Von offline über online zum Masterarbschluss

Nach zwei Jahren Pause konnte im September 2021 erstmals wieder eine Diplomfeier durchgeführt werden. Zahlreiche Absolventinnen und Absolventen haben während dieser Zeit ihren Master of Advanced Studies am Institut für Marketing Management der ZHAW abgeschlossen.

Rund 67 kompetente Marketing-Spezialisten können nach mindestens zweieinhalb Jahren berufsbegleitendem Studium aus den vier verschiedenen MAS des Instituts für Marketing Management in den Studienrichtungen Marketing Management, Customer Relationship Management, Product Management und Digital Marketing ihren erfolgreichen Abschluss feiern. Mit dem MAS können sie ihre Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt steigern und viele neue Wege und Türen können geöffnet werden.

Die stolzen Absolventen der verschiedenen MAS Programme

Vor der Masterarbeit, welche als krönender Abschluss dieses Studiums verfasst wird, besuchen die Studierenden vier CAS (Certificate of Advanced Studies) aus dem jeweiligen MAS-Portfolio. Seit Beginn der Pandemie wurden diese CAS-Lehrgänge fast ausschliesslich in digitaler Form durchgeführt. Die meisten Teilnehmenden haben den Wechsel zum Online-Modus live mit dem ZHAW Team erlebt und durch die neuen virtuellen Unterrichtsmethoden nebenbei ihre eigenen Möglichkeiten und Kenntnisse erweitern können. Das grosse Verlangen nach einem persönlichen Austausch war, trotz der positiven Erfahrungen aus den Online-Begegnungen, auf beiden Seiten zu spüren. Vor Ort haben 35 Absolventinnen und Absolventen gemeinsam die Gläser auf ihren Abschluss erhoben.

Der IMM Weiterbildungsverantwortliche Rolf Rellstab bei seiner Rede

Herausragende Masterarbeiten

Nach der Würdigung des Geleisteten durch den Institutsleiter Prof. Dr. Brian Rüeger forderten die MAS-Studienleitungen Rolf Rellstab, Helen Vogt und Marcel Hüttermann ihre Studierenden ein allerletztes Mal mit Fragen zu den gemachten Erfahrungen und Erlebnissen während des Studiums und entliessen sie mit Glückwünschen unter dem Applaus der Anwesenden. Darüber hinaus konnte zweien davon je ein Preis für die beste Masterarbeit überreicht werden. Annika Sauerhöfer (MAS Product Management) und Benjamin Bättig (MAS Marketing Management) haben das im Studium Gelernte optimal in ihren Arbeiten angewandt und hervorragende Ergebnisse erzielt.

Das ganze Institut für Marketing Management gratuliert allen ganz herzlich zum erfolgreichen Abschluss und wünscht ihnen alles Gute auf dem beruflichen sowie privaten Weg. Die Verbindung zwischen den Alumni und dem Institut für Marketing Management nimmt hier glücklicherweise keinen Abbruch. Mit der kostenlosten Mitgliedschaft in der Marketing Management Community können sie mit dem Institut und über 700 weiteren Marketing-Fachleuten in Kontakt bleiben und am lebenslangen Lernen teilhaben.

Future Thinking – Die Zukunft aktiv für die eigene Organisation mitgestalten

Unternehmen müssen sich fortlaufend und immer schneller mit neuen Technologien und sich ändernden Kundenpräferenzen auseinandersetzen. Im Strategieprozess müssen Unternehmen dabei nicht nur die aktuelle Situation richtig deuten, sondern auch Zukunftsszenarien antizipieren, in denen sie künftig agieren müssen Vor diesem Hintergrund hat das Institut für Marketing Management einen neuen Weiterbildungskurs lanciert, welcher es teilnehmenden Führungspersönlichkeiten ermöglicht, Techniken zu erlernen, um aktiv Handlungsoptionen für die Zukunft zu gestalten.

Christina Taylor, Future Thinking Leader mit 30 Jahren Erfahrung in strategischen Führungsrollen, und Judith Wimmer, Innovationscoach mit 15 Jahren Erfahrung im Innovationsmanagement, sind Dozierende im Weiterbildungskurs Future Thinking. Sie erklären im nachfolgenden Interview, wie sich Unternehmen strategisch auf die Zukunft vorbereiten können.

Was versteht man unter Future Thinking und wie wurde es entwickelt?

Bei «Future Thinking» (oder «Futures Thinking» – Plural) geht es um das strukturierte Nachdenken über die Zukunft und die Methoden und Ansätze, die dabei verwendet werden. Es beinhaltet Aspekte aus der Zukunftsforschung kombiniert mit Praktiken aus der Psychologie und Designansätzen. Der Prozess ist iterativ: Im Wechselspiel von «Entdecken/Erforschen» und «Entwickeln/Entscheiden» werden Artefakte der Zukunft und verschiedene mögliche Zukunftsszenarien entwickelt.  «Future Thinking» ist somit nicht ein Versuch, die Zukunft vorherzusagen, sondern vielmehr ein Mittel, um unerwartete Implikationen heutiger Probleme zu beleuchten, um so Einzelpersonen und Organisationen zu befähigen, aktiv wünschenswerte Zukünfte zu gestalten. Der Schwerpunkt liegt nicht darauf, was passieren wird, sondern darauf, was angesichts verschiedener beobachteter Faktoren passieren könnte. Oder in den Worten des Zukunftsforschers Dr. Sohail Inayatullah ausgedrückt: «With futures thinking, we use the future to change the present.»

Im Future Thinking wird ein iterativer Prozess angewendet (Bild zvg.)

Was hat die Pandemie mit Future Thinking zu tun? Warum brauchen wir Future Thinking gerade in der aktuellen Zeit mehr als je zuvor?

Die Pandemie war und ist eine Krisensituation. Interessant zu beobachten ist, dass es Menschen gibt, die angesichts der Unsicherheit und menschlichen Schicksale trotzdem positiv in die Zukunft sehen, während andere eher ängstlich auf die Situation reagieren. Im Future Thinking geht es darum, sich bewusst zu werden, dass die Zukunft nicht passiv geschehen wird, sondern dass wir sie aktiv mitgestalten können. Voraussetzungen für ein solches Vorgehen ist einerseits die Bereitschaft, Fakten und Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Disziplinen neutral zu betrachten. Anderseits bedarf es der Einstellung (Mindset), dass wir auch in schwierigen Situationen handlungsfähig sind. Elementar ist zudem das Vertrauen in sich selbst und das Team, kreative und adäquate Lösungen zu entwickeln- unabhängig davon, wie herausfordernd es zu sein scheint.

