Spital Wetzikon.

So teilt der Chefarzt der Gastroenterologie in seiner Kolumne „Inneaasichte“ regelmässig seine Gedanken zu seinem Fachbereich mit und bringt dem Laien die Anatomie des Menschen auf humorvolle Art und Weise näher. Porträts von Mitarbeitenden aller Funktionsstufen und Berufe finden Eingang ins Heft und bieten spannende Hintergrundinformationen. Beispielsweise erfährt man so, welche Aufgaben in der Abteilung für Sicherheit ausgeübt werden oder wie eine Assistenzärztin zur Olympia-Bronzemedaille-Gewinnerin in Sotschi wurde. „Menschen setzen sich für Menschen ein“, erklärt Gervers die Themenschwerpunkte, „und das möchten wir zeigen – in allen Facetten. Einerseits geht es in unserem Heft um unsere Patienten, andererseits aber auch um unsere Mitarbeitenden, denen wir so Wertschätzung und Respekt vor dem Geleisteten entgegenbringen.Engagiert. Für Mensch und Medizin, der Claim des Spitals im Zürcher Oberland, wiederspiegelt sich im ganzen Unternehmen bis hin zur Content-Strategie.

Eine andere Seite der Mitarbeiter kennenlernen © GZO Spital Wetzikon

Relevanter Content – nicht nur leere Worthülsen und schöne Bilder

Doch was ist für Patienten, aber auch für Stakeholder aus Wirtschaft und Politik, zuweisende Ärzte und die Mitarbeitenden von besonderer Bedeutung? Wie stellt man es an, dass die Zielgruppen das Heft nach kurzem Durchblättern nicht gleich wieder weglegen?

Ein Kundenmagazin soll sich zunächst nicht von einem anderen journalistischen Produkt unterscheiden. Wichtiger noch als schön anzusehende Bilder und ein ansprechendes Layout ist relevanter Inhalt. Das heisst konkret, dass das Unternehmen nicht einfach leeres Gerede bieten oder gar profane Werbung in eigener Sache verkaufen sollte. Aktueller, informativer Inhalt, der recherchiert sowie redaktionell aufbereitet wurde und zielgruppenrelevant ist, wird auch tatsächlich konsumiert. Emotionen und Transparenz, Unterhaltung und Informationen – verschiedene Komponenten tragen dazu bei, das Endprodukt mit Leben zu füllen und den Konsumenten anzusprechen. Dies ist schlussendlich der Schlüssel zum Erfolg und macht den entscheidenden Unterschied zu anderen Unternehmensprodukten.

„Was ist für unsere Adressaten wichtig und interessant? Was möchten sie erfahren?“, sollten die Fragen demzufolge lauten und nicht, „was wollen wir an die Frau oder an den Mann bringen?“ Der Ausgangspunkt aller Strategieüberlegungen in Bezug auf das Kundenmagazin muss ganz klar der Kunde oder in diesem Fall der Patient sein und nicht die Kommunikationsbedürfnisse und der Profitgedanke des Unternehmens.

Vorteile für beide Seiten

Nichtsdestotrotz ist ein gepflegtes Kundenmagazin auch für das Unternehmen zielführend. Indem dem Adressatenkreis ein authentisches und für ihn interessantes Produkt vorgelegt wird. Indem der Bevölkerung gezeigt wird, wie es in einem Spital zu und her geht. Indem sie über aktuelle Diskussionen wie die Grippeimpfung informiert wird. Und indem auch mal die Menschen hinter den verschiedenen Berufen vorgestellt werden, kann sich Vertrauen bilden und so im besten Fall Kundenbindung erzeugen. Natürlich platziert das Unternehmen Themen, die es ebenso für relevant hält und die allenfalls imagefördernd wirken. Doch der Vorteil der Lektüre muss für die Stakeholder klar ersichtlich sein. Ansonsten hat das Magazin das Ziel verfehlt und kann auch gleich ins Archiv wandern und verstauben. Keine Leser – kein Magazin.

Die genannten Punkte zu befolgen, hilft nicht nur, der Zielgruppe einen Mehrwert und dem Kundenmagazin eine treue Leserschaft zu generieren, sondern dient dem Unternehmen ebenso als imagebildende Massnahme und letztlich als Return of Investment. Mehrwert also für Kunden und Unternehmen – eine Win-win-Situation für beiden Seiten.

Mehr über das GZO Spital Wetzikon:

https://www.gzo.ch/

https://www.gzo.ch/ueber-uns/geschaeftsbericht-und-magazin/

https://www.gzo-bau.ch/

https://de-de.facebook.com/gzo.spital.wetzikon/

 

Über die Autorin

Dunja Pfister hat Geschichte, Englische Literatur und Publizistik an der Universität Zürich studiert, ist nun im Bereich Marketing und Kommunikation tätig und absolviert zurzeit den CAS Marketing & Corporate Communications an der ZHAW. Sie ist unter anderem verantwortlich für das Magazin sowie den Geschäftsbericht des GZO Spital Wetzikon und ist laufend auf der Suche nach spannenden Themen.