Hypo60+ – Damit das Eigenheim im Alter nicht zur Hypothek wird

Von Corinne Wüthrich

Vor rund dreissig Jahren hat sich Familie Meier den Wunsch vom Eigenheim erfüllt und damit die grösste Investition ihres Lebens getätigt. Mittlerweile haben die Kinder das Nest verlassen. Trotzdem möchten Elisabeth und Peter Meier auch nach der Pensionierung in ihrem geliebten Haus im Grünen wohnen bleiben. Doch ihre Bank hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass sie mit dem tieferen Renteneinkommen die Tragbarkeitsrichtlinien nicht mehr einhalten und das Haus daher verkaufen müssen. Muss sich das Ehepaar wirklich vom Eigenheim trennen? Die Ersparniskasse Schaffhausen bietet hier eine Lösung.

Daniel Burlon, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter des Bereichs Kredite und Finanzierungen bei der Ersparniskasse Schaffhausen, kennt viele Geschichten, wie diejenige des Ehepaars Meier aus seinem Geschäftsalltag. In dieser Situation eine Verkaufsempfehlung auszusprechen, widersprach seinem Verständnis einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Dies hat ihn dazu bewogen, eine massgeschneiderte Lösung zu suchen: Die Hypo60+.

Daniel Burlon, Leiter des Bereichs Kredite und Finanzierungen bei der Ersparniskasse Schaffhausen © bbf.ch / Ersparniskasse Schaffhausen AG

Daniel Burlon, bei Familie Meier ist die Tragbarkeit nicht mehr gegeben. Was ist die Tragbarkeit genau?

Gemäss der Tragbarkeitsregel dürfen sämtliche Kosten für den Unterhalt der Immobilie maximal ein Drittel des jährlichen Bruttoeinkommens betragen. Da sich der Hypothekar-Zinssatz im Laufe der Jahre verändern kann, rechnet die Bank mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 4.5 bis 5 Prozent. Im Fall der Familie Meier könnte dies vor der Pensionierung wie folgt aussehen:

Setzt man nun die Kosten ins Verhältnis zum jährlichen Bruttoeinkommen von CHF 120’000 erhält man die Tragbarkeit von 29 Prozent. Da dieser Wert unter 33 Prozent liegt, ist die Tragbarkeit gegeben.

Weshalb wird die Tragbarkeit nach der Pensionierung zum Problem?

Durch die Pensionierung verschlechtert sich die Einkommenssituation der meisten Personen in der Schweiz. Gemäss der vom Bundesamt für Wohnungswesen in Auftrag gegebenen und von der ZHAW in Partnerschaft mit dem Hauseigentümerverband Schweiz im April 2019 erschienenen Studie «Nachhaltige Sicherung des Wohnraums im Alter» verringerte sich das monatliche Einkommen von Paarhaushalten im Durchschnitt um 38 Prozent. Beziehen wir dies auf das Ehepaar Meier, so sinkt deren jährliches Einkommen auf CHF 74’400. Die Tragbarkeit liegt neu bei 47 Prozent und somit weit über 33 Prozent.

Wie kann die Hypo60+ dem Ehepaar Meier helfen?

Das Eigenheim der Familie Meier ist mit 50 Prozent belehnt. Mit der Hypo60+ kann die Hypothek bis auf maximal 66 Prozent aufgestockt werden. Sie wird als Festhypothek abgeschlossen, wobei die Kunden die Laufzeit zwischen 5 und 10 Jahren frei wählen können. Bereits beim Abschluss ist also klar, welchen Betrag das Ehepaar für die Zinsen während der gesamten Laufzeit bezahlt. Dieser Betrag wird von der Aufstockung der Hypothek direkt auf ein gesperrtes und der Bank verpfändetes Konto eingezahlt. Das Haus bezahlt also seine Zinsen selbst. Und in der Kostenberechnung entfällt der grösste Posten, denn die Hypothekarzinsen müssen nicht mehr berücksichtigt werden:

Auch mit dem tieferen Einkommen von CHF 74’400 kann die Tragbarkeitsregel mit 13 Prozent eingehalten werden.

Wird der gesamte Betrag der Hypothekarerhöhung auf das gesperrte Konto überwiesen?

Falls die Kunden die Hypothek nur für die Begleichung der Hypothekarzinsen erhöhen, ja. Ansonsten stellen wir lediglich den Betrag für die effektiven Zinsen sicher. Bei Familie Meier betragen die Zinskosten für 10 Jahre CHF 100’000. Ihnen bleiben also CHF 60’000, die sie nach eigenem Gutdünken ausgeben können, beispielsweise für die Renovation des Eigenheims, die laufenden Lebenskosten oder eine Reise.

Dank Hypo60+ können Pensionierte weiterhin mit den Enkeln den eigenen Garten geniessen. © bbf.ch / Ersparniskasse Schaffhausen AG

Das klingt nach einem einmaligen Angebot. Wie gross ist das Interesse?

Die Hypo60+ wurde 2017 lanciert und ist in der Region nach wie vor einmalig. Das Interesse ist seit der Einführung sehr gross. Insbesondere die Medienresonanz hat uns überrascht. Die Hypo60+ wurde sogar im Geldblog des Tages-Anzeigers positiv erwähnt. Infolge dieses Artikels wurden Auslandschweizer auf unser Angebot aufmerksam und kontaktierten uns. Dank der Hypo60+ kann der dritte Lebensabschnitt ohne finanzielle Sorgen genossen werden.

Screenshot der Webseite über die Hypo60+ der Ersparniskasse Schaffhausen

Mehr Informationen unter: https://www.ersparniskasse.ch/hypo60/

Über die Autorin

Fronwagplatz 4 8200 Schaffhausen +41 52 624 80 92 www.bbf.ch

Corinne Wüthrich ist Assistentin der Geschäftsleitung bei der Ersparniskasse Schaffhausen AG und betreut dort den Bereich Marketing und Kommunikation. Neben der beruflichen Tätigkeit absolviert sie zurzeit bei der ZHAW den CAS Marketing- & Corporate Communications.

Online Bergtouren – Höhenfieber in den Schweizer Alpen

Von Leonie Koller

Ausbrechen aus dem Alltag – die Komfortzone verlassen. Dem Bedürfnis vieler Sportbegeisterten Menschen an die Grenzen zu stossen und darüber hinaus zu wachsen, geht Höhenfieber nach und bietet Touren für jedes Technik- und Konditionslevel an. Doch was tun, wenn die Corona-Krise einen zwingt, daheim zu bleiben?

Leonie Koller mit Gruppe, Aletschgletscher 2019, Höhenfieber-Tour

Virtuell über den Gletscher

Höhenfieber, die Berg- und Kletterschule mit Sitz in Root LU, stellt eine findige Lösung für alle daheimgeblieben bereit. Virtuelle Bergtouren. So können nicht nur geübte Berggänger, sondern auch die die es noch werden wollen über den Gletscher wandern oder eine Höhentour machen. Ohne, dass der Bergführer die Sportlichkeit prüft. Auch ganz ohne Seil und Steigeisen. Bequem vom Sofa – eine Massnahme, die so manches Herz höher schlagen lässt und Gästen die Zeit während dem Lockdown etwas kurzweiliger macht.

Für jedes Level

Ist man nicht auf einer virtuellen Bergtour, bietet Höhenfieber für jedes Technik- und Konditionslevel angepasste Touren an. Meldet sich ein Teilnehmer auf eine Tour an, wird kritisch geprüft ob er den Anforderungen gewachsen ist. Die Gäste müssen bei ihrer Anmeldung angeben, wie sie ihre Erfahrung einschätzen. Fabian Bietenhader Bergführer bei Berg+Tal und Höhenfieber und zuständig für das Tourencoaching und den Sicherheitsprozess auf den Touren: «Für uns als Bergsportanbieter hat Sicherheit oberste Priorität. Bei Touren ab der Stufe 2 (sportlich) müssen zusätzlich Referenztouren angegeben werden. Diese Referenzen werden von einem Bergführer beurteilt ob diese ausreichen für eine Teilnahme. Im Zweifelsfall kontaktiert der Bergführer den Teilnehmer telefonisch und klärt die Erfahrung detailliert ab.»

