Human Branding – aus Menschen werden Marken

Von den ZHAW Studierenden Lidia Zambonin, Corina Kälin, Matthias Lückl, Marko Ivic

Fussballer sind beliebte Werbeträger für die Vermarktung von Produkten. Personifizierte Marken, auch Human Brands genannt, bergen jedoch Risiken. Die IFM International Football Management GmbH ist ein Beratungsunternehmen für Fussballer, das schon seit dreissig Jahren in diesem Gebiet tätig ist. Franco Moretti, Vizedirektor und Spielerberater bei der IFM, hat mit uns über die Bedeutung und Tücken der Werbung mit Fussballern gesprochen.

Erhalten die Spieler ein Coaching für den Umgang mit Social Media und Medien?

Ja, wir versuchen die Spieler auf jeden Fall hinsichtlich den Medien zu sensibilisieren. Auf den Social Media Kanälen wird viel Marketing betrieben, aus diesem Grund ist es wichtig, den Spielern ein konformes Verhalten auf den sozialen Medien aufzuzeigen und darauf hinzuweisen, was man preisgeben darf und was nicht. Diese Sensibilisierung ist natürlich auch im Interesse der Vereine. Sie haben ihre Profi Spieler, die ebenfalls entsprechende «Schulungen» durchführen müssen. Die jungen Spieler müssen sich ab einer gewissen Profi-Stufe daran gewöhnen, dass ihr online Verhalten von der Öffentlichkeit mitverfolgt wird.

Diese Sensibilisierung bezüglich Medien ist also nicht nur Ihre Aufgabe als Berater, sondern auch die der Vereine?

Genau, es ist gut, wenn die Spieler von verschiedenen Seiten Inputs erhalten. Der Verein hat natürlich ein Interesse daran, dass keine vereinsschädigenden Informationen verbreitet werden. Wir hatten einmal einen Fall, bei dem ein Spieler seinen Twitter-Account durch eine Drittperson, seinem Kollegen, geführt hat. Als dieser Spieler in einem Spiel nicht eingewechselt wurde, hat sein Kollege sich darüber geärgert und via Twitter-Account des Spielers Dampf abgelassen, was natürlich fatal ist. Der Spieler musste sich nicht nur gegenüber dem Verein rechtfertigen, auch war es noch im Nachgang des Spiels ein Thema im Sportstudio. Es ist also Vorsicht geboten, über was man schreibt.

Franco Moretti © IFM International Football Management GmbH

Wie ist das Vorgehen bei der Vermittlung von Sponsoring-Verträgen? Werden persönliche Präferenzen der Spieler mitberücksichtigt?

Ich finde es wichtig, dass sich die Spieler auf Fussball konzentrieren, denn damit verdienen sie schliesslich ihr Geld. Es ist ihnen aber selbst überlassen, ob und wieviel sie nebenbei noch im Werbegeschäft tätig sein wollen. Ich weise die Spieler dann jeweils darauf hin, dass es Konsequenzen haben kann. Für die Journalisten kann es nämlich schnell heissen «Für Werbung hat der Spieler Zeit, aber für den Verein ist er nicht da». Dieses Risiko muss den Spielern bewusst sein. Bei einer Einzelvermarktung, das heisst, wenn ein Sponsor mit einem einzelnen Spieler Werbung machen will, übernehmen wir die Vertragsverhandlungen. Generell steht für mich aber der Mensch im Mittelpunkt; der Spieler entscheidet im Endeffekt selbst und das kann und will ich ihm auch nicht abnehmen. Hinsichtlich Sponsoring der Nationalmannschaft sieht es anders aus. Wenn eine Firma mit der Nationalmannschaft Werbung machen will, müssen mindestens drei Spieler involviert sein. In solch einem Fall können sie sich schlecht entziehen, werden aber finanziell entschädigt.

Welche Faktoren werden bei der Bewertung des «Markenwertes» eines Spielers berücksichtigt?

Ein wichtiger Faktor ist heutzutage sicherlich die Anzahl Follower, die ein Spieler auf Social Media besitzt. Es kann teilweise als unfair erachtet werden, wenn bei der Repräsentation der Nationalmannschaft eine starke Differenz bezüglich der Follower-Anzahl besteht, aber alle Spieler gleich viel verdienen. Nebst den Followern analysieren die Werbeprofis der Sponsoren auch die Spieler selbst, beispielsweise was für eine Aussenwirkung sie haben. Zusätzlich gibt es auch Unterschiede zwischen Persönlichkeiten der Spieler. Es gibt solche Spieler, die eignen sich gut für eine Werbung aufgrund einer speziellen Eigenschaft, wie der Frisur und andere wiederum weniger, da sie beispielsweise unscheinbar sind, aber durchaus Top Spieler.

Für Fussballspieler gehört Training nicht nur auf dem Spielfeld, auch für die Medienwelt müssen sie fit sein © Pixabay

Wie gehen Sponsoren damit um, wenn zum Beispiel die Nationalmannschaft von Adidas gesponsert wird, aber einzelne Spieler mit Nike einen Vertrag haben?

Das kann durchaus zu Konflikten und Diskussionen führen. Ein Klassiker ist Sponsoring für die Schuhe. Jeder Spieler selbst entscheidet mit wem er einen Sponsoring-Vertrag eingeht. Die Nationalmannschaft hat ebenfalls einen separaten Vertrag. Beim Schweizer Verband (zuständig für die Nationalmannschaft) muss man jedoch zuerst die Erlaubnis einholen, bevor man einen neuen Werbevertrag abschliesst, um genau solche Interessenskonflikte zu vermeiden, ausser bei den Schuh-Verträgen.

Inwiefern können sich die Spieler im Privatleben von Sponsoring abgrenzen?

Natürlich ist es aus Sicht der Sponsoren wünschenswert, wenn sich die Spieler auch privat mit den gesponserten Artikeln zeigen. Besonders wichtig ist es bei offiziellen Terminen, Fernsehauftritten, Sponsoren-Anlässen oder Nationalmannschaftsauftritten. Da ist seitens der Spieler Fingerspitzengefühl gefragt. Wir hatten vor zwei Jahren einen Fall, bei dem ein Spieler mit einem Alfa Romeo zu einer Autogrammstunde des Vereins gekommen ist in einem Autohaus einer anderen Marke. Das geht natürlich nicht.

Welche persönliche Einschätzung haben Sie bezüglich den Auswirkungen der Doppeladler-Affäre, im Weltmeisterschafts-Spiel der Schweiz gegen Serbien, auf den Einzelspieler wie auch auf die Nationalmannschaft? Wird sich das langfristig noch negativ auswirken?