Die Betrachtung von Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln ist ein weiteres zentrales Element des Vorgehens: Was bedeutet ein bestimmtes Signal aus technologischer, soziologischer, wirtschaftlicher oder ökologischer Sicht? Welche Disziplin würde welche Schlüsse ziehen? Dabei werden Auswirkungen oder Möglichkeiten entwickelt, die widersprüchlich sein können oder andere Schwerpunkte bzw. Prioritäten setzen.

Wir brechen also bewusst mit Schwarz-Weiss-Denken und der Annahme, dass entweder alles gut oder schlecht wird. Stattdessen explorieren wir mehrere mögliche, wünschenswerte, nicht wünschenswerte und utopische Zukunftsszenarien. Durch diese offene Denkweise wird die Zukunft proaktiv gestaltet.

Visionär im Future Thinking (Bild zvg.)

Für welche Art von strategischen Entscheidungen eignet sich Future Thinking?

Die meisten Unternehmen bewegen sich heute in einem höchst dynamischen und komplexen Umfeld. Auf Basis der vorhandenen Informationen können keine sicheren Handlungsoptionen erarbeitet werden und die Auswirkungen von Entscheidungen sind nicht vorhersehbar. Um langfristig zu bestehen, müssen Unternehmen in Strategieprozessen dennoch in der Lage sein, die erfolgreichsten Handlungsoptionen zu identifizieren. Future Thinking eignet sich etwa für die Entwicklung oder Validierung der Unternehmensausrichtung, die Priorisierung bestehender und neuer Aktivitäten sowie das Gestalten von strukturellen oder ablauforganisatorischen Rahmenbedingungen.

Zudem dient Future Thinking als Kick-Start oder Re-Boot eines Teams, hilft Führungs- und Entscheidungskompetenzen zu stärken und fördert die Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. In Krisensituationen kann es als bewusste Stimulation und Provokation genutzt werden, um aus der Starre ins positive Gestalten zu kommen. Konkret angewandt nutzen wir Future Thinking vom Moderieren von Zukunftsworkshops bis hin zur Führung von mehrjährigen Vorhaben.

Auf welchen Führungsstufen sollte man mit Future Thinking-Techniken arbeiten?

Auf allen Ebenen im Unternehmen, die strategische Entscheidungen treffen: Führungskräfte haben die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen für die proaktive Gestaltung der Zukunft zu setzen. Daher sollten Future Thinking-Techniken Teil des selbstverständlichen Tool-Sets des höheren Kaders werden. Abteilungen, die sehr pro-aktiv Zukunftsthemen entwickeln, nutzen Future Thinking für die Entwicklung zukunftsrelevanter Visionen und Handlungsoptionen. Auf individueller Ebene ermöglicht Future Thinking auf unvorhergesehene Ereignisse kreativ und positiv zu reagieren.

Future Thinking Methoden (Bild zvg.)

Was haben Future Thinker anderen Führungskräften voraus?

Gelassenheit bei gleichzeitiger Klarheit, Zielstrebigkeit und Tatkraft, ohne das Ziel im Voraus genau kennen zu müssen. Sie sind effektiver und fokussierter, kommen ohne Hektik vorzeitig ans Ziel. Der Sensemaking Business Canvas ist ein Werkzeug, welches wir im Future Thinking-Kurs anwenden. Der Canvas hilft, sich Orientierung zu verschaffen und eine Entscheidungsgrundlage zu erarbeiten, die eine «faktenbasierte» Diskussion ermöglicht. Future Thinker knüpfen damit immer wieder an gemeinsam getroffene Vereinbarungen an und fördern ein mutiges Schritt-für-Schritt-Vorangehen. Future Thinking-Führungskräfte stehen für Verbindlichkeit, Nachvollziehbarkeit und vorwärtsgerichtetes Gestalten von Handlungsspielräumen.

Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen Strategic Foresight, Design Thinking und Future Thinking?

Strategic Foresight ist ein Teilaspekt des Future Thinkings. Mittels Strategic Foresight sammeln wir Informationen über das zukünftige operative Umfeld. Das können z.B. Trends, Treiber und Artefakte sein. Sie dienen uns als Basis für die Entwicklung mögliche Zukunftsszenarien. Personen, die mit Design Thinking vertraut sind, werden im Future Thinking den iterativen Prozess und das explorative Mindset wiedererkennen. Sowohl Design Thinking- als auch Future Thinking-Prozesse durchlaufen divergierenden und konvergierende Phasen. Das Ziel ist jedoch ein völlig anderes: Gilt es mittels Design Thinking konkrete Lösungen für ein Problem zu entwickeln, so fokussiert Future Thinking auf das Öffnen von Handlungsoptionen und das Entscheiden, welcher dieser Handlungsoptionen am vielversprechendsten sind.

Der Weiterbildungskurs Future Thinking startet am 12. und 13. Januar 2022. Weitere Informationen sind hier zu finden.

Digitales Marketing für Verantwortliche in Non-Profit-Organisationen

Von Dr. Adis Merdzanovic

Die Digitalisierung hat den Non-Profit-Sektor schon lange erfasst. Entsprechend ist es für NPO-Verantwortliche unumgänglich, sich in der digitalen Welt zurecht zu finden. Eine Weiterbildung in diesem Bereich hilft, nicht nur die Chancen des digitalen Marketings zu kennen, sondern diese auch mit einfachen Mitteln in der eigenen Organisation einzusetzen.

Die digitale Transformation hat nicht nur Unternehmen im Griff, auch Non-Profit-Organisationen (NPO) müssen sich zunehmend in einem neuen Umfeld behaupten. Die Hürden erscheinen bei solchen Organisationen aufgrund der fehlenden Gewinnorientierung um einiges höher. Die digitale Umstellung organisationsinterner Prozesse, aber auch die Nutzung digitaler Tools und Kanäle in der Aussenkommunikation können dabei als kaum überwindbare Aufgaben erscheinen, die nur einigen wenigen Organisationen mit entsprechendem Budget vorbehalten bleiben.

Dem ist jedoch nicht so. Die Digitalisierung bietet nämlich auch für kleinere Non-Profit-Organisationen Möglichkeiten, beispielsweise Fundraising-Kampagnen zu lancieren und so ihre Ressourcen besser zu verwerten. Mobiles Marketing erlaubt besseres Targeting der Zielgruppe zu einem relativ kleinen Preis, während ebenfalls günstiges (oder teilweise kostenloses) Web Publishing ganz neue Plattformen für den Transport von Inhalte zur Verfügung stellt. Über kurz oder lang wird sich keine NPO diesen digitalen Trends entziehen können; entsprechend wird die Kenntnis der digitalen Marketinginstrumente für NPO-Verantwortliche immer entscheidender.

