Schweizer Marketing in der slowakischen Hauptstadt

Von Dr. Adrienne Suvada

Nicht nur die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist wichtig, sondern auch der internationale Austausch. Das Institut für Marketing Management hatte die Gelegenheit im Rahmen einer Gastvorlesung, in der slowakischen Hauptstadt Bratislava über das Marketing zu referieren. Der Austausch war für beide Seiten ein Gewinn und auch die Studierenden waren hoch erfreut über den Einblick in das Schweizer Marketing.

Zu Gast an der Universität in Bratislava

Praktische Beispiele und das Migros-Chind

Die Universität Komenského in Bratislava ist die grösste und älteste Universität in der Slowakei und bietet auch im Marketing den Bachelor und Master an. Beim Lehrstuhl für die Marketingkommunikation unter der Leitung von Prof. Dr. Pavel Horňák, konnte das Institut für Marketing Management einen Moment lang das Zepter übernehmen und eine spezielle Vorlesung halten. Referiert wurde über das nicht gerade kleine Thema des Marketings in der Schweiz. Die Studierenden erhielten einen Einblick in die jetzigen und zukünftigen Entwicklungen. Noch bedeutender waren für sie aber die praktischen Beispiele, die gezeigt wurden. Mitunter auch die Weihnachtskampagnen der Migros. Die letztjährige Kampagne war den Studierenden bekannt, weil sie in einer Statistik der zehn besten Kampagnen des Jahres 2016 aufgeführt war. Dafür wissen die Studierenden jetzt auch, was ein „Migros-Chind“ und was ein „Coop-Chind“ ist.

Dr. Adrienne Suvada vom IMM versuchte auf Slowakisch einen Einblick in das Schweizer Marketing zu geben

Die Slowakei als Testland für Facebook

Die Studierenden waren sehr aufmerksam und versuchten die Informationen gleich auf die Slowakei zu übertragen. So konnten sie zum Beispiel aufzeigen, dass der slowakische Radrennfahrer und dreimalige Weltmeister Peter Sagan, ähnlich wie hierzulande Roger Federer, als Werbebotschafter für diverse Firmen agiert. Spannend war auch der Austausch zum Thema Social Media. Die Slowakei ist eines der Länder, die auf Facebook die neue Zusammensetzung des „News-Feeds“ testet. Die Studierenden warnten dringlich vor dieser Funktion. Durch diesen neuen Feed, brach die Sichtbarkeit der Postings dramatisch ein. „Ich hoffe, dass die Schweiz noch lange den alten Feed beibehalten kann„, meinte eine Studentin.

Prof. Dr. Pavel Horňák ist die Koryphäe auf dem Gebiet des Marketings in der Slowakei- unkonventionell und höchst sympathisch

Der Beginn einer Zusammenarbeit

Auch die anschliessende Diskussion führte weitere spannende Themen zu Tage. Die Studierenden und auch Prof. Dr. Pavel Horňák sind an einem weiteren Austausch sehr interessiert. Die Werbung ist ein wichtiges Thema an diesem Lehrstuhl und hier wären Vergleiche zur Schweiz sehr spannend. Der Schweizer Besuch blieb auch den Medien nicht verborgen. So durfte Dr. Adrienne Suvada vom IMM auch ins slowakische Nationalfernsehen RTVS und live in der Sendung Dámsky klub auftreten. Insgesamt also ein spezieller und schöner Austausch auf dem Gebiet des Marketings, der die Basis für eine gute Zusammenarbeit bietet.

Beim slowakischen Nationalfernsehen mit Moderatorin Iveta Malachovska

https://uniba.sk/

https://fphil.uniba.sk/katedry-a-odborne-pracoviska/katedra-marketingovej-komunikacie/

Agilität, ein schmaler Grat zwischen Tradition und Wandel

Agil, ein Begriff der im Trend ist, auch in Bezug auf die Unternehmen: Agiles Management, Agiles Marketing, Agile Unternehmenskultur, Agile Leadership, dazu kommen Begriffe wie Scrum, Co-creation, Holocracy und vieles mehr. Ursprünglich kommt der Begriff aus der Softwareentwicklung, inzwischen betrifft Agilität längst nicht mehr nur IT Themen. Im Interview mit Dominic Lindner, Blogger und externer Doktorand an der FAU Erlangen-Nürnberg, klären wir einige Fragen zum Thema «agile».

Seit April 2016 führen Sie den Blog www.Agile-Unternehmen.de – wie kam es dazu und wie hat sich das Interesse an Ihrem Blog und dem Thema Agile Unternehmen seither verändert? Was ist die Absicht dahinter?

Das kam aus zweierlei Hinsicht, zum einen, um damit Praxispartner für meine Doktorarbeit zu gewinnen, zum anderen, um durch Blogeinträge schneller an Feedback zu kommen. So habe ich neben dem Publizieren die Möglichkeit, durch Likes und Clicks auf dem Blog das Interesse der Wirtschaftspartner besser zu verstehen. So kann ich auch meine Forschung an die Praxis anpassen und immer wieder evaluieren, ob ich noch am Puls der Zeit bin. Mittlerweile bin ich bei 10’000 Abonnenten und bekomme diverse Anfragen von anderen jungen Wissenschaftlern und Praktikern, die sich austauschen möchten und ab und zu um Rat fragen. Mein Blog und meine Forschung befassen sich mit Agilität im digitalen Wandel von KMU (kleine und mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeitern).

Macht die Digitalisierung die Agilität eher leichter oder schwerer?

Es gibt zwei Meinungen, die ich 2016 untersucht habe (am 27.12.17 erscheint der Artikel dazu auf dem Blog). Die eine ist, dass Agilität die Voraussetzung der Digitalisierung ist. Wenn ich mich flexibler aufstelle und die Rahmenbedingungen lockere, kann ich attraktivere Fachkräfte finden und leichter digitalisieren. Andere Experten vertreten die Meinung, dass man zuerst digitalisieren muss, bevor man agil werden kann. Das heisst, wenn ich als Arbeitgeber Homeoffice anbieten möchte, brauche ich Laptops, Smartphones und Kollaborations-Tools, damit das überhaupt möglich ist. In der Realität zeigt sich aus der Beobachtung, dass es eine Vermischung von beiden Meinungen ist. Es ist den Praxispartnern vielleicht gar nicht aufgefallen, aber es ist schon die Technik, die mobiler und digitaler wurde. Die Digitalisierung hat also bestimmt alles leichter gemacht. Aber in erster Linie starten Sie zuerst damit die Rahmenbedingungen zu schaffen, bevor Technologien eingeführt werden. Also erst eine leichte Agilitätserhöhung und danach eine Technologisierung, um dann wieder die Agilität leicht zu erhöhen und so weiter.

