Smart Home und die Sprache unserer vier Wände

Von Corinna Pagani

Seit jeher ist es ein menschliches Bedürfnis den Gegenständen im eigenen Umfeld Namen und eine Persönlichkeit zu geben. So waren es im Mittelalter die Schwerter und heute die eigenen Wände. Während die mutigen Ritter keine Antwort oder Reaktion erhielten, verstehen und führen unsere Gegenstände heute Sprachbefehle aus.

Die Technologiefirmen dieses Planeten sind drauf und dran unseren Häusern ein Gehirn zu verpassen, welches intelligent auf spezifische Situationen reagiert. Diese Möglichkeit bietet ein grosses Potential unsere Heime energieeffizienter, sicherer und gemütlicher zu gestalten. Bereits heute gibt es renommierte Anbieter für Smart Home Lösungen. Dessen Funktionen steuern sich vorwiegend über Displays oder das Smartphone. So bietet der Schweizer Telekommunikationsprovider Swisscom diverse Gadgets für Musik, Licht und Überwachung an, welche sich sehr simpel in jedes Haus oder die eigene Wohnung integrieren lassen.

Auch die Eibrom AG ist ein kompetenter Smart Home Designer. Ihre Haupttätigkeit besteht darin, Eigenheime mit digitalen Funktionen auszustatten. Ihr Inhaber und Experte, Roland Keller, erklärt was unter Smart Home Lösungen zu verstehen ist und wie sich die Zukunft abbildet.

Herr Keller, beschreiben Sie in wenigen Sätzen das spannendste Projekt, welches Sie umgesetzt haben.

Wir sind mit unseren Smart Home Lösungen im Bereich der Privatwohnungen spezialisiert. So haben wir bereits viele Projekte für Einfamilienhäuser, Villen oder Wohnungen realisiert. Spannend ist es eigentlich immer. Wir suchen mit dem Bauherrn zusammen seine massgeschneiderte Smart Home Lösung und integrieren verschiedene Gewerke wie z.B. Licht, Storen, Heizung, Alarmanlage, Störmeldungen, Musik und Multimedia, Kameraüberwachung, Saunasteuerung usw.

Smart Home Lösungen werden immer beliebter © Eibrom AG und Easy-Master

Ist die Schweiz heute schon bereit für eine “Smart-Home-Revolution”? Wo steht die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern?

Der Standard im Schweizer Wohnungsbau ist sehr hoch. Viele Bauherren wissen bereits, dass sie ein Smart Home wollen. Das ist sicher im Vergleich zu unseren Nachbarländern Deutschland oder Österreich unterschiedlich. Bei uns ist die Akzeptanz zu Smart Home grösser.

Wie stellen Sie sich ein durchschnittliches Zuhause unserer Enkelkinder vor?

Bildschirme und Touchscreen sind im Haus allgegenwärtig. Das Smartphone wird seine Dominanz weiter ausbauen. Einkäufe, Zahlungen, mit Freunden kommunizieren und natürlich das Steuern seines Smart Home wird über das Smartphone abgewickelt und muss jederzeit und von jedem Ort aus möglich sein. Darum muss der Sicherheit vor fremdem Zugriff eine grosse Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Das Smartphone als Steuerungszentrale © Pixabay

Das nächste Level

Der renommierte US-Marktforscher Gartner Inc. ordnet auf seiner weltbekannten Hype Cycle alle Jahre die aktuellen Technologietrends nach ihrem momentanen Stand ein. In der Publikation 2018 befindet sich “Connected Home” (Smart Home) in der Phase “Trough of Disillusionment”. Dies hat zur Bedeutung, dass der primäre Höhepunkt erreicht ist und die Lösungen sich nun auf dem Markt etablieren müssen. Jedoch ist die Technologie noch fehleranfällig und hat mit Kinderkrankheiten zu kämpfen. So kann bereits ein Zahnarztbesuch fatale folgen haben.

Alexa, bestell mir eine Pizza Margherita!”. So klingt es, wenn zu Hause das Gerät Amazon Echo Dot installiert ist. Mit Google Home hat der Internetriese ebenfalls ein Gerät lanciert, das komplexe Anfragen bearbeitet. Im Vergleich zum Mensch sind besagte Geräte in der Interaktion und Kommunikationsfähigkeit auf der Höhe eines Kleinkindes. Doch wie ein junger Mensch, werden die intelligenten Einrichtungen im eigenen Haus die Kunst der komplexen Kommunikation eines Tages beherrschen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Befehle wie „Zeige mir das Kino, in dem ich letzten Monat mit meiner Freundin einen Film gesehen habe, und nenne mir auch den Titel dieses Films“ richtig erkannt und entsprechend ausgeführt werden.

So stellt sich die Frage: Werden wir in Zukunft auf dem Sofa liegen und unserem zu Hause unsere Herzen ausschütten? – Gut möglich…

Über die Autorin

Corinna Pagani ist begeisterte Entdeckerin von neuen Technologien. Sie ist in Winterthur aufgewachsen und hat an der HTW Chur ihr Bachelorstudium in Tourismus absolviert. Zurzeit studiert sie berufsbegleitend an der ZHAW. Beruflich erarbeitet die Projektleiterin Marketing bei FO-Communication am liebsten Marketing- und Kommunikationskonzepte für verschiedene KMUs. Besonders liegt ihr dabei den richtigen Einsatz von digitalen Marketingmassnahmen am Herzen..

