Digitales Marketing für Verantwortliche in Non-Profit-Organisationen

Von Dr. Adis Merdzanovic

Die Digitalisierung hat den Non-Profit-Sektor schon lange erfasst. Entsprechend ist es für NPO-Verantwortliche unumgänglich, sich in der digitalen Welt zurecht zu finden. Eine Weiterbildung in diesem Bereich hilft, nicht nur die Chancen des digitalen Marketings zu kennen, sondern diese auch mit einfachen Mitteln in der eigenen Organisation einzusetzen.

Die digitale Transformation hat nicht nur Unternehmen im Griff, auch Non-Profit-Organisationen (NPO) müssen sich zunehmend in einem neuen Umfeld behaupten. Die Hürden erscheinen bei solchen Organisationen aufgrund der fehlenden Gewinnorientierung um einiges höher. Die digitale Umstellung organisationsinterner Prozesse, aber auch die Nutzung digitaler Tools und Kanäle in der Aussenkommunikation können dabei als kaum überwindbare Aufgaben erscheinen, die nur einigen wenigen Organisationen mit entsprechendem Budget vorbehalten bleiben.

Dem ist jedoch nicht so. Die Digitalisierung bietet nämlich auch für kleinere Non-Profit-Organisationen Möglichkeiten, beispielsweise Fundraising-Kampagnen zu lancieren und so ihre Ressourcen besser zu verwerten. Mobiles Marketing erlaubt besseres Targeting der Zielgruppe zu einem relativ kleinen Preis, während ebenfalls günstiges (oder teilweise kostenloses) Web Publishing ganz neue Plattformen für den Transport von Inhalte zur Verfügung stellt. Über kurz oder lang wird sich keine NPO diesen digitalen Trends entziehen können; entsprechend wird die Kenntnis der digitalen Marketinginstrumente für NPO-Verantwortliche immer entscheidender.

Neue Möglichkeiten auch für kleine NPOs

Dafür gibt es mindestens zwei Gründe. Erstens können jüngere Generationen immer schlechter mit traditionellen Mitteln wie Direct Mailing oder Standaktionen erreicht werden. Während die Spendenbereitschaft bei dieser Altersgruppe keineswegs schlechter als diejenige der älteren Generationen ist, müssen sie mit anderen Marketinginstrumenten erreicht werden. Neue Kanäle wie Instagram oder TikTok, aber auch neue Arten der kommunikativen Botschaften müssen erlernt werden. Zweitens ermöglicht digitale Technologie die Optimierung zahlreicher interner Prozesse, die so kurz- oder mittelfristig einen effizienteren Ressourceneinsatz erlauben. Durch die Automatisierung kleinerer Arbeitsschritte können beispielsweise kostenintensive Personalressourcen sinnvoller eingesetzt werden.

Der grosse Vorteil der Digitalisierung ist, dass bereits kleine Veränderungen grosse Effekte haben können. Die Einbindung von Spenderdatenbanken in eine Emailkampagne oder die Nutzung von Social Media zur Förderung des Community Engagements sind heute bereits mit einfachsten Mitteln möglich. So eignet sich beispielsweise das Content Marketing mit seinem Fokus auf Storytelling und der Emotionalisierung von Geschichten besonders gut, um mit verschiedenen Formaten unterschiedliche soziale Plattformen zu bedienen. Insbesondere NPOs mit ihrer sozialen, ökologischen oder gesellschaftlichen Ausrichtung kreieren dabei eine Unmenge an interessanten Geschichten.

Eine Weiterbildung hilft, sich im digitalen Marketing besser zu orientieren © S. Hermann & F. Richter/Pixabay

Den eigenen Werten treu bleiben

Zu den wichtigsten Merkmalen des digitalen Marketings für NPOs gehört neben einem sinnvollen digitalen Branding und der Nutzung von Digital Analytics selbstredend auch eine Strategie, denn auch in der digitalen Welt sollte nicht planlos darauf losgeschossen werden. Wie bei jeder Marketingstrategie ist dem eigentlichen Einsatz der Mittel eine Analysephase samt der Definition der strategischen Ziele vorauszustellen. Fast wichtiger als der eigentliche Einsatz der Tools ist jedoch das Verständnis für den Auftritt von Non-Profit-Organisationen im digitalen Umfeld. NPOs müssen in ihrer externen Kommunikation ihren Werten treu bleiben, denn wer nicht authentisch ist, der kann seine Botschaft auch nicht übermitteln und im schlimmsten Fall sogar an den digitalen Pranger gestellt werden. Auch mit solchen Krisen sollten NPO-Verantwortliche umgehen können.

All diese Fragestellungen werden im Rahmen des neu konzipierten CAS «Digital Marketing in NPO» angegangen. Dabei steht die Verbindung von Theorie und Praxis im Zentrum. Teilnehmende lernen nicht nur die Möglichkeiten des digitalen Marketings kennen, sondern sollen das Gelernte auch gleich in ihrem beruflichen Alltag anwenden können. Weitere Informationen zum CAS gibt es hier

Erfahrungsbericht einer Swiss Biodesign Teilnehmerin

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Pyranka Chadha, Technology Risk Consultant bei PWC, nahm 2019 im Rahmen eines Nachwuchskräfte-Stipendiums am CAS-Pilotprojekt „Swiss Biodesign Bootcamp“ teil. In diesem Beitrag beschreibt sie ihre Erfahrungen.

Als Biomedical Engineer, die an der Schnittstelle zwischen Technologie und Wirtschaft arbeitet, vermisste ich mein altes Handwerk und suchte nach einer Gelegenheit, mein Business Knowhow mit meinem technischen Hintergrund und meiner Leidenschaft für das Gesundheitswesen zu verbinden. Als ich vom Swiss Biodesign Bootcamp erfuhr, war ich davon sofort angetan, denn der Kurs beinhaltete einzigartige Erfahrungen, wie z.B. die Clinical Immersion im Spital wie auch Coaching durch erfahrene Praktiker. Ich versprach mir davon auch mehr über Design Thinking und Produktstrategien zu neuen medizinischen Technologien zu lernen.

Inspirierendes Umfeld

Der Swiss Biodesign-Kurs übertraf meine Erwartungen – es war eine einmalige Erfahrung, um neues zu lernen und sich persönlich zu entwickeln. Unter Gleichgesinnten mit unterschiedlichem Hintergrund zu sein, schuf ein inspirierendes, offenes Umfeld, in dem wir uns alle wohl fühlten, interessante und verrückte Ideen zu diskutieren. Ausserdem hatten wir in der ersten Woche die Gelegenheit, uns durch gemeinsame Abendessen und die gemeinsame Unterbringung gut kennen zu lernen. Ich schätzte dies besonders, da ich aus Grossbritannien komme und vor dem Kurs sehr wenig Erfahrung mit der Schweizer Kultur und Sprache hatte. Die Kursgrösse und die schöne Landschaft um das Seminarhotel herum waren jedoch perfekt, um sich einzuleben. Ich fühlte mich sehr schnell wohl und habe nun eine neu entdeckte Liebe zur Schweiz und zur Schweizer Präzision.