Beispiel der Technik und Konditionsstufe für eine Skitour © Höhenfieber

In die Schule beim Schweizer Bergführerverband

Das Risikosportartengesetzt gibt Aufschluss darüber, welche Ausbildung für welche Tour erforderlich ist. Die Höhenfieber Touren bewegen sich zu 90% im Bereich der Bergführern mit Fachausweis vorbehalten ist. Die Ausbildung dafür dauert mindestens drei Jahre und wird vom Schweizer Bergführerverband organisiert. Nach dieser Ausbildung sind Bergführer dazu verpflichtet regelmässig Weiterbildungen zu absolvieren. Für gewisse Schneeschuhtouren sind auch Wanderleiter mit Fachausweis berechtigt. Bei den Kletterkursen im Klettergarten kommen zudem einige Kletterlehrer mit Fachausweis zum Einsatz.

Safety first – ohne Kommunikation geht nichts

Höhenfieber verfolgt einen aufwändigen Tourencoaching Prozess. Bereits in der Ausschreibung auf https://www.hoehenfieber.ch/ müssen die Touren inhaltlich und von den technischen und konditionellen Anforderungen her korrekt beschrieben werden. Jeder Teilnehmer soll anhand dieser Beschreibung und seinem eigenen technischen und konditionellen Level die für ihn passende Tour finden. Bei jeder Tour wird das Teilnehmermaximum der Schwierigkeit der Tour angepasst. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ausrüstungsliste. Diese muss für jede Tour individuell, korrekt und vollständig sein. Die Ausrüstung wird bei Bedarf für jede Tour von Höhenfieber bereitgestellt.

Wenige Tage vor der Tour beginnt dann der eigentliche Prozess des Tourencoachings. Tourencoach und Bergführer prüfen selbstständig die Verhältnisse und den Wetterbericht. Anschliessend tauschen sie sich über die Erkenntnisse aus und treffen gemeinsam den Durchführungsentscheid. Der ganze Prozess wird dokumentiert. Passen Wetter und Verhältnisse nicht für die geplante Tour, versuchen sie wenn immer möglich eine gemeinsame Alternative auszuarbeiten. Nach der Tour meldet sich der Bergführer im Büro zurück und gibt Rückmeldung zur Tour. Dieses Feedback fliesst wiederum in die Ausschreibung der Touren ein und die Meldungen zu aktuellen Verhältnissen werden dem nächsten Bergführer weitergeleitet.

«Auf der Tour selbst hat der Bergführer die komplette Entscheidungskompetenz. Er überprüft laufend die Verhältnisse und entscheidet vor Ort. Die Bergführer sind auch dazu befugt, Teilnehmer von der Tour auszuschliessen, falls diese den Anforderungen nicht gewachsen sind und dadurch die Sicherheit der Gruppe gefährdet wäre.» Dieser Fall tritt aber äusserst selten auf, dank dem vorher genannten Prozess bei der Ausschreibung und Buchung, so Fabian Bietenhader weiter.

Nun bleibt zu hoffen, dass Corona den Weg in die Berge schnell wieder freigibt, und wir statt virtuell wieder tatsächlich die Schweizer Berge geniessen können.

Aletschgletscher 2019, Höhenfieber-Tour © Leonie Koller

Weitere Informationen:

https://www.hoehenfieber.ch

https://sbv-asgm.ch/#ausbildungen

https://www.hoehenfieber.ch/Online-Bergtouren

Über die Autorin

Leonie Koller arbeitet als Communication Specialist bei SIX. Aktuell absolviert sie den CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW. In ihrer Freizeit ist sie meistens auf dem Mountainbike, in den Bergen, auf dem Gletscher oder sonst in der Natur anzutreffen.

Prävention durch Kommunikation

Von Janine Diem

«Vorsicht ist besser als Nachsicht.» Ob Gesundheit, Sicherheit oder Wohlbefinden, das Sprichwort lässt sich auf viele Lebensbereiche anwenden. Entsprechend gibt es auch zahlreiche Situationen, in denen erfolgreich kommunizierte und umgesetzte Präventionsmassnahmen einen Unterschied machen. Welche kommunikativen Möglichkeiten gibt es dafür und was ist weiter hilfreich, um die Zielgruppe für wichtige Themen zu sensibilisieren?

Gesundheit, Sicherheit, Wohlbefinden. Je nach Thema, für das eine Sensibilisierung stattfinden soll, sind das Kommunikationsobjekt, die Zielgruppen und die Botschaft naheliegend. Neben dieser Frage, wer wem gegenüber was kommuniziert, sind auch die Kommunikationsmassnahmen und das Kommunikationstiming zentrale Elemente einer Kommunikationsstrategie. Das richtige Timing trägt wesentlich dazu bei, den Sinn hinter den Präventionsmassnahmen zu vermitteln und dadurch Akzeptanz zu verschaffen. Diese Akzeptanz der Zielgruppe wiederum ist eine Voraussetzung, damit Präventionsmassnahmen umgesetzt werden.

Sicherheit im Strassenverkehr als Anliegen

Neben dem richtigen Timing ist auch die Wahl der eingesetzten Kommunikationsmassnahmen und -mittel relevant. Dies zeigen Beispiele der AXA Versicherungen, die sich als grösster Schweizer Motorfahrzeugversicherer für mehr Sicherheit im Strassenverkehr einsetzt und Präventionsmassnahmen gegenüber der Bevölkerung kommuniziert.

Dem Sensibilisierungsthema ein Gesicht geben

Seit 1973 setzt sich die AXA mit der Stiftung für Prävention dafür ein, dass der Strassenverkehr sicherer wird. Die Figur «Max der Dachs» steht bildlich für dieses Sensibilisierungsthema. Während Max das richtige Verhalten zeigt und Hintergrundwissen vermittelt, geben ihm das rote Halstuch und der Bündnerdialekt den nötigen Wiedererkennungswert. Ein Beispiel für Timing und Kommunikationsmittel: In einer Lern-App unterstützt Max der Dachs Kinder dabei, das richtige Verhalten auf dem Schulweg zu erlernen. Die App wurde rechtzeitig zum Schulanfang in der Schweiz lanciert.

Max der Dachs gibt Tipps und Tricks für mehr Sicherheit im Strassenverkehr. © AXA Stiftung für Prävention

Das Sensibilisierungsthema erlebbar machen

Die Unfallforschung der AXA analysiert zahlreiche Unfälle im Strassenverkehr und führt jährlich eigene Crashtests durch. Eine Auffahrkollision in einer Stausituation mit einer Geschwindigkeit mit 60 km/h kann verheerende Folgen haben. Um dies aufzuzeigen, stattete die AXA beim Crashtest ein Fahrzeug mit einer 360-Grad-Kamera aus. Das Video macht die Kollision aus unterschiedlichen Perspektiven erlebbar. Mit Geräten wie Desktop-Computer, Smartphone oder Virtual Reality-Brille lässt sich die Auffahrkollision durch klicken, bewegen und drehen aus sämtlichen Blinkwinkeln betrachten. Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention der AXA, erklärt in der Medienmitteilung zum Video: «Dank Virtual Reality fühlt sich der Zuschauer in die Situation hineinversetzt – er erlebt den Unfall sozusagen mit. Ein zentraler Faktor in der Präventionsarbeit, wie unsere Erfahrungen zeigen». Betreffend Timing: Einmal im Jahr finden Crashtests der AXA vor Publikum statt. Bei dieser Gelegenheit hatte das Publikum neben dem Crashgelände die Möglichkeit, den soeben gesehenen Crash zusätzlich im 360-Grad-Video mit einer Virtual Reality Brille zu erleben.

