„Try and Error“ im Marketing der Zukunft

Am 28. Oktober 2019 findet der  Future of Marketing Event in Winterthur statt. Spannende Vorträge und Diskussionen rund um zukünftige Trends und Entwicklungen im Marketing erwarten die Teilnehmenden. Um einen kleinen Vorgeschmack davon zu kriegen, welche Themen behandelt werden, haben wir mit Nicolas Bürer, Geschäftsführer bei digitalswitzerland, gesprochen. Er wird am Event ein Referat über Collaboration im digitalen Zeitalter halten.

Erfolg ist heutzutage im Alleingang unmöglich. Aufgrund der Komplexität im digitalen Zeitalter ist Zusammenarbeit gefordert. Was werden Sie uns bezüglich Collaboration am Future of Marketing Event erzählen?

Die Welt wird zunehmend globaler, noch vernetzter und somit komplexer. Insbesondere die Industrien durchleben einen grossen Wandel. Sie verschmelzen und werden «more connected». Heutzutage werden Firmen durch die Digitalisierung vermehrt zu Techfirmen. Ich werde diesbezüglich am Event erzählen, was genau vor sich geht da draussen und vor allen Dingen die neuen Trends aufzeigen. Auch werde ich beleuchten, was man in der Schweiz vom digitalen Wandel spürt. Ich werde dies an Beispielen vorführen, sowohl im B-2-C Bereich, als auch im B-2-B.

Was für einen Einfluss hat Collaboration im digitalen Zeitalter auf das Marketing?

Das Marketing wird auf jeden Fall herausgefordert. Zukünftig wird man kollaborativ denken und aus den starren Silos herausbrechen müssen, wenn man mit der Dynamik mithalten will. Das Marketing wird auch vermehrt den Fokus auf Tech-Anbieter verlegen müssen. Aufgrund der verschiedenen Industrien, die miteinander verschmelzen und den transversalen Technologien wird für Funktionen wie das Marketing Interdisziplinarität gefragt sein. In dieser 3D-Matrix ist innovatives Denken notwendig.

Nicolas Bürer, Geschäftsführer bei digitalswitzerland, setzt auf innovatives Denken © Nicolas Bürer

Was zeichnet eine erfolgreiche Zusammenarbeit aus?

Wichtig ist es, Offenheit und Interesse an out-of-the-box Anbietern zu zeigen. Typischerweise an Tech-Anbietern, welche Technologien anbieten, die industrieweit angewandt werden. Kollaborative Innovation bedeutet viel auszuprobieren. Eine Strategie festzulegen ergibt nicht mehr viel Sinn, da sich alles so schnell ändert und das innerhalb kürzester Zeit. Vielmehr sollte man nach dem Prinzip «Try and Error» vorgehe:. Ausprobieren, analysieren, wiederholen.

Was erwarten Sie selbst vom Future of Marketing Event?

Ich erwarte vor allem Inspiration. Weiter erhoffe ich mir einen Einblick zu bekommen, was in der Marketing Branche aktuell passiert. Ich erwarte von den anderen Speakern viel Offenheit und Neugier Neues auszuprobieren. Es sollte für alle, nicht nur für das Publikum, ein Kick sein mutiger zu werden und mehr auszuprobieren.

Für neugierige Besucher: Sichern Sie sich jetzt Ihre Plätze und seien Sie dabei, wenn Wissenschaft auf Praxis trifft! https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/ueber-uns/future-of-marketing/

Autonom, aktuell, attraktiv: Projekt „Linie 12“

Von Yannick Büzberger

Ein selbstfahrender Bus in Neuhausen am Rheinfall hat in kurzer Zeit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Aus der ganzen Welt kamen schon viele Interessenten zu Besuch, um die autonome Mobilität hautnah mitzuerleben – so auch weltbekannte Nachrichtensender. Die vielen Besuche sind für die Initianten des Projekts „Linie 12“ von sehr grossem Wert.

Die Mobilität der Zukunft

Die Schweizer Gemeinde Neuhausen am Rheinfall im Kanton Schaffhausen ist für Touristen aufgrund des spektakulären Wasserfalls ein bekanntes Ausflugsziel. Seit jüngster Zeit ist der Ort aber auch bekannt als Schauplatz für autonome Mobilität – ein Thema, welches derzeit heiss gehandelt wird. Am 27. März 2018 wurde dort zum ersten Mal weltweit ein autonomes Fahrzeug in ein ÖV-Leitsystem integriert. Der 11-plätzige selbstfahrende Kleinbus ist täglich gemäss Fahrplan auf der Linie 12 der Verkehrsbetriebe Schaffhausen unterwegs. Fahrgäste können hier eine kostenlose Fahrt in die Zukunft der Mobilität geniessen. Momentan fährt der elektrisch angetriebene Bus in einer Tempo-30-Zone im Zentrum von Neuhausen und bedient auf seiner Route drei Haltestellen. An Bord ist stets eine Begleitperson, die in Notfällen mit einem Xbox-Controller eingreifen kann. Das lenkradlose Fahrzeug des Herstellers Navya ist mit zahlreichen Sensoren ausgestattet. Diese sorgen dafür, dass das Elektrofahrzeug die Strecke erkennt und die vorgesehene Spur entlangfährt. Über die Sensoren werden auch Hindernisse wie Autos oder Fussgänger automatisch erkannt. Der fahrerlose Bus reagiert dementsprechend, zum Beispiel, indem er abbremst oder anhält.

Mit dem selbstfahrenden Bus der Linie 12 die Mobilität der Zukunft miterleben © Trapeze

Die Initianten der Linie 12

Ins Leben gerufen wurde die Linie 12 durch die Technologieunternehmen Trapeze und AMoTech, die Verkehrsbetriebe Schaffhausen und den Kanton Schaffhausen. Die beiden erstgenannten sind B2B-Firmen mit Sitz in Neuhausen am Rheinfall. Trapeze bietet Systemlösungen für Verkehrsbetriebe an, die Tochterfirma AMoTech unterstützt Städte und Verkehrsbetriebe dabei, Projekte im Bereich autonomer Mobilität umzusetzen. Im Projekt „Linie 12“ übernehmen sie den technischen Part und sorgen dafür, dass alles rund läuft.

Ein kleiner Elektrobus als Medienstar

Das Projekt weckt bei den Medien grosses Interesse. Neben vielen Schweizer Medien verfolgen auch internationale Medien das Projekt „Linie 12“. Für die Sendung „Supercharged“ zum Thema Motorsport und Elektrofahrzeuge reiste ein Reporter-Team von CNN anlässlich eines Formel-E-Rennens im Juni 2018 nach Zürich. Da der Kleinbus elektrisch angetrieben ist, durfte ein Beitrag über dieses Projekt in dieser Sendung nicht fehlen. Das Fernsehteam nutzte die Gelegenheit und besuchte vor dem Rennspektakel Neuhausen, um bei einer Fahrt mit dem selbstfahrenden Bus die Mobilität der Zukunft zu erkunden. Die CNN-Moderatorin Nicki Shields führte dabei ein Interview mit Peter Schneck, CEO der Firma Trapeze. Auch weitere bekannte internationale Sender wie BBC aus Grossbritannien und RAI UNO aus Italien reisten für ihre Fernsehberichte nach Neuhausen am Rheinfall. Der autonome Kleinbus hat sich als Protagonist des Projekts „Linie 12“ in kürzester Zeit zu einem Medienstar entwickelt, was für die Projektbeteiligten von sehr grossem Wert ist.

