Der CAS Marketing- & Corporate Communications – eine Investition, die sich lohnt und nachhaltig ist

Andrea Lippuner erzählt uns ihre Erfahrungen über ihre Teilnahme im CAS Marketing- & Corporate Communications im Herbst 2018. Die Weiterbildung war für sie eine grossartige Gelegenheit, innert kurzer Zeit, vom grossen Wissensschatz von Experten zu profitieren und gleichzeitig die aktuellsten Best Practice Ansätze zu erlernen.

Andrea Du hast Dich für eine Weiterbildung interessiert, warum hast Du Dich für den  CAS Marketing- & Corporate Communications?

Da ich in der Credit Suisse unter anderem für die interne Kommunikation in meinem Bereich zuständig bin, war es mir wichtig, dass ich mein Know-how in der Kommunikation erweitern kann. Ich weiss, wie wichtig eine professionelle Unternehmenskommunikation ist und wollte daher wissen, wie Experten Best Practice Ansätze anwenden und mir einen wissenschaftlichen Background dazu erarbeiten.

Andrea Lippuner erzählt über ihre bereichernden Erfahrungen, welche sie im CAS Marketing- & Corporate Communications machen durfte

Wie war dieser Kurs für Dich?

Der Kurs war sehr lehr- und abwechslungsreich. Ich hätte mir zu Beginn nicht gedacht, dass innert kurzer Zeit ein derart grosser Wissenstransfer möglich ist. Dadurch, dass das erlernte Wissen bereits während des Lehrgangs in die Praxis umgesetzt werden konnte, machte der Kurs viel Freude und das Lernen ging sehr leicht von der Hand. Zudem lernte ich während des CAS viele neue spannende Personen kennen und konnte somit mein Wissen mit anderen Studenten teilen und erweitern.

Wie haben Dir die Inhalte gefallen? Kannst Du etwas davon für Dein Berufsleben auch tatsächlich nutzen?

Jeder Dozent brachte viel Praxiserfahrung mit, dadurch war der Unterricht praxisnah und sehr spannend gestaltet. Der ganze Kurs war für mich wie ein Puzzle, bei welchem man von jedem Dozenten ein Teilstück mitnehmen konnte und am Schluss über ein komplettes Wissenspuzzle verfügt. Da ich bei der Credit Suisse, in meinem Bereich, in der internen Kommunikation mitarbeite, kann ich das Wissen nun jeden Tag gezielt und bewusst einsetzen. Die Bedeutung der Bottom-up sowie Top-Down Kommunikation sind für mich nun keine leeren Worthülsen mehr, sondern zu einem wichtigen Bestandteil meiner täglichen Arbeit geworden.

Im letzten Modul hatten wir zudem die Möglichkeit unser Wissen in Form von einem Kommunikationskonzept 1:1 in die Praxis umsetzen. In 2er Gruppen erarbeiteten wir für eine Firma unserer Wahl ein Konzept. Dadurch, dass jeder Kursteilnehmer einen anderen Erfahrungsschatz mitbrachte, konnten wir enorm voneinander profitieren und es entstanden fruchtvolle Arbeiten, welche wir am Schluss der Klasse präsentieren konnten. Der Austausch mit meiner Mitstudentin und das Abtauchen in ihre Firmenkultur hat meinen Horizont erweitert und meinen Blickwinkel für meine Arbeit vergrössert.

Vom Unterricht gleich in die Praxis und somit aktiv profitieren

Wie waren die Dozenten? Warst Du zufrieden mit den Lehrkräften?

Die Dozenten waren praxiserfahren, motiviert und absolute Profis auf dem Gebiet Marketing / Kommunikation. Für mich war es ein Privileg, von ihrem Wissen zu profitieren und zu lernen. Bereits während meinem Kurs ist mir aufgefallen, dass unsere Dozenten keine Theoretiker sind, sondern in der Praxis sehr gefragt waren. Es kam während dem CAS nicht selten vor, dass wir in der Tageszeitung einen Bericht oder ein Interview von unseren Dozenten entdeckten, bei welchen sie als Experten Auskunft geben durften.

Fühltest Du Dich während des Lehrgangs gut betreut?

Der Lehrgang war sehr professionell organisiert. Bereits vor dem Start haben wir nützliche Unterlagen und Informationen über den Inhalt des Kurses erhalten und konnten uns somit einen Überblick über die kommenden Module verschaffen. Zusätzlich wurden wir jeweils gut auf die Prüfungen vorbereitet. In jeder Stunde hatten wir während sowie nach dem Kurs genügend Gelegenheit, allfällige Fragen aus unserem Berufsleben zu stellen und den Rat von Profis einzuholen.

Würdest Du diesen Kurs anderen weiterempfehlen?

Auf jeden Fall. Ich würde diesen Lehrgang jedem ans Herz legen, welcher in irgendeiner Form im Berufsleben Schnittstellen mit Kommunikation oder Marketing hat. Zusätzlich bekommt man in diesem Kurs die Gelegenheit, das Netzwerk zu erweitern und kann wertvolle Kontakte in andere Unternehmungen aufbauen.

CAS Marketing- & Corporate Communications:

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-corporate-communications.html

Hier sind alle Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Marketing zu finden:

https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/weiterbildung/

Schweizerischer Nationalpark: Wo die Zeit noch stillsteht

Von Laura Gattlen

In der sich immer schneller drehenden Welt, der dauernden Erreichbarkeit und dem unüberblickbaren Informationsüberfluss steigt der Wunsch nach Entschleunigung. Der Bezug zur Natur gewinnt an Bedeutung. Dabei eignet sich das Wandern besonders gut, wenn man zwischen Himmel und Erde steht, die Geräusche der Natur und des Lebens hört und der Alltagsstress der Naturschönheit weicht.

Ausbrechen & Eintauchen

Als eines der schönsten Wandergebiete gelten die Weiten des Schweizerischen Nationalparks (SNP) im Engadin mit Orten, die so verlassen und unberührt sind, dass der Alltagsstress schnell in Vergessenheit zu geraten scheint.

Val Cluozza © Laura Gattlen

Der SNP wurde 1914 gegründet und ist somit der älteste Nationalpark der Alpen. Er gehört zu den vier Pachtgemeinden Zernez (68,6%), S-chanf (13,5%), Scuol (13,2%), Val Müstair (4,7%). Die Ziele des SNP sind die Natur zu schützen, zu forschen und zu informieren. Auf einer Fläche von 170,3 km2 hat es 80 km offizielle Wanderrouten.

Val Trupchun © Laura Gattlen

Das Ziel des SNP ist es, die Tiere, Pflanzen und all ihre Lebensräume ihren natürlichen Prozessen zu überlassen. Der Mensch ist passiver Gast, Beobachter, Zeuge. Die Natur ist seit über 100 Jahren vor menschlichem Einfluss geschützt. Bis auf wenige Ausnahmen, in denen stark verletzte und leidende Tiere erlöst wurden oder als ein Brand im SNP ausgebrochen ist, greift der Mensch nicht ein, weder in Notzeiten, noch in Zeiten der Überpopulation. Um die natürlichen Prozesse und Zusammenhänge zu verstehen, wird im SNP seit Jahren geforscht.