Onlinetest als Vorbereitung

Bevor der Kurs begann, wurden uns umfangreiche Pre-Readings gegeben und es galt einen Onlinetest hierzu zu absolvieren. Dies war eine sinnvolle Lösung, um uns auf das intensive Programm vorzubereiten und eine gemeinsame Wissensgrundlage zu den Biodesign-Methoden zu schaffen. Die ersten beiden Tage im Bootcamp begannen noch mit Wiederholungen der Prereadings zur Needs-, Stakeholder- und Marktanalyse. Das gab Zeit, sich noch entspannt kennen zu lernen. Die Phase „leichter“ Arbeit währte jedoch nicht lange, da wir bald in die Tiefen des Biodesign-Prozesses eintauchten und bereit für die klinischen Grundlagen waren. Unser Untersuchungsgebiet waren Magen-Darm-Erkrankungen. Das Erlernen der Pathophysiologie der verschiedenen Krankheiten und der Behandlungsmethoden war eine Herausforderung. Aber das Chirurgen- und Pflegeteam rund um Prof. Adamina am Kantonsspital Winterthur war unglaublich unterstützend. Sie stellten sicher, dass wir von Tumor Board- bis OP-Besuchen gut informiert waren und ihnen so viele ‘Anfänger’-Fragen stellen konnten, wie wir wollten.

Die mehrtägige ‘Clinical Immersion’ war definitiv ein Highlight für mich. Nur sehr wenigen Menschen wird die Möglichkeit geboten, medizinische Konsultationen und Operationen aus erster Hand mitzuerleben. Für mich war es besonders interessant zu erfahren, wie anders das Schweizer Gesundheitssystem im Vergleich zum NHS in Grossbritannien funktioniert. Die Tage, die wir im Krankenhaus verbrachten und alles, was wir gelernt hatten, in die Praxis umsetzten, waren unglaublich bereichernd, da mir klar wurde, wie ich eine völlig andere Art des Denkens über meine Umgebung in Bezug auf Anwenderbedürfnisse, Produktdesign und Business-Aspekte entwickelt habe.

Clinical Immersion als Highlight

Intensiver Kurs, der sich gelohnt hat

Ein weiterer Höhepunkt für mich war die Gelegenheit, mit Branchenexperten, Risikokapitalgebern und Start-up-Gründern zu sprechen. Ihre Leidenschaft war ansteckend, und es war cool zu sehen, wie greifbar unsere Projektdiskussionen mit ihnen wurden. Denn auch sie begannen mit visionären und mal mehr, mal weniger erfolgreichen Ideen. Als wir zum Abschlusstag des Bootcamps kamen und das Biodesign Faculty Konzept wie auch den Business Case für unser neuartiges Smart Stoma-Device vorstellen mussten, war dies ein Moment voller Aufregung, aber auch Stolz. Denn der Kurs war sehr intensiv. Wir hatten so viel entwickelt, von den ersten Konzepten über die Patentrecherche bis hin zu Interviews mit über 15 Ärzten und Patienten in der Schweiz, den USA und Grossbritannien. Wir hatten tatsächlich eine technische Lösung mit einem potenziell hohen medizinischen und Markt-Wert geschaffen, und alles, was wir während des Kurses gelernt hatten, kam wie ein grosses Puzzle zusammen. Trotz der kurzen Nächte und des Stresses lehrte mich das Bootcamp so viele Soft- und Hard Skills, die ich auch weiterhin anwenden werde. Es hat sich zweifellos gelohnt.

Über die Autorin

Pryanka Chadha ist Technology Risk Consultant bei PwC in London/UK, ausgebildete Biomedizin-Ingenieurin der University of London und verbringt ihre Freizeit damit zu reisen, zu programmieren und Chinesisch zu lernen.

Weitere Informationen zum englischsprachigen CAS Swiss Biodesign for MedTech Innovators von Januar bis April 2021 finden Sie hier. Das Biodesign-Konzept wird ab Sommer 2021 auch in den Lehrplan des Master of Science integriert. Für Rückfragen zum Kurs oder Kooperationsmöglichkeiten für Unternehmen steht Ihnen der Programmleiter unter jens.haarmann@zhaw.ch zur Verfügung.

Field Report of a Swiss Biodesign Fellow

Technology Risk Consultant Pyranka Chadha attended the CAS-pilot “Swiss Biodesign Bootcamp” in 2019 with a high potential scholarship. In this contribution, she describes her experiences as a Swiss Biodesign Fellow.

As a Medical Engineer who made the transition into the world of technology in business, I found myself missing my old trade and craving an opportunity to combine my business knowledge with my engineering background and passion for healthcare. So, when I found out about the Swiss Biodesign Bootcamp I was overwhelmed with excitement, as the course entailed unique experiences, like clinical immersion, and would teach me more about design and the business thinking behind taking novel medical technologies to market.

Inspiring environment

The Swiss Biodesign course exceeded my expectations – it was an incredibly enjoyable experience of learning and development. Being amongst a group of like-minded people from various backgrounds created an inspiring, open environment where we all felt comfortable to debate and innovate. Moreover, we were given the opportunity to get to know each other well through organised dinners and shared accommodation during the first week. I particularly appreciated this, as coming from the UK I had very little experience with Swiss culture and language, so it was a little bit daunting for me at the beginning. However, the intimate environment was perfect for everyone to settle in, and the beautiful Swiss nature background made it all the better. I felt comfortable very quickly and now have a new-found love for Switzerland and the Swiss precision.

Online test as preparation

Before the course started, we were provided with pre-course readings and a test. This was an excellent way to get us prepared for what was to come. I found the first couple of days at the Bootcamp refreshing the material useful, and the light learning meant we could spend more time getting to know each other. The “light” work didn’t last very long, however, as we were soon into the depths of Biodesign and ready for clinical immersion. Our area of investigation was gastrointestinal diseases; learning the pathophysiology of the different diseases and the treatment methods was challenging, but the team of specialists at Winterthur hospital were incredibly supportive – they made sure that we were all well informed and able to ask as many questions as we wished.

The clinical immersion aspect of the course was definitely a highlight for me. Very few people are given the opportunity to experience surgeries and consultations first hand. It was particularly interesting for me to learn how differently the Swiss healthcare system operates in comparison to the NHS in the UK. The days we spent in the hospital, putting everything we had been taught into practice was incredibly rewarding as it made me realise how I had developed a completely different way of thinking about my surroundings with respect to customer needs, product design and business aspects.

Clinical Immersion as a Highlight

Intensive course that was worthwhile

Another highlight for me was the opportunity to speak with industry experts, venture capitalists and startup founders. Their passion was infectious, and it was cool to see the tangibility of what we were doing as they started out with visionary ideas, too. When we got to the final part of the Bootcamp, and had to pitch our novel medical technologies to the Biodesign Faculty, it was a moment full of pride as the course was intense and we had developed so much from early concepts, patent research to 15+ physician and patient interviews in Switzerland, US and UK. We had actually created a product concept of potentially high medical and market value, and everything we had learnt throughout the course came together. Despite the restless nights and stress, the Bootcamp taught me so many soft and hard skills that I will continue to use, it was undeniably worth it.

About the author

Pryanka Chadha is a Technology Risk Consultant for PwC in London/UK, a trained Biomedical Engineer of the University of London and enjoys coding, travelling and learning Chinese in her spare-time.

More information on the CAS Swiss Biodesign for MedTech Innovators from January to April 2021 here. The Biodesign concept will also be integrated in the Master of Science curriculum as of summer 2021. Contact the program head for questions: jens.haarmann@zhaw.ch

Kooperation mit Swiss Healthcare Startups und Healthcare Businesswomen’s Association für High-Potential-Stipendien im Bereich Biodesign

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Gute Nachrichten für Interessenten des CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021: Swiss Healthcare Startups (SHS), die Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) und der Praxispartner Universitätsklinik Balgrist unterstützen drei Teilnehmer mit besonderen High-Potential-Stipendien. Sie können zu einem deutlich reduzierten Preis am CAS teilnehmen.

