Hypo60+ – Damit das Eigenheim im Alter nicht zur Hypothek wird

Von Corinne Wüthrich

Vor rund dreissig Jahren hat sich Familie Meier den Wunsch vom Eigenheim erfüllt und damit die grösste Investition ihres Lebens getätigt. Mittlerweile haben die Kinder das Nest verlassen. Trotzdem möchten Elisabeth und Peter Meier auch nach der Pensionierung in ihrem geliebten Haus im Grünen wohnen bleiben. Doch ihre Bank hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass sie mit dem tieferen Renteneinkommen die Tragbarkeitsrichtlinien nicht mehr einhalten und das Haus daher verkaufen müssen. Muss sich das Ehepaar wirklich vom Eigenheim trennen? Die Ersparniskasse Schaffhausen bietet hier eine Lösung.

Daniel Burlon, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter des Bereichs Kredite und Finanzierungen bei der Ersparniskasse Schaffhausen, kennt viele Geschichten, wie diejenige des Ehepaars Meier aus seinem Geschäftsalltag. In dieser Situation eine Verkaufsempfehlung auszusprechen, widersprach seinem Verständnis einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Dies hat ihn dazu bewogen, eine massgeschneiderte Lösung zu suchen: Die Hypo60+.

Daniel Burlon, Leiter des Bereichs Kredite und Finanzierungen bei der Ersparniskasse Schaffhausen © bbf.ch / Ersparniskasse Schaffhausen AG

Daniel Burlon, bei Familie Meier ist die Tragbarkeit nicht mehr gegeben. Was ist die Tragbarkeit genau?

Gemäss der Tragbarkeitsregel dürfen sämtliche Kosten für den Unterhalt der Immobilie maximal ein Drittel des jährlichen Bruttoeinkommens betragen. Da sich der Hypothekar-Zinssatz im Laufe der Jahre verändern kann, rechnet die Bank mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 4.5 bis 5 Prozent. Im Fall der Familie Meier könnte dies vor der Pensionierung wie folgt aussehen:

Setzt man nun die Kosten ins Verhältnis zum jährlichen Bruttoeinkommen von CHF 120’000 erhält man die Tragbarkeit von 29 Prozent. Da dieser Wert unter 33 Prozent liegt, ist die Tragbarkeit gegeben.

Weshalb wird die Tragbarkeit nach der Pensionierung zum Problem?

Durch die Pensionierung verschlechtert sich die Einkommenssituation der meisten Personen in der Schweiz. Gemäss der vom Bundesamt für Wohnungswesen in Auftrag gegebenen und von der ZHAW in Partnerschaft mit dem Hauseigentümerverband Schweiz im April 2019 erschienenen Studie «Nachhaltige Sicherung des Wohnraums im Alter» verringerte sich das monatliche Einkommen von Paarhaushalten im Durchschnitt um 38 Prozent. Beziehen wir dies auf das Ehepaar Meier, so sinkt deren jährliches Einkommen auf CHF 74’400. Die Tragbarkeit liegt neu bei 47 Prozent und somit weit über 33 Prozent.

Wie kann die Hypo60+ dem Ehepaar Meier helfen?

Das Eigenheim der Familie Meier ist mit 50 Prozent belehnt. Mit der Hypo60+ kann die Hypothek bis auf maximal 66 Prozent aufgestockt werden. Sie wird als Festhypothek abgeschlossen, wobei die Kunden die Laufzeit zwischen 5 und 10 Jahren frei wählen können. Bereits beim Abschluss ist also klar, welchen Betrag das Ehepaar für die Zinsen während der gesamten Laufzeit bezahlt. Dieser Betrag wird von der Aufstockung der Hypothek direkt auf ein gesperrtes und der Bank verpfändetes Konto eingezahlt. Das Haus bezahlt also seine Zinsen selbst. Und in der Kostenberechnung entfällt der grösste Posten, denn die Hypothekarzinsen müssen nicht mehr berücksichtigt werden:

Auch mit dem tieferen Einkommen von CHF 74’400 kann die Tragbarkeitsregel mit 13 Prozent eingehalten werden.

Wird der gesamte Betrag der Hypothekarerhöhung auf das gesperrte Konto überwiesen?

Falls die Kunden die Hypothek nur für die Begleichung der Hypothekarzinsen erhöhen, ja. Ansonsten stellen wir lediglich den Betrag für die effektiven Zinsen sicher. Bei Familie Meier betragen die Zinskosten für 10 Jahre CHF 100’000. Ihnen bleiben also CHF 60’000, die sie nach eigenem Gutdünken ausgeben können, beispielsweise für die Renovation des Eigenheims, die laufenden Lebenskosten oder eine Reise.

Dank Hypo60+ können Pensionierte weiterhin mit den Enkeln den eigenen Garten geniessen. © bbf.ch / Ersparniskasse Schaffhausen AG

Das klingt nach einem einmaligen Angebot. Wie gross ist das Interesse?

Die Hypo60+ wurde 2017 lanciert und ist in der Region nach wie vor einmalig. Das Interesse ist seit der Einführung sehr gross. Insbesondere die Medienresonanz hat uns überrascht. Die Hypo60+ wurde sogar im Geldblog des Tages-Anzeigers positiv erwähnt. Infolge dieses Artikels wurden Auslandschweizer auf unser Angebot aufmerksam und kontaktierten uns. Dank der Hypo60+ kann der dritte Lebensabschnitt ohne finanzielle Sorgen genossen werden.

Screenshot der Webseite über die Hypo60+ der Ersparniskasse Schaffhausen

Mehr Informationen unter: https://www.ersparniskasse.ch/hypo60/

Über die Autorin

Fronwagplatz 4 8200 Schaffhausen +41 52 624 80 92 www.bbf.ch

Corinne Wüthrich ist Assistentin der Geschäftsleitung bei der Ersparniskasse Schaffhausen AG und betreut dort den Bereich Marketing und Kommunikation. Neben der beruflichen Tätigkeit absolviert sie zurzeit bei der ZHAW den CAS Marketing- & Corporate Communications.

Ingenieure ohne Grenzen Schweiz bietet Support für ein normales Leben

Von Sophie Lötscher

Ingenieure ohne Grenzen Schweiz, kurz IngOG+ ist eine Hilfsorganisation, welche sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit die Lebensbedingungen notleidender und benachteiligter Menschen langfristig zu verbessern. Im Vordergrund steht der Aufbau von Infrastruktur und deren Unterhalt sowie der technische Wissenstransfer. Hierbei wird der Fokus auf eine nachhaltige, partnerschaftliche Unterstützung im Rahmen einer grundbedürfnisorientierten Entwicklungszusammenarbeit gelegt.

Die Organisation

Die Dachorganisation Engineers without Borders (EWB) befindet sich in den Vereinigten Staaten. Weltweit bestehen 65 Organisationen von Ingenieure ohne Grenzen. In jedem Land werden die Organisationen unabhängig voneinander eingerichtet und aufgebaut.

In der Schweiz wurde Ingenieure ohne Grenzen Schweiz (IngOG+) 2008 von ETH Studenten gegründet und ist heute in über 30 Ländern tätig. Ihr Credo ist Hilfe zur Selbsthilfe. Es sind jedoch nicht nur junge Studenten, die in der Organisation tätig sind. Das Spektrum der Mitglieder ist vielseitig. Das Ziel zu helfen, verbindet die Mitglieder. Sie arbeiten ehrenamtlich für die Organisation, denn Projekte von IngOG+ werden durch projektbasiertes Fundraising finanziert.

