Sie glauben, dass die Liebe alles besser macht: die Erde, die Menschen und ihr Essen

Beim Gastronomie-Unternehmen Kai Sushi heisst es nicht nur Liebe auf den ersten Biss, sondern auch Liebe auf den ersten Blick. Denn sobald das Interieur des Restaurants betreten wird, wird man mit einem Lächeln und authentischer Begrüssung empfangen. Was vorher nur eine kleine Sushi-Bar in Oerlikon war, ist heute ein Unternehmen mit drei Standorten, Sushi-Kursen und Catering-Business, das sich völlig neu erfunden hat. Für Geschäftsinhaber Amit Shama-Levaillant ist die Liebe das Leitmotiv seines Unternehmens. In einem persönlichen Interview erzählt er uns von seiner Gastgeberphilosophie.

Früher war Kai Sushi nur eine kleine Sushi-Bar in Oerlikon, welche Veränderung war die prägendste?

Das Lernen war ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung von Kai Sushi. Wie in jedem Unternehmen gibt es schwierige Zeiten und Krisen, die man überwinden muss. Ich habe auf diesem Weg gelernt, all die negativen Emotionen, die man in solchen Situationen verspüren kann, wie Neid oder Verzweiflung, in etwas Gutes umzuwandeln und zwar in Inspiration. Die Inspiration führt dann zur Lösung, wie man weiterkommt im Leben, beziehungsweise Unternehmen. Ich habe versucht mich wiederaufzubauen und nach oben geschaut wo ich sein wollte und mir gesagt, dass ich das auch schaffen kann. Das prägendste war also der Lernprozess aus diesen negativen Emotionen etwas Positives zu ziehen. Wir sind alle da zum Lernen. Wir haben zum Beispiel viel von unseren Gästen gelernt, wir haben versucht ihre Erlebnisse mitzukriegen und immer ein offenes Ohr für sie zu haben. Wir haben uns fortlaufend verbessert und unser Angebot an die Bedürfnisse unserer Kunden angepasst. Ich würde nichts an diesem Weg ändern, denn jeder Schritt war notwendig um weiterzukommen und zu wachsen. Für mich gilt «Growth is an Outcome not a Strategy». Mein Weg war nicht so geplant, ich hatte nicht von Anfang an das Ziel eine gewisse Anzahl Filialen zu eröffnen, das war ein laufender Lernprozess mit kleinen Schritten und keine Strategie.

Amit Shama-Levaillant: „Die grösste Marge eines Unternehmens liegt im begeisterten Kunden der zurückkommt“ © Kai Sushi

Sushi ist zum Trend avanciert. Was macht Kai Sushi aus?

Unsere Philosophie macht uns aus. Viele haben das Gefühl, wenn man ein Geschäft aufmacht, dass das Produkt sich von selber verkauft, das ist aber nicht immer so. Sushi ist nicht einfach im Trend. Ich kenne viele Sushi Restaurants, die zwar einen guten Standort und gute Produkte hatten, aber trotzdem keinen Erfolg erzielten. Ihnen fehlte etwas Grundlegendes und das sind Werte. Die Werte von Kai Sushi sind folgende; Love your People, Love your Products and Love your Location. Wir legen viel Wert auf zufriedene Mitarbeiter, begeisterte Gäste und faire Beziehungen zu unseren Lieferanten und Partnern. Weiter ist die Herkunft unserer Produkte von hoher Relevanz, wir achten besonders auf nachhaltige Fischerei und regionales Poulet- und Rindsfleisch. Diese Werte sind das Fundament von Kai Sushi.

Um Kunden glücklich zu machen, braucht es motivierte Mitarbeiter. Wie „pflegen“ Sie Ihre Mitarbeiter?

Meiner Meinung nach gibt es drei Grundbedürfnisse, die der Mensch hat. Sicherheit, Anerkennung und Zugehörigkeit. Die Sicherheit bieten wir mit unseren Arbeitsbedingungen. Zum Beispiel haben wir eine «no Firing policy». Wenn man einmal die Probezeit bestanden hat, dann gehört man zur Familie. Danach entlassen wir unsere Mitarbeiter nicht mehr, wir können sie höchstens umpositionieren und schauen wo ihre Kompetenzen besser hinpassen. Wichtig ist einfach, dass sich die Mitarbeiter im Team wohl und zugehörig fühlen. Wir haben in der Gastronomie viele Mitarbeiter mit komplexen Hintergründen, als Restaurantleiter sollte man sich daher die Zeit nehmen und sich bemühen diese Leute zu unterstützen, sodass sie bei der Arbeit fokussiert sein und gute Leistung erbringen können. Ich achte nicht nur auf die Unterstützung bei der Arbeit, sondern auch ausserhalb der Arbeit. Auf diese Weise sichern wir die Anerkennung und Zugehörigkeit. Erst wenn die Mitarbeiter zufrieden sind, können wir beginnen die Gäste zu begeistern. Alle zwei Monate gibt es Mitarbeiterschulungen, wo ich die Werte des Unternehmens und meine Vision den Mitarbeitern näherbringe. Mir ist wichtig, dass sie meine Philosophie verstehen und diese dann den Gästen vermitteln können.

Zugehörigkeit und Zusammenhalt sind ein wichtiger Bestandteil der Philosophie von Kai Sushi © Kai Sushi

Essen kann weit mehr, als nur Nahrungsaufnahme sein. Was bieten Sie Ihren Kunden und auf was achten Sie in der Kundenbeziehung?

Unser Ziel ist es die Erwartungen der Kunden zu übertreffen, denn nur dann können wir sie begeistern. Gutes Essen, eine nette Location und freundliches Personal ist heute Standard und für den Preis denn man zahlt, auch zu erwarten. Um aber ein einmaliges Erlebnis zu kreieren, versuchen wir diese Erwartungen zu übertreffen. Wir sind aufmerksam und haben immer ein offenes Ohr für unsere Kunden, dies ist enorm wichtig, denn so können wir ihre Bedürfnisse erfahren und darauf eingehen. Service bedeutet nämlich immer beim Kunden sein. Wir empfangen unsere Gäste nicht wie in den meisten Restaurants mit der Frage «Haben Sie eine Reservation», sondern wir heissen sie erstmal willkommen. Wir begrüssen sie mit einem Lächeln und fragen wie es ihnen geht. Auch wenn die Kunden ohne Reservation vor mir stehen und ich keinen Platz finde, zeige ich ihnen trotzdem, dass sie mir wichtig sind, «because we are in the good feeling Business». Die Reservation gehört zur Struktur, es ist natürlich notwendig für eine gute Planung, aber das sollte an zweiter Stelle stehen, wenn ein Kunde das Restaurant betritt. Ich sage meinen Mitarbeitern immer, dass sie den Gästen eine Story erzählen sollen, sei es über die Herkunft oder Zubereitung der Produkte oder Empfehlungen, ganz egal. Sie können auch die Geschichte von Kai Sushi erzählen, wo und wie wir angefangen haben oder was unsere Visionen sind. Geschichten sollen helfen eine Beziehung aufzubauen und zusammen mit unseren hausgemachten Kreationen versuchen wir auf diese Weise dem Kunden ein einmaliges authentisches Erlebnis anzubieten. Mir ist wichtig, dass die Gäste diese Dinge spüren und die einmalige Experience nur hier erleben, denn die grösste Marge liegt im begeisterten Gast der zurückkommt.

