SDV Dialogmarketing Report 2017: Kein «Einkaufstourismus» im Dialogmarketing

Erstmals wurde in der Schweiz mehr Geld für Dialogmarketing im Internet ausgegeben als für physische Aktivitäten, zeigt die Studie des Schweizer Dialogmarketing Verbands und des ZHAW Instituts für Marketing Management. Das Dialogmarketing ist zudem auf allen Kanälen aktiv, bevorzugt aber einheimische Dienstleistungen.

Kein „Einkaufstourismus“, es wird auf einheimische Qualität gesetzt

Die Dialogmarketing-Branche steht mitten im Prozess der Digitalisierung, muss mit der anhaltenden Frankenstärke auskommen und kämpft mit dem geplanten verschärften Datenschutz. ZHAW-Forschende befragten deshalb über 200 Auftraggeber und Dienstleister zu ihren Dialogmarketing-Aktivitäten. Dialogmarketing wird als Kommunikationsform verstanden, die interaktiv, persönlich und messbar sowie auf allen Kanälen aktiv ist. Durch den Dialog mit den Kunden können gezielt auf deren Interessen zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen angeboten werden.

Das Dialogmarketing ist auf verschiedenen Kanälen präsent.

Dialogmarketing wird immer digitaler

Die diesjährige Dialogmarketing-Studie zeigt, dass die Digitale Transformation im Dialogmarketing angekommen ist. Denn erstmals haben die Ausgaben im Internet diejenigen für physische Sendungen überholt. Dieser Prozess wird sich gemäss den Studienautoren weiter fortsetzten.

Der «Einkaufstourismus» ist hingegen bei den Schweizer Unternehmen relativ wenig verbreitet und es sind auch keine Tendenzen dahin erkennbar. Es wird also auf Schweizer Dienstleistungen gesetzt. Die Auftraggeber haben auch Trends im Visier. Sie messen dem Influencer Marketing, Trigger-based Marketing oder automatisierten Bots eine hohe Bedeutung bei.

Verschiedene Trends sind relevant für die Dialogmarketing Branche

Digitalisierte Welt als Herausforderung

Der rasante Wandel bietet Herausforderungen, aber auch Chancen für diejenigen Dienstleister, die sich dem Wandel anpassen. «Die Digitalisierung hat einen Einfluss, dennoch sind zum Beispiel gedruckte Mailings immer noch sehr wichtig für die Branche und kaum wegzudenken», erläutert Studienleiter Frank Hannich von der ZHAW. Immer noch wird der weit grössere Teil des Dialogmarketings von den Unternehmen selbst umgesetzt. «Das Zusammenspiel im Dialogmarketing bleibt aber wichtig. Es braucht Spezialisten, die effiziente Kampagnen konzipieren und durchführen können. Sehr positiv ist, dass hier auf einheimische Dienstleistungen gesetzt wird», meint SDV-Präsident Milo Stössel. Dies hat auch die ZHAW-Studie bestätigt, denn die Herausforderung in einer digitalisierten Welt im Dialog mit den Kunden zu bleiben, lässt die Bedeutung von Dialogmarketingexpertise stetig steigen.

Die Digitalisierung zeigt sich auch im Dialogmarketing

Die Studie zum Download

www.zhaw.ch/imm

https://sdv-dialogmarketing.ch/

Marketing aus aller Welt: McDonald’s trifft auf Vatikan und spricht neue Zielgruppen an

Von Dr. Adrienne Suvada

Die italienische Hauptstadt Rom besticht nicht nur durch das Kolosseum oder den Trevi-Brunnen, zu Rom gehört auch der Vatikan mit dem berühmten Petersdom. Aber auch hier blüht das Marketing in Form von diversen Souvenirläden, kleinen Restaurants oder Touristenführungen. Rund um den Petersplatz gibt es mehrere Gebäude, die noch zum Vatikan gehören, aber auf italienischem Staatsgebiet liegen. In den Gebäuden gibt es Büros, Wohnungen und zum Teil auch gewerbliche Mieter. Ein ganz besonderer Mieter hat im letzten Jahr für Aufsehen gesorgt. Ganz in der Nähe des Petersplatzes, hat sich nämlich die Fastfood Kette McDonald’s eingemietet, was für einige Aufregung sorgte. Beinahe eine dogmatische Fragestellung war es, ob denn Fastfood und Vatikan überhaupt zusammenpassen würden. Schlussendlich hat sich der Fastfood Gigant durchgesetzt und die Touristen können ab sofort auch dort einkehren.

Die McDonald’s Filiale im Vatikan Gebäude, oben sieht man einen der Eingänge zum Vatikan (Bild: R. Bircher)

Neue Zielgruppen und neue Produkte

Wie so oft, hat auch diese Polemik mehr genützt, als geschadet, denn die Filiale musste so fast keine Werbung mehr machen. Sie ist strategisch sehr gut gelegen, denn fast alle Besucher oder Pilger gehen an ihr vorbei. Gerade nach grossen Anlässen, ist die schnelle und bekannte Verpflegung von vielen gut gesehen. Mittlerweile scheint auch im Vatikan etwas Ruhe eingekehrt zu sein, denn man findet unter den Gästen ab und an auch Priester und Ordensleute. McDonald’s versucht aber noch mehr neue Zielgruppen anzusprechen. Die Trends in der Ernährung haben auch hier ihre Spuren hinterlassen und so findet man seit einiger Zeit einen Gluten Free Burger. In Zusammenarbeit mit Dr. Schär, dem Spezialisten für glutenfreie Nahrungsmittel, wurde dieser Burger kreiert. Der Burger ist mit 3.00 € nicht gerade günstig, für Zöliakie Betroffene scheint er aber immerhin eine Alternative zu sein.

Der Gluten Free Burger in Zusammenarbeit mit Dr. Schär (Bild: R. Bircher)

Glutenfrei, aber nicht perfekt

Der Burger wird verpackt und tiefgekühlt angeliefert. Im Restaurant selbst wird er nur noch erhitzt und bleibt stets in der Verpackung drin, damit er nicht zufällig mit glutenhaltigen Speisen in Berührung kommt.