Swiss Healthcare Startups (SHS) und die international tätige Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) sind zwei führende Verbände im Healthcare-Bereich. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie die Vision von Swiss Biodesign Vision teilen: Dies betrifft den von der Stanford University entwickelte und auf MedTech- und Digital Health spezialisierte, bedürfnisorientierte Biodesign-Innovationsprozess, der ein Schlüsselelement für mehr disruptive medizinische Innovationen in der Schweiz ist.

Eine spezielle Kooperation im Medtech Bereich © Pixabay

Um innovationsorientierte Nachwuchskräfte zu inspirieren, sponsern die beiden Verbände wie auch der Clinical Immersion Partner, die Universitätsklinik Balgrist, je ein Stipendium für High Potentials. Die drei erfolgreichen Bewerber/-innen können an dem auf 12 Teilnehmende limitierten, exklusiven Management-Kurs CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021 für nur einen Drittel der gesamten Studiengebühren teilnehmen (CHF 4’000 statt CHF 11’800).

Interessierte müssen die folgenden Bewerbungskriterien erfüllen:

  • weniger als 5 Jahre postgradierten Erfahrung im Gesundheitswesen in Start-ups, Forschung, Kliniken, Medtech-, Pharma-, IT- oder Beratungsunternehmen
  • erfolgreich abgeschlossenes Bachelor-, Master- oder MD-Studium/Doktorat
  • herausragende akademische, Innovations- oder unternehmerische Leistungen
  • erste internationale Erfahrung
  • starkes Interesse an radikalen Innovationen im MedTech bzw. Digital Health-Bereich

Die Bewerbungsfrist für die Stipendiaten/Fellowships endet am 1. Oktober 2020, der Kurs beginnt im Januar 2021. Zusätzliche Informationen zum CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators finden Sie hier.

Swiss Healthcare Startups (SHS): Biodesign-Stipendium für junge Innovatoren

Die SHS ist eine Non-Profit-Organisation, die innovative Start-ups unterstützt, die einen Mehrwert für das Schweizer Gesundheitsökosystem schaffen wollen. Der in Zürich ansässige Verein organisiert hochkarätige Veranstaltungen, um neue Ideen für Start-ups in den Bereichen neuartiger Gesundheitsmodelle, digitaler Gesundheit, Medizintechnik und patientenorientierter medizinischer Dienstleistungen zu beschleunigen und zu entwickeln. Um sich für das High-Potential-Stipendium der SHS zu qualifizieren, müssen die Bewerber die Standard-Biodesign-Bewerbungsanforderungen sowie jene der SHS erfüllen. Mehr zum SHS-Stipendium hier.

Healthcare Businesswomen’s Association (HBA): Biodesign-Stipendium für junge Innovatorinnen

HBA wurde 1977 in den USA als globale, gemeinnützige Organisation gegründet, die sich der Förderung und dem Einfluss von Frauen im Gesundheitswesen weltweit verschrieben hat. Die drei HBA-Vereine in der Schweiz organisieren regelmässig Veranstaltungen und Networking-anlässe in Basel, Lausanne und Zürich-Zug. Das HBA Zürich-Zug Chapter bietet einen grösseren Zuschuss für eine junge, vielversprechende (vorzugsweise weibliche) Teilnehmerin, die bereit ist, eine unternehmerische bzw. MINT-Karriere in der Medizintechnik oder im Bereich der digitalen Gesundheit einzuschlagen und einen Beitrag zur Erfüllung der HBA-Mission der Geschlechterparität im Gesundheitsmanagement zu leisten. Mehr zum HBA-Stipendium hier.

Universitätsklinik Balgrist: Biodesign-Stipendium für junge Gesundheitsfachleute

Die Universitätsklinik Balgrist ist spezialisiert auf die Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation von Patienten mit schwerwiegenden Problemen des Bewegungsapparates. Im Auftrag der Universität Zürich ist sie für die Ausbildung von Ärzten in den Fachgebieten Orthopädie und Rückenmarkverletzungen zuständig. Die Universität Balgrist sponsert ein Schweizer Biodesign-Stipendium für ambitionierte, junge Mediziner/-innen. Zugehörigkeit zur Balgrist-Klinik bzw. ETHZ ist von Vorteil, aber nicht zwingend. Weitere Informationen über das Stipendium erhalten Sie bei Dr. Jens Haarmann (jens.haarmann@zhaw.ch) oder Prof. Jess Snedeker / ETHZ (jess.snedeker@hest.ethz.ch).

Mehr über den CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators Das Biodesign-Programm der ZHAW will Intrapreneure und potenzielle Entrepreneure im Gesundheitswesen mit Management-Tools, Praxiserfahrung und einem Netzwerk ausstatten, um disruptive neue Geräte der Gesundheitstechnologie zu erfinden und zu vermarkten. Für Rückfragen steht der Studiengangleiter, jens.haarmann@zhaw.ch, zur Verfügung.

Cooperation with ‘Swiss Healthcare Startups’ and ‘Healthcare Businesswomen’s Association’ for high-potential Swiss Biodesign scholarships

Good news for potential participants of the CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021: “Swiss Healthcare Startups (SHS), the Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) and our praxis partner Balgrist University Hospital will sponsor three participants through high potential scholarships, allowing them to take part in the course at a significantly lower rate.

Swiss Healthcare Startups (SHS) and the internationally active Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) are two of the leading Healthcare associations. And they share ZHAW’s Swiss Biodesign vision: That the healthcare-specialized, needs-oriented Biodesign innovation process, developed by Stanford University and taught at ZHAW, is a key ingredient for stimulating radical medical innovation in Switzerland.

A special cooperation in the medtech sector © Pixabay

To inspire innovation-minded young professionals, the two associations as well as Balgrist University Hospital will sponsor one high-potential scholarship each. The three successful applicants will join the max. 12 participants of the exclusive management-course CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021 at just 1/3 of the total tuition fees of this course (CHF 4’000 instead of CHF 11’800).

Apart from fulfilling standard Biodesign applicant requirements, candidates should have

  • less than 5 years of post-graduate healthcare experience in startups, research, clinics, medtech, pharma, IT or consulting companies
  • successfully completed Bachelor, Master or MD degree
  • demonstrated academic, intra- or entrepreneurial excellence
  • first international experience
  • strong interest in radically innovating medical devices or digital health.

The application deadline for the scholar-/fellowships is Oct 1st, the course starts in January 2021. Find more course information on the CAS here.

Swiss Healthcare Startups (SHS): Biodesign Scholarship for young innovators

SHS is a non-profit organisation supporting innovative startups that aim to add value to the Swiss healthcare ecosystem. The Zurich-based association organizes high-profile events to help accelerate and develop new startup ideas in the fields of novel healthcare models, digital health, medtech, patient driven medical services and other healthcare related fields.

In order to benefit from SHS’s high-potential scholarship, applicants must meet the standard Biodesign application requirements plus those of SHS. Scholarship details here.

Healthcare Businesswomen’s Association (HBA): Biodesign Scholarship for young female innovators

HBA was founded in the USA in 1977 as a global non-profit organization dedicated to furthering the advancement and impact of women in healthcare worldwide. The three HBA chapters in Switzerland organize frequent events and networking platforms in Basel, Lausanne and Zurich-Zug. The HBA Zurich – Zug Chapter will offer a significant subsidy for a young, high potential (preferably female) participant, willing to enhance or start an entrepreneurial / STEM career in medtech or digital health and contribute to HBA’s mission of gender parity in healthcare management. Scholarship details here.

Balgrist University Hospital: Biodesign Fellowship for young healthcare practitioners

Balgrist University Hospital is specialized in the diagnostic assessment, treatment, and rehabilitation of patients with serious problems affecting the musculoskeletal system. On behalf of the University of Zurich, it is responsible for training doctors in the specialties of orthopaedics and spinal cord injury.