Herausforderungen in der Kommunikation und im Marketing beim CAS MCC

Nach den Sommerferien starteten diverse Weiterbildungslehrgänge, darunter auch der CAS Marketing- & Corporate Communications. Gleich am ersten Kurstag wurden die aktuellen Herausforderungen in diesen Bereichen thematisiert. Nicht nur das Marketing, auch die Kommunikation wandelt sich. Die beiden Disziplinen gehen mehr und mehr ineinander über und müssen sich den veränderten Rahmenbedingungen stellen. Es gilt also nicht nur die bekannten Theorien zu rekapitulieren, sondern die Teilnehmenden sollen auf die nächsten Jahre vorbereitet werden.

Die gedruckte Ausgabe als Plus

Kommunikation ist immer auch mit Medien verbunden. Hier gibt es weitreichende Veränderungen. Journalisten von heute müssen unter anderen Arbeitsbedingungen wirken, als früher. Reicht daher eine normale Medienmitteilung noch aus? Ist das überhaupt das richtige Zielpublikum und wie steht es denn mit den Printmedien? Das waren einige der Fragen, die behandelt wurden. Dazu wurde auch ein Branchenexperte geholt, der sehr offen von seinen Erfahrungen berichtet hat: Dr. Matthias Ackeret, der Verleger und Chefredaktor des Magazins persönlich ist. Er berichtete sehr humorvoll warum er als promovierter Jurist schliesslich im Journalismus gelandet ist, und warum sein Magazin immer noch in Printform erscheint. Das Branchenmagazin persönlich verbindet digital mit Print und setzt ganz bewusst auf die gedruckte Ausgabe. Ein online Interview wird anders wahrgenommen, als wenn man sich in der gedruckten Ausgabe bewundern kann. 

Dr. Matthias Ackeret erzählte von seinen Erfahrungen und gab Tipps für die Kommunikationsverantwortlichen © Tania Kiarostami

Mut in der Kommunikationsbranche

Ein weiteres Thema, das intensiv diskutiert wurde, war die Rolle der Kommunikationsverantwortlichen. Waren früher Interviews selten ein Problem, so muss heute fast schon jedes Wort gefühlt dreimal durch die Presseabteilung. Korrekt wiedergegebene Aussagen werden redigiert und angepasst. Leider geht so die Persönlichkeit und die Spontaneität etwas verloren. Des Weiteren wurden die Medienmitteilungen erwähnt, die schon fast wie fixfertige Werbetexte aussehen. Natürlich will jeder sein Produkt oder seine Dienstleistung im schönsten Licht erscheinen lassen, journalistisch verwertbar sind solche Texte meist nicht. Was kann man also den heutigen Kommunikationsverantwortlichen als Tipp mitgeben? Authentisch sein und zwar in jeder Form, Verständnis haben für die Medienschaffenden und manchmal gewisse Dinge einfach tun. So wie Dr. Ackeret, der zum Beispiel mit seinen Tele Blocher Videos eine Erfolgsgeschichte kreiert hat, von der niemand gedacht hat, das sie über so viele Jahre andauert. Der CAS Marketing- & Corporate Communications will das nötige Rüstzeug mitgeben, um ebenfalls Erfolgsgeschichten schreiben zu können. Durch diesen spannenden Besuch, konnte bereits ein erster Stein gesetzt werden.

Das Branchenmagazin persönlich als Erfolgsstory © Tania Kiarostami

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-corporate-communications.html

Kloten packt aus: Ein Jahrhundertprojekt mit gezielter Kommunikation

Von Fabienne Kühnis

Im Mai wurde mit dem Theater-Jahrhundert-Projekt «Kloten packt aus» eine Welle des Erfolgs ausgelöst. Alle fünf Vorstellungen waren ausverkauft und die rund 1500 Zuschauer bedankten sich jeweils mit Standing Ovation. Welche Kommunikationsmassnahmen trugen zum Erfolg bei? Fabienne Kühnis hat nachgefragt bei Lilian Navia, der Medienverantwortlichen des Projekts.

100 Klotenerinnen und Klotener im Scheinwerferlicht

Was ist das beste Rezept für eine mittelgrosse Gemeinde mit knapp 20’000 Einwohnern und 121 verschiedenen Nationen, um ein «Wir»-Gefühl zu erleben? Entweder man organisiert ein Public Viewing für die WM auf dem Stadtplatz oder man wagt ein neues Theater-Projekt namens «Kloten packt aus». «Es war anfangs schwierig der Bevölkerung zu erklären wie und was dieses Projekt ist.», so Lilian Navia, die Medienverantwortliche von «Kloten packt aus». In einem Dokumentartheater spielten 100 Klotenerinnen und Klotener sich selber und erzählten über sich. Dabei wurden banale Fragen beantwortet wie zum Beispiel; Wer hat schon einmal das Flugzeug verpasst oder träumst du manchmal von einem anderen Leben. Aber auch intime Details wurden bekannt wie: Hast du schon mal betrogen? Aber auch Geschichten von einzelnen Teilnehmern wurden aufgepackt wie etwa einem Ur-Klotener, der als Taxi-Unternehmer eine Geburt im Taxi miterlebte oder von einem Unfall mit einem Toten.

Ausschnitt des Theaters «Kloten packt aus» © KPA, Lea Huser

Zielgruppengerechte Kommunikation

Welche Massnahmen führten zu diesem Erfolg? «Für die ältere Generation und alteingessesnen Klotener zählte nach wie vor das gedruckte Wort. Da wir die Kommunikationskanäle der Stadt Kloten nutzen konnten, war sicher ein grosser Vorteil. Wir konnten zum Beispiel in der Lokalzeitung in der Rubrik «Stadtseite» immer wieder Artikel aufschalten. Aber auch mit dem Klotener Anzeiger selber handelte man einen super Deal aus mit Gratisberichten und Inseraten. Die grosse Masse konnten wir mit Banner an exponierten Stellen und mit dem offiziellen Informations-Versand der Stadt «Kloten informiert» in alle Haushalte erreichen. Doch all diese Printmedien funktionieren bei Jugendliche zum Beispiel nicht. Da ist das persönliche Gespräch und Mund-zu-Mund Propaganda am effektivsten», erklärt Navia. «Für die Passanten am Stadtplatz haben wir Fragen des Theaters aufgehängt, um sie direkt anzusprechen und neugierig zu machen», ergänzt die Medienverantwortliche.

