Stakeholderinteraktion und die Kommunikation von Nachhaltigkeitsaktivitäten bergen noch viel Potenzial

Die Ergebnisse der „Swiss Corporate Sustainability 2012“ wurden vergangene Woche am Proofit Apéro der Öbu und der ZHAW School of Management and Law vorgestellt (Siehe dazu auch den Blogbeitrag vom 4. März 2013).

Ein Ziel der Studie war es unter anderem herauszufinden wie systematisch die Schweizer Unternehmen Nachhaltigkeitsthemen bearbeiten. Grundlage für diesen Teil der Erhebung bei insgesamt 511 Schweizer Unternehmen der deutschen und französischen Schweiz unterschiedlicher Branchen und Grössen, war der Bezugsrahmen aus dem Leitfaden Management der sozialen Verantwortung in Unternehmen (Winistörfer et al., 2012), der entsprechend den relevanten Nachhaltigkeitsthemen angepasst wurde. Die Ergebnisse zeigen: Rund der Hälfte der befragten Unternehmen geben in den meisten Phasen des Führungszyklus an, die entsprechenden Themen zu behandeln.

Stakeholder Dialoge sind ein Weg gemeinsam innovative Lösungen für Herausforderungen zu finden

Es gibt jedoch eine auffällige Ausnahme: Zwar geben die Unternehmen mehrheitlich an, ihre Stakeholder zu kennen (Orientierungsphase), die Interaktion mit den relevanten Anspruchsgruppen und damit die gemeinsame Definition von Richtlinien und Zielen wird jedoch nur von den wenigsten als zutreffende Aktivität angegeben.

Aber ist nicht gerade diese Interaktion wichtig für eine langfristige Unternehmensentwicklung? Eine Frage zu Netzwerkaktivitäten hat gezeigt, dass 75% der befragten Unternhemen in keinem „Nachhaltigkeits“-Netzwerk aktiv sind. Dieses Ergebnis war einerseits überraschend, anderseits aber auch nachvollziehbar. Denn es ist zu vermuten, dass viele KMU sich durchaus austauschen, jedoch eher in informellen, persönlichen oder branchenspezifischen Netzwerken.

Glaubwürdigkeit und Transparenz ist für eine erfolgreiche Kommunikation von Nachhaltigkeitsthemen das A und O.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass mindestens 55% der befragten Unternehmen das mündliche Gespräch mit den Kunden zu suchen. Ebenfalls relevant sind regelmässige Infos an die Mitarbeitenden, sowie wie die eigene Webseite.

Die Ergebnisse decken sich interessanterweise mit einer Studie von Ernst & Young, die ebenfalls im letzten Jahr bei 500 Unternehmen durchgeführt wurde. Sie zeigt, dass Unternehmen im Bereich Kommunikation von Nachhaltigkeitsthemen eher zurückhaltend bleiben. Wenn man jedoch Vertrauen aufbauen möchte, braucht es Transparenz. Transparente Kommunikation steigert die Glaubwürdigkeit, die wiederum nicht nur das Vertrauen der Kunden, sondern auch der anderen Stakeholder steigert.

Wie jedoch noch weitere Anspruchsgruppen ansprechen? Eine Möglichkeit ist der Nachhaltigkeitsbericht, der zunehmend auch für Investoren ein relevantes Entscheidungskriterium wird (z.B. PwC, 2012). Immerhin 19% (dieser Anteil umfasst vornehmlich grosse Schweizer Unternehmen) geben an, einen Nachhaltigkeitsbericht als Kommunikationsinstrument zu verwenden. Der Aufwand für die Erstellung ist gross und darum eine zielgruppenspezifische Adressierung wichtig. Eine Möglichkeit ist die Einbettung in die Sozialen Medien, von denen jedoch die wenigsten Unternehmen Gebrauch machen. Dieses Ergebnis deckt sich mit dem Social Media Report 2012, aber auch mit einer PwC-Studie, ebenfalls aus dem Jahr 2012. Social Media ist für viele Unternehmen immer noch Neuland und Ziele, wie auch Risiken der Social Media Aktivitäten scheinen mehrheitlich noch unklar.

“Wir werden nicht durch die Erinnerung an unsere Vergangenheit weise, sondern durch die Verantwortung für unsere Zukunft.“ (George Bernhard Shaw)

 

Bienen können zählen – aber nur bis vier.

