Das Schweizer Marketing ist um 15 Behavioral-Insights-Experten reicher!

Von Dr. Kurt Ackermann

Mit dem erfolgreichen Abschluss des CAS Behavioral Insights for Marketing haben auch dieses Jahr wieder 15 Absolventinnen und Absolventen gezeigt, wie sie anhand des im Kurs erlernten Wissens verhaltensökonomische Interventionen fachgerecht konzipieren, umsetzen und auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen können.

Im CAS lernten die Teilnehmenden, wie sie das Entscheidungsverhalten von Konsumenten und Kunden analysieren und entsprechende Verhaltenstreiber und –barrieren identifizieren können. Auf Basis dieser Analysen werden relevante Verhaltensmuster, Heuristiken und Biases aufgedeckt, anhand derer verhaltensökonomische Massnahmen konzipiert werden können, um die Konsumenten oder Kunden in ihrem Entscheidungsverhalten zu unterstützen. Wichtig dabei ist, dass die Interventionen im Sinne von «nudging for good» immer auf eine positive Customer Experience abzielen, was die Teilnehmenden in einem selbst erstellten Code of Conduct festhielten.

Auch ein Toolset zur Überprüfung der Wirksamkeit einer verhaltensökonomischen Massnahme war Teil der Ausbildung im CAS. So lernten die Teilnehmenden die Grenzen klassischer Marktforschungsmethoden kennen und erarbeiteten sich das Wissen, wie man Experimente durchführt und das Kundenverhalten im Sinne von «revealed preferences» messen kann.

Diesen Rucksack an verhaltensökonomischem Wissen stellten die Absolventinnen und Absolventen in ihrer Abschlussarbeit unter Beweis. Anhand eines konkreten Cases in ihrem beruflichen Kontext erarbeiteten die Teilnehmenden eine verhaltensökonomische Massnahme komplett von A-Z, angefangen bei der Analyse der Entscheidungssituation über die Identifikation der relevanten Verhaltenstreiber bis hin zur konkreten Konzeption der Intervention und des methodischen Designs zur Wirksamkeitsmessung – hands on. Die beruflichen Anwendungskontexte waren dabei so divers wie die Massnahmen selbst – von der Senkung der Churn-Rate bei einem Versicherer bis zur Steigerung von Binge-Watching bei einem Medienanbieter wurden kreative Massnahmenpakete von Nudges und Choice Architectures entwickelt.

Die Studienleitung gratuliert den Absolventinnen und Absolventen zu ihren tollen Abschlussarbeiten und wünscht ihnen beim Einsatz von Behavioral Insights für die Zukunft alles Gute.

Wenn auch Sie zum BI-Experten werden wollen: Der nächste CAS Behavioral Insights for Marketing startet am 08. März 2019. Melden Sie sich jetzt schon an oder schauen Sie unverbindlich beim nächsten Info-Apéro vorbei.

Let yourself be nudged for good!

 

Weiterkommen und sich etwas trauen! – Erlebnisbericht einer MAS Studentin

Von Franziska Graf

Jeder kennt das. Man steht an einem Punkt und weiss, es muss was passieren, es muss sich was ändern. Die Arbeitsstelle ist zwar gut, die Kollegen nett, die Prozesse eingespielt (oder auch nicht), die Aufgaben bekannt, die Reisen international. Das vermeintlich perfekte Leben in einer fast perfekten Welt. Doch was ist schon perfekt in Marketing, der «Abteilung der Farben und Lacke», wie ich oft zu hören bekam? Lehnt man da wirklich mal zurück? Hat man jemals alles errungen, gibt es nichts mehr zu lernen, wirklich nichts mehr, um das es sich zu kämpfen lohnt?

Ich behaupte, dass es kaum einen Bereich gibt der nicht so herausfordernd, schnelllebig und unverzeihbar ist wie das Marketing. Allein die Digitalisierung, die uns umgibt, ist immer schneller und unberechenbarer. Was heute stimmt, ist morgen vielleicht schon wieder passé. Messbar ist nur das Wenigste. Teamwork ist gefordert, und doch steht man irgendwie oft allein da. Die Anforderungen stehen schwarz auf weiss, die Ziele sind gesteckt, die Wege auch. Solange alles läuft, ist alles gut. Aber was, wenn nicht?

Gesunde Mischung aus Theorie und Praxis

So beschlich mich vor zwei Jahren das Gefühl, etwas ändern zu müssen, weiterkommen. Dringend. Um noch mitzureden zu können, weil man nie auslernt im Leben, wichtig für das eigene Selbstwertgefühl und für die Vita. Der Industriebranche und zwei Weltkonzernen in einer Marketing-Funktion auf globaler Ebene, hatte ich nach 14 Jahren geistig schon den Rücken gekehrt. Beim Blick nach vorne wusste ich nicht viel, nur das: Ich wollte es «besser machen», eine Basis schaffen, auf der ich selbst mit 40 noch stolz aufbauen kann.

Franziska Graf wollte etwas Neues machen und suchte eine passende Weiterbildung © Franziska Graf

Der erste Entscheid fiel nicht schwer: Mit Hinblick auf einen möglichen Masterabschluss und meinem leichten Hang zu Internationalität und Spontaneität, kam für mich nur die ZHAW in Frage: Die Modularität, mit denen die verschiedenen spannenden CAS kombiniert werden können, gepaart mit den hochrangigen Dozenten, die sowohl theoretisch wie auch in der Praxis starke Erfahrung mitbringen, haben mich überzeugt. Im Ganzen lassen mir die CAS genug Freiraum, mich an meine aktuellen Bedürfnisse auszurichten und mir die Themen herauszupicken, die mich wirklich interessieren. Eine gesunde Mischung aus Theorie und Praxis.