Agilität als zentrales Thema © Dominic Lindner www.Agile-Unternehmen.de

Was sind denn Ihrer Meinung nach die wichtigsten Treiber der Agilität?

Es gibt zwei zentrale Treiber, die Mitarbeiter und die Kunden. Meine Argumente basieren auf KMU’s und dem Deutschen Mittelstand. Diese haben gemerkt, wenn sie agilere Arbeit anbieten, werden sie auf dem Arbeitsmarkt für Mitarbeiter attraktiver gegenüber der Konkurrenz. Agilere Arbeit in Verbindung mit Homeoffice und höhere Selbstbestimmung kann dadurch zum USP werden. Auf der anderen Seite sind es die Kunden, die andere und komplexere Ansprüche an uns stellen, teils jeden Tag etwas Anderes und am besten während vierundzwanzig Stunden. Die Aufträge der Kunden können mit herkömmlichen Strategien nicht befriedigt werden. Dadurch stellen auch die Kunden einen wichtigen Treiber der Agilität dar.

Für welche Art von Branchen ist das Thema Agilität relevant?

Es ist schon sehr Branchen abhängig – wichtig ist das Thema aber für alle. Jede Branche hat die Agilität anders für sich definiert. An meinen Roundtables habe ich oft ganz verschiedene Manager aus verschiedenen Branchen. Für die Logistik ist Selbstorganisation ein Thema der Agilität, für Behörden geht es eher darum, Prozesse aufzubrechen und zu digitalisieren und bei Automobilherstellern Komplexität zu beherrschen.

Bei KMU gibt es eigentlich drei Bereiche der Agilität. Der Kernbereiche, wie die Buchhaltung, sind interne Dienste, die weniger agil sein müssen. Die mittlere Agilität ist für Bereiche mit stabileren und oft langjährigen Kunden. Für z.B. neue Kunden oder Beauftragungen mit speziellen Wünschen, ist hohe Agilität gefragt. Im Grossen und Ganzen ist die Notwendigkeit von Agilität für Sales und Pre-Sales, als auch Pilotteams hoch, also Bereiche, welche mit neuen Technologien oder Kunden arbeiten.

Ein Unternehmen als Molekül. Die Teilnehmer nutzen die Metapher aus der Physik zur Bildung eines Modells für evolutionäre Unternehmen © Dominic Lindner, www.Agile-Unternehmen.de

Welche Werkzeuge machen Unternehmen agil?

Das sind mobilere Soft- und Hardware, wie Laptops und Smartphones und allgemein flexible Technologien. Aber auch neue Arbeitsmodelle wie Homeoffice, Teilzeit und Gleitzeit. Letztendlich braucht es die Arbeit nach agilen Methoden um z.B. autonomes Arbeiten zu fördern. Dem Mitarbeiter muss Vertrauen entgegengebracht werden. Es kommt nicht mehr nur darauf an, wie er es macht, sondern, dass die Arbeit erledigt ist. Technologien sind also Treiber der Agilität.

Welchen Einfluss hat die Agilität einer Unternehmung auf Abteilungen wie Marketing und Kommunikation?

Das Marketing muss anders arbeiten als früher, die Themen werden tiefgreifender und Unternehmen spezialisieren sich immer mehr. Um die Komplexität beispielsweise des autonomen Fahrens zu verstehen, muss man dies tiefgründig studieren und kann sich nicht mehr so schnell einarbeiten. Das Marketing hat die Aufgabe zu vermitteln, dass das Unternehmen fähig ist, sich nach diesen Trends auszurichten. Ebenfalls muss das Marketing die Botschaft hinter den Trends nach Aussen transportieren. In diesem Falle wäre das Unabhängigkeit, Freiheit und unbegrenzte Mobilität.

Wie wichtig sind Kundennähe und Kundeneinbindung für eine agile Unternehmung? Was bedeutet Kundenbindungsmanagement für Sie im Bezug zur Agilität?

In meinem Umfeld wird die Kundenähe im B2B Umfeld über einen Key Account Manager realisiert. Diesem muss Vertrauen und genügend Budget zugesprochen werden, damit er Kundenwünsche autonom umsetzen kann. Das zentrale Management muss den Key Account Managern Unterstützung anbieten und ihnen ermöglichen in direktem Kontakt mit den Kunden zu stehen.

Der Key Account Manager, ist meine Definition von Kundenbindungsmanagement, er könnte fast als Produkt Owner agieren und mit seinem Team das Produkt auf den Kunden zuschneiden. Die meisten Unternehmen organisieren sich so, dass sie eine Basis Infrastruktur haben, welche von einem Team entwickelt wird. Die anderen Teams passen die verschiedenen Komponenten individuell der Basis an. So wird die IT Infrastruktur flexibel gehalten. Das Team der Basisinfrastruktur hat oft viele und strenge Richtlinien aber auch viel Stabilität während die Teams der Komponenten eher flexibler arbeiten. Auch hier haben wir wieder einen stabilen Kern im Zentrum und ausserhalb agile und dynamische Teams.

Was bedeutet die Agilität für eine Marke? Wie funktioniert agile Markenführung und was macht eine agile Marke aus?

Bei meinen Praxispartnern ist mir aufgefallen, dass die Marke der Dienstleister sich schon auch durch die geforderte Werte der Digitalisierung (Schnelligkeit, Änderbarkeit, Automatisierung) verändert hat. Der Mittelstand steht oft für Langfristigkeit und Tradition, die neue geforderte Agilität steht aber für Individualität und konstanten Wandel.

Die Marke muss mit dem Wandel angepasst werden und diese Werte dem Trend gemäss ausstrahlen. Eine agile Marke muss sich also schneller anpassen können damit sie glaubwürdig bleibt. Somit sollte eine Marke einfach gehalten werden. Einfach, das ist besonders wichtig, denn je einfacher das Markenbild ist, desto leichter kann das Logo transportiert werden. Indem eine Marke einfach gehalten wird, ist sie wesentlich wandelbarer. Schaut man auf die aktuelle Entwicklung waren die Dienstleister zuerst loyal und stabil, dann agil und nun sind sie der Begleiter im digitalen Wandel.

Welches ist die grösste Herausforderungen, die Agilität mit sich bringt?