Als „smarte Sammler“ bezeichnet Robson (2012) in der Zeitschrift „New Scientist“ die Bienen. Viele Forscher haben sich mit den fleissigen Wesen auseinandergesetzt und erstaunliches festgestellt. Chittka (2009) schätzt, dass 60 verschiedene Verhaltensweisen  und sechs Tänze bekannt sind. Bienen legen damit eine erstaunliche geistige Beweglichkeit an den Tag. Bienen orientieren sich zum Beispiel bei der Nahrungssuche nicht an der Entfernung zum Futter, sondern  an der Zahl von Markierungen entlang des Weges (Robson, 2012). Sie orientieren sich bei der Suche an einer abstrakten Zahl von Symbolen  und nicht an einem Bild, dass  sich sich einprägen. Klar ist, sie können zählen, aber die mathematische Begabung hat Grenzen; zählen können sie dabei nur bis vier.

Eine der bekanntesten Verhaltenweisen sind die sogenannten Schwänzeltänze. Damit teilt die Arbeitsbiene mit, wo sich die nächsten Blumen befinden. Besteht Gefahr an einer Futterquelle, so drückt sich dies in einer bestimmmten Choreographie aus. Dabei unterbricht die Arbeitsbiene die andere Bienen in ihren Tanzschritten und versetzt ihr einen Schlag gegen den Kopf (Nieh, 2010).

Schwänzeltanz der Biene

Neben der Mathematik, können Bienen auch Gelerntes aus andere Situationen übertragen. Nachdem Forscher Bienen darauf konditioniert haben, nach bestimmten Gerüchen zu suchen, können sie anschliessend auch identische visuelle Symbole auswählen (Giurfa et al., 2001). Wissenschaftler gehen mit dieser Erkenntnis bereits soweit, dass sie Bienen auch in Kriegsgebieten im Einsatz sehen um dort Gefahrenquellen zu erschnüffeln, indem man sie so trainert, dass sie eine Zuckerlösung mit einem bestimmten Sprengstoff assoziieren. Auch im Dienste der Gesundheit könnten sie unterwegs sein. So ist bekannt, dass Patienten von Krankheiten wie Krebs oder Tuberkolose ein ganz spezifischer Geruch anhaftet. Bringen Bienen diese Duftspur mit dem Geruch von Futter bei einer Atemprobe in Verbindung, strecken sie die Zunge heraus, was von einer Kamera aufgezeichnet und damit die Diagnose gestellt werden könnte.

In den Bienen steckt also nicht nur die Begabung Honig zu produzieren, sondern weit aus mehr. Zwar ist die sinnliche Wahrnehmung der Biene eingeschränkt und aufgrund der Hirngrösse bleiben für die Verarbeitung optischer Eindrücke nicht viele Hornzellen übrig. Dennoch bieten sie einen guten Einblick in die neuronale Basis des Denkens (Robson, 2012).

 

Chittka, L. & Niven, J. (2009). Are Bigger Brains Better? Current Biology, Volume 19, Issue 21, S. 995-1008 (Siehe auch: doi.org/d9gmrg)

Giurfa, M., Zhang, S., Jenett, A., Menzel, R., Srinivasan, M. V. (2001). The concepts of ’sameness‘ and ‚difference‘ in an insect. Nature 410, S. 930-933 (Siehe auch: doi.org/fbnd3c)

Nieh, J. C. (2010). A Negative Feedback Signal That Is Triggered by Peril Curbs Honey Bee Recruitment. Current Biology, Vol. 20, No. 4, S. 310-315 (Siehe auch: doi.org/ddsnb6)

Robson, D. (2012). Smarte Sammler. New Scientist, No. 49

Bild via www.br.de

Wenn Bienen sterben…

… löst das bei den wenigsten Personen Betroffenheit aus. Aber Forscher warnen vor schlimmen Folgen durch das Bienensterben.

Bereits im Jahr 2011 hat ein Uno-Bericht darauf aufmerksam gemacht, dass immer größere Teile der Welt vom Sterben der Bienen betroffen sind. Damit ist auch die Nahrungsgrundlage der Menschheit bedroht (Spiegel-Online, 2011). Das Problem ist global, denn nicht nur Europa, sondern auch Nordamerika und China sind betroffen.

