Wichtel-Star Finn macht sich erneut Platz in den Herzen der Menschen

Im letzten Winter rührte Migros-Finn die Welt zu Tränen. Auch dieses Jahr wird der kleine Protagonist dank seiner Sympathie und Bekanntheit für eine weitere Weihnachtskampagne in Szene gesetzt. Da Finn in der Weihnachtszeit selber sehr beschäftigt ist, konnten wir ihn nicht persönlich befragen. Dafür hat sich Désirée Strassmann, Leiterin Dachkommunikation der Migros, bereit erklärt, uns einige Fragen zu beantworten.

Im letzten Jahr eroberte Finn die Herzen von Millionen von Menschen. An einen solchen Erfolg anzuknüpfen ist sehr schwer, wie ging man bei der Migros vor und wo lagen die Herausforderungen?

Finn ist ein grosser Sympathieträger und es wäre eine verpasste Chance gewesen, seine Bekanntheit nicht für eine weitere Kampagne zu nutzen. So ganz einfach war das aber nicht. Wir standen vor der grossen Herausforderung, dass wir im letzten Film das grösste Mysterium überhaupt aufgelöst haben: Unter der Migros-Kasse sitzt ein kleiner Wichtel!

Dieser Überraschungseffekt ist kaum zu überbieten. Das war zumindest meine Befürchtung, als wir das Briefing diskutierten. Wir haben zum Glück mit Wirz eine tolle Agentur an unserer Seite, der das Kunststück gelungen ist, einen zweiten Teil abzuliefern der sich vor Teil 1 nicht verstecken muss.

Finn der kleine Weihnachtswichtel © Wirz/Migros

In den Kommentaren wird gefordert, Finn ab jetzt als „fixe“ Figur zu belassen, ihm wird sogar das Potenzial zugesprochen der neue Weihnachtsmann zu werden. Wie sieht das die Migros? Bleibt uns unser Finn erhalten?

Wenn ich das nur wüsste! Dass Finn eine Schauspielkarriere plant, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bestätigen. Er sagt, dass er als Migros-Kassenwichtel den schönsten Job der Welt hat und er sich nichts Besseres vorstellen kann.

Aber wer weiss, vielleicht kann auch ein Wichtel seine Meinung ändern. Wir sind selber gespannt 😉

Wie sind die Reaktionen zur diesjährigen Kampagne und wie kommt die Plüschversion von Finn an?

Wir erhalten sehr viele positives Kundenfeedback auf den diversen Kanälen (Social Media, M-Infoline etc.). Viele Kunden haben sich über das Wiedersehen mit Finn gefreut. Es wird auch fleissig gesammelt, die Plüschfiguren kommen sehr gut an. Im letzten Jahr haben wir unzählige Anfragen betreffend Plüschwichtel erhalten und diesem Kundenwunsch sind wir sehr gerne nachgekommen.

Finn ist extrem positiv besetzt und passt hervorragend in die Weihnachtszeit. Rücken die Hilfsorganisationen und das Thema Spenden nicht in den Hintergrund? Schliesslich sollten die Videos zu mehr Spenden animieren.

Unsere fünf Spendenpartner machen während 12 Monaten einen hervorragenden Job. Sie leisten tolle Aufklärungsarbeiten. Unter anderem auch dadurch können wir als «Spendenvermittler» das Feld ganz anders besetzen.

Die Geschichte rund um Finn ermöglicht uns, die Botschaft «Füreinander da sein. Miteinander spenden» auf differenzierende Art und Weise zu dramatisieren. Daneben nutzen wir aber auch unsere Webseite und das Migros Magazin für den vertieften Informationstransfer.

Wir setzen uns nun schon im fünften (Weihnachts-)Jahr in einem ähnlichen Rahmen für die Bedürftigen Menschen in der Schweiz ein. Es ist natürlich unser Ziel, dass wir, zusammen mit unseren Kunden, möglichst viel Geld sammeln. Wir hoffen aber auch, dass wir durch dieses langfristige Engagement die Bevölkerung nachhaltig sensibilisieren können. Denn Armut existiert. Bei uns in der Schweiz ist sie meist unsichtbar und leise. Es geht zuweilen vergessen, dass fast jede achte Person von Armut bedroht oder betroffen ist. Es wäre schön, wenn wir ein ganz klein wenig dazu beitragen können, dass dieses Thema nicht in Vergessenheit gerät.

Die Kampagne sorgt für Gänsehaut als Finn seine Eltern wiederfindet © Wirz/Migros

Die Migros ist ein Vorreiter in vielen Belangen. Immer mehr Unternehmen versuchen sich nun auch an Weihnachtsfilmen. Sehr erfrischend war die Interaktion mit Coop. Finn hat ja offenbar den Migros Puderzucker in den Coop Film gebracht. Auf Social Media war für einmal ein äusserst schöner Schlagabtausch zwischen Migros und Coop zu verfolgen. Hat hier das Social Media Team freie Hand und wie wichtig ist eine solche humorvolle Interaktion auf den sozialen Netzwerken?

Ich selber hatte Freude daran, dass unser Puderzucker bei Coop Anklang gefunden hat und natürlich auch an diesem spontanen und sympathischen Schlagabtausch. Da winde ich unserem Social Media Team wie auch demjenigen vom Coop ein kleines Kränzchen. Ich denke, beide Unternehmen haben dadurch viele Sympathiepunkte sammeln können. Hier hat meiner Meinung nach alles gepasst, vor allem, weil es auch spontan entstanden ist. Würde man jetzt entscheiden «wir machen von nun an bei jeder Kampagne einen «Battle»» funktioniert das nicht mehr. Social Media lebt vom Moment und muss authentisch sein. Alles andere wird nicht akzeptiert, zum Glück.

Wir arbeiten sehr eng mit dem Social Media Team zusammen und tauschen uns regelmässig aus. Wir wissen also immer was geplant ist. Da uns hier absolute Profis zur Seite stehen erübrigt sich die Frage nach «freier Hand». Ich selber kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass ich jemals eine Idee abgelehnt habe…

Finn als Plüschfigur © Migros

Die Weihnachtszeit ist vor allem durch Konsum geprägt. Die Marketingkampagnen sind an allen Ecken sichtbar. Wie wichtig ist die Weihnachtszeit für die Migros?

Wie für jeden anderen Anbieter ist diese Zeit auch für uns enorm wichtig, wir befinden uns schliesslich in der Jahresendrallye und in diesen zwei letzten Monaten des Jahres können die Karten nochmals ganz neu gemischt werden. Wie in den vorhergehenden zehn Monaten gilt es, alle Instrumente des Marketing-Mixes optimal aufeinander abzustimmen. Und natürlich genügt es uns nicht, wenn Finn hohe Sympathiewerte erzielt. Auch ein direkter Einfluss auf die kommerziellen Resultate muss erkennbar sein.

Der Hauptprotagonist Finn ist natürlich sehr beschäftigt. Dürfen wir trotzdem nachfragen, wie er mit seinem Ruhm umgeht und, ob er sich schon als Promi fühlt? Was macht die Migros, wenn Finn Starallüren bekommt und nicht mehr in der Kasse „Miep“ machen will?

Migroswichtel sind sehr scheue Zeitgenossen. Aus diesem Grund haben bisher nur ganz wenige Menschen jemals einen Wichtel gesehen. Finn ist ein wenig dickköpfig und weigert sich zurzeit, die Migroskasse zu verlassen. Kassenwichtel sind von Natur aus kleine «Zahlenfresser» und dementsprechend ist Weihnachten für sie das absolute Highlight im Jahr. Aus diesem Grund müssen sie ja leider auch mit mir das Interview führen und nicht mit Finn. Ich kann Ihnen demnach versichern, dass er an der Kasse noch lange nicht ausge-miept hat.

 

Der CAS Marketing- & Corporate Communications – eine Investition, die sich lohnt und nachhaltig ist

Andrea Lippuner erzählt uns ihre Erfahrungen über ihre Teilnahme im CAS Marketing- & Corporate Communications im Herbst 2018. Die Weiterbildung war für sie eine grossartige Gelegenheit, innert kurzer Zeit, vom grossen Wissensschatz von Experten zu profitieren und gleichzeitig die aktuellsten Best Practice Ansätze zu erlernen.

