Alkohol wird als Partygast ausgeladen

Partys sind nicht nur bei Studenten beliebt. Gerade im Raum Zürich gibt es diverse Clubs, die ganzjährig für Stimmung sorgen. Bei Party kommen wohl zwei Stichworte als erste in den Sinn: Abfeiern und Alkohol. Letzteres muss aber nicht unbedingt zur Bedingung werden. Die Partyreihe Sober Sensation zeigt, dass auch nüchtern gefeiert werden kann. Wir haben mit dem Gründer Gideon Bellin gesprochen und nachgefragt, was es mit dieser Idee auf sich hat.

Herr Bellin, eine Partyreihe ohne Alkohol, das tönt für viele nach einem schlechten Scherz. Wie kamen Sie auf die Idee eine solche Partyreihe zu gründen. Selber zu viele Abstürze erlebt, oder war der gesunde Lebensstil ausschlaggebend?

Ich hatte die Idee bereits vor 9 Jahren, als diese Bewegung noch nicht der Trend war. Dieser kam erst vor circa 3 Jahren auf, in welcher Zeit ich mich dann entschied das Konzept endlich umzusetzen. Auslöser war eine Geburtstagsfeier, auf der ich als DJ engagiert war und bei der kein Alkohol ausgeschenkt werden durfte.

Wie sieht eine Sober Sensation Party aus? Wo sind Unterschiede, aber auch Vorteile zu gewöhnlichen Partys?

Eine Sober Sensation zeichnet sich durch den Einsatz höchstmöglicher sinnesansprechender Elemente aus, so trägt der Name zweierlei mit sich, das Wort „Sensation“ bedeutet nämlich nicht nur, dass es etwas komplett Neues, Revolutionäres aber auch Sensationelles ist, sondern auch dass alle Sinne angesprochen werden. Die Sober Sensation setzt hingegen zu „herkömmlichen“ Partyveranstaltungen die Musik, die Menschen und das Tanzen im Mittelpunkt.

Die Vorteile sind, dass man am nächsten Tag fit ist, man Inspiration zum alkoholfreien Ausgehen bekommt und super interessante und abwechslungsreiche Menschen trifft.

Stimmung auch ohne Alkohol © Sober Sensation

Wie setzen sich Ihre Gäste zusammen? Müssen wir uns hier nur gesundheitsbewusste Fitness-Begeisterte vorstellen oder werden diverse Gruppen angesprochen?

Die Zielgruppe besteht hauptsächlich aus gesundheits- und fitnessbewussten 25-35 Jährigen, die auch gerne offen für Neues sind und unter anderem genug vom üblichen Nachtleben haben oder einfach mal etwas Neues ausprobieren wollen. Darüber hinaus gibt es viele Veganer, Abstinente, Schwangere u.v.m.

Viele Statistiken zeigen, dass der Alkoholkonsum zurückgeht. Sober Sensation trifft also den Nerv der Zeit. Wie waren die bisherigen Rückmeldungen und wo sehen Sie Verbesserungspotenzial?

Die Gäste sind sehr interessiert und der Trend wächst, ich sehe der Zukunft positiv entgegen. Mit der Anzahl der Gäste wächst unsere Erfahrung und somit die Attraktivität unserer Veranstaltungen. Wir möchten uns hierzu stets verbessern und ebenfalls offen für Neues sein.

Wichtiger als der Alkohol, sind die Gäste © Sober Sensation

Welche Rolle spielt bei Ihnen das Marketing? Welche Instrumente setzen Sie ein?

Für das Marketing verwenden wir alle Promokonzepte, die es gibt. Von klassischen Printmedien wie Plakate, Flyer und Sticker, aber auch besonders digitale Medien, wie Social Media, Newsletter und Eventplattformen und Influencer Marketing durch Instagrammer, Youtuber und Blogger.

So versuchen wir beispielsweise viele Influencer der veganen Szene auf uns aufmerksam zu machen und somit kostenfrei für das Event und das Dinner einzuladen. In Zürich wird wahrscheinlich ein 5-Gänge Menü eines veganen Sternekochs aufgetischt.

Sober Sensation wurde bisher in Deutschland erfolgreich durchgeführt. Nun expandieren Sie nach Zürich. Was denken Sie, wie wird das Zürcher Partyvolk auf Sober Sensation reagieren und wo sehen Sie Herausforderungen?

Die Idee soll international gross werden und somit sprechen wir auch verschiedene Nationen an. Die Vision geht dahin, dass auch Events in den USA, China, Australien, Bali, Russland, Afrika etc. stattfinden sollen. Es sind also keine Grenzen gesetzt!

Die Zürcher Zielgruppe gehen wir genau gleich an, was meiner Meinung nach schon ein Fehler war, da wir schnell bemerkt haben das der Begriff „vegan“ hier eher negativen Beigeschmack hat. Wir sind uns bewusst, dass die Schweizer etwas „verwöhnter“ mit Events sind und demnach sind wir hier besonders vorsichtig bzw. geben uns extra Mühe, dass alles super glatt und extravagant läuft. Dennoch haben wir unserer Meinung nach, immer noch den Berlin Bonus.

Wir werden hierzu den Preis anpassen müssen und wenn wir Erfolg haben, planen wir dies monatlich, oder alle zwei Monate (so wie in Berlin), zunächst allerdings erst in Zürich, zu veranstalten.

Zürich ist teilweise eine sehr traditionelle Stadt, die unter anderem das Feierabendbier hoch ansetzt und somit Probleme mit unserem Konzept haben könnte. Dennoch gibt es meiner Meinung nach ähnlich wie in Berlin ein hohes Aufkommen an Drogen, wozu es immer ein anderes Extrem gibt und geben muss.

Zum Schluss, welches ist Ihr alkoholfreier Lieblingsdrink?

Mein alkoholfreier Lieblingsdrink ist Kombucha Tee.

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