Die grösste Herausforderung, die die Agilität mit sich bringt, empfand ich als die Selbstorganisation der Mitarbeiter. Mit dieser neu gewonnenen Freiheit sind viele Mitarbeiter erstmal überlastet. Die Mitarbeiter wollen zwar die neue Arbeitsform, merken aber, dass z.B. speziell Homeoffice hohe Disziplin fordert. In meinen aktuellen Job bin ich viel mit Coaching beschäftigt und helfe auch Mitarbeitern sich in Flexdesk Bereichen zurechtzufinden.

Interessanterweise hat das Alter oder die Ausbildung der Mitarbeiter kaum einen Einfluss. Eigentlich ist sich kaum jemand an dieses neue Modell gewöhnt, ausser vielleicht ein paar Naturtalente, die eigentlich nur so arbeiten können.

Die Empfehlung dazu ist, dass man einen klassisch organisierten Bereich nimmt und diesen langsam öffnet, also die Rahmenbedingungen langsam lockert. Beispielweise haben wir in unserer Abteilung von 70 Leuten aktuell 10 Mitarbeiter mit flexiblen Arbeitsplätzen und weitere 15 mit agilen Methoden. Also erstmal weniger als die Hälfte. Auch lohnt es sich in den Testpersonen auch Mitarbeiter in die Teams zu integrieren, welche bereits Erfahrung mit agiler und flexibler Arbeit haben. Diese haben eine gute Wirkung auf die anderen Mitarbeiter.

Schluss Statement; was möchten sie Unternehmen mitgeben?

Ein KMU muss den Grad zwischen Tradition und Wandel wahren. War es doch die Tradition, welche uns Stabilität gegeben hat und langjährigen Erfolg garantiert hat. Um diesem erfolgreich in die Zukunft zu übertragen muss nur an einigen Stellen gedreht werden, um dort genug Agilität hineinzubringen um mit dem Wandel zu gehen ohne das Kerngeschäft mit langjährigen Kunden zu stören, welche den Erfolg der letzten Jahre garantiert haben. Das bedeutet konkret: Sukzessive Rahmenbedingungen lockern, ohne die traditionellen Werte und damit das Kerngeschäft zu verlieren.

www.Agile-Unternehmen.de

Faszinierende Pferde und ihr Marketing

Für viele sind Pferde sehr faszinierende Tiere. Nicht nur bei kleinen Mädchen lassen sie Herzen höher schlagen, sondern auch bei vielen weiteren Fans. Das Auto hat das Pferd als Transportmittel verdrängt. In sportlicher Hinsicht sind die Tiere aber gut vertreten. Es gibt diverse Disziplinen und Wettbewerbe. Neben den bekannten wie Springreiten und Dressur, findet man natürlich auch Rennpferde, Fahrwettbewerbe mit Kutschen und auch Westernturniere. Auch bei Pferden wird die Haltung und das Training immer wieder diskutiert. Ein artgerechter Umgang ist deshalb wichtig. Stephanie Madaus ist täglich von Pferden umgeben. Sie trainiert in Deutschland Pferde und ist Besitzerin eines Ausnahmepferdes, das Vize-Europameister geworden ist. Sie berichtet uns von ihrer Arbeit und warum auch hier das Marketing wichtig ist.

Frau Madaus, viele werden Sie um Ihren Job beneiden. Mit Pferden arbeiten zu können ist für zahlreiche ein Traum. Woher kommt bei Ihnen diese Faszination für Pferde?

Ich habe schon als kleines Kind Pferde über alles geliebt und so lange bei meinen Eltern gequengelt, bis ich endlich in einen Reitstall durfte. Mein grösstes Glück war, dass dieser Stall von zwei der besten Reitlehrer, die ich je kennen lernen durfte, geführt wurde. Es gab kein Brüllen, Schlagen oder Ungerechtigkeiten. Dieser Stall wurde meine zweite Heimat. Zum Teil habe ich dort mehr Zeit verbracht als zu Hause. Was dazu führte, dass ich früh Verantwortung übernommen habe.

Für einige Investoren sind Pferde ein richtiges Business. Gerade der Rennsport steht hier oft in der Kritik, wie auch der Spring- oder Dressursport. Sind die Top-Pferde zu einem Marketinginstrument geworden, um möglichst viel ökonomischen Gewinn zu erzielen? Kommt hier das Pferdewohl zu kurz?

Es ist so wie in jedem Bereich, wenn aus einem Hobby ein Beruf wird, bleibt es nicht aus, dass das Ziel im Erfolg liegt. Um diese Erfolge zu erreichen gibt es natürlich verschiedene Wege. Aus eigener Erfahrung mit einem sehr talentierten Pferd, kann ich nur sagen, dass man auch mal zu Gunsten des Pferdewohles auf grosse Turniere verzichten muss.

In unserem Fall haben wir zum Beispiel auf die Weltmeisterschaften im Folgejahr der Europameisterschaften verzichtet, da es meiner Meinung nach zu viel für Shine My Gun geworden wäre.

Am Ende ist es ja aber immer die Entscheidung vom Besitzer eines Pferdes, wie viel ihm abverlangt wird.

Sie selbst haben mit Shine My Gun ein absolutes Ausnahmepferd im Stall. Grischa Ludwig ist der Reiter und hat viele Erfolge erzielt. Wie kommt man zu so einem Pferd und wie wichtig ist auch hier eine gewisse Vermarktung?

Monty Roberts sagte einmal in einem Interview, dass es eine Chance von eins zu einer Million war, dass ausgerechnet ich zu diesem Pferd gekommen bin. Und es stimmt, es war reiner Zufall. Als ich Shine My Gun als zweijährigen gesehen habe, hatte ich keine Ahnung von Westernpferden. Er hat mir gut gefallen, war nicht so gross und war bei der Arbeit mit Grischa Ludwig immer voll motiviert. Das waren meine Kriterien. Dass er so ein Ausnahmetalent werden wird, konnte man damals noch nicht absehen.

Bei der Vermarktung musste ich mich ganz auf Grischa Ludwig und seinen Stall verlassen, da ich wie schon geschrieben, mich damit nicht auskannte. Wenn wir zusammen nicht so ein ausgezeichnetes Team für Shine My Gun gewesen wären, hätten wir diese Erfolge nicht erzielen können.

Das Ausnahmepferd mit Stephanie Madaus und Monty Roberts © Stephanie Madaus

Neben Ideologie und Goodwill, braucht es am Schluss einen finanziellen Gewinn, damit man überleben kann. Sie selbst trainieren Pferde und geben auch Kurse. Wie nutzen Sie das Marketing? Läuft noch viel über persönliche Empfehlung oder nutzen Sie aktiv auch online Instrumente?

Ich denke beides ist wichtig und das Eine schliesst das Andere nicht aus. Ich nutze bekannte Online-Plattformen für die Vermarktung und erreiche damit Kunden, die nicht aus meiner direkten Umgebung kommen.