Welche Rolle spielt bei Ihnen das Marketing und die Werbung? Wie wichtig ist das?

Das Marketing ist natürlich sehr wichtig, denn was bringt eine gute Geschichte, wenn sie niemand kennt. Ich hatte das Glück, dass ich mit der Branding Agentur Allink aus Zürich arbeiten konnte, die genau verstanden hat, worum es mir geht. Die Zusammenarbeit gestaltete sich ziemlich einfach, denn wir mussten nicht unsere Köpfe zerbrechen um eine Story zu finden, die wir erzählen konnten. Meine Marke hatte bereits eine Philosophie und Werte, die nur noch nach aussen kommuniziert werden mussten. Mittels Innendesign, Logo, Webseite und dem Social Media Auftritt musste ein einheitliches Bild vermittelt werden für eine geschärfte Markenpersönlichkeit. Ziel war es die Brand Awareness aufzubauen, bevor der Kunde hierherkommt. 

Wir werden täglich von so vielen Informationen bombardiert, dass man sich als Unternehmen differenzieren muss. Ein Weg hierzu sind die Emotionen. Ein emotionales Marketing kann einen wichtigen Unterschied machen. Wie nutzen Sie das emotionale Marketing?

Heutzutage gibt es viele Restaurants und Unternehmen, die mit Liebe werben. Was man in der Gastronomie auch oft hört ist «Sharing is Caring». Für mich sind die Emotionen und die Liebe wie bereits gesagt nicht erst mit dem Marketing aufgekommen, das war schon seit dem Anfang meine ganze Philosophie. Der Name Kai bedeutet auf Japanisch «unter ein Dach kommen und etwas teilen», was bei uns heissen soll, dass man zusammenkommt und gemeinsam mit den Menschen, die man liebt, Zeit verbringt. Das emotionale Marketing nutze ich daher als Kommunikation meiner Philosophie, die ich schon immer hatte.

Nur die frischesten Zutaten kommen in die Hände von den erfahrenen Sushi Masters © Kai Sushi

Der Kreis schliesst sich

Das Erlebnis beginnt für den Gast mit einem Lächeln meiner Mitarbeiter und einer herzlichen Begrüssung. Dann bemühen wir uns den Gast glücklich zu machen und ihn mit unseren hausgemachten Spezialitäten zu begeistern. Ziel des Erlebnisses ist es, unsere Emotionen an den Gast zu übertragen, sodass er lächelnd das Restaurant verlässt.

Fachbeitrag zu Emotionen und Marketing

Im Fachbeitrag «Muss es immer Liebe sein?» von Marcel Hüttermann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Marketing Management, wird aufgezeigt, dass das Wecken von Emotionen für Unternehmen ziemlich effektiv sein kann und Kaufanreize auslöst. Es hat sich bestätigt, dass die positiven Emotionen genau das richtige sind, um aus Kunden Fans zu machen. Mit negativen Emotionen sollte man eher vorsichtig sein. «Der Konsument sollte zum Schluss ein positives Gefühl mit der Marke verbinden», so Wissenschaftler Marcel Hüttermann.

 

Schweizerischer Nationalpark: Wo die Zeit noch stillsteht

Von Laura Gattlen

In der sich immer schneller drehenden Welt, der dauernden Erreichbarkeit und dem unüberblickbaren Informationsüberfluss steigt der Wunsch nach Entschleunigung. Der Bezug zur Natur gewinnt an Bedeutung. Dabei eignet sich das Wandern besonders gut, wenn man zwischen Himmel und Erde steht, die Geräusche der Natur und des Lebens hört und der Alltagsstress der Naturschönheit weicht.

Ausbrechen & Eintauchen

Als eines der schönsten Wandergebiete gelten die Weiten des Schweizerischen Nationalparks (SNP) im Engadin mit Orten, die so verlassen und unberührt sind, dass der Alltagsstress schnell in Vergessenheit zu geraten scheint.

Val Cluozza © Laura Gattlen

Der SNP wurde 1914 gegründet und ist somit der älteste Nationalpark der Alpen. Er gehört zu den vier Pachtgemeinden Zernez (68,6%), S-chanf (13,5%), Scuol (13,2%), Val Müstair (4,7%). Die Ziele des SNP sind die Natur zu schützen, zu forschen und zu informieren. Auf einer Fläche von 170,3 km2 hat es 80 km offizielle Wanderrouten.

Val Trupchun © Laura Gattlen

Das Ziel des SNP ist es, die Tiere, Pflanzen und all ihre Lebensräume ihren natürlichen Prozessen zu überlassen. Der Mensch ist passiver Gast, Beobachter, Zeuge. Die Natur ist seit über 100 Jahren vor menschlichem Einfluss geschützt. Bis auf wenige Ausnahmen, in denen stark verletzte und leidende Tiere erlöst wurden oder als ein Brand im SNP ausgebrochen ist, greift der Mensch nicht ein, weder in Notzeiten, noch in Zeiten der Überpopulation. Um die natürlichen Prozesse und Zusammenhänge zu verstehen, wird im SNP seit Jahren geforscht.

Das grosse Wildnisgebiet des SNP ist einerseits ein Ort, an dem man die sich selbst überlassene Natur auf sich wirken lassen kann, andererseits bietet er ein wertvolles Freilichtlaboratorium, in dem die wissenschaftliche Forschung wichtige Erkenntnisse gewinnen kann. Dieses Wissen um einen nachhaltigen Umgang mit der Natur lässt sich mittels verschiedener Kommunikationsmassnahmen weitergeben, sodass auch die Besucherinnen und Besucher von diesen Erfahrungen und Erkenntnissen profitieren können.

Murter © Laura Gattlen

Der SNP nutzt diverse Kanäle, um den Besucher zu informieren. Andrea Millhäusler, Mitarbeiterin des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit des SNP, erklärt die Kommunikationskanäle und Werbeziele des SNPs.

Frau Millhäusler, wie macht der SNP Werbung?

Aktiv machen wir via Gratisbroschüren, Besucherzentrum, Webseite, Facebook, Instagram Werbung. Daneben arbeiten wir auch mit Tourismusdestinationen, kantonalen und nationalen Tourismusorganisationen zusammen, die ihrerseits den SNP durch Flyer, Broschüren, Bilder und Informationen aktiv bewerben und schalten sonst im Allgemeinen keine bezahlte Werbung wie Plakate oder Werbespots. Ein wichtiger Teil unserer Kommunikation sind die Public Relations.

Was möchte mit der Werbung erreicht werden?

Wir möchten die Besucher für die Nationalpark-Idee gewinnen, Identifikation schaffen und Interesse an einem Besuch im SNP oder im Besucherzentrum wecken.

Welche Kommunikationskanäle werden zur Information genutzt?

Der Besucher erhält Informationen im Besucherzentrum, auf Exkursionen, bei Schulangeboten und Workshops via Broschüren, Telefon, Webseite, Soziale Medien wie Facebook und Instagram, der kostenlose App iWebpark, an Veranstaltungen, bei Vorträgen, in Publikationen und sämtlichen Public-Relations-Kanälen.

Wie wichtig ist die Kommunikation der Forschungsergebnisse und warum?

