Erfahrungsbericht einer Swiss Biodesign Teilnehmerin

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Pyranka Chadha, Technology Risk Consultant bei PWC, nahm 2019 im Rahmen eines Nachwuchskräfte-Stipendiums am CAS-Pilotprojekt „Swiss Biodesign Bootcamp“ teil. In diesem Beitrag beschreibt sie ihre Erfahrungen.

Als Biomedical Engineer, die an der Schnittstelle zwischen Technologie und Wirtschaft arbeitet, vermisste ich mein altes Handwerk und suchte nach einer Gelegenheit, mein Business Knowhow mit meinem technischen Hintergrund und meiner Leidenschaft für das Gesundheitswesen zu verbinden. Als ich vom Swiss Biodesign Bootcamp erfuhr, war ich davon sofort angetan, denn der Kurs beinhaltete einzigartige Erfahrungen, wie z.B. die Clinical Immersion im Spital wie auch Coaching durch erfahrene Praktiker. Ich versprach mir davon auch mehr über Design Thinking und Produktstrategien zu neuen medizinischen Technologien zu lernen.

Inspirierendes Umfeld

Der Swiss Biodesign-Kurs übertraf meine Erwartungen – es war eine einmalige Erfahrung, um neues zu lernen und sich persönlich zu entwickeln. Unter Gleichgesinnten mit unterschiedlichem Hintergrund zu sein, schuf ein inspirierendes, offenes Umfeld, in dem wir uns alle wohl fühlten, interessante und verrückte Ideen zu diskutieren. Ausserdem hatten wir in der ersten Woche die Gelegenheit, uns durch gemeinsame Abendessen und die gemeinsame Unterbringung gut kennen zu lernen. Ich schätzte dies besonders, da ich aus Grossbritannien komme und vor dem Kurs sehr wenig Erfahrung mit der Schweizer Kultur und Sprache hatte. Die Kursgrösse und die schöne Landschaft um das Seminarhotel herum waren jedoch perfekt, um sich einzuleben. Ich fühlte mich sehr schnell wohl und habe nun eine neu entdeckte Liebe zur Schweiz und zur Schweizer Präzision.

Onlinetest als Vorbereitung

Bevor der Kurs begann, wurden uns umfangreiche Pre-Readings gegeben und es galt einen Onlinetest hierzu zu absolvieren. Dies war eine sinnvolle Lösung, um uns auf das intensive Programm vorzubereiten und eine gemeinsame Wissensgrundlage zu den Biodesign-Methoden zu schaffen. Die ersten beiden Tage im Bootcamp begannen noch mit Wiederholungen der Prereadings zur Needs-, Stakeholder- und Marktanalyse. Das gab Zeit, sich noch entspannt kennen zu lernen. Die Phase „leichter“ Arbeit währte jedoch nicht lange, da wir bald in die Tiefen des Biodesign-Prozesses eintauchten und bereit für die klinischen Grundlagen waren. Unser Untersuchungsgebiet waren Magen-Darm-Erkrankungen. Das Erlernen der Pathophysiologie der verschiedenen Krankheiten und der Behandlungsmethoden war eine Herausforderung. Aber das Chirurgen- und Pflegeteam rund um Prof. Adamina am Kantonsspital Winterthur war unglaublich unterstützend. Sie stellten sicher, dass wir von Tumor Board- bis OP-Besuchen gut informiert waren und ihnen so viele ‘Anfänger’-Fragen stellen konnten, wie wir wollten.

Die mehrtägige ‘Clinical Immersion’ war definitiv ein Highlight für mich. Nur sehr wenigen Menschen wird die Möglichkeit geboten, medizinische Konsultationen und Operationen aus erster Hand mitzuerleben. Für mich war es besonders interessant zu erfahren, wie anders das Schweizer Gesundheitssystem im Vergleich zum NHS in Grossbritannien funktioniert. Die Tage, die wir im Krankenhaus verbrachten und alles, was wir gelernt hatten, in die Praxis umsetzten, waren unglaublich bereichernd, da mir klar wurde, wie ich eine völlig andere Art des Denkens über meine Umgebung in Bezug auf Anwenderbedürfnisse, Produktdesign und Business-Aspekte entwickelt habe.

