Digital Marketing auf einem (noch) höheren Niveau

Die Digitalisierung beschäftigt die Unternehmen. Im gleichen Zug steigt auch das Interesse nach Weiterbildungen in diesem Bereich. Mit dem CAS Digital Marketing ist bereits eine bewährte Weiterbildung vorhanden. Um das digitale Marketing auf eine noch höhere Stufe zu heben, wurde der CAS Advanced Digital Marketing kreiert. Dieser führt noch detaillierter in die diversen Themenbereiche und rüstet die Teilnehmenden für das anspruchsvolle Umfeld von morgen. Wir haben bei Studienleiter Valerio Stallone nachgefragt, welche Vorteile dieser CAS mit sich bringt.

Der CAS Digital Marketing hat sich sehr bewährt. Warum braucht es noch einen CAS Advanced Digital Marketing? Wo liegen die Unterschiede zwischen diesen beiden CAS?

Im CAS Digital Marketing werden verschiedene Themen des digitalen Marketings angesprochen, so dass Studierende sich einen Überblick über die Möglichkeiten machen können. Den CAS Advanced Digital Marketing haben wir gemeinsam mit eben diesen Absolventinnen und Absolventen entwickelt: Welches Know-How soll vertieft werden? Der Unterschied liegt dementsprechend in der Menge an verschiedenen Themen, die angesprochen werden –in reduzierter Form gegenüber dem CAS Digital Marketing – und in der Tiefe, in welcher diese Themen angegangen werden – dies wurde wiederum weitaus intensiviert.

Valerio Stallone, Studienleiter des CAS Advanced Digital Marketing

Digital Marketing ist ja in aller Munde und schon weit verbreitet. Was können Sie an neuen Inhalten bieten?

Digital Marketing ist durchaus weit verbreitet, jedoch fehlt es an Tiefe des Verständnisses. Bei Werbetreibenden mangelt es jedoch meistens an Nähe zu «Peers», nämlich zu Kollegen, die ähnliche bzw. dieselben Herausforderungen haben: Wie gehen andere Teams / andere Unternehmen mit, z.B. Data Management Plattformen im digitalen Ökosystem um und wie kann ich dieses Wissen auf meine Abteilung übersetzen? Gleichzeitig haben Agentur-Mitarbeiter das Wissen spezifisch in ihrem Bereich über mehrere Unternehmen hinweg, mangeln jedoch an Wissen jenseits ihres digitalen Horizonts. Mit diesem Lehrgang machen wir das «T» in T-shaped Skills noch akuter.

Wo liegen die Schwerpunkte des Lehrgangs?

Im ersten Modul liegt der Fokus darauf in Erfahrung zu bringen, wie und wer gemessen wird bzw. werden soll. Dabei eignen sich die Studierenden Wissen aus den Bereichen Tracking und digitaler Kundenorientierung an. Im zweiten Modul werden die Instrumente vorgestellt, um mit den definierten Personas in Kontakt zu treten: Content und Onlinewerbung werden dabei auf operativer Ebene angegangen.

Wem würden Sie diesen CAS empfehlen? Muss man schon ein digitaler Experte sein?

Im CAS Advanced Digital Marketing werden wir Themen wie Marketingstrategien und Strategien-Frameworks voraussetzen und gleich in die Tiefen des digitalen Kontextes begeben: Vorwissen ist Voraussetzung und muss vorgewiesen werden. Deshalb empfehlen wir diesen Lehrgang Marketing Spezialistinnen und Spezialisten mit mehreren Jahren Berufserfahrung im digitalen Umfeld.

Der CAS Advanced Digital Marketing ist für alle da, die noch mehr über digitales Marketing wissen wollen.

Nebst dem Inhalt, sind natürlich auch die Lehrkräfte wichtig. Wer doziert in diesem CAS?

Für diesen CAS Lehrgang werden vor allem Dozierende aus Unternehmen präsentieren, die Einblick in die betriebliche Realität bieten werden, also erfahrene Experten mit didaktischem Flair. Diese werden ergänzt durch interne Dozierende der ZHAW.

Zum Schluss, wie sehen Sie die Entwicklungen des Digital Marketings? Was kommt in der nächsten Zeit auf die Marketingverantwortlichen noch zu?

Die Werkzeuge des digitalen Marketings haben sich in den letzten fünf Jahren konstant verändert, deshalb ist die zu erwartende Konstante der nächsten Zukunft die Veränderung. Digital Marketers müssen jetzt die Wissensbasis legen, um in der Lage zu sein, auf diese Veränderungen reagieren zu können, sei es durch Adaption oder durch kritisches Hinterfragen.

Der CAS Advanced Digital Marketing findet ab März 2019 statt – anmelden können Sie sich unter www.zhaw.ch/imm/casadvdm.

Die Swiss Music Awards setzen nicht nur auf gute Musik, sondern auch auf Geschichten

Die Swiss Music Awards sind einer der bedeutendsten Musikpreise des Landes. Die Künstler und ihre Musik werden geehrt und die Schweizer Musiklandschaft erhält somit eine wichtige Plattform. Das Marketing spielt aber auch in diesem musikalischen Bereich eine wichtige Rolle. Wie bei den Swiss Music Awards die Marketingkommunikation genutzt wird, erklärt uns Oliver Rosa, Executive Producer bei den Swiss Music Awards.

Die Musiklandschaft in der Schweiz ist geprägt von internationalen Einflüssen. Wie wichtig ist es, die Schweizer Künstler durch die Swiss Music Awards, ins Rampenlicht zu rücken?

Immer mehr KonsumentInnen streamen. Auf den reichweitenstarken Playlisten der grössten Anbieter findet Schweizer Musik noch kaum statt. Da gibt es viel Handlungsspielraum. Umso wichtiger sind effektive Plattformen für Schweizer Musik. Bei den SMA versuchen wir während ein paar Wochen das Thema Schweizer Musik möglichst prominent ins Rampenlicht zu stellen.

Auch bei den Swiss Music Awards spielt die Marketingkommunikation eine Rolle © Adrian Bretscher / Hangar Ent Group /SMA

Musik ist ein sehr leidenschaftliches Thema, das gleichzeitig viele Menschen anspricht. Die Swiss Music Awards werden auch im Fernsehen übertragen. Wie sehen Sie die Relevanz des Fernsehens für diesen Anlass?

Durch die Übertragung im TV und online erreichen wir eine breite Zielgruppe. Auch Menschen die sich im Alltag weniger mit Schweizer Musik auseinandersetzen. Diese Komponente ist für den Erfolg der SMA sehr wichtig.

Oliver Rosa ist der Executive Producer der Swiss Music Awards © SMA

Welche Marketinginstrumente nutzen Sie und wie integrieren Sie die Social Media?