Hier klicken, um den CNN-Beitrag anzusehen

Das Projekt stösst auf grosses Medieninteresse – CNN zu Besuch in Neuhausem © Trapeze

Ein Besuchermagnet als ideale Plattform für kleinere B2B-Firmen

Das Interesse an einer Fahrt mit dem selbstfahrenden Fahrzeug ist nicht nur bei den Medien gross: Seit dem Start der Linie 12 wurden schon über 25‘000 Fahrgäste befördert, das wären rund 2‘000 Fahrgäste täglich. Neben vielen Touristen und der lokalen Bevölkerung, waren auch Fahrgäste mit Rang und Namen darunter, beispielsweise Politiker wie der Ministerpräsident aus dem deutschen Bundesland Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann. Parlamentarier aus der Schweiz und aus Österreich liessen sich eine Fahrt mit dem autonomen Fahrzeug ebenfalls nicht nehmen. Durch die von Beginn an grosse Aufmerksamkeit geniesst das innovative Projekt eine hohe Reichweite. Für die vier Gründer des Projekts ist es eine ideale Plattform, um sich auch einzeln mit ihren jeweiligen Stärken zu profilieren. Ein grosser Pluspunkt vor allem für kleinere B2B-Firmen wie Trapeze und AMoTech, deren Namen der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt sind.

Die Projektpartner sind sich einig: Mit der autonomen Mobilität wurde ein brandaktuelles Thema zur richtigen Zeit und am richtigen Ort erfolgreich umgesetzt.

Der kleine Elektrobus hat sich in kürzester Zeit zu einem Besuchermagnet entwickelt) © Yannick Büzberger

Über den Autor

Yannick Büzberger hat in Zürich Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert. Danach zog es ihn direkt in die Arbeitswelt zu seinem jetzigen Arbeitgeber Trapeze, wo er als Marketing Specialist tätig ist. In seiner Funktion ist er unter anderem für die kommunikative Begleitung des Projekts „Linie 12“ zuständig. Nebenbei absolviert er an der ZHAW den CAS Marketing & Corporate Communications, um mit einem vertieften Einblick in die Materie neues Wissen in der Arbeitswelt anzuwenden.

Kommunikation im digitalen Zeitalter

Von Erica Monti

Wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem Wissenschaft und Technologien immer grössere Höhen erreichen und uns immer mehr Lebensqualität ermöglichen. Mitten drin der Mensch, der dafür verantwortlich, aber auch ausgeliefert ist. Moderne Technologien beginnen, den Menschen zu formen. Unser Kommunikationsverhalten verändert sich schnell und bedeutend. Das Interview mit Dr. Lars Jaeger soll sensibilisieren und einen vertieften Einblick in die Materie gewähren.

Lars Jaeger, Eingriffe in die Genetik und die Künstliche Intelligenz (KI) definieren menschliches Leben neu. Unser Alltag verändert sich radikal. Wie wirkt sich das auf das Kommunikationsverhalten der Menschen aus?

Ein Blick auf das Kommunikationsverhalten unserer Teenager genügt eigentlich schon um festzustellen, dass sich bereits vieles dramatisch verändert hat, insbesondere durch das Internet und die sozialen Medien. Und das wird wohl so weitergehen. Künftig werden wir noch schneller, noch mehr und vor allem kostenlos mit allen kommunizieren. Es werden weitere neue Kommunikationsplattformen entstehen. Nebst den bestehenden, die unser Leben schon ziemlich prägen, wird es Kanäle geben, auf denen man noch mehr private Dinge freiwillig der Öffentlichkeit preisgibt.

Der Umgang mit der Privatsphäre verändert sich zunehmend – bewusst, aber auch unbewusst. Mit den Daten, die wir preisgeben, wird zudem immer professioneller gearbeitet. Sie werden benutzt, verarbeitet und kommen zu uns zurück. Immer bessere Algorithmen arbeiten im Hintergrund und versuchen, unser Handeln und Denken zu beeinflussen. Durch diese Transparenz ermöglichen wir grossen Plattform- und Datenprovidern wie Facebook & Co. immer mehr über uns, unsere Vorlieben, Charaktereigenschaften und unsere innersten Regungen zu erfahren. Damit erhalten diese mehr und mehr Macht und die Gesellschaft wird zunehmend gläserner.

Es ist heute z.B. möglich, mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) ein mehr oder weniger komplettes Psychogramm eines Menschen nur auf der Basis der Stimme zu erhalten. Nach einer Viertelstunde Gespräch, dessen Aufnahme einer KI übergeben wird, kann diese ein sehr akkurates Bild zu Charaktereigenschaften und Motivation ermitteln. Vor dreissig Jahren hielt es niemand für möglich, dass die Stimme überhaupt Information über unsere Persönlichkeit enthält. Das galt so umstritten wie die Phrenologie, die Auffassung, dass man das Wesen eines Menschen an dessen Kopfform ablesen könne. Heute benutzen dies Firmen, um z.B. Bewerber zu analysieren. Telefonieren Sie mal eine Viertelstunde mit WhatsApp, und schon weiss Facebook, wer Sie sind. Der heutige Chairman und damalige CEO von Google, Eric Schmidt sagte schon 2009: «Wenn es Dinge gibt, von denen Sie nicht wollen, dass irgendjemand etwas darüber erfährt, dann sollten Sie diese nicht tun.» Schöne neue Welt!

Man kann das unter dem Stichwort «komplette Transparenz bis hin zu den Gedanken» zusammenfassen. Künftig wird noch viel mehr durch KI analysiert werden als Stimmen und Ausdrucksweisen.

Die Kommunikation wird sich deutlich verändern und KI Analysen werden zunehmen © Pixabay

Die gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen sind spürbar. Wir entwickeln uns zu einer zugestöpselten Gesellschaft und kommunizieren zunehmend digital. Welches sind die grössten Herausforderungen und wie sollte die Gesellschaft, aber auch die Politik diesen begegnen? Welche Weichen müssen gestellt werden, damit wir uns nicht komplett in die Abhängigkeit manövrieren?

Die technologischen Veränderungen passieren so schnell, dass die Politik unmöglich mitkommt. Grösstenteils verstehen die Politiker solche Dinge ja auch gar nicht. Es ist erstaunlich, wie wenig in diesen Gremien nach wie vor von modernen Technologien die Rede ist. Was es braucht sind klare gesetzgeberische Rahmenbedingungen. In Europa gibt es dies seit 2018 zumindest ansatzweise mit dem EGDPR (European General Data Protection Regulation) oder DSGVO. Es ist sehr vorbildlich, dass die Europäer sich dazu durchgerungen haben. In den USA und natürlich z.B. in China mit der allumfassenden Staatskontrolle gibt es keinerlei Datenschutz. Die Europäer sind hier in die Offensive gegangen, aber das reicht bei weitem nicht aus. Die Politiker sind stark gefordert und werden sich zukünftig noch viel intensiver mit der technologischen Entwicklung beschäftigen müssen.