Aber warum sterben die Bienen? Das Fazit des Unep-Berichts „Global Bee Colony Disorders and other Threats to Insect Pollinators„: Die Gründe sind vielfältig und in der Summe dramatisch. Die schnelle Ausbreitung von Pilzen, Viren und Milben aufgrund des internationalen Handels, Insektizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, die Abnahme der Biodiversität und damit das Verschwinden von wichtigen Blühpflanzen, Luftverschmutzung, die die Fähigkeit der Bienen beeinträchtigen bestimmte Pflanzen wahrzunehmen oder der Klimawandel, und die sich damit veränderten Blühzeiten und die Niederschlagsverteilungen, machen es unseren Bienen nicht leicht.

Eine nachhaltige Bewirtschaftung der Erde sei der einzige Ausweg.

Auch der Film „More than Honey“ macht auf diese Problematik aufmerksam und zeigt ganz deutlich auf, dass das Sterben der Bienen mit unseren Umweltsünden und unserer Gier zusammenhängt. Der Film zeigt zum Beispiel, wie industrielle Imker in den USA mit den Bienenstöcken in Trucks durch mehrere Staaten fahren um so die weltweite Mandelernte zu gewährleisten, denn ohne diese Wander-Imker blieben 80 Prozent dieser Bäume unbefruchtet und es gäbe keine Mandeln und auch kein Marzipan. Als Dank für den Zwangseinsatz der Bienen gibt es eine Ladung Spritzmittel, die die Monokulturen vor unerwünschten Insekten schützen soll.

Einen kleinen Einblick zum Film gibt es hier.

In der Schweiz und auch in Deutschland gibt es viele Projekte, die sich für das Wohl der Biene und damit der Gesellschaft einsetzen, zum Beispiel

Spiegel-Online. (2011). Bienensterben wird zum globalen Problem. Abgerufen am 07.12.2012

Kakao zerlegt – Das besondere an unserer ZHAW Schokolade

Der Bericht im Magazin der Gastronomie „Salz und Pfeffer“ zeigt es nochmal auf: Unsere ZHAW Schokolade ist etwas ganz besonderes.

Jahrelang hat Tilo Hühn mit seinem Team am Institut für Lebensmittel und Getränkeinnovation an der Schokolade getüfelt. Ziel war es die Inhaltsstoffe aus den Rohmaterialen zu extrahieren, sie schonend zu verarbeiten und haltbar zu machen um sie dann wieder zu einer perfekten Komposition im Endprodukt zusammenzuführen.

Wie das genau funktioniert kann man hier nachlesen:

Schokolade im Unterricht – Eine süsse Sache

Neben den Sensorik-Profis an der ZHAW Life Science and Facility Management in Wädenswil, durften auch unsere Studierenden in einem, in die Unterricht eingebundenen, Produkt-Blind-Test drei verschiedene Schokoladen mit einem 70%-igen Kakaoanteil degustieren und wie die Experten sensorisch bewerten. Schon dort hat sich gezeigt: Die ZHAW-Schokolade ist etwas besonderes und unterscheidet sich deutlich von Produkten bekannter Marken.

Kakao zerlegt – Kräfte gebündelt

Nach weiteren Schokoladenversuchen des Schoggi-Teams in Wädenswil, hat das Zentrum für Marketing Management die Verpackungsgestaltung in Angriff genommen. Um so mehr freuen wir uns, dass die Schokolade auf geschmacklichem Erfolgskurs ist.

Das spektakuläre Koch-Event bestätigt: Auch Spitzenköche haben Freude daran

10 Köche und weitere Confiseure und Produktentwicklerinnen sind der Einladung in die Angelfood Cooking Lounge in Zürich gefolgt um mit der Schokolade zu experimentieren und um mit dem Modulsystem neue Creationen zu entwickeln. Jakobsmuscheln mit der ZHAW Kakaobutter oder Lammfilet an Schokoladenchilisauce waren sensorisch sehr stimulierend. Kurzfristig hatte sich noch ein Fernsehteam von Einstein unter die Gäste gemischt.

Appetit bekommen? Für weitere Informationen steht Tilo Hühn zur Verfügung.