Überaus wichtig bei den geförderten Projekten ist die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung vor Ort. Die Verantwortung für die Infrastrukturen liegt bei der lokalen Bevölkerung und den Behörden. Deshalb wird der Einbezug dieser Partner von Beginn an sichergestellt. Lokale Gesetze, die politische Lage und die kulturellen Gegebenheiten werden immer berücksichtigt.

Screenshot der Webseite von Ingenieure ohne Grenzen Schweiz (© IngOG+)

IngOG+und Rapp, die Partnerschaft

Rapp ist ein Schweizer Ingenieur- und Planungsunternehmen mit Sitz in Basel, das seit 2018 als Mentor von Ingenieure ohne Grenzen Schweiz fungiert und mit Expertenwissen der rund 450 Spezialistinnen und Spezialisten aus Ingenieurwesen, Architektur und Fachplanung unterstützt. Das Unternehmen wurde im Jahr 1896 gegründet und ist immer noch in Familienbesitz. Eine Mentoring-Partnerschaft wird immer auf fünf Jahre angesetzt und kann nach Belieben verlängert werden. Der Sponsor Rapp gewährt in diesem Rahmen finanzielle Unterstützung und stellt ein Team mit erfahrenen Ingenieuren zur Verfügung, die von der Organisation beratend beigezogen werden können.

Ein Mehrwert für beide Parteien ist sicher, dass sie beide etwas Gutes tun, jeder in seinem Rahmen der Möglichkeiten. Da IngOG+ als gemeinnütziger Verein von Spenden und finanzieller Unterstützung abhängig ist, kann er von der finanziellen Hilfe von Rapp und deren Wissen profitieren. Und Rapp wiederum profitiert von gratis positiver Werbung, welche sich optimal auf LinkedIn und Xing vermarkten lässt. Des Weiteren bekommen beide Parteien die Chance, eine neue Zielgruppe zu erreichen und ihre Bekanntheit zu steigern.

Corporate Social Responsibility

Die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen hat in der Schweiz und Europa eine lange Tradition. Was für eine Art von gesellschaftlicher Verantwortung wahrgenommen werden will, hängt von Größe, Branche und den Märkten ab, in denen das Unternehmen jeweils agiert.
Für Rapp ist die Partnerschaft mit IngOG+ die perfekte Verbindung, um so ihre Corporate Social Responsibility (CSR) Themen zu fördern.

Kurzer Einblick in ein laufendes Projekt

Ein gemeinsames Projekt ist die Trinkwasserversorgung der Ilkeek Aare Primary School, einem Internat für Massai-Kinder in Kenia. Da es in den regenarmen Monaten zu wenig Wasser für die Versorgung des Internates gibt, ist Hilfe gefragt. Ziel des Projekts ist deshalb eine langfristige und kontinuierliche Wasserversorgung über das ganze Jahr sicherzustellen. Im Rahmen der Mentoring-Partnerschaft, unterstützt Rapp IngOG+ mit ihrem Fachwissen aus dem Bereich Wasserbau. Eine diskutierte Lösung ist der Anschluss an eine im Bau befindliche Hauptwasserleitung der Weltbank. Weitere Ansätze sind der Brunnenbau und Ausbau der Regenwasserfassung. Das Projekt befindet sich derzeit immer noch in der Evaluationsphase.

– Massai Kinder im Internat (© Lions Club Münster Landois & Lions Club Thika Chania Falls 2018)

Solche Partnerschaften sind eine grossartige Sache. Wenn jeder seine Stärken richtig nutzt, kann etwas Grosses entstehen. Und wer unterstützt nicht gerne dort, wo dringend Hilfe benötigt wird. Speziell in dieser Zeit, sind solche Partnerschaften eine grosse Bereicherung und gibt einem ein Gefühl, dass man sich mit Geld nicht kaufen kann.

Mehr zum Thema

https://ingog.ch/de/

https://www.linkedin.com/company/ingog-ingenieure-ohne-grenzen-schweiz/

https://www.rapp.ch/de

https://www.linkedin.com/company/rapp-gruppe/

https://www.massai-internat.de/

Über die Autorin

Sophie Lötscher (33) arbeitet seit 2019 bei Rapp Gebäudetechnik als Key Account- und Marketing Managerin. Nach einer Weiterbildung im Marketing & PR Bereich, war für Sie klar, dass Sie das Thema Marketing vertiefen möchte. Sie absolviert nun den CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW.

Unverpackt einkaufen und Begegnung erleben

Von Rahel Bachmann

Bald gibt es für die Thurgauer Hauptstadt ein Unverpackt-Lädeli. Die Frauenfelder Bevölkerung kann es kaum erwarten, bis die Füllstation Frauenfeld seine Tür öffnet. Das Bedürfnis nach diesem Angebot sowie die Vorfreude aller Beteiligten ist gross.

Kichererbsen, Mehl, Körperseife und Allzweckreiniger; was sich wie eine wahllose Aufzählung von Alltagsprodukten, wie man sie aus den Supermärkten von Migros und Coop kennt, liest, kann man in absehbarer Zeit mitten im Herzen von Frauenfeld bald unverpackt kaufen. Möglich machen das drei Frauen, die mit dem Verein Füllstation Frauenfeld eine gemeinsame Vision verfolgen und damit ein ökologisches, faires und möglichst unverpacktes Einkaufen ermöglichen möchten.

«Aktuell sind wir dran, konkrete Vereinbarungen mit den Lieferanten zu machen. Neben hoher Produktqualität haben für uns Unverpackt und Regionalität höchste Priorität. Zudem ist es uns wichtig, bei möglichst vielen Produzenten vor Ort gehen zu dürfen und uns über die Produkte zu informieren. Sind wir von der Produktion und der Philosophie hinter dem Produkt überzeugt, wird es ins Sortiment aufgenommen.», so erläutert Isabelle Zarn, Verantwortliche PR & Medien, den Prozess der Produktaufnahme ins Sortiment. Ausserdem wird ein Handbuch erstellt, das alle wichtigen Labels erklärt, die Herkunft der Produkte deklariert und die Menschen hinter den Produkten portraitiert. So wird wichtige Aufklärungsarbeit geleistet, indem das Wissen des Vereins an seine Kundschaft weitergegeben wird. Natürlich werden auch die Mitarbeitenden den Kundinnen und Kunden beratend zur Seite stehen.

Die Gründerinnen der Füllstation Frauenfeld: v.l.n.r. Isabelle Zarn, Verantwortliche PR & Medien, Eliane Hirschi, Präsidentin und Marion Lieberherr, Aktuarin © Füllstation Frauenfeld

Ein Angebot für alle

Vor über zwei Jahren eröffnete in Hüttwilen das erste Lädeli mit unverpackten Produkten im Kanton Thurgau. Dasselbe Angebot wünschen sich die drei Frauen auch für die Frauenfelder Bevölkerung. Um herauszufinden, ob auch in Frauenfeld die Nachfrage nach einem solchen Angebot besteht, mieteten sie im vergangenen Jahr an drei Samstagvormittagen einen Stand am Frauenfelder Wochenmarkt. Dort verkauften sie unverpackte Produkte und nutzten den Kontakt zur Bevölkerung sogleich, um mittels online Umfrage mit Tablet und Smartphone, das Bedürfnis nach einem solchen Angebot abzufragen. Die Vermutung der Gründerinnen war, dass Personen, die auf regionale Frischprodukte vom Markt wertlegen, auch gern lagerfähige Produkte unverpackt, regional und wenn möglich in Bio-Qualität kaufen würden. Die Resultate der Umfrage bestätigten die Vermutung. Von einer definierten Zielgruppe möchte die Füllstation Frauenfeld jedoch nicht sprechen. «Wir bieten Grundlegendes für jeden Haushalt an. In der Füllstation ist jede und jeder herzlich willkommen; niemand, der bei uns einkauft, muss ein Zero-Waste-Profi oder eine Nachhaltigkeitspionierin sein. Wir lernen selbst auch laufend dazu und das ist das Schöne daran.»