Was kann man tun, um die Gesellschaft vermehrt zu sensibilisieren, Stichwort Bildung?

Natürlich muss eine vermehrte Sensibilisierung stattfinden, und man muss früh damit beginnen. Der Technologiewandel läuft und wir hinken immer hinterher. Wachsam, aufmerksam und kritisch zu sein und zwar immer und überall, das ist die Botschaft. Der naive Umgang mit sozialen Medien muss ein Thema sein. Jeder kann in seinem Umfeld sensibilisieren – ich denke da an Eltern, Schulen, Lehrpersonen, Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler und natürlich an die Medien.

Die meisten Bildungssysteme in Europa, aber auch in den USA, stammen aus dem 19. Jahrhundert, werden von Lehrpersonen unterrichtet, die aus dem 20. Jahrhundert stammen und sollen die Schüler für das 21. Jahrhundert fit machen. Das ist natürlich keine einfache Aufgabe und ich habe auch kein Patentrezept dafür.

Wie werden wir in zwanzig Jahren kommunizieren?

Möglicherweise direkt von Gehirn zu Gehirn. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass irgendein technisches Instrument meine Gedanken erkennt, denn Gedanken sind messbar, weil sie ein Resultat von komplexen Gehirnströmen sind. Auf sehr rudimentäre Art und Weise ist das bereits heute schon möglich.

Wie wird es der Gesellschaft damit ergehen?

Das ist kaum vorhersagbar, denn wenn wir unsere Gehirne miteinander verschalten, ist das so etwas wie eine Singularität, etwas ganz Neues, sich ganz schnell Veränderndes und Dramatisches. Da müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht mit den Falschen verschalten und es wird umso wichtiger sein, unsere Daten nicht in falsche Hände geraten zu lassen.

Also unbedingt wachsam sein, hinterfragen, sensibilisieren und Rahmenbedingungen setzen?

Auf jeden Fall. Menschen hatten schon immer Probleme, wenn neue Medien auftauchten, das war schon mit dem Radio so und später mit dem Fernseher ebenfalls. Ersteres spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der Nazi-Propaganda in Deutschland, zu letzterem schrieb schon 1985 der amerikanische Philosoph Neil Postman «Wir amüsieren uns zu Tode». Heute beschleunigt sich die mediale Entwicklung noch einmal. Ich glaube aber daran, dass die Gesellschaft es schaffen kann, kritisch damit umzugehen. Natürlich verursacht die Geschwindigkeit des technologischen Wandels eine grosse Verunsicherung und die Gefahr besteht, dass die Menschen resignieren, überfordert sind und falsch damit umgehen.

Bei allen technologischen Fortschritten, gilt es die kritische Denkweise nicht abzulegen © Pixabay

Wie kann man sich entspannen in diesem angespannten Kommunikationszeitalter?

Es ist sehr interessant, dass gerade in Zeiten grosser Hektik, Komplexität und Aufregung eine Entwicklung stark an Popularität gewinnt, in der die Menschen nach mehr Achtsamkeit und Entspannung streben. Achtsamkeitsbasierte Stressregulationen, die mit meditativen Techniken arbeiten, und dies voll und ganz säkular, ohne religiösen Überbau, ziehen viele Menschen an. Sie versuchen, sich zurückzubesinnen auf ganz fundamentale Prinzipien: wie ihr Geist funktioniert. Vielleicht ist das das eigentliche Thema: bewusster und achtsamer zu werden!

Über Dr. Lars Jaeger

Dr. Lars Jaeger (www.larsjaeger.ch) ist Wissenschaftler, Schriftsteller, Unternehmer, Finanztheoretiker und Alternative Investment Manager. Er studierte Physik und Philosophie an der Universität Bonn und an der École Polytechnique in Paris und promovierte 1997 auf dem Gebiet der theoretischen Physik am Max-Planck-Institut für Physik in Dresden. Nebst seinem beruflichen Engagement in der Finanzindustrie als quantitativer Forscher schreibt er Bücher und verfasst Blogs zu Naturwissenschaft, Geschichte und Wissenschaftsphilosophie.

Literaturverzeichnis, themenbezogen:
«Die Naturwissenschaften – Eine Biographie», 2015
«Wissenschaft und Spiritualität», 2016
«Supermacht Wissenschaft», 2017
«Die zweite Quantenrevolution», 2018
«Mehr Zukunft wagen! -Wie wir alle vom Fortschritt profitieren«, erscheint im Sommer 2019

Über die Autorin

Erica Monti, PR and Communication Manager, vertiefte ihr Fachwissen in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation nach einer kaufmännischen Grundausbildung in verschiedenen Marketinglehrgängen und bildet sich aktuell im Rahmen eines CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW wiederum fachspezifisch weiter. Sie arbeitet am Hauptsitz bei Reichle & De-Massari AG und ist dort im Bereich Unternehmenskommunikation unter anderem für Corp. Publishing, Medienarbeit und interne Kommunikation verantwortlich.

Die Zukunft des Marketings ist kollaborativ

Von Dr. Jesse Bächler

Die so trivial klingenden Ziele des Marketings sind auch mit den immer vielfältigeren technischen Möglichkeiten noch immer nicht leicht zu erreichen: «Die delikate Kombination von Gewohntem und Überraschendem fordert aber weiterhin alle Beteiligten heraus – heute sogar mehr denn je. Indem die Zusammenarbeit neugestaltet wird, können Marketing und Kreation aus beiden Welten das Beste herausholen.

Beim alljährlichen Branchentreffen am Medienforschungstag 2018 war vor allem eine Aussage immer wieder zu hören: Im Alleingang ist heute Erfolg unmöglich. Tatsächlich scheint die traditionelle Zweierkiste nicht mehr auszureichen, um der Komplexität im (digitalen) Marketing Herr zu werden. Das klassische Werbeagentur-Modell habe keine Zukunft, stellte Cornelia Harder, CEO und Inhaberin FCB Zürich, auf dem Podium des Medienforschungstags fest.

Podiumsdiskussion am Schweizer Medienforschungstag 2018 in Bern. Von rechts Markus Spillmann (Moderator), Roger Harlacher (CEO Zweifel Pomy-Chips AG), Cornelia Harder (CEO FCB Zürich), Michael Wanner (Geschäftsführer Watson) © Jan Hedlund, evenito.com

Kollaboration erhält die Markenstärke

Markenführung ist ein steter Balance-Akt zwischen Erwartetem und Überraschendem. Um im Markt aufzufallen und im Bewusstsein der Kunden zu bleiben, müssen Brands kreativ sein und laufend neue und spannende Massnahmen entwickeln. Dabei dürfen sie sich aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Das Brand Management der Zukunft koordiniert die Werte des Unternehmens und die Ideen der Kreativen. Die Zusammenarbeit wird dabei in manchen Unternehmen so eng, dass die Kreativ-Agentur gleich eingegliedert wird. Der Gewinn dieses Modells ist, dass sich die sprudelnde Kreativität nicht verselbständigen kann und am Ende die Konsistenz der Markenbotschaften verwässert. Je enger das Marketing und die Kreation zusammenarbeiten, desto stärker kann die Marke werden. 