Auch wir haben Social Media in den letzten Jahren immer stärker genutzt. Während wir am Anfang denselben Content auf den verschiedenen Plattformen bespielten, nutzen wir diese inzwischen individueller und versuchen Präsenz über das ganze Jahr sicherzustellen. Nicht zu vernachlässigen sind jedoch auch klassischere Medienformate wie TV, Radio, Print, Out of home. Diese nutzen wir selbstverständlich weiterhin.

Trotz Social Media, bleiben die Medien wichtige Informationskanäle. Wie kommunizieren Sie mit den Medienvertretern?

Wir fokussieren uns bei der PR auf die Zeit zwischen Dezember und Februar. In Zusammenarbeit mit einer externen PR-Agentur, den Labels, Managements und nicht zuletzt den KünstlerInnen selbst, versuchen wir Geschichten zu erzählen, die auf die SMA hinweisen. Gerade für die Teilnahme am Public Voting und kurzfristig zur Bewerbung der TV Show ist die PR Arbeit ein unersetzliches Tool.

Das Logo der SMA © SMA

Preisverleihungen bringen oft auch Kritik mit sich, weil man vielleicht nicht alle Entscheidungen nachvollziehen kann. Wie reagieren Sie auf allfällige negative Stimmen?

Negative Stimmen gehören dazu und begleiten die SMA bei allem Erfolg seit der ersten Austragung. Dabei gilt es ein offenes Ohr zu haben, sich gleichzeitig aber auch auf die eigenen Ziele zu fokussieren.

Wenn Sie ein unbegrenztes Budget zur Verfügung hätten, was würden Sie bei der Vermarktung der Swiss Music Awards verbessern?

Ich würde zusätzliche Mittel in erster Linie in den Inhalt der Preisverleihung, bzw. in die Show investieren. Am wichtigsten ist das Produkt. Erst dann die Vermarktung.

Eine wichtige Plattform für die Schweizer Musik © Adrian Bretscher / Hangar Ent Group /SMA

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Alkohol wird als Partygast ausgeladen

Partys sind nicht nur bei Studenten beliebt. Gerade im Raum Zürich gibt es diverse Clubs, die ganzjährig für Stimmung sorgen. Bei Party kommen wohl zwei Stichworte als erste in den Sinn: Abfeiern und Alkohol. Letzteres muss aber nicht unbedingt zur Bedingung werden. Die Partyreihe Sober Sensation zeigt, dass auch nüchtern gefeiert werden kann. Wir haben mit dem Gründer Gideon Bellin gesprochen und nachgefragt, was es mit dieser Idee auf sich hat.

Herr Bellin, eine Partyreihe ohne Alkohol, das tönt für viele nach einem schlechten Scherz. Wie kamen Sie auf die Idee eine solche Partyreihe zu gründen. Selber zu viele Abstürze erlebt, oder war der gesunde Lebensstil ausschlaggebend?

Ich hatte die Idee bereits vor 9 Jahren, als diese Bewegung noch nicht der Trend war. Dieser kam erst vor circa 3 Jahren auf, in welcher Zeit ich mich dann entschied das Konzept endlich umzusetzen. Auslöser war eine Geburtstagsfeier, auf der ich als DJ engagiert war und bei der kein Alkohol ausgeschenkt werden durfte.

Wie sieht eine Sober Sensation Party aus? Wo sind Unterschiede, aber auch Vorteile zu gewöhnlichen Partys?

Eine Sober Sensation zeichnet sich durch den Einsatz höchstmöglicher sinnesansprechender Elemente aus, so trägt der Name zweierlei mit sich, das Wort „Sensation“ bedeutet nämlich nicht nur, dass es etwas komplett Neues, Revolutionäres aber auch Sensationelles ist, sondern auch dass alle Sinne angesprochen werden. Die Sober Sensation setzt hingegen zu „herkömmlichen“ Partyveranstaltungen die Musik, die Menschen und das Tanzen im Mittelpunkt.

Die Vorteile sind, dass man am nächsten Tag fit ist, man Inspiration zum alkoholfreien Ausgehen bekommt und super interessante und abwechslungsreiche Menschen trifft.

Stimmung auch ohne Alkohol © Sober Sensation

Wie setzen sich Ihre Gäste zusammen? Müssen wir uns hier nur gesundheitsbewusste Fitness-Begeisterte vorstellen oder werden diverse Gruppen angesprochen?

Die Zielgruppe besteht hauptsächlich aus gesundheits- und fitnessbewussten 25-35 Jährigen, die auch gerne offen für Neues sind und unter anderem genug vom üblichen Nachtleben haben oder einfach mal etwas Neues ausprobieren wollen. Darüber hinaus gibt es viele Veganer, Abstinente, Schwangere u.v.m.

Viele Statistiken zeigen, dass der Alkoholkonsum zurückgeht. Sober Sensation trifft also den Nerv der Zeit. Wie waren die bisherigen Rückmeldungen und wo sehen Sie Verbesserungspotenzial?

Die Gäste sind sehr interessiert und der Trend wächst, ich sehe der Zukunft positiv entgegen. Mit der Anzahl der Gäste wächst unsere Erfahrung und somit die Attraktivität unserer Veranstaltungen. Wir möchten uns hierzu stets verbessern und ebenfalls offen für Neues sein.

Wichtiger als der Alkohol, sind die Gäste © Sober Sensation

Welche Rolle spielt bei Ihnen das Marketing? Welche Instrumente setzen Sie ein?

Für das Marketing verwenden wir alle Promokonzepte, die es gibt. Von klassischen Printmedien wie Plakate, Flyer und Sticker, aber auch besonders digitale Medien, wie Social Media, Newsletter und Eventplattformen und Influencer Marketing durch Instagrammer, Youtuber und Blogger.

So versuchen wir beispielsweise viele Influencer der veganen Szene auf uns aufmerksam zu machen und somit kostenfrei für das Event und das Dinner einzuladen. In Zürich wird wahrscheinlich ein 5-Gänge Menü eines veganen Sternekochs aufgetischt.

Sober Sensation wurde bisher in Deutschland erfolgreich durchgeführt. Nun expandieren Sie nach Zürich. Was denken Sie, wie wird das Zürcher Partyvolk auf Sober Sensation reagieren und wo sehen Sie Herausforderungen?

Die Idee soll international gross werden und somit sprechen wir auch verschiedene Nationen an. Die Vision geht dahin, dass auch Events in den USA, China, Australien, Bali, Russland, Afrika etc. stattfinden sollen. Es sind also keine Grenzen gesetzt!

Die Zürcher Zielgruppe gehen wir genau gleich an, was meiner Meinung nach schon ein Fehler war, da wir schnell bemerkt haben das der Begriff „vegan“ hier eher negativen Beigeschmack hat. Wir sind uns bewusst, dass die Schweizer etwas „verwöhnter“ mit Events sind und demnach sind wir hier besonders vorsichtig bzw. geben uns extra Mühe, dass alles super glatt und extravagant läuft. Dennoch haben wir unserer Meinung nach, immer noch den Berlin Bonus.