Nachhaltigkeit mit Stil: Plastikfreie Lebensmittelaufbewahrung ist im Trend. © Füllstation Frauenfeld

Miteinander statt Alleingang

Gemäss Zarn wird das Einkaufen im Unverpackt-Lädeli für viele ein neues Einkaufsgefühl sein. «Bei uns nimmt man sich mehr Zeit, entdeckt und versteht die Produkte und deren Herkunft. So kommt man bestimmt eher ins Gespräch, als beim normalen Einkaufen.» Der Austausch mit den Füllstation-Fans wird sich wahrscheinlich mittelfristig auch auf das Angebot auswirken; denn der Verein möchte das Angebot so gut wie möglich der Nachfrage anpassen und keinen Alleingang fahren.

Dass das Trompetenhüüsli vom Miteinander lebt, sieht man auch in der Zusammenarbeit der Mieter. Das Bistro «Hansi», welches ebenfalls ins Trompetenhüüsli einziehen wird, wird Grundnahrungsmittel, wie zum Beispiel Mehl und Zucker direkt von der Füllstation beziehen. Dass man sich bei Spitzenzeiten gegenseitig aushilft, ist für beide Parteien selbstverständlich.

Die Füllstation im Untergeschoss des Trompetenhüüsli nimmt Gestalt an. © Gabriel Müller

So rasch wie möglich, so spät wie nötig

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Eröffnung nicht wie geplant am 25. April stattfinden. “Die Unsicherheit der Bevölkerung und unser Verantwortungsgefühl gegenüber unseren Kundinnen und Kunden sowie unseren Mitarbeiterinnen haben uns dazu bewogen, den schwierigeren, aber vernünftigeren Weg zu wählen”, meint Zarn zur verschobenen Eröffnung. Wann diese sein wird, ist aktuell noch unklar. Bis dahin werden die Füllstation-Fans über den Instagram– und Facebook-Kanal mit Produkte- und Nachhaltigkeitstipps sowie Updates bestens unterhalten und das mit nachhaltiger Wirkung.

Über die Autorin

Rahel Bachmann (25) arbeitet seit neun Jahren für die Genossenschaft Migros Ostschweiz. Seit 2016 ist sie Projektleiterin Kulturprozent/Sponsoring in der Stabstellen-Abteilung Kommunikation, Kulturprozent, Sponsoring und Kundenmanagement. Mit dem CAS Marketing- & Corporate Communications eignet sie sich das nötige Wissen an, um sich weiterentwickeln und neue spannende Aufgaben in der externen sowie internen Kommunikation übernehmen zu können.

Online Bergtouren – Höhenfieber in den Schweizer Alpen

Von Leonie Koller

Ausbrechen aus dem Alltag – die Komfortzone verlassen. Dem Bedürfnis vieler Sportbegeisterten Menschen an die Grenzen zu stossen und darüber hinaus zu wachsen, geht Höhenfieber nach und bietet Touren für jedes Technik- und Konditionslevel an. Doch was tun, wenn die Corona-Krise einen zwingt, daheim zu bleiben?

Leonie Koller mit Gruppe, Aletschgletscher 2019, Höhenfieber-Tour

Virtuell über den Gletscher

Höhenfieber, die Berg- und Kletterschule mit Sitz in Root LU, stellt eine findige Lösung für alle daheimgeblieben bereit. Virtuelle Bergtouren. So können nicht nur geübte Berggänger, sondern auch die die es noch werden wollen über den Gletscher wandern oder eine Höhentour machen. Ohne, dass der Bergführer die Sportlichkeit prüft. Auch ganz ohne Seil und Steigeisen. Bequem vom Sofa – eine Massnahme, die so manches Herz höher schlagen lässt und Gästen die Zeit während dem Lockdown etwas kurzweiliger macht.

Für jedes Level

Ist man nicht auf einer virtuellen Bergtour, bietet Höhenfieber für jedes Technik- und Konditionslevel angepasste Touren an. Meldet sich ein Teilnehmer auf eine Tour an, wird kritisch geprüft ob er den Anforderungen gewachsen ist. Die Gäste müssen bei ihrer Anmeldung angeben, wie sie ihre Erfahrung einschätzen. Fabian Bietenhader Bergführer bei Berg+Tal und Höhenfieber und zuständig für das Tourencoaching und den Sicherheitsprozess auf den Touren: «Für uns als Bergsportanbieter hat Sicherheit oberste Priorität. Bei Touren ab der Stufe 2 (sportlich) müssen zusätzlich Referenztouren angegeben werden. Diese Referenzen werden von einem Bergführer beurteilt ob diese ausreichen für eine Teilnahme. Im Zweifelsfall kontaktiert der Bergführer den Teilnehmer telefonisch und klärt die Erfahrung detailliert ab.»

Beispiel der Technik und Konditionsstufe für eine Skitour © Höhenfieber

In die Schule beim Schweizer Bergführerverband

Das Risikosportartengesetzt gibt Aufschluss darüber, welche Ausbildung für welche Tour erforderlich ist. Die Höhenfieber Touren bewegen sich zu 90% im Bereich der Bergführern mit Fachausweis vorbehalten ist. Die Ausbildung dafür dauert mindestens drei Jahre und wird vom Schweizer Bergführerverband organisiert. Nach dieser Ausbildung sind Bergführer dazu verpflichtet regelmässig Weiterbildungen zu absolvieren. Für gewisse Schneeschuhtouren sind auch Wanderleiter mit Fachausweis berechtigt. Bei den Kletterkursen im Klettergarten kommen zudem einige Kletterlehrer mit Fachausweis zum Einsatz.

Safety first – ohne Kommunikation geht nichts

Höhenfieber verfolgt einen aufwändigen Tourencoaching Prozess. Bereits in der Ausschreibung auf https://www.hoehenfieber.ch/ müssen die Touren inhaltlich und von den technischen und konditionellen Anforderungen her korrekt beschrieben werden. Jeder Teilnehmer soll anhand dieser Beschreibung und seinem eigenen technischen und konditionellen Level die für ihn passende Tour finden. Bei jeder Tour wird das Teilnehmermaximum der Schwierigkeit der Tour angepasst. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ausrüstungsliste. Diese muss für jede Tour individuell, korrekt und vollständig sein. Die Ausrüstung wird bei Bedarf für jede Tour von Höhenfieber bereitgestellt.

Wenige Tage vor der Tour beginnt dann der eigentliche Prozess des Tourencoachings. Tourencoach und Bergführer prüfen selbstständig die Verhältnisse und den Wetterbericht. Anschliessend tauschen sie sich über die Erkenntnisse aus und treffen gemeinsam den Durchführungsentscheid. Der ganze Prozess wird dokumentiert. Passen Wetter und Verhältnisse nicht für die geplante Tour, versuchen sie wenn immer möglich eine gemeinsame Alternative auszuarbeiten. Nach der Tour meldet sich der Bergführer im Büro zurück und gibt Rückmeldung zur Tour. Dieses Feedback fliesst wiederum in die Ausschreibung der Touren ein und die Meldungen zu aktuellen Verhältnissen werden dem nächsten Bergführer weitergeleitet.