Gemeinsames Vorgehen unumgänglich

Während die Media-Schlacht an der Front gegen die Werberiesen Facebook, Amazon und Google unvermindert tobt, kriselt es auch in der Markenführung zahlloser Unternehmen. Ein gesättigter Markt, abgestumpfte Konsumenten und dezimierte Aufmerksamkeitsspannen ebenso wie rasante technische Entwicklungen und die fragmentierte Mediennutzung fordern das Marketing wie nie zuvor. Man weiss, dass der Konsument weiterhin da draussen ist, aber zerreibt sich an der Frage, mit welcher Botschaft er heute noch wirklich erreicht werden kann. Der Schlüssel zum Erfolg, so Michael Wanner, CEO von Watson, sei gemeinsam vorzugehen. 

Erfolgreiche Kollaboration verlangt neue Meta-Skills

Freilich verändern sich damit die Rollen in den beteiligten Abteilungen ganz profund. Das Marketing kann sich nicht länger damit begnügen, ein Briefing zu erstellen und auf die Ausführung des Auftrags zu warten; die Kreativ-Agenturen müssen sich damit anfreunden, ihre Domäne des schöpferischen Arbeitens bereits sehr früh für Feedbacks aus dem Unternehmen zu öffnen. Für Werbeagenturen, auf der anderen Seite, besteht die Dienstleistung zunehmend darin, die geeigneten Partnerschaften für die jeweilige Aufgabe aufzugleisen und sich mit den Besten der Besten zu vernetzen. Die Markenführung der Zukunft ist nicht ein unternehmensinternes Projekt, das an eine ausführende Agentur delegiert wird, sondern ein geteiltes Ziel mehrerer Stakeholder. Die Schlüsselpositionen benötigen dazu neben ihren Kernkompetenzen immer mehr Meta-Skills der Teamführung und des agilen Managements.

 

 

Wie sieht der Marketeer der Zukunft aus?

Am Future of Marketing Event konnten wir einige Experten abpassen und herausfinden, wie für sie der Marketeer der Zukunft aussieht. Eins ist schon mal klar, so ganz lässt sich der Marketeer nicht in eine Schublade einordnen, auch seine Fähigkeiten ergeben kein einheitliches Bild. In einem immer schneller verändernden Umfeld ist es nämlich von besonderer Relevanz, sich schnell auf neue Trends im Marketing einstellen zu können.

Elisa da Costa, Event und Social Media Managerin bei Marketing Natives:

Ich denke, es gibt zwei Typen: Einerseits werden wir mehr Spezialisten benötigen, andererseits braucht es auch die Allrounder, die einen allgemeinen Überblick über Innovationen haben. Es ist auch abhängig davon, ob man in einem kleineren oder grösseren Unternehmen arbeitet. Grosse Unternehmen verstärken sich mit Spezialisten, wohingegen sich KMU’s keine Spezialisten mehr leisten können und Allrounder beschäftigen.

Podiumsdiskussion am Future of Marketing Event. Von links: Catherine Purgly, Miriam Rickli und Elisa da Costa © Manuela Eberhard

Milos Radovic, Head of Marketing Development bei Swisscom:

Der Markeeter der Zukunft muss flexibel sein und muss sich möglichst schnell auf neue Dinge einstellen können. Das Zweite, wie wir es auch bei Swisscom erlebt haben, ist eine gewisse Kontinuität. Also nicht schnell, schnell nur machen, sondern sich ein, zwei, drei Jahre mit einem Thema auseinandersetzen und dieses weiterentwickeln. Diese zwei Fähigkeiten sind meiner Meinung nach für die Zukunft wichtig.

Catherine Purgly, Geschäftsführerin bei Leading Swiss Agencies:

Ich denke, es braucht Interesse und Flair für Kommunikation; aber auch Design. Es braucht Neugierde und dass man gerne mit Menschen zusammenarbeitet und Menschen analysiert. Verstehen, wie sich der Mensch in Zukunft verhält. Ich denke, man muss ein sehr guter Teamplayer sein. Es wird alles schneller und das setzt voraus, dass man in einem so dynamischen Umfeld arbeiten möchte. Hinzufügen möchte ich, dass man bei einer Karriere in der Agenturwelt mit vielen, unterschiedlichen Branchen zu tun hat. Diese Agilität muss man lieben. Das ist meiner Meinung nach ein spannendes Umfeld, um sich weiterzuentwickeln.

Prof. Dr. Brian Rüeger, Leiter Institut für Marketing Management und Dozent Marketing:

In Zukunft braucht es eine bipolare Aktivität zwischen beständigen Themen wie strategischem Marketing und gleichzeitig schnellen Themen, bei denen man in «realtime» unterwegs ist.

Miriam Rickli, Moderatorin:

Was ich aus dem Anlass mitnehme, ist, dass die Zeit nicht stehen bleibt. Es geht immer schneller vorwärts und man muss am Puls der Zeit sein. Es schadet nicht, eine Weiterbildung zu absolvieren oder ein Fachbuch zu lesen. Was man trotz Digitalisierung nicht vergessen darf, sind aber die Menschen, sich für Meetings Face-to-Face zu treffen und dass, nicht alles nur noch online erledigt werden muss.

Fit für die Zukunft an der School of Management and Law

Der Fokus wird zukünftig einerseits auf der Beständigkeit und Kontinuität liegen und andererseits auf der Agilität und Schnelllebigkeit in der Marketingwelt. Die ZHAW School of Management and Law bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten an, sich in diversen Marketing und Digitalisierungs-Bereichen weiterzubilden. Der MAS Digital Marketing vereint vier verschiedene CAS, die aktuelle Themenfelder bearbeiten und sich auch zukunftsorientierten Themen widmen, wie Big Data Analysen, künstlicher Intelligenz und Marketing Automation. Somit werden alle relevanten Aspekte des Marketings im digitalen Zeitalter abgedeckt.

Dr. Michael Klaas, Studiengangleiter des MAS Digital Marketing (links), und Valerio Stallone, Studiengangleiter des CAS Advanced Digital Marketing (rechts)

Hier finden Sie weitere Informationen zu den CAS Digital Marketing und Advanced Digital Marketing.

Gute Stimmung, grossartiges Programm und sprechende Roboter am Event «Future of Marketing»

Marketingbegeisterte aus diversen Branchen kamen am Future-of-Marketing-Event in Winterthur zusammen und tauschten sich über die Zukunft des Marketings aus. Neben Einblicken von Experten, produktiven Workshops und interessanten Referaten, gab es weitere Attraktionen, welche die Marketingleute begeisterten.

Moderiert wurde der Anlass von Miriam Rickli. Gemeinsam mit Pepper, einem humanoidem Roboter der Zürcher Firma raumCode, hiess sie die rund 180 Gäste willkommen. Die Eröffnung des Events gestaltete sich aus drei Referaten zu unterschiedlichen Marketing Trends. Dominic Kropf, Leiter Cross Channel Solutions bei der Post CH AG, thematisierte beispielsweise den Wandel von crossmedialer Informationsüberflutung hin zu differenziertem Vorgehen auf Datenbasis. Dabei unterstrich er aber nicht nur die Bedeutung der Daten für die Optimierung der Kanäle, sondern auch die technologische Entwicklung. «Daten allein sind kein Garant für effektive Kampagnen, es wird auch in Zukunft immer die geniale Idee brauchen», so Dominic Kropf. Auch Milos Radovic, Head of Marketing Development bei Swisscom, betonte bei seinem Referat die Rolle des Menschen. Eine Vollautomatisierung im Lead-Management solle einen Fokus auf die Kreativität ermöglichen. Nach einem informationsreichen Vormittag durften die Teilnehmenden in vier Workshops kreativ werden und zusammen Lösungen erarbeiten, die sie dem Publikum präsentierten.