Neue Möglichkeiten auch für kleine NPOs

Dafür gibt es mindestens zwei Gründe. Erstens können jüngere Generationen immer schlechter mit traditionellen Mitteln wie Direct Mailing oder Standaktionen erreicht werden. Während die Spendenbereitschaft bei dieser Altersgruppe keineswegs schlechter als diejenige der älteren Generationen ist, müssen sie mit anderen Marketinginstrumenten erreicht werden. Neue Kanäle wie Instagram oder TikTok, aber auch neue Arten der kommunikativen Botschaften müssen erlernt werden. Zweitens ermöglicht digitale Technologie die Optimierung zahlreicher interner Prozesse, die so kurz- oder mittelfristig einen effizienteren Ressourceneinsatz erlauben. Durch die Automatisierung kleinerer Arbeitsschritte können beispielsweise kostenintensive Personalressourcen sinnvoller eingesetzt werden.

Der grosse Vorteil der Digitalisierung ist, dass bereits kleine Veränderungen grosse Effekte haben können. Die Einbindung von Spenderdatenbanken in eine Emailkampagne oder die Nutzung von Social Media zur Förderung des Community Engagements sind heute bereits mit einfachsten Mitteln möglich. So eignet sich beispielsweise das Content Marketing mit seinem Fokus auf Storytelling und der Emotionalisierung von Geschichten besonders gut, um mit verschiedenen Formaten unterschiedliche soziale Plattformen zu bedienen. Insbesondere NPOs mit ihrer sozialen, ökologischen oder gesellschaftlichen Ausrichtung kreieren dabei eine Unmenge an interessanten Geschichten.

Eine Weiterbildung hilft, sich im digitalen Marketing besser zu orientieren © S. Hermann & F. Richter/Pixabay

Den eigenen Werten treu bleiben

Zu den wichtigsten Merkmalen des digitalen Marketings für NPOs gehört neben einem sinnvollen digitalen Branding und der Nutzung von Digital Analytics selbstredend auch eine Strategie, denn auch in der digitalen Welt sollte nicht planlos darauf losgeschossen werden. Wie bei jeder Marketingstrategie ist dem eigentlichen Einsatz der Mittel eine Analysephase samt der Definition der strategischen Ziele vorauszustellen. Fast wichtiger als der eigentliche Einsatz der Tools ist jedoch das Verständnis für den Auftritt von Non-Profit-Organisationen im digitalen Umfeld. NPOs müssen in ihrer externen Kommunikation ihren Werten treu bleiben, denn wer nicht authentisch ist, der kann seine Botschaft auch nicht übermitteln und im schlimmsten Fall sogar an den digitalen Pranger gestellt werden. Auch mit solchen Krisen sollten NPO-Verantwortliche umgehen können.

All diese Fragestellungen werden im Rahmen des neu konzipierten CAS «Digital Marketing in NPO» angegangen. Dabei steht die Verbindung von Theorie und Praxis im Zentrum. Teilnehmende lernen nicht nur die Möglichkeiten des digitalen Marketings kennen, sondern sollen das Gelernte auch gleich in ihrem beruflichen Alltag anwenden können. Weitere Informationen zum CAS gibt es hier

Erfahrungsbericht einer Swiss Biodesign Teilnehmerin

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Pyranka Chadha, Technology Risk Consultant bei PWC, nahm 2019 im Rahmen eines Nachwuchskräfte-Stipendiums am CAS-Pilotprojekt „Swiss Biodesign Bootcamp“ teil. In diesem Beitrag beschreibt sie ihre Erfahrungen.

Als Biomedical Engineer, die an der Schnittstelle zwischen Technologie und Wirtschaft arbeitet, vermisste ich mein altes Handwerk und suchte nach einer Gelegenheit, mein Business Knowhow mit meinem technischen Hintergrund und meiner Leidenschaft für das Gesundheitswesen zu verbinden. Als ich vom Swiss Biodesign Bootcamp erfuhr, war ich davon sofort angetan, denn der Kurs beinhaltete einzigartige Erfahrungen, wie z.B. die Clinical Immersion im Spital wie auch Coaching durch erfahrene Praktiker. Ich versprach mir davon auch mehr über Design Thinking und Produktstrategien zu neuen medizinischen Technologien zu lernen.

Inspirierendes Umfeld

Der Swiss Biodesign-Kurs übertraf meine Erwartungen – es war eine einmalige Erfahrung, um neues zu lernen und sich persönlich zu entwickeln. Unter Gleichgesinnten mit unterschiedlichem Hintergrund zu sein, schuf ein inspirierendes, offenes Umfeld, in dem wir uns alle wohl fühlten, interessante und verrückte Ideen zu diskutieren. Ausserdem hatten wir in der ersten Woche die Gelegenheit, uns durch gemeinsame Abendessen und die gemeinsame Unterbringung gut kennen zu lernen. Ich schätzte dies besonders, da ich aus Grossbritannien komme und vor dem Kurs sehr wenig Erfahrung mit der Schweizer Kultur und Sprache hatte. Die Kursgrösse und die schöne Landschaft um das Seminarhotel herum waren jedoch perfekt, um sich einzuleben. Ich fühlte mich sehr schnell wohl und habe nun eine neu entdeckte Liebe zur Schweiz und zur Schweizer Präzision.

Onlinetest als Vorbereitung

Bevor der Kurs begann, wurden uns umfangreiche Pre-Readings gegeben und es galt einen Onlinetest hierzu zu absolvieren. Dies war eine sinnvolle Lösung, um uns auf das intensive Programm vorzubereiten und eine gemeinsame Wissensgrundlage zu den Biodesign-Methoden zu schaffen. Die ersten beiden Tage im Bootcamp begannen noch mit Wiederholungen der Prereadings zur Needs-, Stakeholder- und Marktanalyse. Das gab Zeit, sich noch entspannt kennen zu lernen. Die Phase „leichter“ Arbeit währte jedoch nicht lange, da wir bald in die Tiefen des Biodesign-Prozesses eintauchten und bereit für die klinischen Grundlagen waren. Unser Untersuchungsgebiet waren Magen-Darm-Erkrankungen. Das Erlernen der Pathophysiologie der verschiedenen Krankheiten und der Behandlungsmethoden war eine Herausforderung. Aber das Chirurgen- und Pflegeteam rund um Prof. Adamina am Kantonsspital Winterthur war unglaublich unterstützend. Sie stellten sicher, dass wir von Tumor Board- bis OP-Besuchen gut informiert waren und ihnen so viele ‘Anfänger’-Fragen stellen konnten, wie wir wollten.