«Auf der Tour selbst hat der Bergführer die komplette Entscheidungskompetenz. Er überprüft laufend die Verhältnisse und entscheidet vor Ort. Die Bergführer sind auch dazu befugt, Teilnehmer von der Tour auszuschliessen, falls diese den Anforderungen nicht gewachsen sind und dadurch die Sicherheit der Gruppe gefährdet wäre.» Dieser Fall tritt aber äusserst selten auf, dank dem vorher genannten Prozess bei der Ausschreibung und Buchung, so Fabian Bietenhader weiter.

Nun bleibt zu hoffen, dass Corona den Weg in die Berge schnell wieder freigibt, und wir statt virtuell wieder tatsächlich die Schweizer Berge geniessen können.

Aletschgletscher 2019, Höhenfieber-Tour © Leonie Koller

Weitere Informationen:

https://www.hoehenfieber.ch

https://sbv-asgm.ch/#ausbildungen

https://www.hoehenfieber.ch/Online-Bergtouren

Über die Autorin

Leonie Koller arbeitet als Communication Specialist bei SIX. Aktuell absolviert sie den CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW. In ihrer Freizeit ist sie meistens auf dem Mountainbike, in den Bergen, auf dem Gletscher oder sonst in der Natur anzutreffen.

Von dreckigen Unterhosen in der Bundesverwaltung

Von Cécile Stäger

Es war einmal eine vergrabene Unterhose, ein Bodenforscher und ein Hashtag. So beginnt das Märchen über die erfolgreiche Bekanntmachung eines wichtigen, aber wenig beachteten Themas.

Doch von vorne: Bei Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, ist der Boden ein wichtiger Forschungsgegenstand. Nur mit einem gesunden, fruchtbaren Boden kann eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion sichergestellt werden. Millionen kleinster Bodenlebewesen, von Regenwürmern über Asseln bis hin zu Pilzen und Bakterien, bilden einen gigantischen Organismus und sorgen mit ihrer Zersetzungsarbeit von Pflanzenresten für wichtige Nährstoffe im Boden. Grundsätzlich gilt: je mehr Bodenlebewesen, desto gesünder der Boden.

Doch dieses faszinierende Reich unter unseren Füssen wird wenig wahrgenommen und seine wichtigen Funktionen vielfach unterschätzt. Agroscope wollte deshalb im Rahmen eines entsprechenden Forschungsprojektes dazu beitragen, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und ihr aufzeigen, dass es eine grosse Bodenbiodiversität gibt, die zu fruchtbarer Erde beiträgt.

Erzähl mir (k)ein Märchen

Doch wie bringt man dem breiten Publikum eine solch verborgene und auf den ersten Blick eher langweilige Materie näher? Eine geeignete Form der Wissensvermittlung ist das sogenannte Storytelling. Durch eine Geschichte werden Bilder und Assoziationen geweckt und Emotionen hervorgerufen, womit eine Botschaft leichter aufzunehmen ist und nachhaltig in Erinnerung bleibt. Das Grundrezept für eine gute Geschichte setzt sich folgendermassen zusammen: ein interessanter Protagonist, ein Setting, mit dem sich die Menschen identifizieren können, ein plakatives, einfach zu vermittelndes Bild, ein Ereignis und eine Auflösung. Humor kann dabei ein geeignetes Stilmittel sein, um eine Botschaft erfolgreich zu vermitteln (1).

In unserem Fall erzählt die Geschichte also von einer Baumwollunterhose, die im Boden vergraben und später wieder ausgegraben wird und die durch ihren Verrottungsgrad anschaulich vermittelt, was im Boden vor sich geht und wie es um seine Qualität steht. Hintergrund dieser Idee ist die internationale Kampagne #SoilYourUndies, die von amerikanischen Bauern ins Leben gerufen wurde. Im Juni 2019 lud Agroscope also zum «Tag des unterirdischen Lebens» und vergrub zusammen mit Familien Baumwollunterhosen, um sie zwei Monate später wieder auszugraben. Je stärker zersetzt die Unterhosen nach zwei Monaten waren, desto aktiver die Bodenlebewesen und desto gesünder der Boden. Die verborgene Welt des Bodens wurde damit auf humorvolle Weise sicht- und erlebbar gemacht.

Der Protagonist der Story: Die Baumwollunterhose. Foto: Nicolas Zonvi

Während wir unsere eigenen Kommunikationskanäle mit der Geschichte bespielten, wurde der Event medial begleitet und stiess schweizweit auf grosses Echo. 20 Minuten etwa titelte: «Bund ruf dazu auf, Unterhosen zu vergraben»; auch Schweiz aktuell berichtete darüber und sogar bei Glanz und Gloria fand das Thema Einzug, um nur einige Medienbeiträge zu nennen.

Reputationsverlust oder Aufmerksamkeitsgewinn?

Der Grat aber war schmal: Zu viel Dreck an den Unterhosen und es hätte ein Reputationsverlust gedroht. Darf die Bundesverwaltung dazu aufrufen, Unterhosen zu vergraben? Muss es gerade eine Unterhose sein? Eine staatliche Institution ist unter starker Beobachtung der Medien und der Öffentlichkeit. Eine solche Geschichte könnte auch schnell nach hinten losgehen. Zu unseriös, zu vulgär, zu dreckig. Entsprechende Kommentare in den Online-News-Portalen liessen auch nicht lange auf sich warten: «Ihr seid nicht mehr dicht […]», «da wird sich die ganze Welt über die Schweiz lustig machen […]» oder «[…] Kasperlis in der Landesregierung […]» (2).

Klar aber ist: Ohne den Protagonisten Unterhose wäre das mediale Echo und damit die Sensibilisierungskraft für das Thema nicht so gross gewesen.

Ein Blick in unser Medienmonitoring zeigt denn auch deutlich: Die Unterhosen-Aktion war ein Erfolg; das Thema Boden hat in dieser Zeit viel Aufmerksamkeit erhalten und zur Sensibilisierung der Bevölkerung beigetragen. Gleichzeitig hat sie zu einem Bekanntheits- und Reputationsgewinn für Agroscope und seiner Boden-Forschung geführt. Ein klassisches Happy End also.

Die Abbildung zeigt einen Auszug aus der Analyse der Medienberichterstattung 2019 zu Agroscope. Der Auszug vergleicht die Resonanzwerte (Anzahl Medienbeiträge) und die Tonalitätswerte der vier wichtigsten Kommunikationsereignisse von Agroscope. Der Tonalitätswert zeigt die Bewertung innerhalb der Ereignisse für einen bestimmten Zeitraum. Er kann maximal +100 (vollständig positiv) bis -100 (vollständig negativ) annehmen. Mediensample: 42 Schweizer Nachrichtenmedien. © commsLAB AG / fög – University of Zurich

Erzählen oder nicht erzählen?

Beim Abwägen, ob und wie man eine Geschichte publizieren und pushen soll, ist geraten, sich an ein paar Grundsätze zu halten und sich vorab insbesondere folgende Fragen zu stellen:

  • Was ist das Ziel der Geschichte? Geht es um eine Einstellungsänderung, um eine Wissensvermittlung oder darum, Aufmerksamkeit zu generieren?
  • Wie sieht der gesellschaftliche Kontext aus? Ist es der richtige Zeitpunkt für eine solche Geschichte? Werden keine Gefühle und Werte verletzt?
  • Entspricht die Geschichte dem Leitbild? Es ist wichtig, dass man seinem Leitbild und seinen Werten immer treu bleibt. In unserem Fall war das der Forschungskontext und die Seriosität und Relevanz der Bodenforschung. Entsprechend achteten wir darauf, dass bei der Berichterstattung immer der Forschungskontext im Vordergrund stand.
  • Nehmen Sie kritische Stimmen in Kauf: Gewisse kritische Stimmen lassen sich nicht vermeiden, denn man kann es nie allen recht machen. Was zählt, ist die Gesamtbilanz und das Erreichen des Kommunikationsziels.