Dieses Ereignis ist bei uns kontrovers diskutiert worden. Man muss schlussendlich ein Thema auch abschliessen können. Ich denke, es war sicherlich hilfreich, dass die Nationalmannschaft kurz darauf einen Erfolg vorweisen konnte, als sie das Spiel gegen Belgien gewonnen hat, sonst hätten die Journalisten wahrscheinlich noch länger an diesem Thema festgehalten. Auf diese Weise konnte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wieder auf ein positives Ereignis gelenkt werden.

Steigende Nachfrage nach Behavioral Insights

Von Dr. Kurt A. Ackermann

Die systematische Anwendung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in der unternehmerischen Praxis ist noch immer die Ausnahme statt die Regel. Das Potenzial, welches sich durch die hohe Praxisrelevanz von Verhaltensökonomie und Konsumentenpsychologie für Unternehmen bietet, wird aber zunehmend erkannt und das Interesse für diese Themen steigt kontinuierlich an. Davon zeugt auch die steigende Nachfrage nach entsprechenden Weiterbildungsangeboten.

Der noch junge CAS «Behavioral Insights for Marketing» (CAS BIM), welcher erst 2017 lanciert wurde, war denn auch dieses Jahr bereits zum ersten Mal komplett ausgebucht. Auch scheint das Angebot auf ein sehr breites, fach- und branchenübergreifendes Interesse zu stossen. Die diesjährigen 24 Absolventinnen und Absolventen kommen aus den unterschiedlichsten Branchen im B2C sowie B2B und sind in diversen Positionen tätig. Vom Head of Marketing & Sales über Advertising Specialists, Key Account Managers oder Business Developers bis hin zum Head of Compensation & Benefits oder Market Insights Manager waren Fachverantwortliche und Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen vertreten. Das Branchenspektrum reichte dabei vom Retail über Versicherungen und Banken bis hin zu Anbietern in den Bereichen Energie, Bildungswesen, Transport, Technik oder Tourismus.

Verhaltensökonomie von A-Z

Die hohe Motivation und der Wissens- und Lerndurst der 24 Absolventinnen und Absolventen des CAS «Behavioral Insights 2019» mündete denn auch in einer hervorragenden Qualität der Abschlussarbeiten. Die Teilnehmenden hatten dabei eine Konzeptarbeit zu präsentieren, wie sie eine verhaltensökonomische Intervention von A-Z durchführen würden: Von der psychologischen Analyse der Ausgangslage aus Konsumentensicht über die Selektion der verhaltenswissenschaftlichen Techniken bis hin zur Ausarbeitung konkreter Nudges und dem experimentellen Design zur Wirksamkeitsmessung. Dabei erarbeiteten die Teilnehmenden verhaltensökonomische Massnahmen zur Stimulierung verschiedenster Zielverhalten und Steigerung entsprechender Outcomes, wie etwa eine höhere Conversion, geringere Churn-Rate, eine gelenkte Kanalwahl, oder nachhaltigeres Konsumverhalten.

Verhaltensökonomische Massnahmen zur Stimulierung der Zielverhalten © Pixabay

Direkter Praxisbezug

Die Absolventinnen und Absolventen haben gezeigt, dass die verhaltensökonomischen Erkenntnisse von Nobelpreisträgern mit dem nötigen, im CAS vermittelten Wissen, ohne Weiteres in die Praxis übersetzt werden und einen echten Mehrwert generieren können:«Im CAS BIM habe ich gute Tools und praxisnahe Beispiele erlernt, welche mir die Anwendung von psychologischen Faktoren im täglichen Marketing vereinfachen. Eine sehr wertvolle Weiterbildung!», meint Bianca Schmidt, Director Marketing & Communications bei TUI Suisse. Auch Michaela Simeon Produktmanagerin bei der Zürcher Kantonalbank, war begeistert: «Der CAS BIM gibt einen spannenden Einblick in die Verhaltenspsychologie und verbindet diese mit dem Thema Marketing. Man erkennt sich in vielen Situationen wieder und kann daher einen direkten Praxistransfer einfach umsetzen. Sehr empfehlenswert!» Wir gratulieren den 24 Absolventinnen und Absolventen des CAS BIM 2019 ganz herzlich zu Ihren tollen Leistungen und danken für das entgegengebrachte Vertrauen.

Nach dem CAS ist vor dem CAS

Die steigende Nachfrage nach Behavioral Insights in der unternehmerischen Praxis wird sich voraussichtlich fortführen. Zum ersten Mal liegen bereits über ein halbes Jahr im Voraus Voranmeldungen für die Durchführung des CAS BIM 2020 vor. «Wir spüren, dass das Thema immer präsenter wird und der direkte Nutzen von Nudging und verhaltensökonomischen Massnahmen im Allgemeinen vermehrt von Unternehmensvertretern erkannt wird. Entsprechend bin ich überzeugt, dass unser Angebot einer fundierten Wissensvermittlung in den Bereichen Verhaltensökonomie und Konsumentenpsychologie – nicht nur im Marketingkontext – heute wie in Zukunft stark nachgefragt sein wird», meint Studienleiter Dr. Kurt A. Ackermann.

Weitere Informationen zum CAS: https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/cas-behavioral-insights-for-marketing/

Forschungsfreudige Master Absolventen

Von Dr. Helen Vogt

Eine kleine aber feine Gruppe von Studierenden des MAS Product Management hat erfolgreich ihr Studium mit der Verteidigung ihrer Masterarbeit abgeschlossen.

Die angehenden und praktizierenden Produkt Manager und Product Owner haben in ihrer Abschlussarbeit verschiedenste Themen untersucht. So wurde die Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen beleuchtet, neue digitale Services für Leuchtkörper entwickelt, agile Produkt Management Methoden für die Finanzindustrie evaluiert, neue Lösungsräume für Finanzsoftware erarbeitet sowie die Akzeptanz von Smart Services in der MEM Industrie und die Datenteilbereitschaft in sogenannten sensitiven Branchen untersucht.

Wir gratulieren (von links nach rechts): Antonio Voci, Daniel Welter, Benjamin Berger, Fabian Gerschwiler, Stefan Sturzenegger und Lukas Westermann zu dieser tollen Leistung!

Marktforschung am Limit

Als Abschluss ihres Studiums haben sich die Studierenden eine gemeinsame Reise gegönnt. Inspiriert von der Vorlesung «Marktforschung im Produkt Lebenszyklus» bei Prof. Dr. Siems haben sie das in Marketing Kreisen sehr bekannte deutsche Städtchen Hassloch besucht. In dieser «durchschnittlichsten Stadt von Deutschland» betreibt die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) seit 1986 einen bundesweit einzigartigen Testmarkt. Diese Stadt entscheidet quasi darüber, welche Produkte in Deutschland ins Regal kommen.