Clinical Immersion als Highlight

Intensiver Kurs, der sich gelohnt hat

Ein weiterer Höhepunkt für mich war die Gelegenheit, mit Branchenexperten, Risikokapitalgebern und Start-up-Gründern zu sprechen. Ihre Leidenschaft war ansteckend, und es war cool zu sehen, wie greifbar unsere Projektdiskussionen mit ihnen wurden. Denn auch sie begannen mit visionären und mal mehr, mal weniger erfolgreichen Ideen. Als wir zum Abschlusstag des Bootcamps kamen und das Biodesign Faculty Konzept wie auch den Business Case für unser neuartiges Smart Stoma-Device vorstellen mussten, war dies ein Moment voller Aufregung, aber auch Stolz. Denn der Kurs war sehr intensiv. Wir hatten so viel entwickelt, von den ersten Konzepten über die Patentrecherche bis hin zu Interviews mit über 15 Ärzten und Patienten in der Schweiz, den USA und Grossbritannien. Wir hatten tatsächlich eine technische Lösung mit einem potenziell hohen medizinischen und Markt-Wert geschaffen, und alles, was wir während des Kurses gelernt hatten, kam wie ein grosses Puzzle zusammen. Trotz der kurzen Nächte und des Stresses lehrte mich das Bootcamp so viele Soft- und Hard Skills, die ich auch weiterhin anwenden werde. Es hat sich zweifellos gelohnt.

Über die Autorin

Pryanka Chadha ist Technology Risk Consultant bei PwC in London/UK, ausgebildete Biomedizin-Ingenieurin der University of London und verbringt ihre Freizeit damit zu reisen, zu programmieren und Chinesisch zu lernen.

Weitere Informationen zum englischsprachigen CAS Swiss Biodesign for MedTech Innovators von Januar bis April 2021 finden Sie hier. Das Biodesign-Konzept wird ab Sommer 2021 auch in den Lehrplan des Master of Science integriert. Für Rückfragen zum Kurs oder Kooperationsmöglichkeiten für Unternehmen steht Ihnen der Programmleiter unter jens.haarmann@zhaw.ch zur Verfügung.

Field Report of a Swiss Biodesign Fellow

Technology Risk Consultant Pyranka Chadha attended the CAS-pilot “Swiss Biodesign Bootcamp” in 2019 with a high potential scholarship. In this contribution, she describes her experiences as a Swiss Biodesign Fellow.

As a Medical Engineer who made the transition into the world of technology in business, I found myself missing my old trade and craving an opportunity to combine my business knowledge with my engineering background and passion for healthcare. So, when I found out about the Swiss Biodesign Bootcamp I was overwhelmed with excitement, as the course entailed unique experiences, like clinical immersion, and would teach me more about design and the business thinking behind taking novel medical technologies to market.

Inspiring environment

The Swiss Biodesign course exceeded my expectations – it was an incredibly enjoyable experience of learning and development. Being amongst a group of like-minded people from various backgrounds created an inspiring, open environment where we all felt comfortable to debate and innovate. Moreover, we were given the opportunity to get to know each other well through organised dinners and shared accommodation during the first week. I particularly appreciated this, as coming from the UK I had very little experience with Swiss culture and language, so it was a little bit daunting for me at the beginning. However, the intimate environment was perfect for everyone to settle in, and the beautiful Swiss nature background made it all the better. I felt comfortable very quickly and now have a new-found love for Switzerland and the Swiss precision.

Online test as preparation

Before the course started, we were provided with pre-course readings and a test. This was an excellent way to get us prepared for what was to come. I found the first couple of days at the Bootcamp refreshing the material useful, and the light learning meant we could spend more time getting to know each other. The “light” work didn’t last very long, however, as we were soon into the depths of Biodesign and ready for clinical immersion. Our area of investigation was gastrointestinal diseases; learning the pathophysiology of the different diseases and the treatment methods was challenging, but the team of specialists at Winterthur hospital were incredibly supportive – they made sure that we were all well informed and able to ask as many questions as we wished.

The clinical immersion aspect of the course was definitely a highlight for me. Very few people are given the opportunity to experience surgeries and consultations first hand. It was particularly interesting for me to learn how differently the Swiss healthcare system operates in comparison to the NHS in the UK. The days we spent in the hospital, putting everything we had been taught into practice was incredibly rewarding as it made me realise how I had developed a completely different way of thinking about my surroundings with respect to customer needs, product design and business aspects.

Clinical Immersion as a Highlight

Intensive course that was worthwhile

Another highlight for me was the opportunity to speak with industry experts, venture capitalists and startup founders. Their passion was infectious, and it was cool to see the tangibility of what we were doing as they started out with visionary ideas, too. When we got to the final part of the Bootcamp, and had to pitch our novel medical technologies to the Biodesign Faculty, it was a moment full of pride as the course was intense and we had developed so much from early concepts, patent research to 15+ physician and patient interviews in Switzerland, US and UK. We had actually created a product concept of potentially high medical and market value, and everything we had learnt throughout the course came together. Despite the restless nights and stress, the Bootcamp taught me so many soft and hard skills that I will continue to use, it was undeniably worth it.

