Die Welt der Regenschirme steht Kopf

In der Schweiz bleibt man von Regen nicht verschont. Ab und an tröpfelt es auf unsere Köpfe und wir brauchen einen Regenschirm. So praktisch er auch ist, er ist auch ein bisschen unhandlich. Ausserdem dauert es einige Zeit, bis man ihn wieder trocken bekommt. Auch das Öffnen und Schliessen kann gerade im ÖV zum Problem werden. Ein junges Start-Up aus Berlin hat nun den Regenschirm komplett auf den Kopf gestellt und ein neues Modell lanciert. Der Suprella Regenschirm öffnet sich von innen nach aussen, damit wird man nie nass. Ausserdem ist er mit einer speziellen Nano-Beschichtung versiegelt. Die Regentropfen perlen am Material ab und der Schirm bleibt trocken. Fabienne von Suprella war bereit, uns einige Fragen zu beantworten.

Ein Regenschirm ist nicht gerade das spannendste Alltagsprodukt. Wie entstand die Idee, einen neuen Regenschirm zu kreieren?

In der Tat! Der Regenschirm wurde sozusagen durch den Suprella Pro wieder zu einem spannenden Alltagsprodukt! Die Idee entstand, als wir eines Tages bei einem Event alle klatschnass geworden sind – und das trotz Regenschirmen! Da dachten wir uns, dass es doch eine bessere Alternative geben muss, bei der zum Beispiel auch das Aus- und Einsteigen in ein Auto keine nassen Hemden und Haare mehr bereiten sollte. Die Lösung ist unser Suprella Pro – einfach umgedreht bringt der Regenschirm endlich den Schutz, den wir immer wollten!

Schirm mal anders, Innovation bei einem bewährten Produkt © Suprella

Kannst Du uns erklären, welche Besonderheiten diesen Schirm ausmachen und worin der Mehrwert für die Kunden besteht?

Gerne! Der Suprella zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er sich andersherum öffnet als die meisten Regenschirme. Das sorgt für einfaches Ein- und Aussteigen aus dem Auto, sorgt aber auch dafür, dass die nasse Seite des Schirmes beim geschlossenen Schirm auf der Innenseite liegt und somit keine Kleidung oder wichtige Dokumente durchnässen kann. Ein weiteres besonderes Feature des Suprellas ist, dass er stehen kann! Klappst du den Suprella Pro zu ohne das Befestigungsband drum herum zu wickeln, kann der Suprella super stehen. So ist der Regenschirm endlich nicht mehr das lästige Ding, was man die ganze Zeit in der Hand halten muss, selbst wenn es nicht regnen sollte – einfach abstellen – und gegebenenfalls so trocknen lassen. Weitere Features des Suprellas sind der ergonomisch geformte C-Griff, der das Tragen nochmals erleichtert und dafür sorgt, dass man die Hände für die wichtigen Dinge frei hat! Die Nanobeschichtung des Schirmes ist natürlich auch ein wichtiges Feature, welche für den perfekten Perleffekt sorgt, sodass der Suprella Pro fast nie wirklich trocknen muss – auch nach ausgiebigem Einsatz im Regen.

Wie habt Ihr die Kundenbedürfnisse eruiert? Welche Aspekte sind den Kunden besonders wichtig?

Das Design ist für unsere Kunden sehr wichtig, daher haben wir vor allem Wert auf das Design gelegt und viele verschiedene schöne Möglichkeiten angeboten aus denen die Kunden anfangs wählen konnten. Aus den Farben und Mustern die unsere Kunden am schönsten fanden hat sich also schlussendlich unsere Produktpalette entwickelt. Auch der ergonomische Griff ist vor allem dazu da, im Alltag besseren Schutz zu bieten, ohne unsere Kunden in ihren gewöhnlichen Tätigkeiten einzuschränken. Der Griff liegt gut in der Hand und kann sogar über die Hand gestülpt werden, sodass die Hände frei für andere Tätigkeiten bleiben.

Wichtige Kundensicht, die sich im Design wiederspiegelt © Suprella

Wie wird der Schirm hergestellt und gibt es Variationsmöglichkeiten?

Wie der Schirm genau hergestellt wird ist natürlich absolutes Betriebsgeheimnis 😉 Wir arbeiten stetig an Veränderungen und Variationsmöglichkeiten für den Suprella, sind aber vorerst mit der Hauptversion des Suprella Pro’s sehr zufrieden. Natürlich gibt es immer Raum für Verbesserungen, die wir nicht übersehen möchten und sind daher immer dran, mit den neuesten Erkenntnissen zu gehen, um den Vorteil des Suprellas gegenüber anderer Regenschirme herausstechen zu lassen.

Welche Rolle spielt das Marketing bei Euch? Welche Marketinginstrumente nutzt Ihr?

Marketing spielt bei uns eine wichtige Rolle. Wir arbeiten mit verschiedenen Experten zusammen, um unsere Produkte auf attraktive Art und Weise in Szene zu setzen. Hierfür benutzen wir vor allem Facebookmarketing, da wir auf diese Weise viele Menschen auf einen Schlag erreichen können.

Online Marketing als wichtiger Faktor © Suprella

Welche Verkaufskanäle nutzt Ihr? Setzt Ihr auf online und offline Kanäle?

Wir verkaufen in erster Linie über unseren eigenen Shop, verkaufen aber auch zu gewissen Anlässen über Amazon oder Plattformen wie Groupon. Das sind dann meistens zeitlich limitierte Angebote.

Es gibt bei Suprella sogar einen PetBrella, also einen Schirm für den Hund. Welche weiteren Produktideen habt Ihr noch in Eurem Schirm?