Das grosse Wildnisgebiet des SNP ist einerseits ein Ort, an dem man die sich selbst überlassene Natur auf sich wirken lassen kann, andererseits bietet er ein wertvolles Freilichtlaboratorium, in dem die wissenschaftliche Forschung wichtige Erkenntnisse gewinnen kann. Dieses Wissen um einen nachhaltigen Umgang mit der Natur lässt sich mittels verschiedener Kommunikationsmassnahmen weitergeben, sodass auch die Besucherinnen und Besucher von diesen Erfahrungen und Erkenntnissen profitieren können.

Murter © Laura Gattlen

Der SNP nutzt diverse Kanäle, um den Besucher zu informieren. Andrea Millhäusler, Mitarbeiterin des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit des SNP, erklärt die Kommunikationskanäle und Werbeziele des SNPs.

Frau Millhäusler, wie macht der SNP Werbung?

Aktiv machen wir via Gratisbroschüren, Besucherzentrum, Webseite, Facebook, Instagram Werbung. Daneben arbeiten wir auch mit Tourismusdestinationen, kantonalen und nationalen Tourismusorganisationen zusammen, die ihrerseits den SNP durch Flyer, Broschüren, Bilder und Informationen aktiv bewerben und schalten sonst im Allgemeinen keine bezahlte Werbung wie Plakate oder Werbespots. Ein wichtiger Teil unserer Kommunikation sind die Public Relations.

Was möchte mit der Werbung erreicht werden?

Wir möchten die Besucher für die Nationalpark-Idee gewinnen, Identifikation schaffen und Interesse an einem Besuch im SNP oder im Besucherzentrum wecken.

Welche Kommunikationskanäle werden zur Information genutzt?

Der Besucher erhält Informationen im Besucherzentrum, auf Exkursionen, bei Schulangeboten und Workshops via Broschüren, Telefon, Webseite, Soziale Medien wie Facebook und Instagram, der kostenlose App iWebpark, an Veranstaltungen, bei Vorträgen, in Publikationen und sämtlichen Public-Relations-Kanälen.

Wie wichtig ist die Kommunikation der Forschungsergebnisse und warum?

Diese ist für uns sehr wichtig, aber nicht unbedingt über die von uns als Kommunikationsbeauftragte bedienten Kanäle, bei denen der Fokus auf der Sensibilisierung liegt, sondern eher wenn es um politische Diskussionen und um die Rechtfertigung unserer Schutzstrategie geht. Die über 100-jährigen Messreihen sind von internationalem Interesse und positionieren das Gebiet auch international als einzigartigen Forschungsstandort. Die kontinuierliche Forschungsarbeit liefert stetig Resultate, welche sowohl für die Wissenschaft als auch für das Laienpublikum von grossem Interesse sind. Dadurch wird ein andauernder News-Wert geschaffen.

Die Zeit der Ruhe: November – Mai

Ab Mitte November, wenn so viel Schnee auf den Wanderwegen liegt, dass das Wandern nur noch mit Schneeschuhen möglich wäre, wird der SNP geschlossen. Ab Mitte Mai können die ersten Besucher in den tieferen Lagen das Erwachen der Natur erleben, während auf den Gipfeln noch Schnee liegt. Ein faszinierendes Naturschauspiel.

Val Trupchun © Laura Gattlen

Jetzt heisst es erst einmal: mit viel Geduld die Kraft des langen Winters spüren, mit Vorfreude die erste Wandertour im SNP planen und sich auf das Erwachen der Natur im Frühling freuen.

Über die Autorin

Laura Gattlen arbeitete nach ihrem Masterabschluss in klinischer Psychologie an der Uni Basel in einem kleinen Marktforschungsunternehmen, bevor sie vor 2 Jahren die Leitung des Bereichs «Kurse und Veranstaltungen» der Lungenliga beider Basel übernahm. Aktuell absolviert sie einen CAS in Marketing & Corporate Communications an der ZHAW in Winterthur. Den Ausgleich zu Konzeptarbeiten, Eventorganisationen und Patientenschulungen findet sie in den Bergen, in der Natur. Besonders das Engadin und der Schweizerische Nationalpark sind ihre persönlichen Tankstellen.

Gähn war gestern: Wie Konferenzen zum Erlebnis werden.

Von Judith Gallus

Das Szenario ist bekannt: Die Konferenz ist optimal vorbereitet, Ihr Publikum sitzt neugierig auf seinen Plätzen, der renommierte Keynote Speaker gibt sein Bestes. Und dennoch schielen die ersten nach einer halben Stunde auf ihr Smartphone, und andere rutschen unruhig auf den Stühlen hin und her. Es ist unübersehbar: Ihr Publikum kämpft gegen das „Death by Powerpoint Syndrome“. Dabei könnte es ganz anders laufen.

Eine Frage der Aufmerksamkeitsökonomie

Aufmerksamkeit ist heute ein knappes Gut. Im Alltag, bei der Arbeit – und auch bei Konferenzen. Die Fachleute sprechen von der «Ökonomie der Aufmerksamkeit». Sie beschäftigen sich mit der Frage: «Mit welchen Mitteln kann ich was bei wem erreichen?» Wer Aufmerksamkeit will, muss die Voraussetzungen dafür schaffen. Und dabei stets berücksichtigen, dass unsere Sinne keine 24/7-Organe sind.

Auch bei Publikumsanlässen gelten die Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie. Es lohnt sich deshalb, bei deren Planung nicht nur ans Programm zu denken sondern ebenso an Emotionen, an Partizipation und Involvement der Gäste. Wer will schon von der Bühne herab belehrt werden? Wer hat noch den Nerv, einfach nur still dazusitzen? Wer ist mittlerweile nicht immun gegen endlose, wortreiche Slide Shows?

Im Eventbereich bedeutet dies, nicht nur in Inhalten zu denken sondern auch in Formaten. Das Wie wird zum Erfolgsfaktor. Denn aufmerksam bleibt nur, wer sich angesprochen und abgeholt fühlt. Mehr noch, wer sich als Teilnehmer auch einbringen kann. Vor diesem Hintergrund sind in den letzten Jahren zahlreiche Formate und Tools entwickelt worden, die Konferenzen zu kurzweiligen und nachhaltigen Erlebnissen machen. Die Devise dabei: vom Zuhörer zum Teilnehmer.

Nicht mehr nur zuhören, sondern aktiv teilnehmen © standing ovation ag

So gelingen Konferenzen

Masterclass: Expertise aus erster Hand

Meisterschaft hat ihr eigenes Charisma. Und auf dieses baut die Masterclass. Sie wird in der Regel von ausgewiesenen Experten zu fachspezifischen Themen abgehalten. Solche «Lehrveranstaltungen» – meist in kleinerem Rahmen — sind ein ganz besonderes Erlebnis, weil den Teilnehmern hochkarätiges Wissen aus erster Hand vermittelt wird.

  • Für Konferenzen mit anspruchsvollem Publikum, das einen echten Mehrwert erwartet.

Barcamp: die Bottom-up-Methode

Hier gilt die Parole «Jeder kann Konferenz.» Diese Workshop-Konferenzen werden ad hoc von den Teilnehmern gestaltet. Dialog und Austausch haben Priorität. Das kann befreiend, inspirierend, motivierend und sehr nachhaltig wirken. Insbesondere wenn am Ende konkrete Ergebnisse vorliegen, die dem Plenum präsentiert werden. Dieses Format ist zeitintensiv und bedarf eines erfahrenen Moderators.

