Wie ein Blog die Forschung erklärt und dabei die Welt rettet

Von Annina Gantenbein

Zurzeit scheint es in der Politik, in den Medien und in den Köpfen der Menschen kaum mehr eine andere Zeitmessung als vor, während und (hoffentlich) nach Corona zu geben. Vielleicht haben wir aber gerade auch jetzt einmal Zeit und Musse, uns anderen Herausforderungen zu widmen, die sonst schlicht und einfach im Trubel des Alltäglichen untergehen.

Vor Corona waren der Klimawandel und die Energiewende Thema Nummer 1. Seit langem geht damit aber die Frage einher, wie Forschungserkenntnisse für die Bevölkerung oder, vielleicht gar wichtiger, für Journalisten und den ganzen Politzirkus verständlich kommuniziert werden können. Denn klar ist: von wegen vorbildliche Schweiz. Der Klimawandel und seine Ursachen sind den meisten bekannt. Aber obwohl wir über einen der höchsten Technologiestandards verfügen, schaffen wir es nicht, politisch und gesellschaftlich griffige Massnahmen zu ergreifen. Woran liegt das?

Verstehen wir die Lösungen einfach nicht?

Genau da kommt die Kommunikation ins Spiel. Institutionen wie der ETH Zürich ist es ein Anliegen, Forschung auch in die gesellschaftlichen Herausforderungen einzubetten, denn ein kommunikativ erfolgreicher Technologietransfer wirkt vertrauensfördernd. Und jetzt? Die Klima-Alarmglocken läuten laut und deutlich. Innerhalb der ETH Zürich wird hier viel geforscht und die Rufe der Klimajugend haben auch ihren Beitrag geleistet. Trotzdem führen Forschungserfolge nicht immer zu einem Umdenken, geschweige denn Handeln in der Gesellschaft.

Das ETH-Kompetenzzentrum für Energie setzt auf unterschiedlichste Kanäle, um den Technologietransfer zu unterstützen. Die verschiedenen Touchpoints stehen symbolisch für die Anspruchsgruppen: die interessierte Bevölkerung, andere Forschungsinstitute, Industrie und Politik. Mit Konferenzen, Ausstellungen, Roundtable-Diskussionen, Veranstaltungsvideos oder Social-Media-Beiträgen wird ein Dialog über aktuelle Energiethemen angeregt. Neu im Sortiment ist auch ein Energie-Blog.

Globi fährt mit dem E-Bagger an der Scientifica – Forschung zum Anfassen (Copyright: Annina Gantenbein)

Schliesst der Blog die Lücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft?

Das Format des Blogs ist interessant, denn in Zeiten der Informationsflut sehnen sich Lesende zunehmend nach vertrauenswürdigen Meinungen. Dieses Bedürfnis kann der Energy Blog der ETH befriedigen. Technologien und Prozesse werden in einem argumentativen, interdisziplinären Rahmen beleuchtet. Die Lesenden können erkennen, wie sich der Autor in einer Sache positioniert. Spezialisierte Forschung, die für Herrn und Frau Schweizer meist unverständlich ist, wird aus dem Elfenbeinturm in den Alltag geholt. Der Energie-Blog leistet durch folgende Merkmale einen Mehrwert:

  • Gesamtkontext statt Scheuklappendenken: Die Beiträge betten aktuelle Geschehnisse und Forschung in den Alltag der Menschen ein und berücksichtigen dabei den gesellschaftlichen und politischen Kontext.
  • Verständliche Sprache: Der Forscher-Fachjargon wird in ansprechende und verständliche Texte heruntergebrochen, die auch von der breiten Bevölkerung verstanden werden. Die Autoren erbringen damit eine entscheidende Übersetzungsleistung.
  • Breite Wissensbasis: Energie steckt überall, mit dem technischen Fortschritt entzieht sich das Wissen darum jedoch den meisten. Um im demokratischen Prozess aber die Energiewende zu meistern, bedarf es fundierter Entscheidungen. Blog-Beiträge vermitteln einer grossen Leserschaft das notwendige Wissen dafür.
  • Meinungen, Meinungen und nochmals Meinungen: Argumentative Positionierungen regen zur Diskussion an, involvieren Entscheidungsträger, indem Forderungen gestellt werden, und zeigen Best Practices auf. In einem Bottom-up-Ansatz geben die Autorinnen und Autoren etwas an die Gesellschaft zurück.
Im Blog kann Forschung zeitunabhängig und ausführlich analysiert werden. (Copyright: ETH Zürich / Tom Kawara)

Zusammenfassend zeigt sich klar, dass ein Blog dazu beitragen kann, dass die Bevölkerung die Prozesse des Klimaschutzes und der Energiewende versteht und akzeptiert. Natürlich ist der Touchpoint Blog nicht das Allerheilmittel. Aber mit jedem kommunikativen Versuch gewinnt die Energiewende an Dynamik und bald gelingt dann auch der so dringlich benötigte Klima-Sprint. Und so leistet auch ein Energie-Blog seinen (kleinen) Beitrag zur Rettung der Welt. Ganz nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein.

Über die Autorin

Annina Gantenbein wagte sich nach dem Konferenzdolmetscherstudium an der ZHAW während eines Hochschulpraktikums beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement EJPD das erste Mal in die Kommunikations- und Medienwelt. Das Interesse war geweckt und nach einem Abstecher beim kantonalen Migrationsamt ist sie seit April 2019 am Energy Science Center der ETH Zürich für Kommunikation, PR und Events verantwortlich.

«Oft dauert es länger als 9 Monate»

Von Pascal Thoma

Es ist noch kein Grund zur Sorge, wenn es mit dem Schwangerwerden nicht auf Anhieb klappt. Sanitas lanciert mit «Kinderwunsch» eine neue Zusatzversicherung, die Kundinnen und Kunden auf ihrem Weg zum eigenen Baby unterstützt. Gleichzeitig thematisiert Sanitas damit ein Tabu, denn obwohl in der Schweiz jedes sechste Paar ungewollt kinderlos ist, wird darüber meist geschwiegen.

Der Kinderwunsch ist bei vielen Paaren ein wichtiges Thema (© Sanitas)

Eine Schwangerschaft ist keine Selbstverständlichkeit

Selbst bei optimalen Bedingungen liegt für eine 25-jährige Frau die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis bei 25 Prozent pro Zyklus (1). Mit dem Älterwerden sinkt die Wahrscheinlichkeit kontinuierlich und liegt bei einer 35- bis 40-jährigen Frau im Durchschnitt nur noch bei ca. 5 Prozent pro Zyklus (1). Beim Mann sinkt die Fruchtbarkeit ab dem 40. bis 45. Lebensjahr ebenfalls (2).

