Ingenieure ohne Grenzen Schweiz bietet Support für ein normales Leben

Von Sophie Lötscher

Ingenieure ohne Grenzen Schweiz, kurz IngOG+ ist eine Hilfsorganisation, welche sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit die Lebensbedingungen notleidender und benachteiligter Menschen langfristig zu verbessern. Im Vordergrund steht der Aufbau von Infrastruktur und deren Unterhalt sowie der technische Wissenstransfer. Hierbei wird der Fokus auf eine nachhaltige, partnerschaftliche Unterstützung im Rahmen einer grundbedürfnisorientierten Entwicklungszusammenarbeit gelegt.

Die Organisation

Die Dachorganisation Engineers without Borders (EWB) befindet sich in den Vereinigten Staaten. Weltweit bestehen 65 Organisationen von Ingenieure ohne Grenzen. In jedem Land werden die Organisationen unabhängig voneinander eingerichtet und aufgebaut.

In der Schweiz wurde Ingenieure ohne Grenzen Schweiz (IngOG+) 2008 von ETH Studenten gegründet und ist heute in über 30 Ländern tätig. Ihr Credo ist Hilfe zur Selbsthilfe. Es sind jedoch nicht nur junge Studenten, die in der Organisation tätig sind. Das Spektrum der Mitglieder ist vielseitig. Das Ziel zu helfen, verbindet die Mitglieder. Sie arbeiten ehrenamtlich für die Organisation, denn Projekte von IngOG+ werden durch projektbasiertes Fundraising finanziert.

Überaus wichtig bei den geförderten Projekten ist die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung vor Ort. Die Verantwortung für die Infrastrukturen liegt bei der lokalen Bevölkerung und den Behörden. Deshalb wird der Einbezug dieser Partner von Beginn an sichergestellt. Lokale Gesetze, die politische Lage und die kulturellen Gegebenheiten werden immer berücksichtigt.

Screenshot der Webseite von Ingenieure ohne Grenzen Schweiz (© IngOG+)

IngOG+und Rapp, die Partnerschaft

Rapp ist ein Schweizer Ingenieur- und Planungsunternehmen mit Sitz in Basel, das seit 2018 als Mentor von Ingenieure ohne Grenzen Schweiz fungiert und mit Expertenwissen der rund 450 Spezialistinnen und Spezialisten aus Ingenieurwesen, Architektur und Fachplanung unterstützt. Das Unternehmen wurde im Jahr 1896 gegründet und ist immer noch in Familienbesitz. Eine Mentoring-Partnerschaft wird immer auf fünf Jahre angesetzt und kann nach Belieben verlängert werden. Der Sponsor Rapp gewährt in diesem Rahmen finanzielle Unterstützung und stellt ein Team mit erfahrenen Ingenieuren zur Verfügung, die von der Organisation beratend beigezogen werden können.

Ein Mehrwert für beide Parteien ist sicher, dass sie beide etwas Gutes tun, jeder in seinem Rahmen der Möglichkeiten. Da IngOG+ als gemeinnütziger Verein von Spenden und finanzieller Unterstützung abhängig ist, kann er von der finanziellen Hilfe von Rapp und deren Wissen profitieren. Und Rapp wiederum profitiert von gratis positiver Werbung, welche sich optimal auf LinkedIn und Xing vermarkten lässt. Des Weiteren bekommen beide Parteien die Chance, eine neue Zielgruppe zu erreichen und ihre Bekanntheit zu steigern.

Corporate Social Responsibility

Die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen hat in der Schweiz und Europa eine lange Tradition. Was für eine Art von gesellschaftlicher Verantwortung wahrgenommen werden will, hängt von Größe, Branche und den Märkten ab, in denen das Unternehmen jeweils agiert.
Für Rapp ist die Partnerschaft mit IngOG+ die perfekte Verbindung, um so ihre Corporate Social Responsibility (CSR) Themen zu fördern.

Kurzer Einblick in ein laufendes Projekt

Ein gemeinsames Projekt ist die Trinkwasserversorgung der Ilkeek Aare Primary School, einem Internat für Massai-Kinder in Kenia. Da es in den regenarmen Monaten zu wenig Wasser für die Versorgung des Internates gibt, ist Hilfe gefragt. Ziel des Projekts ist deshalb eine langfristige und kontinuierliche Wasserversorgung über das ganze Jahr sicherzustellen. Im Rahmen der Mentoring-Partnerschaft, unterstützt Rapp IngOG+ mit ihrem Fachwissen aus dem Bereich Wasserbau. Eine diskutierte Lösung ist der Anschluss an eine im Bau befindliche Hauptwasserleitung der Weltbank. Weitere Ansätze sind der Brunnenbau und Ausbau der Regenwasserfassung. Das Projekt befindet sich derzeit immer noch in der Evaluationsphase.

– Massai Kinder im Internat (© Lions Club Münster Landois & Lions Club Thika Chania Falls 2018)

Solche Partnerschaften sind eine grossartige Sache. Wenn jeder seine Stärken richtig nutzt, kann etwas Grosses entstehen. Und wer unterstützt nicht gerne dort, wo dringend Hilfe benötigt wird. Speziell in dieser Zeit, sind solche Partnerschaften eine grosse Bereicherung und gibt einem ein Gefühl, dass man sich mit Geld nicht kaufen kann.

Mehr zum Thema

https://ingog.ch/de/

https://www.linkedin.com/company/ingog-ingenieure-ohne-grenzen-schweiz/

https://www.rapp.ch/de

https://www.linkedin.com/company/rapp-gruppe/

https://www.massai-internat.de/

Über die Autorin

Sophie Lötscher (33) arbeitet seit 2019 bei Rapp Gebäudetechnik als Key Account- und Marketing Managerin. Nach einer Weiterbildung im Marketing & PR Bereich, war für Sie klar, dass Sie das Thema Marketing vertiefen möchte. Sie absolviert nun den CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW.