Pepper, der humanoide Roboter, begrüsste das Publikum und sorgte für viele Lacher © Manuela Eberhard

Interessante Inputs gab es auch aus dem Referat von Birte Welsch, Leiterin Customer Happiness Management bei Tandemploy. Thematisiert wurde das Job-Sharing als neuer Ansatz flexibler zu arbeiten im digitalen Zeitalter. Durch das Teilen der Arbeit soll bei Kündigung eines Mitarbeiters das Know-How in der Firma weiterhin bestehen bleiben. Sie betont, dass es wichtig wäre, die Mitarbeiter clever zusammenzubringen und den Austausch von Wissen zu fördern. Dadurch würde man die Fähigkeit stärken, Innovationen hervorzubringen. Es liege noch sehr viel Potential in Unternehmen, welches noch nicht vollständig ausgeschöpft werde. Daher solle man beispielsweise Tools nutzen, um den Informationsaustausch zu fördern.

Teilnehmende erarbeiten gemeinsam Lösungen zu verschiedenen Cases © Manuela Eberhard

Der Austausch von Informationen kann von hoher Relevanz sein, erklärte auch Dr. Michael Lewrick, Chief Innovation Officer bei Swisscom. Er ging auf die Bedeutung und Schaffung dezentraler Ökosysteme ein, in denen Daten und Informationen in dezentralen Strukturen übertragen werden könnten. Solche Ökosysteme würden Vorteile für alle Akteure schaffen und auch immer mehr Akteure im System miteinbeziehen, sodass es sich iterativ weiterentwickeln würde. Für das Marketing würde das bedeuten, dass es eine Demokratisierung von Informationen geben würde. Jeder hätte eine Informationshoheit, es gäbe Differenzierungspotenzial, bessere Datenqualität und höhere Akzeptanz von Werbung. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen, welche besagen, dass das erfolgreiche Marketing an der Idee entsteht, plädiert dieser Ansatz für eine technologiezentrierte Entwicklung. Das Problem ist jedoch, dass Unternehmen noch nicht bereit sind ihr Geschäftsmodell aufzugeben und eigene Informationen preiszugeben. Dabei sollten Firmen über eine gemeinsame Value Proposition nachdenken.

Experten tauschen sich mit dem Publikum aus © Manuela Eberhard

Zum Abschluss des Tages wurden in der Podiumsdiskussion die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst. Zukünftig wird im Marketing die Dynamik, wie auch die Komplexität steigen. Nicht nur die Technologie und Modelle, sondern auch die Konsumenten werden komplexer. «Man sollte jedoch nicht in Panik verfallen. Man kann die Dynamik nicht beherrschen, man muss sich darum neue Herangehensweisen aneignen und viel ausprobieren und testen», so Institutsleiter Prof. Dr. Brian Rüeger. Es ist wichtig zu lernen, in Zyklen zu leben und Schritt für Schritt an Lösungen zu arbeiten. Die Digitalisierung hat bereits und wird noch mehr Auswirkungen auf das Marketing haben, aber somit auch neue Bereiche mit neuen Fähigkeiten schaffen.

Man sollte in diesem rasanten Prozess nicht vergessen die Mitarbeiter mitzunehmen, denn es geht nicht nur um die technische neue Idee, sondern auch darum das Team miteinzubeziehen. Andrea Schneider, User Experience Researcher bei SBB, bekräftigte ausserdem, dass es einen sanften Übergang geben solle, die auch die Fähigkeiten der alten Generation mitnehme und berücksichtige. Zusammenfassend waren sich die Referenten einig, dass die bevorstehenden Transformationen gefördert, begleitet und gemeinsam angegangen werden sollen. «Im Fokus bleibt aber immer noch dieselbe Aufgabe und zwar die Kunden zu begeistern und Emotionen auszulösen», so Catherine Purgly, Geschäftsführerin bei Leading Swiss Agencies. Das Marketing unterliegt grossen Veränderungen, die aktuell geschehen. Was also die Zukunft noch bringen wird, kann man heute mitbestimmen.

Diesen informationsreichen Tag auf einer Seite, beziehungsweise Skizze, zusammenzufassen ist nicht einfach, aber möglich. Guido Schlaich, Ingenieur und Designer, hatte alle wichtigen Inputs zusammengesammelt und visuell erfassbar dargestellt. Wer diesen Tag also verpasst hatte, kann sich auf einem Blick die Kernaussagen anschauen. Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte.

Der Future of Marketing Event auf einem Blick © Guido Schlaich

«Das Marketing verändert sich so stark, dass es nur Sinn ergibt, einmal jährlich einen Event zu veranstalten, wo wir die Wissenschaft und die Forschung zusammenbringen, um die Veränderungen und neusten Trends aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten», so Prof. Dr. Frank Hannich. Institutsleiter Prof. Dr. Brian Rüeger freut sich über überwältigend positives Feedback; es habe gute Gespräche beim Apéro gegeben, und es hätten viele Anregungen und Impulse bei den Teilnehmenden ausgelöst werden können. «Wir sind sicher auf dem richtigen Weg und wollen nächstes Jahr einen Quantensprung hinlegen. Das Interesse ist auf jeden Fall da», so Prof. Dr. Brian Rüeger.

Save the Date für den Future of Marketing am 28.10.2019 in Winterthur © Manuela Eberhard

Druck-Branche am Aussterben – oder doch lebendiger als je zuvor?

Von Tamara Martelli

Beim Wort «Drucken» denken viele zuerst an die graue Box in der Ecke des Büros, welche hoffentlich ohne Papierstau Dokumente ausdruckt. Das Ausdrucken von Dokumenten hat sich in den letzten Jahren jedoch deutlich verringert, da im heutigen Zeitalter der Digitalisierung nahezu alle Inhalte in elektronischer Form zur Verfügung stehen. Wozu braucht es also noch den Druck?

Die Firma Ricoh hat zu dieser Frage eine Studie durchgeführt, um zu erfahren, wie die Zukunft des Drucks aussieht und wie neue Drucktechnologien Chancen für Unternehmen darstellen können. Ricoh ist ein japanisches Unternehmen, welches ein breites Portfolio an innovativen Technologien und Dienstleistungen anbietet um es dem einzelnen Mitarbeiter zu ermöglichen, intelligenter zu arbeiten. Für die Studie wurden 3’150 Führungskräfte von Unternehmen unterschiedlichen Grössen in ganz Europa befragt, wie sie die Bedeutung des Drucks in ihren Unternehmen einschätzen und welche Rolle Druck in Zukunft in ihren Augen einnehmen wird.

Ricoh Studie «The Future of Print» zur Zukunft des Drucks ©Ricoh Europe Ltd.