Wahrscheinlichkeit pro Zyklus für eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg. (© Kliniken Pro Crea & Fiore)

1970 war ein Drittel der Frauen in der Schweiz bei der Erstgeburt ihres Kindes unter 25 Jahre alt. 2018 waren es gerade noch 5,9 Prozent. Heute sind die meisten Frauen bei der Erstgeburt zwischen 30 und 35 Jahre alt (38,7 Prozent). Ganze 33 Prozent sind sogar 35 und älter, wie die nachfolgende Grafik zeigt (3). Bei einer Absetzung der Verhütung dauert es im Schnitt sechs bis zwölf Monate, bis eine Frau schwanger wird (4). In der Schweiz bleibt dennoch rund jedes sechste Paar ungewollt kinderlos (5).

Die meisten Frauen in der Schweiz sind heute bei der Geburt ihres ersten Kindes 30 bis 34 Jahre alt. (© BFS 2019 – BEVNAT)

Erste Kinderwunschversicherung der Schweiz

Die Zahlen zeigen, dass sich der Kinderwunsch zunehmend in ein reiferes Alter verlagert, und zwar auf Kosten der Fruchtbarkeit. Die heutigen medizinischen Möglichkeiten bieten höhere Chancen, dass es auch später mit der Familiengründung klappt. Die Behandlungen sind allerdings kostspielig und nur begrenzt in der Grundversicherung enthalten. Mit der Zusatzversicherung Kinderwunsch unterstützt Sanitas Ihre Kundinnen bei der Erfüllung eines Lebenstraums.

Die Versicherung ermöglicht den Kundinnen zusätzliche Versuche und Massnahmen, um schwanger zu werden, und ergänzt die Leistungen der Grundversicherung. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Behandlungen bei der Frau, weshalb die Zusatzversicherung Kinderwunsch nur von Frauen abgeschlossen werden kann. Von folgenden Vorteilen können Versicherte profitieren:

  • Zusätzliche Versuche bei künstlicher Befruchtung
  • Genetische Untersuchungen des Embryos und pränatale Tests
  • Zugang zu ausgewählten Kinderwunschkliniken in der Schweiz
  • Kostenloser Fruchtbarkeitstracker von Ava

Prominente Gäste sprechen offen über den Kinderwunsch

Sanitas hat die Lancierung der Zusatzversicherung Kinderwunsch zum Anlass genommen, offen über ein Tabuthema zu diskutieren. Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Christian De Geyter (Unispital Basel), Prof. Dr. med. Bruno Imthurn (SGGG), Lea von Bidder (Ava) und Yonni Moreno Meyer (Schweizer Bloggerin und Kolumnistin) wurde an einem Roundtable der offene Dialog über Fruchtbarkeitsprobleme gestartet. Die Gäste waren sich dabei einig, dass es möglich sein soll, den eigenen Kinderwunsch zu versichern. Das Wichtigste sei aber nach wie vor, sich frühzeitig Gedanken zu machen und rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Fruchtbarkeitsprobleme wurden und bleiben zunehmend ein wichtiges Thema unserer Gesellschaft. Kinderwunsch ist eine erste Antwort darauf.

Alle weiteren Informationen zur Roundtable-Diskussion: https://www.sanitas.com/de/privatkunden/kontakt-hilfe/gut-zu-wissen/news/roundtable-kinderwunsch.html

Mehr zum Thema:

Quellen:

(1) Kliniken Pro Crea & Fiore: https://www.avawomen.com/de/avaworld/hast-du-das-gewusst-fakten-uebers-schwanger-werden/

https://www.fiore.ch/de/ihr-weg-zum-wunschkind/ursachen

https://www.procreaivf.de/de/unfruchtbarkeit

(2) USZ: http://www.repro-endo.usz.ch/fachwissen/kinderwunsch-sterilitaet/seiten/ungewollt-kinderlos.aspx

(3) BFS 2019 – BEVNAT: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/geburten-todesfaelle/geburten.html

(4) Techniker: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/schwangerschaft-und-geburt/fruchtbarkeitsstoerungen-was-geschieht-bei-der-befruchtung-2013476

(5) USZ: http://www.repro-endo.usz.ch/fachwissen/kinderwunsch-sterilitaet/Seiten/default.aspx

Über den Autor

Pascal Thoma (31) arbeitet seit 5 Jahren bei der Sanitas Krankenversicherung AG. Als Marketing Manager im Vertriebsmanagement ist er verantwortlich für die Marketing- und Kommunikationsmassnahmen für Vertriebspartner (B2B). Im Rahmen seiner Ausbildung zum MAS (Master of Advanced Studies) in Marketing Management besucht er den letzten CAS (Marketing- und Corporate Communications). Damit möchte er sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation wichtiges Know-how für seine Zukunft erlangen.

Mut zur humorvollen Kommunikation

Von Selina Beyeler

Wenn wir lachen, löst das ein Glücksgefühl in uns aus. Es macht uns zufrieden, was sich wiederum positiv auf unsere Produktivität auswirkt. Und dass Lachen gut für die Gesundheit ist, wissen wir alle auch nicht erst seit der legendären Ansprache von Bundesrat Johann Schneider-Ammann zum Tag der Kranken. Das Plädoyer lautet also: mehr Humor in der Kommunikation.

Bei Humor in der Unternehmenskommunikation hört der Spass oft auf. Zu gross ist die Angst der Chefetage, sie könnten von den Angestellten, der Kundschaft oder weiteren Stakeholdern nicht mehr ernst genommen werden. Natürlich ist das auch der Fall, «wenn der Chef oder die Chefin einfach den ganzen Tag mit der roten Clown-Nase im Gesicht rumläuft», sagt Marco Thomann, Humor-Experte. Wenn die Führungskraft den Humor jedoch ganz natürlich einbringt und sich getraut, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, gehen ihr weder der Respekt noch die Glaubwürdigkeit gegenüber ihren Stakeholdern verloren, im Gegenteil: Sie kann sie stattdessen für sich gewinnen.

«Ich will den Leuten ein gutes Gefühl geben»

Marco Thomann ist Radio-Journalist, Medien-Coach und schreibt Gags für verschiedene Comedians, darunter auch für das Cabaret-Duo Divertimento. Für diesen Beitrag hat er diverse Fragen beantwortet und kommt hier als Experte zu Wort. Thomann hat die Grundhaltung, dass er das Leben nicht allzu ernst nimmt. Beim Moderieren lässt er dieses Lebensmotto gern einfliessen, erzählt von lustigen Alltagssituationen und hat dabei nur ein Ziel: «Was ich erreichen will, ist, den Leuten mindestens ein Schmunzeln abzugewinnen und ihnen am Ende des Beitrags ein gutes Gefühl zu geben.» Es sei wichtig, dass der Humor in keinem Fall aufgesetzt sei – ob bei ihm in einer Moderation oder auch bei einer Führungskraft. «Man kann nicht meinen, in einem «Bünzli-Betrieb» plötzlich Comedy machen zu müssen, nur weil das grad momentan hip ist und gut ankommt. Es muss in der Natur des Unternehmens oder der Führungsperson sein. Alles, was aufgesetzt ist, kommt nicht gut an. Humor muss ehrlich und echt sein.»