Fragen des Theaters für Passanten am Stadtplatz. © KPA, Lilian Navia

Social Media und Informationsveranstaltungen gut genutzt

Für Lilian Navia war klar, dass ohne Social Media heutzutage nichts mehr funktioniert. «Für die Jungen brauchten wir neben dem direkten Gespräch auch Instagram und den YouTube-Kanal. Mit Facebook hingegen konnten wir die breite Alterspanne bis 60 Jahren erweitern. Dabei halfen uns einflussreiche Personen als Influencer und teilten und «liketen» unsere Beiträge.» Ein anderes gutes Kommunikationsmittel waren die spezifischen Infoveranstaltungen bei verschiedenen Zielgruppen. „Wir stellten unser Projekt beispielsweise bei Aktionen der Jugendarbeit Kloten oder Seniorengruppen vor,» erklärt Navia.

Ziele wurden erreicht

«Obwohl die Auswertungen noch nicht ganz fertig sind, kann gesagt werden, dass höchstwahrscheinlich Kloten packt aus mit einer schwarzen 0 oder mit einem kleinen Ertragsüberschuss abschliesst. Das Budget für Kommunikation und Marketing konnte mit Fr. 10’000 eingehalten werden», so Lilian Navia. «Was aber noch viel schöner ist, das gesetzte innere Ziel, dass sich Leute finden, welche sonst nicht auf einander treffen würden, erreicht wurde. Der interne WhatsApp-Chat läuft immer noch heiss und es werden Grillpartys organisiert oder man trifft sich bei Anlässen». Für die Medienverantwortliche ist es vor allem spannend zu beobachten, dass sich viele SchauspielerInnen nun weiter engagieren in einem Verein oder sonst einer Aktion.

Alle SchauspielerInnen bei der Probe. © KPA, Lilian Navia

https://kloten-packt-aus.ch/

https://www.facebook.com/klotenpacktaus/

https://www.instagram.com/kloten_packt_aus/?hl=de

 

Über die Autorin

Fabienne Kühnis lebt seit ihrer frühen Kindheit in Kloten. Am Tor der Welt packte sie schon früh die Reiselust und lebte daher schon in Kanada, Australien und Norwegen. Um ihre Wurzeln nicht zu vergessen engagiert sich Kühnis in diversen Vereinen und sitzt seit gut vier Jahren im Klotener Stadtparlament. Für sie war es eine Ehrensache bei «Kloten packt aus» mitzumachen.
Die studierte Umweltingenieurin ZFH mit KV-Abschluss arbeitet Teilzeit bei der Zürcher Stiftung für Gefangenen- und Entlassenfürsorge im Marketing und Verkauf sowie als Umweltbotschafterin bei der Interessensgemeinschaft saubere Umwelt. Zudem schliesst sie den CAS Marketing & Corporate Communications der ZHAW demnächst ab.

Erfolgreicher Abschluss des CAS Marketing- & Corporate Communications

Weiterbildungen sind in Zeiten des lebenslangen Lernens sehr beliebt. So auch der CAS Marketing- & Corporate Communications, der Kommunikation und Marketing kombiniert. Für die Teilnehmenden war es eine spannende und intensive Zeit, die mit den Abschlusspräsentationen gekrönt worden ist. In zweier Teams mussten die Teilnehmenden ein Kommunikations- oder Marketingkonzept erstellen und dies dann der Klasse präsentieren. Anwesend war auch ein Überraschungsgast, der durchaus kritische Fragen stellte und damit für zusätzliche Nervosität sorgte.

Erfolgreicher Abschluss des CAS MCC © Anna Rozumowski

Abschlusspräsentationen als wichtiges Element

Die Klasse hat souverän präsentiert und spannende Konzepte aus diversen Unternehmen vorgestellt. Von der kleinen Einzelfirma über den Verein, bis zum Grosskonzern war alles vertreten und die Vielfalt der Marketingkommunikation konnte überzeugend dargestellt werden. Insgesamt ein mehr als gelungener Abschluss dieses Lehrgangs. „Die Abschlusspräsentationen sind für uns keine Alibiübung, sondern sind ein Teil der Ausbildung. Sie simulieren Situationen, die tatsächlich entstehen könnten. Es reicht daher nicht, wenn man eine gute Idee hat, man muss sie auch entsprechend präsentieren„, meint die Studiengangleiterin Dr. Adrienne Suvada.

Das Abschlussbild der CAS MCC Klasse © Anna Rozumowski

Der CAS Marketing- & Corporate Communications war auch für die Dozenten eine interessante Aufgabe. Die Teilnehmenden mit ihren verschiedenen Hintergründen waren eine Bereicherung, forderten aber auch viel ab. Das wertvolle Feedback fliesst in die nächsten Durchführungen ein, so dass der CAS selbst immer genügend Spannung bereithält.