Die persönliche Empfehlung ist mir aber genauso wichtig, wenn nicht noch wichtiger. Jeder der mich persönlich empfiehlt, tut dies auf Grund einer positiven Erfahrung mit mir und meinem Trainingsstil.

Daneben sind Kursangebote und Auftritte auf Messen, sowie in meinem Fall Reitsportgeschäften, eine gute Wahl um Kunden zu erreichen. Sie sehen einen Teil meiner Ausbildung und können mich in einem persönlichen Gespräch kennenlernen.

Die Medien spielen eine grosse Rolle. Sendungen wie Der Hundeprofi oder Die Pferdeprofis laufen gut. Würden Sie bei solchen Formaten mitmachen?

Das ist eine schwierige Frage. Da ich selber viele Jahre für das Fernsehen als Cutterin gearbeitet habe und auch ähnliche Formate geschnitten habe, würde ich nicht für jeden Sender oder jedes Format unterschreiben und würde mir immer ein Mitspracherecht geben lassen.

Ich stelle es mir nicht ganz einfach vor, auch die kleinen Trainingsfortschritte zu zeigen, die sehr wichtig sind, ohne dabei den Zuschauer zu langweilen.

Auf Ihrer Homepage steht geschrieben, dass die Pferde die besten Trainer der Welt sind. Tatsächlich gibt es mittlerweile diverse Kursangebote und zahlreiche Methoden. Wie arbeiten Sie und was unterscheidet Sie von den anderen?

Da ich mich als Dienstleisterin fühle, habe ich versucht genau diese Fragestellung aus der Sicht des Kunden zu beantworten. Warum möchte jemand mit mir arbeiten… Ich denke, es ist nicht nur die Methode nach der man arbeitet, sondern auch wie sympathisch man sich ist.

Ich arbeite nach Monty Roberts, der ein hervorragendes System für Pferde entwickelt hat. Das Fundament von allem ist das Vertrauen des Pferdes zu gewinnen, mit dem sogenannten Join-Up®. Danach fängt die eigentliche Arbeit aber erst an, es ist ein faires System in dem die Pferde immer auf den nächsten Schritt/Aufgabe vorbereitet werden. Es wird dem Pferd die freie Wahl gelassen diese Aufgabe zu bewältigen, allerdings arbeiten wir mit positiven direkten Verstärkungen, sowie mit negativen direkten Verstärkungen. Durch diese drei Faktoren ist es für mich immer wieder ein Wunder, wie schnell die Pferde lernen und wie nachhaltig das Erlernte ist.

Da jedes Pferd seinen eigenen Charakter mitbringt und seine eigene Geschichte, sind sie die besten Trainer der Welt, um immer besser zu werden und mit jedem Pferd was ich kennenlerne, dazuzulernen.

Individualisiertes Training, das auf den Charakter abgestimmt ist © Stephanie Madaus

Was können wir generell von den Pferden lernen, gerade auch Manager mit Führungsverantwortung?

Das ist eine schöne Frage! – Denn es ist egal ob ich Pferde oder Menschen führen möchte, es kommt immer auf die Führungsqualitäten an. Das Pferd ist viel puristischer als ein Mensch, kann nicht lügen und zeigt immer den IST-Zustand. Pferde leben in einer Herde, die eine feste Struktur hat, wird diese Struktur verändert kommt eine enorme Unruhe in die Herde. Ähnlich wie in einer Firma.

Viele sprechen davon, dass ihr Pferd ein Dominanzproblem hat, dabei werden die meisten davon nur nicht gut geführt. Ein Pferd das nicht gut geführt wird, wird dazu gezwungen sein, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Ob diese nun gut oder nicht gut für die führende Person ist, ist dem Pferd egal, da es glaubt, um zu überleben, müsse es seine eigenen Entscheidungen treffen. Nicht gut geführt kann unter anderem bedeuten: Inkonsequentes Verhalten, ungerechtes Verhalten, unsicheres Verhalten, ängstliches Verhalten und so vieles mehr.

Aber eigentlich möchte jedes Pferd geführt werden. Die Leitstute hat den schwierigsten und anstrengendsten Job von allen. Es ist viel leichter einer Herde zu folgen, als eine Herde zu führen. Diejenigen von uns, die sich dazu entschlossen haben, eine Führungsposition einzunehmen, machen sich oft darüber keine Gedanken. Wenn nun eine Führungsperson lernt ein Pferd zu führen, kann sie das nur, wenn sie bei sich ist und ehrlich, dann wird sie auch ganz anders Menschen führen können.

Zum Schluss, wenn Sie ein unbeschränktes Marketingbudget zur Verfügung hätten. Was würden Sie zuerst in Angriff nehmen?

Ich denke es hängt ganz von der Situation ab, in der ich mich gerade befinde. Lieber wäre mir ein Budget, um eine Stiftung zu gründen. Ich würde gerne misshandelten Pferden eine Chance geben, wieder zurück zu einem „normalen Leben“ zu finden, um dann ein gutes zu Hause für sie zu suchen. Da das Training und die Unterkunft für Pferde aber viel kostet, sind die meisten nicht bereit, oder können es sich nicht leisten, genau diesen Pferden wieder eine Chance zu geben.

https://www.stephanie-madaus.de/

https://www.facebook.com/Stephanie-Madaus-1566547703575902/

 

Durchstarten mit dem SWISS Branding

Der Praxisbezug wird an der ZHAW traditionell hoch geschrieben. Die Studierenden erhalten nicht nur die theoretischen Fähigkeiten, sondern können auch exklusive Einblicke in den Arbeitsalltag grosser Unternehmen werfen. So geschehen im Fach Brand Management, das von Frau Dr. Adrienne Suvada unterrichtet wird. Hier kamen die Studierenden in den Genuss einer Lektion, die direkt vom Head of Marketing der SWISS gehalten wurde. Bernhard Christen sprach erfrischend offen über die Ideen und die Schwierigkeiten des SWISS Brandings.