Wir entwickeln gerade weitere Ideen, die wir an dieser Stelle als Betriebsgeheimnis natürlich nicht so einfach ausplaudern möchten. Wir können nur so viel sagen: Neue Ideen stecken schon in der Pipeline, also bleibt gespannt und lasst euch überraschen! 🙂

Auch Hunde werden mit einem speziellen Schirm geschützt © Suprella

Wenn Ihr angehenden Marketingfachleuten einen Tipp geben könntet, was würdet Ihr raten?

Bleibt kreativ!

 

https://suprellapro.com

https://www.facebook.com/suprella/

Marketing aus aller Welt: Magnum Stores in Italien

Von Dr. Adrienne Suvada und Anna Rozumowski

Bereits im vorhergehenden Blog, wurde eine neue Gelato Variante präsentiert. Nun geht es noch einmal zu unserem südlichen Nachbarn. Es gibt nämlich noch eine weitere Marke, die mit speziellen Glacekreationen auffällt. In verschiedenen Städten in Italien gibt es die Magnum Pleasure Stores. Das gute bekannte Magnum, einfach anders…

Das Glace ist für viele Genuss pur. Da wird auch einmal das Kalorienzählen unterbrochen. Gerade im Sommer, sind die Glaces sehr beliebt und auch in den Ferien wird gerne der süssen Versuchung gefrönt. Gelato Spezialisten finden sich natürlich in Italien. Die dortige Glacekunst ist in der ganzen Welt bekannt. Aber auch hier gibt es Marketingaktivitäten, die den Italienern neue Genüsse liefern. Die berühmte Marke Magnum ging den Weg über spezielle Stores. Diese waren zuerst nur temporär. Mittlerweile sind sie eine etablierte Grösse. Der Erfolg spricht für sich, denn das Magnum Gelato wird in den sozialen Netzwerken als äusserst gelungen gefeiert.

Magnum Glaces im Pleasure Store in Mailand (Bild: A. Rozumowski)

Persönlicher Magnum Genuss

Die sogenannten Magnum Pleasure Stores gibt es in Italien in Rom, Florenz, Neapel, Venedig und natürlich in Mailand. Jeder Store hat eine eigene Facebook Seite, wo alle relevanten Informationen zu finden sind. In den Pleasure Stores kann man sich ein My Magnum zusammenstellen, ein personalisiertes Glace also. Als Basis dient ein handelsübliches Magnum Classic. Danach hat man die Möglichkeit das Glace in Schokolade zu tauchen (dunkel, hell, weiss). Das ist aber natürlich noch nicht genug. Das Beste an dieser Glacekreation ist nämlich das Topping. Hier kann man aus diversen Möglichkeiten drei Toppings auswählen. So gibt es zum Beispiel Krokant, Schokoladestückchen, Pistazien, Mandeln, Brownie und noch viele mehr. Zum Abschluss gibt es noch Schokoladensauce über dieses spezielle Magnum Glace. Auch hier kann man aus dunkler, heller oder weisser Schokolade auswählen.

Magnum Glace in weisser Schokolade mit den Toppings Brownie, Marshmallow und Krokant (Bild: A. Rozumowski)

Marketingtechnisch alles richtig gemacht

Man muss zugeben, das Magnum Glace schmeckt. Es ist natürlich sehr süss, aber die Möglichkeit es zu personalisieren und diese spezielle Kreation in den Händen zu halten, macht natürlich den Reiz aus. Da denkt man für einmal wirklich nicht mehr an die Linie und geniesst einfach. Schliesslich steht man ja in einem Pleasure Store. Marketingtechnisch hat Magnum hier alles richtig gemacht. Eigene Brand Stores sind keine neue Idee, aber Magnum hat in diesem Fall die sozialen Medien mitbedacht. Es geht primär nicht so sehr um das Produkt selbst, sondern vor allem um das Aussehen, das natürlich rege auf den sozialen Kanälen geteilt und gefeiert wird. Mit dem Hashtag #MagnumItaly werden die Kunden aufgefordert, ihre Bilder gleich auf Instagram zu teilen. Magnum bedient mit den Pleasure Stores den aktuellen Food Trend, der auf den sozialen Medien zelebriert wird. So wurde es möglich den bekannten Brand in einer neuen Form zu präsentieren und damit die Marke bei den Konsumenten zu festigen. Die Magnum Pleasure Stores gibt es übrigens noch in anderen Ländern, die Schweiz ist leider noch nicht darunter…

 

http://www.magnumicecream.com/it/home.html

http://www.magnumicecream.com/it/inside-magnum/pleasure-store.html

https://www.facebook.com/MagnumMilano/

https://twitter.com/magnumit

Marketing aus aller Welt: Lindt Glace im Gelato Land Italien

Von Dr. Adrienne Suvada

Die Schweiz ist bekannt für ihre Natur, die Uhren und natürlich Schokolade. Besonders die Marke Lindt erfreut sich im In- und Ausland grosser Beliebtheit. Die Traditionsfirma aus Kilchberg ist sehr erfolgreich unterwegs und nutzt geschickt das Marketing, um immer wieder neue Produkte zu lancieren. Weniger bekannt ist allerdings, dass Lindt ganz besonders auf die Geschmäcker der Konsumenten achtet. So gibt es viele Produkte im Ausland, die in der Schweiz nicht zu finden sind. Auch in unserem Nachbarland Italien ist dies der Fall. Zu Weihnachten oder Ostern finden sich besondere Geschmacksrichtungen, die man in den Schweizer Verkaufsregalen vergeblich sucht. Im Sommer finden Schleckmäuler aber etwas ganz Besonderes – Lindt Glace.