Druck als strategischer Faktor für Unternehmen

Die Hauptaussagen aus der Studie zeigen auf, dass Druck keineswegs am Aussterben ist, sondern dass er für Führungskräfte verschiedener Branchen eine wichtige strategische Rolle einnimmt. Neue Drucktechnologien ermöglichen es Unternehmen, Kundenbeziehungen zu vertiefen, schneller auf Erwartungen seitens der Kunden zu reagieren und die Angebote individueller zu gestalten. Wie aber setzten Unternehmen neue Drucktechnologien konkret ein, um die genannten Vorteile zu erreichen? Die Ricoh Studie zeigt dies anhand der folgenden vier Branchen auf: Einzelhandel, Gesundheitswesen, Hochschulbildung und Finanzdienstleistungen. Um einen Fokus zu setzen, wird nachfolgend auf die Drucktechnologien der Zukunft im Einzelhandel (Retail) eingegangen.

3D-Druck im Einzelhandel erzeugt Wettbewerbsvorteile

Die Studie hat ergeben, dass im Einzelhandel von den Kunden besonders kürzere Lieferzeiten, vielfältigere Liefermöglichkeiten sowie die Möglichkeit zur Personalisierung gefordert werden. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden und um Wettbewerbsvorteile zu erlangen, können neue Drucktechnologien wie 3D-Druck eine wichtige Rolle spielen. Der 3D-Druck ermöglicht es Retailern beispielsweise, Artikel viel schneller zu drucken d.h. herzustellen als mit herkömmlichen Fertigungsverfahren. Das Potential ist da, Produkte sogar direkt im Laden im Beisein des Kunden zu drucken. So kann auch auf individuelle Wünsche des Kunden eingegangen werden und personalisierter Druck ist einfach umsetzbar sowie erst noch wirtschaftlich sinnvoll.

3D-Druck ermöglicht eine schnellere und individuellere Herstellung von Produkten ©Pixabay

Die 3D-Druck Technologie vereinfacht somit die Art und Weise, wie Artikel hergestellt, gelagert und vertrieben werden, in dem sie die Lücke zwischen digitalen und physischen Gegenständen überbrückt. Die Kosten für Lagerung, Versand und Materialien wird reduziert. Retailer mit stationären Geschäften konkurrieren dabei mit ihren Online-Anbietern um die On-Demand-Lieferung von Produkten. Aus diesem Grund wollen gemäss der Ricoh Studie 68% der Befragten innerhalb der nächsten zwei Jahre Investitionen in 3D-Drucktechnologien vornehmen um die Kundenerfahrung zu verbessern, Bestellungen effizienter zu bearbeiten und um die Loyalität der Kunden zu erhöhen.

Um in unserer schnelllebigen Welt als Unternehmen bestehen zu können, ist Flexibilität notwendig, um mit den sich laufend ändernden Anforderungen der Kunden Schritt zu halten. Druck ist dabei ein entscheidender Faktor, um sich als Unternehmen zu differenzieren und sich Wettbewerbsvorteile zu erschaffen.

Über die Autorin

Tamara Martelli hat an der Hochschule Luzern Business Administration mit Vertiefung in Tourismus & Mobilität studiert und ist heute als Corporate Marketing Specialist bei der Ricoh Schweiz AG in Wallisellen tätig. Nebst ihrer Leidenschaft für das Reisen und den Sport, ist sie sehr an technologischen Entwicklungen interessiert und deren Auswirkungen auf das Arbeiten und das Leben der Zukunft. Momentan absolviert sie an der ZHAW den CAS Corporate Marketing & Communications.

Ein Rennen gegen die Digitalisierung: Verdrängt künstliche Intelligenz menschliche Übersetzer?

Von Tatjana Gelmetti

Texte auf Knopfdruck übersetzen lassen. Was vor mehreren Jahren noch undenkbar war, ist heute Alltag. Die künstliche Intelligenz (KI) macht das möglich – und verändert damit die ganze Übersetzungsbranche. Doch was auf den ersten Blick verlockend klingt, birgt einige Gefahren.

Innovationsführer sind meistens auch Marktführer. Das haben viele Übersetzungsdienstleister erkannt. Immer mehr ambitionierte Start-ups versuchen, mit originellen Lösungen den Übersetzungsmarkt aufzuwirbeln. Gleichzeitig möchten auch die Grossen ganz vorne mitmischen. Die Konkurrenz ist gross. Wem als Erster der technologische Durchbruch gelingt, wird das Rennen für sich entscheiden. Das scheint das Ziel aller Anbieter zu sein. Und als Schlüssel zum Erfolg winkt die neuronale maschinelle Übersetzung (NMT, Neural Machine Translation).

Übersetzungen boomen und der Markt bietet diverse Möglichkeiten © Pixabay

Mit Innovation zum Durchbruch?

Die grosse Neuheit der NMT besteht darin, dass die Maschine über ein grosses Netzwerk, das nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns aufgebaut ist, übersetzen lernt. Die Maschine wird mit zweisprachigen Texten gefüttert und trainiert und speichert Übersetzungsdaten ab. Je grösser die Datenmenge an bestehenden zweisprachigen Texten ist und je genauer die Thematik mit dem zu übersetzenden Text übereinstimmt, desto besser sind die Übersetzungsresultate.

Auf verschiedenen Gratis-Übersetzungsplattformen wie Google Translate und DeepL wird dieses Prinzip bereits angewendet. Diesem Trend möchten jetzt immer mehr Übersetzungsdienstleister folgen. Doch reicht Innovation allein, um auf dem Markt durchzustarten? Es scheint immer schwieriger zu werden, sich von der Konkurrenz zu differenzieren. Denn jeder möchte der Innovativste sein.

Künstlich. Aber auch intelligent?

Die NMT ist einigen Übersetzern jedoch ein Dorn im Auge. Denn damit können Übersetzungen immer schneller verfügbar gemacht werden. Die Produktivität steigt, doch gleichzeitig auch der Druck auf die Preise. Nicht nur fürchten sich Übersetzer vor sinkenden Löhnen, sie sehen auch die Zukunft ihres Handwerks bedroht. Die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung bringen den privilegierten Beruf des Übersetzers je länger je mehr ins Wanken. Wie lassen sich die Preise für Qualität und Fachkompetenz noch rechtfertigen, wenn scheinbar vergleichbare Resultate in viel kürzerer Zeit angeboten werden? Ist es überhaupt noch notwendig, auf professionelle Übersetzer zu setzen, wenn eine Maschine die gleiche Arbeit leisten kann?

Eine Maschine unterstützt, sie ist aber nicht perfekt © Pixabay

Ja, ist es. Gerade in Sachen Qualität hinkt die NMT hinterher. Insbesondere bei der Übersetzung kreativer Marketingtexte, sogenannten Transkreationen, kann die NMT nicht mit menschlichen Übersetzern mithalten. Hier sind Emotionen gefragt. Maschinen sind – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – überfordert, wenn es darum geht, rhetorische Figuren wie Metaphern, Hyperbeln oder Ironie zu übersetzen.