Die Schweizer Identität als Teil des Brandings © SWISS

Die Lektion begann mit einem historischen Rückblick. Die SWISS entstand auf Basis der Crossair welche eine Tochtergesellschaft der Swissair war, die ja im Oktober 2001 groundete. Das Unternehmen hat sich in den Jahren gewandelt und sucht eigene Wege, auch wenn es in der Organisation der Lufthansagruppe, zusammen mit der Lufthansa und der Austrian Airlines, integriert ist. Das Brand Management Team der SWISS ist zuständig für das Brand Positioning und definiert die SWISS als „the airline of Switzerland“. Das Branding der SWISS hat mehrere Entwicklungsschritte hinter sich. 2009 waren die meisten Airlines in der unbeliebten „stuck in the middle“ Position. Sie hatten mittelmässige Marktanteile und sassen zwischen den Stühlen. Für die SWISS war klar, dass sie nie mit den grossen Airlines wird konkurrieren können. Es galt sich zu differenzieren und das wurde in der Kundenbeziehung umgesetzt. Man wollte flexibler werden, wenn es um Kundenbedürfnisse ging. Die Kundennähe wurde zum Schlagwort für diese Airline: Man wollte näher bei den Gästen sein, als die grossen Airlines mit ihren vielen Prozessen.

Bernhard Christen Head of Marketing bei der SWISS und Dr. Adrienne Suvada von der ZHAW

Swissness und die kleinen Dinge mit grosser Wirkung

Das SWISS Branding profitiert natürlich von der Marke Schweiz im Allgemeinen. „Durch diese Verbindung hat man nie ein billiges Image, man wird immer höher gewertet, als andere„, erläutert Bernhard Christen. Die Swissness wurde auch mit dem 2011 lancierten Branding umgesetzt. Diese Kampagne benutzte mehrheitlich die Farbe Grau. Man sah nur etwas Rot und das Schweizerkreuz in der Bildsprache. Dieses Branding war sehr erfolgreich, weil es sich stark von den anderen Airlines unterschieden hat. Das Problem war aber, dass graue Bilder mit Flugzeugen schwer Emotionen vermitteln können. So langsam setzte sich die Idee durch, dass es besser wäre, auch Menschen zu zeigen. Die SWISS brauchte eine Kommunikation, die auf das WARUM und nicht nur auf das WAS den Fokus setzt. „Es war notwendig nicht nur zu kommunizieren, dass man etwas tut, sondern warum man etwas tut„, erklärt Bernhard Christen. In der Analyse war schnell klar, dass in der Schweiz die kleinen Dinge einen grossen Unterschied ausmachen. Dies wurde auf die SWISS übertragen: Die Airline sorgte sich um die kleinen Dinge, die aber einen grossen Effekt haben. Gerade am Beispiel der SWISS Schokolade kann man dies gut aufzeigen. Das einzelne kleine Schokoladentäfelchen kostet im Einkauf nicht die Welt, erzeugt aber bei den Passagieren unglaublich positive Reaktionen und lässt sie mit einem Lächeln das Flugzeug verlassen.

Praktische Erfahrungen, die Bernhard Christen spannend vermitteln konnte

Konsequente Branding-Umsetzung auch für die Mitarbeiter

Der zweite Schritt des neuen Brandings war das Hinzufügen von Farben. Dies galt nicht nur für die Werbeanzeigen, sondern zum Beispiel auch für die Servietten im Flugzeug oder den Zucker- und Salzpäckchen. Auch die Merchandising Artikel wurden farbiger und lebendiger. Das Branding wurde aber auch intern konsequent umgesetzt. Der Hauptsitz und die Arbeitsplätze wurden umgestaltet. Es gab nun Farben und Holzelemente, so wie auch bei den SWISS Lounges weltweit. „Unsere Mitarbeiter sollten sich wie unsere Gäste fühlen, das war die Absicht dahinter„, meint Bernhard Christen. Natürlich setzt die SWISS auch noch auf klassische Out of Home Werbung, mittlerweile geht aber über die Hälfte des Werbebudgets in die digitalen Kanäle. Hier werden verschiedene Videosequenzen eingesetzt, die auch auf die internationalen Märkte entsprechend abgestimmt werden. Zum neuen Branding gehörte auch ein neues Sponsoringkonzept. Vorher hat die Airline Top Events in der Schweiz gesponsert, dies aber nicht für die Kommunikation genutzt. Dies ist nun anders, die SWISS integrierte zum Beispiel das Schweizer Fussballteam für eine Kampagne. So kam es, dass für einmal Fussballspieler als Flight Attendants unterwegs waren. „Die Lektion war ein spannender Einblick ins Schweizer Airline Business. Besonders interessant war es zu sehen, wie hier die Swissness umgesetzt wird„, meint die Dozentin Dr. Adrienne Suvada. Insgesamt ein gelungener Austausch und ein spannender Unterricht für die Studierenden der ZHAW, die sicherlich viele Tipps für ihr späteres Berufsleben mitnehmen konnten.

Mehr über die SWISS

https://www.swiss.com/ch/de

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Weiterhin einen guten und erfolgreichen Flug! © SWISS

Die Band Baba Shrimps auf dem Weg zum Erfolg

Das Musikbusiness kein einfaches Pflaster und Erfolg zu haben ist nicht jedem vergönnt. Gerade für Schweizer Künstler ist es sehr schwierig, durchstarten zu können. Baba Shrimps zeigt, dass sich harte und konsequente Arbeit auszahlt. Die drei Musiker Adrian Kübler, Moritz Vontobel und Luca Burkhalter überzeugt mit einer emotionalen Interpretation von zeitgenössischer Popmusik. Vor einigen Monaten haben die Jungs die neue Scheibe „Road to Rome“ in London aufgenommen. Adrian Kübler, der übrigens ZHAW Absolvent ist, berichtet uns, wie Baba Shrimps entstanden ist und wie sie das Marketing einsetzen.

Adrian Kübler, bevor wir beginnen, wie kamen Sie auf den Namen Baba Shrimps? Durchaus ungewöhnlich für eine Band, oder nicht?

Ja, der Name ist schon ein bisschen exotisch. Es handelt sich um eine Anlehnung an den Film „Forrest Gump“. Den Streifen kannten wir zum Zeitpunkt der Bandgründung in und auswendig und die Freundschaftsgeschichte zwischen Forrest und Baba ging uns ans Herz.

Wie ist die Idee zur Band entstanden? Haben Sie immer schon Musik gemacht?

Ich habe als Kind 10 Jahre klassische Geige gespielt. Die Begeisterung für die Musik kam aber erst in der Pubertät als ich anfing Gitarre zu spielen und selber Songs zu schreiben. Nochmals ein paar Jahre später habe ich dann – zusammen mit einem begnadeten Gitarristen, den ich in der Ausbildung zum Krankenpfleger kennen lernte – die Band gegründet.

Junge Künstler mit Leidenschaft © Baba Shrimps

Draussen sind bestimmt einige sehr begabte Sänger und Musiker. Können Sie erzählen, was bei Ihnen den Ausschlag gegeben hat, dass Sie einen Plattenvertrag erhalten haben?

Das war ganz klassisch. Wir haben Demotapes an die Plattenfirmen geschickt. Sony war sofort interessiert.