Vorteil sauber verpackt, Nachteil es bleibt ein Tiefkühlprodukt (Bild: R. Bircher)

Was soweit gut tönt, wird in der Realität etwas relativiert. Die ansprechenden Produktbilder, lassen einen grösseren Burger vermuten. Tatsächlich ist der Gluten Free Burger relativ klein. Ein bisschen glutenfreies Brot, Fleisch und Scheibenkäse. Der Burger ist also weder für Vegetarier, noch für Veganer etwas. Da der Käse Laktose enthält, ist er auch für Menschen mit Laktoseintoleranz keine wirkliche Alternative. Gerade der Käse ist wohl der grösste Nachteil. Er schmeckt sehr künstlich und passt eigentlich nicht zum hochwertigen Image von Dr. Schär. Insgesamt also als Produkt durchaus ausbaufähig.

Glutenfrei, dafür nur Fleisch mit Scheibenkäse (Bild: R. Bircher)

Auch wenn der Burger nicht ganz zu überzeugen vermag, McDonald’s hat mit dem Gluten Free Burger die neusten Trends aufgenommen und orientiert sich an den Bedürfnissen der Zielgruppen. Der nächste Schritt wäre wohl ein Produkt für Veganer. Was in der Feldstudie nicht analysiert werden konnte, wie sich die spezifischen vatikanischen Geschmäcker von den anderen Filialen unterscheiden…

Pizza mal anders: Dr. Oetker und die süsse Version eines Nationalsymbols

Italien und Pizza, das gehört einfach zusammen. Mittlerweile hat das Gericht die ganze Welt erobert und ist in den aussergewöhnlichsten Varianten zu finden. Da gibt es nicht nur die in Kanada erfundene Pizza Hawaii, sondern auch noch Pizza mit Pommes Frites oder ganzen Hamburgern darauf. Für Naschkatzen wurde nun eine weitere Form lanciert. Dr. Oetker hat die Pizza dolce al cioccolato in den Verkauf gebracht. Wie es dazu gekommen ist, erklärt Valery Henle, Product & Category Manager bei Dr. Oetker Schweiz

Frau Henle, als die Pizza Dolce al Cioccolato lanciert wurde, haben viele an einen Aprilscherz gedacht. Aber Dr. Oetker hat das durchaus ernst gemeint. Wie kam man auf die Idee eine süsse Pizza zu kreieren?

Grundsätzlich merken wir im Moment, dass sich die Verbraucher innovative Produkte wünschen. So haben wir beispielsweise den Pizzaburger eingeführt, der nach wie vor gut ankommt. Wir denken bei der Produktentwicklung immer in alle Richtungen und suchen ständig nach neuen, aufregenden Kreationen. Im aktuellen Fall unserer Ristorante Dolce al Cioccolato sind wir in England fündig geworden, dort bieten wir ein vergleichbares Produkt nämlich bereits erfolgreich an..

Hat Dr. Oetker im Vorfeld getestet, ob diese Pizza auch bei den Konsumenten ankommen würde und aus welchen Zutaten sie bestehen sollte?

Das Marketing und die eigene Marktforschungs-Abteilung von Dr. Oetker behalten Entwicklungen im Lebensmittel-Bereich sowie aktuelle Trends stets im Blick. Nur wenn ein Produkt erfolgsversprechend ist und vom Verbraucher für gut befunden wird, kommt es zur Marktreife und wird eingeführt. Letzteres überprüfen wir in unserer Sensorik-Abteilung, in der über 4.000 Verbraucher als Testesser registriert sind. Ihr Urteil gibt Hinweis darauf, ob die Rezeptur stimmt oder weiter optimiert werden muss.

Die süsse Pizza von Dr. Oetker – Marketing und Marktforschung spielen auch hier eine grosse Rolle © Dr. Oetker

Wie sind die bisherigen Rückmeldungen? Darf sich auch die Schweiz bald auf eine Schokoladenpizza freuen?

Die hohe Nachfrage nach der Schokopizza zeigt, dass die Einführung des Produkts in Deutschland sehr erfolgreich verlaufen ist. Das heisst aber noch lange nicht, dass das Produkt auch in der Schweiz funktionieren würde. Wir prüfen das derzeit. Im Moment ist aber noch nichts spruchreif.

Kochen ist zwar im Trend, dennoch ist der Zeitmangel für viele ein Problem. Tiefkühlkost ist daher eine zeitsparende Alternative. Wie erkennt Dr. Oetker neue Trends und wie wichtig ist der Gesundheitsaspekt?

Die Dr. Oetker Mitarbeiter aus Marketing und Produktentwicklung sind stets auf der Suche nach neuen Trends und Geschmacksrichtungen. Die Ideen für neue Produkte entstehen dabei im Berufsalltag, manchmal bringen Mitarbeiter aber auch Anregungen von ihren Reisen mit. Auch Verbraucher liefern Vorschläge – ihren Wünschen muss ein Produkt letzten Endes entsprechen. Um diese Bedürfnisse herauszufinden, beobachten die Marketing- und Marktforschungsabteilungen von Dr. Oetker zudem systematisch weltweite Verbrauchertrends und führen Umfragen durch.

Die Marke Dr. Oetker steht für Genuss. Genussvolles Essen und bewusste Ernährung müssen nicht im Widerspruch stehen, wenn durch angemessene körperliche Aktivität und durch ausgewogene Ernährung auf einen ausgeglichenen Energiehaushalt geachtet wird. In einer aus-gewogenen Ernährung sollte auch Platz für das Geniessen sein, denn Essen ist Ausdruck von Lebensfreude. Zeitsparend zuzubereitende Convenience-Produkte schaffen überdies Freiräume für eine aktive Lebensgestaltung.