Prägende CAS als Grundlage für den Erfolg

Zum selben Zeitpunkt haben meine zwei Partner und ich beschlossen, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen und zwar mit einer Event Management Software namens Juniper3. Wir wussten, wir machen es besser als die Konkurrenz und stehen zu unserem Wort. Die beiden CAS «Werkzeuge der Kundenorientierung» und «Brand Management» haben mich geprägt und in den ersten Monaten begleitet. Beide bisher absolvierten CAS sind perfekt abgestimmt auf die reellen heutigen Anforderungen an Marketing und bringen durch zahlreiche Praxisbeispiele den Alltag extrem nah. Der erste CAS war geprägt vom Thema Service: Das dies bei vielen Unternehmen der wunde Punkt ist, wurde mir da sehr bewusst und trage ich bis heute mit. Brandmanagement wiederum bietet alles, was es braucht, um eine Marke aufblühen zu lassen.

Mit Juniper3 und der Weiterbildung will Franziska Graf durchstarten © Juniper3

Der Erfolg gibt uns bisher recht: Gerade komme ich zurück von der Fashion Week Berlin, die bereits zum dritten Mal unsere Software für die Akkreditierung der Journalisten, Blogger und Influencer dieser Welt eingesetzt hat. Weitere Kunden nutzen das Tool ebenfalls bereits, einer sogar mit Hauptsitz in den USA (der Geburtsstätte unserer grössten Wettbewerber wohlgemerkt). Wir gehen Schritt für Schritt unseren Weg. Sowohl beruflich, als auch wissentlich: Der nächste CAS steht an und wird mich weiter auf diesem Weg in die Zukunft begleiten.

https://juniper3.com/de/

Kloten packt aus: Ein Jahrhundertprojekt mit gezielter Kommunikation

Von Fabienne Kühnis

Im Mai wurde mit dem Theater-Jahrhundert-Projekt «Kloten packt aus» eine Welle des Erfolgs ausgelöst. Alle fünf Vorstellungen waren ausverkauft und die rund 1500 Zuschauer bedankten sich jeweils mit Standing Ovation. Welche Kommunikationsmassnahmen trugen zum Erfolg bei? Fabienne Kühnis hat nachgefragt bei Lilian Navia, der Medienverantwortlichen des Projekts.

100 Klotenerinnen und Klotener im Scheinwerferlicht

Was ist das beste Rezept für eine mittelgrosse Gemeinde mit knapp 20’000 Einwohnern und 121 verschiedenen Nationen, um ein «Wir»-Gefühl zu erleben? Entweder man organisiert ein Public Viewing für die WM auf dem Stadtplatz oder man wagt ein neues Theater-Projekt namens «Kloten packt aus». «Es war anfangs schwierig der Bevölkerung zu erklären wie und was dieses Projekt ist.», so Lilian Navia, die Medienverantwortliche von «Kloten packt aus». In einem Dokumentartheater spielten 100 Klotenerinnen und Klotener sich selber und erzählten über sich. Dabei wurden banale Fragen beantwortet wie zum Beispiel; Wer hat schon einmal das Flugzeug verpasst oder träumst du manchmal von einem anderen Leben. Aber auch intime Details wurden bekannt wie: Hast du schon mal betrogen? Aber auch Geschichten von einzelnen Teilnehmern wurden aufgepackt wie etwa einem Ur-Klotener, der als Taxi-Unternehmer eine Geburt im Taxi miterlebte oder von einem Unfall mit einem Toten.

Ausschnitt des Theaters «Kloten packt aus» © KPA, Lea Huser

Zielgruppengerechte Kommunikation

Welche Massnahmen führten zu diesem Erfolg? «Für die ältere Generation und alteingessesnen Klotener zählte nach wie vor das gedruckte Wort. Da wir die Kommunikationskanäle der Stadt Kloten nutzen konnten, war sicher ein grosser Vorteil. Wir konnten zum Beispiel in der Lokalzeitung in der Rubrik «Stadtseite» immer wieder Artikel aufschalten. Aber auch mit dem Klotener Anzeiger selber handelte man einen super Deal aus mit Gratisberichten und Inseraten. Die grosse Masse konnten wir mit Banner an exponierten Stellen und mit dem offiziellen Informations-Versand der Stadt «Kloten informiert» in alle Haushalte erreichen. Doch all diese Printmedien funktionieren bei Jugendliche zum Beispiel nicht. Da ist das persönliche Gespräch und Mund-zu-Mund Propaganda am effektivsten», erklärt Navia. «Für die Passanten am Stadtplatz haben wir Fragen des Theaters aufgehängt, um sie direkt anzusprechen und neugierig zu machen», ergänzt die Medienverantwortliche.

Fragen des Theaters für Passanten am Stadtplatz. © KPA, Lilian Navia

Social Media und Informationsveranstaltungen gut genutzt

Für Lilian Navia war klar, dass ohne Social Media heutzutage nichts mehr funktioniert. «Für die Jungen brauchten wir neben dem direkten Gespräch auch Instagram und den YouTube-Kanal. Mit Facebook hingegen konnten wir die breite Alterspanne bis 60 Jahren erweitern. Dabei halfen uns einflussreiche Personen als Influencer und teilten und «liketen» unsere Beiträge.» Ein anderes gutes Kommunikationsmittel waren die spezifischen Infoveranstaltungen bei verschiedenen Zielgruppen. „Wir stellten unser Projekt beispielsweise bei Aktionen der Jugendarbeit Kloten oder Seniorengruppen vor,» erklärt Navia.