Andrea Du hast Dich für eine Weiterbildung interessiert, warum hast Du Dich für den  CAS Marketing- & Corporate Communications?

Da ich in der Credit Suisse unter anderem für die interne Kommunikation in meinem Bereich zuständig bin, war es mir wichtig, dass ich mein Know-how in der Kommunikation erweitern kann. Ich weiss, wie wichtig eine professionelle Unternehmenskommunikation ist und wollte daher wissen, wie Experten Best Practice Ansätze anwenden und mir einen wissenschaftlichen Background dazu erarbeiten.

Andrea Lippuner erzählt über ihre bereichernden Erfahrungen, welche sie im CAS Marketing- & Corporate Communications machen durfte

Wie war dieser Kurs für Dich?

Der Kurs war sehr lehr- und abwechslungsreich. Ich hätte mir zu Beginn nicht gedacht, dass innert kurzer Zeit ein derart grosser Wissenstransfer möglich ist. Dadurch, dass das erlernte Wissen bereits während des Lehrgangs in die Praxis umgesetzt werden konnte, machte der Kurs viel Freude und das Lernen ging sehr leicht von der Hand. Zudem lernte ich während des CAS viele neue spannende Personen kennen und konnte somit mein Wissen mit anderen Studenten teilen und erweitern.

Wie haben Dir die Inhalte gefallen? Kannst Du etwas davon für Dein Berufsleben auch tatsächlich nutzen?

Jeder Dozent brachte viel Praxiserfahrung mit, dadurch war der Unterricht praxisnah und sehr spannend gestaltet. Der ganze Kurs war für mich wie ein Puzzle, bei welchem man von jedem Dozenten ein Teilstück mitnehmen konnte und am Schluss über ein komplettes Wissenspuzzle verfügt. Da ich bei der Credit Suisse, in meinem Bereich, in der internen Kommunikation mitarbeite, kann ich das Wissen nun jeden Tag gezielt und bewusst einsetzen. Die Bedeutung der Bottom-up sowie Top-Down Kommunikation sind für mich nun keine leeren Worthülsen mehr, sondern zu einem wichtigen Bestandteil meiner täglichen Arbeit geworden.

Im letzten Modul hatten wir zudem die Möglichkeit unser Wissen in Form von einem Kommunikationskonzept 1:1 in die Praxis umsetzen. In 2er Gruppen erarbeiteten wir für eine Firma unserer Wahl ein Konzept. Dadurch, dass jeder Kursteilnehmer einen anderen Erfahrungsschatz mitbrachte, konnten wir enorm voneinander profitieren und es entstanden fruchtvolle Arbeiten, welche wir am Schluss der Klasse präsentieren konnten. Der Austausch mit meiner Mitstudentin und das Abtauchen in ihre Firmenkultur hat meinen Horizont erweitert und meinen Blickwinkel für meine Arbeit vergrössert.

Vom Unterricht gleich in die Praxis und somit aktiv profitieren

Wie waren die Dozenten? Warst Du zufrieden mit den Lehrkräften?

Die Dozenten waren praxiserfahren, motiviert und absolute Profis auf dem Gebiet Marketing / Kommunikation. Für mich war es ein Privileg, von ihrem Wissen zu profitieren und zu lernen. Bereits während meinem Kurs ist mir aufgefallen, dass unsere Dozenten keine Theoretiker sind, sondern in der Praxis sehr gefragt waren. Es kam während dem CAS nicht selten vor, dass wir in der Tageszeitung einen Bericht oder ein Interview von unseren Dozenten entdeckten, bei welchen sie als Experten Auskunft geben durften.

Fühltest Du Dich während des Lehrgangs gut betreut?

Der Lehrgang war sehr professionell organisiert. Bereits vor dem Start haben wir nützliche Unterlagen und Informationen über den Inhalt des Kurses erhalten und konnten uns somit einen Überblick über die kommenden Module verschaffen. Zusätzlich wurden wir jeweils gut auf die Prüfungen vorbereitet. In jeder Stunde hatten wir während sowie nach dem Kurs genügend Gelegenheit, allfällige Fragen aus unserem Berufsleben zu stellen und den Rat von Profis einzuholen.

Würdest Du diesen Kurs anderen weiterempfehlen?

Auf jeden Fall. Ich würde diesen Lehrgang jedem ans Herz legen, welcher in irgendeiner Form im Berufsleben Schnittstellen mit Kommunikation oder Marketing hat. Zusätzlich bekommt man in diesem Kurs die Gelegenheit, das Netzwerk zu erweitern und kann wertvolle Kontakte in andere Unternehmungen aufbauen.

CAS Marketing- & Corporate Communications:

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-corporate-communications.html

Hier sind alle Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Marketing zu finden:

https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/weiterbildung/

In vier Monaten fit für Health Care Marketing – ein Erfahrungsbericht

Im Folgenden erzählt uns Linh Lüthi über ihre Motivation und Erfahrungen in Bezug auf Ihre Teilnahme im CAS Health Care Marketing im Frühjahr 2018. Die Weiterbildung war für sie sehr bereichernd, sie hat ihre Kompetenzen im Health Care Bereich erweitert und auch neue Fähigkeiten erlernt*.

Erzähl uns kurz etwas zu Deiner aktuellen beruflichen Tätigkeit?

Ich bin seit bald zehn Jahren als Produktespezialistin bei einem global tätigen Medizintechnik-Unternehmen tätig. Meine Kunden sind Chirurgen, OP-Personal und Spital-Einkäufer in der Schweiz, die wir zu sogenannten ‘Stapling Devices’ betreuen. Diese erlauben es, Gewebe minimalinvasiv zu durchtrennen und durch Klammern statt Nähten schnell und sicher zu schliessen. Mit den neu gewonnenen Fähigkeiten aus meinen CAS-Weiterbildungen werde ich aber demnächst eine neue, spannende Aufgabe als Business Development Managerin bei einem führenden Gesundheitskonzern annehmen.

Gruppenbild vom letzten Tag des CAS-Kurses © Jens Haarmann

Was hat Dich motiviert den CAS Health Care Marketing zu belegen?

Ich arbeite bereits seit 15 Jahren im Health Care Bereich und konnte dort viel praktische Erfahrung sammeln. Mir fiel auf, dass man im Vertrieb oft meint auf Basis der eigenen Kunden den Markt vollends zu verstehen und Trends gut erkennen zu können… aber ist das wirklich so?

Persönlich wollte ich mir ein fundierteres Wissen zu Themen wie den Swiss DRG und rechtlichen Rahmenbedingungen aneignen. Ich suchte ausserdem anwendbare Analysetools, z.B. um die Abläufe in der Patientenakquisition und -betreuung genauer zu verstehen. Das betriebliche Umfeld eines Chirurgen von heute hat sich im Vergleich zu vor 15 Jahren gewandelt. So ist z.B. die mir zur Verfügung stehende Zeit bei Kunden knapper geworden. Dafür müssen die Termine bei medizinischen und kaufmännischen Entscheidungsträgern systematischer vorbereitet sein und die Inhalte genügend Relevanz für den Kunden haben. Gute Beratung bedeutet für mich nicht nur über unsere Produkte zu informieren, sondern auch Klinik- und Praxisbetrieb mit Rat und Tat zu unterstützen.

Im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung habe ich mir überlegt, wie man sich langfristig im Vertrieb differenzieren kann. Nicht zuletzt helfen innovative und digitale Marketingtools, um Patienten gezielter anzusprechen. Das erlernte Wissen über das Gesundheitssystem, die Kenntnisse über regulatorische Besonderheiten in der Medizintechnik und die Entwicklung eines Marketingplans hilft mir bei der Umsetzung einer Stossrichtung. Damit kann ich Kunden ganzheitlicher beraten und ich fühle mich auf neue Entwicklungen im Markt besser vorbereitet.

Was waren die Kurs-Highlights für Dich?