Smart Waste Management mit dem Hai-Auge von ANTA SWISS

Von Tania Kaya

Nicht erst seit Greta Thunberg, kommt immer mehr die Diskussion auf, was eigentlich mit dem Müll passiert. Die Abfallberge sind auch für die Städte und Gemeinden ein Problem. Dagegen versucht ein Schweizer Unternehmen mit ihrem Abfallhai vorzugehen. Dank einem Studentenprojekt, konnten in einem Pilotversuch wertvolle Daten und Erkenntnisse gewonnen werden, um das sogenannte Waste Management auf „smart“ zu trimmen.

Der zunehmende Abfall wird auch in den Städten deutlich, gerade an schönen Sommertagen an beliebten Ausflugplätzen. Man möchte etwas in den Mülleimer werfen, doch dieser ist bereits überfüllt oder verstopft. Damit dies in Zukunft nicht mehr passiert, will ANTA SWISS AG mit ihrem «Hai-Auge» durchgreifen. Dieses überwacht den Füllstand der «Abfallhai» genannten Abfalleimer und übermittelt die Daten per Funk an die Online-Plattform «Hai-Insel». So können die Werkhofmitarbeiter bereits aus der Entfernung erkennen, ob es Zeit ist den Mülleimer zu leeren oder ob er bei der nächsten Tour ausgelassen werden kann, denn auch bei der Routenplanung wird die Effizienz hinsichtlich ökonomischer und ökologischer Faktoren immer wichtiger.

Eine weitere Erfindung von ANTA SWISS AG ist der «Solar-Presshai». Dieser enthält eine elektronische Presse, die das Abfallvolumen um das drei- bis siebenfache verdichten kann und seine Energie dazu aus einem eigenen kleinen Solarmodul auf dem Deckel bezieht. Am Flughafen Zürich ist dieses Zukunftsszenario bereits Realität und läuft seit vielen Monaten erfolgreich.

Der smarte Abfallhai ©ANTA SWISS AG

Überzeugungsarbeit bei den Gemeinden

Nun steht für ANTA SWISS AG der nächste Schritt an, es gilt die Gemeinden vom Smart Waste Management Konzept zu überzeugen. Um die nötigen Argumente griffbereit zu haben, hat eine Studentengruppe der ZHAW ein Pilotprojekt begleitet und umfangreiche Analysen und Berechnungen der Mehrwerte in einer Seminararbeit festgehalten.

Während einer zehnwöchigen Testphase in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Münchenbuchsee und dem privaten Werkhofunternehmen Schwendimann AG konnte nachgewiesen werden, dass die Haie eine lohnende Investition, sowohl aus ökonomischer als auch ökologischer Sicht sind. Die Gemeinde Münchenbuchsee zählt 10’191 Einwohner auf einer Fläche von 880 Hektaren. Es wurden 101 Abfalleimer mit dem Hai-Auge ausgerüstet, die von der Schwendimann AG bewirtschaftet wurden. Fünf Wochen wurden die Mülleimer wie zuvor ohne Hai-Auge bewirtschaftet und weitere fünf Wochen wurden die Abfalleimer mit Hilfe der Daten des Hai-Auges und der Hai-Insel bewirtschaftet.

Dabei konnte festgestellt werden, dass die Investitionen für die Hai-Augen bereits nach weniger als einem Jahr amortisiert sind. Dies ist möglich durch eine Einsparung der Arbeitszeit um 14%, durch die optimierten Leerungsrouten und den daraus resultierenden Kosteneinsparungen. Zudem konnten durch die Einsparungen bei Sprit und Abfallsäcken CO2-Einsparungen von 17% erreicht werden. Diese bereits beachtlichen Resultate dürften mit der Zeit sogar noch besser ausfallen, wenn die Smart Waste Management Prozesse nach der Einführungsphase noch besser abgestimmt sind.

Die Resultate im Überblick ©ANTA SWISS AG

Weitere Einblicke ins Projekt gibt uns Kim Bolleter, Masterstudentin an der ZHAW und Projektmitarbeiterin im Pilotprojekt mit Schwendimann AG und ANTA SWISS AG.

Kim, wie war es für Dich an einem so praxisbezogenen Projekt zu arbeiten?

Es war sehr spannend und interessant einmal in ein komplett neues Themengebiet bzw. Arbeitsumfeld als gewohnt einzutauchen. Zudem konnten wir unsere erlernte Theorie in die Praxis transferieren, was die Motivation extrem gesteigert hat.

Hattest Du bereits etwas mit Abfallmanagement zu tun vor dem Projekt, oder kanntest Du den Abfallhai von ANTA SWISS AG bereits schon vorgängig?

Zuvor kannte ich die Firma ANTA SWISS AG nicht, den Abfallhai kannte ich aber vom Sehen. Spätestens beim Sichten der Firmenpräsentation kam dann der Aha-Effekt. Danach habe ich jeden Abfalleimer auf dessen Marke überprüft und musste dann schnell feststellen, dass das Design hie und da kopiert wurde.

Kim Bolleter, Masterstudentin an der ZHAW und Marketing Managerin

Was sind aus Deiner Sicht die grössten Herausforderungen für eine erfolgreiche Digitalisierung des Abfallmanagements in der Schweiz?

Ich denke die grösste Herausforderung ist, dass die Gemeinden die Relevanz dieses Themas erkennen und dann zusammenarbeiten. Vielleicht könnte der Staat mit Subventionierungen für CO2-Reduktionen belohnen oder die Digitalisierung voranbringen – ist aber schwierig zu beantworten.

Welches sind die Erfolgsfaktoren gewesen für die Durchführung des Pilotprojekts mit der Gemeinde Münchenbuchsee?

Die hohe Kooperationsbereitschaft der gesamten Belegschaft wie auch die Offenheit der Mitarbeitenden gegenüber neuen Technologien. Das war nicht unbedingt zu erwarten, darum haben wir zusätzlich mit den Mitarbeitern, welche die Abfalleimer tagtäglich leeren, qualitative Interviews geführt. Dabei haben wir festgestellt, dass eine gewisse anfängliche Grundskepsis schnell von den guten Resultaten und der Freude über die Aufwertung des Arbeitsplatzes überwogen wurde.