Diese ist für uns sehr wichtig, aber nicht unbedingt über die von uns als Kommunikationsbeauftragte bedienten Kanäle, bei denen der Fokus auf der Sensibilisierung liegt, sondern eher wenn es um politische Diskussionen und um die Rechtfertigung unserer Schutzstrategie geht. Die über 100-jährigen Messreihen sind von internationalem Interesse und positionieren das Gebiet auch international als einzigartigen Forschungsstandort. Die kontinuierliche Forschungsarbeit liefert stetig Resultate, welche sowohl für die Wissenschaft als auch für das Laienpublikum von grossem Interesse sind. Dadurch wird ein andauernder News-Wert geschaffen.

Die Zeit der Ruhe: November – Mai

Ab Mitte November, wenn so viel Schnee auf den Wanderwegen liegt, dass das Wandern nur noch mit Schneeschuhen möglich wäre, wird der SNP geschlossen. Ab Mitte Mai können die ersten Besucher in den tieferen Lagen das Erwachen der Natur erleben, während auf den Gipfeln noch Schnee liegt. Ein faszinierendes Naturschauspiel.

Val Trupchun © Laura Gattlen

Jetzt heisst es erst einmal: mit viel Geduld die Kraft des langen Winters spüren, mit Vorfreude die erste Wandertour im SNP planen und sich auf das Erwachen der Natur im Frühling freuen.

Über die Autorin

Laura Gattlen arbeitete nach ihrem Masterabschluss in klinischer Psychologie an der Uni Basel in einem kleinen Marktforschungsunternehmen, bevor sie vor 2 Jahren die Leitung des Bereichs «Kurse und Veranstaltungen» der Lungenliga beider Basel übernahm. Aktuell absolviert sie einen CAS in Marketing & Corporate Communications an der ZHAW in Winterthur. Den Ausgleich zu Konzeptarbeiten, Eventorganisationen und Patientenschulungen findet sie in den Bergen, in der Natur. Besonders das Engadin und der Schweizerische Nationalpark sind ihre persönlichen Tankstellen.

Die Verpackung – ein Marketinginstrument im Wandel

Von Kristina Michel

Wer kennt das nicht: Kurz vor einem Abendessen bei Freunden fehlt das passende Mitbringsel, man eilt in den nächsten Supermarkt und wählt in der Hektik jene Pralinen, die besonders hübsch verpackt sind.

Verpackungen nehmen bei der Vermarktung von Produkten generell eine zentrale Rolle ein. Dies zeigte unter anderem der 2016 veröffentlichte Nielsen Breakthrough Innovation Report. Die Analyse von 9’900 Produkteinführungen in ganz Europa verdeutlichte, dass das Product Design und das Verpackungsdesign zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren überhaupt zählen. Die Forscher Esch und Langner (2000) schrieben Verpackungen vor allem beim Branding von sogenannten Fast Moving Consumer Goods (FMCG) eine zentrale Bedeutung zu. FMCG sind besonders häufig gekaufte Konsumgüter wie etwa Lebensmittel und Körperpflegeprodukte, die oft spontan und routiniert gekauft werden.

Von verpackt zu unverpackt

Doch gerade im Bereich der FMCG interessieren Verpackungen in letzter Zeit scheinbar immer weniger. Ursache dieses Umdenkens ist die Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit für unseren höchst problematischen, umweltschädigenden Umgang mit Plastik. Seit 70 Jahren steigt die weltweite Plastikproduktion unaufhörlich an, Hauptanteil: Verpackungen. Immer mehr Menschen und teilweise sogar ganze Gemeinden sind daher bemüht, ihren Abfallberg möglichst klein zu halten – der Umwelt und damit letztlich auch sich selbst zuliebe.

Und welches ist der einfachste Weg, um möglichst wenig Abfall zu produzieren? Ihn gar nicht erst ins Haus zu bringen. Dies gelingt am besten, wenn man möglichst viele Produkte unverpackt kauft. Unverpackt-Läden sind gar nicht so neuartig, wie viele vermuten mögen. Die Idee stammt aus Kanada, wo die Einzelhandelskette Bulk Barn bereits 1982 das erste Geschäft öffnete. Erst 25 Jahre danach wurde die Idee auch von Europa übernommen: erstmals bei unpackaged in London. Im deutschsprachigen Raum gibt es sie seit 2014, in der Schweiz öffneten 2017 besonders viele Läden erstmals ihre Tore.

Die Palette in Bern ist einer von mehreren 2017 eröffneten Unverpackt-Läden © Palette – Unverpackt einkaufen

Smart Branding für Früchte und Gemüse

Viel Ärger beschert Kunden der Schweizer Grossverteiler aktuell die Tatsache, dass Bio-Früchte und Gemüse nur in Plastikverpackungen erhältlich sind. Grund: die Verpackung hat hier eine Informationsfunktion, welche die Bio-Produkte vom Rest unterscheidbar macht. Doch auch hier gäbe es bereits Lösungen: Branding funktioniert auch ohne Verpackung. Einige Grossverteiler in Holland und Deutschland arbeiten mit dem Smart Branding, bei dem Früchten und Gemüse per Laser ein Logo verpasst wird.

Nachfüllservice statt Einwegverpackung

Dann gibt es allerdings auch jene Konsumgüter, die weniger leicht oder nicht ohne Verpackung auskommen. So etwa Hygieneartikel wie Shampoos und Duschgels. Wer nicht auf Shampoo in Seifenform umsteigen will, findet u.a. bei Eduard Vogt oder in den Dr. Noyer Apotheken in Bern nachfüllbare Duschbäder, Shampoos, Haarbalsam und Bodylotions an. Die Pflegelinie von Dr. Noyer zeichnet sich zudem dadurch aus, dass sämtliche Produkte – im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Produkten – vollständig biologisch abbaubar sind. Mirjam Capt, Apothekerin und Geschäftsführerin von Dr. Noyer Postparc, hat das Kaufverhalten ihrer Kunden beobachtet: « Im laufenden Jahr sind in unseren drei Berner Filialen über 2000 Behälter aufgefüllt worden. Die Nachfrage ist im Vergleich zum Vorjahr grösser geworden. Vor allem jüngere Kunden interessieren sich für unsere nachfüllbaren Produkte

Die Verpackungen der Produkte von Dr. Noyer fallen durch ihre Schlichheit auf: Was zählt, ist der Inhalt © Dr. Noyer AG

Wird die breite Bevölkerung weiterhin erfolgreich für die Plastikproblematik sensibilisiert, spielen das Product Design und die Verpackung bei häufig gekauften Konsumgütern künftig vielleicht eine kleinere Rolle, als bis anhin.

Über die Autorin

Kristina Michel hat an der Universität Bern Literatur- und Sprachwissenschaften studiert. Während eines Praktikums im Bereich Kommunikation hat sie entschieden, den CAS Marketing- and Corporate Communications zu absolvieren. In ihrer Freizeit hört und macht sie gerne Musik oder ist auf Entdeckungstour in der Natur.

Technologiesafari in Berlin und Leipzig

Die Grenzen zwischen der digitalen und der physischen Welt verschwimmen und stellen Geschäftsmodelle und Marketinglogiken infrage. Der viertägige Weiterbildungskurs «Technology Impact, Business Models & Services» ging in Berlin und Leipzig der Digitalisierung auf die Spur. Unternehmensbesuche und der Austausch mit Gründern und Startup-Vertretern in Kombination mit Workshops und akademischen Inputs führten zu vielschichtigen Erkenntnissen.