Ziele wurden erreicht

«Obwohl die Auswertungen noch nicht ganz fertig sind, kann gesagt werden, dass höchstwahrscheinlich Kloten packt aus mit einer schwarzen 0 oder mit einem kleinen Ertragsüberschuss abschliesst. Das Budget für Kommunikation und Marketing konnte mit Fr. 10’000 eingehalten werden», so Lilian Navia. «Was aber noch viel schöner ist, das gesetzte innere Ziel, dass sich Leute finden, welche sonst nicht auf einander treffen würden, erreicht wurde. Der interne WhatsApp-Chat läuft immer noch heiss und es werden Grillpartys organisiert oder man trifft sich bei Anlässen». Für die Medienverantwortliche ist es vor allem spannend zu beobachten, dass sich viele SchauspielerInnen nun weiter engagieren in einem Verein oder sonst einer Aktion.

Alle SchauspielerInnen bei der Probe. © KPA, Lilian Navia

https://kloten-packt-aus.ch/

https://www.facebook.com/klotenpacktaus/

https://www.instagram.com/kloten_packt_aus/?hl=de

 

Über die Autorin

Fabienne Kühnis lebt seit ihrer frühen Kindheit in Kloten. Am Tor der Welt packte sie schon früh die Reiselust und lebte daher schon in Kanada, Australien und Norwegen. Um ihre Wurzeln nicht zu vergessen engagiert sich Kühnis in diversen Vereinen und sitzt seit gut vier Jahren im Klotener Stadtparlament. Für sie war es eine Ehrensache bei «Kloten packt aus» mitzumachen.
Die studierte Umweltingenieurin ZFH mit KV-Abschluss arbeitet Teilzeit bei der Zürcher Stiftung für Gefangenen- und Entlassenfürsorge im Marketing und Verkauf sowie als Umweltbotschafterin bei der Interessensgemeinschaft saubere Umwelt. Zudem schliesst sie den CAS Marketing & Corporate Communications der ZHAW demnächst ab.

Erfolgreicher Abschluss des CAS Marketing- & Corporate Communications

Weiterbildungen sind in Zeiten des lebenslangen Lernens sehr beliebt. So auch der CAS Marketing- & Corporate Communications, der Kommunikation und Marketing kombiniert. Für die Teilnehmenden war es eine spannende und intensive Zeit, die mit den Abschlusspräsentationen gekrönt worden ist. In zweier Teams mussten die Teilnehmenden ein Kommunikations- oder Marketingkonzept erstellen und dies dann der Klasse präsentieren. Anwesend war auch ein Überraschungsgast, der durchaus kritische Fragen stellte und damit für zusätzliche Nervosität sorgte.

Erfolgreicher Abschluss des CAS MCC © Anna Rozumowski

Abschlusspräsentationen als wichtiges Element

Die Klasse hat souverän präsentiert und spannende Konzepte aus diversen Unternehmen vorgestellt. Von der kleinen Einzelfirma über den Verein, bis zum Grosskonzern war alles vertreten und die Vielfalt der Marketingkommunikation konnte überzeugend dargestellt werden. Insgesamt ein mehr als gelungener Abschluss dieses Lehrgangs. „Die Abschlusspräsentationen sind für uns keine Alibiübung, sondern sind ein Teil der Ausbildung. Sie simulieren Situationen, die tatsächlich entstehen könnten. Es reicht daher nicht, wenn man eine gute Idee hat, man muss sie auch entsprechend präsentieren„, meint die Studiengangleiterin Dr. Adrienne Suvada.

Das Abschlussbild der CAS MCC Klasse © Anna Rozumowski

Der CAS Marketing- & Corporate Communications war auch für die Dozenten eine interessante Aufgabe. Die Teilnehmenden mit ihren verschiedenen Hintergründen waren eine Bereicherung, forderten aber auch viel ab. Das wertvolle Feedback fliesst in die nächsten Durchführungen ein, so dass der CAS selbst immer genügend Spannung bereithält.

Bereits nach den Sommerferien startet der nächste CAS Marketing- & Corporate Communications und zwar am 17. August 2018. Es gilt schnell zu sein, denn die Plätze sind limitiert. Weitere Informationen findet man auf folgender Seite: https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-corporate-communications.html

 

Abschlussveranstaltung CAS Pricing and Go-to-Market

Von Linard Barth

Der CAS Pricing and Go-to-Market setzt sich aus den beiden Modulen Pricing und Go-to-Market zusammen. Im ersten Modul Pricing werden Strategien und Methoden hinsichtlich Preisfindung und Durchsetzung am Markt vermittelt und im zweiten Modul Go-to-Market erlernen die Teilnehmer, wie man neue Produkte und Dienstleistungen erfolgreich im Markt einführt. Dieser CAS ist Teil des MAS Product Management sowie des MAS Marketing Management.

Auch dieses Semester konnte eine weitere Klasse diesen spannenden CAS erfolgreich absolvieren. Die Abschlussveranstaltung des zweiten Moduls fand im Parkhotel Winterthur statt. In angenehmer Atmosphäre konnten die Teilnehmer am Vormittag ihre Präsentationen und die Argumentationsrhetorik mit Unterstützung von Frau Dr. Ilona Diesner noch einmal optimieren und am Nachmittag der Studiengangleitung präsentieren. Die 14 Teilnehmenden hatten die Aufgabe ein Market-Launch Konzept für ein Produkt oder eine Dienstleistung für ihren Arbeitgeber zu entwickeln. Am Ende bekamen die Teilnehmenden sogleich das Feedback zu ihren Präsentationen und die Note für die Gruppenpräsentation. So konnten die Teilnehmenden in der Folge ganz entspannt den wohlverdienten Apéro geniessen und das Gelernte noch einmal diskutieren und Revue passieren lassen. Herzlichen Glückwunsch auch vom Institut für Marketing Management und hoch die Gläser zum bestandenen CAS!

Glückliche Gesichter am Abschlusstag

Haben Sie Fragen zum CAS Pricing and Go-To-Market? Dann wenden Sie sich bitte an Linard Barth via Mail linard.barth@zhaw.ch oder via Telefon 058 934 68 67. Zahlreiche Information zu diesem Studiengang finden Sie auch online.