Was waren Deine überraschendsten Erkenntnisse aus dem Praxisprojekt?

Dass die Firma unsere Erkenntnisse 1:1 in die Praxis übernommen hat, was uns sehr erfreut hat. Wir sind stolz, dass die ANTA SWISS AG so zufrieden mit den aufbereiteten Kennzahlen ist, dass sie direkt eine kleine Broschüre zum Pilotprojekt mit unseren Resultaten erstellt hat und für ihr Marketing verwendet.

Neo-Ökologie bei Digitec/Galaxus: Hier werden Produkte erfolgreich wiederverkauft

Ökologie und Nachhaltigkeit sind aktuell im Vordergrund. Unternehmen und Behörden setzen zum Kampf gegen Plastik an. Angeprangert wird auch die Wegwerfgesellschaft, wo man Produkte kauft und dann schnell wieder dem Abfall zukommen lässt. Digitec/Galaxus geht hier einen neuen Weg und hat eine Plattform für gebrauchte Produkte ins Leben gerufen. Wir haben bei Michael Rudin nachgefragt, was es hiermit auf sich hat.

Herr Rudin, wie kamen Sie auf die Idee eine Plattform für gebrauchte Digitec/Galaxus Produkte zu kreieren?

Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer kaufen gebrauchte Produkte. Der Trend nennt sich Neo-Ökologie – und von diesem Markt wollen wir uns ein Stück abschneiden. Unsere Secondhand-Funktionalität erlaubt es unseren Kunden, ihre bei uns gekauften Produkte schnell und einfach weiterzuverkaufen.

Können Sie uns kurz erklären, wie das Ganze funktioniert?

Unsere Kunden können ihre bei Digitec oder Galaxus gekauften Produkte in einem eingebetteten Prozess direkt im Online-Shop als Angebot einstellen. Voraussetzung ist, dass die Produkte bei uns initial über 50 Franken gekostet haben. Damit wollen wir vermeiden, dass unsere Onlineshops zu Ramsch-Basaren werden. Durch die bereits im Detail erfassten Produktdaten müssen die Verkäufer ihre Angebote nicht mehr mühsam kategorisieren. Ebenfalls werden Garantien, die z.B. noch auf das Handy oder die Drohne laufen, direkt übernommen. Ist ein Angebot einmal eingestellt, profitiert der Verkäufer von der grossen Reichweite der beiden meistbesuchten Online-Shops der Schweiz: 2017 konnten wir über 90 Millionen Besuche verzeichnen. Ausserdem haben wir mehr als eine Million Kunden, die mindestens einmal pro Jahr etwas bei uns kaufen. Ein Käufer kann die Angebote mit allen anderen Produkten normal kaufen. Der Verkäufer wird bei einem Kauf benachrichtigt und versendet das Paket an den Käufer. Für die Sicherheit des Zahlungsverkehrs sorgen wir, indem wir den Mittelsmann spielen: Sobald der Käufer den Erhalt der Ware bestätigt hat, überweisen wir dem Verkäufer das Geld.

So funktioniert der Weiterverkauf auf der Plattform © Digitec/Galaxus

Wenn ein Kunde ein Produkt wiederverkaufen will, wird da der Zustand des Produktes geprüft, damit der Käufer keine bösen Überraschungen erlebt?

Nein, den Zustand prüfen wir nicht. Wir halten das Produkt ja nie physisch in den Händen. Die Kunden schliessen beim Kauf bzw. Verkauf einen Vertrag untereinander ab – wir bieten ihnen lediglich eine Plattform an. Unser Kundendienst steht jedoch als hilfsbereiter Partner zur Verfügung und vermittelt bei Problemen zwischen den Parteien. In strittigen Fällen haben wir so bisher immer eine Lösung gefunden, mit der alle zufrieden waren.

Die Plattform wurde im letzten Oktober eingeführt. Können Sie ein erstes Fazit ziehen? Sind Sie zufrieden mit den Entwicklungen?

Wir sind sehr zufrieden: Unsere Kunden konnten mit dem Feature bereits tausende Secondhand-Produkte verkaufen. Nach dem Launch wurden wir mit Feedbacks, Verkaufsangeboten und Käufen überhäuft. Und seither ist die Verkaufsmenge hoch geblieben. Diesen Frühling haben wir für die neue Funktionalität zudem den Best-Feature Award des Digital Commerce Awards 2018 gewonnen.

Bisher ist Michael Rudin zufrieden mit der Plattform © Digitec/Galaxus

Haben Sie auch schon Rückmeldungen von Kunden bekommen? Wie wird diese neue Möglichkeit angenommen?

Unsere Kunden haben uns rege Rückmeldung gegeben und wir freuen uns über das enorm positive Echo. Die Kunden schätzen vor allem die einfache Bedienung sowie die schnelle Abverkaufszeit durch die grosse Reichweite unserer Plattform. Zudem gefällt ihnen die Logik, dass eine Gebühr nur dann anfällt, wenn ein Angebot verkauft wird – Einstellungsgebühren gibt es bei uns nicht.

Welche Produkte oder Produktarten werden am meisten wiederverkauft?

Digitec macht immer noch mehr Umsatz als unser Online-Warenhaus Galaxus. Letzteres holt zwar schnell auf, wir verkaufen momentan aber noch mehr elektronische Produkte weiter. Eine spannende Entwicklung sehen wir im Bereich Fashion und Haushaltsgeräten: Da ziehen die Transaktionen stark an.

Das Logistikzentrum von Digitec/Galaxus © Digitec/Galaxus

Konkurrenziert die Resale Plattform ihre bestehenden Produkte? Gibt es dort Umsatzeinbussen?

Direkte Umsatzeinbussen haben wir noch nirgends beobachtet. Im Gegenteil: Kunden erkennen Digitec und Galaxus immer mehr als umfassendste digitale Einkaufsplattform. Sie schätzen die vielen integrierten Funktionalitäten, die ihnen einen grossen Mehrwert im Lebenszyklus ihrer Produkte bieten.