  • Für Veranstaltungen mit aktiven Teilnehmern, die keine Scheu haben, die gewonnenen Erkenntnisse anschliessend dem Publikum vorzutragen.

Pecha-Kucha: Adrenalin für die Aufmerksamkeit

Pecha Kucha macht Konferenzteilnehmer hellwach: Denn das Format besteht aus 20 Slides, die während je 20 Sekunden kommentiert werden. Diese äusserst kurzweilige, jedoch sehr anspruchsvolle Vortragsart wurde 2003 erstmals in Tokio angewandt. Heute ist sie vor allem bei Business-Konferenzen und an Universitäten ein Hit.

  • Für Konferenzen mit geübten Sprechern, die in der Lage sind, auch komplexe Inhalte in kompakte 400 Sekunden zu packen.

Catchbox: locker vom Hocker sprechen

Vorbei sind die Zeiten, in denen das Handmikrophon umständlich und zögerlich im Publikum herumgereicht wurde. Mit der Catchbox, einem Mikrophon, das in einer weichen, viereckigen Hülle steckt, werfen sich die Teilnehmer das Wort zu. Dabei verfehlt die Catchbox auch mal das anvisierte Ziel. Der Zufall sorgt für eine angeregte und spielerische Atmosphäre.

  • Für Events mit eher informellem Charakter.

Mikrophon mal anders © Catchbox

Event App: der Interaktions-Booster

Konferenzen müssen heute mehr leisten: Informationsvermittlung, Networking, Erlebnis usw. Ein Tool, das eine Vielzahl von Bedürfnissen abdeckt, ist die Event App. Sie steigert die persönliche Interaktion zwischen Teilnehmern, Referenten und Organisatoren markant. Via Event App können Teilnehmer z. B. live Fragen zum Vortrag stellen, Feedbacks geben, an Abstimmungen teilnehmen oder auf einer sogenannten Wall of Ideas ihre Meinung kundtun.

  • Für grössere und/oder wiederkehrende Tagungen und Konferenzen.

Wenn Sie also das nächste Mal eine Konferenz oder einen ähnlichen Anlass organisieren, wagen Sie etwas Neues und probieren Sie ein alternatives Format oder Tool aus. Binden Sie Ihr Publikum in den Vortrag ein und erzeugen Sie so ein positives, gemeinsames und nachhaltiges Erlebnis. Begeisterte Teilnehmer werden es Ihnen danken.

Über die Autorin

Judith Gallus ist Head of Communication bei standing ovation ag, einem führenden Schweizer Dienstleister für Events, Kongresse und Shared Communication. Zur Zeit absolviert sie an der ZHAW den Lehrgang CAS Marketing & Corporate Communications. Gerne beantwortet sie Fragen zu Events und Live Communication. standingovation.ch

Winterromantik mit hohen Nebenkosten – ein Blick hinter die Kulissen des Skigebiets Grindelwald-Wengen

Von Daniela Roth

Tief verschneite Winterlandschaften, perfekt präparierte Pisten mit Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. In rund vier Wochen ist es wieder soweit, das Skigebiet Grindelwald-Wengen startet in die Saison. Ein kostspieliges Unterfangen, der Betrieb des Gebiets mit 27 Anlagen und 155 Pistenkilometern kostet die Jungfraubahnen über 250’000 Franken pro Tag.

Anfangs Oktober, sobald die Kühe von der Alp zurück ins Tal trotten, beginnen die Vorbereitungen für die Wintersaison. Die Weidezäune werden entfernt, hunderte von Pistenmarkierungspfosten bereitgestellt und die Pistenbullys aus ihrem Sommerschlaf geholt. Vor dem ersten grossen Schneefall muss alles bereit sein, nichts wird dem Zufall überlassen. Für den Fall, dass Frau Holle den Winterstart wieder einmal verschläft, werden rund 30 mobile Schneekanonen in Stellung gebracht und 290 Beschneiungslanzen am Pistenrand montiert. Sobald eine längere Kaltwetterphase in Sicht ist, wird die künstliche Beschneiung in Betrieb genommen. Die Anschaffungskosten der Beschneiungsanlage belaufen sich auf rund 9.5 Millionen Franken. Dank der modernen Anlage ist auch die alljährliche Durchführung der weltbekannten Lauberhornrennen gesichert.

Skifahren in Grindelwald mit bester Aussicht ©jungfrau.ch

Wetterfeste und kälteresistente Mitarbeiter

140 Mitarbeiter sind für den Wintersport im Einsatz. Die meisten Arbeiten im Sommer im eigenen Landwirtschaftsbetrieb oder im Baugewerbe und verbringen den Winter im Skigebiet Grindelwald-Wengen. Unter den Wintersportmitarbeitern sind die verschiedensten Berufsgattungen vertreten: Mechaniker, Pistenfahrzeugfahrer, Ingenieure, Beschneiungsspezialisten, Patrouilleure, SOS-Mitarbeiter, Bahn- und Liftpersonal. Einer von ihnen ist der Pistenbullyfahrer Pascal Hallauer. Obwohl grosse Flexibilität gefragt ist, liebt der 26-jährige seinen Job und beschreibt ihn als extrem faszinierend: „Ich komme auf den Berg, alle sind am Skifahren. Man wartet bis Pistenschluss, nimmt die Maschine und beginnt sein Gebiet zu präparieren. Für mich ist das wie Freiheit. Klar, die anstehende Arbeit muss erledigt werden, aber eigentlich bin ich frei. Ich habe den ganzen Berg für mich und kann die Aussicht geniessen. Bei der Arbeit erlebe ich Momente, die kann man sich nicht mal erträumen. Faszinierende Wetterstimmungen, Sonnenuntergänge oder Tiere, die den Weg kreuzen. Da muss wirklich ganz viel schieflaufen, dass ich mich nicht aufs Arbeiten freue. Der Job gibt mir wirklich extrem viel.

Patrouilleur mit Lawinenhund im Einsatz ©jungfrau.ch

Wetter bestimmt Arbeitszeiten
Bei gutem Wetter wird mit der Pistenpräparation jeweils kurz nach der letzten Pistenkontrolle begonnen. Gegen 2 Uhr morgens ist die Arbeit meist erledigt. Fällt jedoch Neuschnee, werden die Pisten erst in der zweiten Nachthälfte hergerichtet, damit Skifahrer und Snowboarder am Morgen trotz Schneefall eine möglichst gute Piste antreffen. Bei den Bullyfahrern sind regelmässige Arbeitszeiten die Ausnahme. Diese gibt es lediglich, wenn der erste Schnee fällt und das Gebiet noch geschlossen ist. Dann fahren sie am Morgen auf den Berg, verstossen den Schnee und sind am Abend wieder im Tal. Sobald der Skibetrieb offen ist, muss das Präparationsteam sehr flexibel sein und die Arbeits- und Schlafzeiten nach dem Wetterbericht richten.

Gäste mit hohen Ansprüchen

Bei warmen Temperaturen oder viel Neuschnee ist es schwierig, die Piste und den Freestyle Park perfekt zu präparieren. Das Pistenbully-Team ist aber auch bei unvorteilhaften Wetterverhältnissen mit grosser Motivation am Werk und versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Die Ansprüche der Gäste sind sehr hoch und es ist nicht ganz einfach, diesen immer gerecht zu werden. Schneit es in der Nacht, nimmt die Arbeit mehr Zeit in Anspruch. Die Pisten bleiben durch den Neuschnee weich und sind folglich schon nach wenigen Fahrten uneben. Falls die Piste nicht in makellosem Zustand ist, liegt es aber nicht etwa an der Motivation oder dem Willen, sondern an schwierigen Schnee- oder Wetterverhältnissen.