Bereits nach den Sommerferien startet der nächste CAS Marketing- & Corporate Communications und zwar am 17. August 2018. Es gilt schnell zu sein, denn die Plätze sind limitiert. Weitere Informationen findet man auf folgender Seite: https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-corporate-communications.html

 

Die Souks in der Medina – oder von der Bedeutung des Preises

Orientalische Basarökonomie zu Zeiten von Digital- und Channel-Marketing

Von Constantin Kuhn

Die meisten Unternehmen – seien es Händler oder Hersteller von Waren – versuchen heute ihren Absatz mittels ausgefeilter Werbe-, Marketing- und Kommunikationsstrategien zu steigern. So werden Contents geschaffen, mit welchen möglichst konvergent die unterschiedlichsten digitalen und konventionellen Kanäle bespielt werden können. Es werden Klickraten und andere Werte mathematisch ausgewertet und die daraus gewonnenen Informationen werden zu einer weiteren Optimierung von Massnahmen, Preis, Absatz und Gewinn eingesetzt. Mit diesen Themen im Hinterkopf nach Marrakesch zu reisen bedeutet einen kontrollierten Kulturschock zu erleben – oder zumindest aber das Hinterfragen der gewohnten merkantilen Prozesse.

Ladengeschäft in einem Souk, Marrakesch © Constantin Kuhn

Mit dem ersten Schritt in einen der zahlreichen Souks, wie die arabischen Märkte genannt werden, beginnt ein völlig exotisches Einkaufserlebnis. Tatsächlich besteht beinahe die gesamte Medina, die Altstadt Marrakeschs, aus einem einzigen, gigantischen Souk. Rational betrachtet handelt es sich um enge, zum Teil überdachte Gassen, welche von einem Sammelsurium unterschiedlichster Läden gesäumt sind. Es gibt jede denkbare Form von Geschäft – vom klassischen Ladengeschäft über Verkaufsnischen bis hin zu temporären Ständen, welche teilweise lediglich aus einem Tuch und der präsentierten Ware bestehen. Diese Souks sind beinahe zu jeder Tageszeit hoch frequentiert, sei es von Touristen oder Einheimischen, zu Fuss, auf motorisierten oder unmotorisierten Zweirädern und Eselskarren. Jeder Händler, egal wie gross oder klein das Geschäft oder wie hoch- oder niedrigpreisig die angebotene Ware ist, arrangiert seine Ware möglichst ansprechend und aufmerksamkeitsheischend und preist diese gegenüber dem Passanten lautstark an. Gewohnte Kanäle wie eine Homepage, ein Instagram-Account oder ein Newsletter spielen hier keine Rolle. Relevant ist nur der Kunde, der gerade tatsächlich da ist. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Touristen, welche angeregt von Reiseführern und Fernsehdokumentationen den Reiz der Exotik suchen.

Stand auf dem Djemaa el Fna, Marrakesch © Constantin Kuhn

Zuerst das Produkt, dann der Preis

Weckt ein Produkt das Interesse und bleibt man einen Augenblick stehen, um dieses genauer zu betrachten, ist dies die Eröffnung der Verhandlungen. Der Händler nutzt die Gelegenheit, um über qualitative, ästhetische und preisliche Vorzüge seiner Waren zu informieren – was der Händler aber nicht tun wird, ist einen konkreten Preis zu nennen. Auf die Frage nach dem Preis eines Artikels wird er einem zu verstehen geben, dass man sich sicher einigen wird. Zuerst solle man aussuchen, welche Produkte man erwerben wolle und im Anschluss werde man einen guten Preis finden.

Hat man tatsächlich mehrere Artikel ausgewählt, wird der Händler kalkulieren, einen Preis nennen und erwarten, dass man nun ebenfalls einen Preis vorschlägt. Ersterer wird üblicherweise viel zu hoch sein, letzterer für gewöhnlich viel zu niedrig. Diese Preisvorschläge gehen nun einige Male hin und her, bis der Händler schliesslich bei einem genannten Preis „Inschallah“ oder „Yallah“ ausrufend einschlägt und so den Handel besiegelt. Dieses Feilschen und Preisfinden ist ein Ritual, welches häufig mit einem durch den Händler offerierten Pfefferminztee einhergeht. Dabei werden das Interesse an einem Produkt, dessen qualitative Eigenschaften und dessen Wert für den Käufer und den Verkäufer miteinander ins Verhältnis gesetzt. Wenn das Verhältnis stimmt, kommt der Handel zustande. Üblicherweise wird man nach einem abgeschlossenen Kauf das Gefühl haben, ein unglaublich gutes oder ein unglaublich schlechtes Geschäft gemacht zu haben – und vermutlich ist auch beides begründet.

Souk in Marrakesch © Constantin Kuhn

Preisvergleich ist unmöglich

Tatsächlich ist das Fehlen eines ausgeschriebenen Preises für den durchschnittlichen Marrakesch-Besucher insofern problematisch, als ohne Preis auch jeglicher Anhaltspunkt für den monetären Wert eines Gegenstandes fehlt. Man ist es gewohnt, dass zum Kauf angebotene Artikel mit einem Preis versehen sind, was es uns ermöglicht, abzuschätzen, ob ein Gegenstand teuer oder günstig ist. Aufgrund von Erfahrung oder Recherche, welche im Wesentlichen aus dem Vergleichen von Preisen und Eigenschaften wie Qualität oder Markenimage besteht, entsteht die Idee eines Marktwertes.

Das Fehlen eines Preises in Kombination mit mangelnden Kenntnissen über Herstellungskosten und übliche Margen macht es extrem schwierig bis unmöglich, einen Gegenstand zum „besten Preis“ zu erwerben. Analysiert man den Besuch eines Souks unter dem Aspekt von geläufigen Marketing- und Kommunikationskonzepten, so ist festzustellen, dass diese – vor allem die Online-Komponente betreffend – nahezu vollständig fehlen. Darüber hinaus wird bewusst, welche zentrale Wichtigkeit, neben Emotionen, die Kenntnis des Preises für das Entstehen eines Bedürfnisses und die allenfalls folgende Kaufentscheidung häufig hat.  