Wie wirkt sich diese Plattform auf den Kundendienst aus? Gibt es einen grossen Mehraufwand?

Vor allem am Anfang hatten wir einen erhöhten Aufwand im Kundendienst. Unser Kundendienst ist jedoch an die vielen Live-Gänge von neuen Funktionalitäten gewöhnt und konnte entsprechend reagieren. Ganz nebenbei sind wir auch auf das Feedback angewiesen, um uns weiterzuentwickeln. So haben wir durch Kundenfeedback beispielsweise das Design der Auszeichnung der Produkte im Shop, welche von Privatanbietern verkauft wird, stärker ausgezeichnet.

Auf der einen Seite möchten alle nachhaltig sein, auf der anderen Seite herrscht eine Wegwerfgesellschaft vor. Wie wichtig ist die Nachhaltigkeit für Digitec/Galaxus und trägt diese Plattform einen Teil dazu bei?

Ökologie und Wirtschaftlichkeit geht bei uns Hand in Hand. Diesen Herbst nehmen wir zum Beispiel eine neue Verpackungs-Maschine in Betrieb, die die Kartonschachtel auf die Grösse der Bestellung zurechtfaltet. Dadurch sparen wir sowohl Verpackungs- als auch Füllmaterial. Als Migros-Tochter haben wir uns zudem für eine Reihe von Nachhaltigkeitsmassnahmen verpflichtet. Unsere Secondhand-Plattform trägt ebenfalls ihren Teil zu einem nachhaltigen Konsum bei. Sie schont die Umwelt und das Portemonnaie gleichermassen.

Das Warenlager in Wohlen © Digitec/Galaxus

Ist es geplant, dass die Plattform auch für nicht Digitec/Galaxus Produkte geöffnet wird, quasi als Konkurrenz zu Ricardo und Tutti?

Momentan haben wir das nicht vor. Durch diesen Schritt würden wichtige Verkaufsargumente wie das einfache Einstellen des Angebots, die bestehenden Produktdaten oder die Weitergabe der Garantie wegfallen. Wir planen aber, die bestehende Funktionalität zu erweitern, um den Verkauf und den Kauf für unsere Kunden noch angenehmer zu machen.

Unverpackt einkaufen – das Modell der Zukunft?

Von Alessandra Schmid

716 Kilogramm pro Jahr – so viel Haushaltsabfall verursacht jeder Schweizer im Durchschnitt jährlich, wobei heute erst die Hälfte wiederverwertet wird. Und obwohl die Schweiz bei der Aufarbeitung von Abfällen bereits eine Vorreiterrolle einnimmt, gibt es noch viel zu tun. Das Problem der übermässigen Ressourcennutzung ist aktueller denn je, der Wunsch nach bewusstem und nachhaltigem Konsum glücklicherweise auch.

So verwundert es nicht, dass der Zero Waste Lifestyle immer mehr Abnehmer findet. Zero Waste, das sind die 5R – refuse (ablehnen), reduce (reduzieren), reuse (wiederverwenden), recycle (wiederverwerten) und rot (Kompostieren). Ziel ist es, die Abfallmenge zu reduzieren und bewusster einzukaufen. Durch die Kanadierin Bea Johnson vor zehn Jahren in den Fokus der Medien gerückt, nimmt die weltweite Bewegung rund um das Thema Abfallvermeidung zu. Die Zahl an verpackungsfreien Läden steigt und auch den Grosshändlern ist es immer öfters ein gelebtes Anliegen, Ressourcen zu schonen (beispielsweise in der Schweiz, wo die Abschaffung von Gratis-Plastiksäcken zur Reduktion der Nachfrage um 80% führte).

Viel Engagement zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Ein Zeichen setzen für ganzheitlichen und nachhaltigen Konsum – das möchte auch Basel unverpackt, der erste verpackungsfreie Laden in der Stadt Basel: Man bringt seinen eigenen Behälter mit, füllt das Produkt aus grossen „Bulk Bins“ ab und erhält es somit ohne Verpackungsmittel wie Plastik, Karton oder Papier. Gleichzeitig sind die Lebensmittel in Bio-Qualität und wenn möglich mit regionaler respektive Schweizer Herkunft. So reduziert man ökologisch sinnvoll seinen Abfall, spart Geld und weiss ausserdem, woher das Essen kommt – eine Wertschätzung unseres Planeten, aber auch jedes einzelnen Produktes.

Ein Laden ganz ohne Verpackungen © Alessandra Schmid

Dass die Geschäftsgründer mit diesem sensiblen Thema einen Nerv der Zeit treffen, zeigt sich auch im Marketing: Bis heute fielen für die Werbung kaum finanzielle Aufwendungen an. Zum einen, weil die gewählte Rechtsform der Genossenschaft es allen Beteiligten ermöglicht, sich sowohl mit ihren Ideen, als auch mit ihrem Netzwerk einzubringen und zwei gezielt ausgerichtete Crowdfundings (unter anderem auf 100-days.net) von Beginn weg für eine breite (mediale) Aufmerksamkeit und zahlreiche Stammkunden sorgten. Zum anderen, weil die Lage des Einkaufsladens im hippen Stadtteil „Kleinbasel“ dazu führte, dass Basel unverpackt gewissermassen zu einem Selbstläufer wurde.

Zusätzlich Schwung verleiht dieser Initiative auch die enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Geschäften wie dem „Lokal“ oder „Didi Offensiv“ sowie einer der Lieferanten, welcher jeweils samstags auf dem beliebten „Matthäus-Markt“ seine Ware verkauft und gleichzeitig Werbung für Basel unverpackt macht. Ferner bewirtschaften die engagierten Inhaber in regelmässigen Abständen die Webseite und Social-Media-Accounts und veranstalten spannende Workshops. Und zu guter Letzt generiert die vorbildliche Vorreiterrolle als erster verpackungsfreier Laden in Basel viel kommunale und regionale Aufmerksamkeit in allen Bevölkerungsschichten und hat bis heute zu einem grossen Interesse von Medien, Influencern und vielen anderen geführt.