Wir werden hierzu den Preis anpassen müssen und wenn wir Erfolg haben, planen wir dies monatlich, oder alle zwei Monate (so wie in Berlin), zunächst allerdings erst in Zürich, zu veranstalten.

Zürich ist teilweise eine sehr traditionelle Stadt, die unter anderem das Feierabendbier hoch ansetzt und somit Probleme mit unserem Konzept haben könnte. Dennoch gibt es meiner Meinung nach ähnlich wie in Berlin ein hohes Aufkommen an Drogen, wozu es immer ein anderes Extrem gibt und geben muss.

Zum Schluss, welches ist Ihr alkoholfreier Lieblingsdrink?

Mein alkoholfreier Lieblingsdrink ist Kombucha Tee.

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Meerjungfrauen als neuer Trend

Nach Einhörnern geht es nun zum nächsten Trend. Wenn man den Stimmen glauben mag, so erobern ab jetzt Meerjungfrauen die Herzen der Kundschaft. Wir haben bei einer Expertin nachgefragt, auf was es bei Meerjungfrauen ankommt. Katrin Gray ist nicht nur Meerjungfrau-Model, sondern stellt auch Meerjungfrauenflossen her. Sie ist mit ihrem Geschäft sehr erfolgreich und bietet ihre Produkte international an.

Frau Gray, wie kamen Sie bloss auf die Idee eine Meerjungfrau zu werden und dann noch entsprechende Meerjungfrauenflossen zu verkaufen?

Alles fing mit dem Kindheitstraum an, eine Meerjungfrau zu werden. Etwa 20 Jahre nachdem ich das erste Mal Arielle sah, habe ich mich dazu entschlossen meinen Traum wahr werden zu lassen. Ich befand mich gerade in der Ausbildung zur Tauchlehrerin und absolvierte dann Apnoekurse, um meine Luft länger anhalten zu können. Ich baute meine erste eigene Flosse, trainierte meine Unterwasser-Model-Fertigkeiten und somit war Mermaid Kat dann offiziell im Mai 2012 geboren.

Im August 2012 eröffnete ich in Thailand die erste Meerjungfrauenschule der Welt und begann andere im Meerjungfrauenschwimmen zu unterrichten. Leider stellte ich schnell fest, dass jegliches Meerjungfrauenequipment, welches zu erwerben war, qualitativ eher mangelhaft war. Somit entschied ich mich dazu meine eigenen Meerjungfrauenflossen zu entwickeln, die nicht nur realistisch aussehen, sondern vor allem auch effizient und sicher im Wasser zu nutzen sind. Im April 2013 eröffnete ich dann meinen Online-Shop, den Mermaid Kat Shop, in dem nun Flossen aus Stoff und Silikon verkauft werden.

Katrin Gray ist schon seit Jahren erfolgreich als Mermaid Kat unterwegs © Ian Gray / Mermaid Kat

Für Nichtmeerjungfrauen, auf was kommt es bei den Flossen an und wie werden sie hergestellt?

Das wichtigste an einer Meerjungfrauenflosse ist die eingebaute Monoflosse, diese sorgt dafür mit der Flosse vernünftig schwimmen zu können. Eine Monofin sollte immer zwei separate Fusstaschen haben, die nicht auf dem Flossenblatt sitzen, sondern quasi als Verlängerung des Flossenblattes dienen. Die Fusstaschen sollten etwas Luft zwischen sich haben, so dass sich die Knöchel beim Schwimmen nicht aneinander reiben und Schmerzen verursachen können. Jede Fußtasche sollte ein eigenes Fersenband besitzen, um einen guten Halt zu garantieren. Ich persönlich bevorzuge Fersenbänder, die grössenverstellbar sind. Das Flossenblatt sollte aus einem Material bestehen, das widerstandsfähig ist, im Wasser jedoch nachgibt und nicht brechen kann. Die Flossen für Kinder und Anfänger werden dann normalerweise mit einem Stoffbezug bezogen. Die Silikonflossen werden alle in Handarbeit angefertigt und genau auf die Wünsche und Masse unserer Kunden individuell angefertigt.

Wie schwierig ist es mit diesen Flossen zu schwimmen? Ist das gefährlich, oder kann das theoretisch jeder lernen?

Die Schwimmbewegung beim Mermaiding ist für viele Menschen ganz natürlich und wesentlich leichter zu erlernen als andere Schwimmstile. Mit ein wenig Übung sollte also eigentlich jeder in der Lage sein, sich mit einer Meerjungfrauenflosse im Wasser fortzubewegen.

Mermaiding ist lernbar © Marten von Rauschenberg / Mermaid Kat

Auf Ihrem online Shop gibt es diverse Produkte, unter anderem Bikinis, Meerjungfrauenkronen und sogar Brautflossen. Sind noch mehr Produkte in Planung, die das Sortiment ergänzen werden?

Wir entwickeln uns stetig weiter und sind ständig in der Planung für neue Produkte. Im April 2018, zu unserem fünften Geburtstag, werden wir unsere Prinzessinnen-Meerjungfrauenflossen-Kollektion herausbringen.

Bei Meerjungfrau denkt man automatisch an Frauen und Mädchen, Sie haben aber auch Flossen für den Meermann. Müssen Männer nun umschwenken und mit Flossen durch das Wasser gleiten, um die Frauen noch zu beeindrucken?

Beim Unterrichten unserer Meerjungfrauenkurse haben wir etwa 90% weibliche Teilnehmer und nur etwa 10% Jungen und Männer. Beim Flossenverkauf sehen wir jedoch, dass immer mehr Flossen für die männlichen Wasserwesen bestellt werden. Erstaunlicherweise stellen wir sogar recht viele Silikonflossen für Männer her, welche bei knapp 2000 Euro keine günstige Investition sind.

Wie vermarkten Sie sich selbst, aber auch den online Shop? Welche Marketinginstrumente nutzen Sie?

Wir sind in erster Linie auf Instagram unterwegs. Facebook war vor ein paar Jahren ein tolles Marketing-Tool, bringt mittlerweile jedoch kaum noch Business. Ansonsten haben wir Glück, da Zeitungen und TV-Formate regelmässig über uns berichten und unsere Websites bei Google relativ hoch stehen.

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Haben Sie keine Angst, dass ein grosser Produzent den Markt mit billigeren Produkten überrollt?

Es gibt bereits Billiganbieter, die Flossen verkaufen. Sicherlich gibt es einige Leute, die darauf anspringen. Unsere Flossen sind jedoch ganz klar in ihrer Qualität unbesiegbar. Billigflossen können schnell kaputtgehen und brechen und somit muss der Kunde letztlich dann doppelt oder dreifach investieren, als hätte er von vornherein gleich in ein Equipment mit einer guten Qualität investiert. Des Weiteren steht beim Meerjungfrauenschwimmen natürlich auch die Sicherheit im Vordergrund. Immerhin befinden wir uns beim Mermaiding mit zusammengebundenen Beinen im Wasser. Eine Flosse die im Wasser einfach zerbricht, kann ein grosses Risiko darstellen, besonders für Kinder. Als Eltern sollte man sich da schon im Klaren darüber sein, warum ein solcher Preisunterschied zustande kommt und dann entscheiden, wie viel ihnen die Sicherheit ihrer Kinder wert ist.