Schweizer Qualität als überzeugender Faktor

Wer global unterwegs ist, kennt die Lindt Shops. Man findet sie in diversen Ländern und sie sind ein Paradies für Gross und Klein. Man findet dort zahlreiche Lindt Produkte, die saisonal auf die Kundenwünsche abgestimmt sind. In Italien gibt es diese sehr erfolgreichen Shops ebenfalls. Viele Italiener lieben die Lindt Schokolade und vertrauen auf die Schweizer Qualität. Lindt Italien mischt hier Schweizer Schokoladenkunst mit lokalen Geschmacksrichtungen.

Einer der Lindt Shops in der Nähe von Rom (Bild: R. Bircher)

Im Sommer gibt es neben den traditionellen Produkten, auch noch eine weitere Kreation: Lindt Gelati. Man könnte meinen, dass in Italien das Gelato Angebot genügend gross ist, aber eben, die Schweizer Qualität überzeugt auch hier die Konsumenten. Die Lindt Gelati sind sehr beliebt und werden gerne nach ausgedehnten Shoppingtouren konsumiert.

Die Lindt Gelati Theke (Bild R.Bircher)

Die Lindt Gelati gibt es im Becher oder mit einem Cornet. Für 2.70 € gibt es zwei Geschmacksrichtungen, für 3.50 € gibt es drei. Wie in Italien üblich, gibt es auch die zusätzliche Möglichkeit mit Schlagrahm, für alle, denen das schokoladige Glace noch nicht ausreicht.

Nicht ganz günstig, dennoch sind die Glaces sehr beliebt (Bild R.Bircher)

Zu kaufen gibt es natürlich schokoladige Glaces, wie weisse Schokolade, weisse Nuss-Schokolade, Stracciatella, aber auch Erdbeere, Pistazie, Kokosnuss und noch viele mehr.

Schokoladige Glaces sind natürlich ein Muss (Bild R.Bircher)

Eine doch ansehnliche Auswahl an verschiedenen Sorten (Bild R.Bircher)

Lindt Glaces hoffentlich auch in der Schweiz

Die Lindt Gelati sehen aber nicht nur ansprechend aus, sie sind auch wirklich gut – zumindest, wenn man Schokolade mag. Sie haben eine cremige Konsistenz und die Lindt Schokolade schmeckt man gut heraus. Im Vergleich zu handelsüblichen Gelati sicher eine besondere Abwechslung, wenn auch preislich eher im oberen Segment.

Guter Geschmack der Lindt Glaces

Wenn schon die italienischen Gelato Experten auf die Lindt Glace fliegen, dann müsste der Schweizer Markteinführung eigentlich keine Grenze mehr entgegenstehen. Es bleibt zu hoffen, dass in Kilchberg die Gelati Liebhaber auch die Schweizer Konsumenten mit diesem Produkt erfreuen. Wer weiss, vielleicht gibt es ja im nächsten Sommer die italienisch-schweizerische Glacekreation auch in der Schweiz zu kaufen. Für alle, die jetzt nicht gleich nach Italien reisen wollen, einen Geheimtipp gibt es: Manchmal gibt es die Glaces im Lindt Shop am Flughafen Zürich zu kaufen (alle Angaben aber ohne Gewähr)…

Der römische Lindt Shop mit einer breiten Produktpalette

Marketing aus aller Welt: McDonald’s trifft auf Vatikan und spricht neue Zielgruppen an

Von Dr. Adrienne Suvada

Die italienische Hauptstadt Rom besticht nicht nur durch das Kolosseum oder den Trevi-Brunnen, zu Rom gehört auch der Vatikan mit dem berühmten Petersdom. Aber auch hier blüht das Marketing in Form von diversen Souvenirläden, kleinen Restaurants oder Touristenführungen. Rund um den Petersplatz gibt es mehrere Gebäude, die noch zum Vatikan gehören, aber auf italienischem Staatsgebiet liegen. In den Gebäuden gibt es Büros, Wohnungen und zum Teil auch gewerbliche Mieter. Ein ganz besonderer Mieter hat im letzten Jahr für Aufsehen gesorgt. Ganz in der Nähe des Petersplatzes, hat sich nämlich die Fastfood Kette McDonald’s eingemietet, was für einige Aufregung sorgte. Beinahe eine dogmatische Fragestellung war es, ob denn Fastfood und Vatikan überhaupt zusammenpassen würden. Schlussendlich hat sich der Fastfood Gigant durchgesetzt und die Touristen können ab sofort auch dort einkehren.

Die McDonald’s Filiale im Vatikan Gebäude, oben sieht man einen der Eingänge zum Vatikan (Bild: R. Bircher)

Neue Zielgruppen und neue Produkte

Wie so oft, hat auch diese Polemik mehr genützt, als geschadet, denn die Filiale musste so fast keine Werbung mehr machen. Sie ist strategisch sehr gut gelegen, denn fast alle Besucher oder Pilger gehen an ihr vorbei. Gerade nach grossen Anlässen, ist die schnelle und bekannte Verpflegung von vielen gut gesehen. Mittlerweile scheint auch im Vatikan etwas Ruhe eingekehrt zu sein, denn man findet unter den Gästen ab und an auch Priester und Ordensleute. McDonald’s versucht aber noch mehr neue Zielgruppen anzusprechen. Die Trends in der Ernährung haben auch hier ihre Spuren hinterlassen und so findet man seit einiger Zeit einen Gluten Free Burger. In Zusammenarbeit mit Dr. Schär, dem Spezialisten für glutenfreie Nahrungsmittel, wurde dieser Burger kreiert. Der Burger ist mit 3.00 € nicht gerade günstig, für Zöliakie Betroffene scheint er aber immerhin eine Alternative zu sein.