Durch das Sensibilisierungsthema Mehrwert schaffen

Den Sinn einer Massnahme zu verstehen fällt leichter, wenn Vorteile für die eigene Situation erkennbar sind. Die AXA verknüpft die Kommunikation von Präventionsmassnahmen mit Mehrwert für die einzelne Person. So finden sich auf dem Blog der AXA unterschiedliche Checklisten und Tipps, wie beispielsweise im Beitrag zum sicheren Beladen des Autos vor einer Reise. Der Blogbeitrag informiert neben der Verwendung von richtigen Sicherungsmaterialien auch über rechtliche Gegebenheiten beim Transport von Sperrgut wie zum Beispiel ein Kajak. Bezüglich Timing: Der Blogbeitrag wurde während der Feriensaison publiziert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass neben dem richtigen Timing und der Wahl des Kommunikationsmittels ein Botschafter / eine Botschafterin für das Thema, Anschaulichkeit und individueller Mehrwert zur erfolgreichen Kommunikation von Präventionsmassnahmen beitragen können.

Über die Autorin

Janine Diem arbeitet bei der AXA im Angebots- und Trendmanagement. In dieser Tätigkeit entwickelt sie Produkte und Services rund um Sachversicherungen. Nach dem Betriebsökonomie-Studium absolviert sie derzeit den CAS Marketing- und Corporate Communications an der ZHAW School of Management and Law.

Mut zur humorvollen Kommunikation

Von Selina Beyeler

Wenn wir lachen, löst das ein Glücksgefühl in uns aus. Es macht uns zufrieden, was sich wiederum positiv auf unsere Produktivität auswirkt. Und dass Lachen gut für die Gesundheit ist, wissen wir alle auch nicht erst seit der legendären Ansprache von Bundesrat Johann Schneider-Ammann zum Tag der Kranken. Das Plädoyer lautet also: mehr Humor in der Kommunikation.

Bei Humor in der Unternehmenskommunikation hört der Spass oft auf. Zu gross ist die Angst der Chefetage, sie könnten von den Angestellten, der Kundschaft oder weiteren Stakeholdern nicht mehr ernst genommen werden. Natürlich ist das auch der Fall, «wenn der Chef oder die Chefin einfach den ganzen Tag mit der roten Clown-Nase im Gesicht rumläuft», sagt Marco Thomann, Humor-Experte. Wenn die Führungskraft den Humor jedoch ganz natürlich einbringt und sich getraut, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, gehen ihr weder der Respekt noch die Glaubwürdigkeit gegenüber ihren Stakeholdern verloren, im Gegenteil: Sie kann sie stattdessen für sich gewinnen.

«Ich will den Leuten ein gutes Gefühl geben»

Marco Thomann ist Radio-Journalist, Medien-Coach und schreibt Gags für verschiedene Comedians, darunter auch für das Cabaret-Duo Divertimento. Für diesen Beitrag hat er diverse Fragen beantwortet und kommt hier als Experte zu Wort. Thomann hat die Grundhaltung, dass er das Leben nicht allzu ernst nimmt. Beim Moderieren lässt er dieses Lebensmotto gern einfliessen, erzählt von lustigen Alltagssituationen und hat dabei nur ein Ziel: «Was ich erreichen will, ist, den Leuten mindestens ein Schmunzeln abzugewinnen und ihnen am Ende des Beitrags ein gutes Gefühl zu geben.» Es sei wichtig, dass der Humor in keinem Fall aufgesetzt sei – ob bei ihm in einer Moderation oder auch bei einer Führungskraft. «Man kann nicht meinen, in einem «Bünzli-Betrieb» plötzlich Comedy machen zu müssen, nur weil das grad momentan hip ist und gut ankommt. Es muss in der Natur des Unternehmens oder der Führungsperson sein. Alles, was aufgesetzt ist, kommt nicht gut an. Humor muss ehrlich und echt sein.»

Humor ist wichtig in der Unternehmenskommunikation (Bild: Pixabay)

Infotainment – auch in der Krise

Die School of Management and Law der ZHAW hat sich die humorvolle Kommunikation in ihrem Imagefilm zu eigen gemacht. Das war aber auch nur deshalb möglich, weil der Rektor der Schule dazu bereit war, Humor einfliessen zu lassen. Marco Thomann befindet das Video als grossartig – es sei genau so, wie es eben sein müsse: Man nimmt sich selbst nicht so ernst und gestaltet etwas Langweiliges (das Aufzählen, was die Schule alles bietet) unterhaltsam mit etwas Humor. «Das Einzige, was mich stört, ist, dass die Aludose in den normalen Abfall geworfen wird.» Gerade in der aktuellen Zeit, in der das Coronavirus grassiert, zeigt sich, dass man ernsthafte Kommunikation – ja sogar Krisenkommunikation – mit Humor anreichern kann. So betreiben zum Beispiel das Newsportal Watson sowie Radio Energy auf Instagram sehr gutes Infotainment. Sprich Content, der sowohl informiert als auch unterhaltet. Ein sehr gutes Beispiel in Sachen Infotainment ist ein Video von zwei Comedians, von denen der eine neben Comedian auch Radio-Moderator und der andere Arzt ist:

https://www.youtube.com/watch?v=WwfvX3w0W1s&fbclid=IwAR3xLoSTdHgySEjJlnM_r1QHh6VCnk1a0Ii4F8fC0KenXMgnEUQapvG1ego
Das BAG teilt das Video von Stefan Büsser und applaudiert ihm dafür (Screenshot Twitter Account BAG).

Obwohl die Situation alles andere als lustig ist, schaffen es die beiden Comedians, das Thema unterhaltsam und informativ zugleich ans Publikum weiterzugeben, da sie es mit Witz und Humor untermalen. Wir können uns danach an das Video und gewisse Inhalte darin erinnern – bestimmt nicht nur an die lustigen. Dass ein solches Video sehr viel Feingefühl, Überlegungen zur Wortwahl und worüber man genau einen Witz und Vergleiche machen will, voraussetzt, ist unumstritten. Und natürlich gibt es auch hier Leute, die das überhaupt nicht lustig finden und für total unangebracht halten. Wer jedoch denkt, dass in der Krise Humor nicht angebracht ist, ist definitiv auf dem falschen Pfad.

Mutig den Grat bewandern

Humorvolle Kommunikation oder Humor generell ist immer eine Gratwanderung. Denn Humor ist eine Geschmackssache und es gibt sehr viele Unterschiede: von trockenem über schwarzem bis zu einfachem Humor und der dazu gegensätzlichen Ironie. Man kann es bekanntlich nie allen recht machen. Doch, um hier nochmals den Grundsatz von Marco Thomann zu nennen: Wenn die Zielgruppe nur schon schmunzelt, hat sich der Beitrag bereits gelohnt. Zu beachten dabei ist, dass die humorvolle Kommunikation zu den Personen, die kommunizieren, passen muss. Humor sei zwar lernbar, da es ein Handwerk ist, sagt Thomann. Doch bei Humor stehe Natürlichkeit und Ehrlichkeit pur an erster Stelle und wenn das nicht der Fall ist, sprich nur aufgesetzt ist, dann kippt das Ganze ins Lächerliche und kommt dementsprechend nicht oder falsch an. Warum also nicht dem Chef oder der Chefin, der oder die nun einmal von sich aus nicht sehr humorvoll ist, eine Moderatorin oder einen Moderator zur Seite stellen, die oder der humorvoll ist und das gut rüberbringen kann und so die Infos der Vorgesetzten mit Witz und Charme umrahmt? Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Das Setting ist entscheidend

Humorvolle Kommunikation ist immer auch eine mutige Kommunikation: «Besonders dort, wo eine souveräne und seriöse Kommunikation gefragt ist, soll diese natürlich auch gegeben werden. Das Setting muss einfach stimmen. Wir wollen einen Banker, geschweige denn den Pfarrer nicht in Badehosen sehen. Und doch: Gerade am Beispiel von diversen Polizeistationen, die humorvoll auf Twitter kommunizieren, sieht man, dass es eben auch grad in solchen Situationen geht. Obwohl von der Polizei eine seriöse Kommunikation erwartet wird, hat sie gemerkt, dass ihre humorvollen Tweets mehr Retweets generieren und sie so ein grösseres Publikum erreichen», fügt Marco Thomann an. Natürlich müsse auch dies jeder Situation angepasst werden und der Feuerwehrkommandant könne auch weiterhin nicht in seinen Freizeitklamotten ein Statement zum letzten Brand geben. Das müsse er weiterhin in Uniform machen, ansonsten würden sich die Leute wohl fragen, was denn das für ein «Lotteri-Betrieb» sei.