Der Laden trifft den Nerv der Zeit und agiert auch im Marketing modern © Alessandra Schmid

Eine funktionierende Alternative für nachhaltigen Konsum

Mit ihrer einfachen, greifbaren und überzeugenden Betriebsidee tragen die Inhaber dieses unverpackt-Ladens somit für eine schnell wachsende gesellschaftliche Sensibilisierung eines unvermeidlichen Themas bei, welches uns alle betrifft. Und der erfolgreiche Beginn des zweiten Geschäftsjahres beweist, dass mit Basel unverpackt dem kollektiven Wunsch für nachhaltige Lebensweisen bereits heute eine deutlich längere Lebensdauer eingeräumt wird, als es Verpackungen durch ihre Einmalverwendung je haben werden.

http://baselunverpackt.ch/de/

https://www.facebook.com/Baselunverpackt

https://www.instagram.com/baselunverpackt/

Über die Autorin

Alessandra Schmid ist Juristin mit der Absicht, das Leben ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten als Gesetzesbücher. Sie hat die Welt bereist, war Volunteer in einem Hilfswerk in Peru sowie im Tierheim beider Basel und ist in einer Anwaltskanzlei und am Strafgericht vielen Rechtsfällen nachgegangen. Zurzeit arbeitet sie für die Stiftung Mensch und Tier, welche ausgesetzten Tieren ein neues Zuhause gibt und Kinder durch Begegnungen mit diesen wunderbaren Lebewesen in ihrer Sozialkompetenz fördert. Getreu dem Motto „wer rastet, der rostet“ absolviert sie zudem berufsbegleitend den CAS Marketing-&Corporate Communications an der ZHAW und hofft, dass die Welt schon bald frei von Plastik ist.

Warum wir Nespresso Kapseln ab sofort recyceln

Von Manuela Vetsch

Eine Kelleridee aus St.Gallen schmückt heute die vertrauten vier Wände von Vielen. Georg Lanter und Andreas Wüthrich haben unzählige Kaffees getrunken, bis das Produkt erfunden war. Die Nespresso Kapsel wird erleuchtet. Lang lebe Upcycling!

Man nehme Gegenstände die zwei Mal gebraucht werden können und mische sie mit St. Galler Unternehmergeist, Kreativität und dem Wunsch nach Nachhaltigkeit sowie sozialem Engagement. Und siehe da, es entsteht «2mol». Hinter der Firma 2mol stehen Georg Lanter und Andreas Wüthrich. Ein Primarschullehrer und ein Buchhalter – beides Väter, die ihre Ideen konkretisieren. Es ist Ihnen bewusst, dass die Welt schon genug Produkte hat. Warum die Produkte von 2mol besonders wertvoll sind und wie sie Marketing betreiben, erzählt Georg Lanter während einem Interview im Kaffeehaus.

Georg Lanter, was sind die Werte von 2mol?

Sich hinterfragen, was drin ist und wo es gemacht wird, sind unsere Schlüsselwerte. Bei unseren Produkten kauft man die ganze Geschichte – Wiederverwertung und soziale Herstellung.

Was steckt hinter der Idee?

Wir produzieren aus gebrauchten Nespresso Kapseln Design Leuchten und lassen diese in Zusammenarbeit mit der Obvita, einer sozialen Werkstatt in St.Gallen, herstellen. Jedes Produkt ist ein Unikat. Wir produzieren erst dann, wenn die Nachfrage vorhanden ist.

Nespresso Kapseln mal anders und zwar in Form von Leuchten © Gaby Mohr / 2mol

Welche Arbeitsschritte sind notwendig für die Herstellung der Design Leuchten?

Die Mitarbeitenden der Obvita sind verantwortlich für die Herstellung der Design Leuchten und arbeiten in der geschützten Werkstatt. Die Besuche in der Werkstatt bedeuten uns extrem viel. Alles ist sorgfältige Handarbeit. Die Produkte werden gemäss den Wünschen der Kunden produziert. Das heisst die Leuchten können selbst designt werden. Folgender Ablauf ist für die Herstellung notwendig:

  1. Nespresso Kapseln sammeln, nach Farbe sortieren
  2. Nespresso Kapseln leeren und pressen
  3. Mit Schablone Kapsel für Kapsel zusammensetzen
  4. Schweissarbeiten und Elektrifizierung vornehmen
  5. Qualitätskontrolle und Versand

Sinnvolles Upcycling, das auch schon aussieht © David Halter / 2mol

Wie betreibt 2mol Marketing?

Unser Fokus liegt momentan auf den digitalen Kanälen. Wir sind auf Facebook, Instagram, Pinterest und Twitter aktiv und machen sehr gute Erfahrungen. Das Kernstück ist unsere Internetseite mit dem integrierten Shop. Ausserdem steht unser Netzwerk im Mittelpunkt. Persönliche Gespräche sind Gold wert oder Orte wo unsere Design Leuchten hängen und der Kundschaft gefallen. Messeauftritte hatten wir bereits in Winterthur an der Design Gut, der Blickfang und neue Räume in Zürich oder während dem Cash for Trash in St. Gallen. Die gemeinsame Messepräsenz mit Nespresso ist zudem ein Highlight. Dort werden die Lampen im Werkstattatelier sogar vor Ort produziert. Influencer haben über unsere Produkte berichtet. Eine Kerzenwerkstatt im St. Galler Rheintal vertreibt unsere Design Leuchten auch. Die Zusammenarbeit in der Kategorie Schweizer Handwerk im Prämienshop von Coop Superpunkte bringt zudem regelmässig Kunden.

Des Weiteren werden wir von verschiedenen TV Sendern angefragt und haben Präsenz auf den entsprechenden Kanälen wie z.B. bei SRF Schweiz aktuell. Die Fernsehsendung Galileo – das Wissensmagazin wird demnächst über unsere Geschichte einen Beitrag ausstrahlen. Wir freuen uns sehr darauf. Das sind ein paar Beispiele. Es berichten natürlich auch Zeitungen und Zeitschriften über uns. Oft werden wir angefragt. All das ist für 2mol Marketing. Verlockend zum Testen wäre der Vertrieb resp. Marketing in einem Pop-Up Store.

