«Online-Marketing ist keine Disziplin, sondern eine Art zu denken»

Simon Künzler,
Dozent im CAS Digital Marketing

Langsam aber sicher verschieben sich die Marketing-Budget in Schweizer Unternehmen in Richtung digitaler Instrumente. Simon Künzler ist Dozent im neuen Zertifikatsstudiengang (CAS) Digital Marketing und zeigt in seiner Unterrichtssequenz Einsatzmöglichkeiten sowie Vor- und Nachteile der wichtigsten digitalen Online-Marketing-Instrumente auf.


Die Suchmaschinen entscheiden heute, wer im Netz Erfolg hat. Welche „Hausaufgaben“ müssen Unternehmen anpacken, um für Google und Co. relevant zu sein?

Klar, die Suchmaschinen sind die Gatekeeper. Bevor Unternehmen an „Google und Co.“ denken, sollten sie als Hausaufgabe ihre Angebote und Services auf Relevanz für die Konsumenten überprüfen. Relevante Unternehmen finden tendenziell automatisch in den Suchmaschinen statt, weil die User über eigene Kanäle darüber berichten.

Die Herausforderung ist in einem nächsten Schritt, möglichst viel Visibilität (sprich Präsenz) in den Suchmaschinen zu erzielen, um so qualifizierten Traffic zu generieren. Sei dies durch Textanzeigen wie Google AdWords (inklusive Extensions), das Ranking von optimal indexierten eigenen Internet-Präsenzen (wie z.B. Website oder Weblog) oder/und durch Touchpoints über Social Media wie z.B. Facebook- oder LinkedIn-Auftritte.

Um dies zu erreichen, braucht es eine intelligente Keyword-Strategie sowie onpage und offpage optimierte Internetpräsenzen – viel Content, Networking, technisches Wissen, gute Tools – und einen langen Atem ;-).

Und ein kleiner Tipp: ein Internet-Auftritt sollte nicht erst für die Suchmaschinen optimiert werden, wenn er bereits realisiert und frisch live geschaltet wurde – sondern schon in der Konzeptions- und Kreations-Phase!

Weshalb tun sich immer noch viele Unternehmen schwer, vermehrt digitale Marketing-Instrumente einzusetzen?

Hm, ich würde hier nicht alle über einen Kamm scheren. Meiner Erfahrung nach hat sich bei den Unternehmen auch so etwas wie einen „Digital Divide“ gebildet. Während die einen sehr innovativ, spielerisch und experimentierfreudig die neuen Möglichkeiten gezielt, gekonnt, vernetzt und erfolgreich einsetzen, tun sich einige noch ziemlich bis und mit sehr schwer.

Mögliche Gründe für die Zurückhaltung sind die, dass die Entwicklung im Bereich Online-Marketing (oder im Web allgemein) einfach extrem rasant ist, sich laufend neue Möglichkeiten eröffnen und so die Komplexität einfach ständig zunimmt. Viele kennen auch einfach die Potenziale und Wirkungsmechanismen zu wenig.

Zudem kann Online-Marketing auch ziemlich „hart“ sein… weil einerseits viele verschiedene Fähigkeiten (Kreativität, Schnelligkeit, Prozess-Verständnis, Koordination & Planung, u.v.a.m.) gefordert sind und andererseits die Ergebnisse knallhart ausgewiesen werden – die positiven und die negativen. Da ist es immer noch einfacher, ein Inserat oder einen Werbespot zu schalten…

Welche digitalen Marketing-Instrumente wirst du in deiner Unterrichtssequenz vorwiegend thematisieren?

Sicherlich SEO (Search Engine Optimization, Suchmaschinen-Optimierung) – inklusive einem kurzen Abstecher ins Thema Online Reputation Management, denn schliesslich beeinflussen die Ergebnisseiten der Suchmaschinen (SERPS) die Wahrung der Konsumenten und den Umsatz eines Unternehmens.

Dann aber auch SEA (Search Engine Advertising, also Suchmaschinen-Werbung mit Google AdWords), Online Werbung und Affiliate Marketing. Allenfalls auch E-Mail-Marketing.

Selbstverständlich auch das Thema Landing Pages – da mangelt es nach meiner Erfahrung noch an sehr viel Wissen.

Und zum Schluss werde ich einen Case aus der Praxis mitbringen, wo mit den oben erwähnten Instrumenten (und einige mehr) in einem orchestrierten Massnahmen-Mix die gewünschten Conversions (Buchungen) ausgelöst wurden. Da werden wir auch einen Blick auf die Conversion Rates pro Instrument werfen.

Besten Dank für das Interview!

Gerne 😉

Diese und weitere Themen rund um Digital Marketing und die Unternehmensführung in der digitalen Realität werden im neuen Zertifikatsstudiengang (CAS) in Digital Marketing aufgegriffen. Die erste Durchführung startet am 15. März 2013. Weitere Informationen finden Sie auf der Studiengangs-Website.

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