Sicherheit gilt als oberstes Gebot, gerade bei Kindern © Ian Gray / Mermaid Kat

Gemäss Trendexperten wird 2018 das Jahr der Meerjungfrau. Wie schätzen Sie das ein und wie gehen Sie vor, damit Ihr Geschäft langfristig Bestand hat?

Wir sind seit 2013 stetig am Expandieren und unsere Prognosen sehen weiterhin sehr positiv aus. Im Mai 2018 wird mein erstes Buch zum Thema Mermaiding erscheinen, in dem ich viele Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene Meerjungfrauen und Meermänner gebe. Auch meine Meerjungfrauenschule expandiert stetig, hat bereits Standpunkte in Niedersachen, Schleswig-Holstein und Brandenburg. In Kürze werden Zweigstellen in Bayern und NRW eröffnen. Wir sind also bereit, um mit dem Trend mitzuwachsen.

Zum Schluss, welchen Tipp würden Sie Neu-Meerjungfrauen geben?

Als Grundvoraussetzung sollte das Bronze-Schwimmabzeichen abgelegt worden sein. Beim Kauf einer Meerjungfrauenflosse lieber gleich von Anfang an in gutes und sicheres Equipment investieren und zu Beginn einen Meerjungfrauenkurs in einer professionellen Meerjungfrauenschule besuchen. Des Weiteren sollten Meerjungfrauenflossen niemals ohne einen erfahrenen Buddy bzw. unter direkter Aufsicht im Wasser benutzt werden.

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Faszinierende Meerjungfrau © Michael Aw / Mermaid Kat

Migros-Finn rührt die Welt zu Tränen

Emotionen im Marketing sind wichtig. Dies zeigt das aktuelle Beispiel der Migros Weihnachtskampagne. Der diesjährige Weihnachtsspot rührt die Welt zu Tränen. Wie es zu diesem Video gekommen ist, erklärt uns Livio Dainese von der Agentur Wirz.

Herr Dainese, Sie haben die diesjährige Weihnachtskampagne der Migros gestaltet. Wie ging Wirz an die Aufgabe heran und was waren die Herausforderungen?

Die Ausgangslage für Weihnachten 2017 war, auf dem Kern „Gemeinsam feiern“ und der Migros Haltung „Der Schweiz etwas zurückgeben“ eine neue, tragfähige Kampagne zu bauen. Dieses Jahr wollten wir das gemeinsame, verbindende von Weihnachten zelebrieren. Daran erinnern, dass es eben nicht allen gut geht an Weihnachten. Dann gilt es, eine Geschichte zu erfinden, die diesen Gedanken am schönsten transportiert. Eine Geschichte, die die Menschen berührt. Die eine Welt auftut. Die einen in eine weihnachtliche Stimmung versetzt. Die involviert und uns Möglichkeiten bietet, zusätzlich auch das gesamte Weihnachtsangebot der Migros zu spielen. Und das auf allen Medien, vom Bewegtbild bis zum Migrossack.

Wie kamen Sie auf die Idee einen Wichtel als Protagonisten zu nehmen?

Die Idee war nicht, einen Wichtel zu nehmen. Sondern die Fragen: Was genau ist eigentlich in so einer Scannerbox bei der Migros? Und wenn da ein Wichtel drin ist, was macht der denn an Weihnachten? Kennt er das überhaupt? Würde er vielleicht auch gerne mal Weihnachten feiern?

Der Protagonist des Films Wichtel Finn (c) Wirz/Migros

Wie wurde die Idee dann konkret umgesetzt? Wo lagen die Schwierigkeiten?

Zuerst mussten wir Finn erfinden. Uns überlegen, wie er aussieht, wie gross er ist, was er kann und was nicht. Welche Kleider er trägt und wie seine Wohnung aussehen könnte. Man überlegt sich das alles bis ins Detail, macht einen genauen Personenbeschrieb.

Der Film selbst ist eine sehr komplexe Mischung aus Realfilm und 3-D Animation. Finn existierte nicht in den Bildern, die wir vor Ort in einer Migros-Filiale drehten. Wir filmten schlicht eine weihnachtlich dekorierte, leere Migros. Natürlich mussten wir im Voraus genau definieren, was Finn genau tut in welcher Einstellung. Danach erst wurde der in 3-D realisierte Finn tatsächlich eingebaut und Stück für Stück von einem statischen Platzhalter zu dem „lebendigen“ Finn, den wir nun alle mögen, weiterentwickelt.

Mittlerweile ist das Marketing ja kanalübergreifend. Wie haben Sie das in der diesjährigen Kampagne mit Finn berücksichtigt?

Wir spielen Finn auf allen Ebenen. Von Social Media bis zur Figur, die man sammeln kann und mit denen die Geschichte weiter geht. Denn in jeder Figur von Finn und seinen Freunden steckt ein NFC-Chip. Wenn man den mit der Migros App verbindet, erfährt man noch viele weitere Geschichten der Kassenwichtel. Dazu gibt es eine ganze Flut an weiteren Massnahmen, von Angebotsspots, dem Magazin bis zu den wöchentlichen Aktionen. Eine solche Kampagne inklusive aller Massnahmen beschäftigt uns rund zehn Monate.

Finn ist auf allen Kanälen präsent (c) Wirz/Migros

 

Die Migros will an Weihnachten auch ihre soziale Verantwortung zum Ausdruck bringen. Wie schwierig ist es, diese besondere Identität der Migros in einer Kampagne umzusetzen, ohne, dass es zu aufgesetzt wirkt?

Die Migros hat das Zurückgeben in ihrer DNA. Es ging seit Dutti stets darum, mehr Menschen qualitative hochwertige Produkte zu einem günstigen Preis anzubieten. Dazu kommt das Kulturprozent, mit welchem die Migros Jahr für Jahr viele Schweizer Institutionen und Künstler unterstützt. Und eben, seit vier Jahren der Spendendaufruf mit der Weihnachtskampagne. Es fühlte sich nie künstlich an, dass die Migros den Menschen in diesem Land etwas Gutes tun will. Man erwartet es fast von ihr.

Etwas Gutes tun an Weihnachten (c) Wirz/Migros

Die Weihnachtszeit ist sehr emotional. Gleichzeitig sind wir mittlerweile aber auch etwas abgestumpft. Wie schafft man es trotzdem neue Geschichten zu finden, die berühren?

Indem man ohne Schranken im Kopf sucht. Indem man sich frei macht von allem, was es bereits gibt. Und indem man sich Dinge überlegt, die vielleicht zunächst absurd sind, dadurch aber eine besondere Magie haben.