Willkommen in der durchschnittlichsten Stadt Deutschlands

Das ganze Team vom Institut für Marketing Management wünscht unseren Absolventen weiterhin eine solche grosse Begeisterung für die vielfältigen Aufgaben im Produkt Management und viel Erfolg in ihrem weiteren Berufsleben.

Der MAS Product Management bildet seit acht Jahren Fachkräfte im Product Management aus, welche aus verschiedensten Industrien und Branchen stammen. Bei Fragen dürfen Sie sich gerne an die Studienleiterin, Dr. Helen Vogt, wenden (helen.vogt@zhaw.ch, Tel. 058 934 66 99).

Hitziger Abschluss des CAS Marketing- & Corporate Communications

Die schnellen Veränderungen im Marketing und in der Kommunikation verlangen nach Spezialisten, die auf strategischer Ebene schnell reagieren können. Der CAS Marketing- & Corporate Communications hilft den Absolventen ihren persönlichen Rucksack mit wichtigem Wissen zu füllen. Dieses Semester war der Abschluss für die Klasse besonders herausfordernd.

Im CAS MCC lernen die Teilnehmenden wie sie in jeder Situation optimal kommunizieren können. Nach einem langen und intensiven Semester, mussten sie dies am Abschlusstag auch gleich unter Beweis stellen. Die heissen Temperaturen machten die Abschlusspräsentationen nicht einfacher. Dennoch galt es das Gelernte anzuwenden, „cool“ zu bleiben und sich nichts anmerken zu lassen. Das Medientraining hat seine Wirkung gezeigt, denn alle präsentierten souverän ihre Konzepte und konnten spannende Strategien vorstellen.

Kombination ist hier die Devise

Mit dem erfolgreichen Abschluss des CAS MCC ging für die Klasse ein anstrengendes Semester zu Ende. Seit Februar füllten sie ihre Wissensspeicher auf und durften diverse Themen aus den Bereichen Marketing & Kommunikation erlernen. Neben der strategischen Unternehmenskommunikation, kam auch der digitale Aspekt sowie Multimedia nicht zu kurz. Aufgezeigt wurde auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern, das Vorgehen in Krisensituationen und natürlich auch die rechtlich korrekten Handlungsweisen. Diverse Dozenten mit breiter Praxiserfahrung durften ihr Wissen an die Klasse weitergeben. „Dieser CAS ist schon lange sehr erfolgreich, weil er die beiden wichtigen Bereiche Marketing & Kommunikation nicht trennt, sondern kombiniert – genauso, wie das auch im echten Berufsleben der Fall ist„, sagt Studiengangleiterin Dr. Adrienne Suvada vom Institut für Marketing Management.

Erfolgreicher Abschluss des CAS MCC © J. Bächler

Umsetzung in der Praxis

Nach den erfolgten Präsentationen, war die Erleichterung bei allen spürbar. Die grosse Mehrheit darf sich nun auf die wohlverdienten Sommerferien freuen. Einige sind aber schon voller Tatendrang und setzen das Gelernte bereits in der Praxis um. „Es hat grossen Spass gemacht diese Klasse und ihre Lernfortschritte zu begleiten. Wir werden sicher noch viel von den Teilnehmenden hören und freuen uns, wenn sie in der Kommunikation erfolgreiche Projekte verwirklichen„, meint Dr. Adrienne Suvada. Weitere aus der Runde spielen schon mit dem Gedanken den nächsten CAS zu absolvieren, schliesslich hat man nie ausgelernt. Das Weiterbildungsportfolio des Instituts bietet hier ja mehr als genug Angebote und so ist es gut möglich, dass man einige bekannte Gesichter wiedersieht.

Weitere Informationen zum CAS: https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/cas-marketing-corporate-communications/

IMMortal Kickers mit einem kühlen Kopf zum Viertelfinal

Von Marija Caleta

Ende Mai fand zum vierten Mal die Sport Challenge der ZHAW School of Management and Law statt. Auch dieses Jahr startete ein Fussballteam des Instituts für Marketing Management und wollte sein letztjähriges Ergebnis übertreffen.

Kaum fanden sich die IMMortal Kickers zusammen, wurde bereits analysiert, geplant und eine Spielstrategie festgelegt. Es wurde schnell klar, dass der Wettereinfluss die Umsetzung erschweren würde. Doch trotz starker Sonneneinstrahlung und der herrschenden Hitze, bewahrte das Team (fast) jederzeit einen kühlen Kopf.

Schon bald nach dem Anpfiff wurde klar, dass die Wetterbedingungen einen stärkeren Einfluss auf die Leistung, Kondition und Schweissdrüsen haben werden als gedacht. Fliegende Wechsel der Spieler ermöglichten Erholungsphasen und somit neue Energie fürs Spiel – mit Erfolg! Die IMMortal Kickers gewannen das erste Spiel!

Letzte Taktik-Besprechungen vor dem ersten Spiel! (v.l.n.r: Valerio Stallone, Darius Zumstein (Goalie), der kopflose Linard, Schiri, Brian Rüeger, Marcel Hüttermann und Beni)

Viertelfinaleinzug dank den Neuzugängen

In der Gruppenphase zeigte sich das Team von seiner besten Seite und übertraf die Leistung des letzten Jahres bei Weitem: die IMMortal Kickers konnten aufgrund von drei Siegen und zwei Niederlagen erstmalig in die Viertelfinals einziehen! Grossen Anteil daran hatten die Neuzugänge im Tor (Darius), in der Innenverteidigung (Brian) und im Sturm (Dennis, Beni), welche sich von Anfang an von der besten Seite zeigten. Die Gruppenphase verlangte jedoch ihren Tribut: Zweieinhalb verletzte Spieler später und somit ohne Auswechselmöglichkeiten, war das Gegnerteam stärker, hatte ein jüngeres Durchschnittsalter und schoss gegen die IMMortal Kickers dennoch nur ein einziges Tor, welches allerdings zum Sieg gereicht hat.