Happiness in Wirtschaft und Wissenschaft

Humor und Glücklichsein ist längst nicht mehr nur ein Freizeit-Thema. Die Wissenschaft forscht schon lange daran, was «Happiness» für einen Impact auf uns Menschen hat. Ergebnisse wie eine Produktivitätssteigerung in einem «happy» Umfeld haben auch Anklang bei der Wirtschaft gefunden. So gewinnt die positive Psychologie immer mehr an Wichtigkeit und das Thema «Happiness» wird uns wohl in Zukunft auch am Arbeitsplatz noch öfter über den Weg laufen. Auch an der School of Management and Law der ZHAW beschäftigen sich verschiedenste Personen mit diesem Thema. Fünf von ihnen haben sich im folgenden Beitrag dazu geäussert: 59 Sekunden Happiness.

Lächeln habe die Macht, eine schwierige Situation zu entschärfen, ist Marco Thomann der Meinung. Lächeln entspannt uns. Lächeln gibt uns ein gutes Gefühl. Also lasst uns mit unserer Kommunikation die Leute vermehrt zum Lächeln animieren – in jeder Situation.

Zum Experten:

Marco Thomann kommt aus Luzern, ist Radio-Journalist bei SRF 3 und SRF 1, schreibt als Comedy-Autor für diverse Comedians, hauptsächlich fürs Cabaret-Duo Divertimento und coacht Medienschaffende. Dazu ist er noch Mitinhaber der Maskenmanufaktur Luzern und – wie könnte es anders sein – leidenschaftlicher Fasnächtler.

Über die Autorin

Als Online Managerin an der School of Management and Law der ZHAW arbeitet Selina Beyeler am Puls der Kommunikation – hauptsächlich online, auch mal offline, per Text, Video und Foto. Momentan besucht sie den CAS Marketing- und Corporate Communications, um die Kommunikation auch noch aus Sicht des Marketings kennenzulernen.

Heute kochen wir mit CO2

Von Carmen Murer

Aus Luft und Sonnenlicht Treibstoffe herstellen. Das klingt nach Zauberei oder der wilden Fantasie eines Science-Fiction-Liebhabers. Seit Juni 2019 ist diese Technologie eine bewiesene Tatsache. Eine wissenschaftliche Sensation, die grosse Hoffnungen auf eine nachhaltigere Zukunft weckt. Aber wie erklärt man diese hochkomplexen Prozesse der Öffentlichkeit?

Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können. Mitten in der Klimadebatte gelang ETH-Forschenden der grosse Durchbruch: In einer solaren Mini-Raffinerie auf dem Dach der ETH Zürich demonstrierten sie, wie aus Luft und Sonnenlicht flüssige Treibstoffe hergestellt werden können. Die erzeugten Treibstoffe sind klimaneutral, da sie bei der Verbrennung nur so viel CO2 freisetzen, wie für ihre Herstellung der Umgebungsluft entzogen wurde. Zwei ETH Spin-offs bringen diese Technologie nun zur Marktreife. Climeworks spezialisiert sich auf die Abscheidung von CO2 aus der Umgebungsluft. Synhelion verarbeitet CO2 zu Treibstoffen, die mit der bereits vorhandenen Infrastruktur kompatibel sind.

Die solare Mini-Raffinerie auf dem Dach der ETH Zürich. © ETH Zürich / Alessandro Della Bella

Kommunikative Herausforderung

Was simpel klingt, ist Resultat jahrzehntelanger Forschung. Die Prozesse sind äusserst komplex und müssen noch weiterentwickelt werden, bis die Technologie marktreif ist. Daraus ergibt sich eine kommunikative Gratwanderung: Einerseits soll die Technologie so erklärt werden, dass sie verstanden und ihr Potenzial erkannt wird. Andererseits dürfen keine falschen Hoffnungen auf eine unmittelbare Lösung der CO2-Problematik geweckt werden. Zudem sollte die Kommunikation zu dieser bahnbrechenden Technologie bei den Lesern nicht nur ein Gähnen auslösen. Emotionen sind der Schlüssel zum Erfolg.

Zwei Lösungsansätze

Ein bewährtes Mittel zum Erklären technisch komplexer Prozesse sind Grafiken. Die Kombination aus Text und Bild unterstützt das Verständnis. Bei manch einem Leser wecken Grafiken voller chemischer Formeln aber ungute Erinnerungen an den Chemieunterricht – Periodensystem pauken und Protonenzahl berechnen … und die Aufmerksamkeit ist weg. Wie kann man also ein Laienpublikum für dieses Thema begeistern? Indem man mit einer Analogie einen Bezug zum Alltag herstellt. Die chemischen Prozesse sollen erlebbar gemacht und mit positiven Emotionen verknüpft werden. Eine leidenschaftliche Tätigkeit wie das Kochen eignet sich hierfür ausgezeichnet. Beim Kochen verarbeitet man genau wie in der Chemie Zutaten zu einem neuen Endprodukt, das im Ergebnis besser als die Summe aller Zutaten ist. Also ran an die Kochlöffel! Das folgende Rezept kann ab circa 2025 nicht nur auf kleiner Flamme auf dem ETH-Dach, sondern auch in der industriellen Grossküche gekocht werden.

Wasserdampf und CO2 werden zu Kerosin umgewandelt. © Pixabay

Kerosin aus Luft und Sonnenlicht

Rezept reicht für 10 Liter Kerosin oder einen Flug von Zürich nach Genf (pro Passagier).

Das brauchts:

1 Sonne

1 Parabolspiegel

1 Reaktor mit Cerdioxid-Struktur

65 kg CO2

55 kg Wasser

1 Druckreaktor mit Katalysatorbett

1 Kerosinsieb

1 Benzinsieb (nach Belieben)

Und so wird’s gemacht:

Schritt 1: Herstellung von Synthesegas

Die Sonnenstrahlen mithilfe des Parabolspiegels auf den Reaktor richten und diesen auf 1500 Grad Celsius vorheizen. Einige Minuten warten bis genügend Sauerstoff aus dem Reaktor ausgetreten ist. Anschliessend den Reaktor auf 900 Grad Celsius abkühlen lassen. CO2 und Wasser in den Reaktor geben und während circa 5 Minuten reagieren lassen. Das CO2 und das Wasser wurden nun zu Synthesegas umgewandelt.

Schritt 2: Verflüssigung des Synthesegases

Das Synthesegas in den Druckreaktor geben und durch das Katalysatorbett strömen lassen. Es entsteht eine Mischung aus verschiedenen Produkten wie Benzin, Kerosin und Wachsen.

Schritt 3: Kerosin-Extraktion

Die Masse durch das Kerosinsieb passieren und Kerosin in einem separaten Behälter auffangen.