Balgrist University sponsors a Swiss Biodesign fellowship for a young, high potential health care practitioner (In case of equal qualification, employees / researchers of Balgrist or ETHZ will be preferred). For more information on the fellowship, contact Dr. Jens Haarmann (jens.haarmann@zhaw.ch), or Prof. Jess Snedeker / ETHZ (jess.snedeker@hest.ethz.ch).

More information on the CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators ZHAW’s Biodesign program aims to provide healthcare intrapreneurs and potential entrepreneurs the management tools, real-life experience and network to invent and market radically novel health technology devices

Gelungener (digitaler) Start in den CAS Marketing- & Corporate Communications

Digital heisst nicht schlechter, so lautet die Maxime auch im Herbstsemester 2020. Dieses Mal startete der Lehrgang komplett digital, was die Organisatoren vor einige Herausforderungen stellte. Abschliessend kann man sagen, auch digital hat es sehr gut funktioniert, nicht zuletzt dank einer grossartigen Klasse.

Nach wie vor ist es ungewöhnlich und für viele wohl ein neuer Schritt, digitales Lernen in der Weiterbildung. War man doch gewohnt im Klassenzimmer zu sitzen und die Klasse physisch zu sehen. Corona hat einige Änderungen mit sich gebracht und auch die Studiengangleitung des CAS Marketing- & Corporate Communications dazu gezwungen, den Lehrgang zu digitalisieren und zu verändern. Im Frühlingssemester wurde die Hälfte dieser Weiterbildung noch physisch durchgeführt, danach digitalisiert. Für das Herbstsemester wurde entschieden, den Lehrgang gleich von Beginn weg digital durchzuführen. «Diese Entscheidung kam nicht zufällig, einerseits wollten wir die Klasse nicht einem unnötigen Ansteckungsrisiko aussetzen, andererseits haben wir uns entschlossen, mutig in die digitale Zukunft zu gehen und hier etwas vorzupreschen, um weitere Erfahrungen sammeln zu können», erklärt Dr. Adrienne Suvada, eine der Studiengangverantwortlichen. Es wurde also aus der Not eine Tugend gemacht. «Wir haben den Lehrgang teilweise umgestellt und natürlich die Didaktik auf das digitale Setting angepasst. Dies war nicht immer ganz einfach, es war aber auch bei den externen Dozenten eine hohe Motivation spürbar, und wir sind überzeugt, dass es den Lehrgang deutlich verbessert hat», meint Dr. Adis Merdzanovic, der zweite Studiengangverantwortliche.

Die beiden «Digitalisierungsverantwortlichen» des CAS MCC, Dr. Adrienne Suvada und Dr. Adis Merdzanovic

Die digitale Zukunft bietet viele Chancen

Viele verbinden mit «digital» eine schlechtere Qualität und assoziieren damit, dass es für die organisatorische Seite weniger Aufwand bedeutet. Das Gegenteil ist der Fall, denn ein guter digitaler Unterricht setzt viel mehr Vorbereitung voraus. Man muss sein didaktisches Konzept so umstellen, dass es auch digital funktioniert. Es ist als Dozent eine Herausforderung, wenn man anstatt in die Gesichter in einen Bildschirm spricht und die Mimik der Teilnehmenden nicht mehr lesen kann. Dennoch ergeben sich auch viele Chancen, denn durch den digitalen Unterricht entfällt die Anreise. So können auch Personen teilnehmen, die eine sehr lange Anfahrt hätten. «Die Zukunft ist digital geprägt, das wird auch der Unterricht zu spüren bekommen. Wir wollen mit diesem Lehrgang zeigen, dass die Qualität digital sogar besser sein kann und uns so auch für hybride Unterrichtsformate besser rüsten», meint Dr. Adrienne Suvada.

Digitaler Apéro mit physischem Paket

Der Starttag des CAS Marketing- & Corporate Communications ist jedenfalls gelungen. Die Klasse hat sich gut auf das neue Setting eingestellt und war den ganzen Tag aktiv dabei. Der soziale Austausch und die Erholung durften natürlich nicht fehlen. So wurde der spätere Nachmittag zuerst mit einem Überraschungsgast eingeläutet, der spannende Themen aus der Marketingkommunikation in der Praxis vorstellte und danach gab es den verdienten Apéro. Dieser fand zwar digital statt, dafür mit einem leckeren, speziell für die ZHAW zusammengestellten, Apéropaket. Es wurde darauf geachtet einen kleinen Familienbetrieb zu berücksichtigen, bei dem lokale Produkte zu finden waren. «Es war ein toller Start in diesen CAS und wir freuen uns schon auf weitere Höhepunkte mit unserer Klasse. Bereits jetzt ist absehbar, dass sich die vielen Mühen gelohnt haben», erläutert Dr. Adis Merdzanovic.

Trotz digitalem Kursstart, gab es dennoch auch eine physische Apéro-Überraschung

Weitere Informationen zum CAS Marketing- & Corporate Communications:

https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/cas-marketing-corporate-communications/

CAS Health Care Marketing – Digitale Best Practice im Gesundheitsmarketing

Von Mirela Muminovic und Dr. Jens Haarmann

Im vergangenen Frühjahr wurde der CAS Healthcare Marketing zum dritten Mal durchgeführt. Das erste Modul erfolgte im Präsenzformat, zu dessen Highlights der Study Trip mit Fokus auf digitalem Healthcare Marketing zählte. Dazu teilt die Kursteilnehmerin Mirela Muminovic hier ihre persönlichen Learnings von Managementpräsentationen bei Zimmer Biomet, Coliqiuo und Phonak mit. Das zweite Modul wurde – aufgrund der COVID19 Ereignisse – gänzlich digital fortgeführt, wozu der Studiengangleiter, Dr. Jens Haarmann, seine Erfahrungen in einem Nachwort zusammengestellt hat.

Study Trip ‘Digital Healthcare Marketing’

Während zwei Tagen besuchten die Studierenden und der Studiengangleiter des CAS Health Care & Marketing 2020 drei namhafte Unternehmen aus dem Health Care-Bereich in der Schweiz und Deutschland. Ein zentraler Aspekt der Studienreise war, die Marketingstrategie der Unternehmen kennenzulernen und das im Unterricht theoretisch vermittelte Wissen in der praktischen Anwendung detailliert erlebbar zu machen.

Zimmer Biomet – Patientenkompetenz dank Digital Health App stärken

Zimmer Biomet, Hersteller von Hüft- und Knieimplantaten, hat in Zusammenarbeit mit Apple die «mymobility»-App entwickelt. Diese soll Patienten vor, während und nach einer endoprothetischen Operation begleiten und sie in die Steuerung der Rehabilitationsmassnahmen einbinden. Dadurch sollen die Patientenbetreuung individualisiert und bessere klinische Ergebnisse realisiert werden. Herr Alex Geiger, Manager Digital Solutions und ZHAW-Alumnus, erklärte den Besuchern, dass schliesslich 80% des Behandlungsergebnisses vom Patientenverhalten abhängen. Die Motivation und Eigenverantwortung der Patienten wird mit deren aktivem Einbinden in den Behandlungsprozess vor und nach einer Operation sichergestellt. Vor der Lancierung der App wurde mit Fachexperten und einer definierten Patientenpopulation eine klinische Studie in Kooperation mit Apple durchgeführt. Somit wurde gewährleistet, dass die App sowohl hinsichtlich klinischer Parameter als auch ihrer Usability wissenschaftlich validiert wurde. Mit der «mymobility»-App geht Zimmer Biomet damit einen wichtigen Schritt in Richtung koordinierter Versorgung in der Orthopädie und kann zugleich Co-Brandingvorteile aus der Kooperation mit Apple ziehen.