Beim anschliessenden Barbecue und der Rangverkündigung schmiedete das Team bereits neue Taktiken für das kommende Jahr. Die Ambitionen sind weiterhin hoch – vielleicht katapultiert sich das Team durch den ein oder anderen Transfercoup von Clubchef Brian Rüeger, in der Winterpause auf das nächste Level? Wir bleiben am Ball…

Rolf Rellstab kämpft an seinem Good-Hair-Day um den Ball! (Foto SML Foto Gallery)

Co-Creation oder gemeinsam fortschreiten

Von Silvana Ulber

Ganz grundsätzlich werden Menschen gerne um ihre Auffassung der Dinge gefragt. Sie fühlen sich dadurch in eine Entscheidung, einen Ablauf oder einen Umstand einbezogen. Akzeptieren die Situation dadurch nicht nur viel eher, sondern setzen sich höchstwahrscheinlich auch gegenüber Dritten dafür ein. Weiter gesteigert wird diese Wahrscheinlichkeit, wenn Mitmenschen, Mitarbeitende oder Kunden ihre Vorstellungen nicht nur kundtun, sondern mitarbeiten, mitgestalten und mitentscheiden dürfen. Von Co-Creation ist dann die Rede.

Werden Verbraucher oder Mitarbeitende aktiv um deren Erwartungen, Erfahrungen, Vorstellungen und Optimierungsmöglichkeiten gefragt und um Mitarbeit gebeten, kommt oftmals ein grosser Fundus an Inputs zusammen. Nicht alle davon sind umsetzbar. Doch ergibt es Sinn, die Rückmeldungen zu prüfen. Kann Produkt oder Dienstleistung XY mit den eingegebenen Kommentaren, Ideen und Erarbeitungen optimiert werden? Der Profit ist nicht nur ein besseres Produkt bzw. eine bessere Dienstleistung. Dieses entspricht nun viel eher dem Kundenbedürfnis, was Produkt bzw. Dienstleistung beliebter machen kann. Die Folge: Zufriedene Kundinnen und Kunden oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – je nach Stakeholder, den man für den Einbezug gewählt hat. Ihnen hat man durch Zuhören und die Möglichkeit der Partizipation die Wertschätzung gegeben, dass ihre Vorstellungen und Ideen wichtig sind und zählen. Ihre Haltung zum Unternehmen wird damit positiv beeinflusst.

Starke Verbindung zur Zielgruppe

Als Best Practice dient die LANDI Schweiz AG. Sie bezieht mit dem Programm Farm-Erfa Geschäftsführer von LANDI Läden in ihre Wertschöpfungskette mit ein. In Arbeitsgruppen und Workshops wird gemeinsam an Produktverbesserungen oder -entwicklungen gearbeitet sowie über mögliche neue Services mit nationaler Strahlkraft beraten. Entscheidend für die Teilnahme bei Farm-Erfa: ein landwirtschaftlicher Hintergrund mit sehr starker Verbindung zur Zielgruppe «Landwirte», die aufgrund dieses ausgeprägten Bezugs durch die am Programm teilnehmenden Geschäftsführer miteingebunden ist. Simon Gfeller, Leiter Marketing & Verkauf bei LANDI Schweiz ist überzeugt: «Gemeinsam erarbeitete Ideen führen zu einer höheren Identifikation mit dem Produkt, dem Konzept und auch der Marke LANDI an und für sich». Gemessen werde der Erfolg des Einbezugs anhand von KPI (Key Performance Indicator) zu Indikatoren wie beispielsweise dem Umsatz pro Warengruppe oder der Reduktion von Abschreibern. «Auch wenn der Aufwand für den Austausch in den Arbeitsgruppen beträchtlich ist, der Mehrwert dieses gezielten Vorgehens ist enorm», sagt Gfeller weiter.

Farm-Erfa-Vertreter mit Marketing- und Verkaufsleiter Simon Gfeller (7. v. l.) ©LANDI Schweiz AG

Nur für die grossen Player?

Dass Co-Creation auch bei KMU funktionieren kann, zeigt ein unspektakuläres aber erfolgreiches Beispiel des Akademischen Sportverbands Zürich (ASVZ). Auch der ASVZ möchte seine Zielgruppe – die Studierenden der Zürcher Hochschulen – bei der Ausgestaltung seines Sportprogramms vermehrt ins Boot holen. Im Gespräch mit Vertretern dieser Zielgruppe erkannte man das Bedürfnis nach einem Sportangebot, das das Spielen des Turnunterrichts der Primar- und Oberstufe ermöglicht. Der ASVZ unterstützte einen entsprechenden Pilotversuch mit Beratung, Equipment, Räumlichkeiten sowie Kommunikationsmassnahmen. Was aus einem Bedürfnis und einer Idee der Zielgruppe entstand, gemeinsam zum Pilotversuch «FätzBall» entwickelt wurde, wurde im Frühjahr 2019 aufgrund der grossen Beliebtheit schliesslich als Sportart «Burner Games» ins ASVZ-Sportprogramm aufgenommen. Ob der ASVZ damit um eine Kult-Sportart reicher ist, wird sich weisen.

Die ASVZ-Sportart «FätzBall» ist im Gespräch mit der Zielgruppe entstanden ©ASVZ

Fürsprecher gewinnen und an sich binden

Beide Beispiele haben eines gemeinsam: Gewonnen haben mit Co-Creation alle Beteiligten. Die eingebundenen Stakeholder ihrerseits fühlen sich ernst genommen und wertgeschätzt, weil sie durch den Meinungsaustausch und ihre Mitarbeit Produkte und Dienstleistungen optimieren und davon – sei es als Verkäufer/Dienstleister oder auch als Endkunde – direkt profitieren können. Das Unternehmen seinerseits erhält wichtige Einblicke zu Interessen, Verhalten, Vorstellungen und Gedanken der eingebundenen Stakeholder. Es kann das Angebot der Nachfrage und den Bedürfnissen entsprechend aufbereiten und erhält aufgrund dieser Vorgehensweise zufriedene und loyale Fürsprecher und Multiplikatoren für Produkte, Dienstleistungen und die Marke. Mitmach-Marketing mit den besten Voraussetzungen für optimale Kunden- und Mitarbeiterbindung.

Über die Autorin

Silvana Ulber ist Leiterin Kommunikation beim Akademischen Sportverband Zürich (ASVZ) und mag an ihrem Berufsalltag ganz besonders, dass ein grosser Bestandteil aus Austausch und gemeinsamem Erarbeiten von Ideen besteht. Denn sie ist ein grosser Fan von Miteinander und Teamarbeit, und auch wenn der Ausdruck etwas ermattet, so lebt sie ihn doch: gemeinsam sind wir stark. Zur Zeit absolviert sie an der ZHAW innerhalb des MAS Marketing Management den CAS Marketing- und Corporate Communications.

