Swiss New Marketing Forum 2013

Am letzten Dienstag, 10. September 2013, fand an der ZHAW School of Management and Law  in Winterthur das vierte Swiss New Marketing Forum statt. Das Thema «Marketing ist weiblich» wurde im Rahmen von fünf Referaten aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet. In der anschliessenden Diskussion-Session erhielten die Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre Fragestellungen und Sichtweisen einzubringen und die aktuellen Entwicklungen im Marketing mit Experten zu diskutieren und hinterfragen.

Als erstes Referat erzählten Dr. Carole Ackermann (Diamondscull AG) und Dr. Teresa Mandl (ZHAW) über das genderspezifische Touchpoint-Management bei Versicherungen und überraschten mit spannenden Ergebnissen aus ihrer Studie. Beispielsweise sagen 70% der befragten Frauen aus, dass sie die angebotenen Versicherungsprodukte nicht verstehen. Zudem fanden sie heraus, dass für Frauen die Sicherheit und eine an ihre Lebensumstände passende Lösung bevorzugen, wohingegen Männer bei ihren Vorsorgeentscheidungen eher Rendite und Steuerersparnis anstreben.

Cindy Groenke (Whirlpool) zeigte anhand von einer Case Study vom aktuellen Markenrelaunch der Marke Bauknecht auf, wie Praxiserfahrungen der Industrie im Bereich Gender Marketing genutzt werden kann, um eine erfolgreiche Markenrepositionierung zu gestalten. „Pink thinking“ ist nicht der Weg, der dabei vorgezogen werden sollte. Im Gegenteil sollte gezielt versucht werden, angepeilte Kommunikationstools wie Print, Online, Social auf die Zielgruppe Frau abzustimmen, um deren Effektivität zu steigern und letztendlich eine durchschlagende Kommunikationskampagne zu konzipieren.

Heiner Thorborg, Personalberater und Gründer der Initiative Generation CEO, erklärte in seinem Referat warum und wie Employer Branding gelebt werden muss und nicht nur davon gesprochen werden soll. Er machte klar, dass nicht nur die Unternehmen sich mehr für Frauen auf den Führungsstufen einsetzen müssen, sondern, dass auch die Frauen selbst aktiver und mutiger werden müssen um etwas zu verändern.

Alexandra Streufert und Roman Meier (Accenture) erzählten in ihrem Referat „Nach dem Kauf ist vor dem Kauf“ wie weibliche Eigenschaften wie Empathie und das Jonglieren mit immer komplexeren Anforderungen immer wichtiger werden. Führende Unternehmen müssen ihre (potenzielle) Konsumenten verstehen und ihnen auf der Customer Journey folgen.

Als Abschluss und Highlight trat Diana Jaffé (Bluestone AG) mit ihrem Referat „Marketing für Adam und Eva“ auf. Sie zeigte anhand von aktuellen Beispielen auf, wie Unternehmen ihre Produkte oft nach dem Ansatz „shrink it and pink it“ vermeintlich an die Bedürfnisse der weiblichen Zielgruppe anpassen, dies jedoch meistens weder den Geschmack der Frauen trifft, noch die effektivste Methode ist um Frauen anzusprechen. Ebenfalls zeigte Jaffé  auf, dass Frauen ihre Kaufentscheidungen auf völlig andere Weise treffen als Männer. Männer stellen bei den meisten Produkten nur geringe Ansprüche, wo Frauen hingegen ganz sicher sein wollen, die beste Wahl getroffen zu haben. Wenn sie das Beste nicht finden können, dann kaufen Frauen nicht.

Durch den Event und die anschliessende Diskussionsrunde mit Carole Ackermann, Cindy Groenke, Diana Jaffé und Sandra-Stella Triebl führte Steffi Buchli.

Der ganze Event wurde in einem Video von Judith Steiner zusammengefasst.

Weitere Dokumentationen finden Sie hier:

 

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