Der Gluten Free Burger in Zusammenarbeit mit Dr. Schär (Bild: R. Bircher)

Glutenfrei, aber nicht perfekt

Der Burger wird verpackt und tiefgekühlt angeliefert. Im Restaurant selbst wird er nur noch erhitzt und bleibt stets in der Verpackung drin, damit er nicht zufällig mit glutenhaltigen Speisen in Berührung kommt.

Vorteil sauber verpackt, Nachteil es bleibt ein Tiefkühlprodukt (Bild: R. Bircher)

Was soweit gut tönt, wird in der Realität etwas relativiert. Die ansprechenden Produktbilder, lassen einen grösseren Burger vermuten. Tatsächlich ist der Gluten Free Burger relativ klein. Ein bisschen glutenfreies Brot, Fleisch und Scheibenkäse. Der Burger ist also weder für Vegetarier, noch für Veganer etwas. Da der Käse Laktose enthält, ist er auch für Menschen mit Laktoseintoleranz keine wirkliche Alternative. Gerade der Käse ist wohl der grösste Nachteil. Er schmeckt sehr künstlich und passt eigentlich nicht zum hochwertigen Image von Dr. Schär. Insgesamt also als Produkt durchaus ausbaufähig.

Glutenfrei, dafür nur Fleisch mit Scheibenkäse (Bild: R. Bircher)

Auch wenn der Burger nicht ganz zu überzeugen vermag, McDonald’s hat mit dem Gluten Free Burger die neusten Trends aufgenommen und orientiert sich an den Bedürfnissen der Zielgruppen. Der nächste Schritt wäre wohl ein Produkt für Veganer. Was in der Feldstudie nicht analysiert werden konnte, wie sich die spezifischen vatikanischen Geschmäcker von den anderen Filialen unterscheiden…

Pizza mal anders: Dr. Oetker und die süsse Version eines Nationalsymbols

Italien und Pizza, das gehört einfach zusammen. Mittlerweile hat das Gericht die ganze Welt erobert und ist in den aussergewöhnlichsten Varianten zu finden. Da gibt es nicht nur die in Kanada erfundene Pizza Hawaii, sondern auch noch Pizza mit Pommes Frites oder ganzen Hamburgern darauf. Für Naschkatzen wurde nun eine weitere Form lanciert. Dr. Oetker hat die Pizza dolce al cioccolato in den Verkauf gebracht. Wie es dazu gekommen ist, erklärt Valery Henle, Product & Category Manager bei Dr. Oetker Schweiz

Frau Henle, als die Pizza Dolce al Cioccolato lanciert wurde, haben viele an einen Aprilscherz gedacht. Aber Dr. Oetker hat das durchaus ernst gemeint. Wie kam man auf die Idee eine süsse Pizza zu kreieren?

Grundsätzlich merken wir im Moment, dass sich die Verbraucher innovative Produkte wünschen. So haben wir beispielsweise den Pizzaburger eingeführt, der nach wie vor gut ankommt. Wir denken bei der Produktentwicklung immer in alle Richtungen und suchen ständig nach neuen, aufregenden Kreationen. Im aktuellen Fall unserer Ristorante Dolce al Cioccolato sind wir in England fündig geworden, dort bieten wir ein vergleichbares Produkt nämlich bereits erfolgreich an..

Hat Dr. Oetker im Vorfeld getestet, ob diese Pizza auch bei den Konsumenten ankommen würde und aus welchen Zutaten sie bestehen sollte?

Das Marketing und die eigene Marktforschungs-Abteilung von Dr. Oetker behalten Entwicklungen im Lebensmittel-Bereich sowie aktuelle Trends stets im Blick. Nur wenn ein Produkt erfolgsversprechend ist und vom Verbraucher für gut befunden wird, kommt es zur Marktreife und wird eingeführt. Letzteres überprüfen wir in unserer Sensorik-Abteilung, in der über 4.000 Verbraucher als Testesser registriert sind. Ihr Urteil gibt Hinweis darauf, ob die Rezeptur stimmt oder weiter optimiert werden muss.

Die süsse Pizza von Dr. Oetker – Marketing und Marktforschung spielen auch hier eine grosse Rolle © Dr. Oetker

Wie sind die bisherigen Rückmeldungen? Darf sich auch die Schweiz bald auf eine Schokoladenpizza freuen?

Die hohe Nachfrage nach der Schokopizza zeigt, dass die Einführung des Produkts in Deutschland sehr erfolgreich verlaufen ist. Das heisst aber noch lange nicht, dass das Produkt auch in der Schweiz funktionieren würde. Wir prüfen das derzeit. Im Moment ist aber noch nichts spruchreif.

Kochen ist zwar im Trend, dennoch ist der Zeitmangel für viele ein Problem. Tiefkühlkost ist daher eine zeitsparende Alternative. Wie erkennt Dr. Oetker neue Trends und wie wichtig ist der Gesundheitsaspekt?

Die Dr. Oetker Mitarbeiter aus Marketing und Produktentwicklung sind stets auf der Suche nach neuen Trends und Geschmacksrichtungen. Die Ideen für neue Produkte entstehen dabei im Berufsalltag, manchmal bringen Mitarbeiter aber auch Anregungen von ihren Reisen mit. Auch Verbraucher liefern Vorschläge – ihren Wünschen muss ein Produkt letzten Endes entsprechen. Um diese Bedürfnisse herauszufinden, beobachten die Marketing- und Marktforschungsabteilungen von Dr. Oetker zudem systematisch weltweite Verbrauchertrends und führen Umfragen durch.