Olympiasieger Gian Simmen im Snowpark Grindelwald-First ©jungfrau.ch

Mit Rücksicht auf die Natur

Die Pistenbullyflotte ist während der Saison rund 16’800 Stunden im Einsatz und besteht aus 21 Fahrzeugen. Die Anschaffungskosten beziffern sich auf 8,4 Millionen Franken. Bei der Pistenpräparation setzen die Jungfraubahnen auf Energie-Effizienz und modernste Technik. Sämtliche Pistenfahrzeuge sind mit dem Ressourcen schonenden Schneehöhen- und Flottenmanagementsystem SnowSat ausgestattet. Dieses ausgeklügelte System zeichnet bei der täglichen Pistenpräparation die Höhe der Schneedecke auf und gibt damit direkte Rückmeldung an den Fahrer für eine optimale Schneeverteilung. Mit Hilfe von SnowSat kann mit weniger Schnee mehr Pistenfläche bei besserer Qualität erstellt werden. Durch die Kenntnisse über die Schneedecke werden Schäden an der Vegetation vermieden. Am Ende der Saison können die Flächen zentimetergenau vom Schnee befreit werden. Somit entstehen optimale Voraussetzungen für eine möglichst baldige Entwicklung der Vegetation.

Pistenbullyfahrer geniesst die Abendstimmung ©jungfrau.ch

Über 250’0000 Franken pro Tag für den Wintersport

Damit die Gäste während der gesamten Skisaison auf perfekt präparierten Pisten die Hänge hinuntergleiten können, investieren die Jungfraubahnen jährlich 30 Millionen Franken in das Skigebiet Grindelwald – Wengen.  Mit rund 120 Betriebstagen pro Winter ergibt dies 250’000 Franken pro Wintersporttag. Manch ein Skifahrer schluckt leer, wenn er rund 70 Franken für einen Tages-Skipass bezahlen muss. Berücksichtigt man jedoch die hohen Investitionen und täglichen Kosten, die für den Skibetrieb anfallen, ist der Preis der Tageskarte durchaus gerechtfertigt.

Über die Autorin

Daniela Roth arbeitet als Projektleiterin PR/Sponsoring bei der Jungfraubahnen Management AG und absolviert zurzeit den CAS Marketing- und Corporate Communications an der ZHAW. Im Winter verbringt die leidenschaftliche Snowboarderin möglichst viel Zeit auf den Pisten.

Dropshipping – wie Billigware aus Asien durch ausgeklügeltes Marketing zu „exklusiven Produkten“ wird

Von Andrea Lippuner

E-Commerce wird immer beliebter. Nicht nur die uneingeschränkte Verfügbarkeit, Zeitersparnis und Bequemlichkeit beim Onlineshopping sorgen dafür, dass E-Commerce erfolgreich ist, sondern auch eine neue Art des Supply Chain Managements – Dropshipping.

Wie die Y&R Group Switzerland, in einer im Mai 2018 veröffentlichen Studie, in welcher 2000 Personen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz online befragt wurden, gezeigt hat, kaufen 100% der internet-aktiven Bevölkerung regelmässig online ein. Da beim Onlineshopping keine Möglichkeit besteht, die Wunschprodukte vor dem Kauf anzufassen und zu testen, ist den Kunden besonders wichtig, ausreichend Informationen zum Produkt vorzufinden. Diese Aussage bestätigt ebenfalls der 20-jährige E-Commerce Experte Leon Chaudhari in seinen Online Kursen. «Umfassende und hilfreiche Produktbeschreibungen sind beim Dropshipping das A und O.» Daher ist für den Erfolg eines Produktes die Präsentation und ein gezieltes Marketing von entscheidender Bedeutung.

Dropshipping als Geschäftsmodell

Dropshipping bedeutet Streckengeschäft bzw. Direkthandel. Konkret heisst dies, dass man als Onlinehändler die Ware, welche man auf seiner Plattform anbietet, nicht selbst besitzt, sondern durch den Lieferanten direkt an den Endkunden versendet wird. Somit hat der Onlinehändler zu keinem Zeitpunkt physischen Kontakt mit dem bestellten Produkt.

Dropshipping Ablauf © Andrea Lippuner

Wie günstige Produkte, teuer verkauft werden

Bei der von der Alibaba Group angebotenen Onlineplattform AliExpress, welche Ware von tausenden Unternehmen und Privatpersonen aus China und Umgebung anbietet, findet man von Kleidern über Elektronikartikel bis hin zu Babyartikeln fast alles, was das Herz des Homo oeconomicus begehrt. So findet man auf AliExpress unter dem Suchbegriff „Tibetan Bracelet“ ein Armband mit einer unattraktiven Beschreibung «AMIU 19 colors Tibetan Buddhist Love Lucky Charm» für USD 1.59 pro Stück mit einer relativ langen Lieferzeit von 30-50 Tagen. Zusätzlich zu dieser eher dürftigen Beschreibung des Produktes, erhält man keine nützlichen Artikeldetails. Das identische Armband kann ebenfalls über den Online Shop und Dropshipping Händler kundalinispirit.com bestellt werden. Das Armband wird dem Kunden dort zu einem „sensationellen Preis“ von USD 25.00 angepriesen. Zusätzlich kauft man sich mit dem Armband auf Kundalinispirit das Versprechen, dass dieses Armband von tibetischen Buddhisten produziert worden ist und alles Positive ins Leben ziehen wird. Kundalinispirit möchte damit bestimmte positive Emotionen im Kunden wecken, um dem angepriesenen Produkt, welches ursprünglich von AliExpress stammt, zusätzlichen Wert zu verleihen.

Screenshot vom günstigen Armband auf AliExpress © AliExpress

Screenshot von Kundalinispirit mit dem identischen Armband © Kundalinispirit

Leonardo Dicaprio in seiner unfreiwilligen “Rolle” als Testimonial

Mittels gezielter Facebook Werbung bekommt der potentielle Kunde den Eindruck, dass Leonardo DiCaprio ebenfalls Träger von einem Kundalinispirit Armband ist und somit als Testimonial für diese Unternehmung wirbt. Dies erhöht die Glaubwürdigkeit der Werbebotschaft, obwohl Leonardo DiCaprio natürlich nicht Kunde von Kundalinispirit ist und lediglich ein ähnliches Armband an einer öffentlichen Veranstaltung getragen hat.

Obwohl Kundalinispirit Werbung mit einer prominenten Person, ohne dessen Einwilligung gemacht hat, gibt der Erfolg dem Online Unternehmen recht. Mit über 85‘000 Likes auf Facebook und einer kauftüchtigen Kundschaft hat Kundalinispirit bewiesen, dass mit gezieltem Marketing, ein günstiges Produkt mit hoher Marge verkauft werden kann.

Über die Autorin

Bereits als kleiner «Knirps» hat sich Andrea Lippuner der Kunst des Marketings und Kommunikationswissenschaften bedient und damit ihre Schwester als Kundin für ihre selbstgemachten CHF 1.00 Sirups gewinnen können. Innovationen und wirtschaftliche Themen haben sie immer begeistert, daher war sie auch interessiert am Konzept des Dropshippings und hat sich aus Neugierde selbst einen Test Dropshipping Store erstellt.