Black is beautiful – Wie LUSH den Spagat zwischen Ethik und Ästhetik meistert

Von Stephanie Heusler

Bei dir sieht’s ja aus wie im LUSH-Shop“. Ein nicht selten gehörter Satz echter LUSH-Fans (auch LUSHies genannt). Der Suchtfaktor ist tatsächlich hoch. Assoziationen mit der Marke LUSH betreffen jedoch meist das starke Duftgemisch, das beim Passieren von LUSH-Shops wahrnehmbar wird und das grosse Sortiment an Badebomben. Die Badebomben machen allerdings nur einen kleinen Bruchteil der grossen Produktepalette des britischen Kosmetikherstellers aus. Der auffällig starke Geruch hingegen ist Teil der Marketingstrategie der Firma. Gegründet wurde LUSH 1995 von Mark Constantine, in Poole Grossbritannien. Mittlerweile besteht das Sortiment aus einer vollständigen Pflege- und Kosmetiklinie für jedes Bedürfnis. In der Schweiz eröffnete LUSH 2002 den ersten Shop in Bern und beschäftigt mittlerweile 135 überzeugte Angestellte in insgesamt 18 Geschäften. Die persönliche Überzeugung des Personals und ihre Freude an den Produkten ist sichtbar und spürbar. Mit viel Authentizität und Motivation verführt es seine Kunden in die bunte Welt von LUSH. Schnell wird klar, das Personal gehört selbst zur treuen Kundschaft. LUSH verzichtet auf gängige Werbemittel, die die Masse ansprechen. Vielmehr setzt das Unternehmen auf Mund-zu-Mund-Propaganda durch ihre Kundschaft. Diese tragen aus freien Stücken und eigener Überzeugung die Werte von LUSH in ihr näheres Umfeld und die Welt. Mitarbeiter und Kunden werden so zu freiwilligen Markenbotschaftern.

Das Produktesortiment von LUSH umfasst alle Bereiche der Schönheitspflege © Stephanie Heusler

Die Philosophie wird eingehalten: „Fresh handmade cosmetics“

Gemäss der Firmen-Philosophie stellt LUSH alle Produkte von Hand her. Dafür verwendet LUSH mehrheitlich natürliche Zutaten, die aus fairem Handel und nachhaltiger Produktion stammen. Wesentlich ist dabei der absolute Verzicht auf Tierversuche auf allen Ebenen. Das Einkaufsteam von LUSH bereist die Welt, auf der Suche nach Produzenten, die ebendiese Anforderungen erfüllen und kauft direkt bei ihnen ein. Diese intensiven Handelsbeziehungen ermöglichen es LUSH, die Qualität und Herkunft der verwendeten Inhaltsstoffe sicherzustellen. Auf diese Weise gelingt es LUSH zudem Kinderarbeit auszuschliessen, faire Löhne, nachhaltige Anbaumethoden und gute Arbeitsbedingungen zu gewährleisten sowie die eigenen Richtlinien gegen Tierversuche durchzusetzen.

Ganz im Stil einer Grossküche werden in der LUSH-Fabrik die Endprodukte von Hand gefertigt und bei Bedarf verpackt und abgefüllt. Als Verpackung dienen LUSH die charakteristischen schwarzen Töpfe (black pots) aus rezykliertem Kunststoff (PP, Polypropylen) sowie Flaschen und Behälter aus PET (Polyethylenterephthalat). Sticker auf den Verpackungen geben den Kunden Aufschluss darüber, wer ihr Produkt wann hergestellt hat und wie lange es haltbar ist. Diese persönliche Note schafft Vertrauen in das Produkt und die Marke LUSH. Damit nicht genug, bietet LUSH seiner Kundschaft an, die leeren black pots und Flaschen zu sammeln und zu retournieren. Im Umtausch gegen fünf gereinigte Behältnisse erhält der Kunde ein unverpacktes (auch „nacktes“) Produkt aus einer monatlich wechselnden Auswahl.

Im Umtausch gegen fünf leere Behältnisse gibt’s ein „nacktes“ Produkt © Stephanie Heusler

In Grossbritannien konnte LUSH diesen Kreislauf der Wiederverwertung vollständig schliessen. Die retournierten black pots dienen dort zu 100% der Herstellung neuer black pots. Da eine Rückführung in diesen Kreislauf aus der Schweiz unökologisch wäre, werden die schwarzen Töpfe hierzulande fachgerecht rezykliert. Vor diesem Hintergrund baut LUSH gezielt die Produktepalette von „nackten“ Produkten aus, um den Verpackungsmüll ihrer Kundschaft fortlaufend zu reduzieren. Fehlende Verpackungen sind auch der Grund für das intensiv blumige, fruchtige und warme Duftbouquet, das LUSH-Shops derart einzigartig macht. Das Einkaufserlebnis beschränkt sich bei LUSH somit nicht auf visuelle Werte, sondern spricht auch den Tast- und Geruchsinn der Kundschaft an.

Aktiv und konsequent gegen Tierversuche

Neben stetig wechselnden Charity-Projekten, ist der Kampf gegen Tierversuche eines der grössten Steckenpferde von LUSH. Einkäufe bei LUSH werden bei Bedarf in eine Papiertüte mit grossem Aufdruck „Fighting Animal Testing“ verpackt. Die Message ist unmissverständlich und wird dementsprechend konsequent umgesetzt. LUSH bezieht seine Rohstoffe ausschliesslich bei Produzenten und Unternehmen, die weder am gekauften Produkt, noch in irgendeiner anderen Weise mit Tierversuchen in Kontakt treten. Bereits die kleinste finanzielle Beziehung eines potentiellen Zulieferers zu einer anderen Firma, die Tierversuche durchführt, liesse einen Einkauf von LUSH scheitern.