Zu Weihnachten darf man sich bekanntlich etwas wünschen. Wenn Sie ein unbegrenztes Budget zur Verfügung hätten, was würden Sie gerne mit Wirz realisieren?

Ich würde das meiste Geld in noch mehr furchtbar talentierte Mitarbeitende investieren. Und vielleicht noch in einen Pool für den nächsten heissen Sommer.

Livio Dainese von Wirz (c) Wirz

Der Zoo Zürich: Marketing zwischen Pantherchamäleons und Elefanten

Der Zoo Zürich überrascht immer wieder mit neuen Projekten. Als nächstes steht der Bau der Lewa Savanne vor der Tür. Wie schafft es der Zoo Zürich auch nach vielen Jahren für die Besucher attraktiv zu bleiben und wie wird hier das Marketing genutzt? Diese Fragen hat uns Rita Schlegel beantwortet.

Der Zoo Zürich ist eine Institution und ist ein Besuchermagnet. Was macht die Faszination dieses Zoos aus?

Der Zoo Zürich will die Menschen für die Welt der Tiere begeistern und sie anregen, sich aktiv für den Schutz von Tieren und ihren Lebensräumen einzusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, befindet sich der Zoo in einem konstanten Prozess der Weiterentwicklung. Seit 1995 durchläuft der Zoo Zürich den Wandel vom «klassischen» Zoo in ein Naturschutzzentrum mit naturnah gestalteten Anlagen wie etwa dem Masoala Regenwald oder dem Kaeng Krachan Elefantenpark. Die Zoobesucher erhalten Einblicke in das natürliche Verhalten der Tiere und werden zum Beobachten angeregt. Daneben informieren Ausstellungen über Themen des Natur- und Artenschutzes, der Nachhaltigkeit und der Biodiversität. So schafft der Zoo Zürich Faszination für die Tierwelt, die als Grundlage für das Erreichen des Zooziels dient, Menschen zum Schutz von Tierarten und Lebensräumen zu bewegen.

Der Zoo hat sich gewandelt und davon profitieren auch die Elefanten © Zoo Zürich/Enzo Franchini

Welche Marketinginstrumente nutzt der Zoo Zürich?

Klassische Plakate, gedruckte Eigenpublikationen wie die Zoonews (Magazin), verschiedene Informationsbroschüren und Flyer, eigene Website (zoo.ch), eigene Zoo-App, diverse Social-Media-Kanäle (Facebook, Twitter, Instagram, Youtube), eigener E-Mail-Newsletter, Display Ads, Direct Mailings, zielgruppenorientierte Veranstaltungen/Events, Kooperationen & Aktionen mit Partnern, Medienarbeit.

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf das Marketing des Zoos?

Die digitalen Marketingmittel gewinnen stark an Bedeutung. Nicht zuletzt, da der Zoo der Meinung ist, dass wir unsere primäre Zielgruppe – Familien mit Kindern – ideal mit unserer Webseite, dem Newsletter, Social-Media-Beiträgen sowie der Zoo-App erreichen können. Dennoch braucht es auch den Mix mit klassischen Marketinginstrumenten, um das vorwiegend ältere Spenderpublikum zu erreichen.

Welche Zielgruppen wollen Sie ansprechen?

Zoobesuch: Familien (jeder Façon) mit Kindern im Vorschul- und Primarschulalter, Schulen (eigener Schulservice), Jugendliche, Senioren. Führungen & Events im Zoo: Firmen und Privatgruppen. Unterstützung Naturschutzprojekte und Finanzierung neuer Anlagen: Kleinspender (Zoobesucher) und Grossspender (Stiftungen, Legate etc.).

Diverse Zielgruppen sind für den Zoo Zürich relevant, wobei die Familien eine wichtige Rolle spielen © Zoo Zürich/Enzo Franchini

Wie wichtig ist die Marke Zoo Zürich? Welche Werte stehen dahinter?

Der Zoo ist in Zürich eine fest verankerte Kulturinstitution und geniesst in der Schweiz einen hohen Bekanntheitsgrad. Er steht für eine moderne, tiergerechte, wissenschaftsbasierte Tierhaltung. Der Zoo Zürich folgt den Werten der offensiven, erlebnisreichen und aktivierenden Kommunikation, der innovativen wirtschaftlichen Führung und der zukunftsgerichteten nachhaltigen Finanzierung.

Der Zoo Zürich ist auch aktiv im Sammeln von Spenden. Wie erfolgt das Zusammenspiel zwischen Fundraising und Marketing?

Fundraising und Marketing sind besonders im Bereich der Kleinspenden eng verflochten. Mit einer Kombination aus klassischer Plakatwerbung, einer Zeitungsbeilage sowie Display Ads versucht der Zoo Zürich ein eher kaufkräftiges Publikum in der Stadt und Region Zürich anzusprechen und daraus Spenden für konkrete Projekte zu generieren.

Enge Verflechtung zwischen dem Marketing und dem Fundraising und davon profitieren schlussendlich die Tiere © Zoo Zürich/Tobias Kramer

Welche Schwierigkeiten gibt es in der Vermarktung des Zoos?

Eine Herausforderung ist die Vermittlung der Werte des «modernen» Zoos, d.h. die Aktualisierung des Framings im Gleichschritt mit der Weiterentwicklung der Institution. Der Zoo hat sich teilweise schneller gewandelt als es die Zoo-Konnotationen in den Köpfen der Menschen getan haben. Ebenfalls anspruchsvoll ist die konkrete Aktivierung der Zoobesucher für Naturschutzanliegen.

Zum Schluss, welche Tiere sind bei den Besuchern besonders hoch im Kurs?

Jede Tierart hat ihre Fans. Ganz generell betrachtet aber grosse Säugetiere (Elefanten, Menschenaffen, Grosskatzen), Pinguine und im Masoala Regenwald die bunten Pantherchamäleons.

https://www.zoo.ch/

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Marketing auf vier Beinen: Kuh Zoe als Kamerafrau

Tiere gelten schon lange als Erfolgsfaktor im Marketing. Im Zürcher Oberland geht man aber noch einen Schritt weiter und lässt die Tiere gleich selbst zu Regisseuren werden. Eine Woche lang hat die Kuh Zoe Livebilder aus ihrem Alltag ins Internet gestreamt. Das Projekt wurde von natürli Zürioberland Regionalprodukte und Zürioberland Tourismus lanciert. Michael Dubach (Regionalmanager) und Aline Schmucki (Praktikantin) von Pro Zürcher Berggebiet geben uns Auskunft.