Humor ist wichtig in der Unternehmenskommunikation (Bild: Pixabay)

Infotainment – auch in der Krise

Die School of Management and Law der ZHAW hat sich die humorvolle Kommunikation in ihrem Imagefilm zu eigen gemacht. Das war aber auch nur deshalb möglich, weil der Rektor der Schule dazu bereit war, Humor einfliessen zu lassen. Marco Thomann befindet das Video als grossartig – es sei genau so, wie es eben sein müsse: Man nimmt sich selbst nicht so ernst und gestaltet etwas Langweiliges (das Aufzählen, was die Schule alles bietet) unterhaltsam mit etwas Humor. «Das Einzige, was mich stört, ist, dass die Aludose in den normalen Abfall geworfen wird.» Gerade in der aktuellen Zeit, in der das Coronavirus grassiert, zeigt sich, dass man ernsthafte Kommunikation – ja sogar Krisenkommunikation – mit Humor anreichern kann. So betreiben zum Beispiel das Newsportal Watson sowie Radio Energy auf Instagram sehr gutes Infotainment. Sprich Content, der sowohl informiert als auch unterhaltet. Ein sehr gutes Beispiel in Sachen Infotainment ist ein Video von zwei Comedians, von denen der eine neben Comedian auch Radio-Moderator und der andere Arzt ist:

https://www.youtube.com/watch?v=WwfvX3w0W1s&fbclid=IwAR3xLoSTdHgySEjJlnM_r1QHh6VCnk1a0Ii4F8fC0KenXMgnEUQapvG1ego
Das BAG teilt das Video von Stefan Büsser und applaudiert ihm dafür (Screenshot Twitter Account BAG).

Obwohl die Situation alles andere als lustig ist, schaffen es die beiden Comedians, das Thema unterhaltsam und informativ zugleich ans Publikum weiterzugeben, da sie es mit Witz und Humor untermalen. Wir können uns danach an das Video und gewisse Inhalte darin erinnern – bestimmt nicht nur an die lustigen. Dass ein solches Video sehr viel Feingefühl, Überlegungen zur Wortwahl und worüber man genau einen Witz und Vergleiche machen will, voraussetzt, ist unumstritten. Und natürlich gibt es auch hier Leute, die das überhaupt nicht lustig finden und für total unangebracht halten. Wer jedoch denkt, dass in der Krise Humor nicht angebracht ist, ist definitiv auf dem falschen Pfad.

Mutig den Grat bewandern

Humorvolle Kommunikation oder Humor generell ist immer eine Gratwanderung. Denn Humor ist eine Geschmackssache und es gibt sehr viele Unterschiede: von trockenem über schwarzem bis zu einfachem Humor und der dazu gegensätzlichen Ironie. Man kann es bekanntlich nie allen recht machen. Doch, um hier nochmals den Grundsatz von Marco Thomann zu nennen: Wenn die Zielgruppe nur schon schmunzelt, hat sich der Beitrag bereits gelohnt. Zu beachten dabei ist, dass die humorvolle Kommunikation zu den Personen, die kommunizieren, passen muss. Humor sei zwar lernbar, da es ein Handwerk ist, sagt Thomann. Doch bei Humor stehe Natürlichkeit und Ehrlichkeit pur an erster Stelle und wenn das nicht der Fall ist, sprich nur aufgesetzt ist, dann kippt das Ganze ins Lächerliche und kommt dementsprechend nicht oder falsch an. Warum also nicht dem Chef oder der Chefin, der oder die nun einmal von sich aus nicht sehr humorvoll ist, eine Moderatorin oder einen Moderator zur Seite stellen, die oder der humorvoll ist und das gut rüberbringen kann und so die Infos der Vorgesetzten mit Witz und Charme umrahmt? Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Das Setting ist entscheidend

Humorvolle Kommunikation ist immer auch eine mutige Kommunikation: «Besonders dort, wo eine souveräne und seriöse Kommunikation gefragt ist, soll diese natürlich auch gegeben werden. Das Setting muss einfach stimmen. Wir wollen einen Banker, geschweige denn den Pfarrer nicht in Badehosen sehen. Und doch: Gerade am Beispiel von diversen Polizeistationen, die humorvoll auf Twitter kommunizieren, sieht man, dass es eben auch grad in solchen Situationen geht. Obwohl von der Polizei eine seriöse Kommunikation erwartet wird, hat sie gemerkt, dass ihre humorvollen Tweets mehr Retweets generieren und sie so ein grösseres Publikum erreichen», fügt Marco Thomann an. Natürlich müsse auch dies jeder Situation angepasst werden und der Feuerwehrkommandant könne auch weiterhin nicht in seinen Freizeitklamotten ein Statement zum letzten Brand geben. Das müsse er weiterhin in Uniform machen, ansonsten würden sich die Leute wohl fragen, was denn das für ein «Lotteri-Betrieb» sei.

Happiness in Wirtschaft und Wissenschaft

Humor und Glücklichsein ist längst nicht mehr nur ein Freizeit-Thema. Die Wissenschaft forscht schon lange daran, was «Happiness» für einen Impact auf uns Menschen hat. Ergebnisse wie eine Produktivitätssteigerung in einem «happy» Umfeld haben auch Anklang bei der Wirtschaft gefunden. So gewinnt die positive Psychologie immer mehr an Wichtigkeit und das Thema «Happiness» wird uns wohl in Zukunft auch am Arbeitsplatz noch öfter über den Weg laufen. Auch an der School of Management and Law der ZHAW beschäftigen sich verschiedenste Personen mit diesem Thema. Fünf von ihnen haben sich im folgenden Beitrag dazu geäussert: 59 Sekunden Happiness.

Lächeln habe die Macht, eine schwierige Situation zu entschärfen, ist Marco Thomann der Meinung. Lächeln entspannt uns. Lächeln gibt uns ein gutes Gefühl. Also lasst uns mit unserer Kommunikation die Leute vermehrt zum Lächeln animieren – in jeder Situation.

Zum Experten:

Marco Thomann kommt aus Luzern, ist Radio-Journalist bei SRF 3 und SRF 1, schreibt als Comedy-Autor für diverse Comedians, hauptsächlich fürs Cabaret-Duo Divertimento und coacht Medienschaffende. Dazu ist er noch Mitinhaber der Maskenmanufaktur Luzern und – wie könnte es anders sein – leidenschaftlicher Fasnächtler.

Über die Autorin

Als Online Managerin an der School of Management and Law der ZHAW arbeitet Selina Beyeler am Puls der Kommunikation – hauptsächlich online, auch mal offline, per Text, Video und Foto. Momentan besucht sie den CAS Marketing- und Corporate Communications, um die Kommunikation auch noch aus Sicht des Marketings kennenzulernen.