Beruflich arbeitet sie als Management Support auf einer Bank in Zürich und weiss wie wichtig eine professionelle Unternehmenskommunikation ist und hat sich daher für den CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW in Winterthur entschieden.

Bei Anruf Kundenbindung

Von Karin Gessler

Das klassische Geschäftstelefonat ist im Zeitalter der Digitalisierung doch längst veraltet, sollte man meinen. E-mailen oder über andere Online-Tools zu kommunizieren, ist deshalb umso beliebter und zeitgemässer. Doch ist dem tatsächlich so? Der Einblick in den Alltag eines Personalvermittlungsbüros offenbart so einiges.

Das Telefon ist nach wie vor fester Bestandteil der Geschäftswelt. Die Schnelllebigkeit des digitalen Wandels konnte dem Relikt aus dem späten 19. Jahrhundert bisher nichts anhaben. Während die Messenger-Dienste und Online-Funktionen dem Telefonieren im Privatgebrauch immer stärker den Rang ablaufen, lässt sich der Trend zur schriftlichen Kommunikation nur bedingt auch auf den Geschäftsbetrieb übertragen. Besonders im B2B-Bereich ist das persönliche Gespräch am Telefon (nach dem Kundenbesuch), nach wie vor das wichtigste Instrument, um Kundenbindung zu erzeugen, zu pflegen und nachhaltig zu festigen.

Same, but different – Das Telefon ist nach wie vor integraler Bestandteil des Geschäftslebens ©Pixabay

Dies trifft insbesondere auch auf die Personalvermittlungsbranche zu, wie Claudia Vontobel betont. Die Filialleiterin der Joker Kaderselektion weiss, wovon sie spricht. Sie ist bereits seit über 15 Jahren in der Personalvermittlungsbranche tätig. Die digitalen Errungenschaften wie E-Mail, Website, Newsletter, LinkedIn und Co. sieht sie als willkommene Ergänzungen, um die Kommunikation mit Kunden und Kandidaten weiter zu optimieren. „Den Mehrwert des Telefonats konnten sie jedoch bisher nicht ersetzen“, ist die Personalberaterin überzeugt.

Das Telefonat erlaubt eine unmittelbare und interaktive Kommunikation

Aber worin liegt er denn nun konkret, der Mehrwehrt des Telefonierens? „Das Telefonat ist unmittelbar. Es vermittelt uns die Emotionen des Gegenübers und lässt uns kaum die Tatsache ignorieren, dass wir es mit einem Menschen am anderen Ende der Leitung und nicht etwa mit einem Roboter zu tun haben. E-Mails lassen sich leicht wegklicken, während man den Hörer nur in Extremfällen mitten im Gespräch auflegt. Auf dieser Grundlage lässt sich wesentlich wirksamer eine Vertrauensbeziehung aufbauen“, sagt die Personalfachfrau. Nach ihrer Erfahrung sind E-Mails häufiger Ursache von Missverständnissen. Das zeitnahe Interagieren am Telefon beuge Unklarheiten besser vor. „Man muss allerdings beim Telefonieren den richtigen Moment erwischen. Ansonsten wird der Telefonanruf schnell als störend empfunden.“ Zudem ist die Erreichbarkeit nicht immer gegeben. Deshalb sei auch das Zusammenspiel von E-Mail-Verkehr und Telefonieren so wichtig.

Vielen Kunden und Kandidaten falle es schwer, ihre tatsächlichen Vorstellungen in die schriftliche Form zu übertragen. „Häufig greifen Unternehmen auf standardisierte Jobbeschreibungen zurück. Viele wichtige Informationen, beispielsweise zur Teamzusammensetzung, gehen bei der Verschriftlichung des Jobprofils verloren.“ Beim Telefongespräch liessen sich dagegen auch verborgene Präferenzen oder Befürchtungen des Kunden aufspüren, die bei der Besetzung einen grossen Einfluss haben können. „Solche Informationen sind für die Kandidaten vor einem anstehenden Jobinterview natürlich Gold wert“, weiss Vontobel.

Das Telefon als Instrument der Kundenbindung ©Sergey Nivens – stock.adobe.com

Trotz der Affinität der jüngeren Generationen zu Messenger-Diensten kann Claudia Vontobel übrigens keinen Unterschied in der Einstellung gegenüber dem Telefonieren bei den digital Natives im Geschäftsleben feststellen. „Fast jeder Mensch, unabhängig von dessen Alter oder Position, weicht meiner Erfahrung nach dem Telefonieren – wenn möglich – aus.“ Dies liege an der Unberechenbarkeit, die jedem Telefongespräch anhaftet. „Trotz guter Vorbereitung, weiss man letztendlich nie im Voraus, wie ein Gespräch verlaufen wird.“ Sie selbst folgt vor schwierigen Telefongesprächen im Übrigen immer demselben Ritual: „Ich öffne das Fenster und atme ein paarmal tief durch. Ausserdem telefoniere ich bei schwierigeren Telefonaten immer im Stehen. Das gibt mir Sicherheit und diese Ruhe überträgt sich auch auf meine Stimme,“ ist Vontobel überzeugt.

Die Personalberaterin Claudia Vontobel in Action ©Claudia Vontobel

Die Stimme bestimmt über die Erfolgschancen

Die Filialleiterin kann die Bedeutung der Stimme gar nicht genug betonen: „Beim Telefonieren werden wir auf unsere Stimme reduziert. Dadurch sind wir in der Kommunikation stark eingeschränkt, da wir unsere Gestik und unsere äussere Erscheinung nicht in die Waagschale werfen können. Noch stärker fällt jedoch ins Gewicht, dass wir die Reaktionen auf das Gesagte nicht dem Gesicht des Gesprächspartners ablesen können. Man muss also lernen zuzuhören.“ Denn über den Klang der Stimme werden dem Zuhörer Seiten wie Dialekt, Temperament, momentane Stimmung usw. offenbart, die im schriftlichen Text verborgen bleiben. „Beim Telefonieren können wir uns nicht verstecken“, so das Fazit der Filialleiterin, „doch wer es versteht, sich am Telefon gut zu verkaufen, hat erwiesenermassen bessere Chancen auf dem Stellenmarkt. Deshalb sollte man das Wagnis unbedingt eingehen, denn das klassische Telefonat hat im Geschäftsleben noch lange nicht ausgedient.

Über die Autorin

Karin Gessler hat Geschichte, Englische Literatur und Filmwissenschaft an der Universität Zürich studiert und arbeitet im Bereich Marketing und Kommunikation. Zurzeit absolviert sie einen CAS in Marketing und Corporate Communications an der ZHAW. Das Telefon gehört in ihren Augen zu den schönsten, aber auch anstrengendsten (Folter-) Instrumenten der Kommunikation, welche die moderne Technik bis heute hervorgebracht hat.

https://www.jokerkaderselektion.ch/

Ein Rennen gegen die Digitalisierung: Verdrängt künstliche Intelligenz menschliche Übersetzer?

Von Tatjana Gelmetti

Texte auf Knopfdruck übersetzen lassen. Was vor mehreren Jahren noch undenkbar war, ist heute Alltag. Die künstliche Intelligenz (KI) macht das möglich – und verändert damit die ganze Übersetzungsbranche. Doch was auf den ersten Blick verlockend klingt, birgt einige Gefahren.