Songs sind immer sehr emotional. Wie kommen Sie zu neuen Texten und Melodien?

Ich nehme es sogar eher umgekehrt wahr: Texte und Melodien kommen zu mir, die kann man nicht suchen. Plötzlich fliegt einem etwas zu – eine Idee für ein Gitarrenriff, eine Textzeile oder eine Geschichte, die mir nahegeht. Meistens sind diese Momente irgendwie mit persönlichen emotionalen Erfahrungen verknüpft.

Wie wichtig ist für Baba Shrimps das Marketing und welche Marketinginstrumente nutzen Sie?

Marketing ist wichtig auch für eine Popband. Unser Plattenlabel ist grundsätzlich dafür zuständig. Sie schauen, dass unsere Musik in den virtuellen und realen Stores zum Verkauft bereitsteht und dass wir in den Medien stattfinden. Promo!!

Das wichtigste Marketing-Instrument, das wir selbst steuern sind die neuen Medien. Website und Social Media. Wichtig für die Selbstdarstellung. Es braucht viel Zeit.

Die neuen Medien sind für Musiker Fluch und Segen zugleich. Wie gehen Sie damit um? Schliesslich kann man die Musik auf diversen Plattformen gratis streamen. Aber der Künstler braucht ja irgendwann trotzdem auch Geld, um zu überleben…

Wir leben vor allem von den Gagen an Konzerten.

Baba Shrimps an der letzten Badenfahrt © Baba Shrimps

Wo sehen Sie in der Vermarktung von Baba Shrimps noch Herausforderungen?

Bereits viele Leute kennen unsere Songs von den Radios (aktuelles Album „Road to Rome“). Oft fällt es den Leuten aber schwer, unsere Musik einer Band oder einem Bild zuzuordnen. Die visuelle Marke ist noch nicht so ausgeprägt, würde man im Marketing-Fachjargon vielleicht sagen 😉

Was ist Ihr Traum? Wo möchten Sie gerne mal mit Baba Shrimps spielen?

Getreu dem Motto unseres neuen Albums „Road to Rome“ sind wir momentan unterwegs in die ewige Stadt. Dort möchten wir unsere Tour mit einem Konzert abschliessen. Das Sprichwort besagt ja, dass viele Wege nach Rom führen. Auf unserer Website www.babashrimps.ch kann man unseren ganz persönlichen Weg nach Rom live mitverfolgen.

Baba Shrimps gehen ihren Weg © Baba Shrimps

Was wäre Ihr Tipp für Nachwuchsmusiker?

Musik muss auch Spass machen, wenn niemand zusieht, dann kommen die Zuschauer irgendwann von selber.

 

http://www.babashrimps.ch/

https://www.facebook.com/babashrimps

https://www.instagram.com/babashrimps/

https://www.youtube.com/user/babaSHRIMPS

 

„Das Gelernte gleich im Job umsetzen“ – Praxisbezogene Weiterbildung als Pluspunkt

Lebenslanges Lernen ist nicht nur ein Buzzword, sondern für viele aktueller denn je. Die Weiterbildung ist für Erwachsene zu einem wichtigen Bestandteil geworden. Selbstverständlich bietet auch das Institut für Marketing Management diverse Weiterbildungsmöglichkeiten an. Ob CAS oder MAS, das Angebot ist vielfältig. Patricia Lendi hat den CAS Marketing- & Corporate Communications besucht und berichtet, wie sie diese Weiterbildung empfunden hat.

Frau Lendi, weshalb haben Sie sich überhaupt für eine Weiterbildung interessiert und warum fiel die Wahl auf den CAS Marketing- & Corporate Communications?

Weiterbildung ist zwingend für alle, die am Ball bleiben und auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen haben wollen. Mit meinem PR- und Marketing-Hintergrund wollte ich innert nützlicher Frist beiden Seelen in meiner Brust gerecht werden. Und ein CAS-Abschluss war mir wichtig. Gemäss meinen Recherchen ist die ZHAW SML zurzeit die einzige Hochschule, die diesen kombinierten Lehrgang anbietet.

Wie haben Sie diesen Kurs erlebt?

Es war eine tolle, lehrreiche und inspirierende Zeit. Einerseits war es streng – nebst meinem Vollzeitjob auf der Agentur – freitags und samstags die Schulbank zu drücken. Andererseits empfand ich es als willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag. Die interessanten Kursthemen und die gute Stimmung in der Klasse trugen wesentlich dazu bei.

Wie war die Klassenzusammenstellung? Konnten Sie Kontakte knüpfen, oder sogar neue Freunde finden?

Die Klasse war gut durchmischt in jeder Hinsicht. Wir sind innert kürzester Zeit zur eingefleischten Gruppe geworden und das über den Lehrgang hinaus. Noch heute sind wir im täglichen Kontakt via  unseren WhatsApp-Gruppenchat. Dort kommunizieren die Alumni beispielsweise auch Job-Ausschreibungen aus ihren Unternehmen, bevor sie auf Jobplattformen erscheinen.

Zudem sind einige von uns zusammen nach Rom gereist. Unsere Studiengangleiterin, Dr. Adrienne Suvada, hat für uns eine unvergessliche Abschlussreise organisiert.

Endlich das lang ersehnte Diplom – Eine glückliche Patricia Lendi an der Diplomfeier des CAS MCC

Wie haben Ihnen die Inhalte gefallen? Konnten Sie etwas für Ihr praktisches Berufsleben mitnehmen?

Die Inhalte waren sehr praxisbezogen und abwechslungsreich. Das ist wichtig, denn es macht einen Unterschied, ob ich in einem KMU oder internationalen Konzern tätig bin – und ob in der Unternehmenskommunikation oder im Marketing.

Das Gelernte gleich im Job umzusetzen, war ein enormer Mehrwert für mich. Sei es beispielsweise in Sachen Textkompetenz oder schlicht, weil mich das aktuelle Fachwissen in gewissen Fragestellungen zur noch kompetenteren Beraterin gemacht haben.

In einer Weiterbildung sind die Dozenten natürlich sehr wichtig. Wie haben Sie die Lehrkräfte empfunden?

Sie waren ausnahmslos sehr engagiert. Sie überzeugten nicht nur durch grosse Fachkompetenz, sondern auch durch ihre Berufserfahrung. Ihre Begeisterung für ihre Themen war deutlich spürbar. Unterschiede betreffend Didaktik und Präsentationstechnik gab es natürlich auch.

Fühlten Sie sich während des Lehrgangs gut betreut? Wurde Ihnen bei Unsicherheiten oder Fragen geholfen?