Marketingführung während und nach der Krise

Die aktuelle Pandemie hat auch Auswirkungen auf Marketingführungskräfte. Wie soll man jetzt sein Marketing ausrichten und wie bereitet man sich auf die Zeit nach der Krise vor? Welche Fähigkeiten brauchen die CMOs jetzt? Dies beantwortet uns der Leiter des Instituts für Marketing Management, Prof. Dr. Brian Rüeger.

Die Corona-Krise hat viele in ihrer Wucht überrascht, unter anderem auch Marketingführungskräfte. Nicht nur arbeiten viele Teams nun im Home Office, auch viele Kampagnen mussten gestoppt werden und viele Aufträge sind gestrichen worden. Was sollen Marketingführungskräfte jetzt tun, wie halten sie ihr Team zusammen?

In einer Krise zeigt es sich, ob Führungskräfte wahre Leader sind oder nur Manager. Wenn die Dinge gut laufen, können viele führen. Im Moment sind die Unternehmen sehr unterschiedlich von der Krise betroffen. Was für die einen völliger Stillstand ist, kann für die anderen Schichtarbeit bedeuten. Im Vordergrund stehen nicht mehr die klassischen Marketingziele wie Wachstum, Gewinnung von Marktanteilen und neue Produkte und Services, sondern vielmehr Liquiditätssicherung, Stabilisierung, Risikomanagement, Prozessumstellung und, als wichtigste Aufgabe von Führungskräften in einer Krise, das Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Grundsätzlich verkürzt sich für alle der überblickbare Zeithorizont auf Flug auf Sicht, was für die meisten nur Tage oder Wochen bedeutet.

Für Prof. Dr. Brian Rüeger stehen nun nicht mehr die klassischen Marketingziele im Vordergrund

Wenn praktisch die ganze Welt mit einem Virus kämpft, ist es moralisch überhaupt vertretbar noch Marketing zu betreiben? Etwas überspitzt gesagt, darf ich profane Produkte noch bewerben?

Dem ist grundsätzlich nichts Neues entgegenzusetzen, nur haben sich für viele die Prioritäten schlagartig verschoben und das reine Überleben ist in den Vordergrund gerückt. Zentral ist jedoch, dass sich durch die Krise das Mediennutzungsverhalten der Konsumenten von einem Tag auf den anderen massiv verschoben hat. Und obwohl sich die Märkte nach der Krise wieder erholen werden, die Welt wird nicht mehr die Gleiche sein. Werte werden verschoben, Verhalten und Einstellungen ändern sich. Ich muss wissen, was genau passiert und wie ich das Unternehmen neu darauf ausrichten kann. Das wird auch Auswirkungen auf die Kommunikation und mein Werbeverhalten haben.

Marketing wird nicht nur in Unternehmensabteilungen betrieben, da hängen diverse Agenturen und Einzelfirmen dran. Was würden Sie raten, wie sollten CMOs und die externen Dienstleister in dieser Zeit vorgehen?

In einer Krise sollte, im Privaten wie im Geschäft, nicht nur auf sich geschaut werden. Eine Krise bietet immer viele Gelegenheiten, langfristig wertvolle Beziehungen zu pflegen und zu zeigen, wer ich bin und für was ich stehe. Wenn ich alle Partner im Geschäft fallen lasse, wird das wie ein Bumerang später auf mich zurückkommen. Die Krise ist irgendwann vorbei und das Leben wird weiter gehen. Wir werden uns erinnern, wie Unternehmen und Geschäftspartner sich in der Krise uns gegenüber verhalten haben und umgekehrt. Wer die Möglichkeit hat, sollte Solidarität zeigen, es ist das beste Investment in die Zukunft.

Ein CMO ist auch unternehmensintern eine wichtige Figur. Durch die Krise wurde die Bedeutung der Digitalisierung schlagartig sichtbar. Nicht alle CMOs sind aber dafür gerüstet, auch persönlich. Welche Möglichkeiten gibt es, wenn man hier aktuell seine Kompetenzen auffrischen muss?

CMOs müssen lernen, mit einer sich stetig erhöhenden Dynamik und einer gleichzeitig wachsenden Komplexität umzugehen. Das hat Auswirkungen auf Strategie, Kultur und Prozesse. Wir haben hierfür den Executive Master in Marketing Leadership entwickelt, speziell für Führungskräfte. Es geht nicht nur um ein kleines Auffrischen der Kompetenzen, sondern darum, wie CMOs das gesamte Unternehmen digital transformieren können, damit diese Transformation nicht an den Kundenbedürfnissen vorbei geht. Es geht darum zu verstehen, wie sich die Spielregeln verändern und wie ich meine Marketingkompetenzen aufstellen muss, um langfristig erfolgreich zu agieren. Die Krise hat die Relevanz dieses Lehrgangs massiv verschärft.

Die CMOs müssen gerade jetzt ihre Kompetenzen schärfen und die Kundenbedürfnisse im Blick haben (Bild: Pixabay)

In Bezug auf die Weiterbildung, wie sehen Sie aktuell die Lage? Streichen die Leute ihre geplanten Weiterbildungen oder setzen sie umso mehr auf eine Weiterentwicklung?

Einerseits hat «Life Long Learning» noch lange nicht seinen Zenit erreicht und andererseits verhält sich die persönliche Weiterbildungsnachfrage immer antizyklisch und die Nachfrage nach unternehmensinterner Weiterbildung immer zyklisch zur Konjunktur. Genau das sehen wir auch in der aktuellen Krise. Zahlreiche Unternehmen stornieren und verschieben Inhouse-Schulungen, welche wir für sie massschneidern. Hingegen wächst das Interesse an persönlichen Weiterbildungen stark, vielleicht auch gerade, weil wir alles auf digital umgestellt haben. Nur wenige müssen aus persönlichen Gründen ihre aktuelle Weiterbildung verschieben.

Zum Schluss, wie solle man sein Marketing nun aufstellen, damit man auch nach der Krise wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren kann?

Nachdem das Unternehmen stabilisiert ist, sollte man die Zeit nutzen, um mit dem Marketing das ganze Unternehmen vorwärts zu bringen. Die Frage stellt sich: Wie sieht das Next Level Marketing für Ihr Unternehmen aus? Die aktuellen Kompetenzen müssen analysiert und ein sinnvoller, durchführbarer Entwicklungspfad aufgezeichnet werden. Jedes Unternehmen muss wissen, was für sie «Next Level Marketing» bedeutet und was sie dazu benötigen. Dann kann Marketing nicht nur den Lead in der Digitalen Transformation, sondern auch den Lead im Neuaufbau nach der Krise übernehmen.