Das alltägliche Einkaufen ohne Preisangabe ist, egal ob im Supermarkt oder Onlineshop, in unserer globalisierten und digitalisierten Welt unvorstellbar. Abgesehen vom zeitlichen Aufwand, der mit den ständigen Preisaushandlungen verbunden wäre, ist davon auszugehen, dass einige Bedürfnisse mangels Idee darüber, ob sie neben der emotionalen Komponente des „Habenwollens“ preislich überhaupt realistisch und erfüllbar sind, möglicherweise gar nicht weiterverfolgt werden.

Unter diesem Aspekt kann ein Besuch der Souks von Marrakesch eine Möglichkeit bieten, die Routine in Bezug auf Marketingdenken aufzubrechen und merkantile Prozesse aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Denn allen Widersprüchen gegenüber unserem gewohnten Kaufverhalten zum Trotz, wird in den Souks gekauft. Wenngleich oder weil das Schaffen eines Bedürfnisses hier vor dem Preis und damit auch vor der subjektiven Frage der tatsächlichen Erfüllbarkeit stehen.

Über den Autor

Constantin Kuhn geboren und aufgewachsen in Deutschland kam nach Abschluss seines Studiums aus Liebe in die Schweiz und blieb. Er arbeitet in der Administration eines Thurgauer KMU und zu seinen Tätigkeiten gehören unter anderem Marketing- und Kommunikationsaufgaben. Aktuell nimmt er am CAS Marketing- und Corporate Communications der ZHAW teil, um mehr über das zu erfahren was er bei der Arbeit eigentlich tut.

 

Auf den Esel gekommen – Kunden als Fans gewinnen

Von Eliane Flüeli

Was hat ein Esel mit Marketing zu tun? Wie gewinnen Unternehmen ihre Kunden als Fans? Das Project Sanctuary Happy Donkeys im Süden Portugals hat viele Fans. Es profitiert von den positiven Online-Bewertungen und Weiterempfehlungen der Kunden. Das Erfolgsrezept: ein einzigartiges Angebot, persönliche Betreuung und die spürbare Liebe zu den Eseln.

In der Serra de Monchique, abseits der hektischen Touristenorte der Algarve, lebt die kleine Eselfamilie des Project Sanctuary Happy Donkeys. Es bietet einzigartige Esel-Wanderungen an. Das Spezielle: Die fünf Esel bewegen sich während der ganzen Wanderung frei. Kein Halfter, keine Zügel – nur die Leckerlis in der Tasche, die zur Belohnung winken, locken sie. Andere Anbieter von Eselwanderungen oder -trekkings führen die Esel an der Leine. Das Project Sanctuary Happy Donkeys will den Menschen die liebenswürdigen Langohren näherbringen.

Ein Teil der zutraulichen Eselfamilie © Thomas Maurer

Den Alltagsstress hinter sich lassen

Vom einstündigen Spaziergang bis zur ganztägigen Tour ist alles dabei. Die entspannenden Ausflüge lassen den Alltagsstress weit in die Ferne rücken. Das Tempo ist gemütlich. Geübte Wanderer müssen sich zu Beginn etwas zurücknehmen. Doch schnell lassen sie sich vom Eselrhythmus treiben und geniessen die atemberaubende Landschaft und die aromatischen Düfte, die hier besonders intensiv sind. Unterwegs erfahren die Wanderer viel über die Esel und Pflanzenwelt der Serra de Monchique.

Unterwegs in der Serra de Monchique © Thomas Maurer

Promotion durch Fans

Die Nachfrage nach den Eselwanderungen ist gross. In Werbung investiert das Project Sanctuary Happy Donkeys hingegen wenig. Es hat eine Website, eine Facebook-Seite und verteilt Visitenkarten. Der Rest geschieht über Weiterempfehlungen, denn: Die Eselfamilie hat viele Fans. Die begeisterten Kunden erzählen gerne on- und offline von ihren positiven Erfahrungen. Die Berichte animieren wiederum neue Kunden, eine Eselwanderung zu buchen. Das Beispiel zeigt: Ein einmaliges Angebot, individuelle Betreuung und eine grosse Leidenschaft für die angebotene Dienstleistung zahlen sich aus.

Gemütlichkeit ist Trumpf © Thomas Maurer

Online-Bewertungen werden immer wichtiger

Aus unserem Alltag sind Online-Bewertungen nicht mehr wegzudenken. Hotels, Restaurants, Freizeitangebote, Arbeitgeber, Möbel, Lebensmittel und sogar Ärzte oder Handwerker – sie alle erhalten von Kunden Online-Rezensionen. Und viele Studien zeigen: Kunden suchen immer häufiger im Internet nach Informationen, bevor sie sich für den Kauf eines Produkts entscheiden. Wenn es aus dem persönlichen Umfeld keine Empfehlungen gibt, sind Erfahrungen von anderen Kunden besonders wertvoll.

Für Unternehmen sind die Weiterempfehlungen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Es lohnt sich, diese in das Kommunikations- und Marketingkonzept zu integrieren. Die Grundlage für positive Bewertungen und Weiterempfehlungen ist und bleibt aber ein gutes Produkt. Oder – wie im Beispiel des Project Sanctuary Happy Donkeys – ein einzigartiges Kundenerlebnis, das Emotionen weckt und in Erinnerung bleibt. Diese positive Erfahrung will der Kunde anderen nicht vorenthalten.

Mehr erfahren

https://project-sanctuary-happy-donkeys.jimdo.com/

https://www.facebook.com/UniqueDonkeyWalksAlgarve/

Über die Autorin

Eliane Flüeli reist gerne durch die Welt, liebt die Natur und begeistert sich für neue Dinge. Dem Charme ihrer Heimatstadt Solothurn ist sie schon lange erlegen. Sie pendelt täglich nach Zürich, wo sie sich seit acht Jahren um die interne Kommunikation im Privatkundengeschäft einer Bank kümmert. 2010 hat sie ihr Masterstudium in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Zürich abgeschlossen. Aktuell absolviert sie den CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW in Winterthur.