Als wie wichtig erachten Sie regionale Produkte? Vielleicht eine Schweizer Pizza mit echtem Schweizer Käse und weiteren regionalen Zutaten?

Eine überregionale Verteilung der Lieferanten gehört grundsätzlich und zwangsläufig zu unserer Strategie, um Risiken durch Währungs-, Ernte- oder Qualitätsschwankungen möglichst ausschliessen zu können. Die Zutaten unserer in der Schweiz produzierten Bistro Chäschüechli und Bistro Mini Chüechli kommen aber fast ausschliesslich aus der Schweiz.

Wenn nun junge Marketingfachleute in der Backstube stehen, welche Ratschläge würden Sie geben, damit das Endergebnis schlussendlich die Zielgruppen erfreut?

Es ist wichtig, die Wünsche der Verbraucher kontinuierlich im Blick zu haben und einen engen Austausch zu pflegen. Nur so finden verbraucherrelevante Innovationen ihren Weg zum richtigen Zeitpunkt und über den richtigen Vertriebskanal auf den Markt.

 

Mehr über Dr. Oetker

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Warum der Osterhase die Eier bringt und welche Rolle der Netto Marken-Discount dabei spielt

Warum bringt der Osterhase denn eigentlich die Ostereier? Das fragen sich wohl nicht nur Kinder. Dank dem Netto Marken-Discount haben wir nun die Antwort. In einem liebevollen Animationsfilm, wird die Geschichte des wahren Osterhasens erzählt. Wie es zu dem Video gekommen ist, erklärt Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation von Netto Marken-Discount.

Ostern ist in den Supermärkten schon seit einigen Wochen präsent. Neben schokoladigen Leckereien, verführen uns noch weitere österliche Produkte. Wie kam der Netto Marken-Discount auf die Idee die Oster-Überraschung per Animationsfilm zu kommunizieren?

Mit unserem aufwendig produzierten Videoclip „Die Oster-Überraschung“ will Netto Marken-Discount den Menschen genauso Lust auf Ostern machen, wie wir selbst schon haben. Das Projekt ist Mitte Dezember 2016 gestartet und wurde am 23.03.2017 fertiggestellt. Der Film ist seit 25.03.2017 online zu sehen.

Die Idee zur Geschichte hatte unser Kampagnenteam zusammen mit der Kreativagentur Jung von Matt/SAGA. Produziert wurde der liebevoll gestaltete Animationsfilm vom Regisseur Jimmy Kiddell von The Mill’s Studio in London. Für das Video wurde auf einer 300m² grossen Fläche für eine realistische Darstellung der gesamte Wald und die gesamte Ausstattung in liebevoller Detailarbeit in Tiergrösse nachgebaut – von den Tischen bis zu Miniaturlampen aus Pilzen. Neben dem aufwendig gestalteten Studio wurden alle Charaktere in einem speziellen Modeling Studio komplett digital erstellt, animiert und zum Leben erweckt.

Blick ins Osterhasen Studio © Netto Marken-Discount

Was waren, aus Marketingsicht, die Überlegungen hinter diesem Animationsfilm?

Natürlich ist das Video, das in einer fiktiven Märchenwelt spielt, auch mit einem kleinen Augenzwinkern zu betrachten. Hauptziel ist es, den Menschen mit diesem Spot Lust auf Ostern zu machen. Darüber hinaus sind wir von Netto Marken-Discount für Gleichbehandlung unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, Alter etc. und lehnen jegliche Form der Diskriminierung ab. Auch diese Botschaft möchten wir mit dem Clip transportieren. Generell zielen alle Kampagnen von Netto Marken-Discount darauf ab, den Bekanntheitsgrad der Marke zu steigern und emotional aufzuladen.

Wie sind die bisherigen Reaktionen auf den Film?

Angesichts der sehr positiven Resonanz auf das Oster-Video und der sehr hohen Zugriffszahlen scheinen wir mit unserem Oster-Viral ins Schwarze getroffen zu haben. Nach nur 30 Stunden wurde der Spot auf YouTube bereits über 1,4 Mio. Mal geklickt und stieg damit binnen kürzester Zeit auf Platz 1 der aktuellen YouTube-Trends. Auf Facebook erreichte das Video nach nur einem Tag bereits über 3,15 Mio. Views (Stand 26.03.2017 – 19:00 Uhr). 

 

https://netto-online.de

https://www.facebook.com/nettomarkendiscount

Eine Donald Ente zwischen Osterhasen: Die Confiserie Bachmann setzt auf „Chocolate First“ und „Make Easter Great Again“

Die Zentralschweizer kennen sie natürlich, die Confiserie Bachmann, aber mittlerweile ist sie auch in Zürich zu finden. Die Confiserie Bachmann ist spezialisiert und schweizweit führend in der Herstellung von Bäckerei-, Patisserie- und Confiseriespezialitäten. Diese Bäckerei-Confiserie ist ein Familienunternehmen in der vierten Generation, das dennoch fortschrittlich und innovativ agiert. Verarbeitet werden nur erstklassige Rohstoffe. Chemische Zusätze, Konservierungsstoffe und Fremdaromen sind hier nicht zu finden. Gerade zur Osterzeit gibt es einiges zu tun. Die Confiserie Bachmann setzt dabei auch auf personalisierbare Osterhasen – und das bequem per online Bestellung. Eugenie Nicoud, verantwortlich für Social Media und Marketing, gibt Einblick in die virtuelle Backstube.

Ostern steht vor der Tür und damit auch die Lust nach schokoladigen Produkten und somit auf den klassischen Osterhasen. Bei der Confiserie Bachmann gibt es im online Shop die Möglichkeit sein eigenes Häsli zu kreieren. Wie wichtig ist diese Personalisierbarkeit und wie sind die Rückmeldungen der Kunden?