Das IMM und die aktuelle Corona-Krise

Corona hat die Welt fest im Griff. Nicht nur die Politiker, sondern auch die Unternehmen sind stark von den Massnahmen betroffen. Auch das ZHAW Institut für Marketing Management musste sich zwangsläufig schnell adaptieren und auf die neue Situation einstellen. Deshalb hier ein kleiner Lagebericht aus dem digitalen IMM.

Die Digitalisierung beschäftigt das Marketing schon seit einigen Jahren, dementsprechend war auch das ZHAW Institut für Marketing Management seit jeher an den neuesten Trends und Entwicklungen dran und hat versucht diese auch im Unterricht einzubauen. Dennoch, eine solche Lage, wie sie aktuell herrscht, dies stellt auch das IMM vor Herausforderungen. Trotz digitaler Tools, lebt der Unterricht auch vom sozialen Austausch, von der nonverbalen Kommunikation, von der Mimik und dem persönlichen direkten Gespräch. In Zeiten von Corona ist es aber allen verständlich, dass dies aktuell nicht möglich ist und man nun zu Alternativen greifen muss.

Die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf den Lehrbetrieb © Pixabay

Digital heisst nicht schlechter

Mitten im Semester die Inhalte zu digitalisieren oder eine Weiterbildung mit externen Dozenten auf digital umzustellen, ist wahrlich keine einfache Aufgabe. Es ist zwar richtig, dass die Folien teilweise vorbereitet sind, aber der digitale Unterricht bringt Veränderungen mit sich. Dies ist für die Beteiligten nicht einfach und die Digitalisierung ist plötzlich für alle ein sehr aktuelles Thema. Zentral ist aber der Gedanke, den Prof. Dr. Brian Rüeger, Institutsleiter des IMM, formuliert hat: „Digital heisst nicht schlechter, das ist ganz wichtig. Digital muss für uns heissen, noch mehr zu bieten, noch besser zu sein.“ Diese Botschaft wird vom ganzen IMM getragen. Es gilt aufzuzeigen, dass ein digitaler Unterricht nicht eine minderwertige Variante des Präsenzunterrichts ist. Digital bietet sehr viele Chancen, vielleicht andere als in der Präsenzveranstaltung, aber diese schwierige Zeit kann ideal genutzt werden, Dinge auszuprobieren. Natürlich braucht es Veränderungen, aber wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass wir mit Telefonen Fotos schiessen? Vielleicht wird durch diese Corona-Krise der digitale Unterricht plötzlich zu einem ganz normalen Mittel im Portfolio der Lehrkräfte.

Es gibt keine Ausreden mehr, der digitale Unterricht muss nun umgesetzt werden © Pixabay

Virtuell wird zusammengestanden

Was heisst das nun konkret? Seit Anfang der Woche sind die IMMler dran, ihre Unterrichtseinheiten zu digitalisieren. Die Energie und das Engagement sind überwältigend. Hier wird aktuell grosser Einsatz gezeigt. Es wird versucht für die Studentenschaft und für die Weiterbildung angepasste Lösungen zu finden. Testläufe werden durchgeführt, Ideen werden ausgetauscht und was besonders schön ist, das IMM-Team funktioniert auch digital hervorragend. Die gegenseitige Unterstützung ist riesig und gerade in solch einer Krise wird aufgezeigt, ob ein Team wirklich zusammenarbeiten kann. Beim IMM ist das sicher der Fall. Werden einige Dinge nicht funktionieren? Sicher. Wird es technische Probleme geben? Sicher. Werden einige unzufrieden sein? Sicher. Das alles gehört zu einer aussergewöhnlichen Lage dazu. Jeder Fehlschlag nützt, um sich zu verbessern. Das IMM ist also trotz Corona-Krise und Home Office aktiver denn je und will fachlich kompetente Unterstützung bieten. Virtuell wird zusammengestanden und die Herausforderung ist angenommen!

Ein praktischer Start in die Weiterbildung

Gerade zu Beginn des Jahres, setzen viele ihren Vorsatz, eine Weiterbildung zu absolvieren, in die Tat um. So konnte auch der CAS Marketing- & Corporate Communications mit einer gut gefüllten Klasse starten. Für Unternehmen sind Marketing und Kommunikation immer noch wichtige Themen, in denen es die Kompetenzen zu schärfen gilt. Am Starttag gab es gleich einen praktischen Vorgeschmack in Form eines Überraschungsgastes.

Bunter Mix als Basis für den Austausch

Obwohl der CAS Marketing- & Corporate Communications einer der ältesten CAS des Instituts für Marketing Management der ZHAW ist, so scheint die Beliebtheit ungebrochen. Nach wie vor tun sich viele Unternehmen schwer damit, eine gute Kommunikation zu etablieren. Oft arbeitet man noch mit einer künstlichen Trennung zwischen Marketing und Kommunikation, ohne klare Konzepte für die Zukunft. Genau hier kann eine Weiterbildung unterstützend wirken, indem sie nicht nur den Horizont erweitert, sondern auch den Austausch fördert. „Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie bunt gemischt die Klasse zusammengesetzt ist. So erhält man als Teilnehmer ganz neue Einblicke„, meint Studiengangleiterin Dr. Adrienne Suvada.

Überraschungsgast aus der Praxis

Die ZHAW steht für den gelebten Praxisbezug. Dies wird auch in der Weiterbildung deutlich. Nicht nur, dass die Dozentenschaft mit grosser Praxiserfahrung punktet, sondern auch, dass der Unterricht lebensnah gestaltet wird. Am Starttag des CAS Marketing- & Corporate Communications gab es denn auch einen Überraschungsgast. Er kam in Form von Beat Ruch, Leiter Marketing & Kommunikation der Bank Thalwil. In einer äusserst erfrischenden Weise, vermochte er das Bankenmarketing und die damit verbundenen Herausforderungen der Klasse zu vermitteln. Besonders wertvoll waren die praktischen Tipps und Erfahrungen, die er offen teilte. Der Vortrag kam gut an, denn die Fragen wollten am Schluss gar nicht mehr aufhören. Ein solch ehrlicher Austausch ist besonders wertvoll für die Beteiligten. Sie kommen so in den Genuss von Spezialisten, die sie vielleicht in ihrem Alltag nicht antreffen.

Natürlich gehört zum CAS auch die theoretische Fundierung dazu. Aber auch hier zählt die Verbindung zur Praxis. Gerade in der Kommunikation reichen theoretische Modelle oft nicht aus, man muss wissen, wie man diese dann in der Praxis sinnvoll umsetzt. Dies alles kommt auf die Klasse in den nächsten Monaten noch zu. Am Schluss werden sie das Gelernte in einem praktischen Konzept umsetzen und präsentieren. Es bleibt also spannend im CAS Marketing- & Corporate Communications!