Im Kampf gegen Tierversuche werden die Kunden zu Botschaftern © Stephanie Heusler

Diese Konsequenz macht LUSH einzigartig und übertrifft obendrein gängige Grundsätze, wie die des „cruelty free“-Labels. Um Tierversuche aktiv zu bekämpfen, hat LUSH 2012 den LUSH-Prize ins Leben gerufen. Jährlich vergibt LUSH mit der Unterstützung der Kampagnengesellschaft Ethical Consumer insgesamt £250.000 Fördergelder an internationale WissenschaftlerInnen und Projekte der Öffentlichkeitsarbeit. Mit einer aktuellen Kampagne macht LUSH Schweiz erneut auf das Thema Tierversuche und den LUSH-Prize aufmerksam. Die Kampagne ermöglicht LUSH-Kunden selbst aktiv zu werden. Sie können Fotos mit dem Bilderrahmen auf ihrer Social Media Wall posten oder mit dem Kauf der Seife „Fight Animal Testing“ direkt die Organisation Tier im Recht unterstützen.

https://www.lush.ch/Startseite.aspx

https://www.facebook.com/LUSH.Switzerland/

https://www.instagram.com/lushschweiz/

https://www.youtube.com/user/Lushswitzerland

Über die Autorin

Stephanie Heusler ist Juristin aus Basel und absolviert berufsbegleitend den CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW in Winterthur. Ihre Interessen in Innovation und Weiterbildung und -entwicklung haben sowohl beruflichen als auch persönlichen Bezug. Seit einigen Jahren ist sie selbst überzeugte LUSH-Kundin und freiwillige Markenbotschafterin. Sie vertritt die Ansicht, dass qualitative und wirksame (Pflege-) Produkte nicht auf Tierversuche angewiesen ist. Der Tier- und Umweltschutz und dessen stetiger Fortschritt stellen für sie einen wichtigen Grundpfeiler für eine ethisch korrekte und nachhaltige Lebensweise dar.

Ein Hauch Grossstadt-Fl(h)air in Schaffhausen

Von Gabriella Jetter

Schaffhausen ist mit rund 35’000 Einwohnern in Dieter Wiesmann’s Lied richtig beschrieben, nämlich als „bloss e chliini Stadt“. Der Hauptort des gleichnamigen Kantons belegt im Schweizerischen Ranking bezüglich Lifestyle und place to be wohl keinen Podestplatz. Die Munotstadt braucht keinen Glamour. Oder doch?

Digitalisierung in denkmalgeschützter Umgebung: eine perfekte Symbiose

Was hat digitale Transformation, personalisierter Service und Nachhaltigkeit in einem Friseurladen zu suchen? Haare wachsen immer. Dieser natürliche Prozess zwingt uns folglich regelmässig, den Gang zum Friseur anzutreten. Die Kundenakquise ist demnach nicht zwingend als prioritär zu betrachten. Für die Schaffhauser soll es in erster Linie einfach und preiswert sein. Praktisch, dass das wenige Kilometer entfernte Deutschland mit günstigen Preisen lockt. Trotz dieser Voraussetzungen eröffnete vor rund vier Jahren ein Hairsalon, in dem mehr als nur Schneiden, Waschen und Föhnen angeboten wird. Im knapp 300jährigen „Haus zur Ziegelburg“ befindet sich das Casa Organica Terranova Hairsalon, Spa & Café. Ein Coiffeurstudio mit einem eigenen Marketingkonzept. Für grössere Orte wie Winterthur oder Zürich nichts Spektakuläres. Für Schaffhausen, das eher für die 300 Erker als für innovative Geschäftsmodelle bekannt ist, einzigartig.

Das Coiffeurstudio in Schaffhausen © TERRANOVA – AVEDA Lifestyle Coiffeur & Spa

Passend zur heutigen Zeit ist der Termin mit wenigen Klicks online gebucht. Vor Ort kommt anfänglich die Vermutung auf, einen Concept Store zu betreten. Nebst den klassischen Friseurutensilien befinden sich eine grosse Auswahl an Haarprodukten aus nachhaltiger Produktion in Tuben und Tiegeln, die aus 100% recycelten Materialien bestehen. Überall riecht es dezent nach Aveda Düften. Es ist ein Irrglaube anzunehmen, hier ginge es ausschliesslich um Haarpflege. Das Hairlebnis in der Casa Terranova wird mit den zusätzlich zur Verfügung stehenden Masseuren, Visagisten, Coloristen und Kosmetikerinnen zum Event aufgewertet. Das Anbieten zahlreicher Services unter einem Dach spart Zeit. Das schätzen nicht nur Geschäftsleute.

Weit mehr als nur ein Coiffeur, hier werden zahlreiche Services angeboten © TERRANOVA – AVEDA Lifestyle Coiffeur & Spa

Auch für das leibliche Wohlbefinden ist gesorgt. Das integrierte Organic Café im Eingangsbereich bietet diverse selbstgemachte Biodrinks, Smoothies, sowie Tee- und Kaffeespezialitäten an. Die Zutaten sind aus ökologischem Anbau, denn das Einbinden der Natur ist nicht nur bei den Haarprodukten von zentraler Bedeutung. Generell ist die transparente Wertschöpfungskette wichtig. Die Konfektionierung auserwählter Produkte findet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung statt. Regelmässige Workshops, wie das Mischen des eigenen Naturparfüms, oder Charity Events runden die Aktivitäten dieses Hairsalons ab. Die Anmeldung zu solchen Veranstaltungen erfolgt zeitgemäss über Social Media Kanäle.