Und die Moral von der Geschicht’? Es lohnt sich, ab und an die Komfortzone zu verlassen und eine gewagte Geschichte zu erzählen, die die Leute packt und Emotionen auslöst:

Die Baumwollunterhosen wurden also im Boden vergraben und warteten zwei Monate auf ihre Ausgrabung. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann … ist das kein gutes Zeichen für die Bodenqualität. The End.

Quellen:

(1) Vgl. Martin Eisend und Alfred Kuß (2009). Humor in der Kommunikation. In: Manfred Bruhn, Franz-Rudolf Esch, Tobias Langner (Hrsg.): Handbuch Kommunikation. S. 629-644. Wiesbaden: Gabler).

(2) Kommentarspalte 20 Minuten: https://www.20min.ch/schweiz/news/story/Bund-ruft-dazu-auf–Unterhosen-zu-vergraben-30658358

Über die Autorin

Cécile Stäger arbeitet als Kommunikationsspezialistin bei Agroscope an der faszinierenden Schnittstelle von Forschung, Politik und öffentlicher Verwaltung. Zurzeit absolviert sie den CAS Marketing- und Corporate Communications, um ihre Kenntnisse in diesem sich schnell wandelnden Bereich aktuell zu halten und zu vertiefen.

Vitality Dussnang – Ganzheitliche Betreuung mit eigenem Branding

Von Yvonne Schumann

Gesundheit und Lebensqualität sind nicht für jeden selbstverständlich. Chronische Krankheiten begleiten viele Menschen in ihrem Alltag. Vitality Dussnang ist ein individuelles Angebot der Rehaklinik Dussnang, dass helfen soll, die Gesundheit bewusst zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen. Eine ganzheitliche und individuelle Betreuung steht dabei im Vordergrund.

Chronisch müde und zu dick?

Die häufigste Todesursache in der Schweiz sind gemäss dem Bundesamt für Statistik im Jahre 2017 Herzkreislaufkrankheiten (31.4%) gefolgt von Krebskrankheiten (25.8%). Viele Menschen, leiden darüber hinaus über Zustände, die nicht unbedingt lebensbedrohlich sind, aber die Lebensqualität stark einschränken können. Dazu zählen zum Beispiel chronische Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Schlaflosigkeit oder auch Gelenkschmerzen und Übergewicht. Mit zunehmenden Alter steigt die Wahrscheinlichkeit an chronischen Krankheiten zu leiden. Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium hat veröffentlicht, dass die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer ab 50 Jahren unter mindestens einer vom Arzt diagnostizierten chronischen Krankheit erkrankt ist.

Des Weiteren hat der Nationale Gesundheitsbericht von 2015 dargelegt, dass 51% der Männer und 33% der Frauen heute übergewichtig oder adipös (fettleibig) sind. Die nachfolgende Abbildung zeigt, wie sich bei Männern und Frauen die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) im Zeitraum von 1992-2017 vollzogen hat: Bei den Männern gab es einen Anstieg von 39.3% auf 51% – bei den Frauen stieg der Anteil von 21.9% auf 33%.Wie auch der Diabetesinformationsdienst München berichtet, erhöht Übergewicht das Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu leiden.

Übergewicht und Adipositas bei Männern und Frauen im Vergleich (© BFS 2018)

Viele Pillen im Alltag

Werden mehrere dieser Beschwerden isoliert voneinander betrachtet und verschiedene Ärzte konsultiert, kann dies zur Folge haben, dass diverse Medikamente gleichzeitig eingenommen werden. Die Wirkung der Medikamente kann sich dann gegenseitig beeinflussen und den gesundheitlichen Zustand nicht unbedingt verbessern oder zu weiteren Nebenwirkungen führen. Die Einnahme von mehreren verschiedenen Medikamenten (Polymedikation) wird somit zum alltäglichen Gesundheitsproblem.

Vitality Dussnang

Die Rehaklinik Dussnang bietet «Vitality Dussnang» ein Angebot an, welches eine Gesundheitsanalyse mit ärztlicher Beratung umfasst. Diese neutrale und fachübergreifende Standortbestimmung soll Gesundheitsprobleme frühzeitig erkennen. Auch Personen, die an chronischen Krankheiten leiden, soll die Möglichkeit gegeben werden, den momentanen Gesundheitszustand zu prüfen und nach ärztlicher Empfehlung mit einem entsprechendem Therapieprogramm zu arbeiten.

Im Vordergrund steht dabei eine ärztliche Untersuchung und Beratung z.B. in Bezug auf Polymedikation, Bewegungsmangel oder Fehlernährung. Durch gezielte therapeutische Massnahmen soll die Gesundheit verbessert oder Krankheiten wie z.B. Herz-Kreislauf –Beschwerden vorgebeugt werden.

Nach der Gesundheitsanalyse wird ein individuelles Gesundheitsprogramm zusammengestellt. Dazu dienen drei Module:

  • Modul Ernährung und Gewichtsreduktion
    • Eine Ernährungsberatung soll helfen, die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern
  • Modul Bewegung
    • Individuelles Übungsprogramm, das leicht in den Alltag integrierbar ist
  • Modul Entspannung
    • Beratung und Vermittlung von Entspannungstechniken

Gestärkt durchs Leben

Egidio Spano spielte seit seiner Jugend leidenschaftlich gerne Fussball. Eine rheumatische Erkrankung änderte jedoch seinen Alltag und er litt an ständigen Schmerzen und musste Medikamente einnehmen. Egidio Spano testete bereits das Vitality Dussnang Angebot: «Die Ärzte in Dussnang haben das Zusammenspiel meiner Medikamente analysiert und auf mögliche Komplikationen geprüft. Ausserdem haben sie mir genau erklärt, was die Krankheit in meinem Körper auslöst und was ich ausserhalb der Medikation tun kann, damit es mir besser geht. Das hat mir extrem geholfen.» (aus Seniorin, Mitten im Leben, Ausgabe 1, 2020, Seite 15 «Ich bin als neuer Mensch zurückgekehrt).

Egidio Spano (rechts) mit seinem Physiotherapeuten beim Training (© Rehaklinik Dussnang AG)

Eigenes Branding

Zur Lancierung des Angebotes wurde eine eigene Marketingstrategie entwickelt, bei der die Kunden direkt angesprochen werden. Das Angebot wird über digitale und analoge Kanäle vertrieben. Insbesondere Instrumente wie beispielsweise das Storytelling sollen das Angebot am Markt platzieren. Um das Angebot vom bisherigen Rehabilitationsangebot der Klinik abzuheben, wurde ein eigenes Logo mit dem Claim «Ihrer Gesundheit zuliebe» entwickelt.

Flyer Vitality Dussnang (© Rehaklinik Dussnang AG)

Weitere Informationen:

https://www.rehaklinik-dussnang.ch

https://vitality.rehaklinik-dussnang.ch

Über die Autorin

Yvonne Schumann ist Assistentin der Geschäftsleitung der Rehaklinik Dussnang und betreut dort den Bereich Marketing und Kommunikation. Derzeit absolviert sie an der ZHAW den CAS Marketing- & Corporate Communications.