Weitere Informationen zum CAS: https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/cas-marketing-corporate-communications/

Weitere Informationen zur Bank Thalwil: https://www.bankthalwil.ch/de/

Neuer CAS Digital Marketing in NPO: Warum für NPOs die digitale Transformation besonders herausfordernd ist

Im Oktober 2020 startet der neue CAS Digital Marketing in NPO an der ZHAW. Von theoretischen Schlüsselkonzepten wie der digitalen Transformation und Community Management, bis hin zu praktischen Anwendungen wie Digital Fundraising und Mobile Marketing, deckt der CAS die Themen ab, die NPOs benötigen. Dr. Adrienne Suvada, Studiengangleiterin dieses CAS, erklärt im Interview, warum es den CAS braucht und was ihn einzigartig macht.

Der CAS in drei Sätzen zusammengefasst?

  • Der CAS ist ein extra für NPOs konzipierter CAS, bei dem alle Beteiligten grosse NPO Erfahrung mitbringen.
  • Es wird nicht nur das digitale Marketing thematisiert, sondern auch der Prozess der digitalen Transformation für NPOs
  • Er hat einen sehr hohen Praxisbezug, bei dem die konkrete Realität der NPOs berücksichtigt wird.

Digitale Transformation ist ein zentrales Stichwort. Was genau meinen Sie damit?

Etwas überspitzt formuliert, herrscht bei vielen digitalen Transformationsprozessen die folgende Denkweise vor: was auf normalem Weg nicht funktioniert, das macht man einfach digital und dann läuft es schon. Dabei wird vergessen, dass es, wie bei allen Veränderungen, eine Strategie benötigt. NPOs und andere soziale Einrichtungen, wie zum Beispiel Kirchen, Gemeinden und Stiftungen, verfügen oft über geringere Budgets. Deshalb ist diese Transformation für sie ein viel schwierigerer Prozess. Das Fundraising zum Beispiel, läuft seit Jahrzehnten nach bewährten Mustern ab. Das Mailing einfach durch eine online Spendenmöglichkeit zu ersetzen, ist nicht immer die beste Lösung. Es braucht einen klaren Prozess und eine klare Strategie für die digitale Transformation. Dieser CAS trägt dazu bei, dass NPOs und auch andere soziale Einrichtungen ihr Marketing sinnvoll mit digitalen Lösungen ergänzen können.

Der neue CAS Digital Marketing in NPO – das digitale Marketing speziell für NPOs

NPOs und andere soziale Einrichtungen sind bei dieser Transformation also speziell gefordert. Welche sind denn für NPOs die drei aktuell grössten Herausforderungen?

Die grössten Herausforderungen sehe ich erstens im digitalen Fundraising und das Wegbrechen der „alten“ Spendergeneration. Zweitens das grosse Aufkommen zahlreicher Charity Kampagnen. Und drittens ein stark vergrösserter Konkurrenzkampf.

Deshalb braucht es für NPOs einen speziellen CAS? Reicht ein «normaler» CAS im Digital Marketing nicht aus?

Nein, ein „normaler“ CAS reicht nicht. NPOs haben ganz andere Strukturen. Natürlich decken sich gewisse Bereiche mit der Corporate-Welt. Man darf aber nicht vergessen, dass gerade bei NPOs die Werte und das adäquate Handeln im Vordergrund stehen. Ausserdem arbeitet man mit Spendengeldern. Man muss deshalb umso vorsichtiger sein und sich für jede Ausgabe rechtfertigen. Aus meiner Sicht nützt es NPOs nichts, wenn sie sich an Kampagnen mit einem Millionenbudget orientieren. Sie brauchen Inhalte, die ihre realen Probleme abdecken. Und genau hier setzt der CAS an.

Für Dr. Adrienne Suvada benötigen die NPOs spezifische Inhalte, die sie im Alltag umsetzen können.

Der Inhalt dieses CAS deckt alle wichtigen Themenbereiche des Digital Marketings für NPOs und andere soziale Einrichtungen ab. Packt man vielleicht zu viel in den CAS rein?

Man will natürlich immer so viel wie möglich abdecken. Wir haben versucht, einen guten Querschnitt über die aktuellsten Themenbereiche zu geben und sozusagen den Rucksack mit den nötigsten Hilfsmitteln zu füllen. Man erhält eine gute Grundlage und ist auch für zukünftige Herausforderungen der sich immer verändernden Marktbedingungen, besser gewappnet. Plus: Durch die Themenvielfalt sind Spezialisten aus verschiedenen Bereichen gleich vor Ort, was garantiert für einen spannenden Austausch sorgt.

Die Verbindung von Theorie und Praxisbezug ist sehr wichtig. Wie wird diese Verbindung im CAS sichergestellt?

Die Praxiserfahrungen sind entscheidend, um bei uns dozieren können. Über die Erfahrungen aus dem realen Leben kann die Brücke zur Theorie einfacher geschlagen werden. Es ist das Ziel, Inhalte zu vermitteln, die man auch zügig bei sich in der Organisation umsetzen kann. Ein wichtiges Element ist die Konzeptarbeit, die am Ende des CAS erstellt wird. So kann das Gelernte gefestigt werden.

Zum Schluss noch: Wie kann ich nun als Mitarbeiter einer NPO oder anderen sozialen Einrichtung einschätzen, ob sich für mich der CAS lohnt?

Der CAS lohnt sich vor allem für Personen, die in den NPOs und in sozialen Einrichtungen im Marketing sowie in der Kommunikation die Digitalisierung umsetzen müssen und neue, innovative Lösungen präsentieren sollen. Eine gewisse Berufserfahrung ist daher gut, denn es ist keine Aus-, sondern eine Weiterbildung. Es sind alle angesprochen, die den klassischen Marketingmix für NPOs kennen, aber sich für die Zukunft rüsten wollen. Gerade Personen mit Fach- oder Führungsverantwortung dienen als Vorbilder und Vorreiter im Digitalisierungsprozess. Sie müssen sich unbedingt auf den neuesten Stand bringen – auch, um den Anschluss an die jüngeren Zielgruppen nicht zu verlieren.

Weitere Informationen zum CAS Digital Marketing in NPO

https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/cas-digital-marketing-in-npo/

Info-Anlässe:

www.zhaw.ch/imm/info-apero

Erfolgreiche Landung im CAS Marketing- & Corporate Communications

Nach einer langen und intensiven Zeit, mit einem spannenden Start in die Welt der Marketingkommunikation, durften die Teilnehmenden des CAS Marketing- & Corporate Communications ihre Abschlussarbeiten präsentieren und zeigten damit, was sie alles gelernt haben.

Auf strategischer Ebene hat sich die Kommunikation mittlerweile auch in der Führungsetage ihre Wichtigkeit erarbeitet. Der CAS Marketing- & Corporate Communications (CAS MCC) kombiniert die wichtigsten Elemente von Corporate Communication und Marketing und zeigt verschiedene Techniken auf, die man in dieser Schnittstellenfunktion benötigt. Auch in diesem Semester startete wieder eine höchst spannende Klasse diesen CAS und trotz Doppelbelastung von Beruf und Weiterbildung, erarbeiteten sie sich verdient sehr gute Resultate.