Innovationslabors als Antwort auf die Kundenwelten der Zukunft

Die Studienreise widmete sich unter anderem den Fragen, wie sich etablierte Unternehmen vor dem Hintergrund der Lebens-, Arbeits- und Kundenwelten der Zukunft neu erfinden können, wie sich Innovation und unternehmerisches Denken fördern und eine Innovationskultur entwickeln lässt.

Die Technologiesafari führte zu neuen Erkenntnissen und interessanten Einblicken © Rolf Rellstab

Die Deutschen Bahn investiert in verschiedene Intrapreneurship-Initiativen, um das milliardenschwere Verkehrsunternehmen für die Zukunft fit zu machen. Der eigene Risikokapitalfonds DB Digital Ventures hilft dem Konzern zudem, Erfahrungen mit zukünftigen Mobilitätskonzepten und neuen Geschäftsmodellen zu machen, aktuelle Kundentrends zu erfassen und Technologie-Scouting zu betreiben.

Die ALBA Gruppe betreibt seit September 2017 im Herzen Berlins einen Innovation Hub. Im sogenannten BluehouseLab wird gemeinsam mit innovativen Startups an der Recyclingbranche von morgen getüftelt. ALBA, das Unternehmen aus der Entsorgungs- und Recyclingbranche mit 7’500 Mitarbeitenden und 1,8 Milliarden Jahresumsatz, möchte Startups mit innovativen Technologien im Bereich Smart City, Smart Logistics, Big Data oder Internet of Things dabei helfen, Geschäftsmodelle zu identifizieren, zu finanzieren und aufzubauen. Für ALBA ist das BluehouseLab eine Investition in die eigene Zukunft. Aus dem familiengehaltenen und traditionellen Grossunternehmen soll dereinst eine «cutting-edge Company» werden, die auch in Zeiten von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz im Recycling-Markt Deutschlands eine führende Rolle einnimmt.

Als Innovationslabor sind auch die signals Open Studios gedacht. Hinter dem Konzept steckt der Versicherungskonzern Signal Iduna. Im Mittelpunkt steht die branchenübergreifende und crossindustrielle Vernetzung von Unternehmen und Startups. Die Begriffe Customer Centricity, Co-Creation und Open Innovation umschreiben dabei die massgebende Arbeits- und Gestaltungsweise. „Fail often and early“ soll in den Open Studios Wirklichkeit werden. Schnell kreieren, Prototypen bauen, die Nutzer fragen, Konzepte hinterfragen, anpassen, bis es passt. Die signals Open Studios geben sich unabhängig, flexibel und offen, verleugnen dabei aber nicht ihre Herkunft. Man versteht sich als Keimzelle für die digitale Transformation des Versicherungskonzerns, ein Prozess, der mit einem signifikanten Wandel der Unternehmenskultur einhergehen muss. Seit 2017 haben 600 Mitarbeitende das zweitägige Training «the future of work» in Berlin besucht.

Die signals Open Studios als innovatives Konzept © Rolf Rellstab

(Technologie-)Startups auf den Zahn fühlen

Wie funktionieren Jungunternehmen? Welche Herausforderungen haben sie? Wie können sie von aussen beurteilt werden? Das Berliner Technologie-Startup HomeToGo wurde 2014 gegründet und beschäftigt inzwischen mehr als 150 Mitarbeitende. Auch gemessen am Umsatz gehört es zu den am schnellsten wachsenden Startups Deutschlands. HomeToGo betreibt eine Metasuchmaschine für Ferienunterkünfte. Wenn Nutzer eine Anfrage starten, durchsucht HomeToGo Partnerseiten wie Booking.com, FeWo-direkt oder TripAdvisor. Mittlerweile nutzen pro Monat rund 20 Millionen Menschen die Plattform. HomeToGo liefert interessante Einblicke in die Kultur und die Herausforderungen eines Jungunternehmens auf der Schwelle zu einem etablierten Player in der Reisebranche, von der Rekrutierung und Organisationsentwicklung bis hin zu Marketing und PR.

Trendinstitut in alter Baumwollspinnerei

Welche Auswirkungen haben neue Technologien auf Geschäftsmodelle und Marketingansätze? Das Trendinstitut 2bAHEAD, einer der grössten Think Tanks Europas, sucht nach Antworten. Auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei Leipzig-Lindenau, wo sich mehrere Galerien, eine Vielzahl an Künstlern, Werkstätten, Architekten, Designer, Schmuck- und Modemacher und natürlich Startups niedergelassen haben, beschäftigen sich Trendforscher auch mit dem Kundendialog der Zukunft, der von intelligenten persönlichen Assistenten geprägt sein wird.

Aus Sicht von Markus Brunold, CEO von BSI und Teilnehmer der Studienreise, ein «tolles Programm, mit Einblicken in Innovation Labs und Startups, ergänzt mit der Sichtweise von Investoren.»

2bAHEAD befasst sich mit den Trends von morgen © Rolf Rellstab

Eine nächste Studienreise nach Berlin ist im Rahmen des Executive Master in Marketing Leadership für Herbst 2019 geplant. Rolf Rellstab (rolf.rellstab@zhaw.ch) gibt dazu gerne Auskunft.

Wer sich vorher fit für die Zukunft machen will, der findet im Weiterbildungsangebot des Instituts für Marketing Management spannende Lehrgänge.

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-analytics.html

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-digital-marketing.html

Neo-Ökologie bei Digitec/Galaxus: Hier werden Produkte erfolgreich wiederverkauft

Ökologie und Nachhaltigkeit sind aktuell im Vordergrund. Unternehmen und Behörden setzen zum Kampf gegen Plastik an. Angeprangert wird auch die Wegwerfgesellschaft, wo man Produkte kauft und dann schnell wieder dem Abfall zukommen lässt. Digitec/Galaxus geht hier einen neuen Weg und hat eine Plattform für gebrauchte Produkte ins Leben gerufen. Wir haben bei Michael Rudin nachgefragt, was es hiermit auf sich hat.

Herr Rudin, wie kamen Sie auf die Idee eine Plattform für gebrauchte Digitec/Galaxus Produkte zu kreieren?

Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer kaufen gebrauchte Produkte. Der Trend nennt sich Neo-Ökologie – und von diesem Markt wollen wir uns ein Stück abschneiden. Unsere Secondhand-Funktionalität erlaubt es unseren Kunden, ihre bei uns gekauften Produkte schnell und einfach weiterzuverkaufen.

Können Sie uns kurz erklären, wie das Ganze funktioniert?

Unsere Kunden können ihre bei Digitec oder Galaxus gekauften Produkte in einem eingebetteten Prozess direkt im Online-Shop als Angebot einstellen. Voraussetzung ist, dass die Produkte bei uns initial über 50 Franken gekostet haben. Damit wollen wir vermeiden, dass unsere Onlineshops zu Ramsch-Basaren werden. Durch die bereits im Detail erfassten Produktdaten müssen die Verkäufer ihre Angebote nicht mehr mühsam kategorisieren. Ebenfalls werden Garantien, die z.B. noch auf das Handy oder die Drohne laufen, direkt übernommen. Ist ein Angebot einmal eingestellt, profitiert der Verkäufer von der grossen Reichweite der beiden meistbesuchten Online-Shops der Schweiz: 2017 konnten wir über 90 Millionen Besuche verzeichnen. Ausserdem haben wir mehr als eine Million Kunden, die mindestens einmal pro Jahr etwas bei uns kaufen. Ein Käufer kann die Angebote mit allen anderen Produkten normal kaufen. Der Verkäufer wird bei einem Kauf benachrichtigt und versendet das Paket an den Käufer. Für die Sicherheit des Zahlungsverkehrs sorgen wir, indem wir den Mittelsmann spielen: Sobald der Käufer den Erhalt der Ware bestätigt hat, überweisen wir dem Verkäufer das Geld.