Die Nachfrage nach personalisierbaren Osterhasen ist da, vor allem von unseren Geschäftskunden (B2B). Die Logohäsli, laufen besonders gut. Die Nachfrage nach den Trendhasen, beispielsweise Bunny-Minions, Selfie-Häsli, Hoppeli-Elsa die Eiskönigin, Einhorn-Bunny, Hoppeli-Fifty Shades of Easter oder das Bachelor-Häsli, „die letzte Rose geht an dich“ ist sehr hoch. Jedes Jahr bringen wir neue Trendhäsli auf den Markt. Dieses Jahr wurde sogar unter Mithilfe der Community, in einem grossen Wettbewerb, Ideen für einen neuen Trendhasen gesucht. Über 500 Ideen sind bei uns eingegangen. Gewonnen hat dieses Jahr das Poké-Bunny, inspiriert von der Pokémon Kultfigur Pikachu. Neu im Sortiment ist auch die Ente Donald, welche stark an den amerikanischen Präsidenten erinnert. Mit dem Spruch „CHOCOLATE FIRST“ und dem Slogan „Make Easter Great Again“ wird Trump und seine politischen Aktivitäten auf den Arm genommen. Diese Schokoladen-Ente trifft mit Sicherheit den einen oder anderen Nerv. Der Ansturm auf die Ente ist gross, daher ist bereits eine Nachproduktion geplant.

Die Ente Donald mit den Slogans „Chocolate First“ und „Make Easter Great Again“ © Confiserie Bachmann

Die Läden sind für die Confiserie Bachmann sicherlich die wichtigsten Absatzkanäle. Trotzdem wird in der digitalen Welt der online Verkauf immer wichtiger. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem online Shop gemacht und wie kommen die Köstlichkeiten ohne Schäden zu den Kunden?

Im Zeitalter der Digitalisierung setzen wir natürlich sehr auf unseren Onlineshop, welcher stets am Wachsen ist. Die Nachfrage nach Onlineshopping ist sehr gross. Nahezu alle Produkte welche wir im Sortiment anbieten, können online bestellt werden. Dass nicht alle Produkte verschickt werden können, ist klar. Schnell verderbliche Produkte wie beispielsweise Cupcakes, verschicken wir beispielsweise nicht per Post. Viele Kunden bestellen online die Produkte und holen diese dann in unseren Fachgeschäften ab. Vor allem Torten, Pralinen und andere regionale Spezialitäten wie die Luzerner Chatzenstreckerli oder der Wasserturmstein, werden oft im Onlineshop bestellt und per Post verschickt. Bei uns können ganze Hochzeitstorten bestellt werden, was sicherlich in dieser Art einmalig in der Schweiz ist.

Bei den Verpackungen achten wir, neben der Nachhaltigkeit und dem Design, auch auf die bestmöglichste Verpackung, damit die Ware heil beim Kunden ankommt. Die Verpackungsgestaltung wird kontinuierlich geprüft und optimiert, so dass die ökologischen und ökonomischen Ressourcen bestmöglich eingesetzt werden.

Ostern mal anders © Confiserie Bachmann

Wie wichtig ist die Osterzeit für die Confiserie Bachmann? Probieren Sie auch neue Dinge aus, trotz der österlichen Klassiker? Wie wir gesehen haben, gibt es bei den Hasen ja bereits einige neue Gesichter, die man sonst nicht findet…

Die Osterzeit ist neben Weihnachten eine der wichtigsten Saisons für uns. Bereits im November starten wir mit der Osterplanung und ab dem 1. Januar geht es dann so richtig los. Das ganze Jahr hindurch bringen wir konstant neue Produkte auf den Markt und passen die Produktpalette stets auf Grund der Bedürfnisse und Trends der Konsumenten an. Da wir eine flache Organisationsstruktur haben, sind die Entscheidungswege sehr kurz. Produktanpassungen sowie Neu-Kreationen können wir sofort und ohne grosse administrative Planung umsetzen. Agilität ist uns besonders wichtig.

Kein traditioneller Osterhase, das Bachelor Häsli © Confiserie Bachmann

Die Gesellschaft wandelt sich, damit geht auch ein verändertes Essverhalten einher. Spüren Sie das auch in den Filialen? Gibt es auch spezielle Produkte für Allergiker (Laktoseunverträglichkeit, Glutenintoleranz etc.)?

Veganismus ist eine Ernährungsweise, die immer mehr an Bedeutung gewinnt und sich im Alltag am Etablieren ist. Deshalb liegt es uns sehr am Herzen, unserer Kundschaft auch äusserst feine vegane Produkte anzubieten. Diese Produkte sind nicht nur für Veganer geeignet, sondern auch bestens für Vegetarier und Fleischesser. Neben veganem Brot, gibt es bei uns auch diverse Quinoa Gerichte, Chia Pudding Desserts und sogar ein veganes Müesli. All jene, die sich bewusst gesund ernähren möchten oder einfach mal eine leckere Abwechslung brauchen, profitieren davon.

Hier ein Link zum Blogbeitrag „Vegane Produkte bei Bachmann“: http://www.confiserie.ch/bachmann/aktuelles/news/article/vegane-produkte-bei-der-confiserie-bachmann/

Beim Thema „glutenfreie Produkte“ stossen wir aber an unsere Grenzen. Um glutenfreie Produkte herzustellen, müssen wir in separaten Räumlichkeiten backen bzw. zubereiten. Dies wäre zu aufwändig und würde daher den Rahmen sprengen. Zudem ist die Nachfrage auch sehr gering.

Wie nutzt die Confiserie Bachmann das Marketing? Auf welche Kanäle setzen Sie?

Marketing ist natürlich essentiell und bei uns in allen Prozessen fest integriert. Unser Marketing fängt bei der Farbe rosa an und ist in sämtlichen Bereichen durchgehend spürbar. Jede einzelne Serviette, Verpackung, Einrichtung der Fachgeschäfte und alle Werbekampagnen sind miteinander abgestimmt. Wir machen praktisch alles bei uns intern und ziehen Werbeagenturen nur gezielt bei Bedarf zur Unterstützung hinzu. Neben der Präsenz in den klassischen offline Kanälen, sind wir auch ganz stark auf diversen online Plattformen vertreten. Im Bereich offline Werbung, wie beispielsweise PR Aktionen und Inserate, setzen wir sehr stark auf Regionalität. Im online Bereich sind wir breiter aufgestellt, da wir dadurch auch den Onlineshop fördern.