Frau Schmucki, wie entstand die Idee zu diesem Projekt? Es ist schliesslich nicht alltäglich einer Kuh eine Kamera umzuschnallen…

Die Idee stammt vom Geschäftsführer von Pro Zürcher Berggebiet, Michael Dubach. Die Idee hinter dem Projekt war, Tourismus und Regionalprodukte zu verbinden. Die Kuhkamera soll auf eine realitätsnahe und unterhaltsame Art und Weise aufzeigen, woher die die natürli Zürioberland Regionalprodukte kommen. Die Kühe geniessen auf ihren Weiden eine sehr schöne Aussicht. Diese konnte durch die Kuhkamera aus einer neuen Perspektive gezeigt werden und hat hoffentlich einige Gäste gluschtig auf die schöne Ausflugsregion gemacht.

Wie schwierig war die Umsetzung dieses Projekts? Die Kamera ist ja ein Fremdkörper und sollte die Kuh nicht stören.

Die grösste Herausforderung des Projekts war die Technik und der schwache Mobilfunkempfang rund um den Hof Auen. Es wurde eigens für das Projekt eine Glasfaserleitung in den Kuhstall gezogen, um diesen Bereich mit WLAN abdecken zu können.

Das Tierwohl stand immer an erster Stelle. Die Kamera wurde auf dem Halsband einer üblichen Kuhglocke befestigt. Zoe wurde deshalb in ihren Bewegungsfreiheiten nicht eingeschränkt. Zoe’s Ausrüstung wurde zudem bewusst so konstruiert, dass die Kamera kaputtging, bevor es der Kuh etwas machte, wenn es beispielsweise zu einem Kampf kommt.

Moderne Technik für Zoe © Kuhkamera

Was waren die Ziele dieser Kampagne? Mehr Sichtbarkeit, aber auch neue Zielgruppen zu erreichen?

Die Sichtbarkeit und das Erreichen neuer Zielgruppen waren beides Ziele der Kampagne.

Sie haben mit diesem Projekt das ländliche Leben mit dem modernen Alltag und mit den digitalen Medien verbunden. Ein schönes Beispiel für eine gelungene Integration der modernen Kommunikationsmittel. Wie wichtig ist dieses Zusammenspiel mit den digitalen Möglichkeiten?

Sehr wichtig. Mehr als die Hälfte der Websitezugriffe kamen von Smartphones. Das Marketing unsererseits hat sich stark auf digitale Medien konzentriert. Die Sozialen Medien waren zudem ein wichtiges Instrument für die Kampagne. Erfolgsbringend war sicherlich die Partnerschaft mit 20 Minuten, wo wir täglich rund 10 Ticker absetzen konnten.

Wie waren die Reaktionen auf diese Kampagne? Gab es neben den digitalen Besuchen auch live Besucher vor Ort?

Wir erhielten viel positives Feedback und viele Gratulationen zur Idee. Daneben gab es kritische Konsumenten, welche beispielsweise die Trennung von Kalb und Kuh ansprachen, oder dass die Kühe keine Hörner haben. Diese Fragen haben wir proaktiv auf unserem Blog bearbeitet.

Ja, jedoch im Verhältnis wenige. Bei der Kampagne ging es ja darum, in die Stuben nach Hause und die Büros zu streamen… 🙂 Wir hatten zwei Kindergartenklassen, die sich die Kuhkamera vor Ort anschauten.

Zoe schaffte es Land und Stadt mit den digitalen Möglichkeiten zu verbinden © Foto: Christof Sonderegger

Zum Schluss, wenn Sie angehenden Marketingfachleuten einen Tipp geben könnten, was würden Sie raten?

Weg vom klassischen Agenturdenken und den immer wieder gleichen Werbevorgängen.

Chat-Bot für das Institut für Marketing Management

Von Dr. Michael Klaas

Glaubt man führenden Technologieanbietern wie Facebook, Google oder Microsoft wird sich unser Verhältnis zu Maschinen und Computersystem in Zukunft stark verändern. Die intelligente Automatisierung in der Kommunikation und in den Prozessabläufen, bildet die Grundlage für diesen Wandel. Speziell das Marketing und der Service rücken, neben den bekannten Potentialen im Bereich Industry 4.0, immer mehr in den Fokus.

Social Media und Bot Verknüpfung

So lassen sich z.B. über intelligente Automatisierungssysteme Kundenanfragen nicht nur an die richtige Stelle im Unternehmen weiterleiten, sondern mittlerweile auch schon ohne Zutun der Servicemitarbeiter beantworten. Dies alles in einem Sprachstil, den die Kunden nicht vom Schreib- oder Sprachstil eines «realen» Servicemitarbeiters unterscheiden können.

Auch werden diese Systeme immer stärker zur Vermarktung von Produkten und Serviceleistungen eingesetzt, indem ein Bot mit Social Media Plattformen wie Twitter oder Facebook verknüpft wird oder die Inhalte von Newslettern autonom und auf den einzelnen Interessenten zugeschnitten zusammenstellt oder gar formuliert.

Diese Systeme, Bots genannt, sind im Kern nichts Anderes als Computerprogramme, welche weitgehend selbständig Daten lesen, interpretieren und entsprechend der Interpretation Entscheidungen treffen können. Diese Bots sind nicht neu. So entwickelte Joseph Weizenbaum am MIT schon 1966 ELIZA, ein Bot der natürlichen Sprache als Kommunikationsbrücke zwischen Mensch und Computer nutzen sollte. Die steigende Verfügbarkeit von Daten und die steigende Leistungsfähigkeit von Computersystemen, ermöglichen es, solche Lösungen nun auch der breiten Masse zu Verfügung zu stellen und ihnen wird ein hohes Potential nachgesagt.

Dieser Chat-Bot ist neu für das Institut für Marketing Management im Einsatz

Einfache Anwendung von Chat-Bots

Speziell Chat-Bots erfreuen sich momentan einer grossen Popularität und werden vor allem im Kundenservice oder für spezifische Marketingaufgaben eingesetzt. Chat-Bots haben den grossen Vorteil, dass sie bestehende Strukturen nutzen können. Das heisst, die Anwender müssen keine weitere App installieren, sondern ein Bot kann über bestehende Plattformen wie Facebook Messenger, Telegramm, Twitter oder die eigene Website kommunizieren.

Dabei kann er auf unterschiedliche unternehmenseigene und unternehmensfremde Systeme zugreifen, um auf die Anfragen der Kommunikationspartner zu reagieren. So kann er auf der einen Seite z.B. Daten aus Facebook nutzen, um den Anwender korrekt anzusprechen, diese Informationen mit dem eigenen CRM System abgleichen und entsprechend der laufenden Kampagnen und der Historie mit dem Kunden, mit dem Anwender kommunizieren.

Je nach Komplexität des eingesetzten Bots ist dies mehr oder weniger intelligent. Heute agieren viele Bots nach dem Schema: Wenn Kunde «A» sagt, sage ich «B» oder «C». Aber es gibt auch selbst lernende Bots, die durch die Interaktion mit den Usern lernen und neue Kommunikationsmuster aufbauen können.