So funktioniert der Weiterverkauf auf der Plattform © Digitec/Galaxus

Wenn ein Kunde ein Produkt wiederverkaufen will, wird da der Zustand des Produktes geprüft, damit der Käufer keine bösen Überraschungen erlebt?

Nein, den Zustand prüfen wir nicht. Wir halten das Produkt ja nie physisch in den Händen. Die Kunden schliessen beim Kauf bzw. Verkauf einen Vertrag untereinander ab – wir bieten ihnen lediglich eine Plattform an. Unser Kundendienst steht jedoch als hilfsbereiter Partner zur Verfügung und vermittelt bei Problemen zwischen den Parteien. In strittigen Fällen haben wir so bisher immer eine Lösung gefunden, mit der alle zufrieden waren.

Die Plattform wurde im letzten Oktober eingeführt. Können Sie ein erstes Fazit ziehen? Sind Sie zufrieden mit den Entwicklungen?

Wir sind sehr zufrieden: Unsere Kunden konnten mit dem Feature bereits tausende Secondhand-Produkte verkaufen. Nach dem Launch wurden wir mit Feedbacks, Verkaufsangeboten und Käufen überhäuft. Und seither ist die Verkaufsmenge hoch geblieben. Diesen Frühling haben wir für die neue Funktionalität zudem den Best-Feature Award des Digital Commerce Awards 2018 gewonnen.

Bisher ist Michael Rudin zufrieden mit der Plattform © Digitec/Galaxus

Haben Sie auch schon Rückmeldungen von Kunden bekommen? Wie wird diese neue Möglichkeit angenommen?

Unsere Kunden haben uns rege Rückmeldung gegeben und wir freuen uns über das enorm positive Echo. Die Kunden schätzen vor allem die einfache Bedienung sowie die schnelle Abverkaufszeit durch die grosse Reichweite unserer Plattform. Zudem gefällt ihnen die Logik, dass eine Gebühr nur dann anfällt, wenn ein Angebot verkauft wird – Einstellungsgebühren gibt es bei uns nicht.

Welche Produkte oder Produktarten werden am meisten wiederverkauft?

Digitec macht immer noch mehr Umsatz als unser Online-Warenhaus Galaxus. Letzteres holt zwar schnell auf, wir verkaufen momentan aber noch mehr elektronische Produkte weiter. Eine spannende Entwicklung sehen wir im Bereich Fashion und Haushaltsgeräten: Da ziehen die Transaktionen stark an.

Das Logistikzentrum von Digitec/Galaxus © Digitec/Galaxus

Konkurrenziert die Resale Plattform ihre bestehenden Produkte? Gibt es dort Umsatzeinbussen?

Direkte Umsatzeinbussen haben wir noch nirgends beobachtet. Im Gegenteil: Kunden erkennen Digitec und Galaxus immer mehr als umfassendste digitale Einkaufsplattform. Sie schätzen die vielen integrierten Funktionalitäten, die ihnen einen grossen Mehrwert im Lebenszyklus ihrer Produkte bieten.

Wie wirkt sich diese Plattform auf den Kundendienst aus? Gibt es einen grossen Mehraufwand?

Vor allem am Anfang hatten wir einen erhöhten Aufwand im Kundendienst. Unser Kundendienst ist jedoch an die vielen Live-Gänge von neuen Funktionalitäten gewöhnt und konnte entsprechend reagieren. Ganz nebenbei sind wir auch auf das Feedback angewiesen, um uns weiterzuentwickeln. So haben wir durch Kundenfeedback beispielsweise das Design der Auszeichnung der Produkte im Shop, welche von Privatanbietern verkauft wird, stärker ausgezeichnet.

Auf der einen Seite möchten alle nachhaltig sein, auf der anderen Seite herrscht eine Wegwerfgesellschaft vor. Wie wichtig ist die Nachhaltigkeit für Digitec/Galaxus und trägt diese Plattform einen Teil dazu bei?

Ökologie und Wirtschaftlichkeit geht bei uns Hand in Hand. Diesen Herbst nehmen wir zum Beispiel eine neue Verpackungs-Maschine in Betrieb, die die Kartonschachtel auf die Grösse der Bestellung zurechtfaltet. Dadurch sparen wir sowohl Verpackungs- als auch Füllmaterial. Als Migros-Tochter haben wir uns zudem für eine Reihe von Nachhaltigkeitsmassnahmen verpflichtet. Unsere Secondhand-Plattform trägt ebenfalls ihren Teil zu einem nachhaltigen Konsum bei. Sie schont die Umwelt und das Portemonnaie gleichermassen.

Das Warenlager in Wohlen © Digitec/Galaxus

Ist es geplant, dass die Plattform auch für nicht Digitec/Galaxus Produkte geöffnet wird, quasi als Konkurrenz zu Ricardo und Tutti?

Momentan haben wir das nicht vor. Durch diesen Schritt würden wichtige Verkaufsargumente wie das einfache Einstellen des Angebots, die bestehenden Produktdaten oder die Weitergabe der Garantie wegfallen. Wir planen aber, die bestehende Funktionalität zu erweitern, um den Verkauf und den Kauf für unsere Kunden noch angenehmer zu machen.

Unverpackt einkaufen – das Modell der Zukunft?

Von Alessandra Schmid

716 Kilogramm pro Jahr – so viel Haushaltsabfall verursacht jeder Schweizer im Durchschnitt jährlich, wobei heute erst die Hälfte wiederverwertet wird. Und obwohl die Schweiz bei der Aufarbeitung von Abfällen bereits eine Vorreiterrolle einnimmt, gibt es noch viel zu tun. Das Problem der übermässigen Ressourcennutzung ist aktueller denn je, der Wunsch nach bewusstem und nachhaltigem Konsum glücklicherweise auch.

So verwundert es nicht, dass der Zero Waste Lifestyle immer mehr Abnehmer findet. Zero Waste, das sind die 5R – refuse (ablehnen), reduce (reduzieren), reuse (wiederverwenden), recycle (wiederverwerten) und rot (Kompostieren). Ziel ist es, die Abfallmenge zu reduzieren und bewusster einzukaufen. Durch die Kanadierin Bea Johnson vor zehn Jahren in den Fokus der Medien gerückt, nimmt die weltweite Bewegung rund um das Thema Abfallvermeidung zu. Die Zahl an verpackungsfreien Läden steigt und auch den Grosshändlern ist es immer öfters ein gelebtes Anliegen, Ressourcen zu schonen (beispielsweise in der Schweiz, wo die Abschaffung von Gratis-Plastiksäcken zur Reduktion der Nachfrage um 80% führte).

Viel Engagement zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Ein Zeichen setzen für ganzheitlichen und nachhaltigen Konsum – das möchte auch Basel unverpackt, der erste verpackungsfreie Laden in der Stadt Basel: Man bringt seinen eigenen Behälter mit, füllt das Produkt aus grossen „Bulk Bins“ ab und erhält es somit ohne Verpackungsmittel wie Plastik, Karton oder Papier. Gleichzeitig sind die Lebensmittel in Bio-Qualität und wenn möglich mit regionaler respektive Schweizer Herkunft. So reduziert man ökologisch sinnvoll seinen Abfall, spart Geld und weiss ausserdem, woher das Essen kommt – eine Wertschätzung unseres Planeten, aber auch jedes einzelnen Produktes.