Das Logo der Confiserie Bachmann © Confiserie Bachmann

Sie nutzen Social Media und sind auf Facebook, Instagram und YouTube aktiv. Wie sind Ihre Erfahrungen damit und wie reagieren Sie auf Kritik seitens der Kunden, die ja auf Social Media nicht ungefährlich sein kann?

Noch nie war es so einfach und gleichzeitig so herausfordernd, mit einer Community zu interagieren. Für uns sind die Reaktionen in Form von Likes, Shares, Kommentaren und Privatnachrichten wichtige Messeinheiten, um überprüfen zu können, wie wir in der Community ankommen und was für Ansprüche diese an uns stellt. Dabei spielen nicht nur quantitative Faktoren wie beispielsweise die Anzahl der Likes eine Rolle, sondern auch qualitative Attribute wie die Tonalität von Kommentaren und Privatnachrichten. Auch in der Online-Welt möchten wir eine hohe Servicequalität anbieten. Darüber hinaus, haben wir sehr gute Erfahrungen mit Social Media gemacht und werden weiterhin auf diese setzen.

Konstruktive Kritik ist enorm wichtig, denn nur so können wir uns laufend verbessern. Klar gibt es auch Kommentare und Nachrichten die ganz und gar nicht konstruktiv sind. Mit solchen Herausforderungen haben viele Unternehmungen zu kämpfen. In solchen Situationen probieren wir individuell auf die Leute einzugehen und die Negativität abzuschwächen. Vor einem Shitstorm kann man sich nie gänzlich schützen, jedoch früh genug reagieren und die Leute besänftigen. Da wir auch viele loyale Fans haben, werden gewisse Diskussionen direkt von der Community selber gelöst. Dafür sind wir unseren Fans sehr dankbar.

Auch Hasen gehen mit der Zeit und machen Selfies © Confiserie Bachmann

Haben Sie einen süssen Tipp für angehende Marketingfachleute?

5 Tipps für ein gelungenes Marketing:

  1. Marketing muss authentisch und einmalig sein
  2. Marketing muss in allen Bereichen, Sparten, Produkten und Dienstleistungen spürbar sein
  3. Geh auf deine Zielgruppe ein und hör ihr genau zu
  4. Sei offen für Veränderungen
  5. Sei agil und handle schnell

Mehr über die Confiserie Bachmann

Website: http://www.confiserie.ch

Facebook: https://www.facebook.com/confiseriebachmann/

Instagram: https://www.instagram.com/bachmannconfiserie/

YouTube: https://www.youtube.com/c/ConfiseurBachmann

Blog Beitrag der Confiserie Bachmann: http://www.confiserie.ch/bachmann/aktuelles/osterhasen-the-stars-are-back/

Chocolate World: https://www.youtube.com/watch?v=chVbAfKbFaU

Zoro Brautmode: Marketing zwischen Tattoo und Spitze

Bald beginnt sie, die Heiratssaison und viele Paare hoffen auf den schönsten Tag ihres Lebens. Die Hochzeit ist längst nicht mehr nur ein kleines Fest, eine ganze Industrie hat sich entwickelt, doch das wichtigste Accessoire bleibt, zumindest für die Damen, das Brautkleid. Wie schwierig es ist, in diesem Bereich zu bestehen, darüber berichtet Katia Zoro, von ZORO Brautmode in Zürich.

Frau Zoro, zusammen mit Ihrer Schwester Milena, leiten Sie eines der bekanntesten Brautmodehäuser in Zürich. Ihre Mutter, Seniorchefin Agata Zoro, hat den Grundstein dazu gelegt. Welche Erfolgsfaktoren waren entscheidend, um Zoro Brautmode zu dem zu machen, was es heute ist?

Es ist das Resultat einer konsequenten Haltung. Wir haben uns von Anfang an dazu entschieden, uns von der Masse abzuheben. Qualität und Design standen für uns an erster Stelle und uns war immer wichtig, den Kunden ein unvergleichliches Einkaufserlebnis zu bieten.

Das Geschäft in Zürich (c) Zoro Brautmode

Wie schwierig ist es, im hart umkämpften Markt der Brautmode, zu bestehen?

In den 30 Jahren unseres Bestehens haben sich die Bedürfnisse der Konsumenten immer wieder verändert. Wichtig ist, dies frühzeitig zu erkennen und sich ständig zu erneuern, niemals stehen zu bleiben. Auf den Lorbeeren ausruhen, gibt‘s bei uns nicht. Und immer wieder, das Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Sie müssen Ihre Kollektionen früh zusammenstellen. Ein Risiko, schliesslich könnten Sie den Geschmack der Kunden verfehlen. Wie spüren Sie die Kundenbedürfnisse heraus, damit dies nicht geschieht?

Da wir in engem Kontakt mit unseren Kunden, sowie unseren Verkaufsberaterinnen sind, spüren wir sehr schnell heraus, was Kunden wollen und was sie berührt, daraus ergeben sich Tendenzen. Durch unsere langjährige Zusammenarbeit mit Designhäusern und Ateliers, sind wir in der Lage, spezifisch auf unsere Bedürfnisse Kleider und Kollektionen mitzugestalten und einzukaufen. Wir arbeiten mit vielen renommierten Designhäusern, die ihr Handwerk sehr gut kennen, hören beim Einkauf aber auch immer wieder auf unser Bauchgefühl, wagen Experimente – und sind dann glücklich zu sehen, wie gut dies jeweils bei unserer aufgeschlossenen Kundschaft ankommt.

Ein Galia Lahav Brautkleid (c) Zoro Brautmode

Wie nutzen Sie das Marketing, um Ihre Kunden zu erreichen?