Innovationsführer sind meistens auch Marktführer. Das haben viele Übersetzungsdienstleister erkannt. Immer mehr ambitionierte Start-ups versuchen, mit originellen Lösungen den Übersetzungsmarkt aufzuwirbeln. Gleichzeitig möchten auch die Grossen ganz vorne mitmischen. Die Konkurrenz ist gross. Wem als Erster der technologische Durchbruch gelingt, wird das Rennen für sich entscheiden. Das scheint das Ziel aller Anbieter zu sein. Und als Schlüssel zum Erfolg winkt die neuronale maschinelle Übersetzung (NMT, Neural Machine Translation).

Übersetzungen boomen und der Markt bietet diverse Möglichkeiten © Pixabay

Mit Innovation zum Durchbruch?

Die grosse Neuheit der NMT besteht darin, dass die Maschine über ein grosses Netzwerk, das nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns aufgebaut ist, übersetzen lernt. Die Maschine wird mit zweisprachigen Texten gefüttert und trainiert und speichert Übersetzungsdaten ab. Je grösser die Datenmenge an bestehenden zweisprachigen Texten ist und je genauer die Thematik mit dem zu übersetzenden Text übereinstimmt, desto besser sind die Übersetzungsresultate.

Auf verschiedenen Gratis-Übersetzungsplattformen wie Google Translate und DeepL wird dieses Prinzip bereits angewendet. Diesem Trend möchten jetzt immer mehr Übersetzungsdienstleister folgen. Doch reicht Innovation allein, um auf dem Markt durchzustarten? Es scheint immer schwieriger zu werden, sich von der Konkurrenz zu differenzieren. Denn jeder möchte der Innovativste sein.

Künstlich. Aber auch intelligent?

Die NMT ist einigen Übersetzern jedoch ein Dorn im Auge. Denn damit können Übersetzungen immer schneller verfügbar gemacht werden. Die Produktivität steigt, doch gleichzeitig auch der Druck auf die Preise. Nicht nur fürchten sich Übersetzer vor sinkenden Löhnen, sie sehen auch die Zukunft ihres Handwerks bedroht. Die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung bringen den privilegierten Beruf des Übersetzers je länger je mehr ins Wanken. Wie lassen sich die Preise für Qualität und Fachkompetenz noch rechtfertigen, wenn scheinbar vergleichbare Resultate in viel kürzerer Zeit angeboten werden? Ist es überhaupt noch notwendig, auf professionelle Übersetzer zu setzen, wenn eine Maschine die gleiche Arbeit leisten kann?

Eine Maschine unterstützt, sie ist aber nicht perfekt © Pixabay

Ja, ist es. Gerade in Sachen Qualität hinkt die NMT hinterher. Insbesondere bei der Übersetzung kreativer Marketingtexte, sogenannten Transkreationen, kann die NMT nicht mit menschlichen Übersetzern mithalten. Hier sind Emotionen gefragt. Maschinen sind – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – überfordert, wenn es darum geht, rhetorische Figuren wie Metaphern, Hyperbeln oder Ironie zu übersetzen.

Laut Samuel Läubli, Doktorand am Institut für Computerlinguistik der Universität Zürich, stellen lange und komplexe Sätze eine weitere Knacknuss dar. Die Technologie sei noch nicht so weit, dass komplexe und verschachtelte Sätze in jedem Fall korrekt übersetzt werden können. «NMT-Systeme können momentan nur Sätze fliessend übersetzen – nicht aber ganze Dokumente», betont Läubli. Damit hängt auch das nächste Problem zusammen, die Kohärenz. Da die Sätze nur nacheinander übersetzt werden und der Kontext auf Dokumentebene fehlt, werden zum Beispiel Fachbegriffe nicht kohärent über mehrere Sätze hinweg übersetzt. Diese Ungenauigkeit in der Terminologie ist ein grosser Nachteil bei der Übersetzung von Fachtexten, wo die einheitliche Übersetzung von Fachbegriffen eine grosse Rolle spielt.

Bei Übersetzungen mit NMT-Systemen kann die Kohärenz nicht gewährleistet werden, weil jeder Satz einzeln übersetzt wird. © Samuel Läubli, Universität Zürich

Vorsicht, Datenschutz!

Die grösste Gefahr birgt aber der Datenschutz. Bei Gratis-Übersetzungsplattformen besteht bekanntlich das Risiko, dass vertrauliche Daten in der Cloud abgespeichert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Für negative Schlagzeilen sorgte zum Beispiel ein Fall in Skandinavien, als wegen Translate.com sensible Kundendaten im Netz kursierten. Solche Probleme beweisen, dass es doch sinnvoll ist, auf menschliche Übersetzer zu setzen.

Wie sieht die Zukunft aus?

Dass man mit NMT komplett fehlerfreie Übersetzungen erhalten kann, ist bis heute nicht realistisch und wird es auch noch länger nicht sein. Zudem sind Fehler in einem neuronalen Netzwerk nur schwer zu beseitigen, weil die NMT wie eine Blackbox funktioniert und man nicht genau ermitteln kann, wo der Ursprung des Fehlers liegt.

Sicher ist, dass der digitale Fortschritt in den letzten Jahren rasant zugenommen hat – und auch weiter zunehmen wird. Die Ergebnisse im Bereich maschinelle Übersetzung werden sich verbessern. Ob die Maschine einen menschlichen Übersetzer jemals überholen wird, sei jedoch dahingestellt. Um als Übersetzungsdienstleister weiterhin auf dem Markt die Nase vorn zu haben und auf Marktveränderungen reagieren zu können, sollte man seinen USP und seine Positionierung stets überdenken. Neue Dienstleistungen wie Pre-Editing und Post-Editing, die auf die Vor- und Nachbearbeitung maschinell übersetzter Texte abzielen, werden in Zukunft boomen. Die Frage ist also nicht, ob man NMT beim Übersetzen anwenden soll, sondern wie.

Über die Autorin

Tatjana Gelmetti ist ausgebildete Linguistin und liebt Fremdsprachen. Sie wohnt in Dübendorf und hat an der ZHAW in Winterthur ihr Bachelorstudium in Übersetzen absolviert. Zurzeit besucht sie den CAS Marketing & Corporate Communications an der ZHAW. Ihre Leidenschaft für Sprachen hat sie zum Beruf gemacht. Tatjana arbeitet als Projektleiterin bei Supertext AG, einer Übersetzungs- und Textagentur. Der digitale Fortschritt, der sich auch in ihrem Arbeitsumfeld bemerkbar macht, beschäftigt sie sehr.

Die Verpackung – ein Marketinginstrument im Wandel

Von Kristina Michel

Wer kennt das nicht: Kurz vor einem Abendessen bei Freunden fehlt das passende Mitbringsel, man eilt in den nächsten Supermarkt und wählt in der Hektik jene Pralinen, die besonders hübsch verpackt sind.

Verpackungen nehmen bei der Vermarktung von Produkten generell eine zentrale Rolle ein. Dies zeigte unter anderem der 2016 veröffentlichte Nielsen Breakthrough Innovation Report. Die Analyse von 9’900 Produkteinführungen in ganz Europa verdeutlichte, dass das Product Design und das Verpackungsdesign zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren überhaupt zählen. Die Forscher Esch und Langner (2000) schrieben Verpackungen vor allem beim Branding von sogenannten Fast Moving Consumer Goods (FMCG) eine zentrale Bedeutung zu. FMCG sind besonders häufig gekaufte Konsumgüter wie etwa Lebensmittel und Körperpflegeprodukte, die oft spontan und routiniert gekauft werden.