Ein Laden ganz ohne Verpackungen © Alessandra Schmid

Dass die Geschäftsgründer mit diesem sensiblen Thema einen Nerv der Zeit treffen, zeigt sich auch im Marketing: Bis heute fielen für die Werbung kaum finanzielle Aufwendungen an. Zum einen, weil die gewählte Rechtsform der Genossenschaft es allen Beteiligten ermöglicht, sich sowohl mit ihren Ideen, als auch mit ihrem Netzwerk einzubringen und zwei gezielt ausgerichtete Crowdfundings (unter anderem auf 100-days.net) von Beginn weg für eine breite (mediale) Aufmerksamkeit und zahlreiche Stammkunden sorgten. Zum anderen, weil die Lage des Einkaufsladens im hippen Stadtteil „Kleinbasel“ dazu führte, dass Basel unverpackt gewissermassen zu einem Selbstläufer wurde.

Zusätzlich Schwung verleiht dieser Initiative auch die enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Geschäften wie dem „Lokal“ oder „Didi Offensiv“ sowie einer der Lieferanten, welcher jeweils samstags auf dem beliebten „Matthäus-Markt“ seine Ware verkauft und gleichzeitig Werbung für Basel unverpackt macht. Ferner bewirtschaften die engagierten Inhaber in regelmässigen Abständen die Webseite und Social-Media-Accounts und veranstalten spannende Workshops. Und zu guter Letzt generiert die vorbildliche Vorreiterrolle als erster verpackungsfreier Laden in Basel viel kommunale und regionale Aufmerksamkeit in allen Bevölkerungsschichten und hat bis heute zu einem grossen Interesse von Medien, Influencern und vielen anderen geführt.

Der Laden trifft den Nerv der Zeit und agiert auch im Marketing modern © Alessandra Schmid

Eine funktionierende Alternative für nachhaltigen Konsum

Mit ihrer einfachen, greifbaren und überzeugenden Betriebsidee tragen die Inhaber dieses unverpackt-Ladens somit für eine schnell wachsende gesellschaftliche Sensibilisierung eines unvermeidlichen Themas bei, welches uns alle betrifft. Und der erfolgreiche Beginn des zweiten Geschäftsjahres beweist, dass mit Basel unverpackt dem kollektiven Wunsch für nachhaltige Lebensweisen bereits heute eine deutlich längere Lebensdauer eingeräumt wird, als es Verpackungen durch ihre Einmalverwendung je haben werden.

http://baselunverpackt.ch/de/

https://www.facebook.com/Baselunverpackt

https://www.instagram.com/baselunverpackt/

Über die Autorin

Alessandra Schmid ist Juristin mit der Absicht, das Leben ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten als Gesetzesbücher. Sie hat die Welt bereist, war Volunteer in einem Hilfswerk in Peru sowie im Tierheim beider Basel und ist in einer Anwaltskanzlei und am Strafgericht vielen Rechtsfällen nachgegangen. Zurzeit arbeitet sie für die Stiftung Mensch und Tier, welche ausgesetzten Tieren ein neues Zuhause gibt und Kinder durch Begegnungen mit diesen wunderbaren Lebewesen in ihrer Sozialkompetenz fördert. Getreu dem Motto „wer rastet, der rostet“ absolviert sie zudem berufsbegleitend den CAS Marketing-&Corporate Communications an der ZHAW und hofft, dass die Welt schon bald frei von Plastik ist.

Soziale Nachhaltigkeit in Schweizer Unternehmen – ein aktueller Einblick

Von Christine Bircher

Erkenntnisse der Bachelorarbeit von Christine Bircher im Rahmen des Bachelorstudiengangs Betriebsökonomie der ZHAW School of Management and Law.

Durch die Globalisierung von Unternehmen und Wertschöpfungsketten sind in den letzten Jahren soziale Themen, wie Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und Korruption in die politische und gesellschaftliche Debatte gerückt. Kunden verlangen vermehrt Produkte, deren Herstellung minimale Standards sozialer Nachhaltigkeit erfüllen. Studien zeigen aber auch, dass Unternehmen ihre soziale Verantwortung vermehrt wahrnehmen, weil eine tadellose Reputation und sozial verträgliche Arbeitsbedingungen in Zeiten des Fachkräftemangels ein entscheidender Erfolgsfaktor auf dem Arbeitsmarkt sind.

Die Bachelorarbeit untersuchte den aktuellen Stand sozialer Nachhaltigkeitsaktivitäten in Schweizer Unternehmen und wie sich diese in den letzten fünf Jahren verändert haben. Basierend auf aktuellen Trends und Studien wurden 58 Schweizer Unternehmen aus verschiedenen Branchen befragt und die Ergebnisse mit dem Swiss Corporate Sustainability Survey 2012 der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften verglichen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

  • Interesse: Schweizer Unternehmen beschäftigen sich vermehrt mit sozialer Nachhaltigkeit. Begründet werden Nachhaltigkeitsaktivitäten primär durch die Verbesserung der Unternehmensreputation, der Stärkung der Kundenbindung und der Attraktivitätssteigerung auf dem Arbeitsmarkt.
  • Stakeholder: In Zusammenhang mit sozialer Nachhaltigkeit befassen sich die meisten Schweizer Unternehmen eingehend mit den Erwartungen ihrer Stakeholder, insbesondere mit denjenigen von Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten. Die verstärkte Interaktion mit Stakeholdern führt zu mehr Transparenz im Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen, was sich oftmals in der Einhaltung von Standards und Zertifikaten sowie in Mitgliedschaften bei Verbänden äussert. Tendenziell investieren grosse Unternehmen dafür mehr Mittel.
  • Themengebiete: Für Schweizer Unternehmen sind Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Arbeitsmarktfähigkeit und Förderung der Mitarbeitenden sowie faire Wettbewerbspraktiken in Bezug auf soziale Nachhaltigkeit am wichtigsten. Generell werden Themen zu Arbeitspraktiken und menschenwürdiger Beschäftigung am intensivsten bearbeitet. Menschenrechtsthemen werden je nach Grösse und internationaler Verflechtung des Unternehmens unterschiedlich gewichtet.

Soziale Nachhaltigkeit als bedeutendes Thema für die Unternehmen © eigene Darstellung von Christine Bircher

Die Zukunft sozialer Nachhaltigkeit in der Schweiz

Aus Sicht von Schweizer Unternehmen steigt die Bedeutung sozialer Nachhaltigkeit. Sie gehen davon aus, dass dazu mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Externe Herausforderungen werden vor allem bei der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und der zunehmenden Bedeutung von Work-Life-Balance gesehen.

Die Resultate verdeutlichen, dass sich Schweizer Unternehmen in einer fortgeschrittenen Entwicklungsstufe des Nachhaltigkeitsmanagements befinden. Daher sollten Unternehmen soziale Nachhaltigkeit nicht als Risikofaktor sehen, sondern als Chance zur strategischen Differenzierung.