Laut Samuel Läubli, Doktorand am Institut für Computerlinguistik der Universität Zürich, stellen lange und komplexe Sätze eine weitere Knacknuss dar. Die Technologie sei noch nicht so weit, dass komplexe und verschachtelte Sätze in jedem Fall korrekt übersetzt werden können. «NMT-Systeme können momentan nur Sätze fliessend übersetzen – nicht aber ganze Dokumente», betont Läubli. Damit hängt auch das nächste Problem zusammen, die Kohärenz. Da die Sätze nur nacheinander übersetzt werden und der Kontext auf Dokumentebene fehlt, werden zum Beispiel Fachbegriffe nicht kohärent über mehrere Sätze hinweg übersetzt. Diese Ungenauigkeit in der Terminologie ist ein grosser Nachteil bei der Übersetzung von Fachtexten, wo die einheitliche Übersetzung von Fachbegriffen eine grosse Rolle spielt.

Bei Übersetzungen mit NMT-Systemen kann die Kohärenz nicht gewährleistet werden, weil jeder Satz einzeln übersetzt wird. © Samuel Läubli, Universität Zürich

Vorsicht, Datenschutz!

Die grösste Gefahr birgt aber der Datenschutz. Bei Gratis-Übersetzungsplattformen besteht bekanntlich das Risiko, dass vertrauliche Daten in der Cloud abgespeichert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Für negative Schlagzeilen sorgte zum Beispiel ein Fall in Skandinavien, als wegen Translate.com sensible Kundendaten im Netz kursierten. Solche Probleme beweisen, dass es doch sinnvoll ist, auf menschliche Übersetzer zu setzen.

Wie sieht die Zukunft aus?

Dass man mit NMT komplett fehlerfreie Übersetzungen erhalten kann, ist bis heute nicht realistisch und wird es auch noch länger nicht sein. Zudem sind Fehler in einem neuronalen Netzwerk nur schwer zu beseitigen, weil die NMT wie eine Blackbox funktioniert und man nicht genau ermitteln kann, wo der Ursprung des Fehlers liegt.

Sicher ist, dass der digitale Fortschritt in den letzten Jahren rasant zugenommen hat – und auch weiter zunehmen wird. Die Ergebnisse im Bereich maschinelle Übersetzung werden sich verbessern. Ob die Maschine einen menschlichen Übersetzer jemals überholen wird, sei jedoch dahingestellt. Um als Übersetzungsdienstleister weiterhin auf dem Markt die Nase vorn zu haben und auf Marktveränderungen reagieren zu können, sollte man seinen USP und seine Positionierung stets überdenken. Neue Dienstleistungen wie Pre-Editing und Post-Editing, die auf die Vor- und Nachbearbeitung maschinell übersetzter Texte abzielen, werden in Zukunft boomen. Die Frage ist also nicht, ob man NMT beim Übersetzen anwenden soll, sondern wie.

Über die Autorin

Tatjana Gelmetti ist ausgebildete Linguistin und liebt Fremdsprachen. Sie wohnt in Dübendorf und hat an der ZHAW in Winterthur ihr Bachelorstudium in Übersetzen absolviert. Zurzeit besucht sie den CAS Marketing & Corporate Communications an der ZHAW. Ihre Leidenschaft für Sprachen hat sie zum Beruf gemacht. Tatjana arbeitet als Projektleiterin bei Supertext AG, einer Übersetzungs- und Textagentur. Der digitale Fortschritt, der sich auch in ihrem Arbeitsumfeld bemerkbar macht, beschäftigt sie sehr.

Marketing Automatisierung im B-2-B am Beispiel von Swisscom

Von Angela von Deschwanden und Marc Schwarz

Bald schon fällt in Winterthur der offizielle Startschuss des Future of Marketing Events. Es erwarten uns spannende Experten-Vorträge und Diskussionen über die Zukunft des Marketings. Dabei wird auch das Thema Lead Management und Marketing Automation von Relevanz sein. Das B-2-B Marketing hat sich in den letzten Jahren umfassend verändert. Kaufentscheidungsprozesse finden immer häufiger online statt und der persönliche Kontakt mit den Anbietern tritt erst spät ein. Daher gilt es dem Kunden früh im Kaufprozess mit qualitativ hochwertigem Inhalt entgegenzukommen, potenzielle Interesssenten zu identifizieren und systematisch durch den ganzen Kaufprozess zu begleiten.

Datengenerierung durch Lead Management

Sobald die Kunden auf einem beliebigen Kanal auf für sie relevanten Inhalt stossen, geben sie ihre Daten freiwillig preis, um den hochwertigen Content zu konsumieren. Der Kunde weiss Bescheid, wie die Daten gespeichert und verwendet werden. Es wird also gemessen, welche Personen sich für welchen Inhalt interessieren. Dabei gibt es explizit und implizit generierte Daten, die zentral in einer Lead-Datenbank gespeichert werden. Die expliziten Daten setzen sich aus Angaben zum Kunden zusammen, wie zum Beispiel die E-Mail-Adresse, Informationen über die Firma und die Funktion. Die impliziten Daten sind jene Informationen über Inhalte, die die Person heruntergeladen oder über Events, die sie besucht hat. Mittels eines einfachen Scoring-Modells werden die Daten mit Punktwerten versehen und der resultierende Lead-Score dient dann als Indikator für den Fortschritt eines Leads im Kaufprozess. Die Swisscom hat sich die Lead Management Methodik schrittweise selber gebaut.

Marc Schwarz und Angela von Deschwanden beide vom Marketing Team der Swisscom © Swisscom

Marketing Automation im B2B-Marketing verändert den Arbeitsmarkt

Mittels Marketing Automation Tools kann hochwertiger Inhalt auf verschiedenen Kanälen verbreitet und die daraus generierten Daten zentral in einer Datenbank gespeichert werden. Der Ablauf von Kampagnen und Mailings kann automatisiert werden, Leads werden schneller bearbeitet und die automatisierte Anbindung an weitere Systeme ist möglich. Dies kann die Pflege und Kontrolle der Datensätze enorm vereinfachen und den manuellen Aufwand reduzieren. Im Vergleich zum Lead Management von Swisscom bieten sich hier zwar einige Vorteile, dennoch hat sich ihr Ansatz bewährt und als sehr effizient erwiesen.

Transformationsreise des Marketings

Die Swisscom setzt noch keine solche Marketing-Automation ein. Die komplexe IT-Systemlandschaft und die lange zeitliche Dauer, bis ein solcher Ansatz in die Wege geleitet wird und betriebsbereit ist, sind unter anderem Gründe dafür. Daher hat sich die Swisscom eine eigene Automation-Lösung gebaut. Die ganze Denkhaltung des Marketings hat sich somit langsam hin zum «Lead Management» bewegt und verankert. Im Vordergrund stand somit eine Transformationsreise aller Marketing- und Sales-Mitarbeitenden und nicht die Beschaffung eines neuen Marketing-Tools.