Von verpackt zu unverpackt

Doch gerade im Bereich der FMCG interessieren Verpackungen in letzter Zeit scheinbar immer weniger. Ursache dieses Umdenkens ist die Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit für unseren höchst problematischen, umweltschädigenden Umgang mit Plastik. Seit 70 Jahren steigt die weltweite Plastikproduktion unaufhörlich an, Hauptanteil: Verpackungen. Immer mehr Menschen und teilweise sogar ganze Gemeinden sind daher bemüht, ihren Abfallberg möglichst klein zu halten – der Umwelt und damit letztlich auch sich selbst zuliebe.

Und welches ist der einfachste Weg, um möglichst wenig Abfall zu produzieren? Ihn gar nicht erst ins Haus zu bringen. Dies gelingt am besten, wenn man möglichst viele Produkte unverpackt kauft. Unverpackt-Läden sind gar nicht so neuartig, wie viele vermuten mögen. Die Idee stammt aus Kanada, wo die Einzelhandelskette Bulk Barn bereits 1982 das erste Geschäft öffnete. Erst 25 Jahre danach wurde die Idee auch von Europa übernommen: erstmals bei unpackaged in London. Im deutschsprachigen Raum gibt es sie seit 2014, in der Schweiz öffneten 2017 besonders viele Läden erstmals ihre Tore.

Die Palette in Bern ist einer von mehreren 2017 eröffneten Unverpackt-Läden © Palette – Unverpackt einkaufen

Smart Branding für Früchte und Gemüse

Viel Ärger beschert Kunden der Schweizer Grossverteiler aktuell die Tatsache, dass Bio-Früchte und Gemüse nur in Plastikverpackungen erhältlich sind. Grund: die Verpackung hat hier eine Informationsfunktion, welche die Bio-Produkte vom Rest unterscheidbar macht. Doch auch hier gäbe es bereits Lösungen: Branding funktioniert auch ohne Verpackung. Einige Grossverteiler in Holland und Deutschland arbeiten mit dem Smart Branding, bei dem Früchten und Gemüse per Laser ein Logo verpasst wird.

Nachfüllservice statt Einwegverpackung

Dann gibt es allerdings auch jene Konsumgüter, die weniger leicht oder nicht ohne Verpackung auskommen. So etwa Hygieneartikel wie Shampoos und Duschgels. Wer nicht auf Shampoo in Seifenform umsteigen will, findet u.a. bei Eduard Vogt oder in den Dr. Noyer Apotheken in Bern nachfüllbare Duschbäder, Shampoos, Haarbalsam und Bodylotions an. Die Pflegelinie von Dr. Noyer zeichnet sich zudem dadurch aus, dass sämtliche Produkte – im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Produkten – vollständig biologisch abbaubar sind. Mirjam Capt, Apothekerin und Geschäftsführerin von Dr. Noyer Postparc, hat das Kaufverhalten ihrer Kunden beobachtet: « Im laufenden Jahr sind in unseren drei Berner Filialen über 2000 Behälter aufgefüllt worden. Die Nachfrage ist im Vergleich zum Vorjahr grösser geworden. Vor allem jüngere Kunden interessieren sich für unsere nachfüllbaren Produkte

Die Verpackungen der Produkte von Dr. Noyer fallen durch ihre Schlichheit auf: Was zählt, ist der Inhalt © Dr. Noyer AG

Wird die breite Bevölkerung weiterhin erfolgreich für die Plastikproblematik sensibilisiert, spielen das Product Design und die Verpackung bei häufig gekauften Konsumgütern künftig vielleicht eine kleinere Rolle, als bis anhin.

Über die Autorin

Kristina Michel hat an der Universität Bern Literatur- und Sprachwissenschaften studiert. Während eines Praktikums im Bereich Kommunikation hat sie entschieden, den CAS Marketing- and Corporate Communications zu absolvieren. In ihrer Freizeit hört und macht sie gerne Musik oder ist auf Entdeckungstour in der Natur.

Digital Marketing auf einem (noch) höheren Niveau

Die Digitalisierung beschäftigt die Unternehmen. Im gleichen Zug steigt auch das Interesse nach Weiterbildungen in diesem Bereich. Mit dem CAS Digital Marketing ist bereits eine bewährte Weiterbildung vorhanden. Um das digitale Marketing auf eine noch höhere Stufe zu heben, wurde der CAS Advanced Digital Marketing kreiert. Dieser führt noch detaillierter in die diversen Themenbereiche und rüstet die Teilnehmenden für das anspruchsvolle Umfeld von morgen. Wir haben bei Studienleiter Valerio Stallone nachgefragt, welche Vorteile dieser CAS mit sich bringt.

Der CAS Digital Marketing hat sich sehr bewährt. Warum braucht es noch einen CAS Advanced Digital Marketing? Wo liegen die Unterschiede zwischen diesen beiden CAS?

Im CAS Digital Marketing werden verschiedene Themen des digitalen Marketings angesprochen, so dass Studierende sich einen Überblick über die Möglichkeiten machen können. Den CAS Advanced Digital Marketing haben wir gemeinsam mit eben diesen Absolventinnen und Absolventen entwickelt: Welches Know-How soll vertieft werden? Der Unterschied liegt dementsprechend in der Menge an verschiedenen Themen, die angesprochen werden –in reduzierter Form gegenüber dem CAS Digital Marketing – und in der Tiefe, in welcher diese Themen angegangen werden – dies wurde wiederum weitaus intensiviert.

Valerio Stallone, Studienleiter des CAS Advanced Digital Marketing

Digital Marketing ist ja in aller Munde und schon weit verbreitet. Was können Sie an neuen Inhalten bieten?

Digital Marketing ist durchaus weit verbreitet, jedoch fehlt es an Tiefe des Verständnisses. Bei Werbetreibenden mangelt es jedoch meistens an Nähe zu «Peers», nämlich zu Kollegen, die ähnliche bzw. dieselben Herausforderungen haben: Wie gehen andere Teams / andere Unternehmen mit, z.B. Data Management Plattformen im digitalen Ökosystem um und wie kann ich dieses Wissen auf meine Abteilung übersetzen? Gleichzeitig haben Agentur-Mitarbeiter das Wissen spezifisch in ihrem Bereich über mehrere Unternehmen hinweg, mangeln jedoch an Wissen jenseits ihres digitalen Horizonts. Mit diesem Lehrgang machen wir das «T» in T-shaped Skills noch akuter.

Wo liegen die Schwerpunkte des Lehrgangs?

Im ersten Modul liegt der Fokus darauf in Erfahrung zu bringen, wie und wer gemessen wird bzw. werden soll. Dabei eignen sich die Studierenden Wissen aus den Bereichen Tracking und digitaler Kundenorientierung an. Im zweiten Modul werden die Instrumente vorgestellt, um mit den definierten Personas in Kontakt zu treten: Content und Onlinewerbung werden dabei auf operativer Ebene angegangen.

Wem würden Sie diesen CAS empfehlen? Muss man schon ein digitaler Experte sein?