Heute informieren sich Brautpaare über das Web, wir sind auf den gängigsten Plattformen wie Facebook, Instagram etc. vertreten, erneuern unsere Webseite in regelmässigen Abständen und verschicken unseren Bräuten Newsletters.

Die Digitalisierung kann Fluch und Segen zugleich sein. Sie haben einen Facebook Account und nutzen somit Social Media auch beruflich. Welche Erfahrungen haben Sie mit den digitalen Kanälen gemacht und welche Gefahren sehen Sie?

Was früher mühsam mit Papierkram erledigt wurde, kann man heute quasi per Knopfdruck ausführen. So sind Kunden rasend schnell darüber informiert, dass z.B. die neue Kollektion im Hause ist, das der Sample Sale angefangen hat etc. Schön ist es, mit Kunden gleich interagieren zu können und mit ihnen die Liebe zum Schönen zu teilen.

Die Kehrseite ist, dass die meisten verlernt haben, miteinander anständig zu kommunizieren. Heute lassen auf dem Netz viele Menschen ihrem Frust freien Lauf mit zum Teil unwahren Behauptungen und regelrechten Hasstiraden – eben auch nur auf Knopfdruck.

Kunden sind über neue Kollektionen informiert (c) Zoro Brautmode

Man hört immer wieder von Kunden, die sich Kleider günstig nachschneidern lassen, oder Kopien aus dem Internet bestellen. Welchen Mehrwert bietet Zoro Brautmode für ihre Kunden?

Es gibt inzwischen im Netz genug negative Beispiele von furchtbaren Brautkleidern die da geliefert wurden; ganz zu schweigen davon, dass es sich meist um illegale Raubkopien handelt und man sich sogar strafbar macht.

Wir sind noch nie auf der Welle „Geiz ist geil“ geritten, da kommt die Qualität einfach zu kurz. Unsere Kunden legen seit jeher einen grossen Wert auf einen sogenannten „Rundum- Service“, wir begleiten sie bis zum Schluss und stehen für alle Fragen beratend zur Seite. Das Einkaufserlebnis vom eigenen Brautkleid, begleitet von Familienangehörigen und Freundinnen wird bei uns zum Happening, ist eine bleibende Erinnerung und ist nicht mit einem anonymen Internet-Kauf zu vergleichen.

Die Brautkleider stehen im Fokus, dabei gerät der Bräutigam etwas ins Hintertreffen. Wie überzeugen Sie die männliche Kundschaft?

Bei uns war der Bräutigam noch nie im Hintergrund, im Gegenteil, der Bräutigam unterstützt mit seinem Outfit die Ausstrahlung der Braut und rundet die Aussage des gewählten Stils perfekt ab. Der Mann ist heute selbstbewusst genug, weiss was er will und drückt dies auch mit einem gepflegten Anzug aus. Zoro-Brautpaare zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch stilmässig perfekt harmonieren wollen.

Tattoo-Spitze und tiefer Rücken (c) Zoro Brautmode

Welche Trends sehen Sie aktuell im Bereich der Hochzeitsmode?

Heute gestalten Paare vermehrt ihre Hochzeit individuell und nach Thema, dementsprechend ist die Vielfalt an Stilrichtungen enorm. Alles ist möglich: vom Boho-Kleid für die Stadt-Party oder der wildromantischen Tüllrobe für die Outdoor-Hochzeit usw. Ein wichtiger Trend, der sich in den letzten vier Jahren herauskristallisiert hat, und in fast allen Stilrichtungen zu finden ist, sind tiefe Rückenausschnitte und Tattoo-Spitze. Hier ganz klarer Vorreiter, weil sie die erste Designerin war, welche diese Art Kleider auf den Markt gebracht hat, die Haute Couture Linie von Galia Lahav. Sie ist exklusiv in der Schweiz bei uns erhältlich.

Welchen Rat würden Sie angehenden Marketingfachleuten geben?

Enger Kontakt zum Endverbraucher und zum Verkaufspersonal, um zu wissen und spüren, was der Kunde will und es schnell umsetzen. Die gesetzten Ziele kompromisslos verfolgen.

 

Mehr über Zoro Brautmode:

www.zoro.ch

https://www.facebook.com/zorobrautmode/

https://www.instagram.com/zorobrautmode/

 

 

Von der Kampagne zum Kundendialog – die neue Weiterbildung CAS Kundendialogmanagement

Andreas Lucco_10.03.2015Dr. Andreas Lucco ist Studiengangleiter des Certificate of Advanced Studies (CAS) Kundendialogmanagement und Leiter der Fachstelle Integrated Communications am Institut für Marketing Management. Zudem ist er als Dozent im Bereich Marketing mit den Schwerpunkten Emotion Selling, Touchpoint Communication, Digital Marketing, Customer Intelligence und CRM tätig. Der Lehrgang CAS Kundendialogmanagement stellt den Kunden in den Mittelpunkt und vermittelt für den Dialog mit dem Kunden ein für das Schweizer Dialogmarketing einmalig kompakte Ausbildung. Der CAS Kundendialogmanagement  wird in Kooperation mit den Branchenverbänden SDV und CallNet durchgeführt. Lesen Sie im Interview, welche innovativen Inhalte der CAS behandelt.