„Wie ich gute Werbung mache? In dem ich keine Werbung mache!“

Von Eveline Kneubühl

Wir leben in einer Zeit, in der permanent Informationen und Werbeinhalte an uns herangetragen werden. Wie schafft man es als Werbeauftraggeber, aus der Masse heraus zu stechen und welche Trends gilt es zu beachten?
Dennis Lück, Chief Creative Officer bei Jung von Matt/Limmat, gibt Einblicke und Antworten.

Dennis, Du bist vor neun Jahren in die Schweiz gekommen. Wie beurteilst du die hiesige kreative Landschaft?

In der Schweiz wird nicht so viel kaputt geredet wie in Deutschland; es herrscht eine viel grössere Offenheit und auch den Mut muss ich loben. Wir vergessen viel zu oft, wie viele Chancen sich uns hier bieten. Mein erster Cannes Löwe für die Schweiz war beispielsweise eine Weihnachtskarte für BMW – „The Fastest Christmas Card in the World“. Dass BMW bei so einer verrückten Idee mitgemacht hat, hat mich begeistert und mir gezeigt, was hier möglich ist:

https://www.youtube.com/watch?v=Z1BEAQkQStU

Seither versuche ich, so viel es geht hier anzustellen (lacht). Das Urteil ist also mega positiv.

Gibt es Länder, die einen speziellen Stil in puncto Werbung haben?

Ja, England und Australien sind besonders humorvoll. Brasilien zeichnet sich zum Beispiel dadurch aus, dass sie immer zuerst bei der Emotion ansetzen und nicht beim Produkt. Wenn es darum ginge, eine Tomatensuppe zu vermarkten, würden sie sich überlegen, wie man sie mit Emotionen verbinden kann. Amerika ist gerade sehr politisch und mit ganz viel Purpose unterwegs. Das Steckenpferd der Schweiz war und ist sicher das grandiose Graphic Design.

Was zeichnet für Dich gute Werbung aus?

In dem man keine Werbung macht. Was wir uns vornehmen müssen, ist Entertainment mit einem Logo zu erschaffen. Wir müssen die Leute unterhalten und begeistern für eine Marke, ein Produkt, für ein Thema oder einen Service.

Wie stark ist Euer Einfluss, welche Werbemittel zum Einsatz kommen oder wie kreativ Ihr sein könnt?

Wir geben immer eine Empfehlung ab. Immer ganz aus der Sicht der Zielgruppe oder Zielpersonen. Das Ziel bestimmt alles. Natürlich erfüllen wir auch gewünschte Vorgaben, aber wir haben immer noch passendere Beispiele oder alternative Ideen dabei, wenn wir denken, dass wir damit das Kundenziel besser erreichen. So verstehe ich uns als Dienstleister für Kreativität. Und ein weiterer Faktor kommt dann noch hinzu: Natürlich hängt es auch immer stark von der Idee ab, welcher Kanal mit welcher Kraft zur Entfaltung kommt.

Dennis Lück © Jung von Matt/Limmat

Was hältst Du von Influencer Marketing?

Ich bin zwiegespalten. Wir selbst haben auch schon mit Influencern erfolgreich zusammengearbeitet. Wir hatten für Ibis Schweiz die Idee „Relax, we post“ entwickelt. Dabei übernahmen Influencer das Instagram-Profil des Hotelgasts, damit dieser dank einem Digital Detox Service besser entspannen kann. Die Influencer waren hier genial eingesetzt, sie liessen sich mit einem Wert verbinden, indem sie die Social Accounts der Gäste während der Ferien gepflegt haben. Die andere Kategorie, die ich nur müde belächle, ist der Typ Influencer, der einfach Fotos von sich postet und ein Waschmittel wie zufällig neben sich auf der Bettkante stehen hat – hierfür würde ich nie einen Franken ausgeben.

Lexus hat 2018 den ersten Spot kreiert, der komplett durch künstliche Intelligenz konzipiert wurde. Ist künstliche Intelligenz eine dankbare Unterstützung oder gar Ersatz für kreative Köpfe?

Es ist auf jeden Fall eine Unterstützung. Man kann die künstliche Intelligenz nutzen, um gut funktionierende Werbung zu kreieren. Auch wir prüfen hier immer wieder die Möglichkeiten mit unseren Experten. Die Geniestreiche, die kreativen Highlights, werden damit aber nicht ermöglicht. Denn momentan beschränken sich die Fähigkeiten auf Reproduktion und Imitation. Klar, man weiss nicht wie die Entwicklung in fünf Jahren aussieht. Ich denke jedoch nicht, dass es ein eigenes Businessmodell wird. Wenn eine Kreation nur von einer Maschine stammt, verliert es den emotionalen Wert. Der Mensch braucht den Menschen. Das hat auch eine kürzlich durchgeführte Studie gezeigt: Sobald der Mensch erfährt, dass eine Kreation von einer Maschine stammt, verliert der Mensch dazu den Bezug.

Wie bewertest Du den Einsatz von künstlicher Intelligenz für Programmatic Creativity?

Künstliche Intelligenz kann hier auf jeden Fall helfen.Man stellt quasi diverse Bausteine zur Verfügung und die künstliche Intelligenz baut sich dann je nach Zielgruppe die Versionen zusammen. Das funktioniert, wie vorher erwähnt, für performante Werbemittel wirklich sehr gut.

Welchen zentralen Trend in der Werbeindustrie siehst Du in den nächsten fünf Jahren?

Gar keine Technologie, sondern das Streben nach Purpose, also nach dem Schaffen eines gesellschaftlichen Wertes. Das hat damit zu tun, dass die Generation Z klar danach verlangt. Sie wollen Nachhaltigkeit, klar Stellung beziehen, Haltung einnehmen und die Gesellschaft beeinflussen! Dieser Trend ist massiv im Vorwärtsgang und verändert die Werbeindustrie. Purpose ist das Gegenteil von Werbung. Da schliesst sich der Kreis zu der eingangs gestellten Frage nach guter Werbung!

Was zeichnet Deinen persönlichen Erfolg aus? Was machst Du besser als andere?

Der Unterschied ist: Panik! Im Praktikum hatte ich Panik, dass ich nicht übernommen werden würde und so war meine Reaktion, dass ich viel mehr gemacht habe als gefordert. Auch heute noch gilt: 100-mal schiessen und dann ist ein geiler Geniestreich sicher mit dabei. Die Kreation der Spendenkarte für Kindernothilfe war übrigens meine Jobgarantie als Praktikant und der Grund, warum ich heute hier sitzen darf. Sie liegt mir besonders am Herzen. Wäre mir diese Idee nicht während des Praktikums eingefallen, als einer von eben 100 Schüssen, wer weiss, was ich heute machen würde. Das Fazit lautet also: Ich mache sicher nichts besser als andere, aber ich bin getrieben, immer einen massiv hohen Output zu generieren.