Wenn das Graffiti nicht wächst und Brezeln in Wädenswil zu reden geben

Das Experiment mit dem Moos Graffiti (Blogbeitrag vom 20. Juli 2012) hat nicht funktioniert. Bisanhin konnte mir niemand sagen, warum es gescheitert ist und wir keinen Mooswuchs an den Wänden verzeichnen konnten. Ist es ein Problem mit der Rezeptur? Liegt es an der Sorte des Mooses oder war der Untergrund nicht perfekt? Weder Pflanzenexperten, Biologen noch Kommunikationsexperten konnten Tipps gegeben, wie wir diese Art des ökologischen Werbens realisieren könnten. Leider. Einen Kommentar haben wir jedoch erhalten und die Tipps darin werden wir in den nächsten Wochen gleich ausprobieren.

In der Zwischenzeit bin ich auf eine andere Graffiti Alternative gestossen: Reverse-Graffiti. Was man benötig ist ein Hochdruckreiniger und eine Schablone.

Reverse Graffiti in der Schweiz? Ja! In Wädenswil hat sich Jemand die Arbeit gemacht und an zahlreiche Wände einen Brezel „gereinigt“. Ob es mit dem hiesigen Okoberfest zu tun hat oder mit der Neueröffnung einer Bäckerei, bleibt allerdings offen und spannend. Passen würde auch ein neuer Brezelkönig-Stand. Der Brezelkönig wirbt ja damit, dass man ihr Logo essen kann. Im unten stehenden Youtube-Video ist ein Lastwagen mit dem Logo der sivex GmbH. Die Event-Agentur bietet alternative Werbemöglichkeiten an, um Veranstaltungen publik zu machen. Nur bleibt dann die Frage offen, warum in Wädenswil überall Brezeln zu sehen sind? Das Logo im Bild oben wurde nämlich erst entdeckt, als das Oktoberfest schon vorbei war… Wir werden mal versuchen, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen!

Haben Sie auch schon eine dieser Graffitis gesehen oder einen Tipp für unser Moos-Graffiti? Oder weiss Jemand, warum in Wädenswil die Brezeln ausgebrochen sind? Wir freuen uns auf Inputs.

Workshop an der Blue-Tech 2012

Im Rahmen der Blue-Tech wurden verschiedene Workshops in Zusammenarbeit mit der Internationalen Bodenseehochschule IBH, dem WWF, The Natural Step und der ZHAW angeboten mit der Möglichkeit sich das nötige Rüstzeug für die Praxis von morgen zu verschaffen.

Das Zentrum für Marketing Management hat in Zusammenarbeit mit S2 Sustainability Strategies (The Natural Step Schweiz) und dem Geschäftsführer der Briner AG Herr Weber in Winterthur einen spannenden Workshop zum Thema Strategieentwicklung durchgeführt.

Im Workshop «Die 4 Kriterien für den Erfolg in der Zukunft – wirkungsvolle Strategien für Unternehmer» wurde das erprobte Rahmenwerk von The Natural Step als Basis für die Entwicklung von nachhaltigen Geschäftsstrategien vorgestellt. The Natural Step gibt vier Systembedingungen vor, die auch als Definition von Nachhaltigkeit angesehen werden können und ein einheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit schaffen. Auf dieser Basis haben die 24 Teilnehmer eine Vision für verschiedene Unternehmen aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Sanitär und Mobilität definiert, die als Grundlage für die Strategieentwicklung gilt.

Nach einer kurzen Input-Präsentation zum Business Model Canvas (Osterwalder & Pigneur, 2010) und dem Praxisbeispiel der Briner AG, konnten die Teilnehmenden in Kleingruppen ihr Business Model entwickeln und sich zum Schluss nach einer 10-Minutigen Präsentation wertvolles Feedback von den Teilnehmenden und den Experten aus der Praxis und der ZHAW abholen.

Präsentation zum Teil 1 des Workshops: Strategien für Nachhaltigkeit

Präsentation zum Teil 2 des Workshops: Business Model Canvas

Sustainability Workshop SNMF12

«Die Sprache des besseren Produkts – Wie Design für Nachhaltigkeit funktioniert!» Unter diesem Titel haben Mathias Müller (S2 Sustainability Strategies, The Natural Step, Schweiz) und Albin Kälin (epea Switzerland) das Konzept The Natural Step und Cradle to Cradle vorgestellt und die interessierten Teilnehmer inspiriert, schockiert, motiviert – zu neuem Denken und Handeln angeregt: Cycling statt Recycling.