Besuch bei Zimmer Biomet

Coliquio – Deutschlands grösste digitale Ärzteplattform

Das Online-Expertennetzwerk Coliquio in Konstanz bietet eine professionelle, gebührenfreie Plattform für den fachlichen Austausch unter Ärzten. Wie Heike Zipf, Director Pharma Solutions, und ihre Management-Kollegen ausführten, haben die Coliquio-Gründer mit dem interdisziplinären, häufig fallspezifischen Austausch unter Medizinern offensichtlich einen grossen «unmet need» gerade von niedergelassenen Medizinern identifiziert: Die Plattform hat in Deutschland mittlerweile mehr als 190’000 Nutzer und mehr als 100 Mitarbeiter. Neben der Vernetzung bietet Coliquio eine medizinische Datenbank für Ärzte an. Darin wird behandlungsrelevantes, aktuelles Fachwissen aus fundierten Quellen durch Wissenschaftsjournalisten aufbereitet. Auf der anderen Seite bietet Coliquio Pharmaunternehmen die Möglichkeit, über Produktneuigkeiten sehr zielgruppenspezifisch zu informieren und zugehörige, auf Nutzerverhalten basierte Marktforschungsdienste zu nutzen. Mit dem im deutschsprachigen Raum einzigartigen Mix aus Expertenplattform, Content-Marketing und Market Research verbindet Coliquio zahlreiche digitale Marketingelemente auf innovative und sehr erfolgreiche Weise.

Spannender Austausch bei Coliquio

Phonak Deutschland – TV- und Digital-Lead Generation im B2B2C-Markt

Die deutsche Vertriebsgesellschaft des Schweizer Hörgeräteherstellers Phonak hat ihren Sitz in Fellbach, Deutschland. Phonak entwickelt schon seit 70 Jahren innovative Hörgeräte und ist trotz starker Konkurrenz internationaler Marktführer. Die kurzweiligen Präsentationen im Rahmen der Betriebsbesichtigung erfolgten durch den Managing Director, Martin Heierle, den Marketingleiter, Steffen Kohl, und den Audiologieleiter, Marco Faltus.

In der 2019 veröffentlichen TV-Kampagne (hier mehr dazu) präsentieren zwei Frauen im besten Alter auf humorvolle Art das neue Phonak Marvel Hörgerät. Mit der für Hörgerätehersteller ungewöhnlichen B2C-orientierten TV-Kampagne wird nicht nur auf die Vorteile des Produkts hingewiesen, sondern vielmehr das Stigma rund um die Verwendung von Hörgeräten adressiert. Das emotionale Erleben der Marke steht bei diesem Kampagnenelement klar im Vordergrund. Parallel dazu wird eine Facebook- und Search Engine Advertising-Kampagne geschaltet, die Interessierte auf eine Phonak Marvel Landing Page weiterleitet. Dort haben die Besucher die Möglichkeit, nach Fachgeschäften in ihrer Region zu suchen, um mit einem Hörakustiker in Kontakt zu treten. Die Mehrstufigkeit der TV-Kampagne inklusive flankierenden, digitalen Werbemassnahmen generiert zudem eine hohe Aufmerksamkeit für das Produkt und konkrete, umsatzsteigernde Leads für die unabhängigen B2B-Vertriebspartner von Phonak.

Die exklusiven Managementeinblicke in die drei Unternehmen haben den Studierenden ermöglicht, digitales Healthcare Marketing im Detail zu analysieren und zu diskutieren. Es hat sich dabei gezeigt, dass der Erfolg bei Healthcare Marketing-Kampagnen wesentlich von zwei Aspekten abhängt: Der nahtlosen, kreativen Kombination digitaler und klassischer Marketingkanäle und der genauen Kenntnis produkt- und werberechtlicher Gestaltungsspielräume im stark regulierten Gesundheitsmarkt.

Nachwort des Studiengangleiters Dr. Jens Haarmann

Nach zwei Monaten im Präsenzmodus, galt es im diesjährigen CAS Health Care Marketing Corona-bedingt innerhalb einer Woche auf reinen Onlineunterricht zu wechseln. Die Video-Conferencing Lösungen von «Zoom» und «MS Teams» bildeten dabei ein zuverlässiges, technisches Rückgrat, während Mobile Response-, Quizz- und White Board-Software die aktive Teilnahme unterstützten. Um den Austausch unter den praxiserfahrenen Teilnehmern auch im Distant Learning zu ermöglichen, kam Kleingruppendiskussionen in parallelen Videosessions eine wichtige Funktion zu. In Vierer-Gruppen konnten die Teilnehmenden so weiterhin unterschiedliche Lösungen und Erfahrungen austauschen. Virtuelle Kaffeepausen und Apéros haben dabei geholfen, die informellen Gespräche am Kaffeeautomaten teils virtuell zu ersetzen.

Zusammengefasst kann auch im digitalen Klassenraum das Interaktionslevel wesentlich von der Studiengangleitung beeinflusst werden. Durch abwechslungsreich eingesetzte e-Tools, regelmässige Kleingruppen- und individuelle Coaching-Sessions und eine genauere Planung der Gruppeninteraktionen können Weiterbildungen auch in Covid-Zeiten interaktiv und kurzweilig ausgestaltet werden. Dies zeigt auch eine ‘sehr gute’ Abschlussbewertung durch die Teilnehmenden des diesjährigen CAS Health Care Marketing. Abschliessend sei an dieser Stelle nochmals allen Dozierenden als auch Gastgebern des Study Trips und des Spitalbesuchs bei der Klinik Lindberg gedankt, die – digital oder analog – dazu beigetragen haben, den CAS auch in diesem Jahr wieder hoch aktuell und praxisorientiert zu gestalten.

Über die Autorin

Mirela Muminovic ist Marketing Managerin im Pharmabereich und hat neben dem CAS Healthcare Marketing auch den CAS Koordinierte Versorgung absolviert.

«Chatbots eignen sich auch für KMU»

Immer mehr Unternehmen setzen Chatbots in der Kundenkommunikation ein. Mit den Chatbots werden gewisse Prozesse automatisiert. Kunden können jederzeit mit dem Chatbot kommunizieren und finden Antworten auf ihre Fragen. Was ein Unternehmen beachten muss, wenn es einen Chatbot einsetzen möchte, das weiss Chatbot-Profi Sophie Hundertmark.

Frau Hundertmark, warum lohnt es sich für Unternehmen einen Chatbot einzusetzen und welche Ziele werden damit verfolgt?

Grundsätzlich würde ich gar nicht sagen, dass es sich immer lohnt einen Chatbot einzuführen. Zunächst muss geprüft werden, welche Herausforderungen/Probleme oder Chancen aktuell im Unternehmen bestehen und dann kann man entscheiden, ob sich ein Chatbot lohnt.

Die Ziele, die dann mit Bots erreicht werden können, sind vielseitig. Hier ein paar Beispiele:

  • Effizienzsteigerung
  • Kundenzufriedenheit
  • Mehr Leads
  • Mehr Conversions
  • Imagesteigerung/Branding
  • Mitarbeiterzufriedenheit

Mit Chatbots sollen vor allem Kundenbeziehungen flexibler und bequemer gestaltet werden können. Gleichzeitig versucht man, den Bot möglichst menschenähnlich zu gestalten. Wie wichtig ist diese menschliche Nähe?