Welches sind die wichtigsten Marketing-Trends, die uns die nächsten fünf Jahre beschäftigen werden?
Big Data:
Die Multi-Sensor- Datenfusion wird in den nächsten fünf Jahren disruptiv, also auch für kleine und mittelständische Unternehmen möglich sein. Instrumente um Daten zu sammeln, werden einfacher bedienbar und für jeden verfügbar sein.
Digitalisierung:
Die Digitalisierung wird weiterhin von statten gehen, sodass noch mehr Services, Prozesse und die Kommunikation digitalisiert werden müssen.
Servitization:
Der Trend der Kombination aus Sachgütern und Dienstleistungen wird weiter fortschreiten. Die Kombination beinhaltet zum Beispiel Self-Services, selbstfahrende Autos, Smart Home, Smart Metering wie auch Smart Electronic Health Management. Alles was bisher mechanisch, also von Menschenhand angestossen wurde, wird digitalisiert und wird auch im Marketing Einzug nehmen.
Artificial Intelligence:
Die Entwicklung von künstlicher Intelligenz und künstlichen Emotionen wird weiterhin das kulturelle und sozioökonomische Leben prägen. Wenn wir Services digitalisieren wollen, kommen wir nicht drum herum, den Faktor Mensch und dessen Intelligenz und Emotionen technisch nachzubilden.
Soft Skills:
Soft Skills wie Sprechen, Zuhören oder Paraphrasieren sind die sozialen Grundeigenschaften, welche weiter geschärft werden müssen. Insbesondere ein Marketingverantwortlicher sollte wissen, wie Kommunikationskanäle effektiv genutzt werden.

Welche Herausforderungen und Konsequenzen ergeben sich aus der neuen Kommunikationsrealität für Verantwortliche Marketing & Kommunikation?
Was ist die neue Realität? Die neue Realität ist sehr digital. Ein Marketingkommunikations- Verantwortlicher muss verstehen, wie er eine neue Plattform betreiben kann. Er sollte die vertikale Wertschöpfungskette kennen. Welche Infrastruktur in der IT-Architektur muss ich bereitstellen? Wie sieht meine Softwarelandschaft aus? Welches sind damit verknüpfte Prozesse und Abläufe im Unternehen? Welche Menschentypen mit entsprechenden Fähigkeiten muss ich für einen exzellenten Service akquirieren? Diese Themen, sind in einer leitenden Funktion zukünftig wichtig.

Welches werden in Zukunft die wichtigsten Fähigkeiten eines Marketingkommunikations-Verantwortlichen sein?
Ein MarKom- Verantwortlicher ist für mich eine Führungsperson, welche die Kommunikation auf Inbound und Outbound Ebene leitet und prägt. Ich spreche nicht von einem Brandmanager, sondern von einem Marketingkommunikations-Verantwortlichen mit Fokus «Kundendialog». Logisch muss man auf der einen Seite die Soft- Skills beherrschen, das heisst wie man mit Menschen umgeht und spricht. Aber was es noch braucht: Man muss sich mit IT Landschaften auskennen und mit IT Verantwortlichen mitsprechen können. Sowie das Schnittstellenmanagement mit internen und externen Stakeholdern, das muss beherrscht werden können.

Welchen Beitrag leistet der CAS Kundendialogmanagement dazu?
Grundsätzlich zwei Dinge:

  • Was wir wissen müssen und was wir können sollten im Zusammenhang mit den Kunden und
  • wie wir letztlich die Kampagne zu einem Dialog entwickeln können.

Was wir wissen müssen: Im Lehrgang werden wir geschult, Trends frühzeitig zu erkennen, zu verfolgen und relevante Trends im Unternehmen umzusetzen.

Was wir können sollten: Auf den gängigen digitalen Kanälen auch entsprechend kommunizieren können. Wir müssen wissen, wie wir auf Twitter, Facebook, Instagram und Co. mit passenden Botschaften kommunizieren und mit welchen Techniken wir das Gespräch etablieren können. Letztendlich geht es darum, wie wir einen Dialog herstellen und auch systemisch abwickeln können..

Weshalb tun sich immer noch viele Unternehmen schwer damit, aus ihren Kampagnen heraus einen kontinuierlichen Kundendialog zu fördern?
Eine einzige Antwort auf diese Frage gibt es natürlich nicht. Es gibt sehr viele Gründe dafür. Die wichtigsten drei sind aus meiner Sicht:

Erstens: Viele Unternehmen haben keine ausgeprägte Infrastruktur, welche fähig ist, alle Informationen vom Kunden, die an den Touchpoints anfallen, in einem Topf zu sammeln und entsprechend aufzugleisen. Die mangelnde Infrastruktur macht es natürlich schwieriger und behindert den Eintritt in einen kontinuierlichen Kundendialog. Das Rad muss dann immer wieder neu erfunden werden.
Zweitens: Der Mensch ist im beruflichen Kontext oft nicht fähig, den Dialog zu führen. Es gibt Skills, die antrainiert werden können. Das wäre im Sinne von Personal Development.
Drittens: Durch die unterschiedlichen Hierarchien und fachlichen Schwerpunkte verändert sich auch das Verständnis über den Kunden und wie man den Dialog grundsätzlich fördern kann.

Aus welchen Branchen, in welchen Positionen und mit welcher Vorbildung treten die Teilnehmenden den CAS Kundendialogmanagement an?
Eigentlich aus jeder Branche, bei der man bei Marketingaktivitäten von Kampagnen spricht. Im übertragenen Sinn bilden wir Kampagnenmanager aus. Dieser CAS ist für jeden Marketingverantwortlichen geeignet, der Kundenkontakt bei der Durchführung von Kampagnen hat.

Wo würde ein Absolvent oder eine Absolventin des CAS Kundendialogmanagement arbeiten und welche Aufgaben hätte er?
Ein Kampagnenmanager muss mit einem Kunden in den Dialog treten und sein Produkt verkaufen. Dies tut er im Rahmen einer Kampagne. Der Beziehungsmanager hingegen muss schauen, dass die Kampagne nicht einmalig bleibt sondern zu einer Beziehungsepisode wird. Dies sind zwei Grundfunktionen und Fähigkeiten, die man eigentlich auch in einer Finanz- oder operativen Funktion beherrschen sollte.