Der Kurs war inhaltlich sehr abwechslungsreich und hat viele zentrale Aspekte des Health Care Marketings abgedeckt, die ich für meinen Job benötige. Zum Beispiel wurde behandelt, welche Art Werbung für eine Praxis oder Spital überhaupt erlaubt ist. Wir bearbeiteten Fallstudien zu Schweizer Kliniken und diskutierten deren Marketingstrategien. Wir erfuhren, welche Websiteinhalte bei unterschiedlichen Zielgruppen besonders wirkungsvoll sind.

Als besonders hilfreich für das praktische Verständnis habe ich die Besuche mehrerer Unternehmen und Kliniken empfunden und die dadurch gewonnen vertieften Einblicke in ihre konkreten Marketingaktivtäten. Wir waren an den Hauptsitzen von BrainLab, Arthrex und der ISAR Klinik in München, haben in Winterthur die Privatklink Lindberg und in Stäfa Phonak besucht. Beeindruckt haben mich zum Beispiel BrainLab und deren Firmenkultur, sowie der Pioniergeist der Mitarbeitenden.

Linh Lüthi erzählt über ihre Erfahrung im CAS Health Care Marketing © Linh Lüthi

Im Kurs waren Teilnehmer aus der Health Care Industrie, aus Kliniken und Ärztezentren gemischt. Wie fandest Du es beide Perspektiven im Kurs zu haben?

Die Stimmung in der Klasse war toll, wohl auch weil uns die Tätigkeit im Gesundheitswesen verbunden hat. Der Erfahrungsaustausch mit den praxiserfahrenen Dozenten und Gastreferenten sowie den Kollegen aus Kliniken, Marketing, Vertrieb und MedTech-Forschung war für mich sehr bereichernd. In den Gruppenarbeiten haben wir so stets mehrere Blickwinkel und neue Hintergründe kennengelernt.

Was denkst Du, hat Dir der Kurs für den Berufsalltag gebracht?

Mir hat der CAS Health Care Marketing viel gebracht. Ich weiss nun, wie ich die Grösse und Attraktivität eines Marktes genauer evaluiere und welche Analysen ich in der Marketing- bzw. Service-Strategie im Schweizer Gesundheitssystem einsetzen kann. Es gibt mir mehr Sicherheit in Diskussionen mit unseren Kunden, aber auch innerbetrieblich eigene Ideen überzeugender präsentieren zu können. Daher kann ich allen, die im lokalen Gesundheitswesen arbeiten und ihre Marketingfähigkeiten effektiv weiterentwickeln möchten, den Kurs wirklich empfehlen.

Health Care Marketing an der ZHAW

Ob Zuweiser-Marketing, MedTech-Innovationen oder HealthTech-Start-ups, auch in Forschungs- und Studentenprojekten beschäftigt sich das Institut für Marketing Management mit Marketing- und Innovationsherausforderungen auf der Spital- und Industrieseite.

Die neue Vortragsreihe ‘Walk-the-Talk in Health Care Marketing’ soll dabei den Best Practice & Apéro-Austausch unterstützen: Am 15.11.2018 machte abends in Zürich dazu Prof. Krummel der renommierten Stanford University den Vortragsauftakt mit: „The Silicon Valley Approach to Innovating Medical Technology.“

* Das Interview erschien bereits auf MedInside.

Wie sieht der Marketeer der Zukunft aus?

Am Future of Marketing Event konnten wir einige Experten abpassen und herausfinden, wie für sie der Marketeer der Zukunft aussieht. Eins ist schon mal klar, so ganz lässt sich der Marketeer nicht in eine Schublade einordnen, auch seine Fähigkeiten ergeben kein einheitliches Bild. In einem immer schneller verändernden Umfeld ist es nämlich von besonderer Relevanz, sich schnell auf neue Trends im Marketing einstellen zu können.

Elisa da Costa, Event und Social Media Managerin bei Marketing Natives:

Ich denke, es gibt zwei Typen: Einerseits werden wir mehr Spezialisten benötigen, andererseits braucht es auch die Allrounder, die einen allgemeinen Überblick über Innovationen haben. Es ist auch abhängig davon, ob man in einem kleineren oder grösseren Unternehmen arbeitet. Grosse Unternehmen verstärken sich mit Spezialisten, wohingegen sich KMU’s keine Spezialisten mehr leisten können und Allrounder beschäftigen.

Podiumsdiskussion am Future of Marketing Event. Von links: Catherine Purgly, Miriam Rickli und Elisa da Costa © Manuela Eberhard

Milos Radovic, Head of Marketing Development bei Swisscom:

Der Markeeter der Zukunft muss flexibel sein und muss sich möglichst schnell auf neue Dinge einstellen können. Das Zweite, wie wir es auch bei Swisscom erlebt haben, ist eine gewisse Kontinuität. Also nicht schnell, schnell nur machen, sondern sich ein, zwei, drei Jahre mit einem Thema auseinandersetzen und dieses weiterentwickeln. Diese zwei Fähigkeiten sind meiner Meinung nach für die Zukunft wichtig.

Catherine Purgly, Geschäftsführerin bei Leading Swiss Agencies:

Ich denke, es braucht Interesse und Flair für Kommunikation; aber auch Design. Es braucht Neugierde und dass man gerne mit Menschen zusammenarbeitet und Menschen analysiert. Verstehen, wie sich der Mensch in Zukunft verhält. Ich denke, man muss ein sehr guter Teamplayer sein. Es wird alles schneller und das setzt voraus, dass man in einem so dynamischen Umfeld arbeiten möchte. Hinzufügen möchte ich, dass man bei einer Karriere in der Agenturwelt mit vielen, unterschiedlichen Branchen zu tun hat. Diese Agilität muss man lieben. Das ist meiner Meinung nach ein spannendes Umfeld, um sich weiterzuentwickeln.

Prof. Dr. Brian Rüeger, Leiter Institut für Marketing Management und Dozent Marketing:

In Zukunft braucht es eine bipolare Aktivität zwischen beständigen Themen wie strategischem Marketing und gleichzeitig schnellen Themen, bei denen man in «realtime» unterwegs ist.

Miriam Rickli, Moderatorin:

Was ich aus dem Anlass mitnehme, ist, dass die Zeit nicht stehen bleibt. Es geht immer schneller vorwärts und man muss am Puls der Zeit sein. Es schadet nicht, eine Weiterbildung zu absolvieren oder ein Fachbuch zu lesen. Was man trotz Digitalisierung nicht vergessen darf, sind aber die Menschen, sich für Meetings Face-to-Face zu treffen und dass, nicht alles nur noch online erledigt werden muss.

Fit für die Zukunft an der School of Management and Law

Der Fokus wird zukünftig einerseits auf der Beständigkeit und Kontinuität liegen und andererseits auf der Agilität und Schnelllebigkeit in der Marketingwelt. Die ZHAW School of Management and Law bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten an, sich in diversen Marketing und Digitalisierungs-Bereichen weiterzubilden. Der MAS Digital Marketing vereint vier verschiedene CAS, die aktuelle Themenfelder bearbeiten und sich auch zukunftsorientierten Themen widmen, wie Big Data Analysen, künstlicher Intelligenz und Marketing Automation. Somit werden alle relevanten Aspekte des Marketings im digitalen Zeitalter abgedeckt.

Dr. Michael Klaas, Studiengangleiter des MAS Digital Marketing (links), und Valerio Stallone, Studiengangleiter des CAS Advanced Digital Marketing (rechts)

Hier finden Sie weitere Informationen zu den CAS Digital Marketing und Advanced Digital Marketing.

Sie glauben, dass die Liebe alles besser macht: die Erde, die Menschen und ihr Essen

Beim Gastronomie-Unternehmen Kai Sushi heisst es nicht nur Liebe auf den ersten Biss, sondern auch Liebe auf den ersten Blick. Denn sobald das Interieur des Restaurants betreten wird, wird man mit einem Lächeln und authentischer Begrüssung empfangen. Was vorher nur eine kleine Sushi-Bar in Oerlikon war, ist heute ein Unternehmen mit drei Standorten, Sushi-Kursen und Catering-Business, das sich völlig neu erfunden hat. Für Geschäftsinhaber Amit Shama-Levaillant ist die Liebe das Leitmotiv seines Unternehmens. In einem persönlichen Interview erzählt er uns von seiner Gastgeberphilosophie.