Am Anfang steht das Marketingverständnis. Marketing ist nicht nur Branding und Kommunikation. Marketing fängt an beim Produktverständnis und einem Nutzen für den Kunden.

Wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden wie wir hier in der Schweiz, dann bräuchte es die Ressourcen von 2,8 Planeten. Der grösste Teil der Umweltbelastungen entsteht durchs Wohnen (32%), durch die Ernährung (33%) und die private Mobilität (13%) (Quelle). Kurz gesagt: Wir brauchen zu viel Ressourcen und Energie. Verzicht, Sparsamkeit und Einschränkungen in Zusammenhang mit dem jetzigen Lebensstandard sind für die meisten keine Alternative. Wie aber schaffen wir es nun in Zukunft den zunehmenden Bedarf an Ressourcen in Einklang mit dem Ökosystem zu bringen? Eine Möglichkeit findet sich in der Definition des Nachhaltigkeitsansatzes von The Natural Step. Die 4 Systembedingungen sind sozusagen auch als eine Gebrauchsanweisung für unseren Planeten zu sehen:

Fakt ist, dass die Qualität unserer Produkte, und darunter fallen auch Produkte des luxuriösen Lebensstils wie iPhone oder Porsche, kontinuierlich abnimmt. Auch wenn wir uns vorstellen, dass alle Produkte, also auch die, die nicht im Meer schwimmen und dort in Fischmägen wieder auf den Tisch kommen, recycelt werden, nimmt die Qualität dieser Rohstoffe durch Recycling ab (Downcycling). Weiterlesen

Hybride beackern die Städte – Trend Urban Farming

Ein Beitrag von Marilena Palmisano und Christian Wohler, beide wissenschaftliche Mitarbeitende am Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen (Zentrum Hortikultur, Fachstelle Spezialkulturen) und Verena Berger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Marketing Management:

Es vergeht kaum ein Tag ohne dass uns die Medien an den avancierenden Megatrend Urban Farming erinnern. Zurzeit gärtnert jeder ein bisschen, ob in den Genossenschaften Ortoloco, Agrico, Dunkelhölzli, Stadtlandnetz, Wädichörbli oder einfach vor der eigenen Haustüre – «meh Dräck» ist angesagt.

www.urbangardensweb.com


Urban Farming
oder Urban Gardening ist IN. Der Städter von heute fährt nach dem Feierabend auf das genossenschaftlich organisierte Ackerfeld oder den Gemeinschaftsgarten und jätet bis er müde und zufrieden ist. Der Biss in seine selbst angebaute Tomate lässt jeden Schmerz vergessen und sie gibt ihm Recht – das heiss begehrte Feierabendbier weicht dem „grünen Work-out“.

Früher traf man sich noch im eigenen oder in Nachbars Garten, heute organisiert man sich in urbanen Farmen zum gemeinschaftlichen Gärtnern – grüne Oasen inmitten der urbanen Hektik. Sich selbst zu versorgen steht nicht im Vordergrund, viel mehr möchte der urbane Farmer mit Gleichgesinnten etwas gesundes, naturnahes, frisches, ökologisches säen, die Zöglinge hegen und pflegen und sie schliesslich verkosten.

Was treibt so viele Städter plötzlich auf das Feld? Medienberichte über Label und deren Schwindel verwirren und verunsichern die Konsumenten zunehmend. Einkaufen beim Grossverteiler oder Detaillisten ist daher für einige nur noch eine Alternative. Back to the roots – sich mit den essentiellen Dingen des Lebens – der Nahrung – zu beschäftigen, scheint wieder IN zu sein.

Was heisst dieser Trend eigentlich für das Ansehen Schweizer Landwirtschaft? Was sucht der freakige Stadt-Banker nach Feierabend? Den harten Alltag unserer Bauern oder die schöne heile Welt der Bauernromantik? Für viele ist der «Landwirt» doch eigentlich eine rural oder periurban[1] angesiedelte Spezies, die auf der roten Liste zu finden ist, häufig assoziiert mit den negativen Klischees des stinkenden, umweltverpestenden, tierquälerischen und subventionsfressenden Berufsstands. Weiterlesen

Aufregende Testfahrt mit dem Tazzari Zero

„Ich fahre mit Sonnenergie“ so die Aufschrift des kleinen Flitzers. Von Bennau SZ nach Rheinau ZH. Herzklopfen inklusive. Ein Fahrbericht.