Ab wie vielen Franken sind die Design Lampen von 2mol erhältlich?

Die Produkte kosten je nach Grösse unterschiedlich viel. Die kleinste Design Leuchte ist ab CHF 30 erhältlich. Grosse Leuchten kosten von CHF 600 bis CHF 1’500.

www.2mol.swiss

www.obvita.ch

https://www.facebook.com/2mol.swiss/

https://twitter.com/2mol_ReDesign

https://www.pinterest.ch/zweimol/

Über die Autorin

Manuela Vetsch ist leidenschaftliche Kaffeetrinkerin, liebt stilvolle Inneneinrichtungen und die Gallusstadt. Die in Speicher AR aufgewachsene junge Frau hat ein Eventmanagement Diplom und studiert zurzeit berufsbegleitend an der ZHAW. Ihr Herz schlägt dabei für die Stadt St. Gallen und es springt höher wenn es um Marketing oder innovative Jungunternehmen geht. Daher überrascht es wenig, dass sie seit bald zehn Jahren für die Stadtverwaltung St.Gallen im Bereich Standortförderung arbeitet.

Manuela Vetsch

Soziale Nachhaltigkeit in Schweizer Unternehmen – ein aktueller Einblick

Von Christine Bircher

Erkenntnisse der Bachelorarbeit von Christine Bircher im Rahmen des Bachelorstudiengangs Betriebsökonomie der ZHAW School of Management and Law.

Durch die Globalisierung von Unternehmen und Wertschöpfungsketten sind in den letzten Jahren soziale Themen, wie Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und Korruption in die politische und gesellschaftliche Debatte gerückt. Kunden verlangen vermehrt Produkte, deren Herstellung minimale Standards sozialer Nachhaltigkeit erfüllen. Studien zeigen aber auch, dass Unternehmen ihre soziale Verantwortung vermehrt wahrnehmen, weil eine tadellose Reputation und sozial verträgliche Arbeitsbedingungen in Zeiten des Fachkräftemangels ein entscheidender Erfolgsfaktor auf dem Arbeitsmarkt sind.

Die Bachelorarbeit untersuchte den aktuellen Stand sozialer Nachhaltigkeitsaktivitäten in Schweizer Unternehmen und wie sich diese in den letzten fünf Jahren verändert haben. Basierend auf aktuellen Trends und Studien wurden 58 Schweizer Unternehmen aus verschiedenen Branchen befragt und die Ergebnisse mit dem Swiss Corporate Sustainability Survey 2012 der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften verglichen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

  • Interesse: Schweizer Unternehmen beschäftigen sich vermehrt mit sozialer Nachhaltigkeit. Begründet werden Nachhaltigkeitsaktivitäten primär durch die Verbesserung der Unternehmensreputation, der Stärkung der Kundenbindung und der Attraktivitätssteigerung auf dem Arbeitsmarkt.
  • Stakeholder: In Zusammenhang mit sozialer Nachhaltigkeit befassen sich die meisten Schweizer Unternehmen eingehend mit den Erwartungen ihrer Stakeholder, insbesondere mit denjenigen von Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten. Die verstärkte Interaktion mit Stakeholdern führt zu mehr Transparenz im Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen, was sich oftmals in der Einhaltung von Standards und Zertifikaten sowie in Mitgliedschaften bei Verbänden äussert. Tendenziell investieren grosse Unternehmen dafür mehr Mittel.
  • Themengebiete: Für Schweizer Unternehmen sind Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Arbeitsmarktfähigkeit und Förderung der Mitarbeitenden sowie faire Wettbewerbspraktiken in Bezug auf soziale Nachhaltigkeit am wichtigsten. Generell werden Themen zu Arbeitspraktiken und menschenwürdiger Beschäftigung am intensivsten bearbeitet. Menschenrechtsthemen werden je nach Grösse und internationaler Verflechtung des Unternehmens unterschiedlich gewichtet.

Soziale Nachhaltigkeit als bedeutendes Thema für die Unternehmen © eigene Darstellung von Christine Bircher

Die Zukunft sozialer Nachhaltigkeit in der Schweiz

Aus Sicht von Schweizer Unternehmen steigt die Bedeutung sozialer Nachhaltigkeit. Sie gehen davon aus, dass dazu mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Externe Herausforderungen werden vor allem bei der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und der zunehmenden Bedeutung von Work-Life-Balance gesehen.

Die Resultate verdeutlichen, dass sich Schweizer Unternehmen in einer fortgeschrittenen Entwicklungsstufe des Nachhaltigkeitsmanagements befinden. Daher sollten Unternehmen soziale Nachhaltigkeit nicht als Risikofaktor sehen, sondern als Chance zur strategischen Differenzierung.

Über Christine Bircher

Christine Bircher arbeitet am Center for Law & Economics der ETH Zürich und hat diesen Sommer erfolgreich ihr Bachelorstudium in Betriebsökonomie mit Vertiefung in General Management an der ZHAW abgeschlossen. Im Herbst wird sie ihr Masterstudium an der ZHAW in Business Administration – Major Marketing beginnen..

http://www.lawecon.ethz.ch/people/bircher.html

Smarte Uhren, Müslüm, Werte und Awards – was ist da los, in der Marketing Welt?

Neulich am SDV Award wurden die Dialog Marketeers der Deutschschweiz für ausserordentlich kreative, konzeptionell herausragende und oft auch messbar erfolgreiche Kundendialoge prämiert. Business as usual. Oder auch nicht, denn die auch in diesem Jahr überaus geglückte Inszenierung wurde im Wesentlichen durch ein besonders unästhetisches, aber uneingeschränkt unterhaltsames Gesicht geprägt: Müslüm.