Eine Industrie verändert ihre Sprache

Von Patrick Pfenninger

In jeder Situation gibt es Industrien und Firmen, die profitieren. Wenn eine Herausforderung das Gesundheitswesen trifft, so ermöglicht das im Bereich der Life Science, Diagnostik, Health Care etc. auch immer Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Kurz nach dem Ausbruch von Covid-19 haben Firmen und Forschungsinstitutionen rund um den Globus begonnen, nach Impfstoffen oder Behandlungsmöglichkeiten zu suchen. Die dafür benötigten Instrumente stehen vielerorts bereit; andernorts müssen diese erst zum Teil entwickelt und beschafft werden. Analog der Weltöffentlichkeit wurden auch die Entwicklungs- und Kommunikationsabteilungen der Life Science Supplier Industrie vom Auftreten und der Heftigkeit des SARS-CoV2 überrascht.

Als Reaktion darauf wurden Produktionen hochgefahren, Launch-Aktivitäten von nicht relevanten Technologien verschoben und neue Innovationen, die bei der Bewältigung der Krise helfen können, priorisiert. So hat beispielsweise die in Ems ansässige Hamilton Medical, deren Kerngeschäft die Entwicklung und Herstellung von Beatmungsgeräten ist, ihre Schichten verlängert, den Einkauf intensiviert und Lagerkapazitäten geschaffen.

Die Schwesterfirma Hamilton Bonaduz AG hat in ihrer Robotiksparte die Vermarktungsanstrengungen für Produkte, die bei der Diagnostik des COVID-19 helfen können intensiviert. Ein geplanter globaler Launch einer Schlüsseltechnologie, welche die COVID-19 Thematik nicht unmittelbar unterstützen kann, wurde auf Herbst verschoben.

Gerade bei Beatmungsgeräten herrscht weltweit ein Engpass, eine Herausforderung für die Unternehmenskommunikation (Bild: Simon Orlob/Pixabay)

Veränderte Kommunikation

Eine besondere Herausforderung dabei ist die Kommunikation und die Tonalität der Publikationen. Viele der Marktteilnehmer in der Life Science Industrie profitieren zwar von der Krise, tun aber ihr Möglichstes um Leiden zu lindern, Leben zu verlängern und die Forschung nach Medikamenten und Impfstoffen zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund hat sich die Sprache der Kommunikation verändert. Vermehrt trifft man auf Begriffe wie “aid public health”, ”committed to scientific research”, “proud to support” oder “continued efforts to fight COVID-19” an. Bereits vor dieser aktuellen Situation wurde offensive Kommunikation im B2B eher zurückhaltend eingesetzt, doch war diese stärker von technischen Inhalten und der selbstbewussten Präsentation von Produkten, Features und Benefits geprägt.

Beispiel einer veränderten Kommunikation: „joining forces with leading manufacturers…“ (Screenshot LinkedIn Grenova)

Natürlich gab es schon vor COVID-19 Kollaborationen zwischen Industrie und Wissenschaft, die auch in der Marketing-Kommunikation beschrieben wurden, dennoch ist die aktuelle Veränderung der Marketingsprache für den aufmerksamen Betrachter augenscheinlich. Man möchte Hand bieten, das Problem zu lösen und nicht in Verdacht geraten, die Situation auszunutzen zu wollen, obschon handfeste geschäftliche Interessen durchaus bestehen.

Dr. Jörg Katzenberger, Teamleiter Marketing Kommunikation Hamilton Bonaduz sagt dazu: “Jede und jeder in unserem Team fühlt mit der Öffentlichkeit mit und wir geben alle unser Bestes, um unsere Kunden bei der Bekämpfung dieser Krise bestmöglich zu unterstützen, dass der erhöhte Bedarf an medizinischem Gerät für unsere Firma positiv ist, steht dabei nicht im Vordergrund. Dementsprechend gestalten wir auch unsere Kommunikationsmassnahmen“.

COVID-19 steht im Vordergrund

Ein anderer grosser Player in diesem Markt ist Tecan aus Männedorf ZH, der ebenfalls relativ früh auf die Krise reagiert hat. Bereits Mitte März wurde berichtet, dass man sowohl chinesischen als auch südkoreanischen Herstellern von entsprechenden Tests gegen COVID-19 mit Automationsplattformen helfen konnte aber auch, dass die Pandemie eine Herausforderung für andere Geschäftsbereiche darstellt. Bezüglich der Kommunikation, liess sich auch bei Tecan ein Wandel feststellen; so wurden auf der Firmen-Website als auch auf Branchenportalen Aktivitäten rund um COVID-19 thematisiert. Dabei rückten Kollaborationen und Unterstützung bei der Bekämpfung der Krise verstärkt in den Fokus.

Martin Brändle, Senior Vice President, Corporate Communications & IR sagt dazu: “Die Pandemie ist weltweit eine riesige Herausforderung. Schnelles Testen der Bevölkerung ist entscheidend bei der Bekämpfung dieser Krise. Wir unterstützen zahlreiche Kunden mit Automationslösungen für die Abarbeitung dieser Tests in den Labors. Auch bei der Erforschung möglicher Therapieansätze kommen unsere Produkte zum Einsatz. In der Kommunikation stellen wir daher vor allem diese praktischen Kundenbeispiele in den Vordergrund.

Es bleibt zu hoffen, dass mit Hilfe von Wissenschaft und Technologie baldmöglichst eine Lösung für diese Krise gefunden wird und die Menschheit in absehbarer Zeit zu den eigentlichen Plänen für 2020 zurückkehren kann.

Über den Autor

Patrick Pfenninger ist Senior Product Manager Microlab VANTAGE bei der Hamilton Bonaduz AG und absolviert aktuell bei der ZHAW den CAS Marketing- & Corporate Communications.

Corporate Blogging: Die Formel zum Erfolg

Von Angela Biafora

Der Corporate Blog ist aus dem Content Marketing nicht mehr wegzudenken: Aus der Reise- und Freizeitbranche hat Corporate Blogging sich auch in Unternehmen etabliert, die in erster Linie nicht mit Blogs in Verbindung gesetzt werden. Ein solches Unternehmen ist die Metrohm AG, das primär die Entwicklung und Produktion von Hochpräzisionsinstrumenten für die chemische Analytik im Fokus hat. Alyson Lanciki, Scientific Editor bei der Metrohm AG, erzählt über die Wichtigkeit des Bloggens im Unternehmen und verrät ihre Formel für den Erfolg eines Corporate Blogs.

Der Metrohm-Blog – Aufmerksamkeit und Image

Nach dem Erfolg des Jubiläumsblogs im Jahr 2018 zur Feier des 75-jährigen Bestehens des Unternehmens wurde im Januar 2020 der Unternehmensblog «Analyze This» eingeführt. Wöchentlich erscheinen neue Beiträge, die abwechselnd Themen aus den verschiedenen Fachbereichen wie Titration, Spektroskopie oder Ionenchromatografie sowie Tipps und Tricks für Chemiker behandeln.

Blogbeitrag aus dem Metrohm-Blog «Analyze This» (Bild: Metrohm AG)

Im Gegensatz zu Werbemedien wie Prospekte oder Broschüren, sprechen diese kurzen Blogbeiträge konkrete Probleme der Zielgruppe bezüglich Analysemethoden an und zeigen umsetzbare Lösungen auf. Dem Leser wird ein Mehrwert geboten, den er gewillt ist mit seinem Umfeld zu teilen. Somit ist die Reichweite eines Blogbeitrags nicht zu unterschätzen. Letztlich ist das Ziel des Blogs den Leser auf das Unternehmen aufmerksam zu machen. Hierbei dient der Unternehmensblog einerseits dazu die Expertise andererseits mittels humorvolleren Passagen auch die Menschlichkeit der Metrohm AG aufzuzeigen.