Flugzeug tanken und abheben.

Guten Flug!

PS: Falls ein Dessert erwünscht ist, die Masse noch einmal durch ein Benzinsieb passieren. Ergibt circa 17 Liter Benzin, was gerade für den Heimweg im Auto reichen sollte.

Über die Autorin

Carmen Murer, 29, besucht aktuell den CAS Marketing- und Corporate Communications an der ZHAW. Diese Ausbildung liefert ihr wertvolle Inputs für ihre Arbeit als Head Corporate Communication bei Synhelion.

Es waren einmal eine Coop Mitarbeiterin und ein Kunde…

Der diesjährige Weihnachtsspot von Coop, eingebettet in die Dachkampagne «Ein Fest für dich und mich», erzählt eine herzerwärmende Liebesgeschichte der Coop-Mitarbeiterin Lulu und dem Kunden Louis. Vanessa Finzer, Leiterin Werbung und Kulinarik bei Coop, erzählt im Interview mehr über die Neulancierung der Weihnachtskampagne.

Was war die Idee dahinter wegzukommen vom «Wiehnachtsmomänt» hin zu «Ein Fest für dich und mich»? Weg von Freunde- und Familienzusammenkunft hin zu einer romantischen Liebesgeschichte.

Ich persönlich fände Weihnachten ohne „Tatsächlich Liebe“, „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“ und „Sissi“ nur halb so schön. Da liegt ein romantischer Weihnachtsspot dann nicht wirklich fern (lacht). Nein, nun im ernst: «Ein Fest für mich und dich» ist aus unserer Sicht der perfekte Abschluss eines Jahres im Zeichen unserer «Für mich und dich»-Dachmarkenkampagne. Liebe hat viele Facetten. Im Spot ist es in der Tat eine romantische Form. Der Spot ist aber nur ein Teil der Gesamtkampagne. Auf anderen Kanälen (z.B. Social Media und Print) interpretieren wir Liebe durchaus breiter: Da gibt es dann auch weihnachtliche Momente zwischen Familien und Freunden zu sehen. Eben „Weihnachten für mich und dich“.

Coop-Mitarbeiterin Lulu entdeckt den Kunden Louis beim Einkauf © Stories AG

Die letztjährige Kampagne war ein Hit und der Song ist zu einem richtigen Ohrwurm geworden. Wie sind die Reaktionen zur neuen Weihnachtskampagne?

Wir haben sehr viele positive Reaktionen erhalten. Intern wie auch Extern. Eine Kundin hat uns sogar eine Weihnachtskarte geschrieben (im digitalen Zeitalter nicht selbstverständlich), um sich bei uns dafür zu bedanken, dass wir einen Spot umgesetzt haben, der sie so berührt. Solche Reaktionen freuen uns natürlich sehr! 

Viele Unternehmen versuchen sich an emotionalen Weihnachtsgeschichten/kampagnen, ist es da nicht schwer, aufzufallen und Emotionen zu wecken?

Definitiv. Weihnachtskampagnen werden mittlerweile international verglichen und die Massstäbe steigen von Jahr zu Jahr. Das mindert den Druck nicht gerade und macht das Finden einzigartiger Geschichten immer schwieriger.

Das Branding ist in solchen Weihnachtskampagnen trotz allem wichtig, bei Ihnen waren nicht nur Coop, sondern auch gleich Fooby präsent. Ist dieser Spot daher auch relevant für die Fooby Strategie?

Die Integration von FOOBY in diesen Spot war kein Briefingbestandteil sondern hat sich aus der Geschichte heraus ergeben. Zum Erzählen der Geschichte benötigten wir ein Kochbuch und das dieses in einem Coop-Spot dann ein FOOBY Kochbuch sein muss, war klar für uns – FOOBY ist ja unsere Rezept- und Kulinarikplattform.

Der Kunde Louis wird per Lautsprecher von Lulu beim Einkauf unterstützt © Stories AG

Wie geht es mit der Liebesgeschichte zwischen Lulu und Louis weiter, dürfen wir uns auf eine Fortsetzung der Liebesgeschichte freuen?

Das darf ich leider nicht verraten. Es soll doch noch ein wenig magisch bleiben (insbesondere an Weihnachten).

Die Weihnachtszeit ist für viele Unternehmen nicht nur umsatzmässig, sondern auch aus Imagegründen eine wichtige Zeit. Welchen Stellenwert hat das Weihnachtsfest bei Coop in der Marketingstrategie?

Die Weihnachtsfeiertage sind für viele unserer Kunden ein sehr wichtiges Ereignis im Jahr. Da wir nahe bei den Kunden sein möchten, ist Weihnachten in der Konsequenz auch ein wichtiger Kommunikationsanlass für uns. Dazu kommt, dass Familien & Kulinarik (zwei Themen mit hoher strategischer Relevanz für uns) in dieser Zeit besonders im Fokus stehen. Gerne möchten wir mit unseren Produkten (und natürlich auch mit unserer Werbung) unseren Teil zum Zauber von Weihnachten beitragen.

Lulu und Louis treffen vor einer Coop-Filiale aufeinander © Stories AG

Vanessa Finzer, 32, ist seit zwei Jahren als Leiterin Werbung / Kulinarik bei Coop tätig. Zuvor hatte sie als Projektleiterin im Marketing u.a. den Aufbau der Kulinarikplattform FOOBY begleitet. Ihre Abteilung ist heute unter anderem für die Image- und Eigenmarkenkommunikation, Promotionen und Verkaufsförderungen, FOOBY und Social Media verantwortlich.

Agile Arbeitsmethoden bei ewz

Von Tania Kaya

ewz hat die agile Arbeitsmethodik in einem Projekt namens CUSOLL (Customer Solutions), ein Programm zur Förderung der Kundenzufriedenheit, eingeführt und umgesetzt. Drei Monate lang durfte Tania Kaya, Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Marketing Management der ZHAW, ewz-Luft schnuppern und als externe Mitarbeiterin in einem Zyklus von drei Monaten mitwirken.

ewz hat sich dazu entschieden, sich im Hinblick auf die bevorstehende Strommarktliberalisierung vor allem mit Kundenbindung und -loyalität, erzeugt durch guten Service, von der Konkurrenz abzuheben. Um dies zu erreichen, mussten verschiedene Arbeitspakete ausgearbeitet werden, an denen in den nächsten Monaten gearbeitet werden konnte. Frühzeitig musste mit der Planung des Projektes begonnen werden. Eine Roadmap diente dabei als Stützpunkt zur Visualisierung aller Punkte, die ausgearbeitet werden müssen. Zur Realisierung dieser Punkte wurde die Partnerfirma «SwissQ» mit ins Boot geholt, um ein agiles Framework auszuarbeiten, welches ihnen den Spielraum lässt, sich den Kunden- und internen Bedürfnissen stetig anzupassen.

Das Framework

Mit SwissQ wurde dann herausgearbeitet, dass auf einer Zeitachse und mit drei Monats-Inkrementen (=Meilensteine) gearbeitet werden soll. „Schlussendlich wird jetzt mit Scrum gearbeitet, dies aber sehr stark angelehnt an die Methode SAFe (Scaled Agile Framework). Einfach erklärt, laufen hier verschiedene Scrumteams parallel zueinander und dazu gibt es Koordinationsmechanismen on top, die einem sagen, wie man diese verschiedenen Scrumteams miteinander laufen lassen kann, ohne dass die Zusammenarbeit verloren geht.», so Bruno Meyer, Programmmanager bei ewz.

André Rohrbach, Leiter Business Development, meint: «Kurzgefasst haben wir uns aus allen Methoden einen bunten Blumenstrauss gemacht, so wie es für uns am besten funktioniert. Wichtig ist auch immer «inspect and adapt», was hat funktioniert und was nicht, man muss sich selbst ständig hinterfragen. Das ist ein grosser Benefit des Programmes CUSOLL, immer das was nicht funktioniert hat, wird möglichst schnell angepasst.»