Ein Kommunikationsflug über diverse Unternehmen

Die Transformation des Gelernten wurde an einem Kommunikations- oder Marketingkonzept aufgezeigt, welches die Teilnehmenden erarbeiteten und schlussendlich präsentierten. Von Yoga, zu Tourismus über Gastronomie bis zu Helikoptern, war alles dabei. Die Konzepte wurden mit viel Witz und mit viel Charme präsentiert und die Leidenschaft für die Kommunikation war bei allen spürbar. „Das schönste an diesem CAS ist, dass auch wir als Dozenten immer wieder neue Beispiele kennenlernen und man somit eine sehr spannende Kommunikationsreise absolvieren darf„, meint Dr. Adrienne Suvada, Studiengangleiterin des CAS MCC. Tatsächlich wurde auch dieses Mal wieder sichtbar, wie man auch mit kleinem Budget eine gute Marketingkommunikation betreiben kann. Das wichtigste Element, so banal es klingen mag, ist schlussendlich einfach die Leidenschaft für die Aktivität, die man betreibt.

Erfolgreicher Abschluss des CAS MCC © Andjela Bulatovic

Der Abschluss als Anfang

Eine solche Weiterbildung ist keine einfache Zeit. Die erwähnte Doppelbelastung ist nicht ohne, dennoch sind neben den fachlichen Kompetenzen, die man erhält, auch die persönlichen Momente in der Klasse bedeutend. Die unterschiedlichen beruflichen Hintergründe der Teilnehmenden sind eine Bereicherung und der gegenseitige Austausch hilft, auch mal auf ungewöhnliche Lösungen zu kommen. Der gelungene Abschluss soll aber kein Ende, sondern ein Anfang sein. Die Teilnehmenden haben nun das Rüstzeug ihre Kommunikation zu verändern und eigene Zeichen zu setzen.

Herzliche Gratulation an die Abschlussklasse!

Mehr Informationen zu diesem CAS: https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/cas-marketing-corporate-communications/

„Einer der spannendsten CAS für mein berufliches Umfeld“

Der Umgang mit Daten und die Analyse dieser Daten ist ein zentrales Element im Marketing. Gleichzeitig steigt aber auch die Komplexität. Der CAS Marketing Analytics betrachtet verschiedene Aspekte des „Data-Driven Marketings“ und verhilft so zu einem sinnvollen Einsatz von Marketing Analytics im Unternehmen. Wir haben mit Ilari Dammert, Head of Avalanche Safety bei der Mammut Sports Group AG, gesprochen, um zu erfahren, wie er diesen Kurs erlebt hat.

Weshalb hast Du Dich für den CAS Marketing Analytics an der ZHAW entschieden?

Im Rahmen des MAS Digitale Transformation war der CAS Marketing Analytics einer der spannendsten Wahl-CAS, welche die ZHAW für mein berufliches Umfeld als Produktmanager anbietet. Die im CAS Marketing Analytics vermittelten Inhalte bieten für meinen beruflichen Alltag einen sehr guten Praxisbezug und lassen sich in vielen Bereichen des täglichen Arbeitens integrieren oder haben mich in letzter Zeit inspiriert.

Haben sich Deine Erwartungen an den CAS Marketing Analytics erfüllt?

Meine Erwartung an den CAS Marketing Analytics sind mehr als erfüllt worden, speziell der spannende Wechsel zwischen Praxisbezug und theoretischen «Deep Dives» hat den Kurs für mich sehr kurzweilig gemacht.

Ilari Dammert hat besonders der Mix zwischen Theorie und Praxis gefallen

Was war ein besonders schönes / spezielles Erlebnis? Was hat Dir besonders gefallen?

Die gemeinsame Exkursion nach Nürnberg war sicher ein spezielles Erlebnis und hat mein persönliches Interesse für die CAS-Inhalte verstärkt. Und dank der Exkursion hat sich der Horizont für einzelne Themen exponentiell erweitert. Der letzte CAS-Tag mit den Abschlusspräsentationen der Studierenden war äusserst inspirierend. Und das vor allem dank der sehr hohen Qualität und Themenvielfalt. Man hat gemerkt, dass alle sehr motiviert waren, ihr Thema auf den Punkt zu bringen.

Wie haben Dir die Inhalte gefallen? Was zeichnet für dich den Nutzen des CAS Marketing Analytics aus, wenn Du an Dein Tagesgeschäft denkst?

Die Inhalte waren für mich ein guter Mix zwischen Praxisbezug bzw.  -anwendung und theoretischen «Deep Dives». Die gelernten Inhalte lassen sich oft leicht in die tägliche Arbeit integrieren, beispielsweise war die Einheit zu «Tableau» für mich eine Inspiration, um meine Zahlen und Fakten in einem intuitiven Dashboard aufzubereiten. Und dank der kennengelernten Inhalte ist mir der Einstieg in andere Tools wie Microsoft Power BI leichtgefallen.

Wem würdest Du diesen CAS empfehlen?

Dieser CAS empfiehlt sich für alle, die sich in ihrem beruflichen Alltag mit der Gewinnung von Consumer Insights und den damit verbundenen Zusammenhängen zum Verbraucherverhalten, Gewohnheiten, Motivationen und Bedürfnissen beschäftigen.

Adbusting und Subvertising – oder: Wenn die Kommunikationsguerilla einen Hüttenkäse attackiert

Von Regula Freuler

Eigentlich wollte die Ostschweizer Firma Züger nur ein kalorienarmes Milchprodukt verkaufen. Doch dann wurde eine lokale politische Aktion daraus.

Wir verkaufen einen Traum und haben einen Sinn für Humor: So könnte man die Botschaft der Züger Frischkäse AG zusammenfassen, mit dem das Ostschweizer Familienunternehmen kürzlich seinen Hüttenkäse beworben hat. Der Traum, das ist der schlanke Körper des gängigen Schönheitsideals. Und der Humor steckt in der ironisch überspitzten Formulierung «Offizieller Partner» drin, mit welcher normalerweise finanzstarke Sponsoren präsentiert werden.

Das Plakat des Anstosses (aufgenommen in Winterthur am 24.08.19) © Regula Freuler

Vor einigen Jahren wäre diese Werbeaktion – ausgedacht wurde sie von der Zürcher Werbeagentur Hochspannung – vermutlich auch genau so verstanden worden: Als augenzwinkernder Hinweis auf ein kalorienarmes Lebensmittel. Mit seiner Bildsprache positioniert sich der Hersteller als lokal («Partner»), natürlich (Holztisch), gesund (Vollkornbrot und Gemüse dekorieren das Produkt), kundennah (Rezeptideen auf der Firmen-Website) und kundenfreundlich (temporäre Preisvergünstigung). Das würde also alles zusammenpassen.