Tipps und Tricks einer Unternehmensbloggerin

Informationen liegen bei der Metrohm AG en masse vor. Die Herausforderung liegt darin den Inhalt kurz und prägnant zu halten und gleichzeitig Interesse zu wecken. Wie wird dies umgesetzt?

Alyson Lanciki – Scientific Editor und Unternehmensbloggerin bei der Metrohm AG in Herisau (Bild: Alyson Lanciki)
  • Das Innere: Nichts Schlimmeres als die leere Seite am Anfang. Was könnte die Zielgruppe interessieren? Gespräche mit Produktmanagern, Sales Managern und weiteren Mitarbeitern «an der Front» helfen weiter. Die Ausrichtung des Inhalts an die Zielgruppe ist das A und O.
  • Das Äussere: Ein Blogbeitrag muss ansprechend gestaltet werden – Bilder und Corporate Design sind die ersten Schritte in die richtige Richtung.
  • Das Recyceln: Das Verfassen von White Papers oder Application Notes ist mit grossem Aufwand verbunden, doch verschwinden die Inhalte schnell im Internet. Diese Inhalte können in kurzer Zeit umgeschrieben und als Blogbeitrag wieder zum Leben erweckt werden.
  • Das Zusammenspiel: Der Blog ist nicht auf sich allein gestellt. Die Metrohm AG schaltet eine Woche nach Publikation eines Beitrags den Link in den Sozialen Medien (z. B. Facebook) auf und veröffentlicht auf LinkedIn den Blogbeitrag etwas umformuliert als Artikel – im eigenen Profil aber auch in anderen Gruppen. Der Einsatz verschiedener Sozialer Medien führt zu einem deutlichen Anstieg der Besucherzahl.
  • Die Analyse: Mit Google Analytics lassen sich Zahlen und Fakten berechnen, mit denen die Inhalte optimiert werden können.

Die Alyson-Formel für den erfolgreichen Blog

Was braucht nun ein Unternehmen, um einen erfolgreichen Unternehmensblog zu führen?

Die Alyson-Formel (eigene Darstellung)
  • Neugierde: Das Unternehmen kann nichts Interessantes schreiben, wenn es selbst nicht neugierig ist.
  • Zeit: Von der Themenfindung zur Inhaltserstellung bis hin zur Verbesserung des Layouts – das alles beansprucht viel Zeit. Diese muss den Mitwirkenden zugestanden werden.
  • Struktur: «We need to play psychologist!», meint Alyson mehrmals. Es gilt herauszufinden, was potenzielle Leser interessieren könnte und dies dann in eine passende Struktur zu bringen. Ein Call-to-Action darf nicht fehlen: Verweise z.B. auf eine Landing Page oder ein White Paper sind zwingend.

Mit dieser Formel steht dem Erfolg des Unternehmensblogs nichts mehr im Weg!

Über die Autorin

Angela Biafora ist Übersetzerin und Übersetzungsmanagerin bei der Metrohm AG in Herisau. Nach ihrem Studium in Angewandte Sprachen am Departement Linguistik der ZHAW und den erworbenen Kenntnissen und Kompetenzen im Übersetzen technischer Texte, möchte sie ihr Wissen im Bereich Marketing auffrischen und stärken. Sie absolviert derzeit den CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW.

Wie ein Blog die Forschung erklärt und dabei die Welt rettet

Von Annina Gantenbein

Zurzeit scheint es in der Politik, in den Medien und in den Köpfen der Menschen kaum mehr eine andere Zeitmessung als vor, während und (hoffentlich) nach Corona zu geben. Vielleicht haben wir aber gerade auch jetzt einmal Zeit und Musse, uns anderen Herausforderungen zu widmen, die sonst schlicht und einfach im Trubel des Alltäglichen untergehen.

Vor Corona waren der Klimawandel und die Energiewende Thema Nummer 1. Seit langem geht damit aber die Frage einher, wie Forschungserkenntnisse für die Bevölkerung oder, vielleicht gar wichtiger, für Journalisten und den ganzen Politzirkus verständlich kommuniziert werden können. Denn klar ist: von wegen vorbildliche Schweiz. Der Klimawandel und seine Ursachen sind den meisten bekannt. Aber obwohl wir über einen der höchsten Technologiestandards verfügen, schaffen wir es nicht, politisch und gesellschaftlich griffige Massnahmen zu ergreifen. Woran liegt das?

Verstehen wir die Lösungen einfach nicht?

Genau da kommt die Kommunikation ins Spiel. Institutionen wie der ETH Zürich ist es ein Anliegen, Forschung auch in die gesellschaftlichen Herausforderungen einzubetten, denn ein kommunikativ erfolgreicher Technologietransfer wirkt vertrauensfördernd. Und jetzt? Die Klima-Alarmglocken läuten laut und deutlich. Innerhalb der ETH Zürich wird hier viel geforscht und die Rufe der Klimajugend haben auch ihren Beitrag geleistet. Trotzdem führen Forschungserfolge nicht immer zu einem Umdenken, geschweige denn Handeln in der Gesellschaft.

Das ETH-Kompetenzzentrum für Energie setzt auf unterschiedlichste Kanäle, um den Technologietransfer zu unterstützen. Die verschiedenen Touchpoints stehen symbolisch für die Anspruchsgruppen: die interessierte Bevölkerung, andere Forschungsinstitute, Industrie und Politik. Mit Konferenzen, Ausstellungen, Roundtable-Diskussionen, Veranstaltungsvideos oder Social-Media-Beiträgen wird ein Dialog über aktuelle Energiethemen angeregt. Neu im Sortiment ist auch ein Energie-Blog.

Globi fährt mit dem E-Bagger an der Scientifica – Forschung zum Anfassen (Copyright: Annina Gantenbein)

Schliesst der Blog die Lücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft?

Das Format des Blogs ist interessant, denn in Zeiten der Informationsflut sehnen sich Lesende zunehmend nach vertrauenswürdigen Meinungen. Dieses Bedürfnis kann der Energy Blog der ETH befriedigen. Technologien und Prozesse werden in einem argumentativen, interdisziplinären Rahmen beleuchtet. Die Lesenden können erkennen, wie sich der Autor in einer Sache positioniert. Spezialisierte Forschung, die für Herrn und Frau Schweizer meist unverständlich ist, wird aus dem Elfenbeinturm in den Alltag geholt. Der Energie-Blog leistet durch folgende Merkmale einen Mehrwert:

  • Gesamtkontext statt Scheuklappendenken: Die Beiträge betten aktuelle Geschehnisse und Forschung in den Alltag der Menschen ein und berücksichtigen dabei den gesellschaftlichen und politischen Kontext.
  • Verständliche Sprache: Der Forscher-Fachjargon wird in ansprechende und verständliche Texte heruntergebrochen, die auch von der breiten Bevölkerung verstanden werden. Die Autoren erbringen damit eine entscheidende Übersetzungsleistung.
  • Breite Wissensbasis: Energie steckt überall, mit dem technischen Fortschritt entzieht sich das Wissen darum jedoch den meisten. Um im demokratischen Prozess aber die Energiewende zu meistern, bedarf es fundierter Entscheidungen. Blog-Beiträge vermitteln einer grossen Leserschaft das notwendige Wissen dafür.
  • Meinungen, Meinungen und nochmals Meinungen: Argumentative Positionierungen regen zur Diskussion an, involvieren Entscheidungsträger, indem Forderungen gestellt werden, und zeigen Best Practices auf. In einem Bottom-up-Ansatz geben die Autorinnen und Autoren etwas an die Gesellschaft zurück.
Im Blog kann Forschung zeitunabhängig und ausführlich analysiert werden. (Copyright: ETH Zürich / Tom Kawara)