Die Kursbetreuung war sehr entgegenkommend und konstruktiv. Anfragen wurden immer umgehend beantwortet. Anliegen hat sie ernst genommen und ist immer  im Rahmen des Möglichen – darauf eingegangen. Diese Unterstützung habe ich sehr geschätzt.

Auch die Moodle Plattform der ZHAW hat mir sehr gut gefallen. Ein zeitgemässes und gut funktionierendes Online-Tool, mit dem wir jederzeit Zugriff auf alle Kursinformationen hatten.

Würden Sie diesen Kurs anderen weiterempfehlen?

Absolut! Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist schlussendlich auch das Netzwerk, das sich durch den Lehrgang massiv vergrössert. Nicht nur durch die Teilnehmenden, sondern auch mit den Dozenten. Damit habe ich wertvolle Ansprechpersonen gewonnen. Zudem kann es sich bei einer potentiellen Jobsuche als Pluspunkt erweisen.

Einige unserer Klasse und ich haben durch den Lehrgang Feuer gefangen, dass wir uns bereits fragen: „Which CAS next?“

 

CAS Marketing- & Corporate Communications:

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-corporate-communications.html

Hier sind alle Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Marketing zu finden:

https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/weiterbildung/

Pizza mal anders: Dr. Oetker und die süsse Version eines Nationalsymbols

Italien und Pizza, das gehört einfach zusammen. Mittlerweile hat das Gericht die ganze Welt erobert und ist in den aussergewöhnlichsten Varianten zu finden. Da gibt es nicht nur die in Kanada erfundene Pizza Hawaii, sondern auch noch Pizza mit Pommes Frites oder ganzen Hamburgern darauf. Für Naschkatzen wurde nun eine weitere Form lanciert. Dr. Oetker hat die Pizza dolce al cioccolato in den Verkauf gebracht. Wie es dazu gekommen ist, erklärt Valery Henle, Product & Category Manager bei Dr. Oetker Schweiz

Frau Henle, als die Pizza Dolce al Cioccolato lanciert wurde, haben viele an einen Aprilscherz gedacht. Aber Dr. Oetker hat das durchaus ernst gemeint. Wie kam man auf die Idee eine süsse Pizza zu kreieren?

Grundsätzlich merken wir im Moment, dass sich die Verbraucher innovative Produkte wünschen. So haben wir beispielsweise den Pizzaburger eingeführt, der nach wie vor gut ankommt. Wir denken bei der Produktentwicklung immer in alle Richtungen und suchen ständig nach neuen, aufregenden Kreationen. Im aktuellen Fall unserer Ristorante Dolce al Cioccolato sind wir in England fündig geworden, dort bieten wir ein vergleichbares Produkt nämlich bereits erfolgreich an..

Hat Dr. Oetker im Vorfeld getestet, ob diese Pizza auch bei den Konsumenten ankommen würde und aus welchen Zutaten sie bestehen sollte?

Das Marketing und die eigene Marktforschungs-Abteilung von Dr. Oetker behalten Entwicklungen im Lebensmittel-Bereich sowie aktuelle Trends stets im Blick. Nur wenn ein Produkt erfolgsversprechend ist und vom Verbraucher für gut befunden wird, kommt es zur Marktreife und wird eingeführt. Letzteres überprüfen wir in unserer Sensorik-Abteilung, in der über 4.000 Verbraucher als Testesser registriert sind. Ihr Urteil gibt Hinweis darauf, ob die Rezeptur stimmt oder weiter optimiert werden muss.

Die süsse Pizza von Dr. Oetker – Marketing und Marktforschung spielen auch hier eine grosse Rolle © Dr. Oetker

Wie sind die bisherigen Rückmeldungen? Darf sich auch die Schweiz bald auf eine Schokoladenpizza freuen?

Die hohe Nachfrage nach der Schokopizza zeigt, dass die Einführung des Produkts in Deutschland sehr erfolgreich verlaufen ist. Das heisst aber noch lange nicht, dass das Produkt auch in der Schweiz funktionieren würde. Wir prüfen das derzeit. Im Moment ist aber noch nichts spruchreif.

Kochen ist zwar im Trend, dennoch ist der Zeitmangel für viele ein Problem. Tiefkühlkost ist daher eine zeitsparende Alternative. Wie erkennt Dr. Oetker neue Trends und wie wichtig ist der Gesundheitsaspekt?

Die Dr. Oetker Mitarbeiter aus Marketing und Produktentwicklung sind stets auf der Suche nach neuen Trends und Geschmacksrichtungen. Die Ideen für neue Produkte entstehen dabei im Berufsalltag, manchmal bringen Mitarbeiter aber auch Anregungen von ihren Reisen mit. Auch Verbraucher liefern Vorschläge – ihren Wünschen muss ein Produkt letzten Endes entsprechen. Um diese Bedürfnisse herauszufinden, beobachten die Marketing- und Marktforschungsabteilungen von Dr. Oetker zudem systematisch weltweite Verbrauchertrends und führen Umfragen durch.

Die Marke Dr. Oetker steht für Genuss. Genussvolles Essen und bewusste Ernährung müssen nicht im Widerspruch stehen, wenn durch angemessene körperliche Aktivität und durch ausgewogene Ernährung auf einen ausgeglichenen Energiehaushalt geachtet wird. In einer aus-gewogenen Ernährung sollte auch Platz für das Geniessen sein, denn Essen ist Ausdruck von Lebensfreude. Zeitsparend zuzubereitende Convenience-Produkte schaffen überdies Freiräume für eine aktive Lebensgestaltung.

Als wie wichtig erachten Sie regionale Produkte? Vielleicht eine Schweizer Pizza mit echtem Schweizer Käse und weiteren regionalen Zutaten?

Eine überregionale Verteilung der Lieferanten gehört grundsätzlich und zwangsläufig zu unserer Strategie, um Risiken durch Währungs-, Ernte- oder Qualitätsschwankungen möglichst ausschliessen zu können. Die Zutaten unserer in der Schweiz produzierten Bistro Chäschüechli und Bistro Mini Chüechli kommen aber fast ausschliesslich aus der Schweiz.

Wenn nun junge Marketingfachleute in der Backstube stehen, welche Ratschläge würden Sie geben, damit das Endergebnis schlussendlich die Zielgruppen erfreut?

Es ist wichtig, die Wünsche der Verbraucher kontinuierlich im Blick zu haben und einen engen Austausch zu pflegen. Nur so finden verbraucherrelevante Innovationen ihren Weg zum richtigen Zeitpunkt und über den richtigen Vertriebskanal auf den Markt.