Der Berner Komiker und Satiriker Semih Yavsaner legte den gewohnt spitzen Humor zu Tage sowie eine ordentliche Portion Polarisierungspotenzial. Die Parodie des Gastarbeiters missglückte nur dann, wenn die scharfsinnige Gesellschaftskritik im Wortschatz eines  sprachlich (zu) Ungebildeten daher kam – dies aber missfiel den schlürfenden Werbern im Saal nicht. Vielmehr offenbarte die penetrant sozialkritische Note seiner Sprüche den aktuellen Zeitgeist einer mit dem Thema Migration oft überforderten Zivilgesellschaft. „Ja, war das jetzt lustig oder nicht?“

Hubelot CEO Biver live (zugeschaltet) am Markenkongress 2016 im Dolder

Hubelot CEO Biver live (zugeschaltet) am Markenkongress 2016 im Dolder

Diese Frage stellte sich zumindest am Markenkongress neulich im bekanntermaßen besten Hotel Zürichs nicht. Denn hier inszenierte der Beratungsarm der Hochschule St. Gallen htp im exklusiven Dolder Campus die aktuelle Schweizer Markenwelt – nicht als Award Night sondern als instruktiver Bildungstag aber mit obligater Preisverleihung. Und siehe da: auch hier wieder ein sozialkritische Note und dies sogar aus dem Munde des Swiss Academy of Marketing Science Awards Gewinners Jean-Claude Biver: „Ethik gehört zum Erfolg und das bedeutet teilen, Respekt und verzeihen“. Der Applaus eines durchaus aufgeklärten Plenums war ihm sicher.

Das Thema Werte, Ethik und insbesondere, deren konkrete Umsetzung in der Praxis von Marketeers ist eine brandaktuelle Fragestellung. „Respekt ist, wenn Sie in ihrem Unternehmen eine Frauenquote von über 40% haben und deshalb einen Kinderhort einrichten“ meinte Biver. C’est bien claire. Es geht darum, wie sich Unternehmen angesichts einer schnell drehenden Technologiezahl und daraus resultierenden Marktpotenziale verhalten und kommunizieren aber auch verhalten. Die Diskussion ist damit (ein weiteres Mal) eröffnet.

 

Neue Karrieremöglichkeiten durch die Verbindung von Sport und Nachhaltigkeit

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(Bildquelle: www.7-themes.com)

Die Forschungsergebnisse der European Outdoor Group (EOG) zeigen auf, dass sich der Outdoor-Markt auch im letzten Jahr trotz widriger Marktbedingungen gut entwickelt hat. Unterstützend war hierbei sicherlich, dass sich der Trend von Aktivitäten im Freien auch bei jüngeren Menschen durchgesetzt hat. Sogar das klassische Wandern hat in den letzten Jahren ein Revival erlebt.

Aufgrund der immer grösseren Beliebtheit von Outdoorsportarten, zeigen sich zunehmend negative Auswirkungen auf die teils sehr sensiblen Landschaften. Damit auch die folgenden Generationen Outdoorsport betreiben können, müssen die Bedürfnisse von Mensch und Natur in Einklang gebracht werden. Hierzu gehört, dass Schutz und Rückzugsgebiete von Tieren respektiert werden und Rücksicht auf die Beanspruchung der Wege genommen wird. Die Vereinbarkeit zwischen Outdoorsport und Umwelt ist aber noch viel weitreichender. Erfreulicherweise haben dies auch die Konsumenten erkannt und interessieren sich vermehrt für Aspekte der Nachhaltigkeit. Sie möchten wissen, unter welchen Umständen ihre Ausrüstung hergestellt wird. Gleichzeitig wollen sie aber nicht auf Innovation und Funktionalität verzichten.

„We will help to make snowboarding – and our lifestyle – sustainable well into the future.“ Ali Kenney, Director of Global Sustainability, Burton Snowboards

Dieses Problems hat sich das Schweizer Zertifizierungsunternehmen Bluesign mit Sitz in St. Gallen angenommen. Das unabhängige bluesign® System ist die Lösung für eine nachhaltige Herstellung von Textilien, welche versucht die Umweltbelastung während des gesamten Produktionsprozesses zu minimieren. Daher setzt das System bereits beim Beginn der Produktion an und schliesst umweltbelastende Substanzen aus dem Fertigungsprozess aus. Gemäss vorgelegten Richtlinien wird deren Einhaltung kontrolliert und somit eine umweltfreundliche Produktion sichergestellt. Basierend auf den fünf Prinzipien Ressourcenproduktivität, Verbraucherschutz, Gewässerschutz, Immissionsschutz und Arbeitssicherheit müssen sich bluesign® Systempartner strengen Prüfungen unterziehen. Dem bluesign® system angeschlossen haben sich bereits international namhafte Unternehmen wie NIKE, Inc., The Burton Corporation, die Mammut Sports Group AG, The North Face und die Adidas Group.

 

Dass Sport und Nachhaltigkeit zusammengehört haben auch Fabian Putzing und Arne Menn erkannt. Die beiden Absolventen des Masters in Sustainable Development haben Ende 2011 die erste Nachhaltigkeitsberatung in der Schweiz, die sich ausschliesslich auf den Sport konzentriert, gegründet. Sustainable///sports berät erfolgreich Sportstättenbetreiber, Sport-Clubs, Sport-Events, Tourismusdestinationen sowie Städte und Gemeinden im Bereich Nachhaltigkeit und Sport. Für Swiss Olympic erarbeitete das Start-up einen Leitfaden zur Einführung und Etablierung von Nachhaltigkeit in Sportverbänden – von der Strategieentwicklung über die Umsetzung bis zur Berichterstattung. Der spezifisch für den Sportbereich entwickelte Leitfaden unterstützt die Verbände Schritt für Schritt mit Anleitungen, Checklisten und Arbeitshilfen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Ausrichtung ihrer Tätigkeit.