Das kommt natürlich ein bisschen auf die Zielgruppe und auf den Usecase drauf an. Es gilt jedoch, die Chatbot Persönlichkeit sollte zur Zielgruppe und zum Image des Unternehmens passen. Ich habe hier ein passendes Template zur Verfügung gestellt.

Werden Chatbots in der Schweiz bereits rege von Unternehmen eingesetzt? Welche Arten von Chatbots werden am meisten genutzt?

Ja, es kommen immer mehr Chatbots. Bei Banken und Versicherungen sind Chatbots schon sehr stark im Einsatz. Nun folgen auch KMUs und Einzelfirmen (Berater, Agenturen etc.). Ich habe kürzlich eine Studie zum Einsatz von Chatbots in DACH gemacht.

Der Einsatz von Chatbots steigt (Bild: Pixabay/Mohamed Hassan)

Sind Chatbots nur für grössere Unternehmen geeignet oder können auch KMUs oder Einzelunternehmer Chatbots einsetzen? Was gilt es dabei zu beachten?

Wie in der vorherigen Frage schon zufällig beantwortet – Chatbots eignen sich auch für KMU und Einzelfirmen und sind hier auch immer mehr im Kommen. Ich sehe jedoch einen Unterschied in den Usecases. Bei Grossfirmen werden Bots oft als Ergänzung zum Kundenservice eingesetzt. Bei KMUs und Einzelfirmen sind es eher Chatbots zur Lead-Generierung oder um Webseiten-Besucher besser durch die Seite zu führen.

Gibt es technische oder personelle Grundvoraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um einen Chatbot erfolgreich zu lancieren und wie wählt man den richtigen Anbieter?

Wenn man nicht die nötigen Voraussetzungen erfüllt, dann muss man sich einen Partner/Anbieter suchen, der diese Lücken schliesst. Ich empfehle meist mit einem einfachen kleinen Usecase anzufangen und sich dann nach und nach zu steigern. Den passenden Anbieter findet man, indem man sich überlegt, was man eigentlich will, was man selbst kann und was man noch dazu braucht. Sicher spielt auch das Budget hier eine Rolle.

Zum Abschluss, welche Funktionalitäten werden Chatbots in den nächsten Jahren erreichen können?

Ich gehe davon aus, dass Chatbots immer mehr in die gesamte Customer Journey integriert werden und somit immer mehr Schnittstellen zu anderen Systemen bekommen werden. Dadurch steigt der Grad der Automatisierung. Gleichzeitig wird das NLU (= Natural Language Understanding Anm. d. Red.) sicher immer besser werden. Das heisst die Chatbots verstehen die Usereingaben immer besser und können hoffentlich auch stärker kontext-abhängig arbeiten.

Zum Thema Chatbot gibt es aktuell einen Weiterbildungskurs am Institut für Marketing Management: https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/wbk-konzeption-design-umsetzung-chatbot/

Mit einer neuen Geschwindigkeit spannende Kundenerlebnisse gestalten

Für Unternehmen sind die Kundenzentriertheit, optimale Serviceleistungen und die Innovationsfähigkeit überlebenswichtig. Doch dies klingt einfacher als es ist. Wie soll man sich auf den Kunden konzentrieren und einen guten Service bieten, wenn dieser überall und doch nirgends erreichbar ist? Wie soll man eine Produktinnovation voranbringen, wenn sich die Vorlieben des Kunden und die Marktumgebung ständig ändern? Jennifer Bagehorn, Studiengangsleiterin des CAS Service Design & Innovation, gibt Auskunft zu diesen Fragen.

Ist es heute schwieriger oder einfacher geworden, Kundenerlebnisse zu gestalten? Welches sind hier die grössten Herausforderungen und wo ist es einfacher geworden?

Kundenerlebnisse zu gestalten ist spannender, aber auch komplexer geworden. Unsere Welt verändert sich mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit und mit ihr wandeln sich natürlich auch die Bedürfnisse der Kunden. Produkte werden im globalen und stetig wachsenden Wettbewerb immer austauschbarer. Es reicht nicht mehr aus, nur ein neues Produkt auf den Markt zu bringen. Eine stetige Optimierung der Serviceleistungen ist für das weitere Bestehen eines Unternehmens von zentraler Bedeutung geworden.

Als Schlüsselwort fällt hier die Service Dominant Logic, welche eine neue Denkweise im Marketing darstellt, die einen Paradigmenwechsel von einer Güter-dominierten Logik (GDL) zur Service-dominierten Logik (SDL) fordert. Ein Kundenerlebnis hat somit heute nicht mehr nur einen, sondern viele Kontaktpunkte mit dem Unternehmen, die in ihrer Gesamtheit das Kundenerlebnis immer wieder neu definieren. Dazu kommt eine weitere Komplexität: Ein Grossteil der Kontaktpunkte zwischen dem Nutzer und dem Service sind heutzutage digital. Seit der Krise hat sich das noch einmal radikal weiterentwickelt, die digitale Transformation wurde weiter vorangetrieben und es haben sich ganz neue Möglichkeiten in der Interaktion mit dem Kunden ergeben.

Allerdings stellt dieser Wandel auch neue Herausforderungen an Arbeitsprozesse in Unternehmen. Bekannte Strukturen, Denkweisen und Routinen werden hinterfragt und die technischen Fähigkeiten auf eine Probe gestellt. Service Design bietet hier einen strukturierten Weg. Die nutzerzentrierte Vorgehensweise und Methodik basiert auf dem Modell des Double Diamond (UK Design Council) und ermöglicht es Unternehmen, Schritt für Schritt Kundenerlebnisse zu gestalten, die sinnvoll, erfolgreich und erlebbar sind – in der digitalen sowie der analogen Welt.

Jennifer Bagehorn leitet den CAS Service Design & Innovation

Im Design Service ist ein elementarer Schritt, Personas und Customer Journeys zu skizzieren. Inwiefern haben sich Personas und Customer Journeys in den letzten 10 Jahren verändert?

Mit der Evolution der technologischen Möglichkeiten haben sich den letzten 10 Jahren natürlich auch Personas und Customer Journeys weiterentwickelt. Unternehmen sitzen auf wahnsinnigen Datensätzen zum Verhalten ihrer Kunden. Big Data und die sozialen Medien bieten ganz neue Einblicke in die emotionale und digitale Welt der Kunden, die wir vor 10 Jahren so noch nicht hatten.

Personas, insofern sie fundiert erarbeitet wurden, ermöglichen Unternehmen, die Bedürfnisse ihrer Kunden besser zu verstehen. Obwohl dies theoretisch vielversprechend klingt, ist das in der Praxis gar nicht so einfach. Um ihre Kunden wirklich zu kennen, müssen Unternehmen nicht nur verstehen, was die Kunden wollen, sondern auch genau wissen, wieso, wann, und wie oft sie etwas wollen. Um eine Antwort auf diese Fragen zu bekommen ist es wichtig mit einem Mix aus quantitativen und qualitativen Methoden zu arbeiten, denn dann können Personas viel präziser entwickelt werden und repräsentieren schliesslich reale und designrelevante Zielgruppen.

Im nächsten Schritt kann dann die Persona dazu beitragen die Customer Journey zu verbessern, indem das Unternehmen mehr Einblick in die Verhaltenstrends des idealen Kunden bekommt. In der Customer Journey werden erlebte Ereignisse aus der Nutzerperspektive als Abfolge dargestellt und die Erfahrung mit dem Service oder Produkt beschrieben. Auch hier hat sich Einiges getan in den letzten 10 Jahren, und Customer Journeys haben sich zu einem Tool entwickelt, das es ermöglicht, den Kunden mit dem Leistungsanbieter konkret in Verbindung zu setzen. Ausgehend von der Perspektive des Nutzers, können die Struktur der Organisation sowie die wirtschaftlichen und technischen Anforderungen in der Journey berücksichtigt und visualisiert werden.