Im CAS Advanced Digital Marketing werden wir Themen wie Marketingstrategien und Strategien-Frameworks voraussetzen und gleich in die Tiefen des digitalen Kontextes begeben: Vorwissen ist Voraussetzung und muss vorgewiesen werden. Deshalb empfehlen wir diesen Lehrgang Marketing Spezialistinnen und Spezialisten mit mehreren Jahren Berufserfahrung im digitalen Umfeld.

Der CAS Advanced Digital Marketing ist für alle da, die noch mehr über digitales Marketing wissen wollen.

Nebst dem Inhalt, sind natürlich auch die Lehrkräfte wichtig. Wer doziert in diesem CAS?

Für diesen CAS Lehrgang werden vor allem Dozierende aus Unternehmen präsentieren, die Einblick in die betriebliche Realität bieten werden, also erfahrene Experten mit didaktischem Flair. Diese werden ergänzt durch interne Dozierende der ZHAW.

Zum Schluss, wie sehen Sie die Entwicklungen des Digital Marketings? Was kommt in der nächsten Zeit auf die Marketingverantwortlichen noch zu?

Die Werkzeuge des digitalen Marketings haben sich in den letzten fünf Jahren konstant verändert, deshalb ist die zu erwartende Konstante der nächsten Zukunft die Veränderung. Digital Marketers müssen jetzt die Wissensbasis legen, um in der Lage zu sein, auf diese Veränderungen reagieren zu können, sei es durch Adaption oder durch kritisches Hinterfragen.

Der CAS Advanced Digital Marketing findet ab März 2019 statt – anmelden können Sie sich unter www.zhaw.ch/imm/casadvdm.

BadRagARTz – Skulpturen unter freiem Himmel

Von Zora Caluori

Kunst existiert in diversen Formen. Mal kontrovers, mal leise. Kunst hat verschiedene Gesichter. Abseits der Kunstmetropolen finden sich spannende Projekte. Wir sind auf der Suche nach Kunst auf Bad Ragaz und Vaduz gestossen, denn hier findet die 7. Schweizerische Triennale der Skulptur statt.

«Wenn die ersten Skulpturen im Dorf ankommen, ist es wie ein riesiger, verspäteter Adventskalender – man ist gespannt wo und was als nächstes aufgestellt wird. Im November ist man dann traurig, wenn die Skulpturen wieder gehen. Das Dorf wird leer», so Petra Heer, Kunstführerin an der BadragARTz. Ihre Aussage teilen wohl viele Bewohnerinnen und Bewohner von Bad Ragaz. Die BadragARTz hat sich in den Köpfen und Herzen der lokalen Bevölkerung verankert, und man freut und feiert mit ihr.

Europas grösste Skulpturenaustellung unter freiem Himmel

Die Freude beschränkt sich nicht nur auf die Dorfansässigen, so zieht die mittlerweile 7. Schweizerische Triennale der Skulptur etwa 500`000 Besucherinnen und Besucher in ihren Bann. Somit verwandelt sich der Kurort alle drei Jahre in einen temporären Kulturort.

77 Künstlerinnen und Künstler aus 17 Ländern haben 2’600 Tonnen Kunst in über 400 Werke verwandelt und zeigen diese noch bis zum 4. November 2018 in Bad Ragaz und Vaduz. Gleichzeit findet das Festival der Kleinskulpturen statt. Die kleinen Schwestern und Brüder der Grosswerke haben sich ganz hinten in der Taminaschlucht versammelt und können dort im alten Bad Pfäfers betrachtet und, wie auch die Grossen, gekauft werden.

Helidon Xhixha – Bliss © Sara Foser

Eile mit Weile – Verweile

Das diesjährige Motto der Bad RagARTz leitet die Besucherinnen und Besucher an, sich in einer Welt, in der Wertewandel und Vernichtung von Werten schneller voranschreitet denn je, sich Zeit zu nehmen. Die Empfindungen beim Flanieren von Werk zu Werk geniessen und die Konfrontation von Kunst und Natur auf sich wirken lassen. Aus Kunst bleibende Werte formen, ist das Ziel des Initiantenehepaars Esther und Rolf Hohmeister. Kunst für alle zugänglich und greifbar machen ist mitunter das Erfolgsrezept der Bad RagARTz. Die meisten Skulpturen können auch angefasst und gespürt werden. Es entsteht eine Interaktion und die Besucherinnen und Besucher werden einen Teil der Skulptur.

Darum erstaunt auch nicht, dass gerade bei Kindern die Begeisterung gross ist. Die lokalen Schulen organisieren diverse Projekte für und mit der Bad RagARTz. Nicht ganz ohne Hintergedanken, denn mit dem Einbezug der Kinder und Jugendlichen lernen diese auch respektvoll mit den Kunstwerken umzugehen. Generell ist Vandalismus, bis auf ein Ereignis vor ein paar Jahren, kein Thema.

Gil Topaz © Sara Foser

Gelbe Schnecken und ein Leuchtturm

Mit einem Budget von 2.5 Millionen Franken, das vor allem über Sponsoren gedeckt wird, gilt es auch im Marketing Kunst zu zeigen. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos, und die Hälfte des Budgets wird für den Transport und das Aufstellen der teils tonnenschweren Kunstwerke benötigt. Mit zusätzlich sehr viel unentgeltlicher Arbeit von Esther und Rolf Hohmeister, ihrer Familie und Freunde kann die Bad RagARTz alle drei Jahre realisiert werden. 2000 Bewerbungen von Künstlern aus aller Welt wurden für die diesjährige Triennale am Küchentisch der Hohmeisters gesichtet. Längst hat sich die Bad RagARTz einen angesehenen Namen in der Kunstszene der Skulpturschaffenden erarbeitet. Die ganze Marketingkommunikation ist darauf ausgerichtet, die Leute nach Bad Ragaz zu holen. 

Ein 1.6 Tonnen schwerer Leuchtturm steht hoch über Bad Ragaz auf dem Guschakopf und wurde extra für die 7. Triennale eingeflogen. Er dient als Botschafter und soll durch sein Licht die Fackel der Kultur ins tiefer gelegene Rheintal tragen. Verkauft werden auch die gelben Schnecken in diversen Grössen, welche als Visualisierung des Mottos dienen. Gelb sind sie, da jede Triennale mit einer Farbe verbunden ist. Gelb als Symbol von Sonnenlicht, die Erkenntnis und das Gedeihen des Lebendigen, Herbst und Reife.

Carla Hohmeister – Brainstorm (c) Sara Foser

Noch sind die Kunstwerke der 7. Schweizerischen Triennale der Skulptur nicht reif, um wieder abtransportiert zu werden. Das wechselnde Farbenspiel der sich verändernden Landschaft durch den Jahreszeitenwechsel, stellen die Kunstwerke in ein anderes Licht. Höchste Zeit also die BadRagARTz zu besuchen und ihre Botschaft in die Welt zu tragen.

http://www.badragartz.ch/

Susi Kramer © Sara Foser

Über die Autorin

Zora Caluori absolviert den MAS in Health Care & Marketing und besucht zurzeit den CAS Marketing & Corporate Communications an der ZHAW. Beruflich für ein privates Radiologieunternehmen tätig, interessiert sie sich mit steigendem Alter vermehrt für Kunst. Wenn diese in freier Natur zu besichtigen ist, umso mehr.