Beim Umsetzen dieser Idee war zweifelsohne nicht nur die Handwerkskunst des Haareschneides zentral. Hier ist inmitten von denkmalgeschützten Gebäuden eine moderne Wohlfühloase entstanden. Immer wieder ergänzt der Geschäftsinhaber Giancarlo Terranova, das vielfältige Angebot mit neuen Ideen. Seit kurzem ist ein Chauffeurdienst verfügbar. Die Sorge, einen nahegelegenen Parkplatz zu finden, hat ein Ende. Und die Frage, ob wohl noch ein zweiter Prosecco drin liegt, erübrigt sich ebenfalls.

Der Zeit voraus; ein Visionär erzählt

In einem Interview mit Giancarlo Terranova verrät er, dass der Gedanke an ein solches Konzept bereits vor 20 Jahren vorhanden war. Es entsprach jedoch nicht der damaligen Denkhaltung. Es war zu früh. Weiter spricht der Geschäftsinhaber von Differenzierung und USP. In seinem Store vereint er, was ihm persönlich auch wichtig ist. Nachhaltigkeit, eine erholsame Atmosphäre und eine Vielfalt an diversen Serviceangeboten unter einem Dach. Für die Vermarktung greift er zusätzlich auch zu digitalen Lösungen und trifft somit den Zeitgeist.

https://www.casaterranova.ch/, https://www.aveda-terranova.shop/

https://www.facebook.com/TerranovaAveda/

https://twitter.com/casaTERRANOVA

https://www.pinterest.ch/casaterranova/

https://www.instagram.com/casaterranova/

Über die Autorin

Gabriella Jetter ist als Department Manager Communication & Training bei der IWC Schaffhausen oft in den Grossstädten dieser Welt anzutreffen. Ihre Geburtsstadt Schaffhausen trägt sie jedoch immer im Herzen. Sie liebt innovative Ideen und bewundert Leute, die diese Ideen nicht nur zum Leben erwecken, sondern auch umsetzen. Sie absolviert zurzeit den CAS Marketing- und Corporate Communications an der ZHAW.

Relationale Kundenbeziehung, Identität und Experimentability als Key-Differenzierungsmerkmale im modernen Marketing

Von Dr. Kurt Ackermann

Im Kontext der Digitalisierung besteht für Unternehmen zunehmend die Gefahr, dass sowohl sie selbst, wie auch ihre Produkte und Services, mehr und mehr imitierbar werden und sich Anbieter entsprechend zunehmend weniger voneinander unterscheiden. Dies ist umso bedenklicher, als dass die knappste Ressource des 21. Jahrhunderts für Unternehmen im Kontext digitaler Informationsüberflutung nicht etwa Öl oder Daten sein dürfte, sondern die Aufmerksamkeit ihrer Zielgruppen.

Wie können Unternehmen also im digitalen Zeitalter Aufmerksamkeit erzeugen, wenn sie sich immer weniger über das eigentliche Leistungsangebot differenzieren können? Und wie kann die Verhaltensökonomie in diesem Kontext dabei helfen, Kunden langfristig zu binden? Diese Fragen thematisierte Gerhard Fehr, CEO von FehrAdvice & Partners AG, mit den Teilnehmenden des diesjährigen CAS Behavioral Insights for Marketing.

Viele Unternehmen setzen nach wie vor auf eine transaktionale Kundenbeziehung, so Gerhard Fehr. Diese zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass eine Differenzierung vor allem über den Preis angestrebt wird und dass Kunden als reine Transaktionspartner angesehen werden – Leistung gegen Geld. Das Problem an transaktionalen Kundenbeziehungen ist allerdings, dass natürlich auch diese selbst wiederum imitierbar sind. Finden Konsumenten einen Anbieter mit einem ähnlichen oder gar identischen Angebot zu einem günstigeren Preis, sind sie so schnell wieder weg wie sie gekommen sind.

Um sich nachhaltig zu differenzieren, müssen Unternehmen eine relationale Kundenbeziehung schaffen, in welcher sie in Vorleistung gehen und ihre Kunden als Kooperationspartner verstehen, welche diese Vorleistung auf freiwilliger Basis erwidern. Im Gegensatz zu einer transaktionalen Beziehung ist eine relationale Beziehung kaum kopierbar und stellt deshalb ein starkes Differenzierungsmerkmal für Marken dar. Um aber eine relationale Beziehung mit den Kunden aufbauen zu können, muss zunächst das menschliche Verhalten verstanden und berücksichtigt werden.

Erfolgreiche Marken beziehen die Prinzipien des menschlichen Verhaltens in ihr Beziehungsangebot mit ein und berücksichtigen entsprechend die kognitiven, emotionalen, sozialen und situativen Faktoren, welche eine Beziehung prägen. Um eine relationale Beziehung und damit eine starke Kundenidentität aufzubauen, müssen Marken sowohl intuitiv und einfach, wie auch freiwillig, inspirierend, inkludierend und identitätsstiftend sein.

Es reicht allerdings nicht, sich beim Aufbau einer starken Kundenidentität rein auf bestehendes Wissen über Kundenpräferenzen zu verlassen. Ein relationales Beziehungsangebot sollte situative Faktoren berücksichtigen und den individuellen Kontext miteinbeziehen. Dabei spielen auch die Erwartungen & Beliefs der Kunden eine grosse Rolle, welche vorab verifiziert werden müssen. Das heisst, es muss zunächst situationsspezifische Evidenz durch systematisches Experimentieren generiert werden. Gerhard Fehr sieht genau in dieser Experimentierfreudigkeit einen enorm starken Differenzierungsfaktor: «Die grossen Player und «Digital Onlys» haben bereits erkannt, dass Experimente ein zentraler Bestandteil zukunftsfähiger Unternehmen sind und setzen diese systematisch ein, um neue Brands und Business Modelle zu testen».