Früher war Kai Sushi nur eine kleine Sushi-Bar in Oerlikon, welche Veränderung war die prägendste?

Das Lernen war ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung von Kai Sushi. Wie in jedem Unternehmen gibt es schwierige Zeiten und Krisen, die man überwinden muss. Ich habe auf diesem Weg gelernt, all die negativen Emotionen, die man in solchen Situationen verspüren kann, wie Neid oder Verzweiflung, in etwas Gutes umzuwandeln und zwar in Inspiration. Die Inspiration führt dann zur Lösung, wie man weiterkommt im Leben, beziehungsweise Unternehmen. Ich habe versucht mich wiederaufzubauen und nach oben geschaut wo ich sein wollte und mir gesagt, dass ich das auch schaffen kann. Das prägendste war also der Lernprozess aus diesen negativen Emotionen etwas Positives zu ziehen. Wir sind alle da zum Lernen. Wir haben zum Beispiel viel von unseren Gästen gelernt, wir haben versucht ihre Erlebnisse mitzukriegen und immer ein offenes Ohr für sie zu haben. Wir haben uns fortlaufend verbessert und unser Angebot an die Bedürfnisse unserer Kunden angepasst. Ich würde nichts an diesem Weg ändern, denn jeder Schritt war notwendig um weiterzukommen und zu wachsen. Für mich gilt «Growth is an Outcome not a Strategy». Mein Weg war nicht so geplant, ich hatte nicht von Anfang an das Ziel eine gewisse Anzahl Filialen zu eröffnen, das war ein laufender Lernprozess mit kleinen Schritten und keine Strategie.

Amit Shama-Levaillant: „Die grösste Marge eines Unternehmens liegt im begeisterten Kunden der zurückkommt“ © Kai Sushi

Sushi ist zum Trend avanciert. Was macht Kai Sushi aus?

Unsere Philosophie macht uns aus. Viele haben das Gefühl, wenn man ein Geschäft aufmacht, dass das Produkt sich von selber verkauft, das ist aber nicht immer so. Sushi ist nicht einfach im Trend. Ich kenne viele Sushi Restaurants, die zwar einen guten Standort und gute Produkte hatten, aber trotzdem keinen Erfolg erzielten. Ihnen fehlte etwas Grundlegendes und das sind Werte. Die Werte von Kai Sushi sind folgende; Love your People, Love your Products and Love your Location. Wir legen viel Wert auf zufriedene Mitarbeiter, begeisterte Gäste und faire Beziehungen zu unseren Lieferanten und Partnern. Weiter ist die Herkunft unserer Produkte von hoher Relevanz, wir achten besonders auf nachhaltige Fischerei und regionales Poulet- und Rindsfleisch. Diese Werte sind das Fundament von Kai Sushi.

Um Kunden glücklich zu machen, braucht es motivierte Mitarbeiter. Wie „pflegen“ Sie Ihre Mitarbeiter?

Meiner Meinung nach gibt es drei Grundbedürfnisse, die der Mensch hat. Sicherheit, Anerkennung und Zugehörigkeit. Die Sicherheit bieten wir mit unseren Arbeitsbedingungen. Zum Beispiel haben wir eine «no Firing policy». Wenn man einmal die Probezeit bestanden hat, dann gehört man zur Familie. Danach entlassen wir unsere Mitarbeiter nicht mehr, wir können sie höchstens umpositionieren und schauen wo ihre Kompetenzen besser hinpassen. Wichtig ist einfach, dass sich die Mitarbeiter im Team wohl und zugehörig fühlen. Wir haben in der Gastronomie viele Mitarbeiter mit komplexen Hintergründen, als Restaurantleiter sollte man sich daher die Zeit nehmen und sich bemühen diese Leute zu unterstützen, sodass sie bei der Arbeit fokussiert sein und gute Leistung erbringen können. Ich achte nicht nur auf die Unterstützung bei der Arbeit, sondern auch ausserhalb der Arbeit. Auf diese Weise sichern wir die Anerkennung und Zugehörigkeit. Erst wenn die Mitarbeiter zufrieden sind, können wir beginnen die Gäste zu begeistern. Alle zwei Monate gibt es Mitarbeiterschulungen, wo ich die Werte des Unternehmens und meine Vision den Mitarbeitern näherbringe. Mir ist wichtig, dass sie meine Philosophie verstehen und diese dann den Gästen vermitteln können.

Zugehörigkeit und Zusammenhalt sind ein wichtiger Bestandteil der Philosophie von Kai Sushi © Kai Sushi

Essen kann weit mehr, als nur Nahrungsaufnahme sein. Was bieten Sie Ihren Kunden und auf was achten Sie in der Kundenbeziehung?

Unser Ziel ist es die Erwartungen der Kunden zu übertreffen, denn nur dann können wir sie begeistern. Gutes Essen, eine nette Location und freundliches Personal ist heute Standard und für den Preis denn man zahlt, auch zu erwarten. Um aber ein einmaliges Erlebnis zu kreieren, versuchen wir diese Erwartungen zu übertreffen. Wir sind aufmerksam und haben immer ein offenes Ohr für unsere Kunden, dies ist enorm wichtig, denn so können wir ihre Bedürfnisse erfahren und darauf eingehen. Service bedeutet nämlich immer beim Kunden sein. Wir empfangen unsere Gäste nicht wie in den meisten Restaurants mit der Frage «Haben Sie eine Reservation», sondern wir heissen sie erstmal willkommen. Wir begrüssen sie mit einem Lächeln und fragen wie es ihnen geht. Auch wenn die Kunden ohne Reservation vor mir stehen und ich keinen Platz finde, zeige ich ihnen trotzdem, dass sie mir wichtig sind, «because we are in the good feeling Business». Die Reservation gehört zur Struktur, es ist natürlich notwendig für eine gute Planung, aber das sollte an zweiter Stelle stehen, wenn ein Kunde das Restaurant betritt. Ich sage meinen Mitarbeitern immer, dass sie den Gästen eine Story erzählen sollen, sei es über die Herkunft oder Zubereitung der Produkte oder Empfehlungen, ganz egal. Sie können auch die Geschichte von Kai Sushi erzählen, wo und wie wir angefangen haben oder was unsere Visionen sind. Geschichten sollen helfen eine Beziehung aufzubauen und zusammen mit unseren hausgemachten Kreationen versuchen wir auf diese Weise dem Kunden ein einmaliges authentisches Erlebnis anzubieten. Mir ist wichtig, dass die Gäste diese Dinge spüren und die einmalige Experience nur hier erleben, denn die grösste Marge liegt im begeisterten Gast der zurückkommt.

Welche Rolle spielt bei Ihnen das Marketing und die Werbung? Wie wichtig ist das?

Das Marketing ist natürlich sehr wichtig, denn was bringt eine gute Geschichte, wenn sie niemand kennt. Ich hatte das Glück, dass ich mit der Branding Agentur Allink aus Zürich arbeiten konnte, die genau verstanden hat, worum es mir geht. Die Zusammenarbeit gestaltete sich ziemlich einfach, denn wir mussten nicht unsere Köpfe zerbrechen um eine Story zu finden, die wir erzählen konnten. Meine Marke hatte bereits eine Philosophie und Werte, die nur noch nach aussen kommuniziert werden mussten. Mittels Innendesign, Logo, Webseite und dem Social Media Auftritt musste ein einheitliches Bild vermittelt werden für eine geschärfte Markenpersönlichkeit. Ziel war es die Brand Awareness aufzubauen, bevor der Kunde hierherkommt. 

Wir werden täglich von so vielen Informationen bombardiert, dass man sich als Unternehmen differenzieren muss. Ein Weg hierzu sind die Emotionen. Ein emotionales Marketing kann einen wichtigen Unterschied machen. Wie nutzen Sie das emotionale Marketing?