CUSOLL Framework © ewz

In diesem Framework, welches die ewz für sich entworfen hat, ist eine Zeit- und Koordinationsfunktion enthalten. Zudem sieht man, dass es nach den Sprints (= ein Prozess mit dem Ziel eine definierte Lösung zu realisieren) jeweils ein Sprint Review gibt, bei welchem alle Teams zusammenkommen, um sich auszutauschen.

CUSOLL Increment Planning (CIP)

Immer am Anfang und am Ende des Increments steht das CIP (CUSOLL Increment Planning), welches aus dem SAFE übernommen wurde. Es ist ein Big Room Planning, in welchem es am Schluss des Tages darum geht, dass sich alle in einem Raum treffen und beschliessen, wie sie an die Themen rangehen wollen. Hier können sich die Teams gegenseitig austauschen. Dies ist vor allem gut, wenn es Abhängigkeiten oder Hindernisse gibt.

Nach dem CIP hat jedes Team einen Plan für die nächsten 12 Wochen. Darin enthalten sind Informationen über die weitere Zusammenarbeit, bspw. an welchen Tagen und wo zusammengearbeitet wird. Zudem gibt es am Ende des CIP-Tages eine Stakeholder-Präsentation. Hier kann man den Stakeholdern dann bereits ein Gefühl dafür geben, an was die nächsten 12 Wochen gearbeitet wird. «Diese Dimension ist fast genauso wichtig, wie die Dimension nach aussen, mit der Kommunikation nach aussen. Normalerweise macht man zuerst ein Kick-off und dann dauert es meistens sehr lange, bis wieder Visibilität entsteht. Durch die Sprint Reviews versucht man die Emergenzen zu reduzieren, es sollen alle immer zumindest ein bisschen wissen, was in welchen Projekten gerade so läuft. Wenn der Schritt vom Nullwissen zum Halbwissen passiert, dann bin ich bereits happy.», so Bruno Meyer.

Agile Arbeitsmethoden werden bei der ewz erfolgreich eingesetzt © Pixabay

Wie entscheidet man sich für die Themen, die in einem Increment bearbeitet werden sollen?

Das Programm hat verschiedene Themen im Backlog, die für sie wichtig sind. Diese werden dann dem Programmboard vorgestellt. Das Programmboard ist ein Gremium aus vier Geschäftsleitungsmitgliedern, welche bestimmen, an was gearbeitet werden soll. Wie das aber umgesetzt wird, wird individuell von den einzelnen Teams entschieden, die dann am Projekt mitarbeiten. Sie finden dann heraus, welche Lösung für die jeweilige Problemstellung die geeignetste ist.

Damit das Programmboard aber überhaupt entscheiden kann, welche Themen oder Features angegangen werden, müssen diese priorisiert werden. Dies geschieht mittels der Methode «Priority Poker». Diese Pokerkarten beginnen bei null und gehen bis 3400. Insgesamt sind es zehn Karten. Jedes Programmboard-Mitglied muss entscheiden, welches Feature sie priorisieren wollen, damit die Vision von CUSOLL erreicht werden kann.

Nach dem Planungstag mit dem Team, wenn man weiss, wie die nächsten 12 Wochen gestaltet werden, nimmt das Feature Fahrt auf. Man trifft sich eineinhalb Tage pro Woche und arbeitet miteinander anstatt wie gewohnt, wenn man sich trifft eine Sitzung abzuhalten und erst danach zu arbeiten. Da alle am gleichen Ort arbeiten, kann spontan entschieden werden, was gemacht wird und wer für was die Verantwortung übernimmt. So lernen die Mitarbeitenden proaktiv mitzuwirken und nicht zu warten, bis jemand kommt und ihnen sagt, was sie als nächstes tun sollen.

Sprint Reviews

Alle vier Wochen findet ein Sprint Review statt. Dies ist für das Programm sehr wichtig, wenn nicht sogar das aller wichtigste Instrument, um zu kommunizieren. Hier wird besprochen, an was gearbeitet wird und was die Ergebnisse sind. Jedes Team hat 25 Minuten Zeit und kann sich vorstellen, was der Wert der Arbeit ist, den sie generiert haben.

Bruno Meyer: «Heute zählen nur noch die Ergebnisse, früher war es eher so, dass man Hauptsache mal daran gearbeitet hat. Daher sind für uns die Sprint Reviews am wichtigsten, wir sind da auch sehr offen, alle die wollen, dürfen sich dazusetzen und zuhören. Das letzte Sprint Review, welches in der 12. Woche stattfindet, ist kein richtiges Sprint Review mehr, sondern die Ergebnispräsentation.»

Als Fazit dieser drei Monate bei ewz zählt zum einen sicherlich der Einblick in die Energiewirtschaft und zum anderen das Erlernen agiler Arbeiten in der Praxis. Als besonders spannend werden die Sprint Reviews erachtet, da man bei allen Gruppen immer einen Überblick erhielt woran sie gerade arbeiten und somit die Möglichkeit hat Synergien zu nutzen.  

Zum Thema Agilität gibt es auch eine dezidierte Weiterbildung am Institut für Marketing Management: CAS Agile Marketingorientierung

Kontextspezifische Strategien bei mobiler Werbung

Von den ZHAW Studierenden Jérôme Bättig, Stephan Fuchs, Roman Helg und Urs Giger

Im Jahr 2017 besassen drei Milliarden Menschen Smartphones und die Tendenz ist steigend. In der neuen «Digital User Journey» bildet das mobile Endgerät den ersten und letzten Touchpoint im Tagesverlauf eines Nutzers. Die vernetzte Welt und die vernetzten Konsumenten bieten ganz neue Möglichkeiten, Produkte oder Dienstleistungen gezielt anbieten zu können.

Ein «Mobile Moment» ist eine kurze Interaktion auf einem mobilen Gerät. In diesen «Mobile Moments» weiss der Marketeer nicht genau, in welcher Situation sich der Nutzer gerade befindet. Die Zielperson kann sich gerade im Wartezimmer seines Zahnarztes, im Fitness Studio an einem Ausdauergerät oder in einem Meeting befinden. In diesen verschiedenen Situationen ist die Person unterschiedlich empfänglich für Werbung, was beim Targeting entsprechend berücksichtigt werden muss. Wenn der potenzielle Kunde sein mobiles Gerät entsperrt und Werbung erhält, wird eine personalisierte Ansprache, auf seinen derzeitigen Kontext bezogen, erwartet. Aus diesem Grund muss der Werbende den Kontext des Interessenten verstehen, wobei folgende Fragestellungen hilfreich sein können:

  • Wer ist der Empfänger?
  • Was ist die Motivation, auf dem Handy unterwegs zu sein?
  • Wo befindet sich der Empfänger und aus welchen Beweggründen?
  • Wie viel Reaktionszeit benötigt der Empfänger für die Wahrnehmung des Angebots?
  • Wie viel Zeit steht ihm im aktuellen Kontext zur Verfügung?

Kontextspezifische Werbung

Aus der Beantwortung der obenstehenden Fragen kann nun ein gezieltes Targeting aufgebaut werden. Das Ziel des Mobile Targeting ist es, die Werbung einer klar definierten Zielgruppe zukommen zu lassen und dabei den Streuverlust so gering wie möglich zu halten. Ein zugrundeliegender Nutzen ist dabei die Kosteneffizienz oder wie es Mike Walder, Managing Director und Partner bei allink, einer Online Marketing Agentur aus Zürich, beschreibt: «Targeting ist generell wichtig im Onlinemarketing. Sonst verpufft schnell viel Geld».