Der Grund, warum Dennis Lück heute hier ist: die Donation card for homeless children. © Dennis Lück

Über Dennis Lück

Dennis Lück ist als Chief Creative Officer und Mitinhaber bei Jung von Matt/Limmat verantwortlich für den kreativen Output. Der gebürtige Deutsche wechselte 2010 in die Schweiz und wird von den Medien als „kreativster und erfolgreichster Werber der Schweiz“ bezeichnet. Die Branche hat ihn 2017 zum „Werber des Jahres“ ernannt. Jung von Matt/Limmat führt seit 2017 das Kreativ-Ranking an und wurde 2018 zusammen mit der Jung-von-Matt-Gruppe zur weltweiten „Independent Agency of the Year“ gekürt. In seiner Freizeit spielt er Schlagzeug in der Punkrock-Band „Ultrahocherhitzt“.

Über die Autorin

© WerbeWeischer Schweiz GmbH

Eveline Kneubühl, Head of Back Office / Mitglied der Geschäftsleitung, arbeitet beim Kinovermarkter WerbeWeischer Schweiz GmbH. Ihr Bereich umfasst unter anderem die Marketingkommunikation sowie die Mitarbeit an der Repräsentanz des Cannes Lions International Festival of Creativity. Sie absolviert aktuell den CAS Marketing- & Corporate Communications im Rahmen des MAS in Marketing Management an der ZHAW. Privat freut sie sich über Filme mit Ryan Gosling.

Next Level Marketing: Das Marketing Turngerät richtig nutzen

Mit dem Format «Next Level Marketing» bietet das Institut für Marketing Management der ZHAW die Möglichkeit für Unternehmen, Massnahmen zu identifizieren und die Frage nach der zukünftigen Stossrichtung zu beantworten, welche ihr Marketing auf ein neues Level bringen. Die Premiere des Next Level Marketing Workshops fand bei ANTA SWISS AG in Knonau statt. Wir haben mit dem Geschäftsführer Marcel J. Strebel über die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Workshop gesprochen.

Warum haben Sie sich für den Workshop entschieden?

Wir haben uns für den Workshop entschieden, da wir genau in dieser einen Ecke sind, wie viele KMUs. Heute sind zahlreiche, vielleicht auch zu viele Möglichkeiten für das Marketing vorhanden. Da stellt sich für uns die Frage, was sollen wir heute machen, das am wirkungsvollsten ist? Zusätzlich wollen wir auch dahinter sehen und die gesamte Datenflut, die wir selber bereits produzieren, clever nutzen. Man weiss, dass man etwas machen sollte, kann es jedoch nicht anpacken. Daher eignete sich dieser Workshop ideal, um einen ersten Einblick zu erhalten.

Geschäftsführer Marcel J. Strebel © ANTA SWISS AG

Wer war alles beim Workshop dabei von ANTA SWISS AG?

Wir haben geschaut, dass wir alle dabeihaben, für die das Thema wichtig und nützlich ist: Verkaufsleiter, IT, Marketing und ich als Geschäftsführer. Das Thema ist in vielen Bereichen der Firma von grosser Relevanz und beeinflusst diese.

Workshop Durchführung © ZHAW

Wie lief der Workshop ab?

Der Workshop war sehr entspannt. Es gab eine klare und einfache Einleitung zu Beginn des Workshops. Danach ist man sehr schnell in zwei Gruppen in Aktion getreten. Wir hatten genügend Zeit unsere Ideen spriessen zu lassen. Dabei wurden wir sehr gut von den ZHAW-Vertretern unterstützt. Sie haben in den beiden Gruppen mitgeholfen und spannende Inputs geliefert. Fragen konnten sofort gestellt werden. Alles in Allem lief der Workshop sehr geschmeidig ab. Mit einem Punktesystem haben wir die Ideen gerankt und daraus haben sich gewisse Themen herauskristallisiert, die für uns sehr relevant sein können.

Gab es irgendwelche Impulse aus dem Workshop, die für Ihr Unternehmen für neue Erkenntnisse gesorgt haben?

Es hat uns zu allererst aufgezeigt: Wir sind grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Das was wir bisher produziert haben und worauf man sich herangetastet hat, ist schon grösstenteils richtig. Aber wir haben gesehen, dass wir durchaus auch sehr viel breiter und vertiefter an die Sache rangehen können und mit dem was wir aktuell haben (relevante Daten mit Historie), noch viel mehr anfangen können. «Das Turngerät ist da, aber wir wissen noch nicht genau wie wir damit auch noch turnen können».

Familie Strebel am Firmensitz © ANTA SWISS AG

Wie war die Zusammenarbeit mit der ZHAW?

Die Zusammenarbeit mit der ZHAW war sehr gut: Angenehm, überschaubar, motiviert, locker und eine sehr kameradschaftliche gute Stimmung, sodass wir auch kreativ werden konnten. Der Workshop hat echt Spass gemacht.

Für wen lohnt sich ein solcher «Next Level Marketing»-Workshop? Wem würden Sie diesen empfehlen?

Ich empfehle ihn grundsätzlich für KMUs die zwischen 20 und 150 Mitarbeitende haben, die aber bereits schon im Marketing-strategisch und operativ tätig sind. Diese haben den grössten Nutzen daraus, da sie die Basics bereits haben und einen Schritt weitergehen wollen und können. Andere müssen vielleicht erst noch ihre Hausaufgaben machen, bevor sie das nächste Level sinnvoll anstreben können.

Wie geht es nun weiter?

Wir haben das Projekt mit dem IMM gemeinsam geschnürt und unterschrieben und gehen nun unseren definierten Schwerpunkten nach. Es geht gleich los.

Die ANTA SWISS AG, mit Hauptsitz in Knonau, wurde 1968 gegründet und beschäftigt aktuell rund 50 Mitarbeiter. Als Mechatronik-Unternehmen verfügt ANTA SWISS AG über profundes Know-how und langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Ausführung verschiedenster Projekte. Neben Einzelanfertigungen auf Mass werden auch Produktserien (z.B. der weltberühmte Abfallhai) hergestellt. Als neuestes Geschäftsfeld betätigt sich die ANTA SWISS AG im intelligenten Abfallmanagement.

https://www.antaswiss.ch

Für mehr Informationen besuchen Sie unsere «Next Level Marketing» Seite oder kontaktieren uns direkt:

Prof. Dr. Frank Hannich

frank.hannich@zhaw.ch

+41 (0) 58 934 68 65

Ad Fraud – Status Quo von Online Werbebetrug und dessen Bekämpfung

Von Valerio Stallone

Über Werbebetrug und dessen Aufkommen streiten sich die Gemüter – ob es sich um eine echte Gefahr oder um reine Panikmache handelt wird heiss diskutiert. Marktteilnehmer des Werbe-Ökosystems sind sich uneinig über das effektive Ausmass von Werbebetrug und deshalb wird die Notwendigkeit von Werbebetrugsbekämpfungswerkzeugen (= engl. Ad Fraud Detection Tools) in Frage gestellt.