Heutzutage gibt es viele Restaurants und Unternehmen, die mit Liebe werben. Was man in der Gastronomie auch oft hört ist «Sharing is Caring». Für mich sind die Emotionen und die Liebe wie bereits gesagt nicht erst mit dem Marketing aufgekommen, das war schon seit dem Anfang meine ganze Philosophie. Der Name Kai bedeutet auf Japanisch «unter ein Dach kommen und etwas teilen», was bei uns heissen soll, dass man zusammenkommt und gemeinsam mit den Menschen, die man liebt, Zeit verbringt. Das emotionale Marketing nutze ich daher als Kommunikation meiner Philosophie, die ich schon immer hatte.

Nur die frischesten Zutaten kommen in die Hände von den erfahrenen Sushi Masters © Kai Sushi

Der Kreis schliesst sich

Das Erlebnis beginnt für den Gast mit einem Lächeln meiner Mitarbeiter und einer herzlichen Begrüssung. Dann bemühen wir uns den Gast glücklich zu machen und ihn mit unseren hausgemachten Spezialitäten zu begeistern. Ziel des Erlebnisses ist es, unsere Emotionen an den Gast zu übertragen, sodass er lächelnd das Restaurant verlässt.

Fachbeitrag zu Emotionen und Marketing

Im Fachbeitrag «Muss es immer Liebe sein?» von Marcel Hüttermann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Marketing Management, wird aufgezeigt, dass das Wecken von Emotionen für Unternehmen ziemlich effektiv sein kann und Kaufanreize auslöst. Es hat sich bestätigt, dass die positiven Emotionen genau das richtige sind, um aus Kunden Fans zu machen. Mit negativen Emotionen sollte man eher vorsichtig sein. «Der Konsument sollte zum Schluss ein positives Gefühl mit der Marke verbinden», so Wissenschaftler Marcel Hüttermann.

 

Gute Stimmung, grossartiges Programm und sprechende Roboter am Event «Future of Marketing»

Marketingbegeisterte aus diversen Branchen kamen am Future-of-Marketing-Event in Winterthur zusammen und tauschten sich über die Zukunft des Marketings aus. Neben Einblicken von Experten, produktiven Workshops und interessanten Referaten, gab es weitere Attraktionen, welche die Marketingleute begeisterten.

Moderiert wurde der Anlass von Miriam Rickli. Gemeinsam mit Pepper, einem humanoidem Roboter der Zürcher Firma raumCode, hiess sie die rund 180 Gäste willkommen. Die Eröffnung des Events gestaltete sich aus drei Referaten zu unterschiedlichen Marketing Trends. Dominic Kropf, Leiter Cross Channel Solutions bei der Post CH AG, thematisierte beispielsweise den Wandel von crossmedialer Informationsüberflutung hin zu differenziertem Vorgehen auf Datenbasis. Dabei unterstrich er aber nicht nur die Bedeutung der Daten für die Optimierung der Kanäle, sondern auch die technologische Entwicklung. «Daten allein sind kein Garant für effektive Kampagnen, es wird auch in Zukunft immer die geniale Idee brauchen», so Dominic Kropf. Auch Milos Radovic, Head of Marketing Development bei Swisscom, betonte bei seinem Referat die Rolle des Menschen. Eine Vollautomatisierung im Lead-Management solle einen Fokus auf die Kreativität ermöglichen. Nach einem informationsreichen Vormittag durften die Teilnehmenden in vier Workshops kreativ werden und zusammen Lösungen erarbeiten, die sie dem Publikum präsentierten.

Pepper, der humanoide Roboter, begrüsste das Publikum und sorgte für viele Lacher © Manuela Eberhard

Interessante Inputs gab es auch aus dem Referat von Birte Welsch, Leiterin Customer Happiness Management bei Tandemploy. Thematisiert wurde das Job-Sharing als neuer Ansatz flexibler zu arbeiten im digitalen Zeitalter. Durch das Teilen der Arbeit soll bei Kündigung eines Mitarbeiters das Know-How in der Firma weiterhin bestehen bleiben. Sie betont, dass es wichtig wäre, die Mitarbeiter clever zusammenzubringen und den Austausch von Wissen zu fördern. Dadurch würde man die Fähigkeit stärken, Innovationen hervorzubringen. Es liege noch sehr viel Potential in Unternehmen, welches noch nicht vollständig ausgeschöpft werde. Daher solle man beispielsweise Tools nutzen, um den Informationsaustausch zu fördern.

Teilnehmende erarbeiten gemeinsam Lösungen zu verschiedenen Cases © Manuela Eberhard

Der Austausch von Informationen kann von hoher Relevanz sein, erklärte auch Dr. Michael Lewrick, Chief Innovation Officer bei Swisscom. Er ging auf die Bedeutung und Schaffung dezentraler Ökosysteme ein, in denen Daten und Informationen in dezentralen Strukturen übertragen werden könnten. Solche Ökosysteme würden Vorteile für alle Akteure schaffen und auch immer mehr Akteure im System miteinbeziehen, sodass es sich iterativ weiterentwickeln würde. Für das Marketing würde das bedeuten, dass es eine Demokratisierung von Informationen geben würde. Jeder hätte eine Informationshoheit, es gäbe Differenzierungspotenzial, bessere Datenqualität und höhere Akzeptanz von Werbung. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen, welche besagen, dass das erfolgreiche Marketing an der Idee entsteht, plädiert dieser Ansatz für eine technologiezentrierte Entwicklung. Das Problem ist jedoch, dass Unternehmen noch nicht bereit sind ihr Geschäftsmodell aufzugeben und eigene Informationen preiszugeben. Dabei sollten Firmen über eine gemeinsame Value Proposition nachdenken.

Experten tauschen sich mit dem Publikum aus © Manuela Eberhard

Zum Abschluss des Tages wurden in der Podiumsdiskussion die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst. Zukünftig wird im Marketing die Dynamik, wie auch die Komplexität steigen. Nicht nur die Technologie und Modelle, sondern auch die Konsumenten werden komplexer. «Man sollte jedoch nicht in Panik verfallen. Man kann die Dynamik nicht beherrschen, man muss sich darum neue Herangehensweisen aneignen und viel ausprobieren und testen», so Institutsleiter Prof. Dr. Brian Rüeger. Es ist wichtig zu lernen, in Zyklen zu leben und Schritt für Schritt an Lösungen zu arbeiten. Die Digitalisierung hat bereits und wird noch mehr Auswirkungen auf das Marketing haben, aber somit auch neue Bereiche mit neuen Fähigkeiten schaffen.

Man sollte in diesem rasanten Prozess nicht vergessen die Mitarbeiter mitzunehmen, denn es geht nicht nur um die technische neue Idee, sondern auch darum das Team miteinzubeziehen. Andrea Schneider, User Experience Researcher bei SBB, bekräftigte ausserdem, dass es einen sanften Übergang geben solle, die auch die Fähigkeiten der alten Generation mitnehme und berücksichtige. Zusammenfassend waren sich die Referenten einig, dass die bevorstehenden Transformationen gefördert, begleitet und gemeinsam angegangen werden sollen. «Im Fokus bleibt aber immer noch dieselbe Aufgabe und zwar die Kunden zu begeistern und Emotionen auszulösen», so Catherine Purgly, Geschäftsführerin bei Leading Swiss Agencies. Das Marketing unterliegt grossen Veränderungen, die aktuell geschehen. Was also die Zukunft noch bringen wird, kann man heute mitbestimmen.

Diesen informationsreichen Tag auf einer Seite, beziehungsweise Skizze, zusammenzufassen ist nicht einfach, aber möglich. Guido Schlaich, Ingenieur und Designer, hatte alle wichtigen Inputs zusammengesammelt und visuell erfassbar dargestellt. Wer diesen Tag also verpasst hatte, kann sich auf einem Blick die Kernaussagen anschauen. Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte.

Der Future of Marketing Event auf einem Blick © Guido Schlaich

«Das Marketing verändert sich so stark, dass es nur Sinn ergibt, einmal jährlich einen Event zu veranstalten, wo wir die Wissenschaft und die Forschung zusammenbringen, um die Veränderungen und neusten Trends aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten», so Prof. Dr. Frank Hannich. Institutsleiter Prof. Dr. Brian Rüeger freut sich über überwältigend positives Feedback; es habe gute Gespräche beim Apéro gegeben, und es hätten viele Anregungen und Impulse bei den Teilnehmenden ausgelöst werden können. «Wir sind sicher auf dem richtigen Weg und wollen nächstes Jahr einen Quantensprung hinlegen. Das Interesse ist auf jeden Fall da», so Prof. Dr. Brian Rüeger.