Innovationsbereitschaft ist wichtiger denn je. Welches sind die wichtigsten Voraussetzungen, die ein Unternehmen mitbringen muss, um auch wirklich Innovationen vorantreiben und vor allem umsetzen zu können?

Der Begriff «Innovation» wird derzeit geradezu inflationär verwendet. Praktisch alle Unternehmen streben an, innovativ zu werden – oder sie behaupten, es bereits zu sein. Doch das, was die Innovationbereitschaft in Unternehmen zu einem grossen Teil ausmacht, wird oftmals zu wenig Beachtung geschenkt. Kundenzentriertheit ist wichtig, aber Mitarbeiterzentriertheit ist essenziell. Denn die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens steht und fällt mit der Innovationsbereitschaft seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Eine innovationsförderliche Einstellung kann nicht einfach verordnet werden – ein solches Mindset muss im Alltag erlebbar und spürbar sein. Dazu muss auch das Menschenbild angesprochen werden, welches explizit oder implizit in einem Unternehmen vorherrscht. Eine Innovationskultur zu schaffen und zu nähren ist eine erfolgskritische Daueraufgabe.

Neben einer innovationsförderlichen Kultur werden auch Organisationsstrukturen benötigt, welche die Chance für erfolgreiche Innovationen systematisch erhöhen. Dazu gehören mittels Rollen und Aufgaben geklärte Zuständigkeiten. Organisationen sollten auf ein fruchtbares Nebeneinander von Tagesgeschäft auf der einen Seite und einem Freiraum für Innovationen auf der anderen Seite anstreben. Da Reibungen und Konflikte zwischen diesen beiden «Welten» nur eine Frage der Zeit sind, sollte man mit deren Eigenheiten vertraut sein und bei Spannungen angemessen reagieren können.

Die Kundenzentriertheit ist wichtig © Mohamed Hassan/Pixabay

Die konsequente Kundenorientierung heisst ja eben auch, die Zielgruppe bereits bei der Produktinnovation und Produktentwicklung miteinzubeziehen. Wird das heute noch zu wenig gemacht oder wie schätzen Sie die Situation ein?

Viele Unternehmen denken, sie kennen ihre Kunden. Oftmals haben sie aber nie mit einem echten Kunden gesprochen. Produkt- und Serviceinnovationen werden daher häufig aus der Organisation heraus geboren (Inside-out), ohne dass die Kunden in den Prozess mit einbezogen werden. Moderne Innovationen werden jedoch von einem Bedürfnis einer Nutzergruppe ausgehend und unter holistischer Betrachtung der äusseren sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Umstände und Trends getrieben (Outside-in).

Um konkurrenzfähig zu sein, müssen sich Unternehmen laufend an die sich wandelnden Umgebungen anpassen und dabei ihre Kunden begeistern. Ein früher und regelmässiger Einbezug von Kunden in den Innovationsprozess kann entscheidende Impulse bei der Entdeckung und Befriedigung von Kundenbedürfnissen liefern. Innovationen werden somit nicht nur für Kunden entwickelt, sondern mit den Kunden.

Langfristig werden dann jene Organisationen erfolgreich sein, die inkrementelle und radikale Innovationen anstreben und diese immer wieder auf ihre Relevanz für ihre Nutzerinnen und Nutzer testen. Dies kann sämtliche Phasen der Innovation umfassen: Das Verständnis von Kundenwelten wie auch die Gewinnung, Konkretisierung und Auswahl von Ideen. Auch die Validierung von Ideen, das heisst, die empirische Prüfung, ob ein entwickelter Lösungsansatz das gewünschte Kundenerlebnis hervorruft, gehört nach dem Open Innovation Ansatz zur Kundeneinbindung.

Welche Fähigkeiten müssen denn heutige Mitarbeitende in den Bereichen Service Design und Innovationsmanagement mitbringen oder anders gefragt: was erwarten Unternehmen hier?

Die spezifischen Tools und Methoden aus dem Service Design und Innovationsmanagement zu kennen und zu beherrschen ist natürlich wichtig. Allerdings gibt es heutzutage viele gute Onlinequellen, um sich entsprechende Tools anzueignen. Wichtig ist zu verstehen, dass das Tool nur ein Mittel zum Zweck ist. Was heutige Mitarbeiter im Service Design und Innovationsmanagement mitbringen müssen, ist vor allem ein Kunden- und Service-zentriertes Mindset.

Sie müssen verstehen, dass eine Innovation, beziehungsweise ein neuer Service, nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie aus Sicht der Technik (Machbarkeit), Wirtschaft (Realisierbarkeit) und vor allem des Menschen (Wünschbarkeit) vielversprechend ist. Im Vergleich zu den Tools kann man sich dieses Mindset nicht einfach im Internet herunterladen. Es muss aktiv erlernt, erlebt, praktiziert, und reflektiert werden.

Genau deswegen starten wir mit dem praktischen Modul «Service Design» in den CAS, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand einer echten Challenge den gesamten Service Design Prozess durchlaufen. In Gruppenarbeiten können sie sich über ihre Erfahrung direkt austauschen und ihre Ansätze diskutieren. In unseren wöchentlichen Expertencoachings werden dann konkrete Herausforderungen und Erfolge besprochen und der Bezug zum eigenen Unternehmen hergestellt. So verfeinert sich das Mindset und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden durch das eigene Erleben des Prozesses zum Experten im Service Design und Innovationsmanagement.

Zum Schluss noch eine Frage Frau Bagehorn, begründen Sie doch bitte in ein paar wenigen Sätzen, weshalb man diesen CAS besuchen soll?

Die Corona-Krise hat die Welt wie wir sie kennen, radikal durchgerüttelt und neu sortiert. Diese neuen Zeiten rufen ganz klar nach neuen innovativen Ansätzen! Mit unserem neu überarbeiteten und in der Schweiz einzigartigen CAS Service Design & Innovation ist man ganz vorne dabei und ebnet den Weg in eine neue Kunden- und Arbeitswelt. Teilnehmer lernen, wie sie Nutzerfokus, Agilität und Innovation in ihrem Unternehmen vorantreiben, und entwickeln ein modernes Mindset und Verständnis, dass jedes Produkt in einem komplexen Service Ecosystem verankert ist.

Zudem startet der CAS dieses Jahr komplett digital und ist dabei alles andere als unpersönlich: In wöchentlichen Coachings gehen wir auf die individuellen und unternehmensspezifischen Bedürfnisse unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer genau ein, behandeln für sie relevante Cases, und ermöglichen ihnen, dass sie ihre Weiterbildung flexibel und ortsunabhängig mit Hilfe von E-Teaching und E-Learning-Einheiten gestalten können. Aus bisherigen Feedbacks von Weiterbildungsteilnehmenden aus dem Frühlingssemester verstehen wir, dass sie in unseren Lehrgängen viel vom Einsatz der digitalen Tools für ihre praktische Arbeit profitieren konnten.

Wir freuen uns in die Zukunft zu starten mit diesem brandaktuellen CAS, für den wir ein sensationelles und hochkarätiges Team an inspirierenden und hochkompetenten Experten aus Forschung und Wirtschaft gewinnen konnten!

Mehr Informationen zum CAS Service Design & Innovation:

https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/cas-service-design-innovation/

Unausgeschöpftes Potenzial von Chatbots

Von Anja Zwicky

Chatbots können soziale Interaktionen simulieren. Wäre es denkbar, dass Chatbots die Customer Experience verbessern, indem sie als virtuelle Partner agieren, sei es um sich mit einem Freund zu unterhalten, gemeinsam zu lachen, zusammen Zeit zu verbringen oder Spiele zu spielen? Doch wie funktionieren Chatbots überhaupt und wie präsentieren sich Schweizer Chatbots?