Es stellt sich nun die Frage, wie man diese kontextspezifische Werbung in der Praxis so einsetzen kann, dass das Budget möglichst effizient genutzt wird. Dazu meint Mike Walder: «Bei Suchnetzwerkanzeigen von Google hat man schon einen sehr guten Kontext, da der Suchbegriff oftmals eine klare Absicht beinhaltet. Mittels Targeting-Möglichkeiten auf Google und Facebook hat man die Chance einen gewissen Kontext auf Basis des Verhaltens des Users herzustellen. Zum Beispiel Personen, die bald in die Ferien gehen. Hier sind die Plattformen meiner Meinung nach noch am Anfang und ich bin gespannt wie das verbessert wird in den nächsten Jahren.»

Eine dieser, von Mike Walder angesprochenen, Verbesserungen, könnte im Real-Time Marketing ansetzen. Dabei wird versucht, die richtige Botschaft zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Konsumenten zu senden, basierend auf einem derzeitigen Ereignis. Diese Echtzeitkampagnen erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer viralen Verbreitung, wie beispielsweise die Kampagne von OREO: Als im Super Bowl 2013 am Ende der Halbzeitpause das Licht ausfiel, reagierte Nabisco, eine Tochtergesellschaft von Mondelez International, mit dem Spruch «You can still dunk in the dark» und vermittelte seine Werbebotschaft mit dem Hinweis «Power out? No problem».

Das mobile Endgerät bildet den Anfang und das Ende der «Digital User Journey» © Pixabay

Geofencing als weitere Möglichkeit

Eine weitere Umsetzungsmöglichkeit von Real-Time Marketing zeigt sich im Geofencing. Dieser Ansatz wird möglich durch die Nutzung von Geo-Daten von mobilen Geräten. Problematisch ist jedoch, dass für die Geo-Daten aufgrund von Datenschutzverordnungen das Einverständnis des Users eingeholt werden muss. Anschliessend werden bei Geofencing Informationen und Werbung auf dem Mobile angezeigt, sobald der Nutzer einer App in einem bestimmten Gebiet erkannt wird. Es wäre also möglich, die Smartphone Besitzer mithilfe einer App-Notification über aktuelle Sonderangebote zu informieren, sobald diese sich in der Nähe eines Ladengeschäfts bzw. am Point of Sale befinden. Mobile Marketing bringt den Vorteil, dass der Kunde immer und überall auf den direkten Impuls vor Ort ansprechbar ist. Mit Geofencing werden bessere «conversion rates» erwartet, da dem Nutzer eine interessens- und kontextorientiertere Werbung angeboten werden kann. Diese wird weniger als Störung, sondern eher als Mehrwert wahrgenommen. Mike Walder steht dem Geofencing jedoch kritisch gegenüber: «Wir haben das mit Chicorée versucht in der App. Technisch gibt es ein paar Hürden. Zum Beispiel erlaubt Apple auf iOS lediglich zwanzig Geofences. Bei 150 Filialen bringt das nicht viel.»

Dennoch sieht Mike Walder grundsätzlich sehr viel Potential in kontextbasierter Werbung: «Die grossen Werbeplattformen werden sicher in den nächsten Jahren immer besser darin werden, den Kontext des Users zu verstehen. Ich freue mich auf die Entwicklung der nächsten paar Jahre, wir stehen hier meiner Meinung nach noch am Anfang. Der Fortschritt wird aber dann allen Unternehmen zur Verfügung stehen.»

Es bleibt spannend, wie sich die kontextspezifischen Strategien bei mobiler Werbung in den nächsten Jahren entwickeln werden. Wie sich gezeigt hat, sind die Möglichkeiten heutzutage begrenzt. Obwohl vom technischen Standpunkt her bereits sehr viel möglich ist, setzt der Datenschutz klare Grenzen. Hinzu kommt, dass der Konsument bereits mit einer grossen Informationsflut konfrontiert wird und es immer schwieriger wird, diese zu verarbeiten. Deshalb sollte sich jedes Unternehmen im klaren sein, welche Kunden mit welcher Mitteilung angesprochen werden sollen. Schlussendlich möchte man Kunden gewinnen und behalten.

Digitale Kundenbeziehungen in der Immobilienwelt

Von Tina Zanotta

Die fortschreitende Digitalisierung prägt alle Branchen und Märkte. In den letzten Jahren beeinflusst sie auch die Immobilienbranche, welche im Vergleich zu anderen Bereichen eher spät auf den Zug der Digitalisierung aufgesprungen ist. Mit dem digitalen Wandel verändern sich nicht nur Märkte, Angebot und Nachfrage, sondern auch die Ansprüche und Bedürfnisse der Kunden sowie das Pflegen von Kundenbeziehungen. Wie reagiert Mobimo auf digitale Kundenbedürfnisse und was tut sie für ihre digitalen Kundenbeziehungen?

Aus Bereichen wie der Vermarktung und dem Verkauf von Immobilien ist der Nutzen der Digitalisierung bereits bekannt. Die Vermarktung findet seit einigen Jahren über Online Portale wie homegate oder immoscout24 statt, wo auch virtuelle Rundgänge eingesetzt werden. In anderen Bereichen des Immobilienmanagements, wie beispielsweise der Kommunikation mit bestehenden MieterInnen, steckt die Digitalisierung jedoch noch in den Kinderschuhen. Kundenbeziehungen werden nach wie vor analog oder via Telefon gepflegt – Kundenkommunikationen erfolgen per Briefpost oder via E-Mail.

Die Antwort von Mobimo lautet „Digital Customer Services“

Mobimo setzt stark auf digitale Lösungen, und das in allen Bereichen des Immobilienmanagements. Ihre neuste hauseigene Entwicklung ist das Digital Customer Services (DCS) System, welches erstmals im August 2018 für das Aeschbachquartier Aarau eingesetzt wurde.

Das DCS setzt sich aus drei miteinander verknüpften Anwendungen zusammen: Mieterportal, Arealinformationssystem und Service-Desk, wobei jede der genannten Anwendungen individuelle Informationsbedürfnisse der verschiedenen Benutzergruppen abdecken soll. Die BenutzerInnen können in drei Kategorien unterteilt werden: MieterInnen (Gewerbe und Privat), externe NutzerInnen (BesucherInnen und Umgebung), sowie Bewirtschaftung, Areal-, Site- und Facility Management (Mobimo-Mitarbeitende).

Bestandteile und Inhalte

Den externen NutzerInnen steht die Website zur Verfügung. Darauf werden Informationen zu Events und Neuigkeiten aus dem Quartier publiziert. Exklusiv für MieterInnen gibt es zusätzlich das Mieterportal. Der Zugriff erfolgt via Login auf der Website oder über die Applikation (App Store/Google Play). Auf dem Mieterportal werden für die MieterInnen spezifische Informationen wie Vertrag, Merkblätter und Anleitungen (beispielsweise für Backofen oder Geschirrspüler) aber auch Informationen zu Carsharing und Entsorgung angezeigt. Zusätzlich werden die MieterInnen mittels Push Mitteilungen (wenn gewünscht) über Neuigkeiten und Events informiert.

Startseite Mieterportal © Mobimo Management AG

Via Arealinformationssystem wird auf öffentlichen sowie semiprivaten Stelen kommuniziert: Semiprivate Stelen befinden sich in den Gebäuden (meist im Erdgeschoss neben dem Lift), während öffentliche Stelen auf dem Areal platziert sind. Diese werden für das Publizieren von nutzerrelevanten Informationen wie beispielsweise dem SBB Fahrplan, Lageplan, kommenden Events und für die Vermarktung freier Mietflächen genutzt. Auf den semiprivaten Stelen werden zusätzlich mieterspezifische Informationen (wie z.B. Meldungen zu einer Betriebsstörung) angezeigt.