Ob diese Ad Fraud Detection Tools tatsächlich Werbebetrug messen und in welchem Umfang ist nicht jedem Marktteilnehmer klar. Es stellt sich dementsprechend die platonische Frage «Quis custodiet ipsos custodes?» (= dt. «Wer bewacht die Wächter?»). Im Rahmen eines Innovationsschecks durfte die Fachstelle Digital Marketing, dem Auftrag des Schweizer Werbeauftraggeberverbands (SWA) nachkommen und die Machbarkeit einer Plattform zur Analyse von Werbebetrugsbekämpfungswerkzeugen (= engl. Ad Fraud Detection Tools Platform) untersuchen. In Kooperation mit dem Information Security Team der School of Engineering wurden Handlungsempfehlungen für die Umsetzung einer solchen Plattform verfasst.

Werbebetrug wird heiss diskutiert © Pixabay

Gemäss der Werbemarktstudie 2017 sind digitale Kommunikation und Onlinewerbung die am stärksten wachsenden Investitionsbereiche von Unternehmen in der Schweiz. Dies wird bedingt durch die bemerkbare Verschiebung in der Kommunikation von Print hin zu Online. Für das Jahr 2017 summieren sich die Nettoausgaben auf 2.1 Milliarden CHF für Online-Werbung.

Das Digital Advertising Ecosystem gemäss Stallone & Klaas (2019). Aus dem Innovationsscheck heraus konnten die beiden Autoren der Machbarkeitsanalyse eine wissenschaftliche Veröffentlichung verfassen, welche die Darstellung ebendieses Ökosystems in der akademischen Welt untersucht.

Die Qualität des Werbeumfelds wird von verschiedenen Variablen definiert. In der Literatur lassen sich drei Hauptbegriffe finden: Brand Safety, Viewability und Ad Fraud. Diese drei Themen sind eng ineinander verzahnt: Brand Safety (dt. = Markensicherheit) wird als die Wahrung der Reputation des Werbenden verstanden, wenn online geworben wird. Bekämpft wird dabei die Platzierung von Anzeigen innerhalb aus Sicht des Werbenden unpassender Umfelder. Viewability (dt. = Sichtbarkeit) beschreibt die Anzeige eines Werbemittels, oder zumindest des grössten Teils davon, auf dem Bildschirm des Nutzers. Bekämpft werden dabei die schlechte Sichtbarkeit und damit die fehlerhafte Abrechnung von Impressionen. Der Fokus bei der Machbarkeitsanalyse lag ausschliesslich auf Ad Fraud (dt. = Werbebetrug).

Kommt es zu einer Diskrepanz von verkauften und tatsächlich gesehenen Werbe-Impressionen, bezahlen werbetreibende Unternehmen für Werbeauslieferungen, die nicht an den beabsichtigten Endnutzer gelangen. Daraus resultiert ein wirtschaftlicher Schaden, da der gewünschte Werbeeffekt nicht erzielt wird und ein Teil des Mediabudgets an Betrüger fliesst.

Werbebetrugs-Arten identifizieren

In der Literatur lassen sich verschiedene Werbebetrugs-Arten sowie Kategorisierungsmethoden finden. Übliche Kategorisierungen werden anhand der Werbebetrugs-Auslöser (z.B. Bot-Traffic, Malware, URL-Hacking) des Betrugs sowie anhand der betroffenen Metriken (Impressionen, Klicks & Action/Lead) vorgenommen. In der Untersuchung des Autoren-Teams der Machbarkeitsanalyse wurde hingegen auf die Schritte des Conceptual Flows des digital Werbeökosystems eingegangen.

Der Digital Advertising Conceptual Flow gemäss Stallone & Klaas (2019).

Das Autoren-Team war somit in der Lage, die betroffenen Schritte des Conceptual zu identifizieren und die einzelnen Werbebetrugsarten zuzuordnen:

  • Schritt i) Web Requests: Es handelt sich dabei um diejenigen Betrugsarten, die entweder mit Bots oder humanen Ressourcen betrügerische Impressionen verursachen.

  • Schritt ii) HTML & Ad Frame delivery: Es handelt sich dabei um diejenigen Betrugsarten, die betrügerische, versteckte Ad Frames platzieren, die teilweise gar nicht sichtbar sind.

  • Schritt iii) Ad request & User data delivery: Dabei handelt es sich um diejenigen Betrugsarten, die die Daten des Users besser dargestellt werden, als sie es eigentlich sind – mal um dessen Attraktivität für die CPM-Gebote zu erhöhen, mal um dessen Kaufbereitschaft auszunutzen.

  • Schritt vi) Auction data delivery: Dabei handelt es sich um einen schwerwiegenden Eingriff in die Auktionsdatenübertragung.
  • Schritt xvi) Clicks: Es handelt sich dabei um diejenigen Betrugsarten, die entweder mit Bots oder humanen Ressourcen betrügerische Klicks verursachen.

Handlungsempfehlungen abgeben

Der Aufbau einer Ad Fraud Detection Tools Platform zum isolierten aber realitätsnahen Testen von Werbebetrugsbekämpfungswerkzeugen ist sehr komplex und aufwendig. Sogar Google musste bei ihrem Projekt Kompromisse eingehen und Limitationen hinnehmen.

Die Untersuchungen des Autoren-Teams haben zur Erkenntnis geführt, dass der Aufbau einer Ad Fraud Detection Tools Platform auch in einer simpleren Variante und somit ohne Anspruch auf Vollständigkeit sinnvoll und aussagekräftig sein kann, z.B. um zu testen, welche Werbebetrugsbekämpfungswerkzeugen welche Typen von Betrug erkennen können oder um gewisse Grenzfälle zu testen. In diesem Fall muss abgewogen werden, ob sich der Aufwand im Vergleich zur erzielbaren Aussage lohnt. Der wohl vielversprechendste Weg, um gute Empfehlungen zu den einzelnen Werbebetrugsbekämpfungswerkzeugen abgeben zu können und gleichzeitig den Aufwand in einem vertretbaren Rahmen zu halten, wäre dementsprechend eine Kombination verschiedener Analyse-Strategien (Kombination aus Real-Time Ad Fraud Detection Tools Platform und aus der Analyse historischer Daten).