Die mehrtägige ‘Clinical Immersion’ war definitiv ein Highlight für mich. Nur sehr wenigen Menschen wird die Möglichkeit geboten, medizinische Konsultationen und Operationen aus erster Hand mitzuerleben. Für mich war es besonders interessant zu erfahren, wie anders das Schweizer Gesundheitssystem im Vergleich zum NHS in Grossbritannien funktioniert. Die Tage, die wir im Krankenhaus verbrachten und alles, was wir gelernt hatten, in die Praxis umsetzten, waren unglaublich bereichernd, da mir klar wurde, wie ich eine völlig andere Art des Denkens über meine Umgebung in Bezug auf Anwenderbedürfnisse, Produktdesign und Business-Aspekte entwickelt habe.

Clinical Immersion als Highlight

Intensiver Kurs, der sich gelohnt hat

Ein weiterer Höhepunkt für mich war die Gelegenheit, mit Branchenexperten, Risikokapitalgebern und Start-up-Gründern zu sprechen. Ihre Leidenschaft war ansteckend, und es war cool zu sehen, wie greifbar unsere Projektdiskussionen mit ihnen wurden. Denn auch sie begannen mit visionären und mal mehr, mal weniger erfolgreichen Ideen. Als wir zum Abschlusstag des Bootcamps kamen und das Biodesign Faculty Konzept wie auch den Business Case für unser neuartiges Smart Stoma-Device vorstellen mussten, war dies ein Moment voller Aufregung, aber auch Stolz. Denn der Kurs war sehr intensiv. Wir hatten so viel entwickelt, von den ersten Konzepten über die Patentrecherche bis hin zu Interviews mit über 15 Ärzten und Patienten in der Schweiz, den USA und Grossbritannien. Wir hatten tatsächlich eine technische Lösung mit einem potenziell hohen medizinischen und Markt-Wert geschaffen, und alles, was wir während des Kurses gelernt hatten, kam wie ein grosses Puzzle zusammen. Trotz der kurzen Nächte und des Stresses lehrte mich das Bootcamp so viele Soft- und Hard Skills, die ich auch weiterhin anwenden werde. Es hat sich zweifellos gelohnt.

Über die Autorin

Pryanka Chadha ist Technology Risk Consultant bei PwC in London/UK, ausgebildete Biomedizin-Ingenieurin der University of London und verbringt ihre Freizeit damit zu reisen, zu programmieren und Chinesisch zu lernen.

Weitere Informationen zum englischsprachigen CAS Swiss Biodesign for MedTech Innovators von Januar bis April 2021 finden Sie hier. Das Biodesign-Konzept wird ab Sommer 2021 auch in den Lehrplan des Master of Science integriert. Für Rückfragen zum Kurs oder Kooperationsmöglichkeiten für Unternehmen steht Ihnen der Programmleiter unter jens.haarmann@zhaw.ch zur Verfügung.

Field Report of a Swiss Biodesign Fellow

Technology Risk Consultant Pyranka Chadha attended the CAS-pilot “Swiss Biodesign Bootcamp” in 2019 with a high potential scholarship. In this contribution, she describes her experiences as a Swiss Biodesign Fellow.

As a Medical Engineer who made the transition into the world of technology in business, I found myself missing my old trade and craving an opportunity to combine my business knowledge with my engineering background and passion for healthcare. So, when I found out about the Swiss Biodesign Bootcamp I was overwhelmed with excitement, as the course entailed unique experiences, like clinical immersion, and would teach me more about design and the business thinking behind taking novel medical technologies to market.

Inspiring environment

The Swiss Biodesign course exceeded my expectations – it was an incredibly enjoyable experience of learning and development. Being amongst a group of like-minded people from various backgrounds created an inspiring, open environment where we all felt comfortable to debate and innovate. Moreover, we were given the opportunity to get to know each other well through organised dinners and shared accommodation during the first week. I particularly appreciated this, as coming from the UK I had very little experience with Swiss culture and language, so it was a little bit daunting for me at the beginning. However, the intimate environment was perfect for everyone to settle in, and the beautiful Swiss nature background made it all the better. I felt comfortable very quickly and now have a new-found love for Switzerland and the Swiss precision.

Online test as preparation

Before the course started, we were provided with pre-course readings and a test. This was an excellent way to get us prepared for what was to come. I found the first couple of days at the Bootcamp refreshing the material useful, and the light learning meant we could spend more time getting to know each other. The “light” work didn’t last very long, however, as we were soon into the depths of Biodesign and ready for clinical immersion. Our area of investigation was gastrointestinal diseases; learning the pathophysiology of the different diseases and the treatment methods was challenging, but the team of specialists at Winterthur hospital were incredibly supportive – they made sure that we were all well informed and able to ask as many questions as we wished.

The clinical immersion aspect of the course was definitely a highlight for me. Very few people are given the opportunity to experience surgeries and consultations first hand. It was particularly interesting for me to learn how differently the Swiss healthcare system operates in comparison to the NHS in the UK. The days we spent in the hospital, putting everything we had been taught into practice was incredibly rewarding as it made me realise how I had developed a completely different way of thinking about my surroundings with respect to customer needs, product design and business aspects.

Clinical Immersion as a Highlight

Intensive course that was worthwhile

Another highlight for me was the opportunity to speak with industry experts, venture capitalists and startup founders. Their passion was infectious, and it was cool to see the tangibility of what we were doing as they started out with visionary ideas, too. When we got to the final part of the Bootcamp, and had to pitch our novel medical technologies to the Biodesign Faculty, it was a moment full of pride as the course was intense and we had developed so much from early concepts, patent research to 15+ physician and patient interviews in Switzerland, US and UK. We had actually created a product concept of potentially high medical and market value, and everything we had learnt throughout the course came together. Despite the restless nights and stress, the Bootcamp taught me so many soft and hard skills that I will continue to use, it was undeniably worth it.

About the author

Pryanka Chadha is a Technology Risk Consultant for PwC in London/UK, a trained Biomedical Engineer of the University of London and enjoys coding, travelling and learning Chinese in her spare-time.