Zusammenfassend zeigt sich klar, dass ein Blog dazu beitragen kann, dass die Bevölkerung die Prozesse des Klimaschutzes und der Energiewende versteht und akzeptiert. Natürlich ist der Touchpoint Blog nicht das Allerheilmittel. Aber mit jedem kommunikativen Versuch gewinnt die Energiewende an Dynamik und bald gelingt dann auch der so dringlich benötigte Klima-Sprint. Und so leistet auch ein Energie-Blog seinen (kleinen) Beitrag zur Rettung der Welt. Ganz nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein.

Über die Autorin

Annina Gantenbein wagte sich nach dem Konferenzdolmetscherstudium an der ZHAW während eines Hochschulpraktikums beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement EJPD das erste Mal in die Kommunikations- und Medienwelt. Das Interesse war geweckt und nach einem Abstecher beim kantonalen Migrationsamt ist sie seit April 2019 am Energy Science Center der ETH Zürich für Kommunikation, PR und Events verantwortlich.

«Oft dauert es länger als 9 Monate»

Von Pascal Thoma

Es ist noch kein Grund zur Sorge, wenn es mit dem Schwangerwerden nicht auf Anhieb klappt. Sanitas lanciert mit «Kinderwunsch» eine neue Zusatzversicherung, die Kundinnen und Kunden auf ihrem Weg zum eigenen Baby unterstützt. Gleichzeitig thematisiert Sanitas damit ein Tabu, denn obwohl in der Schweiz jedes sechste Paar ungewollt kinderlos ist, wird darüber meist geschwiegen.

Der Kinderwunsch ist bei vielen Paaren ein wichtiges Thema (© Sanitas)

Eine Schwangerschaft ist keine Selbstverständlichkeit

Selbst bei optimalen Bedingungen liegt für eine 25-jährige Frau die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis bei 25 Prozent pro Zyklus (1). Mit dem Älterwerden sinkt die Wahrscheinlichkeit kontinuierlich und liegt bei einer 35- bis 40-jährigen Frau im Durchschnitt nur noch bei ca. 5 Prozent pro Zyklus (1). Beim Mann sinkt die Fruchtbarkeit ab dem 40. bis 45. Lebensjahr ebenfalls (2).

Wahrscheinlichkeit pro Zyklus für eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg. (© Kliniken Pro Crea & Fiore)

1970 war ein Drittel der Frauen in der Schweiz bei der Erstgeburt ihres Kindes unter 25 Jahre alt. 2018 waren es gerade noch 5,9 Prozent. Heute sind die meisten Frauen bei der Erstgeburt zwischen 30 und 35 Jahre alt (38,7 Prozent). Ganze 33 Prozent sind sogar 35 und älter, wie die nachfolgende Grafik zeigt (3). Bei einer Absetzung der Verhütung dauert es im Schnitt sechs bis zwölf Monate, bis eine Frau schwanger wird (4). In der Schweiz bleibt dennoch rund jedes sechste Paar ungewollt kinderlos (5).

Die meisten Frauen in der Schweiz sind heute bei der Geburt ihres ersten Kindes 30 bis 34 Jahre alt. (© BFS 2019 – BEVNAT)

Erste Kinderwunschversicherung der Schweiz

Die Zahlen zeigen, dass sich der Kinderwunsch zunehmend in ein reiferes Alter verlagert, und zwar auf Kosten der Fruchtbarkeit. Die heutigen medizinischen Möglichkeiten bieten höhere Chancen, dass es auch später mit der Familiengründung klappt. Die Behandlungen sind allerdings kostspielig und nur begrenzt in der Grundversicherung enthalten. Mit der Zusatzversicherung Kinderwunsch unterstützt Sanitas Ihre Kundinnen bei der Erfüllung eines Lebenstraums.

Die Versicherung ermöglicht den Kundinnen zusätzliche Versuche und Massnahmen, um schwanger zu werden, und ergänzt die Leistungen der Grundversicherung. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Behandlungen bei der Frau, weshalb die Zusatzversicherung Kinderwunsch nur von Frauen abgeschlossen werden kann. Von folgenden Vorteilen können Versicherte profitieren:

  • Zusätzliche Versuche bei künstlicher Befruchtung
  • Genetische Untersuchungen des Embryos und pränatale Tests
  • Zugang zu ausgewählten Kinderwunschkliniken in der Schweiz
  • Kostenloser Fruchtbarkeitstracker von Ava

Prominente Gäste sprechen offen über den Kinderwunsch

Sanitas hat die Lancierung der Zusatzversicherung Kinderwunsch zum Anlass genommen, offen über ein Tabuthema zu diskutieren. Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Christian De Geyter (Unispital Basel), Prof. Dr. med. Bruno Imthurn (SGGG), Lea von Bidder (Ava) und Yonni Moreno Meyer (Schweizer Bloggerin und Kolumnistin) wurde an einem Roundtable der offene Dialog über Fruchtbarkeitsprobleme gestartet. Die Gäste waren sich dabei einig, dass es möglich sein soll, den eigenen Kinderwunsch zu versichern. Das Wichtigste sei aber nach wie vor, sich frühzeitig Gedanken zu machen und rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Fruchtbarkeitsprobleme wurden und bleiben zunehmend ein wichtiges Thema unserer Gesellschaft. Kinderwunsch ist eine erste Antwort darauf.

Alle weiteren Informationen zur Roundtable-Diskussion: https://www.sanitas.com/de/privatkunden/kontakt-hilfe/gut-zu-wissen/news/roundtable-kinderwunsch.html

Mehr zum Thema:

Quellen:

(1) Kliniken Pro Crea & Fiore: https://www.avawomen.com/de/avaworld/hast-du-das-gewusst-fakten-uebers-schwanger-werden/

https://www.fiore.ch/de/ihr-weg-zum-wunschkind/ursachen

https://www.procreaivf.de/de/unfruchtbarkeit

(2) USZ: http://www.repro-endo.usz.ch/fachwissen/kinderwunsch-sterilitaet/seiten/ungewollt-kinderlos.aspx

(3) BFS 2019 – BEVNAT: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/geburten-todesfaelle/geburten.html

(4) Techniker: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/schwangerschaft-und-geburt/fruchtbarkeitsstoerungen-was-geschieht-bei-der-befruchtung-2013476

(5) USZ: http://www.repro-endo.usz.ch/fachwissen/kinderwunsch-sterilitaet/Seiten/default.aspx

Über den Autor

Pascal Thoma (31) arbeitet seit 5 Jahren bei der Sanitas Krankenversicherung AG. Als Marketing Manager im Vertriebsmanagement ist er verantwortlich für die Marketing- und Kommunikationsmassnahmen für Vertriebspartner (B2B). Im Rahmen seiner Ausbildung zum MAS (Master of Advanced Studies) in Marketing Management besucht er den letzten CAS (Marketing- und Corporate Communications). Damit möchte er sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation wichtiges Know-how für seine Zukunft erlangen.