Interessieren auch Sie sich für eine Karriere im aufstrebenden Nachhaltigkeitsbereich?In unserem neuen Studiengang CAS in Sustainability Marketing erlernen Sie wie man in B2B-Märkten erfolgreich nachhaltig wirtschaften und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen gezielt als Differenzierungsfaktor einsetzen kann. Sie erwerben Anwendungskompetenz für «Marketing-Tools», die sie darin unterstützen, Marketingmassnahmen umzusetzen und zu kontrollieren.

Mehr Informationen zum Studiengang erhalten Sie an unserer nächsten Infoveranstaltung vom Mittwoch, 17. Juni  2015 um 18.00 Uhr, in Winterthur.

Wieviel ist eigentlich genug und kann man mit weniger besser leben?

Können wir durch bewussten Konsum unsere Lebensqualität steigern und so den globalen Ressourcen- und Umweltproblemen begegnen? Haben wir aufgrund des materiellen Überflusses wirklich eine höhere Lebensqualität oder doch eher ein Mangel an Zeit? Diesen Fragen stellen sich die Referierenden, viele interessierte Zuschauer und Workshop-Teilnehmer am 10. eco.naturkongress, der am 27. März 2015 in Basel stattfindet.eco.naturkongress_wie-viel-ist-genug_web_v2Tiefgreifende Veränderungsprozesse und ein Wertewandel sind notwendig um Genügsamkeit gesellschaftsfähig zu machen. Denn Suffizienz heisst: Bewussteres und bewusst reduziertes Konsumieren. Für viele ist das nicht einfach. Aber auch kleine, machbare Schritte können durchaus effektiv sein.

Wie kann man den erhobenen «Suffizienz-Zeigefinger» umgehen und Verzicht attraktiv und alltagstauglich machen? Dieser Frage geht die Fachstelle Behavioral Marketing zusammen mit den Referenten Dr. Urs Müller (Forschungsbereich Nachhaltigkeitskommunikation ZHAW), Marco Zaugg (getunik AG) und Lisa Ochsenbein (Pumpipumpe) nach.

Anhand von Inputs aus Theorie und Praxis wird gezeigt, wie mit verhaltens-wissenschaftlichen Ansätzen und innovativen Kommunikationsmassnahmen suffizientere Lebensstile gefördert werden können.

Interessiert? Dann melden Sie sich zum Kongress und den Workshops (z.B. D09 Wie wird Verzicht attraktiv?) an.

eco.naturkongress

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5 Fragen an Dr. Linda Miesler zum neuen Kurs «Behavioral Economics for Marketers»

Dr. Linda Miesler

Dr. Linda Miesler

Warum sollte man als Marketingverantwortlicher diesen Kurs unbedingt besuchen?
Unternehmen gehen häufig bei der Umsetzung ihrer Marketingstrategie von einem rein rational entscheidenden Kunden aus. Wir nehmen beispielsweise an, dass der Kunde alle Zeit der Welt, unbegrenzte mentale Ressourcen, ein riesiges persönliches Interesse, etc. hat, um sich intensiv mit Informationen zu Produkten und Services auseinanderzusetzen. Aber wenn wir uns einmal selbst in die Situation des Kunden versetzen, wird schnell klar, dass wir bei unseren Entscheidungen häufig nicht rational sondern beispielsweise impulsiv, emotional oder auch gleichgültig handeln. Oft lassen sich Kunden auch stark durch irrelevante Informationen oder durch situative Einflüsse beeinflussen. All diese (vermeintlich) irrationalen Verhaltensmuster müssen von Marketingverantwortlichen berücksichtigt werden, um beim Kunden mit den entsprechenden Marketingmassnahmen den gewünschten Erfolg zu erzielen.

Was erwartet die Teilnehmer bei Kursteilnahme?
Die Erkenntnisse aus Behavioral Economics und Konsumentenpsychologie erlauben neue Sichtweisen auf den Kunden. Wir vermitteln in diesem Kurs die Grundlagen aus diesen Forschungsgebieten und zeigen die Bedeutung für das Marketing auf. Durch eine abwechslungsreiche Kursgestaltung, in der theoretische Inputs mit Beispielen in Form von Praxiscases, kleinen Übungen oder Gruppenaufgaben kombiniert werden, sollen die Teilnehmer ein Gefühl dafür bekommen, wie sie auf Basis dieser Erkenntnisse die Gestaltung von Marketingmassnahmen optimieren können und wie sie Kundenentscheidungen besser vorhersehen können.

Wo können die Inhalte im Unternehmen vor allem eingesetzt werden?
Neben dem besseren Kundenverständnis zeigen wir den Teilnehmenden, wo die Grenzen der bestehenden Marktforschungs-Tools zur Messung des Konsumentenverhaltens liegen und geben Inputs zu neuen Methoden, die sie im Unternehmensalltag anwenden können. Mit einem Rucksack vollgepackt mit neuen Kenntnissen ist zu erwarten, dass die Teilnehmenden aber auch selbst komplett neue Spielräume für ihre Produkte oder Strategien erkennen, die in der Praxis sehr erfolgreich sein können.

Kann ich auch teilnehmen, wenn ich nicht im Marketing-Bereich tätig bin?
Sicher. Der Kurs richtet sich zwar grundsätzlich an Personen mit Endkundenfokus aus Marketing, Kommunikation und Marktforschung. Beziehungsweise auf alle, die sich auf diese Funktionen vorbereiten möchten. Jedoch auch Personen, die lediglich daran interessiert sind, Behavioral Economics nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern mehr über das mögliche Zusammenspiel vieler faszinierender einzelner Effekte und dem Einsatz von Marketinginstrumenten erfahren möchten, sind herzlich willkommen.

Wo kann ich mich anmelden und wann findet der Kurs statt?
Anmelden kann man sich direkt bei der Kursleitung Verena Berger per E-Mail. Die Durchführung richtet sich nach der Anzahl der Anmeldungen. Damit kleine Gruppenarbeiten durchgeführt werden können und die Teilnehmenden während der drei Kurstage vom gegenseitigen Austausch profitieren, ist eine Teilnehmeranzahl von mindestens 10 Interessierten sinnvoll.