More information on the CAS Swiss Biodesign for MedTech Innovators from January to April 2021 here. The Biodesign concept will also be integrated in the Master of Science curriculum as of summer 2021. Contact the program head for questions: jens.haarmann@zhaw.ch

Kooperation mit Swiss Healthcare Startups und Healthcare Businesswomen’s Association für High-Potential-Stipendien im Bereich Biodesign

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Gute Nachrichten für Interessenten des CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021: Swiss Healthcare Startups (SHS), die Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) und der Praxispartner Universitätsklinik Balgrist unterstützen drei Teilnehmer mit besonderen High-Potential-Stipendien. Sie können zu einem deutlich reduzierten Preis am CAS teilnehmen.

Swiss Healthcare Startups (SHS) und die international tätige Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) sind zwei führende Verbände im Healthcare-Bereich. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie die Vision von Swiss Biodesign Vision teilen: Dies betrifft den von der Stanford University entwickelte und auf MedTech- und Digital Health spezialisierte, bedürfnisorientierte Biodesign-Innovationsprozess, der ein Schlüsselelement für mehr disruptive medizinische Innovationen in der Schweiz ist.

Eine spezielle Kooperation im Medtech Bereich © Pixabay

Um innovationsorientierte Nachwuchskräfte zu inspirieren, sponsern die beiden Verbände wie auch der Clinical Immersion Partner, die Universitätsklinik Balgrist, je ein Stipendium für High Potentials. Die drei erfolgreichen Bewerber/-innen können an dem auf 12 Teilnehmende limitierten, exklusiven Management-Kurs CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021 für nur einen Drittel der gesamten Studiengebühren teilnehmen (CHF 4’000 statt CHF 11’800).

Interessierte müssen die folgenden Bewerbungskriterien erfüllen:

  • weniger als 5 Jahre postgradierten Erfahrung im Gesundheitswesen in Start-ups, Forschung, Kliniken, Medtech-, Pharma-, IT- oder Beratungsunternehmen
  • erfolgreich abgeschlossenes Bachelor-, Master- oder MD-Studium/Doktorat
  • herausragende akademische, Innovations- oder unternehmerische Leistungen
  • erste internationale Erfahrung
  • starkes Interesse an radikalen Innovationen im MedTech bzw. Digital Health-Bereich

Die Bewerbungsfrist für die Stipendiaten/Fellowships endet am 1. Oktober 2020, der Kurs beginnt im Januar 2021. Zusätzliche Informationen zum CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators finden Sie hier.

Swiss Healthcare Startups (SHS): Biodesign-Stipendium für junge Innovatoren

Die SHS ist eine Non-Profit-Organisation, die innovative Start-ups unterstützt, die einen Mehrwert für das Schweizer Gesundheitsökosystem schaffen wollen. Der in Zürich ansässige Verein organisiert hochkarätige Veranstaltungen, um neue Ideen für Start-ups in den Bereichen neuartiger Gesundheitsmodelle, digitaler Gesundheit, Medizintechnik und patientenorientierter medizinischer Dienstleistungen zu beschleunigen und zu entwickeln. Um sich für das High-Potential-Stipendium der SHS zu qualifizieren, müssen die Bewerber die Standard-Biodesign-Bewerbungsanforderungen sowie jene der SHS erfüllen. Mehr zum SHS-Stipendium hier.

Healthcare Businesswomen’s Association (HBA): Biodesign-Stipendium für junge Innovatorinnen

HBA wurde 1977 in den USA als globale, gemeinnützige Organisation gegründet, die sich der Förderung und dem Einfluss von Frauen im Gesundheitswesen weltweit verschrieben hat. Die drei HBA-Vereine in der Schweiz organisieren regelmässig Veranstaltungen und Networking-anlässe in Basel, Lausanne und Zürich-Zug. Das HBA Zürich-Zug Chapter bietet einen grösseren Zuschuss für eine junge, vielversprechende (vorzugsweise weibliche) Teilnehmerin, die bereit ist, eine unternehmerische bzw. MINT-Karriere in der Medizintechnik oder im Bereich der digitalen Gesundheit einzuschlagen und einen Beitrag zur Erfüllung der HBA-Mission der Geschlechterparität im Gesundheitsmanagement zu leisten. Mehr zum HBA-Stipendium hier.

Universitätsklinik Balgrist: Biodesign-Stipendium für junge Gesundheitsfachleute

Die Universitätsklinik Balgrist ist spezialisiert auf die Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation von Patienten mit schwerwiegenden Problemen des Bewegungsapparates. Im Auftrag der Universität Zürich ist sie für die Ausbildung von Ärzten in den Fachgebieten Orthopädie und Rückenmarkverletzungen zuständig. Die Universität Balgrist sponsert ein Schweizer Biodesign-Stipendium für ambitionierte, junge Mediziner/-innen. Zugehörigkeit zur Balgrist-Klinik bzw. ETHZ ist von Vorteil, aber nicht zwingend. Weitere Informationen über das Stipendium erhalten Sie bei Dr. Jens Haarmann (jens.haarmann@zhaw.ch) oder Prof. Jess Snedeker / ETHZ (jess.snedeker@hest.ethz.ch).

Mehr über den CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators Das Biodesign-Programm der ZHAW will Intrapreneure und potenzielle Entrepreneure im Gesundheitswesen mit Management-Tools, Praxiserfahrung und einem Netzwerk ausstatten, um disruptive neue Geräte der Gesundheitstechnologie zu erfinden und zu vermarkten. Für Rückfragen steht der Studiengangleiter, jens.haarmann@zhaw.ch, zur Verfügung.

Cooperation with ‘Swiss Healthcare Startups’ and ‘Healthcare Businesswomen’s Association’ for high-potential Swiss Biodesign scholarships

Good news for potential participants of the CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021: “Swiss Healthcare Startups (SHS), the Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) and our praxis partner Balgrist University Hospital will sponsor three participants through high potential scholarships, allowing them to take part in the course at a significantly lower rate.

Swiss Healthcare Startups (SHS) and the internationally active Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) are two of the leading Healthcare associations. And they share ZHAW’s Swiss Biodesign vision: That the healthcare-specialized, needs-oriented Biodesign innovation process, developed by Stanford University and taught at ZHAW, is a key ingredient for stimulating radical medical innovation in Switzerland.

A special cooperation in the medtech sector © Pixabay

To inspire innovation-minded young professionals, the two associations as well as Balgrist University Hospital will sponsor one high-potential scholarship each. The three successful applicants will join the max. 12 participants of the exclusive management-course CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021 at just 1/3 of the total tuition fees of this course (CHF 4’000 instead of CHF 11’800).

Apart from fulfilling standard Biodesign applicant requirements, candidates should have

  • less than 5 years of post-graduate healthcare experience in startups, research, clinics, medtech, pharma, IT or consulting companies
  • successfully completed Bachelor, Master or MD degree
  • demonstrated academic, intra- or entrepreneurial excellence
  • first international experience
  • strong interest in radically innovating medical devices or digital health.