Doch Hersteller und Agentur haben die Dimensionen der jüngsten Bodypositivity-Bewegung unterschätzt. Bereits 2010 hatte etwa die deutsche Frauenzeitschrift «Brigitte» verkündet, Mode nicht mehr an Models, sondern an «echten» Frauen zu zeigen – denn jede Frau lasse sich gekonnt in Szene setzen, nicht nur sehr dünne. Es gab eine weltweite Debatte über Magermodels auf den Laufstegen, die in Frankreich sogar in ein Verbot mündete. Und Dove hat 2013 mit seinem Video «Real Beauty Sketches» die Hinterfragung des gängigen Schönheitsideals zum Marketing-Asset erhoben. Doves Message: Jeder Körper ist ein schöner Körper. Im Jahr 2019 wirkt eine Werbung wie jene von Züger also wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit.

Sie hat denn auch prompt kritische Reaktionen ausgelöst. A4-Papier, Klebstreifen, Edding-Stift – und fertig ist die Guerilla-Aktion. «Jede Figur ist eine Bikinifigur.», lautet eine der Botschaften an Züger/Hochspannung, die eine unbekannte Person oder Gruppe auf einem Plakat angebracht hat, das Ende August 2019 im Bahnhof Winterthur hing. Und: «Wer nackt badet, braucht keine Bikinifigur.»

Die Guerilla Botschaften auf dem Plakat © Regula Freuler

Auch für Züger ist jede Figur eine Bikinifigur

Auf eine schriftliche Anfrage hin nahm die Marketing-Leiterin Claudia Kuratli Stellung. Grundsätzlich freue sich die Züger Frischkäse AG über Reaktionen aus der Bevölkerung und nehme diese ernst, schreibt Kuratli in ihrer E-Mail. «Sollte es einen Fall geben, bei welchem wir nachträglich feststellen müssen, dass sich eine Gruppe von Menschen in ihren Gefühlen verletzt fühlt, wird der Fall bei uns intern nochmals genau geprüft, um adäquat reagieren zu können. Gleichzeitig prüfen wir auch, ob wir Anzeige gegen unbekannt erstatten, wenn Plakate oder andere Werbemittel von uns beschmiert oder überklebt werden.»

Im vorliegenden Fall ist das Unternehmen zum Schluss gekommen, dass weder das eine noch das andere gegeben sei. «‹Bikinifigur› ist ein Standardbegriff, welcher sowohl von Frauen wie auch Männern genutzt wird, um über ihre ‹Sommer- und Badifigur› zu reden», schreibt Claudia Kuratli – und fügt an : «Im übrigen sind auch wir der Meinung, dass jede Figur eine Bikinifigur ist und nackt baden Spass macht, egal mit welcher Figur.»

Wer «Bikinifigur» als Standardbegriff verwendet, perpetuiert das Schönheitsideal. Dennoch: Bei Züger hat man zumindest richtig erkannt, dass es sich bei der Aktion an ihrem Plakat im Bahnhof Winterthur nicht um plumpen Vandalismus handelt. Vielmehr geht es um eine gezielte Manipulation mit politischem Hintergrund. Der Frischkäseproduzent wurde Ziel einer Kommunikationsguerilla-Aktion, die man «Subvertising» beziehungsweise «Adbusting» nennt. Die englischen Kofferwörter Adbusting aus «ad» (Werbung) und «to bust» (zerschlagen) sowie Subvertising aus «subvert» (unterwandern) und «Advertising» (Werbung) meinen dasselbe: Bekannte Konsumprodukte oder Werbeslogans werden überklebt, parodiert, verfremdet, umgestaltet oder umformuliert. Unter Adbustern werden Ratschläge herumgereicht, wie man dabei am besten vorgeht: Vorab «coole Fluchtwege» rekognoszieren, keine Drogen und keine Personalausweise auf sich tragen.

Adbust seit den 50er Jahren

Diese Art von Aktionismus geht zurück auf das radikale französische Künstlerkollektiv Letterist International der 1950er-Jahre und die amerikanische Underground-Kultur der 1970er-Jahre. Adbusts jüngeren Datums lieferte etwa die Aktivistengruppe «Stay Behind Foundation» im vergangenen Dezember. Sie verwendeten den bekannten Brotaufstrich Nutella, um gegen die Geisteshaltung der Partei «Alternative für Deutschland» zu intervenieren.

Beim Adbusting und allgemein bei Konsumkritik spielen heute die sozialen Medien eine wichtige Rolle. Nicht nur werden Bilder von Aktionen auf diese Weise verbreitet, sie dienen auch als Forum für Protestnoten, genannt Shitstorm. Das durfte zum Beispiel die Marketingabteilung von Zara erfahren. Man versuchte, auf der Body-Positivity-Welle zu reiten – was gründlich schief lief. Mit dem Slogan «Love your curves» versuchte Zara Kleider zu verkaufen, die bis Grösse 46 erhältlich sind. Auf den Plakaten waren dennoch sehr schlanke Models zu sehen. «Wollt ihr mich verarschen», schrieb eine Twitter-Userin. Eine andere montierte das Bild eines Skeletts zum Werbespruch und schrieb: «Ich und einige meiner Freundinnen haben echte Kurven. Ich kann sie euch per Direct Message schicken, wenn ihr sie sehen wollt, okay?! Danke!»

Die Bodypositivity-Bewegung zielt darauf ab, uns von rigiden Körperidealen zu befreien, indem wir unsere Vorstellung von Schönheit erweitern. Es ist eine Widerstandsbewegung gegen psychischen Druck und schliesst nicht nur Frauen, sondern Menschen aller Art ein, unabhängig von Geschlecht beziehungsweise Geschlechteridentität, unabhängig von Ethnie und Alter. Mit ihren Hashtags und Instagram-Aktionen wirkt die Bewegung sehr jung. Ihre Geschichte ist jedoch viel älter. So setzten sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr Frauen gegen den modischen Zwang zur Wehr, ein Korsett tragen zu müssen. Die enge Schnürung des Oberkörpers war ein Gesundheitsrisiko.

Wer kalorienarme Lebensmittel verkauft, sollte diese gesellschaftliche und historische Dimension mitdenken. Auch wenn es nur um Hüttenkäse geht.

Über die Autorin

© Rahel Krabichler

Regula Freuler ist Redaktorin der «NZZ am Sonntag» und schreibt über Themen wie Gesundheit, Bildung, Gesellschaft. Die studierte Geisteswissenschaftlerin ist zudem regelmässig als Blattmacherin Digital verantwortlich für den Internetauftritt der NZZaS. Oft fallen ihr Dinge im Alltag auf – zum Beispiel das Plakat für Züger-Hüttenkäse. Sie entdeckte es auf dem Weg vom Bahnhof Winterthur zur ZHAW, wo sie den CAS Marketing- und Corporate Communications absolviert.