Stele im öffentlichen und semiprivaten Bereich © Mobimo Management AG

Über den Service-Desk können Anliegen von MieterInnen via Webformular jederzeit kommuniziert werden. Wer den persönlichen Austausch wünscht, kann nach wie vor via Telefon mit dem Service-Desk in Kontakt treten. Die meldende Person sowie das Mietobjekt werden dabei automatisch vom System identifiziert und es wird ein Ticket erfasst. Bei beiden Kanälen kann von den MieterInnen jederzeit der Status des Tickets nachverfolgt werden.

Hauseigene Entwicklung mit vielen Vorteilen

Neben der Stärkung der digitalen Kundenkommunikation und einer massgeschneiderten Lösung waren die zeitnahe Abwicklung und automatische Triage von Kundenanfragen zur Entlastung der internen Organisation weitere Ziele der hauseigenen Entwicklung.

Für das Projektteam war es wichtig, die Anwendungen miteinander zu verknüpfen und eine vollintegrierte Lösung zu entwickeln, also ein System zu schaffen, das mit den bereits vorhandenen internen Systemen verknüpft ist und die Daten teilt, beispielsweise mit dem CRM-System (Customer Relationship Management System), auf welchem mieterbezogene Daten wie Kontaktangaben, Grundrisspläne oder Mietverträge verwaltet werden. Die Verknüpfung der Systeme ermöglicht unter anderem die Führung einer „virtuellen Mieterakte“, auf welcher alle relevanten Informationen und Interaktionen automatisch dokumentiert werden. Bei der Entwicklung spielte demnach die Erfüllung der datenschutzrechtlichen Anforderungen ebenfalls eine grosse Rolle.

Das DCS ermöglicht ausserdem eine segmentierte Informationsverteilung. Somit können Mobimo-Mitarbeitende sowohl kanal- und nutzerspezifisch als auch ortsunabhängig kommunizieren. Bei einer Integration des ganzen Portfolios wäre also eine schweizweite, zielgerichtete Kommunikation an alle Wohnungsmieter auf einem völlig neuen, einfacheren Weg möglich.

„Es werden Vorteile für extern und intern geschaffen – via unserer digitalen Kommunikationsmittel sind unsere Kunden stets „up to date“, egal, welche Information sie abrufen oder welche Anliegen sie anbringen möchten. Die ganze Betriebsorganisation ist via DCS verknüpft – Bewirtschaftung, Facility Management, Site sowie Arealmanagement können direkt und zeitnah mit unseren Kunden kommunizieren, und das von überall!“, so Manuela Stucki, Projektleiterin DCS. Gewerbemieter und externe Unternehmen können die Plattformen ausserdem für ihre eigene Werbung nutzen – Mobimo bietet auf Stelen, Website und Applikation digitale Werbeflächen für eine Monatsmiete an.

Wo geht die Reise hin?

Eine Endstation gibt es nicht, das DCS soll stetig weiterentwickelt und auf weiteren Liegenschaften und Arealen eingesetzt werden, so wie seit März 2019 im Areal Mattenhof in Kriens.

Mehr über die Mobimo und ihre Tochterfirma Mobimo FM Service.

Mehr über das Aeschbachquartier in Aarau: Facebook, Instagram, Aargauer Zeitung

Mehr über den Mattenhof in Kriens: App Store, Google Play, Luzerner Zeitung

Über die Autorin

Tina Zanotta arbeitet bei der Mobimo FM Service (einer Tochtergesellschaft von Mobimo) als Leiterin FM Planung & Projekte / Business Administration und ist stellvertretende Geschäftsführerin. Sie besucht aktuell den CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW – School of Management and Law.

Das Marketing der Zukunft braucht kollaborative CMOs

In wenigen Tagen ist es soweit und Marketinginteressierte aus diversen Branchen versammeln sich am Future of Marketing Event am 28. Oktober in Winterthur, um die neuesten Entwicklungen und Trends im Marketing zu beleuchten. Wir wollten bei Prof. Dr. Brian Rüeger und Valerio Stallone wissen, was die Teilnehmenden genau erwartet.

Was ist besonders am diesjährigen Future of Marketing Event?

Prof. Dr. Brian Rüeger: Der letztjährige Event erhielt sehr viel positives Feedback, es wird daher vieles beibehalten. Es wird auch dieses Jahr verschiedene Referenten geben, die ihr Wissen mit den Teilnehmenden teilen. Zudem werden die Teilnehmenden aufs Neue mit aktiven Workshops zu unterschiedlichen Themen wie Artificial Intelligence im Marketing, Behavioral Economics und Design Thinking herausgefordert. Es werden insgesamt fünf Workshops stattfinden. «Wie geht der Marketeer mit der Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen in der IoT-Welt um und welche Massnahmen aus der Welt der Verhaltensforschung können dabei angewendet werden? Wie bringt man damit das gesamte Unternehmen auf das nächste Level und welche Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz?» Das sind unter anderem Fragen, die uns an diesem Tag interessieren und die bestimmt heiss diskutiert werden.

Auch dieses Jahr sind spannende Keynotes und Workshops garantiert © Manuela Eberhard

Wohin geht denn das Marketing der Zukunft, braucht es den CMO überhaupt noch?

Prof. Dr. Brian Rüeger: Die digitale Transformation ist nicht mehr nur ein Trend, sie hat uns alle voll erfasst. Gerade CMOs und Führungskräfte müssen schneller auf Marktveränderungen reagieren. Sie müssen nicht nur neue Business Modelle kennen, sondern auch Lösungen entwickeln können, die schnell einsatzbereit sind. Es wird deshalb auch weiterhin Führungskräfte mit Marketingerfahrung und entsprechender Verantwortung brauchen. Es gibt natürlich generell sehr viele Trends. Wichtig ist hierbei nicht ängstlich zu reagieren, sondern genau abzuwägen, was für das eigene Unternehmen und zur Identität passen könnte. Die Veränderungen im Markt müssen schnell erkannt werden und es braucht deshalb einen höheren Adaptionsgrad im Unternehmen. Die Erhöhung der Kollaborationsfähigkeit ist aus diesem Grund charakteristisch für das zukünftige Marketing.

Prof. Dr. Brian Rüeger Leiter des Instituts für Marketing Management an der ZHAW

Auf was können sich die Teilnehmenden nun konkret freuen?

Valerio Stallone: Nebst dem fachlichen Austausch, ist sicher der persönliche Austausch zentral bei unserem Anlass. Es sind unterschiedliche Personen vor Ort, von Studierenden bis zu Führungskräften mit langjähriger Erfahrung. Unser Bestreben die Praxis mit der Wissenschaft zu vereinen, ist deshalb keine Floskel, wir wollen mit diesem Anlass tatsächlich die Gelegenheit zu einer besseren Vernetzung geben. Wir sind überzeugt, dass dieser Austausch neue Erkenntnisse bei allen Beteiligten generieren wird.

Ganz konkret stehen natürlich die Keynotes und die Workshops im Vordergrund. Wir wollten nicht die typischen bekannten Paradebeispiele präsentieren, sondern wir wollten ganz bewusst die Schweizer Realität berücksichtigen. Aus diesem Grund kommen auch die Keynotes von diversen Schweizer Unternehmen, die selber mit den aktuellen Fragestellungen konfrontiert sind. Unter den Referenten finden sich Naemi Benz (VP Operations) von Ava AG und Dominic Millioud (Geschäftsführer) von eat.ch. Ergänzt werden die Referate durch wissenschaftliche Einblicke des Teams des ZHAW Instituts für Marketing Management.

Mehr verrate ich aber nicht, am besten man kommt einfach persönlich vorbei!

Valerio Stallone vom Institut für Marketing Management ist für die Organisation des Future of Marketing Events verantwortlich

Mehr Informationen unter: https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/ueber-uns/future-of-marketing/