The application deadline for the scholar-/fellowships is Oct 1st, the course starts in January 2021. Find more course information on the CAS here.

Swiss Healthcare Startups (SHS): Biodesign Scholarship for young innovators

SHS is a non-profit organisation supporting innovative startups that aim to add value to the Swiss healthcare ecosystem. The Zurich-based association organizes high-profile events to help accelerate and develop new startup ideas in the fields of novel healthcare models, digital health, medtech, patient driven medical services and other healthcare related fields.

In order to benefit from SHS’s high-potential scholarship, applicants must meet the standard Biodesign application requirements plus those of SHS. Scholarship details here.

Healthcare Businesswomen’s Association (HBA): Biodesign Scholarship for young female innovators

HBA was founded in the USA in 1977 as a global non-profit organization dedicated to furthering the advancement and impact of women in healthcare worldwide. The three HBA chapters in Switzerland organize frequent events and networking platforms in Basel, Lausanne and Zurich-Zug. The HBA Zurich – Zug Chapter will offer a significant subsidy for a young, high potential (preferably female) participant, willing to enhance or start an entrepreneurial / STEM career in medtech or digital health and contribute to HBA’s mission of gender parity in healthcare management. Scholarship details here.

Balgrist University Hospital: Biodesign Fellowship for young healthcare practitioners

Balgrist University Hospital is specialized in the diagnostic assessment, treatment, and rehabilitation of patients with serious problems affecting the musculoskeletal system. On behalf of the University of Zurich, it is responsible for training doctors in the specialties of orthopaedics and spinal cord injury.

Balgrist University sponsors a Swiss Biodesign fellowship for a young, high potential health care practitioner (In case of equal qualification, employees / researchers of Balgrist or ETHZ will be preferred). For more information on the fellowship, contact Dr. Jens Haarmann (jens.haarmann@zhaw.ch), or Prof. Jess Snedeker / ETHZ (jess.snedeker@hest.ethz.ch).

More information on the CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators ZHAW’s Biodesign program aims to provide healthcare intrapreneurs and potential entrepreneurs the management tools, real-life experience and network to invent and market radically novel health technology devices

Gelungener (digitaler) Start in den CAS Marketing- & Corporate Communications

Digital heisst nicht schlechter, so lautet die Maxime auch im Herbstsemester 2020. Dieses Mal startete der Lehrgang komplett digital, was die Organisatoren vor einige Herausforderungen stellte. Abschliessend kann man sagen, auch digital hat es sehr gut funktioniert, nicht zuletzt dank einer grossartigen Klasse.

Nach wie vor ist es ungewöhnlich und für viele wohl ein neuer Schritt, digitales Lernen in der Weiterbildung. War man doch gewohnt im Klassenzimmer zu sitzen und die Klasse physisch zu sehen. Corona hat einige Änderungen mit sich gebracht und auch die Studiengangleitung des CAS Marketing- & Corporate Communications dazu gezwungen, den Lehrgang zu digitalisieren und zu verändern. Im Frühlingssemester wurde die Hälfte dieser Weiterbildung noch physisch durchgeführt, danach digitalisiert. Für das Herbstsemester wurde entschieden, den Lehrgang gleich von Beginn weg digital durchzuführen. «Diese Entscheidung kam nicht zufällig, einerseits wollten wir die Klasse nicht einem unnötigen Ansteckungsrisiko aussetzen, andererseits haben wir uns entschlossen, mutig in die digitale Zukunft zu gehen und hier etwas vorzupreschen, um weitere Erfahrungen sammeln zu können», erklärt Dr. Adrienne Suvada, eine der Studiengangverantwortlichen. Es wurde also aus der Not eine Tugend gemacht. «Wir haben den Lehrgang teilweise umgestellt und natürlich die Didaktik auf das digitale Setting angepasst. Dies war nicht immer ganz einfach, es war aber auch bei den externen Dozenten eine hohe Motivation spürbar, und wir sind überzeugt, dass es den Lehrgang deutlich verbessert hat», meint Dr. Adis Merdzanovic, der zweite Studiengangverantwortliche.

Die beiden «Digitalisierungsverantwortlichen» des CAS MCC, Dr. Adrienne Suvada und Dr. Adis Merdzanovic

Die digitale Zukunft bietet viele Chancen

Viele verbinden mit «digital» eine schlechtere Qualität und assoziieren damit, dass es für die organisatorische Seite weniger Aufwand bedeutet. Das Gegenteil ist der Fall, denn ein guter digitaler Unterricht setzt viel mehr Vorbereitung voraus. Man muss sein didaktisches Konzept so umstellen, dass es auch digital funktioniert. Es ist als Dozent eine Herausforderung, wenn man anstatt in die Gesichter in einen Bildschirm spricht und die Mimik der Teilnehmenden nicht mehr lesen kann. Dennoch ergeben sich auch viele Chancen, denn durch den digitalen Unterricht entfällt die Anreise. So können auch Personen teilnehmen, die eine sehr lange Anfahrt hätten. «Die Zukunft ist digital geprägt, das wird auch der Unterricht zu spüren bekommen. Wir wollen mit diesem Lehrgang zeigen, dass die Qualität digital sogar besser sein kann und uns so auch für hybride Unterrichtsformate besser rüsten», meint Dr. Adrienne Suvada.

Digitaler Apéro mit physischem Paket

Der Starttag des CAS Marketing- & Corporate Communications ist jedenfalls gelungen. Die Klasse hat sich gut auf das neue Setting eingestellt und war den ganzen Tag aktiv dabei. Der soziale Austausch und die Erholung durften natürlich nicht fehlen. So wurde der spätere Nachmittag zuerst mit einem Überraschungsgast eingeläutet, der spannende Themen aus der Marketingkommunikation in der Praxis vorstellte und danach gab es den verdienten Apéro. Dieser fand zwar digital statt, dafür mit einem leckeren, speziell für die ZHAW zusammengestellten, Apéropaket. Es wurde darauf geachtet einen kleinen Familienbetrieb zu berücksichtigen, bei dem lokale Produkte zu finden waren. «Es war ein toller Start in diesen CAS und wir freuen uns schon auf weitere Höhepunkte mit unserer Klasse. Bereits jetzt ist absehbar, dass sich die vielen Mühen gelohnt haben», erläutert Dr. Adis Merdzanovic.