I, Chatbot – wenn der beste Service-Mitarbeitende ein Roboter ist

Von Valeria Meier

Die Roboter sind auf dem Vormarsch – die chattenden Roboter. Immer mehr Unternehmen setzen Chatbots* für Marketingzwecke ein. Ein Halleluja auf den Service-Mitarbeitenden des Monats oder die dunkle Seite der Digitalisierung? Beispiele aus der Praxis zeigen Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz auf.

„Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?“, poppt es automatisch unten rechts im Browserfenster auf. Dieses freundliche Hilfsangebot stammt nicht etwa von einem besonders eifrigen Service-Mitarbeitenden, sondern von einem Roboter – einem sogenannten Chatbot.

Für Unternehmen bieten Chatbots die Möglichkeit, Kosten zu reduzieren und den Kundendienst (Customer Service Experience) zu verbessern. Neben Techgiganten wie Apple, Facebook & Co haben auch Schweizer Unternehmen den Reiz der Automatisierung entdeckt: Die Airline Swiss stellte kürzlich ihren ersten Chatbot vor, der Kunden im Falle von Flugunregelmässigkeiten bei der Umbuchung assistiert.

Chatbots können Unternehmen die Kommunikation mit (potentiellen) Kunden spürbar erleichtern. © Pixabay

Pizza bestellen leicht gemacht

Für Aufsehen sorgte 2015 ein besonders kreativer Einsatz von Chatbots. Die Lieferkette Domino’s Pizza ermöglichte es seinen Kunden, eine Pizzabestellung durch ein simples Emoji auszulösen: WhatsApp oder Twitter öffnen, Pizza-Emoji eintippen, an Domino’s Pizza senden und schon wird das Festmahl ins Haus geliefert. Kundenservice 4.0, einfacher geht’s kaum.

Der Tausendsassa mit Engelsgeduld

Mit Chatbots ist die Kontaktaufnahme schnell und unkompliziert. Der Nutzer erhält Antworten in Echtzeit – nicht erst Stunden oder Tage später. Bei Onlineshops hilft die künstliche Intelligenz, das passende Produkt zu finden, nach dem Verkauf übernimmt der Bot gewissenhaft das After-Sales-Management und im Kundendienst beantwortet er mit Engelsgeduld dieselbe Frage auch zum x-ten Mal. Ein Hoch auf den Service-Mitarbeitenden des Monats!

Wer jetzt in Gedanken schon seine Service-Belegschaft auf die Strasse stellt: Vorsicht! Denn was die virtuellen Helferlinge beispielsweise im Beschwerdemanagement so nützlich macht, macht sie in anderen Bereichen umso unkontrollierbarer. Microsoft musste dies auf schmerzliche Weise erfahren.

Die dunkle Seite der Chatbots

Im Rahmen eines Experiments liess der Software-Riese 2016 einen Chatbot namens Tay auf die Twitter-Nutzer los. Der Bot sollte lernen, wie 14- bis 18-Jährige miteinander kommunizieren, indem er mit ihnen auf der Social-Media-Plattform interagierte. Microsoft hatte die Rechnung aber ohne die ausgefuchsten Twitter-Nutzer gemacht, die ihre Freude daran fanden, den Bot zu manipulieren. Zu allem Übel nahm sich das selbstlernende Programm auch noch Referenzpersonen mit fraglichen Werten zum Vorbild.

Das Projekt endete in einem kommunikativen Desaster: Tay entwickelte sich in nicht einmal 24 Stunden zum Rassisten par excellence. Der virtuelle Teenie schmiss mit hetzerischen Parolen nur so um sich und verfügte innert kürzester Zeit über den Wortschatz eines vom Tourette-Syndrom Geplagten. Microsoft stoppte daraufhin das Projekt und löschte haufenweise Tweets von Tay. Die Moral von der Geschicht‘: Selbstlernende Software ist nur begrenzt kontrollierbar und allzu leicht zu beeinflussen.

Wurde schon nach wenigen Stunden „ins Bett geschickt“: Microsoft’s Chatbot Tay veranschaulicht die Tücken der künstlichen Intelligenz. © Screenshot Twitter / @TayAndYou

Kurzfristiger Hype oder Trend mit Zukunft?

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Kundenservice scheint also ein zweischneidiges Schwert zu sein. Der Chatbot reagiert augenblicklich, kommt bestens ohne Schlaf aus, fühlt sich auch bei Kundenbeschwerden nicht persönlich angegriffen und fordert bestimmt nie eine Lohnerhöhung. Leider lässt er sich nur allzu leicht beeinflussen und befördert sich so schnell ins kommunikative Abseits. Soviel sei sicher: Laden Sie Ihren Frust künftig ruhig beim digitalen Kundenservice ab. Der Chatbot wird es Ihnen verzeihen.

*Chatbots („Bots“): Computergenerierte Programme, die mithilfe von künstlicher Intelligenz Gespräche mit Nutzern führen. Typischerweise in einen Nachrichtendienst (z.B. WhatsApp) oder in die Spracherkennung (z.B. Siri) integriert, simulieren sie reale Ansprechpartner.

Über die Autorin

Valeria Meier begeistert sich für neue Wege im Marketing und in der Kommunikation. Sie schätzt die schnellen Reaktionszeiten von Chatbots, spricht am liebsten aber immer noch mit realen Menschen. Seit sechs Jahren arbeitet sie in der Unternehmenskommunikation des global tätigen Industriekonzerns Sulzer. Berufsbegleitend absolviert sie das CAS Marketing- und Corporate Communications an der ZHAW. Den Blogpost hat die Autorin übrigens selbst verfasst und nicht dem Roboter überlassen.