 

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Strategic Foresight: Wie DARPA radikale Innovationen vorantreibt

Von Corinne Scherrer

Seit 1958 existiert die U.S. Defense Advanced Research Projects Agency, auch bekannt als DARPA. Sie ist eine Behörde des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten und führt Forschungsprojekte für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten durch u.a. auch Weltraumprojekte. Durch die Organisationsstruktur und die Anwendung spezifischer Methoden, hat DARPA es immer wieder geschafft, radikale Innovationen hervorzubringen. In der heutigen immer mehr vernetzten Welt, in welcher bewährte Vorgehensweisen veraltet sein können und in der auch gestandene Unternehmen Innovation treiben müssen und in welcher globale Herausforderungen mehr Kollaborationen und Innovationen auf einer neuen Ebene erfordern, wird es auch für nicht spezialisierte Unternehmen immer wichtiger agil, flexibel und affin für Veränderungen zu sein. Doch wie genau schafft man das?

Design Thinking und Strategic Foresight können hier zur Lösung beitragen. Strategic Foresight baut auf dem Denkansatz Design Thinking auf und nähert sich der planungsorientierten Trend- und Zukunftsforschung in Unternehmen auf ganzheitliche und iterative Weise an. DARPA setzt unter anderem Strategic Foresight als Toolkit ein, um Zukunftsszenarien und neue Lösungen zu erarbeiten. Strategic Foresight bietet eine breite Palette an Tools, mit denen neue Märkte gefunden, der zukünftige Kunde skizziert oder verlässliche Teams gebildet werden können, welche Visionen in neue Märkten einführen.

Anhand eines Playbooks können die einzelnen Tools erlernt werden. Der erste Teil des Buches behandelt die Entwicklung von radikalen Ideen (engl. radical ideas), welche dann in einem neuen Service, Produkt oder Unternehmen resultieren. Den drei Schritten Perspektive, Chance und Lösung sind jeweils drei Tools zugeordnet. Im zweiten Teil des Buches wird vermittelt, wie eine Organisation aufbaut werden kann, welche diese radikalen Ideen in den Markt trägt. Die zwei Elemente Team und Vision können wiederum mit je drei Tools erarbeitet werden.

Insbesondere fürs Marketing interessant ist ein Tool, welches sich „Future User“ nennt. Dieses kann genutzt werden, um den typischen Kunden (im Fachjargon auch Persona genannt) der Zukunft zu skizzieren. Damit können zukünftige Bedürfnisse sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Generationen hinsichtlich Werten, Einstellungen und Verhaltensweisen evaluiert werden (Playbook Seite 103ff.)

Wie beim Design Thinking ist auch bei Strategic Foresight ein Grundbaustein das Prototypisieren und Testen von Ideen. In iterativen Zyklen nähert man sich dem Endergebnis an und stellt sicher, auf dem Weg dahin viele Ideen zu entwickeln, diese zu visualisieren oder erlebbar zu machen, zu testen und das im Rahmen des Zyklus Erlernte in den nächsten Prototypen der Lösung einzubringen. Das Endergebnis im Sinne einer ausgefüllten Tool-Schablone ist dabei eher ein Nebenerzeugnis, im Vordergrund stehen vielmehr die Diskussionen, welche während der Erarbeitung jedes Tools entstehen. Vielleicht eignet sich eines der Tools auch bald für die Visualisierung und Erarbeitung einer Ihrer Problemstellungen?

Abschlusstag mit Überraschungen beim CAS Marketing- & Corporate Communications

Das Ziel ist erreicht. Alle Teilnehmenden haben den CAS Marketing- & Corporate Communications 2017 erfolgreich abgeschlossen. Der finale Kurstag stand ganz im Zeichen der Projektpräsentationen. Während der Weiterbildung mussten die Teilnehmenden in einer Gruppenarbeit ein Kommunikations- oder Marketingkonzept erarbeiten. Dieses musste dann einer fiktiven Geschäftsleitung und der Gruppe präsentiert werden.

Praktisches Wissen im Rucksack

Die positive Stimmung zog sich durch den ganzen Lehrgang und war auch am Abschlusstag spürbar. Trotz Nervosität, wurde viel gelacht und applaudiert. Alle Teilnehmenden haben spannende Konzepte präsentiert. Es war möglich in die verschiedenen Branchen einzutauchen und man konnte viel Neues erfahren. Die Projekte können durchaus sofort in realistischer Weise umgesetzt werden. Das ist schliesslich auch das Ziel des CAS Marketing- & Corporate Communications, man soll seinen persönlichen Rucksack mit praktischem Wissen füllen, das man direkt anwenden kann. „Die Teilnehmenden liessen sich nicht einmal von den unerwarteten Überraschungen aus dem Konzept bringen, die wir extra für sie eingeplant hatten. Ein grosses Kompliment an alle!„, meint Dr. Adrienne Suvada, Studiengangleiterin des CAS Marketing- & Corporate Communications.

Zufriedene Gesichter beim CAS Marketing- & Corporate Communications (Bild: R. Bircher)

Einen Schritt voraus

Der erfolgreiche Abschlusstag wurde bei einem Apéro noch gefeiert. Seit Beginn des Lehrgangs, war der CAS Marketing- & Corporate Communications durch eine tolle Klasse charakterisiert, die das Unterrichten zu einem richtigen Vergnügen machte. „Gewisse Fächer haben mein persönliches Auge nachhaltig geschärft, die strategische Unternehmenskommunikation beispielsweise. Das Beobachten, wie Institutionen und Einzelpersonen Themen finden, führen und für sich proklamieren, ist lehrreich. Man kann es bei sich selbst üben und anwenden, besonders im Beruf. Mit dem Ziel, den anderen einen Schritt voraus zu sein!„, meint etwa Carole Neuenschwander vom Schweizerischen Nationalmuseum. Auch Janine Müller von der Geberit Vertriebs AG blickt positiv auf den Lehrgang zurück: „Durch unterschiedliche Dozenten mit effektivem Praxis Know-how und Leidenschaft für ihr Fachgebiet, spannende Kommunikationsansätze und eine sehr positive Klassenatmosphäre hat sich der CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW für mich als grosse Bereicherung – privat wie beruflich – erwiesen. Definitiv weiterzuempfehlen!

Das Institut für Marketing Management dankt den Teilnehmenden und wünscht allen weiterhin viel Erfolg!

 

Mehr über diesen Lehrgang:

http://www.zhaw.ch/imm/casmcc

Weitere Weiterbildungen des Instituts:

https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/weiterbildung/

Grosses Weiterbildungsangebot an der ZHAW (Bild: R. Bircher)