Tazzari Zero

 84 km. Laut Herstellerangaben 140 km Reichweite. Das App für Stromtankstellen runtergeladen. Los geht’s! Gepäck verstauen. Der Platz ist begrenzt. Eine kleine Reisetasche und ein Rucksack; dann ist der Kofferraum gefüllt. Platznehmen, anschnallen und aufs Gaspedal treten. Ohne Kupplung entsteht beim kleinen Italiener das pure Chilbi-Go-Kart-Rennen-Feeling. Um vom Vorwärts- in den Rückwärtsmodus zu gelangen, steigt man auf die Bremse und drückt auf dem Armaturenbrett einen Knopf. Interessant! Leise ist die Fahrt. Es gibt 4 Geschwindigkeitsstufen: «Race» für die Autobahn, «Standard» für die Landstrasse, «Economy» für die sparsame Fahrt bei 60 km/h und «Rain» für eine Fahrt im Regen.  Eine Anzeige auf dem Armaturenbrett zeigt den aktuellen Batteriestand mittels grünen, orangenen und einem letzten roten Balken an. Bereits nach etwa 40km und einer Fahrt auf der Autobahn sind wir schon im orangenen Bereich. Es wird langsam kritisch. Weiterlesen

Sustainable Communication – wenn das Graffiti wächst (oder auch nicht)

Die Frage, ob man mit „grünen“  Werbeartikeln glaubwürdig kommunizieren kann, haben wir uns im letzten Herbst schon einmal gestellt. Nach eher ernüchtender Antwort habe ich nach weiteren Alternativen gesucht…

… und gefunden. Green Graffiti hat sich zum Ziel gesetzt, weltweiter Markführer in Sachen nachhaltiger Kommunikation zu werden.

„Was, wenn wir eine Schablone auf den Boden legen und durch Beseitigung der Verschmutzungen eine Nachricht erzeugen?“ hat sich der Gründer gefragt und die Idee von GreenGraffiti wurde geboren. Mehr zur Geschichte hier. Mittlerweile bietet das Unternehmen Lösugen von Schnee Graffiti, Kreide und Milkpaint Graffiti, Reverse Graffiti oder Sand Graffiti an. So können Unternehmen oder auch Gemeinden ihre Werbebotschaften auf „…sichtbare, greifbare und erkennbare Art und Weise…“ ins rechte Licht rücken und „…einen wirtschaftlichen, sozialen und umweltbezogenen Mehrwert für Ihre Marke“ generieren.

Die „grüne“ Art zu Werben hat mich fasziniert und ich wollte wissen, wie ein Moos-Graffiti funktioniert und was es für eine Wirkung hat. Anleitungen im Internet gibt es einige – ich habe mich an diese gehalten.

Moos-Ernte

Bei der Moos-Ernte haben wir uns an die Anweisungen gehalten und Moos aus Pflasterfugen verwendet, da dieses besonders zäh und lebenswillig sein soll.

Mix aus Moos, Zucker und Joghurt

Die „Verschwendung“ von Nahrungsmittel für Werbezwecke hat mich in einen ethischen Konflikt gebracht. Der Gedanke an ein chemiefreies und umweltfreundliches Werbemittel hat jedoch zum Weitermachen angetrieben. Die Suche nach einer Wand hat sich als Herausforderung erwiesen. Schattig und feucht sollte sie sein. Wir haben entgegen der Anweisung für diesen Test einen weniger prominenten Ort gewählt, um allfällige Beschwerden aus der Nachbarschaft aus dem Weg zu gehen.

das Moos Graffiti wird angebracht

Vor genau 2 Monaten haben wir das Moos püriert und an verschiendene Mauern gestrichen. Leider ist nicht gewachsen und hat nicht für Aufsehen gesorgt. An machen Stellen ist es gar ganz verschwunden oder existiert noch immer als hellbrauner, lehmartiger Schriftzug. Schade.

Das Moos Graffiti nach 2 Monaten

Was lief falsch? Hat Jemand schon ein Moos-Graffiti erfolgreich unter die Leute bzw. an die Wand gebracht?