About the author

Pryanka Chadha is a Technology Risk Consultant for PwC in London/UK, a trained Biomedical Engineer of the University of London and enjoys coding, travelling and learning Chinese in her spare-time.

More information on the CAS Swiss Biodesign for MedTech Innovators from January to April 2021 here. The Biodesign concept will also be integrated in the Master of Science curriculum as of summer 2021. Contact the program head for questions: jens.haarmann@zhaw.ch

Internet of Things: What’s Next? Smart Dust!

Von Dr. Manuel Holler

Momentan ist das Internet der Dinge eines der Hauptthemen, doch was kommt danach? Es könnte sich um Smart Dust handeln, weiträumig verteilte Sensornetzwerke mit winzigen Bestandteilen. In der Forschung wird die Rolle von Smart Dust im industriellen Sektor untersucht.

Smart Dust als radikale Miniaturisierung von IoT

Das Paradigma der Vernetzung von physischer und digitaler Welt hat in den letzten zehn Jahren weite Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft erfasst, und sich unter Schlagworten wie Smart City, Smart Manufacturing oder Smart Health etabliert. In Zeiten rasanten technologischen Wandels stellt sich die Frage: Was kommt nach dem Internet der Dinge? Die Chancen stehen gut für Smart Dust. Dieser «schlaue Staub» beschreibt integrierte, weiträumig verteilte Sensornetzwerke, deren einzelne Bestandteile sich in einer Grössenordnung von unter einem Kubikmillimeter bewegen [1].

Vision von Smart Dust in einem Trägermedium © iStock

SNF Spark-Projekt zur Erforschung von Nutzenpotenzialen

Motiviert zum einen durch die steigende Technologiereife und zum anderen durch das unklare Bild über Nutzungsmöglichkeiten, leitet das Product Management Center der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) ein SNF-Grundlagenprojekt zum Thema.

Das Projekt im Rahmen des neuen Förderungsinstruments «Spark», welches besonders gewagte, aber auch vielversprechende Ideen adressiert, hat zum Ziel, einzelne Anwendungsfelder, übergeordnete Einsatzbereiche und die grundsätzliche Rolle von Smart Dust im industriellen Sektor zu untersuchen.

Grössenordnung eines einzelnen Smart Dust-Korns © iStock

Zwischenfazit: Grosse Potentiale, grosse Herausforderungen

Bisher durchgeführte Forschungsarbeiten [2,3] in der deutschsprachigen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie zeigen grosses Potential – einige Beispiele:

Im Fluidtechnikbereich kann Smart Dust durch verbesserte Flüssigkeitsmessungen helfen, hochsensible Prozesse, wie etwa das Thermomanagement in Rechenzentren, besser zu steuern. Auch industrieübergreifend bietet der «schlaue Staub» die Chance, Logistikprozesse transparenter und belastungsintensive Bauteile sicherer zu machen.

Spannend wird es insbesondere auch, wenn neben rein sensorischen auch noch aktuatorische Fähigkeiten ins Spiel kommen («Micro Robots»). So werden beispielsweise im Aerospacebereich adaptive Oberflächen, die dynamisch ihre Struktur verändern können, ermöglicht.

Gleichermassen gilt es noch viele offene Fragen zu beantworten, sei es bezüglich technischer Leistungsdaten, wirtschaftlicher Überlegungen, oder auch in Bezug auf Datenschutz und Nachhaltigkeit. Wenn auch heute noch visionär anmutend, hat das Internet der Dinge gezeigt, wie schnell und tief die Diffusion von digitalen Technologien erfolgen kann.

Danksagung

Dieses Projekt wurde durch das «Spark»-Programm des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) unterstützt.

Literatur zum Thema

[1] Warneke, B., Last, M., Liebowitz, B., and Pister, K.S.J. 2001. “Smart Dust: Communicating with a Cubic Millimeter Computer,” Computer (34), pp. 44–51.

[2] Holler, M., Haarmann, J., van Giffen, B., and Frank, A. 2020. “Smart Dust in the Industrial Economic Sector – On Application Cases in Product Lifecycle Management,” Springer IFIP Advances in Information and Communication Technology (forthcoming).

[3] Holler, M., Dremel, C., van Giffen, B., and Fuchs, R. 2020. “Smart Dust und Micro Robots im industriellen Sektor – Chancen, offene Punkte und Handlungsempfehlungen,” Springer HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik – Special Issue on Robotics (under review).

Ansprechpartner & Kontakt

Dr. Manuel Holler (manuel.holler@zhaw.ch | +41 58 934 7060) ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Product Management Center der ZHAW. Seine Forschung konzentriert sich auf digitale Innovationen für das industrielle Produkt- und Dienstleistungsgeschäft.