Die Marke Dr. Oetker steht für Genuss. Genussvolles Essen und bewusste Ernährung müssen nicht im Widerspruch stehen, wenn durch angemessene körperliche Aktivität und durch ausgewogene Ernährung auf einen ausgeglichenen Energiehaushalt geachtet wird. In einer aus-gewogenen Ernährung sollte auch Platz für das Geniessen sein, denn Essen ist Ausdruck von Lebensfreude. Zeitsparend zuzubereitende Convenience-Produkte schaffen überdies Freiräume für eine aktive Lebensgestaltung.

Als wie wichtig erachten Sie regionale Produkte? Vielleicht eine Schweizer Pizza mit echtem Schweizer Käse und weiteren regionalen Zutaten?

Eine überregionale Verteilung der Lieferanten gehört grundsätzlich und zwangsläufig zu unserer Strategie, um Risiken durch Währungs-, Ernte- oder Qualitätsschwankungen möglichst ausschliessen zu können. Die Zutaten unserer in der Schweiz produzierten Bistro Chäschüechli und Bistro Mini Chüechli kommen aber fast ausschliesslich aus der Schweiz.

Wenn nun junge Marketingfachleute in der Backstube stehen, welche Ratschläge würden Sie geben, damit das Endergebnis schlussendlich die Zielgruppen erfreut?

Es ist wichtig, die Wünsche der Verbraucher kontinuierlich im Blick zu haben und einen engen Austausch zu pflegen. Nur so finden verbraucherrelevante Innovationen ihren Weg zum richtigen Zeitpunkt und über den richtigen Vertriebskanal auf den Markt.

 

Mehr über Dr. Oetker

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https://www.oetker.de/unsere-produkte/ristorante/dolce-al-cioccolato.html

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Marketing aus aller Welt: Chips nur für harte Jungs

Von Dr. Adrienne Suvada

Gute Vorsätze trifft man nicht nur zum Jahresanfang, sondern oft auch vor den Ferien. Trotzdem werden diese relativ schnell über Bord geworfen, denn ein bisschen Entspannung für Körper und Geist muss einfach sein. So ist es vor allem im kulinarischen Bereich nicht immer leicht den schmackhaften Verlockungen in den Ferien zu widerstehen. Man gönnt sich was und zählt nicht mehr jede einzelne Kalorie. Es bieten sich aber auch neue Möglichkeiten zum interkulturellen Austausch – zum Beispiel was Chips betrifft.

Verbotene Damenpumps auf slowakischen Chips

Als Schweizer sind wir natürlich quasi von Geburt an mit unseren Zweifel Chips tief verbunden und können uns fast nicht von ihnen trennen. Im Ausland sind sie jedoch nicht zu finden, ausser man hat Glück und trifft Auslandsschweizer an. Wenn nicht, dann muss man wohl oder übel zu einem Alternativprodukt greifen. So geschehen in der Slowakei. Das geschulte Marketingauge sieht natürlich im Chips-Regal sofort, dass hier etwas anders ist. Neben den normalen und gängigen Chips, findet man dort eine besondere Sorte der Marke Slovakia. Dieselben Chips unter anderem Namen, nämlich Bohemia, sind in der Tschechischen Republik zu finden. Das Besondere an dieser Chips-Verpackung ist links unten zu finden: Ein durchgestrichener Damenpumps mit dem Schriftzug „nič pre dámičky“, also übersetzt nichts für kleine Damen. Keine Angst es geht hier nicht um eine Anti-Frauen Kampagne, was man damit aussagen will: diese Chips sind nur für harte Jungs.

Nič pre dámičky – Nur harte Jungs dürfen zu diesen Chips greifen Bild: R. Bircher

Dicke Kerben für echte Kerle

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass diese Chips-Sorte der Grund dafür ist, denn Knoblauchgeschmack ist bei der Damenwelt nicht sonderlich beliebt. Da es aber noch eine Variante mit Meersalz gibt, kann dies als Grund nicht überzeugen. Mit ein bisschen Recherche wird klar, hinter diesem Aufdruck steckt wieder einmal das Marketing. Verantwortlich dafür zeichnet die Agentur VCCP aus Prag. Schon seit letztem Jahr sind zwei animierte Kartoffeln, Zemak und Krupak, im Einsatz und werben für die Chips. Die besonderen Vrrruby Chips sind wegen ihrer dicken Kerben (auf Tschechisch: vruby) nur für die härteren Männer gedacht. Die ganze Kampagne zielt also auf eine bestimmte Zielgruppe ab. Da Verbote aber bekanntlich anziehend wirken, lassen sich wohl auch Pumpsträgerinnen nicht von der Verkostung dieser Chips abhalten. Ein gelungenes Marketing also, das konsistent umgesetzt worden ist und auch Innovation bietet. Mal schauen, ob die Schweiz hier nachzieht und für harte Kerle (und harte Damen) ebenfalls ein Produkt lanciert…

http://vccpprague.com/campaign/zemak-krupak-good-mood-chips/

http://www.slovakiachips.sk/produkty/vrrruby

http://www.bohemiachips.cz/produkt/chipsy/

Strategic Foresight: Wie DARPA radikale Innovationen vorantreibt

Von Corinne Scherrer

Seit 1958 existiert die U.S. Defense Advanced Research Projects Agency, auch bekannt als DARPA. Sie ist eine Behörde des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten und führt Forschungsprojekte für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten durch u.a. auch Weltraumprojekte. Durch die Organisationsstruktur und die Anwendung spezifischer Methoden, hat DARPA es immer wieder geschafft, radikale Innovationen hervorzubringen. In der heutigen immer mehr vernetzten Welt, in welcher bewährte Vorgehensweisen veraltet sein können und in der auch gestandene Unternehmen Innovation treiben müssen und in welcher globale Herausforderungen mehr Kollaborationen und Innovationen auf einer neuen Ebene erfordern, wird es auch für nicht spezialisierte Unternehmen immer wichtiger agil, flexibel und affin für Veränderungen zu sein. Doch wie genau schafft man das?