Augmented Reality – das Kommunikationsinstrument der Zukunft?

Von Petra Meier

Brandaktuell und vielversprechend: Augmented Reality (AR). Innovationsgrössen wie Google, Apple und Ikea widmen sich dem Thema, auf Messen präsentieren Industrieunternehmen ihre neusten Maschinen virtuell und Agenturen speziell für diese Thematik werden gegründet. Nicht zu vergessen der grosse Hype 2017 um das Spiel «Pokémon Go». Doch welchen Mehrwert bietet die neue Technik tatsächlich? Ist AR eine futuristische Blase oder fixer Bestandteil zukünftiger Marketing- und Kommunikationskonzepte? Wir fragen bei David Hugi, Leiter Marketing & Kommunikation im Raiffeisen Unternehmerzentrum AG (RUZ) nach.

David, im RUZ wird Augmented Reality seit Januar 2018 in der Kommunikation eingesetzt. Was ist dein Zwischenfazit?

Wir haben uns vom Hype anstecken lassen, sind immer noch sehr begeistert und entdecken immer wieder neue Möglichkeiten. Jedoch ist es aktuell bei uns noch eine Spielerei. Wie wir als klassisches Beratungsgeschäft mit Augmented Reality einen Mehrwert für unsere Kunden schaffen können, ist nach wie vor eine offene Frage. Doch solche Herausforderungen suchen wir. Bei uns ist es enorm wichtig, Trends aus der Marketing & Kommunikationswelt auszuprobieren, daraus zu lernen und dann unsere Erfahrungen in der Begleitung an unsere Kunden weiterzugeben.

Bildlegende: David Hugi, Leiter Marketing & Kommunikation Raiffeisen Unternehmerzentrum AG © RUZ

Tim Cook, CEO von Apple, sagte kürzlich zu Augmented Reality: «I don’t think there is any sector or industry that will be untouched by AR». Was hältst du davon?

Jede neue Technologie erlebt früher oder später einmal einen Höhepunkt. Es folgt das «Tal der Desillusionierung», weil die Erwartungen der Leute dann doch nicht 100% erfüllt werden. Dann dauert es einen Moment, bis der tatsächliche Nutzen neuer Technologien für Geschäftsmodelle erkannt wird. Das zeigt auch der berühmte Hype Cycle von Gartner. Aber ich gebe Tim Cook Recht, Augmented Reality hat enormes Potenzial. Besonders im Industriesektor.

Warum im Industriesektor?

Ich denke beispielsweise an die Hannover Messe 2018, den globalen Hotspot für Industrie 4.0. Da haben unzählige Firmen mit der AR-Technik grosse Maschinen auf weisse Flächen projiziert und so die Maschine für Besucher in Echtgrösse erlebbar machen können. Oder zusätzliche Objektinformationen wie Seriennummer, Wartungstermine etc. können eingeblendet werden. Über die direkte Verbindung zum Dokumenten Management-System ist auch die Darstellung von bspw. Reparaturanweisungen möglich.

Bildlegende: Veranstaltungsbroschüre im RUZ mit Augmented Reality © RUZ

Die Zielgruppe des RUZ sind Unternehmerinnen und Unternehmer. Wie schätzt du den Einsatz von AR im Marketing für KMU in der Schweiz ein?

Das ist sehr branchenabhängig. Grundsätzlich sehe ich klaren Mehrwert mit dem Einsatz im Messebereich. Oder im Tourismusbereich mit dem Prinzip von «Pokémon Go». Bei Handwerksbetrieben bin ich schon eher kritisch. Denn der Faktor Mensch kann wie bei allen Technologien nicht ersetzt werden. Vor Allem Emotionen und die haptischen Fähigkeiten des Menschen sind unersetzlich. Ich rate einem KMU aber einfach auszuprobieren. Und habe für alle Trends aus der Marketing – und Kommunikationswelt eine klare Meinung: erfolgreiches Marketing basiert nicht auf entweder oder. Sondern lebt davon, die verschiedenen Möglichkeiten der heutigen Zeit schlüssig miteinander zu kombinieren.

https://www.ruz.ch/ruz-schweiz.html

https://www.facebook.com/ruz2014

https://www.linkedin.com/company/raiffeisen-unternehmerzentrum-ruz/

Erläuterung zu den Begrifflichkeiten:

  • Augmented Reality (AR): Nutzer sieht die reale Welt und erhält über ein Gerät (Smartphone, Tablet, Headupdisplay, Holographiesystem) zusätzliche Informationen.
  • Virtual Reality (VR): Nutzer nimmt reale Welt nicht mehr wahr und kann die virtuelle Welt nur mit einer VR-Brille erleben.
  • Mixed Reality (MR): analog AR, aber Inhalte können zwischen realer und virtueller Welt interagieren

Über die Autorin

Petra Meier hat eine Leidenschaft für Bild & Video und ist fasziniert von deren Einsatz in der Kommunikation. Die junge Kommunikatorin arbeitet seit rund drei Jahren im Raiffeisen Unternehmerzentrum AG in Marketing & Kommunikation. Das RUZ ist die unternehmerische Initiative der Raiffeisen Gruppe und begleitet Unternehmerinnen und Unternehmer von der Gründung bis zur Nachfolge. Petra Meier trägt den Titel «Bachelor of Science ZFH in Kommunikation» und ist aktuelle Teilnehmerin vom CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW.