Einfache Anwendung des Chat-Bots, gleichzeitig muss er noch viel lernen

Marketing Automatisierung Trendthema in der Weiterbildung

Da dieses Thema für uns speziell in der Aus- und Weiterbildung immer relevanter wird und die Gewichtung des Themas in den letzten Monaten stark zugenommen hat, ist das Thema Marketing Automatisierung auch Teil vieler Lehrveranstaltungen, wie unser CAS Digital Marketing oder der CAS Marketing Analytics. Jedoch war uns eine Betrachtung nur über Cases anderer Unternehmen zu wenig. Um zu sehen, wie komplex es ist (oder wie einfach) einen eigenen Bot auf die Beine zu stellen, haben wir unseren IMM-Bot kreiert. Dieser liefert im Moment über den Facebook Messenger Informationen zum CAS Digital Marketing. Es ist zugegebenermassen noch recht dumm, aber er lernt ständig dazu und wir hoffen, dass er in Zukunft viele Anfragen von Interessenten an der Weiterbildung sofort zufriedenstellend beantworten kann. Wer Interesse hat, kann den Bot zum CAS Digital Marketing gerne ausprobieren (ein Facebook Account ist Voraussetzung): https://goo.gl/zDTTpN

Haben Sie Fragen zum Thema Bots?

Dr. Michael Klaas, 058 934 66 07, michael.klaas@zhaw.ch

Die Welt der Regenschirme steht Kopf

In der Schweiz bleibt man von Regen nicht verschont. Ab und an tröpfelt es auf unsere Köpfe und wir brauchen einen Regenschirm. So praktisch er auch ist, er ist auch ein bisschen unhandlich. Ausserdem dauert es einige Zeit, bis man ihn wieder trocken bekommt. Auch das Öffnen und Schliessen kann gerade im ÖV zum Problem werden. Ein junges Start-Up aus Berlin hat nun den Regenschirm komplett auf den Kopf gestellt und ein neues Modell lanciert. Der Suprella Regenschirm öffnet sich von innen nach aussen, damit wird man nie nass. Ausserdem ist er mit einer speziellen Nano-Beschichtung versiegelt. Die Regentropfen perlen am Material ab und der Schirm bleibt trocken. Fabienne von Suprella war bereit, uns einige Fragen zu beantworten.

Ein Regenschirm ist nicht gerade das spannendste Alltagsprodukt. Wie entstand die Idee, einen neuen Regenschirm zu kreieren?

In der Tat! Der Regenschirm wurde sozusagen durch den Suprella Pro wieder zu einem spannenden Alltagsprodukt! Die Idee entstand, als wir eines Tages bei einem Event alle klatschnass geworden sind – und das trotz Regenschirmen! Da dachten wir uns, dass es doch eine bessere Alternative geben muss, bei der zum Beispiel auch das Aus- und Einsteigen in ein Auto keine nassen Hemden und Haare mehr bereiten sollte. Die Lösung ist unser Suprella Pro – einfach umgedreht bringt der Regenschirm endlich den Schutz, den wir immer wollten!

Schirm mal anders, Innovation bei einem bewährten Produkt © Suprella

Kannst Du uns erklären, welche Besonderheiten diesen Schirm ausmachen und worin der Mehrwert für die Kunden besteht?

Gerne! Der Suprella zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er sich andersherum öffnet als die meisten Regenschirme. Das sorgt für einfaches Ein- und Aussteigen aus dem Auto, sorgt aber auch dafür, dass die nasse Seite des Schirmes beim geschlossenen Schirm auf der Innenseite liegt und somit keine Kleidung oder wichtige Dokumente durchnässen kann. Ein weiteres besonderes Feature des Suprellas ist, dass er stehen kann! Klappst du den Suprella Pro zu ohne das Befestigungsband drum herum zu wickeln, kann der Suprella super stehen. So ist der Regenschirm endlich nicht mehr das lästige Ding, was man die ganze Zeit in der Hand halten muss, selbst wenn es nicht regnen sollte – einfach abstellen – und gegebenenfalls so trocknen lassen. Weitere Features des Suprellas sind der ergonomisch geformte C-Griff, der das Tragen nochmals erleichtert und dafür sorgt, dass man die Hände für die wichtigen Dinge frei hat! Die Nanobeschichtung des Schirmes ist natürlich auch ein wichtiges Feature, welche für den perfekten Perleffekt sorgt, sodass der Suprella Pro fast nie wirklich trocknen muss – auch nach ausgiebigem Einsatz im Regen.

Wie habt Ihr die Kundenbedürfnisse eruiert? Welche Aspekte sind den Kunden besonders wichtig?

Das Design ist für unsere Kunden sehr wichtig, daher haben wir vor allem Wert auf das Design gelegt und viele verschiedene schöne Möglichkeiten angeboten aus denen die Kunden anfangs wählen konnten. Aus den Farben und Mustern die unsere Kunden am schönsten fanden hat sich also schlussendlich unsere Produktpalette entwickelt. Auch der ergonomische Griff ist vor allem dazu da, im Alltag besseren Schutz zu bieten, ohne unsere Kunden in ihren gewöhnlichen Tätigkeiten einzuschränken. Der Griff liegt gut in der Hand und kann sogar über die Hand gestülpt werden, sodass die Hände frei für andere Tätigkeiten bleiben.

Wichtige Kundensicht, die sich im Design wiederspiegelt © Suprella

Wie wird der Schirm hergestellt und gibt es Variationsmöglichkeiten?

Wie der Schirm genau hergestellt wird ist natürlich absolutes Betriebsgeheimnis 😉 Wir arbeiten stetig an Veränderungen und Variationsmöglichkeiten für den Suprella, sind aber vorerst mit der Hauptversion des Suprella Pro’s sehr zufrieden. Natürlich gibt es immer Raum für Verbesserungen, die wir nicht übersehen möchten und sind daher immer dran, mit den neuesten Erkenntnissen zu gehen, um den Vorteil des Suprellas gegenüber anderer Regenschirme herausstechen zu lassen.

Welche Rolle spielt das Marketing bei Euch? Welche Marketinginstrumente nutzt Ihr?

Marketing spielt bei uns eine wichtige Rolle. Wir arbeiten mit verschiedenen Experten zusammen, um unsere Produkte auf attraktive Art und Weise in Szene zu setzen. Hierfür benutzen wir vor allem Facebookmarketing, da wir auf diese Weise viele Menschen auf einen Schlag erreichen können.

Online Marketing als wichtiger Faktor © Suprella

Welche Verkaufskanäle nutzt Ihr? Setzt Ihr auf online und offline Kanäle?

Wir verkaufen in erster Linie über unseren eigenen Shop, verkaufen aber auch zu gewissen Anlässen über Amazon oder Plattformen wie Groupon. Das sind dann meistens zeitlich limitierte Angebote.

Es gibt bei Suprella sogar einen PetBrella, also einen Schirm für den Hund. Welche weiteren Produktideen habt Ihr noch in Eurem Schirm?