Design Thinking und Strategic Foresight können hier zur Lösung beitragen. Strategic Foresight baut auf dem Denkansatz Design Thinking auf und nähert sich der planungsorientierten Trend- und Zukunftsforschung in Unternehmen auf ganzheitliche und iterative Weise an. DARPA setzt unter anderem Strategic Foresight als Toolkit ein, um Zukunftsszenarien und neue Lösungen zu erarbeiten. Strategic Foresight bietet eine breite Palette an Tools, mit denen neue Märkte gefunden, der zukünftige Kunde skizziert oder verlässliche Teams gebildet werden können, welche Visionen in neue Märkten einführen.

Anhand eines Playbooks können die einzelnen Tools erlernt werden. Der erste Teil des Buches behandelt die Entwicklung von radikalen Ideen (engl. radical ideas), welche dann in einem neuen Service, Produkt oder Unternehmen resultieren. Den drei Schritten Perspektive, Chance und Lösung sind jeweils drei Tools zugeordnet. Im zweiten Teil des Buches wird vermittelt, wie eine Organisation aufbaut werden kann, welche diese radikalen Ideen in den Markt trägt. Die zwei Elemente Team und Vision können wiederum mit je drei Tools erarbeitet werden.

Insbesondere fürs Marketing interessant ist ein Tool, welches sich „Future User“ nennt. Dieses kann genutzt werden, um den typischen Kunden (im Fachjargon auch Persona genannt) der Zukunft zu skizzieren. Damit können zukünftige Bedürfnisse sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Generationen hinsichtlich Werten, Einstellungen und Verhaltensweisen evaluiert werden (Playbook Seite 103ff.)

Wie beim Design Thinking ist auch bei Strategic Foresight ein Grundbaustein das Prototypisieren und Testen von Ideen. In iterativen Zyklen nähert man sich dem Endergebnis an und stellt sicher, auf dem Weg dahin viele Ideen zu entwickeln, diese zu visualisieren oder erlebbar zu machen, zu testen und das im Rahmen des Zyklus Erlernte in den nächsten Prototypen der Lösung einzubringen. Das Endergebnis im Sinne einer ausgefüllten Tool-Schablone ist dabei eher ein Nebenerzeugnis, im Vordergrund stehen vielmehr die Diskussionen, welche während der Erarbeitung jedes Tools entstehen. Vielleicht eignet sich eines der Tools auch bald für die Visualisierung und Erarbeitung einer Ihrer Problemstellungen?

Soziale Nachhaltigkeit in Schweizer Unternehmen – ein aktueller Einblick

Von Christine Bircher

Erkenntnisse der Bachelorarbeit von Christine Bircher im Rahmen des Bachelorstudiengangs Betriebsökonomie der ZHAW School of Management and Law.

Durch die Globalisierung von Unternehmen und Wertschöpfungsketten sind in den letzten Jahren soziale Themen, wie Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und Korruption in die politische und gesellschaftliche Debatte gerückt. Kunden verlangen vermehrt Produkte, deren Herstellung minimale Standards sozialer Nachhaltigkeit erfüllen. Studien zeigen aber auch, dass Unternehmen ihre soziale Verantwortung vermehrt wahrnehmen, weil eine tadellose Reputation und sozial verträgliche Arbeitsbedingungen in Zeiten des Fachkräftemangels ein entscheidender Erfolgsfaktor auf dem Arbeitsmarkt sind.

Die Bachelorarbeit untersuchte den aktuellen Stand sozialer Nachhaltigkeitsaktivitäten in Schweizer Unternehmen und wie sich diese in den letzten fünf Jahren verändert haben. Basierend auf aktuellen Trends und Studien wurden 58 Schweizer Unternehmen aus verschiedenen Branchen befragt und die Ergebnisse mit dem Swiss Corporate Sustainability Survey 2012 der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften verglichen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

  • Interesse: Schweizer Unternehmen beschäftigen sich vermehrt mit sozialer Nachhaltigkeit. Begründet werden Nachhaltigkeitsaktivitäten primär durch die Verbesserung der Unternehmensreputation, der Stärkung der Kundenbindung und der Attraktivitätssteigerung auf dem Arbeitsmarkt.
  • Stakeholder: In Zusammenhang mit sozialer Nachhaltigkeit befassen sich die meisten Schweizer Unternehmen eingehend mit den Erwartungen ihrer Stakeholder, insbesondere mit denjenigen von Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten. Die verstärkte Interaktion mit Stakeholdern führt zu mehr Transparenz im Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen, was sich oftmals in der Einhaltung von Standards und Zertifikaten sowie in Mitgliedschaften bei Verbänden äussert. Tendenziell investieren grosse Unternehmen dafür mehr Mittel.
  • Themengebiete: Für Schweizer Unternehmen sind Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Arbeitsmarktfähigkeit und Förderung der Mitarbeitenden sowie faire Wettbewerbspraktiken in Bezug auf soziale Nachhaltigkeit am wichtigsten. Generell werden Themen zu Arbeitspraktiken und menschenwürdiger Beschäftigung am intensivsten bearbeitet. Menschenrechtsthemen werden je nach Grösse und internationaler Verflechtung des Unternehmens unterschiedlich gewichtet.