Zwei neue Fachstellen am Institut für Marketing Management: Wichtiger Fokus auf Digital Marketing und Communication & Branding

Das Institut für Marketing Management baut seine Fachkompetenz in den Bereichen Digital Marketing und Communication & Branding aus. Die beiden Fachstellen betreuen wissenschaftliche Projekte, beraten aber auch Unternehmen bei Fragestellungen in diesen Bereichen.

Das Digitale Marketing wird immer komplexer und anspruchsvoller. Als Unternehmen einfach nur gut zu sein reicht heute nicht mehr aus, um sich im Markt zu behaupten. Hierzu benötigt es Experten, die mit ihrem Fachwissen sich nicht nur den operativen Herausforderungen im Marketing stellen, sondern sich auch mit den neuen technischen Potentialen für das Marketing auseinandersetzen können. Die Fachstelle Digital Marketing unter der Leitung von Dr. Michael Klaas deckt die aktuellen und zukünftigen Kernthemen des digitalen Marketings ab. Beginnend bei den strategischen Implikationen auf das Marketing, der Erarbeitung von Marketingautomatisierungslösungen und –Konzepten, bis zur Umsetzung von Akzeptanztests oder Prototypen in unterschiedlichen praxisorientierten Schwerpunktthemen erarbeitet die Fachstelle gemeinsam mit Unternehmenspartnern an neuen Lösungen. Das Team der Fachstelle vermittelt ihr Wissen auch in In-House Schulungen oder in massgeschneiderten Beratungsprojekten. „Das digitale Marketing unterliegt einem starken, immer schnelleren Wandel. Wir helfen Unternehmen mit den neuen, immer komplexeren Themen umzugehen, praktische Potentiale aber auch Grenzen aufzuzeigen„, meint Dr. Michael Klaas

Dr. Adrienne Suvada und Dr. Michael Klaas vom IMM

Kommunikation und Branding als wichtige Pfeiler

Nicht nur das Marketing, auch die Kommunikation verändert sich. Der Dialog mit der Kundschaft wird immer herausfordernder. Es gilt die Kommunikation innovativ auszugestalten und neue Wege zu gehen. Ausserdem braucht es ein geschärftes Markenprofil, um aus der Masse herauszustechen. Die Fachstelle Communication & Branding unter der Leitung von Dr. Adrienne Suvada versucht neue Ansätze in der Kommunikation und im Branding zu finden. Auch hier werden In-House Schulungen, spezifische Weiterbildungen sowie konkrete Projekte mit Partnern umgesetzt. „Leere Worthülsen sind nicht mehr gefragt. Kunden wie Medien benötigen eine klare und transparente Kommunikation auf Augenhöhe„, erklärt Dr. Adrienne Suvada.

Die beiden Fachstellen ergänzen das bestehende Spektrum des Instituts (CRM, Product Management, Behavioral Marketing, Customer Experience Management).

https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/ueber-uns/fachstellen/communication-branding/

https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/ueber-uns/fachstellen/digital-marketing/

Gelungener Start des CAS Marketing- & Corporate Communications

Von Dr. Adrienne Suvada

An der ZHAW gibt es diverse Themen, zu denen man sich weiterbilden kann. Wer gerne Kommunikation und Marketing kombiniert, der ist beim CAS Marketing- & Corporate Communications gut aufgehoben. Auch dieses Semester ist die beliebte Weiterbildung mit spannenden Teilnehmenden gestartet.

Verbindung von Theorie und Praxis

Nach der obligatorischen administrativen Einführung ging es auch schon los mit den Themen Marketing und Kommunikation. Da die Teilnehmenden aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen, ist es wichtig eine gemeinsame Wissensgrundlage zu schaffen, auf der die späteren Unterrichtseinheiten aufbauen können. Der erste Tag ist immer sehr informativ, aber gleichzeitig auch anstrengend, gerade, wenn man die Schulbank lange Zeit nicht mehr drücken musste. Dieses Jahr kam deshalb ein spezieller Überraschungsgast aus der Praxis. Theorie ist wichtig, die Verbindung zur Praxis ist in der Weiterbildung aber essentiell. Nur so ist es möglich das Wissen auf seinen eigenen Unternehmensalltag zu transferieren.

Beliebte Weiterbildung mit Praxisbezug

Süsses Marketing im CAS

Mit Eugenie Nicoud von der Confiserie Bachmann war ein spannender Einblick in die Welt des süssen Marketings einer Confiserie möglich. Obwohl die Confiserie Bachmann ein Familienbetrieb mit langer Tradition ist, ist der Geschäftsleitung die Bedeutung der digitalen Marketingkommunikation wichtig.

Eugenie Nicoud ermöglichte einen Blick hinter die Kulissen und präsentierte erfolgreiche Kampagnen der Confiserie Bachmann

Die Confiserie verfolgt die Trends und lanciert entsprechende Produkte. Aktuell steht die Ostersaison an und auch dieses Jahr gibt es die berühmten Trendhäsli der Confiserie Bachmann. Mittlerweile geniessen diese Hasen einen Kultstatus und sind über die Zentralschweizer Grenzen hinaus bekannt. Auch der vegane Trend hält Einzug, denn es gibt dieses Jahr einen veganen Osterhasen zu erwerben. Eugenie Nicoud hat den Teilnehmenden eindrücklich berichtet, wie die Confiserie auf den sozialen Medien unterwegs ist und welche Strategie sie verfolgen – und das alles bei limitiertem Budget. Dieser Einblick war eine Bereicherung für den Starttag der Weiterbildung. Spannend geht es natürlich auch weiter, denn der Kurs hat ja auch erst begonnen…

Einer der Trend Hasen der Confiserie Bachmann © Confiserie Bachmann

Informationen zum CAS: https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-corporate-communications.html