Haben Sie Fragen zum Thema? Dann können Sie uns direkt kontaktieren:

Valerio Stallone

valerio.stallone@zhaw.ch

+41 (0) 58 934 41 31

Autonom, aktuell, attraktiv: Projekt „Linie 12“

Von Yannick Büzberger

Ein selbstfahrender Bus in Neuhausen am Rheinfall hat in kurzer Zeit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Aus der ganzen Welt kamen schon viele Interessenten zu Besuch, um die autonome Mobilität hautnah mitzuerleben – so auch weltbekannte Nachrichtensender. Die vielen Besuche sind für die Initianten des Projekts „Linie 12“ von sehr grossem Wert.

Die Mobilität der Zukunft

Die Schweizer Gemeinde Neuhausen am Rheinfall im Kanton Schaffhausen ist für Touristen aufgrund des spektakulären Wasserfalls ein bekanntes Ausflugsziel. Seit jüngster Zeit ist der Ort aber auch bekannt als Schauplatz für autonome Mobilität – ein Thema, welches derzeit heiss gehandelt wird. Am 27. März 2018 wurde dort zum ersten Mal weltweit ein autonomes Fahrzeug in ein ÖV-Leitsystem integriert. Der 11-plätzige selbstfahrende Kleinbus ist täglich gemäss Fahrplan auf der Linie 12 der Verkehrsbetriebe Schaffhausen unterwegs. Fahrgäste können hier eine kostenlose Fahrt in die Zukunft der Mobilität geniessen. Momentan fährt der elektrisch angetriebene Bus in einer Tempo-30-Zone im Zentrum von Neuhausen und bedient auf seiner Route drei Haltestellen. An Bord ist stets eine Begleitperson, die in Notfällen mit einem Xbox-Controller eingreifen kann. Das lenkradlose Fahrzeug des Herstellers Navya ist mit zahlreichen Sensoren ausgestattet. Diese sorgen dafür, dass das Elektrofahrzeug die Strecke erkennt und die vorgesehene Spur entlangfährt. Über die Sensoren werden auch Hindernisse wie Autos oder Fussgänger automatisch erkannt. Der fahrerlose Bus reagiert dementsprechend, zum Beispiel, indem er abbremst oder anhält.

Mit dem selbstfahrenden Bus der Linie 12 die Mobilität der Zukunft miterleben © Trapeze

Die Initianten der Linie 12

Ins Leben gerufen wurde die Linie 12 durch die Technologieunternehmen Trapeze und AMoTech, die Verkehrsbetriebe Schaffhausen und den Kanton Schaffhausen. Die beiden erstgenannten sind B2B-Firmen mit Sitz in Neuhausen am Rheinfall. Trapeze bietet Systemlösungen für Verkehrsbetriebe an, die Tochterfirma AMoTech unterstützt Städte und Verkehrsbetriebe dabei, Projekte im Bereich autonomer Mobilität umzusetzen. Im Projekt „Linie 12“ übernehmen sie den technischen Part und sorgen dafür, dass alles rund läuft.

Ein kleiner Elektrobus als Medienstar

Das Projekt weckt bei den Medien grosses Interesse. Neben vielen Schweizer Medien verfolgen auch internationale Medien das Projekt „Linie 12“. Für die Sendung „Supercharged“ zum Thema Motorsport und Elektrofahrzeuge reiste ein Reporter-Team von CNN anlässlich eines Formel-E-Rennens im Juni 2018 nach Zürich. Da der Kleinbus elektrisch angetrieben ist, durfte ein Beitrag über dieses Projekt in dieser Sendung nicht fehlen. Das Fernsehteam nutzte die Gelegenheit und besuchte vor dem Rennspektakel Neuhausen, um bei einer Fahrt mit dem selbstfahrenden Bus die Mobilität der Zukunft zu erkunden. Die CNN-Moderatorin Nicki Shields führte dabei ein Interview mit Peter Schneck, CEO der Firma Trapeze. Auch weitere bekannte internationale Sender wie BBC aus Grossbritannien und RAI UNO aus Italien reisten für ihre Fernsehberichte nach Neuhausen am Rheinfall. Der autonome Kleinbus hat sich als Protagonist des Projekts „Linie 12“ in kürzester Zeit zu einem Medienstar entwickelt, was für die Projektbeteiligten von sehr grossem Wert ist.

Hier klicken, um den CNN-Beitrag anzusehen

Das Projekt stösst auf grosses Medieninteresse – CNN zu Besuch in Neuhausem © Trapeze

Ein Besuchermagnet als ideale Plattform für kleinere B2B-Firmen

Das Interesse an einer Fahrt mit dem selbstfahrenden Fahrzeug ist nicht nur bei den Medien gross: Seit dem Start der Linie 12 wurden schon über 25‘000 Fahrgäste befördert, das wären rund 2‘000 Fahrgäste täglich. Neben vielen Touristen und der lokalen Bevölkerung, waren auch Fahrgäste mit Rang und Namen darunter, beispielsweise Politiker wie der Ministerpräsident aus dem deutschen Bundesland Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann. Parlamentarier aus der Schweiz und aus Österreich liessen sich eine Fahrt mit dem autonomen Fahrzeug ebenfalls nicht nehmen. Durch die von Beginn an grosse Aufmerksamkeit geniesst das innovative Projekt eine hohe Reichweite. Für die vier Gründer des Projekts ist es eine ideale Plattform, um sich auch einzeln mit ihren jeweiligen Stärken zu profilieren. Ein grosser Pluspunkt vor allem für kleinere B2B-Firmen wie Trapeze und AMoTech, deren Namen der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt sind.

Die Projektpartner sind sich einig: Mit der autonomen Mobilität wurde ein brandaktuelles Thema zur richtigen Zeit und am richtigen Ort erfolgreich umgesetzt.

Der kleine Elektrobus hat sich in kürzester Zeit zu einem Besuchermagnet entwickelt) © Yannick Büzberger

Über den Autor

Yannick Büzberger hat in Zürich Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert. Danach zog es ihn direkt in die Arbeitswelt zu seinem jetzigen Arbeitgeber Trapeze, wo er als Marketing Specialist tätig ist. In seiner Funktion ist er unter anderem für die kommunikative Begleitung des Projekts „Linie 12“ zuständig. Nebenbei absolviert er an der ZHAW den CAS Marketing & Corporate Communications, um mit einem vertieften Einblick in die Materie neues Wissen in der Arbeitswelt anzuwenden.