Trotz digitalem Kursstart, gab es dennoch auch eine physische Apéro-Überraschung

Weitere Informationen zum CAS Marketing- & Corporate Communications:

https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/cas-marketing-corporate-communications/

CAS Health Care Marketing – Digitale Best Practice im Gesundheitsmarketing

Von Mirela Muminovic und Dr. Jens Haarmann

Im vergangenen Frühjahr wurde der CAS Healthcare Marketing zum dritten Mal durchgeführt. Das erste Modul erfolgte im Präsenzformat, zu dessen Highlights der Study Trip mit Fokus auf digitalem Healthcare Marketing zählte. Dazu teilt die Kursteilnehmerin Mirela Muminovic hier ihre persönlichen Learnings von Managementpräsentationen bei Zimmer Biomet, Coliqiuo und Phonak mit. Das zweite Modul wurde – aufgrund der COVID19 Ereignisse – gänzlich digital fortgeführt, wozu der Studiengangleiter, Dr. Jens Haarmann, seine Erfahrungen in einem Nachwort zusammengestellt hat.

Study Trip ‘Digital Healthcare Marketing’

Während zwei Tagen besuchten die Studierenden und der Studiengangleiter des CAS Health Care & Marketing 2020 drei namhafte Unternehmen aus dem Health Care-Bereich in der Schweiz und Deutschland. Ein zentraler Aspekt der Studienreise war, die Marketingstrategie der Unternehmen kennenzulernen und das im Unterricht theoretisch vermittelte Wissen in der praktischen Anwendung detailliert erlebbar zu machen.

Zimmer Biomet – Patientenkompetenz dank Digital Health App stärken

Zimmer Biomet, Hersteller von Hüft- und Knieimplantaten, hat in Zusammenarbeit mit Apple die «mymobility»-App entwickelt. Diese soll Patienten vor, während und nach einer endoprothetischen Operation begleiten und sie in die Steuerung der Rehabilitationsmassnahmen einbinden. Dadurch sollen die Patientenbetreuung individualisiert und bessere klinische Ergebnisse realisiert werden. Herr Alex Geiger, Manager Digital Solutions und ZHAW-Alumnus, erklärte den Besuchern, dass schliesslich 80% des Behandlungsergebnisses vom Patientenverhalten abhängen. Die Motivation und Eigenverantwortung der Patienten wird mit deren aktivem Einbinden in den Behandlungsprozess vor und nach einer Operation sichergestellt. Vor der Lancierung der App wurde mit Fachexperten und einer definierten Patientenpopulation eine klinische Studie in Kooperation mit Apple durchgeführt. Somit wurde gewährleistet, dass die App sowohl hinsichtlich klinischer Parameter als auch ihrer Usability wissenschaftlich validiert wurde. Mit der «mymobility»-App geht Zimmer Biomet damit einen wichtigen Schritt in Richtung koordinierter Versorgung in der Orthopädie und kann zugleich Co-Brandingvorteile aus der Kooperation mit Apple ziehen.

Besuch bei Zimmer Biomet

Coliquio – Deutschlands grösste digitale Ärzteplattform

Das Online-Expertennetzwerk Coliquio in Konstanz bietet eine professionelle, gebührenfreie Plattform für den fachlichen Austausch unter Ärzten. Wie Heike Zipf, Director Pharma Solutions, und ihre Management-Kollegen ausführten, haben die Coliquio-Gründer mit dem interdisziplinären, häufig fallspezifischen Austausch unter Medizinern offensichtlich einen grossen «unmet need» gerade von niedergelassenen Medizinern identifiziert: Die Plattform hat in Deutschland mittlerweile mehr als 190’000 Nutzer und mehr als 100 Mitarbeiter. Neben der Vernetzung bietet Coliquio eine medizinische Datenbank für Ärzte an. Darin wird behandlungsrelevantes, aktuelles Fachwissen aus fundierten Quellen durch Wissenschaftsjournalisten aufbereitet. Auf der anderen Seite bietet Coliquio Pharmaunternehmen die Möglichkeit, über Produktneuigkeiten sehr zielgruppenspezifisch zu informieren und zugehörige, auf Nutzerverhalten basierte Marktforschungsdienste zu nutzen. Mit dem im deutschsprachigen Raum einzigartigen Mix aus Expertenplattform, Content-Marketing und Market Research verbindet Coliquio zahlreiche digitale Marketingelemente auf innovative und sehr erfolgreiche Weise.

Spannender Austausch bei Coliquio

Phonak Deutschland – TV- und Digital-Lead Generation im B2B2C-Markt

Die deutsche Vertriebsgesellschaft des Schweizer Hörgeräteherstellers Phonak hat ihren Sitz in Fellbach, Deutschland. Phonak entwickelt schon seit 70 Jahren innovative Hörgeräte und ist trotz starker Konkurrenz internationaler Marktführer. Die kurzweiligen Präsentationen im Rahmen der Betriebsbesichtigung erfolgten durch den Managing Director, Martin Heierle, den Marketingleiter, Steffen Kohl, und den Audiologieleiter, Marco Faltus.

In der 2019 veröffentlichen TV-Kampagne (hier mehr dazu) präsentieren zwei Frauen im besten Alter auf humorvolle Art das neue Phonak Marvel Hörgerät. Mit der für Hörgerätehersteller ungewöhnlichen B2C-orientierten TV-Kampagne wird nicht nur auf die Vorteile des Produkts hingewiesen, sondern vielmehr das Stigma rund um die Verwendung von Hörgeräten adressiert. Das emotionale Erleben der Marke steht bei diesem Kampagnenelement klar im Vordergrund. Parallel dazu wird eine Facebook- und Search Engine Advertising-Kampagne geschaltet, die Interessierte auf eine Phonak Marvel Landing Page weiterleitet. Dort haben die Besucher die Möglichkeit, nach Fachgeschäften in ihrer Region zu suchen, um mit einem Hörakustiker in Kontakt zu treten. Die Mehrstufigkeit der TV-Kampagne inklusive flankierenden, digitalen Werbemassnahmen generiert zudem eine hohe Aufmerksamkeit für das Produkt und konkrete, umsatzsteigernde Leads für die unabhängigen B2B-Vertriebspartner von Phonak.

Die exklusiven Managementeinblicke in die drei Unternehmen haben den Studierenden ermöglicht, digitales Healthcare Marketing im Detail zu analysieren und zu diskutieren. Es hat sich dabei gezeigt, dass der Erfolg bei Healthcare Marketing-Kampagnen wesentlich von zwei Aspekten abhängt: Der nahtlosen, kreativen Kombination digitaler und klassischer Marketingkanäle und der genauen Kenntnis produkt- und werberechtlicher Gestaltungsspielräume im stark regulierten Gesundheitsmarkt.