Soziale Nachhaltigkeit als bedeutendes Thema für die Unternehmen © eigene Darstellung von Christine Bircher

Die Zukunft sozialer Nachhaltigkeit in der Schweiz

Aus Sicht von Schweizer Unternehmen steigt die Bedeutung sozialer Nachhaltigkeit. Sie gehen davon aus, dass dazu mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Externe Herausforderungen werden vor allem bei der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und der zunehmenden Bedeutung von Work-Life-Balance gesehen.

Die Resultate verdeutlichen, dass sich Schweizer Unternehmen in einer fortgeschrittenen Entwicklungsstufe des Nachhaltigkeitsmanagements befinden. Daher sollten Unternehmen soziale Nachhaltigkeit nicht als Risikofaktor sehen, sondern als Chance zur strategischen Differenzierung.

Über Christine Bircher

Christine Bircher arbeitet am Center for Law & Economics der ETH Zürich und hat diesen Sommer erfolgreich ihr Bachelorstudium in Betriebsökonomie mit Vertiefung in General Management an der ZHAW abgeschlossen. Im Herbst wird sie ihr Masterstudium an der ZHAW in Business Administration – Major Marketing beginnen..

http://www.lawecon.ethz.ch/people/bircher.html

Kein ausreichender Bedarf für robotergestützte Küchenhilfe

Im Alter nehmen die motorischen Einschränkungen zu. Dies wird mitunter auch beim Kochen sichtbar. Töpfe sind zu schwer, um sie zu heben oder die Stauräume sind zu hoch oder zu tief platziert, um die Utensilien herauszunehmen oder zu verstauen. Wenn hier Einschränkungen vorhanden sind, dann kann das Vernachlässigen des Kochens eine Folge sein und ein Stück selbständiges Leben im Alter geht verloren. Eine robotergestützte Hilfe könnte hier ein wirksames Mittel sein. In Form eines Küchenassistenzarms würde die Selbständigkeit der motorisch eingeschränkten Personen verbessert.

Machbarkeit vor Prototyp

Die ZHAW School of Engineering hat die technische Machbarkeit eines solchen Projekts geprüft und ist zu einem positiven Schluss gekommen. Die Frage bei solchen Forschungsideen ist aber, ob sie auch vom Markt und von der Zielgruppe angenommen werden. Genau das hat das interdisziplinäre Projekt der ZHAW (Institut für Marketing Management und School of Health Professions), der FH St. Gallen  und der Pro Senectute Zürich versucht zu untersuchen. Ein sinnvoller Zwischenschritt, denn so wird die Markttauglichkeit getestet und die Anforderungen der Betroffenen ermittelt, bevor man einen teuren Prototyp entwickelt. Dank der Unterstützung der Walder Stiftung war es überhaupt möglich, diesen Test durchzuführen und es hat sich gelohnt, denn es traten überraschende Ergebnisse zu Tage.

Die visualisierte Idee des Küchenassistenzarms

Kochen mit Hilfsmitteln

Das Kochen an sich ist ein wichtiger Bestandteil, wird aber mit dem Alter auch redimensioniert, d.h. es wird im Alter weniger gekocht und das aufwendige Kochen wird deutlich weniger. Die Küche wird, nach Möglichkeit, an die veränderten physischen Bedürfnisse angepasst. Einerseits kann Bestehendes verändert werden, andererseits gibt es neue Geräte, wie z.B. eine Greifzange oder eine elektrische Brotschneidemaschine. Die Auswertung von Gruppeninterviews machte deutlich, dass die physische Belastbarkeit im Alter abnimmt, der Bedarf nach technischer Unterstützung also durchaus vorhanden ist. Eine technische Assistenz müsste allerdings umfassend bei allen Tätigkeiten in der Küche Unterstützung leisten.

Wenig Akzeptanz bei den Anwendern, viel Geld gespart

Das interdisziplinäre Projekt hat gezeigt, dass die grundsätzliche Idee eines robotergestützten Armes in der Küche durchaus ihre Berechtigung hat. Gleichzeitig ist herausgekommen, dass die angesprochenen Zielgruppen aber keinen konkreten Nutzen in dieser Form sehen. Die Einsatzmöglichkeiten seien doch eher gering und damit auch die wirtschaftliche Machbarkeit des Küchenassistenzarms. Für einmal also ein negatives Ergebnis, das aber durchaus einen positiven Effekt hat. Durch die vorgängigen Abklärungen konnte verhindert werden, dass hohe öffentliche und private Mittel in die technische Umsetzung eines Produktes fliessen, dessen Akzeptanz bei den Anwendern und der wirtschaftliche Erfolg fraglich sind.

 

Fragen an Prof. Dr. Frank Hannich, Stv. Leiter Institut für Marketing Management:

Prof. Dr. Frank Hannich von der ZHAW

Wie kam man auf die Idee einen Küchenassistenzarm zu entwickeln und zu vermarkten?

Die alternde Gesellschaft ist eine der grössten Herausforderungen der Schweiz. Alle Projektbeteiligten arbeiten auch über dieses Projekt hinaus daran, Verbesserungen für die Betroffenen zu erreichen und damit auch für die Schweizer Volkswirtschaft. Die konkrete Projektidee ist aus der technischen Machbarkeit entstanden. Die innovativen Ingenieure fragen sich heute aber auch sofort, wie kann man die Kundensicht in die Entwicklung einbeziehen und ist eine Entwicklung auch wirtschaftlich sinnvoll?