Wir vermitteln in unserem Lehrgang nicht einfach nur das Wissen, sondern auch die Denkweise, wie man mit Kunden in Zukunft umzugehen hat und wie wir eine Beziehung zwischen Menschen systemisch abbilden können. Das ist eigentlich die Antwort auf die Digitalisierungswelle. Um die Beziehungsepisode systemisch abbilden zu können, müssen wir die Konzepte, die hinter dem Dialog stehen, verstehen. Grundsätzlich bezeichnen wir uns ja alle als beziehungsfähig. Die Frage ist mehr, wie man jetzt das Intuitive explizit abbilden kann. Schwierig wird es nämlich dann, wenn wir die Beziehungen nicht mehr persönlich führen – also Face-to-Face – sondern wenn wir indirekt über andere Kanäle miteinander sprechen. Es besteht das Bedürfnis die Kommunikation systemisch abzubilden. Wie wir das nachempfinden und im realen Leben machen können, wird im neuem CAS Kundendialogmanagement gelehrt.

Vielen Dank für das Gespräch.

Trends im Marketing – kurz nachgefragt an der SuisseEMEX’14

Ich war an der diesjährigen Event- und Marketing-Messe SuisseEMEX’14 und habe diverse Wirtschaftsvertreter aus unterschiedlichen Branchen zu den neusten Trends im Marketing befragt. Dabei haben Firmen wie IBM und Die Post spannende Einblicke gewährt. Klicken Sie auf’s Video und erhalten Sie in komprimierter Dosis eine spannende Zusammenfassung!

Vom Produktmanagement in der Käseproduktion zum iPad mini

Im Rahmen der Umfrage für die Swiss Product Management Studie 2013 wurden 389 Schweizer KMUs über den Stellenwert und die Ausprägung des Produktmanagements in ihrem Unternehmen befragt. Der Fokus bei der zum zweiten Mal durchgeführten Swiss Product Management Studie liegt in der allgemeinen Organisation des Produktmanagements und dessen Ansiedlung in Schweizer Unternehmen sowie auf Themen wie Produktentwicklung, Innovation, Preisgestaltung und Erfolgsmessung. Zudem sollen die bedeutendsten Produktmanagement Trends identifiziert und kommentiert werden. Unter den 389 Entscheidungsträger im Produktmanagement, welche im September 2013 an der Umfrage zur diesjährigen Swiss Product Management Studie teilgenommen haben, wurde ein iPad mini verlost. Wir freuen uns sehr, dem glücklichen Gewinner, Daniel Dätwyler, Geschäftsleiter der Intercheese AG in Beromünster, hiermit nochmals herzlich zum Gewinn zu gratulieren und danken allen Teilnehmern für ihr Engagement. Die Ergebnisse der Swiss Product Management Studie 2013 werden Ende Dezember 2013 publiziert.

„The trend is your friend“: Vom Nutzen der Trendforschung

Der allgemeine Trend ist freundlich zu allen, weiss eine alte Börsenweisheit. Denn „die Flut [der Trend] hebt alle Boote“. Dies illustriert den zentralen Nutzen der Trendforschung: Allgemeine Trends früh genug zu erkennen und daraus Prognosen abzuleiten. Unternehmen können dies in ihre Analyse der Rahmenbedingungen einbauen. Wächst die Wirtschaft oder steigt die Börse, profitieren viele von diesem allgemeinen Trend. Trendforschung erkennt, was viele beschäftigt. Die Weisheit der Vielen liegt meist nicht völlig daneben. Der Nachteil – der Un-Nutzen – liegt in deren Ungenauigkeit. Die Flut hebt alle Boote. Doch welches Boot oben auf der Welle schwimmt und welche Boote unten im Wellental um den knappen Raum rangeln, kann sie nicht sagen.

Trendforschung macht Prognosen und es liegt an uns Konsumenten dieser Studien, deren Prognosewert zu erkennen. Eine Trendstudie bezüglich demographischer Entwicklung dürfte punktgenau zutreffen. Eine ähnliche Studie über Börsentrends trägt das Verfalldatum eines Joghurts. Ein weiterer interessanter Aspekt: Interessanterweise ist es oft einfacher Verlierer zu identifizieren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beobachtete man bereits den Trend zu erhöhter Mobilität. Der Nutzen von Autos war zunehmend leichter zu erkennen. Wer in der Autoindustrie gewinnt, war kaum  zu prognostizieren. Der Pferdezucht und der Pferdekutschenherstellung konnte man hingegen mit relativ grosser Sicherheit vorhersagen, keine grosse Zukunft zu haben. Verlierer sind leicht, Gewinner sind schwer zu erkennen.

Quelle: www.toonpool.com (by Karsten)

Die Trendforschung leidet zudem am Weihnachtsgansproblem. Die Weihnachtsgans wird von ihren Besitzern üppig gefüttert, liebevoll gehätschelt und gepflegt. Die vollgefressene Weihnachtsgans und ihr Besitzer werden glücklicher, je kürzer die Tage werden. Kurz vor Weihnachten macht die Weihnachtsgans eine traumatische Entdeckung: Sie landet in der Pfanne! Im Jargon der Trendforschung hat sie den sogenannten Umkehrpunkt nicht erkannt. Solche Umkehrpunkte sind die grösste Knacknuss für die Trendforschung.

Trends sind immer auch wohl formulierte Geschichten (Stories). Nach dem Platzen der Dotcom-Blase ortete ein bekanntes Beratungsunternehmen die aufstrebenden Schwellenländer als neuen Trend und propagierte die BRIC-Story (BRIC = Brasilien, Russland, Indien, China). Die Geschichte war eingängig, glaubwürdig und konnte mit dem Kürzel BRIC auf einen simplen Nenner gebracht werden. Auf dem Aktienmarkt hat diese Geschichte keine Outperformance gebracht und viele Exportunternehmen haben sich in diesen Märkten eine blutige Nase geholt. Das Akronym steht heute für „bloody ridiculous investment concept“.

Trendforschung ist also nützlich in der Diskussion von „grossen“ Themen – den allgemeinen Rahmenbedingungen. Sobald die Prognosen aber ins Detail gehen sollten, versagt sie, und ist für uns Unternehmer nur beschränkt nützlich. „The trend is your friend“ gilt, aber gibt keinen Hinweis, ob ich mit dem Freund ins Kino oder in die Oper gehen soll.