Über Christine Bircher

Christine Bircher arbeitet am Center for Law & Economics der ETH Zürich und hat diesen Sommer erfolgreich ihr Bachelorstudium in Betriebsökonomie mit Vertiefung in General Management an der ZHAW abgeschlossen. Im Herbst wird sie ihr Masterstudium an der ZHAW in Business Administration – Major Marketing beginnen..

http://www.lawecon.ethz.ch/people/bircher.html

Technik und Mode sinnvoll kombiniert

Business und Casual wird immer öfter kombiniert. Leider sind Anzugshosen etwas anfällig. Sie knittern, können schnell schmutzig werden und sind nicht immer sehr bequem. Ein junger Zürcher hat nun etwas ganz Neues kreiert. Bei ihm gibt es wasser- und schmutzabweisende Anzugshosen, die bequem und modisch zugleich sind. Aktuell gibt es vier Varianten für Herren. Wie das geht, erklärt Philip Widmer von Mamquam.

Herr Widmer, wasser- und schmutzabweisende Hosen tönen nach einem idealen Produkt. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen und wie funktioniert diese Technologie?

Die „Business-casualisation“ die heutzutage in fast allen Industrien zu sehen ist, hat uns dazu geführt eine neue Kategorie von Kleidung zu entwickeln, welche nicht durch die alten Dress-Codes beschränkt ist.

Wir entwickeln Mode-Artikel, die einerseits angenehm, robust und praktisch sind und andererseits nachhaltig und transparent produziert werden. Um dies zu erreichen benutzen wir Technologien, die der Modewelt noch fremd sind. Technologien sind eher in Outdoor-Kleidung bekannt, aber nicht in Zusammenhang mit modernen Mode-Produkten.

Die Textilien werden so hergestellt, dass sie wasser-, schmutzabweisend und UV-blockierend auf der Aussenseite sind. Auf der Innenseite hingegen sind die Textilien schweissaufnehmend. Durch dies entsteht ein kühlender Effekt.

Wasserabweisende Textilien, die auch modisch sind © Mamquam

Mode ist auch für Herrn wichtig geworden. Welche Modelle gibt es bei Mamquam und ist eine Produkterweiterung geplant? Dürfen sich auch Damen Hoffnungen für entsprechende Produkte machen?

Zur Zeit haben wir für Herren Hosen und Hoodies, im Verlauf des Jahres, werden weitere Produkte lanciert. Durch die hohe Nachfrage von Damen, kann man sich hier Hoffnungen machen.

Mamquam ist ein Start-up. Wie zufrieden sind Sie mit den Verkäufen, wo gibt es Verbesserungspotenzial?

Die Verkäufe steigern sich, doch es gibt natürlich immer Potential sich zu verbessern. Wichtig ist es, dass unsere Kunden verstehen, was Mamquam repräsentiert und die Denkweise, die dahinter steht. Nachhaltigkeit, Transparenz, technologische Weiterentwicklung.

Stetige Verbesserung ist wichtig, um die Kundenbedürfnisse zu befriedigen © Mamquam

Welche Absatzkanäle nutzen Sie?

Momentan online und im Handel via Boutique Shops.

Welche Marketinginstrumente nutzen Sie?

Direktmarketing/Content Marketing – Hootsuite für Social Media (Facebook, Instagram, Twitter), Mailchimp für – Email Newsletter, dazu planen wir im Bereich Eventmarketing einige Guerilla & Pop-up Events.

Analysieren Sie auch das Kundenfeedback und integrieren Sie dieses in Ihre tägliche Arbeit?

Kundenfeedback zusammen mit dem Fortschritt der Technik gestalten die Identität unserer Firma, das Kundenfeedback ist essentiell damit wir wissen was wir verbessern können.

Das Kundenfeedback ist wichtig und so wird es auch bald neue Produkte geben © Mamquam

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung von Mamquam in den nächsten Jahren?

Durch Produkte, Veranstaltungen und Kunst am Fortschritt unserer Welt beizutragen.

Wenn Sie angehenden Marketingfachleuten einen Tipp geben könnten, was würden Sie raten?

Es ist ein komplexes Thema, wir sind noch keine Experten…Erstens ist es wichtig, dass man schnell reagiert, zweitens, geht es darum das JETZT zu verstehen, die Gesellschaft von heute zu verstehen.  Mein Tipp, sich auf YouTube ein paar Videos von Kevin Roberts anzuschauen

 

Mehr über Mamquam

http://mamquam.com/

https://www.facebook.com/mamquam/

https://www.instagram.com/mamquamstudio/

B2B-Marketing: Herausforderung Nachhaltigkeit

Die Potenziale, die sich aus der Übernahme von Nachhaltigkeits-Konzepten und dem Einsatz entsprechender Produkte und Prozesse ergeben, sind im B2B-Bereich nicht ansatzweise ausgeschöpft. Oft fehlt es an einer klaren Nutzendifferenzierung des Angebots – und einer einfachen Demonstration und Kontrollmöglichkeit des «Vorteils durch Nachhaltigkeit»

Von Prof. Dr. Stefan Gürtler und Verena Berger *. Der Artikel ist ursprünglich im Magazin Marketing und Kommunikation erschienen.

Viele Produkte und Dienstleistungen bieten dem Anwender nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische und soziale Vorteile. In der Realität zögern ihre Anbieter jedoch noch, sie über das Label «Nachhaltigkeit» zu vermarkten. Zu komplex das Thema, zu diffus der Nutzen, zu weit weg von den aktuellen Kundenbedürfnissen – das sind oft genannte Gründe, die von Nachhaltigkeitsaktivitäten abhalten.

Verschiedene Untersuchungen haben auf das Problem der fehlenden «absorptiven Kapazitäten» bei Beschaffungsvorgängen in Buying Centern hingewiesen: Aus Zeit- und Ressourcengründen werden bei Beschaffungsentscheiden selten die technisch, ökonomisch oder ökologisch besten Lösungen herausgeholt. Die immer gleichen, etablierten Beschaffungsmuster hindern Unternehmen daran, Kosten-, Zeit-, Leistungs- und Innovationseffekte voll auszuschöpfen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Drei Wege zur Vereinfachung

Das Thema Nachhaltigkeit droht daran zu scheitern, dass B2B-Käufer Nutzen, Vorteile und Risiken nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen nicht einzuschätzen vermögen. Darum sollten Produktnutzen und Vorteile so einfach wie möglich gestaltet werden. Dies ist möglich, indem sie eine relevante und erkennbare Differenzierung aufweisen, die sich zudem einfach demonstrieren lässt, und wenn der Kunde selber nachprüfen kann, ob diese Differenz für ihn bei der Produktverwendung von Nutzen ist.

Nachfrager sehen die Vorteile nachhaltiger Produkte  vor allem in den Bereichen Kosten und Produktivität. Aber auch Konkurrenzvorteile nachhaltiger Produkte, die direkte betriebswirtschaftliche Effekte bewirken, sind besonders attrktiv (siehe Leistunseffekte, Abb.1).

Kostenreduktion ist ein Grundanliegen von Nachhaltigkeit: Maschinen mit geringerem Energieverbrauch, Prozesse mit weniger Materialverbrauch, Anlagen mit weniger Abwärme sorgen für Ressourcenschonung. Ihre «Power of Less» senkt die Kosten, erhöht die Umsatzrendite und verbessert den Return on Investment. Neben Betriebskosten können so auch Investitionskosten gesenkt werden, bspw. bei Ersatzinvestitionen in die Peripherie (Kühlung, Reinigung usw.) oder bei Investitionen zur Vermeidung von Lenkungsabgaben wie z.B. CO2-Zertifikate oder sog. «White Certificates» als Nachweis für getätigte Energieeffizienzmassnahmen.