Save the Date für den Future of Marketing am 28.10.2019 in Winterthur © Manuela Eberhard

Das Kundenmagazin – Mehrwert für Kunden und Unternehmen?

Von Dunja Pfister

Relevante Informationen, unterhaltsame Geschichten und packende Erlebnisberichte: Ein Kundenmagazin soll verschiedene Bedürfnisse abdecken. Doch es dient nicht nur der Präsentation des eigenen Unternehmens und der Kundengenerierung, sondern beinhaltet auf Leserseite noch einiges mehr.

Schwangerschaft und Geburt sind sehr persönliche und intime Erlebnisse. Nach anfänglichem Zögern stimmt die Patientin zu, im Magazin des GZO Spital Wetzikon von ihren Erfahrungen zu erzählen: „Ich fand allmählich Gefallen an der Idee, dass meine eigene Geschichte professionell aufgearbeitet wird und wir so ein Leben lang eine schöne Erinnerung behalten.“ Die junge Frau berichtet davon, wie sie die intensive Zeit vom Schwangerschaftstest bis zur Entbindung in der Badewanne erlebt hat. Von der Vorfreude aufs Baby, ihren Sorgen und Ängsten, aber auch davon, wie sie die Betreuung durch ihre Hebamme und das Angebot des Spitals empfunden hat.

Das Kundenmagazin des GZO Spitals Wetzikon © GZO Spital Wetzikon

Das GZO-Magazin: Blick hinter die Kulissen

Die Patientenstory setzt den inhaltlichen Schwerpunkt des GZO-Magazins, welches zweimal pro Jahr erscheint. „Uns ist es wichtig, dass im Magazin unsere Patienten, für welche wir das Heft primär produzieren, selber zu Wort kommen. Auch möchten wir mit unseren verschiedenen Geschichten und Berichten Einblick in unseren Spitalalltag geben, über Neuerungen rund um unser Spital informieren und die Bevölkerung des Zürcher Oberlandes an der Entwicklung des GZO teilhaben lassen“, sagt Stephan Gervers, Leiter Marketing und Kommunikation des GZO Spital Wetzikon.

So teilt der Chefarzt der Gastroenterologie in seiner Kolumne „Inneaasichte“ regelmässig seine Gedanken zu seinem Fachbereich mit und bringt dem Laien die Anatomie des Menschen auf humorvolle Art und Weise näher. Porträts von Mitarbeitenden aller Funktionsstufen und Berufe finden Eingang ins Heft und bieten spannende Hintergrundinformationen. Beispielsweise erfährt man so, welche Aufgaben in der Abteilung für Sicherheit ausgeübt werden oder wie eine Assistenzärztin zur Olympia-Bronzemedaille-Gewinnerin in Sotschi wurde. „Menschen setzen sich für Menschen ein“, erklärt Gervers die Themenschwerpunkte, „und das möchten wir zeigen – in allen Facetten. Einerseits geht es in unserem Heft um unsere Patienten, andererseits aber auch um unsere Mitarbeitenden, denen wir so Wertschätzung und Respekt vor dem Geleisteten entgegenbringen.Engagiert. Für Mensch und Medizin, der Claim des Spitals im Zürcher Oberland, wiederspiegelt sich im ganzen Unternehmen bis hin zur Content-Strategie.

Eine andere Seite der Mitarbeiter kennenlernen © GZO Spital Wetzikon

Relevanter Content – nicht nur leere Worthülsen und schöne Bilder

Doch was ist für Patienten, aber auch für Stakeholder aus Wirtschaft und Politik, zuweisende Ärzte und die Mitarbeitenden von besonderer Bedeutung? Wie stellt man es an, dass die Zielgruppen das Heft nach kurzem Durchblättern nicht gleich wieder weglegen?

Ein Kundenmagazin soll sich zunächst nicht von einem anderen journalistischen Produkt unterscheiden. Wichtiger noch als schön anzusehende Bilder und ein ansprechendes Layout ist relevanter Inhalt. Das heisst konkret, dass das Unternehmen nicht einfach leeres Gerede bieten oder gar profane Werbung in eigener Sache verkaufen sollte. Aktueller, informativer Inhalt, der recherchiert sowie redaktionell aufbereitet wurde und zielgruppenrelevant ist, wird auch tatsächlich konsumiert. Emotionen und Transparenz, Unterhaltung und Informationen – verschiedene Komponenten tragen dazu bei, das Endprodukt mit Leben zu füllen und den Konsumenten anzusprechen. Dies ist schlussendlich der Schlüssel zum Erfolg und macht den entscheidenden Unterschied zu anderen Unternehmensprodukten.

„Was ist für unsere Adressaten wichtig und interessant? Was möchten sie erfahren?“, sollten die Fragen demzufolge lauten und nicht, „was wollen wir an die Frau oder an den Mann bringen?“ Der Ausgangspunkt aller Strategieüberlegungen in Bezug auf das Kundenmagazin muss ganz klar der Kunde oder in diesem Fall der Patient sein und nicht die Kommunikationsbedürfnisse und der Profitgedanke des Unternehmens.

Vorteile für beide Seiten

Nichtsdestotrotz ist ein gepflegtes Kundenmagazin auch für das Unternehmen zielführend. Indem dem Adressatenkreis ein authentisches und für ihn interessantes Produkt vorgelegt wird. Indem der Bevölkerung gezeigt wird, wie es in einem Spital zu und her geht. Indem sie über aktuelle Diskussionen wie die Grippeimpfung informiert wird. Und indem auch mal die Menschen hinter den verschiedenen Berufen vorgestellt werden, kann sich Vertrauen bilden und so im besten Fall Kundenbindung erzeugen. Natürlich platziert das Unternehmen Themen, die es ebenso für relevant hält und die allenfalls imagefördernd wirken. Doch der Vorteil der Lektüre muss für die Stakeholder klar ersichtlich sein. Ansonsten hat das Magazin das Ziel verfehlt und kann auch gleich ins Archiv wandern und verstauben. Keine Leser – kein Magazin.

Die genannten Punkte zu befolgen, hilft nicht nur, der Zielgruppe einen Mehrwert und dem Kundenmagazin eine treue Leserschaft zu generieren, sondern dient dem Unternehmen ebenso als imagebildende Massnahme und letztlich als Return of Investment. Mehrwert also für Kunden und Unternehmen – eine Win-win-Situation für beiden Seiten.

Mehr über das GZO Spital Wetzikon:

https://www.gzo.ch/

https://www.gzo.ch/ueber-uns/geschaeftsbericht-und-magazin/

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Über die Autorin

Dunja Pfister hat Geschichte, Englische Literatur und Publizistik an der Universität Zürich studiert, ist nun im Bereich Marketing und Kommunikation tätig und absolviert zurzeit den CAS Marketing & Corporate Communications an der ZHAW. Sie ist unter anderem verantwortlich für das Magazin sowie den Geschäftsbericht des GZO Spital Wetzikon und ist laufend auf der Suche nach spannenden Themen.

Marketing Automatisierung im B-2-B am Beispiel von Swisscom

Von Angela von Deschwanden und Marc Schwarz

Bald schon fällt in Winterthur der offizielle Startschuss des Future of Marketing Events. Es erwarten uns spannende Experten-Vorträge und Diskussionen über die Zukunft des Marketings. Dabei wird auch das Thema Lead Management und Marketing Automation von Relevanz sein. Das B-2-B Marketing hat sich in den letzten Jahren umfassend verändert. Kaufentscheidungsprozesse finden immer häufiger online statt und der persönliche Kontakt mit den Anbietern tritt erst spät ein. Daher gilt es dem Kunden früh im Kaufprozess mit qualitativ hochwertigem Inhalt entgegenzukommen, potenzielle Interesssenten zu identifizieren und systematisch durch den ganzen Kaufprozess zu begleiten.