Wie funktionieren Chatbots eigentlich? Chatbots sind Computerprogramme, welche die Fähigkeit besitzen, mit einem menschlichen Benutzer einen Dialog in gesprochener oder geschriebener Sprache zu führen (Chat) und gewisse Aufgaben autonom zu erledigen (Bot). Damit der Mensch mit Computern kommunizieren kann, unterscheiden sich zwei Steuerungsarten: «Conversational User Interfaces» (CUI) und «Voice User Interfaces» (VUI). CUI bezeichnet die Steuerung per Texteingabe, wobei VUI für die Nutzerinteraktion in gesprochener Sprache steht (Matejcek, 2017).

Chatbots interagieren mit dem User über zwei Steuerungsarten (Bild: Pixabay)

Habicht unterscheidet zwei Funktionstypen von Chatbots. Solche die sich durch Fragen/Antworten strukturieren und solche, die durch maschinelles Lernen (ML) lernfähig sind. Zu den ersten sogenannten regelbasierten Bots zählen Klickbots, welche einfache Aufgaben wie das Ausfüllen von Formularen oder das Beantworten von Fragen für Menschen automatisieren. Sie sind in ihren Fähigkeiten eingeschränkt, da sie nur einen korrekten Output liefern, wenn der Input exakt einer Regel entspricht und fest programmiert wurde. Lernfähige Chatbots verstehen die komplexe menschliche natürliche Sprache (Natural Language Understanding, NLU), können ihre Absichten verarbeiten und besitzen somit eine künstliche Intelligenz (KI).

Zielorientierte Chatbots helfen dem Benutzer bei einem konkreten Problem und sind in zwei Subklassen unterteilt: Information und Transaktion. Informations-Bots antworten, geben Auskünfte oder liefern Anleitungen zu Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen eines Unternehmens. Transaktions-Bots verrichten eine bestimmte Tätigkeit für den Benutzer, wie beispielsweise ein Ticket kaufen, ein Hotelzimmer reservieren oder eine Reklamation entgegennehmen.

Weniger als die Hälfte der untersuchten Chatbots weisen eine künstliche Intelligenz auf

Die Autorin untersuchte dreizehn Schweizer Chatbots, welche aktuell im Einsatz sind. Die Ergebnisse zeigen auf, dass sich hinsichtlich der Funktionsweise am häufigsten (5/13) regelbasierte Chatbots bestätigten. Am zweithäufigsten (4/13) stellten sich regel-datenbasierte und am dritthäufigsten (3/13) regel-formularbasierte Mischformen heraus. Lediglich Noora, der Spa- und Wellnessberater, operiert rein datenbasiert. Hinsichtlich des Verwendungszweckes kristallisierte sich ein eindeutiger Trend. 12 der 13 untersuchten Chatbots verfolgen einen zielorientierten Zweck, jeweils fünf als Informations-Bots, fünf als Transaktions-Bots und zwei liegen als Mischformen vor. Lediglich Mino, welcher eine soziale Interaktion während der Lehrstellensuche zur Aufgabe hat, verfolgt einen nicht-zielorientierten Zweck in Form eines Informations-Bots, und zwar aufgrund der Basis von Regeln. Fazit ist, dass nicht einmal die Hälfte der untersuchten Chatbots eine Künstliche Intelligenz besitzen. Dies mag daran liegen, dass KI-basierte Bots in der Entwicklung eher teuer, aufwendiger und ohne Programmierwissen schwierig zu bauen sind. Ausserdem fällt auf, dass die Landschaft Schweizer Chatbots bei nicht-zielorientierten Chatbots hinsichtlich der daten- und formularbasierten Funktionsweise eine Lücke aufweist.

Bei den Schweizer Chatbots ist KI noch nicht gross im Einsatz (Bild: Pixabay)

Wird der sozialen Interaktion zu wenig Beachtung geschenkt?

Liegt es daran, dass Chatbots mit einem nicht-zielorientierten Verwendungszweck für Unternehmen nicht attraktiv sind, da sie am Schluss kein Lead, keine Transaktion und auch kein Verkaufsabschluss generieren? Oder müssten Unternehmen diesbezüglich ihre Sichtweise ändern? Was wäre mit einem Bot, der ein Coach, ein Betreuer oder ein Mentor ist und den Nutzer auf ein spezifisches Ziel hin auf einer Reise begleitet. Beispielsweise könnte ein «Gesundheits-Fitness-Coach» formularbasiert zuerst Alter, Grösse und Gewicht entgegennehmen, um dann die Lieblingsnahrungsmittel regelbasiert abzufragen, um dann zu bestimmten Tageszeiten passende Gerichte und Fitnessübungen zu liefern. Denkbar wäre auch ein inkludierter nachhaltiger «Kochrezept-Generator», der passend zur Jahreszeit Rezepte mit saisonalen Zutaten vorschlägt. Das Ganze wäre natürlich auch mit ein bisschen Mehraufwand in gesprochener Sprache und auf der Basis von KI möglich. Vermutlich fehlen in der Schweizer Landschaft solche sozial interagierenden Bots, da der «menschliche» Faktor eine sehr wichtige Rolle spielt. Aber auch hier könnte zukünftig der Einsatz von künstlicher Intelligenz täuschend echt wirken.

Quellen:

Habicht, Nina. 2020. Vorlesungsskript Chatbot Entwicklung und Coaching von Nina Habicht. Frühlingssemester 2020. Winterthur: Zürcher Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, Marketing Institut : s.n., 2020.

Matejcek, Karina. 2017. GUI, CUI und VUI. Einkauf und Management – Magazin für Procurement, SCM & Digitalisierung. [Online] 2017. https://einkauf-und-management.at/gui-cui-und-vui/.

Stucki, Toni, D’Onofrio, Sara und Portmann, Edy. 2018.Chatbots gestalten mit Praxisbeispielen der Schweizerischen Post. Wiesbaden : Springer Fachmedien GmbH, 2018.

Über die Autorin

Anja Zwicky begann 2000 eine kaufmännische Lehre bei der Swissair und lernte die Berufswelt im Sinkflug kennen, bevor sie nach dem Grounding ihre kaufmännische Ausbildung bei einem anderen Lehrbetrieb beendete und nach weiteren erprobten Berufserfahrungen ihr Bachelor Studium in Business Administration mit Vertiefung in Tourismus und Mobilität 2009 an der Hochschule für Wirtschaft in Luzern abschloss. Zuletzt leitete sie 2012 ein Restaurant in einem Tauchresort auf einer tropischen Insel in Indonesien, bevor sie 2015 zu einem japanischen Pharmakonzern in die Schweiz zurückkehrte. Während ihrem Master Studium in Marketing Management an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften entwickelte sie ihre Fertigkeiten im Digitalen Marketing, welches sie als Digital Multichannel Experience Specialist bei ihrem Arbeitgeber in die Praxis umsetzt.

Im Rahmen der durch Nina Habicht geleiteten Veranstaltung «Chatbot Entwicklung» des durch Valerio Stallone geleiteten Studiengangs CAS Advanced Digital Marketing der ZHAW, ging die sie in einem schriftlichen Report der Frage nach, wie sich Konversationsflüsse Schweizer Chatbots strukturieren. Sie untersuchte dreizehn Schweizer Chatbots, welche aktuell im Einsatz sind, und entdeckte dabei unausgeschöpftes Potenzial.