Entsprechend ist im Marketing ein verhaltenswissenschaftlicher Approach, welcher die Erkenntnisse der Verhaltensökonomie und der Psychologie über das menschliche Verhalten berücksichtigt, ein massgeblicher Erfolgsfaktor. Unternehmen, welche eine relationale Beziehung mit ihren Kunden und damit eine starke Kundenidentität aufbauen sowie evidenzbasierte Entscheidungen auf der Grundlage von Experimentability treffen, werden sich auch im digitalen Zeitalter langfristig differenzieren können.

Gelungener Start des CAS Marketing- & Corporate Communications

Von Dr. Adrienne Suvada

An der ZHAW gibt es diverse Themen, zu denen man sich weiterbilden kann. Wer gerne Kommunikation und Marketing kombiniert, der ist beim CAS Marketing- & Corporate Communications gut aufgehoben. Auch dieses Semester ist die beliebte Weiterbildung mit spannenden Teilnehmenden gestartet.

Verbindung von Theorie und Praxis

Nach der obligatorischen administrativen Einführung ging es auch schon los mit den Themen Marketing und Kommunikation. Da die Teilnehmenden aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen, ist es wichtig eine gemeinsame Wissensgrundlage zu schaffen, auf der die späteren Unterrichtseinheiten aufbauen können. Der erste Tag ist immer sehr informativ, aber gleichzeitig auch anstrengend, gerade, wenn man die Schulbank lange Zeit nicht mehr drücken musste. Dieses Jahr kam deshalb ein spezieller Überraschungsgast aus der Praxis. Theorie ist wichtig, die Verbindung zur Praxis ist in der Weiterbildung aber essentiell. Nur so ist es möglich das Wissen auf seinen eigenen Unternehmensalltag zu transferieren.

Beliebte Weiterbildung mit Praxisbezug

Süsses Marketing im CAS

Mit Eugenie Nicoud von der Confiserie Bachmann war ein spannender Einblick in die Welt des süssen Marketings einer Confiserie möglich. Obwohl die Confiserie Bachmann ein Familienbetrieb mit langer Tradition ist, ist der Geschäftsleitung die Bedeutung der digitalen Marketingkommunikation wichtig.

Eugenie Nicoud ermöglichte einen Blick hinter die Kulissen und präsentierte erfolgreiche Kampagnen der Confiserie Bachmann

Die Confiserie verfolgt die Trends und lanciert entsprechende Produkte. Aktuell steht die Ostersaison an und auch dieses Jahr gibt es die berühmten Trendhäsli der Confiserie Bachmann. Mittlerweile geniessen diese Hasen einen Kultstatus und sind über die Zentralschweizer Grenzen hinaus bekannt. Auch der vegane Trend hält Einzug, denn es gibt dieses Jahr einen veganen Osterhasen zu erwerben. Eugenie Nicoud hat den Teilnehmenden eindrücklich berichtet, wie die Confiserie auf den sozialen Medien unterwegs ist und welche Strategie sie verfolgen – und das alles bei limitiertem Budget. Dieser Einblick war eine Bereicherung für den Starttag der Weiterbildung. Spannend geht es natürlich auch weiter, denn der Kurs hat ja auch erst begonnen…

Einer der Trend Hasen der Confiserie Bachmann © Confiserie Bachmann

Informationen zum CAS: https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-corporate-communications.html

Marketing und Kommunikation für kleinere Institutionen

Marketing und Kommunikation sind zwei Bereiche, die nicht nur für Unternehmen von Relevanz sind, sondern zunehmend auch kleinere Institutionen betreffen. Non-Profit-Organisationen, städtische Institutionen, Kirchliche Einrichtungen und viele weitere müssen ihre Aktivitäten in diesen Bereichen verstärken. Oft sind die Mitarbeitenden an einer Schnittstellenfunktion und benötigen verschiedene Kompetenzen. Diese Anforderungen deckt der CAS Marketing & Kommunikation in NPO ab. Wir haben bei den beiden Studiengangleiterinnen nachgefragt, warum es diesen CAS braucht und wo die Unterschiede zu anderen Angeboten in diesem Bereich sind.

Sie haben diesen neuen Lehrgang konzipiert. Warum sollte jemand diesen CAS absolvieren?

Dr. Adrienne Suvada: Die Idee zu diesem CAS ist aus einem klaren Bedürfnis hervorgegangen. Wir haben festgestellt, dass es immer mehr kleinere Institutionen gibt, die ihre Marketing- und Kommunikationsaktivitäten professionalisieren müssen. Diese Institutionen sind aber in Lehrgängen für KMUs oder für Grossunternehmen einfach nicht am richtigen Platz. Sie brauchen ein massgeschneidertes Angebot mit Beispielen, die sie auch wirklich im täglichen Leben umsetzen können. In vielen Organisationen ist das Budget beschränkt, um Marketing- und Kommunikationsprofis einzustellen. Sie müssen deshalb ihre guten Mitarbeitenden mit zusätzlichen Kompetenzen ausrüsten. Mit diesem Lehrgang ist das sehr gut möglich, weil wir auf die Besonderheiten Rücksicht nehmen und ihnen möglichst breite Einblicke geben.

Dr. Larissa M. Sundermann: Wichtig ist zu erwähnen, dass sich der Lehrgang nicht explizit nur an Non-Profit-Organisationen richtet. Es können durchaus auch Mitarbeitende aus anderen Institutionen teilnehmen. Zum Beispiel gibt es in den Städten und Gemeinden diverse Einrichtungen, die ebenfalls kommunizieren müssen und ihr Marketing verstärken sollten, allerdings nicht mit den gängigen Mitteln wie Grossunternehmen. Auch Kirchenmitarbeitende sind angesprochen, denn sie brauchen eine professionelle Kommunikation und ein spezifisches Marketing.