Datengenerierung durch Lead Management

Sobald die Kunden auf einem beliebigen Kanal auf für sie relevanten Inhalt stossen, geben sie ihre Daten freiwillig preis, um den hochwertigen Content zu konsumieren. Der Kunde weiss Bescheid, wie die Daten gespeichert und verwendet werden. Es wird also gemessen, welche Personen sich für welchen Inhalt interessieren. Dabei gibt es explizit und implizit generierte Daten, die zentral in einer Lead-Datenbank gespeichert werden. Die expliziten Daten setzen sich aus Angaben zum Kunden zusammen, wie zum Beispiel die E-Mail-Adresse, Informationen über die Firma und die Funktion. Die impliziten Daten sind jene Informationen über Inhalte, die die Person heruntergeladen oder über Events, die sie besucht hat. Mittels eines einfachen Scoring-Modells werden die Daten mit Punktwerten versehen und der resultierende Lead-Score dient dann als Indikator für den Fortschritt eines Leads im Kaufprozess. Die Swisscom hat sich die Lead Management Methodik schrittweise selber gebaut.

Marc Schwarz und Angela von Deschwanden beide vom Marketing Team der Swisscom © Swisscom

Marketing Automation im B2B-Marketing verändert den Arbeitsmarkt

Mittels Marketing Automation Tools kann hochwertiger Inhalt auf verschiedenen Kanälen verbreitet und die daraus generierten Daten zentral in einer Datenbank gespeichert werden. Der Ablauf von Kampagnen und Mailings kann automatisiert werden, Leads werden schneller bearbeitet und die automatisierte Anbindung an weitere Systeme ist möglich. Dies kann die Pflege und Kontrolle der Datensätze enorm vereinfachen und den manuellen Aufwand reduzieren. Im Vergleich zum Lead Management von Swisscom bieten sich hier zwar einige Vorteile, dennoch hat sich ihr Ansatz bewährt und als sehr effizient erwiesen.

Transformationsreise des Marketings

Die Swisscom setzt noch keine solche Marketing-Automation ein. Die komplexe IT-Systemlandschaft und die lange zeitliche Dauer, bis ein solcher Ansatz in die Wege geleitet wird und betriebsbereit ist, sind unter anderem Gründe dafür. Daher hat sich die Swisscom eine eigene Automation-Lösung gebaut. Die ganze Denkhaltung des Marketings hat sich somit langsam hin zum «Lead Management» bewegt und verankert. Im Vordergrund stand somit eine Transformationsreise aller Marketing- und Sales-Mitarbeitenden und nicht die Beschaffung eines neuen Marketing-Tools.

Erfahren Sie mehr über Marketing Automation am Future of Marketing Event am 15. Oktober in Winterthur: https://future-marketing.ch/

 

Optimierung von Festnetz-Angeboten zur Präferenzsteigerung bei jungen Konsumenten

Von Dario Wieland

Erkenntnisse der Masterarbeit von Dario Wieland im Rahmen des Masterstudienganges Business Administration with Specialization in Marketing der ZHAW School of Management and Law.

Der Telekommunikationsmarkt hat sich in den letzten Jahren stark verändert und weist ein rückläufiges Kerngeschäft, geringere Erträge und höheren Preisdruck auf. Neben einem gesättigten Markt und sinkenden Umsätzen pro Kunde hat sich auch das digitale Nutzungsverhalten von jungen Konsumenten geändert. Die Nutzung von Video-on-Demand Streaming Angeboten wie z.B. Netflix hat in dieser Zielgruppe stark zugenommen, während der TV-Konsum abnehmend ist.

Diese Ausgangslage stellt die Telekommunikationsanbieter vor eine Herausforderung. Es stellt sich deshalb die Frage, wie attraktive Festnetzangebote für junge Konsumenten gestaltet werden sollen, um deren Präferenz zu steigern. Dies kann sich positiv auf die Marktanteile des jeweiligen Unternehmens auswirken.

Wie müssen die Angebote ausgestaltet werden, damit die jüngeren Zielgruppen erreicht werden? © Pixabay

Innerhalb der Forschungsarbeit wurde zuerst eine Literaturrecherche, Branchenanalyse und Online-Fokusgruppe zur Identifikation von relevanten Produktmerkmalen für die Zielgruppe durchgeführt. Darauf aufbauend ermittelte eine auswahlbasierte Conjoint-Analyse mit einer Stichprobe von 407 Probanden die konkrete Bedeutung der Produkteigenschaften und die Rolle der unterschiedlichen Ausprägungen auf die Präferenz. In das Conjoint-Design wurden Marke, Internetgeschwindigkeit, TV-Abo sowie Video-on-Demand-Abo Komponenten einbezogen. Eine weiterführende Cluster-Analyse bildete Unterzielgruppen und die abschliessende Marktsimulation errechnete die Präferenzanteile von realistischen Angebotskombinationen.

Insgesamt konnten bei dieser Masterarbeit folgende zentralen Erkenntnisse gewonnen werden:

  • Bedeutung der Produktmerkmale: Preis und TV-Leistungen sind bei der Präferenzbildung für die Gesamtzielgruppe am Bedeutendsten. Die restlichen Kriterien unterscheiden sich in der Relevanz nur geringfügig. Die Cluster-Analyse legte jedoch offen, dass bei rund 50% der Zielgruppe Video-on-Demand innerhalb eines Festnetz-Angebots eine gleich hohe Bedeutung hat wie das TV-Abo. Gleichzeitig zeigte sich, dass Marke und Internetgeschwindigkeit bei rund 80% eine untergeordnete Rolle spielen.
  • Marke: Trotz einer geringeren Bedeutung der Marke legt die Conjoint-Analyse offen, dass Swisscom bei jungen Konsumenten einen deutlichen Präferenzvorsprung zu den grössten beiden Konkurrenten UPC und Sunrise Dies impliziert, dass Swisscom Angebote im Auswahlentscheid bevorzugt werden könnten, auch wenn Konkurrenzprodukte bei ähnlicher Leistung günstiger sind oder bei gleichem Preis höhere Leistungen bei anderen Produktmerkmalen aufweisen.
  • TV-Abo: Replay-TV steigert die Attraktivität eines Festnetz-Angebots stark, da die Funktion trotz Video-on-Demand Trend einen hohen Mehrwert zu bieten scheint. Hingegen hat eine TV-Box im Vergleich zu reinem Online-TV (z.B. mittels App auf dem Smart-TV) keine höhere Attraktivität.
  • Preis: Preise über CHF 85.- bewirken bei jungen Konsumenten eine überproportionale Abnahme der Angebotsattraktivität. Preise über dieser Grenze sollten deshalb nur für Angebote mit besten Leistungsausprägungen definiert werden.
  • Attraktive Angebotskombinationen: Bei Kombination von verschiedenen Leistungen innerhalb der untersuchten Produktdimensionen und unter Berücksichtigung der aktuellen Preisstrukturen im Schweizer Markt zeigte sich klar, dass Abos mit geringerer Internetgeschwindigkeit und Replay-TV einen höheren Präferenzanteil bewirken im Vergleich zu Abos ohne Replay-Funktion oder mit hoher Internetbandbreite. Insgesamt konnten innerhalb der Masterarbeit die Preis-/Leistungsstrukturen der aktuell verfügbaren Abos hinsichtlich der Präferenzen überprüft werden.

Die Zukunft des Schweizer Telekommunikationsmarkts

Die Telekommunikationsanbieter unterscheiden sich in Bezug auf die technischen Leistungen kaum. Dem TV wird dabei noch die höchste Bedeutung zugesprochen. Auf Basis der Resultate wird empfohlen, Online-TV mit Replay-Funktion als neue Produktausprägung zu überprüfen. Ein hochwertiges und attraktives Video-on-Demand-Abo, welches sich klar vom Netflix Angebot abhebt, zeigt sich als weiterer Differenzierungsfaktor. In einem gesättigten Markt mit ähnlichen Leistungen aller Anbieter spielt zudem die Stärkung der Marke eine essentielle Rolle.