Wir entwickeln gerade weitere Ideen, die wir an dieser Stelle als Betriebsgeheimnis natürlich nicht so einfach ausplaudern möchten. Wir können nur so viel sagen: Neue Ideen stecken schon in der Pipeline, also bleibt gespannt und lasst euch überraschen! 🙂

Auch Hunde werden mit einem speziellen Schirm geschützt © Suprella

Wenn Ihr angehenden Marketingfachleuten einen Tipp geben könntet, was würdet Ihr raten?

Bleibt kreativ!

 

https://suprellapro.com

https://www.facebook.com/suprella/

Il Volo: Die Überflieger aus Italien mit klassischer Musik und emotionalem Marketing

Das harte Musikbusiness ist nichts für schwache Nerven. Um hier Erfolg zu haben, braucht es mehr als nur Talent. Drei junge Italiener zeigen nun, dass man auch klassische Musik modern interpretieren kann und verkörpern damit die neuen drei Tenöre. Die Gruppe Il Volo ist mittlerweile international sehr erfolgreich unterwegs, dennoch haben die Musiker Zeit gefunden, uns ein paar Fragen zu beantworten und uns einen kleinen Einblick zu gewähren.

In wenigen Jahren habt Ihr diverse höchst erfolgreiche Alben veröffentlicht. Ihr habt das Festival von Sanremo gewonnen und seid weltweit aufgetreten. Wie erklärt Ihr Euch diesen Erfolg, mit einem nicht ganz einfachen Genre dem lyrischen Pop-Gesang?

Es ist nicht ganz einfach und mathematisch zu erklären, warum ein Lied, eine Person oder ein Modetrend erfolgreich ist… Was unseren Fall anbelangt, vielleicht sind wir in die Musikwelt eingetaucht, in einem Moment, wo dieses musikalische Genre gefehlt hat. Schlussendlich besteht dieses Genre aus Liedern, die sehr erfolgreich sind, schönen Melodien und einer Interpretation, die sich aus drei Stimmen zusammensetzt, die sehr gut und natürlich miteinander harmonieren.

Gianluca Ginoble, Ignazio Boschetto und Piero Barone (vlnr.) © Il Volo Music

Es gibt eine gewisse Ähnlichkeit von Il Volo zu den berühmten drei Tenören. Wer hat die Idee gehabt, Euch zusammenzuführen und war dieser Erfolg vorhersehbar?

Wir würden nicht sagen, dass wir ähnlich sind, sondern, dass wir uns an diesen drei grossen Phänomenen inspiriert haben. Imitieren kann man sie nicht, denn sie haben eine Serie von Auftritten realisiert, die man nicht wiederholen kann. Natürlich bestand der Traum und auch die Hoffnung, diesen Erfolg vielleicht nicht zu wiederholen, aber wenigstens in Erinnerung zu rufen. Nicht mit diesen drei grossen Heiligen, aber mit drei jungen Männern, die enthusiastisch und leidenschaftlich sind.

In unserer Gesellschaft, sind wir es gewohnt mittlerweile auch eine gloablisierte Musik zu bekommen. Wie erklärt Ihr Euch das Phänomen des lyrischen Pops? Es gibt sogar immer mehr Jugendlichen, die dank Il Volo beginnen klassische Musik zu hören…

Dies unterstreicht die These, dass eine schöne Musik, weder der Zeit, noch der Mode folgt. Wir interpretieren mit der gleichen stimmlichen und emotionalen Leistung die Lieder auch heute noch, wie zum Beispiel „L’amore si muove“ oder „Nessun Dorma“ und das Publikum gibt uns Applaus und Standing Ovations in gleicher Weise, unabhängig vom Alter, ob es eine Mutter, ein Grossvater, eine Gruppe von Teenagern oder Jugendliche sind. Aber natürlich ist es wahr, dass wir Arien, Lieder und Balladen aus berühmten Opern weltweit entdecken lassen, die vielleicht aus dem letzten Jahrhundert sind.

Welche Rolle spielt aus Eurer Sicht das Marketing in diesem doch harten Geschäft? Es sind ja auch viele Künstler unterwegs, die Erfolg haben wollen…

Wir wissen nicht, ob es die Musik oder das Marketing ist, die das Geschäft beeinflussen. Wir glauben, dass ein neues Marketing eher vom Internet oder von den Social Media kreiert wird. Den Erfolg zu suchen? Das ist eine schwierige Aufgabe und vielleicht ist es die Zusammensetzung von Talent, Glück, Zufall und einer grossen, grossen Bestimmtheit, die das wirkliche Marketing ausmachen.

Wie nutzt Il Volo das Marketing und wie integrieren Sie die digitalen Kanäle?

Auf diese Frage könnten unsere Mitarbeiter am besten Auskunft geben, vor allem natürlich unser Management und unsere Plattenfirma, sowie unsere Web-Experten. Von unserer gesanglichen Seite, können wir aber sagen, dass wir sehr aufmerksam und informiert sind. Wir nützen in konstanter Weise diese Mittel, um einen engeren Kontakt mit dem Publikum zu haben.

Il Volo ist ein globales Phänomen geworden. Welchen Einfluss hat dies auf das Marketing? Wie schafft Ihr es adäquate Inhalte für die diversen Geschmäcker zu bieten?

Wir reden hier ganz klar von einem künstlerischen Projekt und nicht von Marketing. Vielleicht gibt es auch ein emotionales Marketing, aber zu diesem Zeitpunkt versuchen wir das zu kommunizieren, was wir selbst fühlen. Der globalisierte Geschmack führt uns wieder zur schönen und weniger schönen Musik, Musik für einen Moment und einer ewigen Musik. Natürlich sind auch wir geführt von einem Manager, mit einer grossen internationalen Erfahrung und natürlich einer Plattenfirma, die auf der ganzen Welt präsent ist. Unsere Projekte sind so aufgebaut, dass sie ein Publikum über drei Generationen erreichen können und damit auch diese Geschmäcker befriedigen können.

Emotionales Marketing als Schlüssel zum Erfolg © Il Volo Music

Wie präsentiert sich die Zukunft für Euch? Könnt Ihr vielleicht längerfristig Die drei Tenöre sogar ersetzen?

Die drei Tenöre kann man in keinster Weise ersetzen. Ihre Erfolge in Erinnerung zu rufen, das ist möglich. Wir hoffen auf einen längerfristigen Erfolg. Wir sind Tag für Tag mit einem grossen Einsatz und einer grossen Arbeit dabei.

Könnt Ihr einen Ratschlag für junge Studenten geben, die Marketing studieren?

Es ist eine wichtige Disziplin, aber begrenzen wir sie nicht nur mit Nummern und Statistiken. Das Publikum hat ein Herz und eine Seele und wird nicht nur durch eine zu installierende App geführt. Man muss auch an das emotionale Marketing denken.

 

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