Abb. 1: Vorteile nachhaltiger Produkte nach dem TCW-Ansatz

 

Die 30%-Regel

Etwas einfacher als die Frage der Relevanz von Kosten- und Produktivität im Zusammenhang mit der Differenzierung ist die Frage der Erkennbarkeit. Es scheint sich – als ungeschriebene Konvention – bei Industrieunternehmen eingebürgert zu haben, dass die relevanten Effekte eine Reduktion (Kosten- und Zeiteffekte) bzw. Verbesserung (Leistungs- und Innovationseffekte) von 20% bis 30% aufweisen müssen. Beispielsweise versprechen Produkte von  Mitsubishi Electric gegenüber Konkurrenzprodukten 20% weniger Energieverlust (Antriebe), 30% weniger Stromverbrauch (Rolltreppen) und 30% kürzere Prozesszeiten (Funkenerosions-Drahtschneidemaschinen).

Auch Nachhaltigkeits-Finanzierer, z.B. die L-Bank in Deutschland, haben sich diese «Erkennbarkeit» zu eigen gemacht und gewähren vorteilhafte Investitionskredite, wenn Ersatzinvestitionen einen um 20% geringeren Energiebedarf gegenüber der Altanlage aufweisen. Nach Auskunft von Maschinenherstellern sind solche Kredite der wichtigste Kaufgrund für nachhaltige Produkte. Sie könnten ähnliche Wirkungen entfalten wie das Moorsche Gesetz in der Chipindustrie und würden Hersteller damit unter entsprechenden Entwicklungsdruck setzen.

Kontrollmöglichkeiten

Der Anbieter muss, ob für einen Kreditantrag oder die allgemeine Übersetzungsarbeit im Buying-Center, die Kosten- und Leistungseffekte seiner Lösung anschaulich demonstrieren können. Zum Prinzip der Einfachheit gehört aber auch, dass der Nachfrager auf einfache Weise nachprüfen kann, mit welchen Nutzeneffekten des Produktes er rechnen kann. Dazu kann der Anbieter dem Kunden Tools zur Verfügung, die

  • dem Maschinenoperateur bei der effizienten Steuerung seiner Maschine helfen (z.B. Displays, die über den aktuellen Energieverbrauch informieren),
  • den Produktions- oder Anlagenverantwortlichen bei der ressourceneffizienten Auslastung der Produktion unterstützen (z.B. Check-up zu Einsparpotenzialen durch nachhaltigere Anlagen oder Verfahren),
  • der Unternehmungsführung die betriebswirtschaftliche Wirkung der Nachhaltigkeit aufzeigen (z.B. Übersicht über globale Regulierungstrends bezüglich Energieeffizienz).

Diese zusätzlichen Tools bzw. Dienstleistungen sind wichtig, um das Thema Nachhaltigkeit vorwärts zu treiben, da die Anbieter so noch spezifischer auf Kundenbedürfnisse eingehen können, und sie helfen, die Komplexität des Themas Nachaltigkeit für die Kunden zu reduzieren.

Die Weiterbildung CAS Sustainability Marketing setzt sich mit strategischen Fragestellungen und entsprechenden Marketing-Tools auseinander. Teilnehmende lernen, wie sie in Business-to-Business-Märkten erfolgreich nachhaltig wirtschaften und Güter und Dienstleistungen als Differenzierungs- und Wettbewerbsfaktor einsetzen können. Darüber hinaus lernen sie Marketing-Tools kennen, die sie darin unterstützen, Marketingmassnahmen umzusetzen und zu kontrollieren. Der Kurs ist in seiner Art einzigartig in der Schweiz und schliesst eine Lücke in der Weiterbildung für Marketingfachleute.

SPATZ – das Zelt das atmet!

Die Marke SPATZ war im letzten halben Jahr immer wieder Thema bei uns Studierenden des konsekutiven Marketing Masterstudiengangs der ZHAW School of Management and Law. Zehn Projektgruppen erhielten den Auftrag die Marke SPATZ durch eine identitätsorientierte Markenstrategie zu revitalisieren, da sie ungerechtfertigter Weise etwas in Vergessenheit geraten ist.

Das Unternehmen bietet alles, was man für ein hochwertiges Campingerlebnis braucht. Bekannt ist die Traditionsfirma vor allem für ihre handgefertigten Baumwollzelte. Einzelne Zelte werden sogar noch beinahe nach den originalen Schnittmustern von den Anfängen der über 78-jährigen Firmengeschichte gefertigt.

Der Schweizer Zeltbauer steht nach eigenem Versprechen für hohe Qualität und Nachhaltigkeit. Gerade bei der Verwendung eines Rohstoffs wie Baumwolle, ist damit die Betrachtung der Wertschöpfungskette wichtig. Bei der Firma SPATZ werden alle verwendeten Materialen von Schweizer Firmen in der Schweiz bezogen. Die Baumwolle stammt von der Jenny Fabrics AG in Niederurnen, eine der wenigen noch existierenden Webereien in der Schweiz. Die Produkte der Jenny Fabrics AG sind mehrfach ökologisch zertifiziert und auf Schadstoffe geprüft. Sie gehört zu den weltweit ersten Firmen, die eine Zertifizierung nach OEKO-TEX STANDARD 1000 erhielten. Dies ist ein Zertifizierungssystem für umweltfreundliche Betriebsstätten in der Textilindustrie. Zu den Prüfkriterien zählen u.a. die Einhaltung von Vorgaben bezüglich Abluftemissionen und Abfallbewirtschaftung, Einsatz umweltverträglicher Technologien, optimierter Ressourceneinsatz und die Erfüllung sozialer Kriterien wie beispielsweise das Verbot von Kinderarbeit oder die Einhaltung leistungsgerechter Entlohnung. Mittels laufender Auditierung vor Ort, werden die Anforderungen immer wieder überprüft. Auch im weiteren Produktionsschritt, der Textilveredlung, wird auf ökologisch verträgliche Färbung und Veredelung geachtet. Die Produkte werden mit sorgfältiger Handarbeit am Produktionsstandort in Zürich gefertigt.

SPATZ folgt dem Leitsatz „Qualität vor Quantität“. Mit diesem Gedanken setzt das Unternehmen mit Robustheit, Langlebigkeit sowie Garantie- und Reparaturleistungen ihrer Produkte auf eine Gegenbewegung zum Trend der Wegwerfgesellschaft. Nachhaltigkeit im Sinne von Qualität und Langlebigkeit, sowie sozial und ökologische Verantwortungsübernahme über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg sind, nach Aussagen von Geschäftsführer Marc Jansen, von unschätzbarem Wert. Produkte müssen den Konsumenten einen langfristigen Nutzen bieten und einen realen Gegenwert, zu einem angemessenen Preis, liefern. Angefangen bei der nachhaltigen Produktion mit hochwertigen Halbfabrikaten aus der Schweiz, über das familiäre und authentische Unternehmensklima, das durch die Mitarbeiter auch nach aussen dringt, bis hin zur einzigartigen Qualität durch Handarbeit, ist SPATZ die erste Anlaufstelle für Naturfreunde, die ein exklusives Outdoor-Erlebnis unter vollster ökologischer Besinnung suchen.

Das Unternehmen ist ein Beispiel dafür, dass verantwortliches Handeln entlang der Wertschöpfungskette möglich ist und versucht werden sollte.

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