Nachwort des Studiengangleiters Dr. Jens Haarmann

Nach zwei Monaten im Präsenzmodus, galt es im diesjährigen CAS Health Care Marketing Corona-bedingt innerhalb einer Woche auf reinen Onlineunterricht zu wechseln. Die Video-Conferencing Lösungen von «Zoom» und «MS Teams» bildeten dabei ein zuverlässiges, technisches Rückgrat, während Mobile Response-, Quizz- und White Board-Software die aktive Teilnahme unterstützten. Um den Austausch unter den praxiserfahrenen Teilnehmern auch im Distant Learning zu ermöglichen, kam Kleingruppendiskussionen in parallelen Videosessions eine wichtige Funktion zu. In Vierer-Gruppen konnten die Teilnehmenden so weiterhin unterschiedliche Lösungen und Erfahrungen austauschen. Virtuelle Kaffeepausen und Apéros haben dabei geholfen, die informellen Gespräche am Kaffeeautomaten teils virtuell zu ersetzen.

Zusammengefasst kann auch im digitalen Klassenraum das Interaktionslevel wesentlich von der Studiengangleitung beeinflusst werden. Durch abwechslungsreich eingesetzte e-Tools, regelmässige Kleingruppen- und individuelle Coaching-Sessions und eine genauere Planung der Gruppeninteraktionen können Weiterbildungen auch in Covid-Zeiten interaktiv und kurzweilig ausgestaltet werden. Dies zeigt auch eine ‘sehr gute’ Abschlussbewertung durch die Teilnehmenden des diesjährigen CAS Health Care Marketing. Abschliessend sei an dieser Stelle nochmals allen Dozierenden als auch Gastgebern des Study Trips und des Spitalbesuchs bei der Klinik Lindberg gedankt, die – digital oder analog – dazu beigetragen haben, den CAS auch in diesem Jahr wieder hoch aktuell und praxisorientiert zu gestalten.

Über die Autorin

Mirela Muminovic ist Marketing Managerin im Pharmabereich und hat neben dem CAS Healthcare Marketing auch den CAS Koordinierte Versorgung absolviert.

«Chatbots eignen sich auch für KMU»

Immer mehr Unternehmen setzen Chatbots in der Kundenkommunikation ein. Mit den Chatbots werden gewisse Prozesse automatisiert. Kunden können jederzeit mit dem Chatbot kommunizieren und finden Antworten auf ihre Fragen. Was ein Unternehmen beachten muss, wenn es einen Chatbot einsetzen möchte, das weiss Chatbot-Profi Sophie Hundertmark.

Frau Hundertmark, warum lohnt es sich für Unternehmen einen Chatbot einzusetzen und welche Ziele werden damit verfolgt?

Grundsätzlich würde ich gar nicht sagen, dass es sich immer lohnt einen Chatbot einzuführen. Zunächst muss geprüft werden, welche Herausforderungen/Probleme oder Chancen aktuell im Unternehmen bestehen und dann kann man entscheiden, ob sich ein Chatbot lohnt.

Die Ziele, die dann mit Bots erreicht werden können, sind vielseitig. Hier ein paar Beispiele:

  • Effizienzsteigerung
  • Kundenzufriedenheit
  • Mehr Leads
  • Mehr Conversions
  • Imagesteigerung/Branding
  • Mitarbeiterzufriedenheit

Mit Chatbots sollen vor allem Kundenbeziehungen flexibler und bequemer gestaltet werden können. Gleichzeitig versucht man, den Bot möglichst menschenähnlich zu gestalten. Wie wichtig ist diese menschliche Nähe?

Das kommt natürlich ein bisschen auf die Zielgruppe und auf den Usecase drauf an. Es gilt jedoch, die Chatbot Persönlichkeit sollte zur Zielgruppe und zum Image des Unternehmens passen. Ich habe hier ein passendes Template zur Verfügung gestellt.

Werden Chatbots in der Schweiz bereits rege von Unternehmen eingesetzt? Welche Arten von Chatbots werden am meisten genutzt?

Ja, es kommen immer mehr Chatbots. Bei Banken und Versicherungen sind Chatbots schon sehr stark im Einsatz. Nun folgen auch KMUs und Einzelfirmen (Berater, Agenturen etc.). Ich habe kürzlich eine Studie zum Einsatz von Chatbots in DACH gemacht.

Der Einsatz von Chatbots steigt (Bild: Pixabay/Mohamed Hassan)

Sind Chatbots nur für grössere Unternehmen geeignet oder können auch KMUs oder Einzelunternehmer Chatbots einsetzen? Was gilt es dabei zu beachten?

Wie in der vorherigen Frage schon zufällig beantwortet – Chatbots eignen sich auch für KMU und Einzelfirmen und sind hier auch immer mehr im Kommen. Ich sehe jedoch einen Unterschied in den Usecases. Bei Grossfirmen werden Bots oft als Ergänzung zum Kundenservice eingesetzt. Bei KMUs und Einzelfirmen sind es eher Chatbots zur Lead-Generierung oder um Webseiten-Besucher besser durch die Seite zu führen.

Gibt es technische oder personelle Grundvoraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um einen Chatbot erfolgreich zu lancieren und wie wählt man den richtigen Anbieter?

Wenn man nicht die nötigen Voraussetzungen erfüllt, dann muss man sich einen Partner/Anbieter suchen, der diese Lücken schliesst. Ich empfehle meist mit einem einfachen kleinen Usecase anzufangen und sich dann nach und nach zu steigern. Den passenden Anbieter findet man, indem man sich überlegt, was man eigentlich will, was man selbst kann und was man noch dazu braucht. Sicher spielt auch das Budget hier eine Rolle.

Zum Abschluss, welche Funktionalitäten werden Chatbots in den nächsten Jahren erreichen können?

Ich gehe davon aus, dass Chatbots immer mehr in die gesamte Customer Journey integriert werden und somit immer mehr Schnittstellen zu anderen Systemen bekommen werden. Dadurch steigt der Grad der Automatisierung. Gleichzeitig wird das NLU (= Natural Language Understanding Anm. d. Red.) sicher immer besser werden. Das heisst die Chatbots verstehen die Usereingaben immer besser und können hoffentlich auch stärker kontext-abhängig arbeiten.

Zum Thema Chatbot gibt es aktuell einen Weiterbildungskurs am Institut für Marketing Management: https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/wbk-konzeption-design-umsetzung-chatbot/