Die beiden Studiengangleiterinnen Dr. Adrienne Suvada (links) und Dr. Larissa M. Sundermann (rechts)

Die Weiterbildung floriert in der Schweiz. Gerade im Bereich Fundraising gibt es schon diverse Angebote…

Dr. Larissa M. Sundermann: Das stimmt, aber es geht eben nicht um das Fundraising, sondern um die Verbindung von Marketing und Kommunikation für diese kleineren Institutionen, die sich in einem speziellen Umfeld bewegen. Normalerweise fokussieren sich die Lehrgänge auf einen Bereich. Wir kombinieren beides, erwähnen natürlich aber auch das Fundraising. Dazu kommen weitere spannende Lektionen zu Themen wie Campaigning und Influencing, wie auch zur Krisenkommunikation und zu rechtlichen Aspekten. Alles in allem eine sehr bunte Mischung, mit allem, was es in einer Schnittstellenfunktion benötigt.

Kann ich als Non-Profit Organisation nicht auch einen CAS zu «kommerziellem Marketing» besuchen?

Dr. Larissa M. Sundermann: Generell gibt es natürlich Gemeinsamkeiten zwischen «kommerziellem» und «Non-Profit» Marketing. Jedoch sollten die Unterschiede nicht ausser Acht gelassen werden. So ist kommerzielles Marketing nur auf eine Zielgruppe, den Kunden» ausgereichtet und soll in ihm den Wunsch wecken ein Bedürfnis zu befriedigen. Das Ziel ist Gewinnmaximierung. Das Non-Profit Marketing hingegen richtet sich an verschiedene Anspruchsgruppen. Dies sind natürlich die Leistungsempfänger, aber auch Angehörige, Spender, Freiwillige, Mitarbeitende etc. Es werden nicht-gewinnorientierte Ziele verfolgt, wie z.B. das Sensibilisieren der Öffentlichkeit oder das Auslösen einer Verhaltensänderung, aber auch ein Imageaufbau oder Spendenaufruf. Wir empfehlen daher den Besuch eines spezifischen CAS für Non-Profit Organisationen.

Wer unterrichtet im CAS Marketing & Kommunikation in NPO?

Dr. Adrienne Suvada: Unsere Dozierenden stammen zum einen aus internen Reihen, zum anderen sind es ausgewiesene Fachleute aus der Praxis, die alle einen Bezug zu diesem Bereich aufweisen. Sie sind in der Lage den Unterricht auf die wirklichen Bedürfnisse auszurichten. Durch den hohen Praxisbezug ist auch ein spannender Unterricht garantiert. Es ist auch möglich einzelne Fälle und Problemstellungen aus der eigenen Institution einzubauen. Wir konnten hervorragende Dozierende verpflichten, die auch Erfahrung im Unterrichten aufweisen.

Ein hoher Praxisbezug ist in diesem Lehrgang garantiert

Was sind die Vorteile für mich als Absolvent?

Dr. Larissa M. Sundermann: Ein grosser Vorteil ist die Kombination von Marketing- und Kommunikationsmitteln in einem Lehrgang. So braucht man nur einen Lehrgang zu absolvieren und kann dennoch aus beiden Bereichen die wichtigsten Dinge mitnehmen. Der Praxisbezug ermöglicht die direkte Umsetzung im Berufsalltag. Es erhöht die Selbständigkeit und kann mitunter zu einer Kostenreduktion beitragen, da man nicht für jede Kleinigkeit externe Dienstleister anrufen muss. Selbstverständlich ist der Abschluss anerkannt und es ist auch möglich einen Master of Advanced Studies zu absolvieren. Mit diesem CAS ist man gut gerüstet für die Zukunft und kann der eigenen Institutionen einen grossen Mehrwert bieten. Man profitiert aber auch selber und kann seinen „Wissensrucksack“ auffüllen.

Wann und wo kann man sich anmelden?

Dr. Adrienne Suvada: Anmelden kann man sich direkt online. Es wird empfohlen sich frühzeitig anzumelden, da die Plätze in der Weiterbildung schnell ausgebucht sind. Selbstverständlich bieten wir auch eine persönliche Beratung an. Ausserdem gibt es spezielle Info-Anlässe in Winterthur und in Zürich. Auch dort beraten wir Interessenten sehr gerne und können bei Fragen weiterhelfen.

Der Lehrgang wird übrigens in Zürich im Toni-Areal durchgeführt, jeweils Freitag am Nachmittag und Samstag den ganzen Tag. So ist es möglich die Weiterbildung auch berufsbegleitend zu absolvieren.

Zum Schluss, was ist Ihre persönliche Motivation hinter diesem Lehrgang?

Dr. Adrienne Suvada: Ich habe unter anderem selber im Non-Profit-Bereich gearbeitet und weiss, welche Herausforderungen dort zu meistern sind. Der Sektor liegt mir nach wie vor sehr am Herzen. Die Mitarbeitenden sind jeweils mit viel Herzblut dabei. Es ist sehr schön, dass wir mit diesem Lehrgang einen guten Beitrag für die persönliche Entwicklung dieser Mitarbeitenden leisten können. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr darauf die Teilnehmenden diesen Herbst, zusammen mit meiner Kollegin, zu begrüssen.

Dr. Larissa M. Sundermann: Marketing und Kommunikation sind wichtige Mittel, um eine Organisation im Markt gut zu positionieren. Bereits während meiner Promotion, aber auch ganz konkret bei der kleinen Non-Profit-Organisation, die ich immer wieder unterstütze, fiel mir auf, dass das fehlende Know-how nur durch Engagement wieder wettgemacht wird. Dies möchte ich ändern. Der CAS bietet die Verbindung von Marketing- und Kommunikationswissen an. Zusammen mit dem vorhandenen Engagement eine vielversprechende Mischung, um Organisationen gut aufzustellen. Ich freue mich auf jeden einzelnen Teilnehmer und auch auf ihre Erfahrungen. So können wir den CAS noch gezielter an den Bedürfnissen der Organisationen ausrichten.

www.zhaw.ch/imm/casmknpo