Normalerweise wird gleich ein Prototyp entwickelt. Hier war der Ablauf anders. Was waren die Gründe dafür und was waren die Vorteile?

Etwas zu entwickeln, das niemand braucht und das keinen Erfolg hat, ist frustrierend, weil sinnlos und auch unglaublich teuer. Als ersten Schritt einen Prototyp zu bauen hätte ungefähr das zwanzigfache dieses Projektes gekostet und dann wäre man im nächsten Schritt auf das gleiche Ergebnis gekommen.

Warum ist die Akzeptanz bei den Anwendern eher gering?

Die Veränderungsbereitschaft sinkt tendenziell mit zunehmendem Alter und man versucht sich generell mit den einfachsten möglichen Mitteln zu helfen, während der Küchenassistenzarm eine grosse und auch relativ teure Veränderung wäre. Hinzu kommt, dass die Herausforderungen in der Küche z.B. durch sinkende Körperkraft oder motorische Einschränkungen gleichzeitig mit vielen anderen Einschränkungen einhergehen, welche der Küchenassistenzarm nicht löst. Dies sind wichtige Einflüsse aber wir haben im Detail noch zahlreiche weitere Erkenntnisse gewonnen.

Was sind die Lehren, die man aus diesem Projekt gezogen hat?

Wir haben wertvolle Erkenntnisse über die Betroffenen und auch über die Marktmechanismen gewonnen, die für die weitere Forschung sehr wertvoll sind. Generell benötigen wir noch bessere Erkenntnisse über die Lebensphasen im Detail und sollten eher nach ganzheitlichen Lösungen suchen. Neben den Betroffenen sollten auch Angehörige und Dienstleister unbedingt in die Forschung einbezogen werden.

Wie war die Zusammenarbeit mit der Walder Stiftung und wie wichtig ist eine solche Unterstützung?

Die Walder Stiftung hatte im Gegensatz zur staatlichen Forschungsförderung, den Mut und den Weitblick in der Forschung bei den Betroffenen und nicht bei der Technik anzusetzen. Wir sind sehr dankbar für die Förderung und für die unkomplizierte Zusammenarbeit.

Abschlusstag mit Überraschungen beim CAS Marketing- & Corporate Communications

Das Ziel ist erreicht. Alle Teilnehmenden haben den CAS Marketing- & Corporate Communications 2017 erfolgreich abgeschlossen. Der finale Kurstag stand ganz im Zeichen der Projektpräsentationen. Während der Weiterbildung mussten die Teilnehmenden in einer Gruppenarbeit ein Kommunikations- oder Marketingkonzept erarbeiten. Dieses musste dann einer fiktiven Geschäftsleitung und der Gruppe präsentiert werden.

Praktisches Wissen im Rucksack

Die positive Stimmung zog sich durch den ganzen Lehrgang und war auch am Abschlusstag spürbar. Trotz Nervosität, wurde viel gelacht und applaudiert. Alle Teilnehmenden haben spannende Konzepte präsentiert. Es war möglich in die verschiedenen Branchen einzutauchen und man konnte viel Neues erfahren. Die Projekte können durchaus sofort in realistischer Weise umgesetzt werden. Das ist schliesslich auch das Ziel des CAS Marketing- & Corporate Communications, man soll seinen persönlichen Rucksack mit praktischem Wissen füllen, das man direkt anwenden kann. „Die Teilnehmenden liessen sich nicht einmal von den unerwarteten Überraschungen aus dem Konzept bringen, die wir extra für sie eingeplant hatten. Ein grosses Kompliment an alle!„, meint Dr. Adrienne Suvada, Studiengangsleiterin des CAS Marketing- & Corporate Communications.

Zufriedene Gesichter beim CAS Marketing- & Corporate Communications (Bild: R. Bircher)

Einen Schritt voraus

Der erfolgreiche Abschlusstag wurde bei einem Apéro noch gefeiert. Seit Beginn des Lehrgangs, war der CAS Marketing- & Corporate Communications durch eine tolle Klasse charakterisiert, die das Unterrichten zu einem richtigen Vergnügen machte. „Gewisse Fächer haben mein persönliches Auge nachhaltig geschärft, die strategische Unternehmenskommunikation beispielsweise. Das Beobachten, wie Institutionen und Einzelpersonen Themen finden, führen und für sich proklamieren, ist lehrreich. Man kann es bei sich selbst üben und anwenden, besonders im Beruf. Mit dem Ziel, den anderen einen Schritt voraus zu sein!„, meint etwa Carole Neuenschwander vom Schweizerischen Nationalmuseum. Auch Janine Müller von der Geberit Vertriebs AG blickt positiv auf den Lehrgang zurück: „Durch unterschiedliche Dozenten mit effektivem Praxis Know-how und Leidenschaft für ihr Fachgebiet, spannende Kommunikationsansätze und eine sehr positive Klassenatmosphäre hat sich der CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW für mich als grosse Bereicherung – privat wie beruflich – erwiesen. Definitiv weiterzuempfehlen!

Das Institut für Marketing Management dankt den Teilnehmenden und wünscht allen weiterhin viel Erfolg!

 

Mehr über diesen Lehrgang:

http://www.zhaw.ch/imm/casmcc

Weitere Weiterbildungen des Instituts:

https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/weiterbildung/

Grosses Weiterbildungsangebot an der ZHAW (Bild: R. Bircher)