Die Forschungsarbeit liefert somit erste Hinweise zur Optimierung des Produktportfolios für junge Konsumenten. Nichtsdestotrotz sind die Ergebnisse innerhalb des gesteckten Rahmens zu interpretieren. Die Bildung von Präferenz im Entscheidungsprozess ist ein komplexer Vorgang, bei dem noch weitere Einflüsse wie z.B. situative und persönliche Determinanten entscheidend sind.

Über Dario Wieland

Dario Wieland arbeitet als Marketing Manager im B2B-Umfeld bei einem Schweizer Telekommunikationsanbieter. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung in dieser Branche hat er 2016 den Master in Business Administration mit Vertiefung Marketing an der ZHAW gestartet und 2018 abgeschlossen.

Das Design Thinking Mindset in einem Playbook beschrieben, erläutert und angewandt

Was tut ein American Football Team wenn ein Spielzug funktioniert? Spielzug wiederholen! Was, wenn es nicht funktioniert? Improvisieren! Das Scheitern vergangener Züge treibt das Wechselspiel von geplanten Spielzügen und Improvisation an. Ein ähnliches Muster verfolgt auch das Prinzip des Design Thinkings. Wie genau es funktioniert, beschreibt Dr. Michael Lewrick, Chief Innovation Officer bei Swisscom, in seinem Buch «The Design Thinking Playbook». Er gibt uns einen Einblick, was das Buch beinhaltet. Ausserdem erfahren wir, was uns an seinem Referat am Future of Marketing Event am 15. Oktober 2018 erwartet.

Worüber werden Sie am Future of Marketing Event referieren?

Ich werde in meinen Vortrag den Fokus auf das Design von Business Ökosystemen legen. Es gibt verschiedene Arten von Business Ökosystemen. Im letzten Jahrzehnt waren diese von zentralen Plattformen geprägt. Aber was wäre, wenn alle Informationen, Daten, Eigentumsrechte, und Geldwerte in dezentralen Strukturen sicher, kostengünstig und nachvollziehbar übertragen werden könnten? Die Antwort könnte lauten, es entstehen neue Geschäftsmodelle und Marktopportunitäten. Bestehende Marktteilnehmer verlieren dadurch ihre Daseinsberechtigung. Insbesondere die zahlreichen Intermediäre, die über die Jahre lukrative Einnahmequellen aus ihren transaktionsbasierten Geschäftsmodellen generieren konnten. Wer in solchen dezentralen Systemen überleben möchte, muss sich jetzt verändern, denn aktuell werden die Wertströme in vielen Branchen neu definiert. So wird in Zukunft das Design von Business Ökosystemen zu einer der zentralen Fähigkeiten für Unternehmen.

Das Denken in Business Ökosystem hat die folgenden Merkmale:

  • auf den Nutzer fokussiert
  • lose gekoppelt und auf Co-Creation ausgelegt
  • bestehend aus vernetzten und dezentralen Systemelementen
  • abgestimmte und akzeptierte Wertesysteme der Akteure
  • branchenübergreifende Angebote
  • auf dem maximalen Nutzen für alle Teilnehmer und Akteure ausgelegt
  • durch neue Schlüssel-Technologien (z.B. Blockchain) befähigt
  • Schrittweiser Aufbau eines Minimal Viable Ecosystem (MVE)

Dr. Michael Lewrick ist Expert für das Design Thinking © Dr. Michael Lewrick

Was war Ihre Grundintension den Bestseller „Design Thinking Playbook“ zu schreiben?

Die Intention war nicht einen Bestseller zu schreiben, sondern in erster Linie die aktuelle Innovationsforschung und eine Reflexion aus der Praxis in eine ansprechende Form zu bringen. Durch viele Visualisierungen und eine verständliche Beschreibung, sollten so komplexe Sachverhalte einfach und verständlich beschrieben werden. Unseren Lesern gefällt dieses Format eines „Playbooks“ und deshalb wurde das Buch so erfolgreich. Aktuell wird es in 34 Sprachen übersetzt. Zudem haben wir im Design Thinking Playbook konsequent Design Thinking angewandt. Ausgehend von Personas, werden das Mindest, die Methoden und Werkzeuge beschrieben.

Die Metapher „Playbook“ ist hierbei eine Anlehnung an ein Playbook im American Football, welches vom Coach genutzt wird, um eine Reihe von möglichen Spielzügen, die das Team beim nächsten Mal ausführen sollte zu dokumentieren. Wenn das Team in der Offensive ist braucht es eine andere Vorgehensweise. Die Expertentipps und Hinweise im Design Thinking Playbook sind als inspirierende Vorgehensweise zu verstehen, für eine iterative Reise auf der Suche nach der nächsten Marktopportunität.

Beide Playbooks bestehen aus den beschriebenen Spielzügen, bzw. Vorgehenshinweisen. Diese bestehen in der Regel aus einer Mischung aus greifbaren Diagrammen, Visualisierungen und Wörtern. Im American Football werden so die Züge und Positionen der einzelnen Spieler festgelegt. Das Team versucht ca. alle zwei Minuten ein Spiel aus dem Spielbuch zu spielen. Wenn es klappt, super cool, und der Spielzug wird später noch einmal wiederholt. Wenn es nicht klappt, kehrt das Team in die Teambesprechung zurück und improvisiert. Das Team hat etwa 30 Sekunden Zeit, um zu improvisieren und ihr nächstes Spiel zu verbessern. Dieses Muster von einem geplanten Spielzug versus Improvisation, wird durch das Scheitern vergangener Züge getrieben. Ein ziemlich einzigartiges Verhalten: planen, scheitern, neu entwerfen, umsetzen – alle zwei Minuten.

Das Design Thinking Mindset forciert das gleiche iterative vorgehen: Beobachten, Verstehen, Standpunkt festlegen, Bauen und Testen.

Das Design Thinking Playbook als Inspiration für eine neue Ansatzweise © Dr. Michael Lewrick

Was denken Sie wird die grösste Innovation im Marketing sein?

Eine Veränderung im Marketing kommt durch die Künstliche Intelligenz. So kann durch Künstliche Intelligenz die Kundenbindung gesteigert werden. Mal die ganze Datenschutzdiskussion ausser Acht gelassen, möchten die Kunden individualisierte und relevante Inhalte zur richtigen Zeit auf ihrem bevorzugten Endgerät parat haben.  Die künstliche Intelligenz erlaubt es Unternehmen genau das zu tun. Sehr eindrücklich ist zum Beispiel. die „Empfehlungsmaschine“ von Netflix. Netflix nutzt eine hyperspezifische Kategorisierung, die die Titel genau auf die Personen abstimmt, die einen Inhalt sehen möchten. Zielgenaue Empfehlungen führen letztendlich zu einer höheren Zuschauerzahl. Diese produzieren wieder mehr Daten, die den Algorithmus verbessern. Durch das KI-gestützte Empfehlungssystem hat Netflix ca. 1 Milliarde US-Dollar an jährlichen Kosteneinsparungen, weil das Marketing schlussendlich zielgerichtet ist.

Wie wird sich das Design Thinking entwickeln?

Design Thinking braucht in der Digitalisierung eine Öffnung hin zu anderen Denkhaltungen. Systems Thinking wird zunehmend wichtig, um auch komplexe Lösungen zu bauen. Zudem nutze ich Design Thinking in der Kombination mit Big Data/Analytics. Dieses Vorgehen erlaubt es Erkenntnisse von Daten mit den Erkenntnissen von Beobachtungen zu kombinieren. Am Ende entstehen bessere Lösungen.

Wie wird das Design Thinking in Zukunft das Marketing revolutionieren?

Design Thinking wird das Marketing nicht revolutionieren. Es sind am Ende immer die Menschen, die eine Denkhaltung nutzen, um so bessere Lösungen zu gestalten. Es gibt einige Werkzeuge, die Helfen mehr über unseren Kunden zu erfahren. Wir beobachten den Nutzer, wir testen mit dem Kunden. Wir denken in Kundenerlebnisketten, wir kombinieren Big Data/Analytics und Design Thinking, um eine besser Experience zu erhalten.

Erleben Sie Dr. Michael Lewrick live am Future of Marketing Event in Winterthur: https://future-marketing.ch/