Erfahren Sie mehr über Marketing Automation am Future of Marketing Event am 15. Oktober in Winterthur: https://future-marketing.ch/

 

Das Design Thinking Mindset in einem Playbook beschrieben, erläutert und angewandt

Was tut ein American Football Team wenn ein Spielzug funktioniert? Spielzug wiederholen! Was, wenn es nicht funktioniert? Improvisieren! Das Scheitern vergangener Züge treibt das Wechselspiel von geplanten Spielzügen und Improvisation an. Ein ähnliches Muster verfolgt auch das Prinzip des Design Thinkings. Wie genau es funktioniert, beschreibt Dr. Michael Lewrick, Chief Innovation Officer bei Swisscom, in seinem Buch «The Design Thinking Playbook». Er gibt uns einen Einblick, was das Buch beinhaltet. Ausserdem erfahren wir, was uns an seinem Referat am Future of Marketing Event am 15. Oktober 2018 erwartet.

Worüber werden Sie am Future of Marketing Event referieren?

Ich werde in meinen Vortrag den Fokus auf das Design von Business Ökosystemen legen. Es gibt verschiedene Arten von Business Ökosystemen. Im letzten Jahrzehnt waren diese von zentralen Plattformen geprägt. Aber was wäre, wenn alle Informationen, Daten, Eigentumsrechte, und Geldwerte in dezentralen Strukturen sicher, kostengünstig und nachvollziehbar übertragen werden könnten? Die Antwort könnte lauten, es entstehen neue Geschäftsmodelle und Marktopportunitäten. Bestehende Marktteilnehmer verlieren dadurch ihre Daseinsberechtigung. Insbesondere die zahlreichen Intermediäre, die über die Jahre lukrative Einnahmequellen aus ihren transaktionsbasierten Geschäftsmodellen generieren konnten. Wer in solchen dezentralen Systemen überleben möchte, muss sich jetzt verändern, denn aktuell werden die Wertströme in vielen Branchen neu definiert. So wird in Zukunft das Design von Business Ökosystemen zu einer der zentralen Fähigkeiten für Unternehmen.

Das Denken in Business Ökosystem hat die folgenden Merkmale:

  • auf den Nutzer fokussiert
  • lose gekoppelt und auf Co-Creation ausgelegt
  • bestehend aus vernetzten und dezentralen Systemelementen
  • abgestimmte und akzeptierte Wertesysteme der Akteure
  • branchenübergreifende Angebote
  • auf dem maximalen Nutzen für alle Teilnehmer und Akteure ausgelegt
  • durch neue Schlüssel-Technologien (z.B. Blockchain) befähigt
  • Schrittweiser Aufbau eines Minimal Viable Ecosystem (MVE)

Dr. Michael Lewrick ist Expert für das Design Thinking © Dr. Michael Lewrick

Was war Ihre Grundintension den Bestseller „Design Thinking Playbook“ zu schreiben?

Die Intention war nicht einen Bestseller zu schreiben, sondern in erster Linie die aktuelle Innovationsforschung und eine Reflexion aus der Praxis in eine ansprechende Form zu bringen. Durch viele Visualisierungen und eine verständliche Beschreibung, sollten so komplexe Sachverhalte einfach und verständlich beschrieben werden. Unseren Lesern gefällt dieses Format eines „Playbooks“ und deshalb wurde das Buch so erfolgreich. Aktuell wird es in 34 Sprachen übersetzt. Zudem haben wir im Design Thinking Playbook konsequent Design Thinking angewandt. Ausgehend von Personas, werden das Mindest, die Methoden und Werkzeuge beschrieben.

Die Metapher „Playbook“ ist hierbei eine Anlehnung an ein Playbook im American Football, welches vom Coach genutzt wird, um eine Reihe von möglichen Spielzügen, die das Team beim nächsten Mal ausführen sollte zu dokumentieren. Wenn das Team in der Offensive ist braucht es eine andere Vorgehensweise. Die Expertentipps und Hinweise im Design Thinking Playbook sind als inspirierende Vorgehensweise zu verstehen, für eine iterative Reise auf der Suche nach der nächsten Marktopportunität.

Beide Playbooks bestehen aus den beschriebenen Spielzügen, bzw. Vorgehenshinweisen. Diese bestehen in der Regel aus einer Mischung aus greifbaren Diagrammen, Visualisierungen und Wörtern. Im American Football werden so die Züge und Positionen der einzelnen Spieler festgelegt. Das Team versucht ca. alle zwei Minuten ein Spiel aus dem Spielbuch zu spielen. Wenn es klappt, super cool, und der Spielzug wird später noch einmal wiederholt. Wenn es nicht klappt, kehrt das Team in die Teambesprechung zurück und improvisiert. Das Team hat etwa 30 Sekunden Zeit, um zu improvisieren und ihr nächstes Spiel zu verbessern. Dieses Muster von einem geplanten Spielzug versus Improvisation, wird durch das Scheitern vergangener Züge getrieben. Ein ziemlich einzigartiges Verhalten: planen, scheitern, neu entwerfen, umsetzen – alle zwei Minuten.

Das Design Thinking Mindset forciert das gleiche iterative vorgehen: Beobachten, Verstehen, Standpunkt festlegen, Bauen und Testen.

Das Design Thinking Playbook als Inspiration für eine neue Ansatzweise © Dr. Michael Lewrick

Was denken Sie wird die grösste Innovation im Marketing sein?

Eine Veränderung im Marketing kommt durch die Künstliche Intelligenz. So kann durch Künstliche Intelligenz die Kundenbindung gesteigert werden. Mal die ganze Datenschutzdiskussion ausser Acht gelassen, möchten die Kunden individualisierte und relevante Inhalte zur richtigen Zeit auf ihrem bevorzugten Endgerät parat haben.  Die künstliche Intelligenz erlaubt es Unternehmen genau das zu tun. Sehr eindrücklich ist zum Beispiel. die „Empfehlungsmaschine“ von Netflix. Netflix nutzt eine hyperspezifische Kategorisierung, die die Titel genau auf die Personen abstimmt, die einen Inhalt sehen möchten. Zielgenaue Empfehlungen führen letztendlich zu einer höheren Zuschauerzahl. Diese produzieren wieder mehr Daten, die den Algorithmus verbessern. Durch das KI-gestützte Empfehlungssystem hat Netflix ca. 1 Milliarde US-Dollar an jährlichen Kosteneinsparungen, weil das Marketing schlussendlich zielgerichtet ist.

Wie wird sich das Design Thinking entwickeln?

Design Thinking braucht in der Digitalisierung eine Öffnung hin zu anderen Denkhaltungen. Systems Thinking wird zunehmend wichtig, um auch komplexe Lösungen zu bauen. Zudem nutze ich Design Thinking in der Kombination mit Big Data/Analytics. Dieses Vorgehen erlaubt es Erkenntnisse von Daten mit den Erkenntnissen von Beobachtungen zu kombinieren. Am Ende entstehen bessere Lösungen.

Wie wird das Design Thinking in Zukunft das Marketing revolutionieren?

Design Thinking wird das Marketing nicht revolutionieren. Es sind am Ende immer die Menschen, die eine Denkhaltung nutzen, um so bessere Lösungen zu gestalten. Es gibt einige Werkzeuge, die Helfen mehr über unseren Kunden zu erfahren. Wir beobachten den Nutzer, wir testen mit dem Kunden. Wir denken in Kundenerlebnisketten, wir kombinieren Big Data/Analytics und Design Thinking, um eine besser Experience zu erhalten.

Erleben Sie Dr. Michael Lewrick live am Future of Marketing Event in Winterthur: https://future-marketing.ch/