Kooperation mit Swiss Healthcare Startups und Healthcare Businesswomen’s Association für High-Potential-Stipendien im Bereich Biodesign

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Gute Nachrichten für Interessenten des CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021: Swiss Healthcare Startups (SHS), die Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) und der Praxispartner Universitätsklinik Balgrist unterstützen drei Teilnehmer mit besonderen High-Potential-Stipendien. Sie können zu einem deutlich reduzierten Preis am CAS teilnehmen.

Swiss Healthcare Startups (SHS) und die international tätige Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) sind zwei führende Verbände im Healthcare-Bereich. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie die Vision von Swiss Biodesign Vision teilen: Dies betrifft den von der Stanford University entwickelte und auf MedTech- und Digital Health spezialisierte, bedürfnisorientierte Biodesign-Innovationsprozess, der ein Schlüsselelement für mehr disruptive medizinische Innovationen in der Schweiz ist.

Eine spezielle Kooperation im Medtech Bereich © Pixabay

Um innovationsorientierte Nachwuchskräfte zu inspirieren, sponsern die beiden Verbände wie auch der Clinical Immersion Partner, die Universitätsklinik Balgrist, je ein Stipendium für High Potentials. Die drei erfolgreichen Bewerber/-innen können an dem auf 12 Teilnehmende limitierten, exklusiven Management-Kurs CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021 für nur einen Drittel der gesamten Studiengebühren teilnehmen (CHF 4’000 statt CHF 11’800).

Interessierte müssen die folgenden Bewerbungskriterien erfüllen:

  • weniger als 5 Jahre postgradierten Erfahrung im Gesundheitswesen in Start-ups, Forschung, Kliniken, Medtech-, Pharma-, IT- oder Beratungsunternehmen
  • erfolgreich abgeschlossenes Bachelor-, Master- oder MD-Studium/Doktorat
  • herausragende akademische, Innovations- oder unternehmerische Leistungen
  • erste internationale Erfahrung
  • starkes Interesse an radikalen Innovationen im MedTech bzw. Digital Health-Bereich

Die Bewerbungsfrist für die Stipendiaten/Fellowships endet am 1. Oktober 2020, der Kurs beginnt im Januar 2021. Zusätzliche Informationen zum CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators finden Sie hier.

Swiss Healthcare Startups (SHS): Biodesign-Stipendium für junge Innovatoren

Die SHS ist eine Non-Profit-Organisation, die innovative Start-ups unterstützt, die einen Mehrwert für das Schweizer Gesundheitsökosystem schaffen wollen. Der in Zürich ansässige Verein organisiert hochkarätige Veranstaltungen, um neue Ideen für Start-ups in den Bereichen neuartiger Gesundheitsmodelle, digitaler Gesundheit, Medizintechnik und patientenorientierter medizinischer Dienstleistungen zu beschleunigen und zu entwickeln. Um sich für das High-Potential-Stipendium der SHS zu qualifizieren, müssen die Bewerber die Standard-Biodesign-Bewerbungsanforderungen sowie jene der SHS erfüllen. Mehr zum SHS-Stipendium hier.

Healthcare Businesswomen’s Association (HBA): Biodesign-Stipendium für junge Innovatorinnen

HBA wurde 1977 in den USA als globale, gemeinnützige Organisation gegründet, die sich der Förderung und dem Einfluss von Frauen im Gesundheitswesen weltweit verschrieben hat. Die drei HBA-Vereine in der Schweiz organisieren regelmässig Veranstaltungen und Networking-anlässe in Basel, Lausanne und Zürich-Zug. Das HBA Zürich-Zug Chapter bietet einen grösseren Zuschuss für eine junge, vielversprechende (vorzugsweise weibliche) Teilnehmerin, die bereit ist, eine unternehmerische bzw. MINT-Karriere in der Medizintechnik oder im Bereich der digitalen Gesundheit einzuschlagen und einen Beitrag zur Erfüllung der HBA-Mission der Geschlechterparität im Gesundheitsmanagement zu leisten. Mehr zum HBA-Stipendium hier.

Universitätsklinik Balgrist: Biodesign-Stipendium für junge Gesundheitsfachleute

Die Universitätsklinik Balgrist ist spezialisiert auf die Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation von Patienten mit schwerwiegenden Problemen des Bewegungsapparates. Im Auftrag der Universität Zürich ist sie für die Ausbildung von Ärzten in den Fachgebieten Orthopädie und Rückenmarkverletzungen zuständig. Die Universität Balgrist sponsert ein Schweizer Biodesign-Stipendium für ambitionierte, junge Mediziner/-innen. Zugehörigkeit zur Balgrist-Klinik bzw. ETHZ ist von Vorteil, aber nicht zwingend. Weitere Informationen über das Stipendium erhalten Sie bei Dr. Jens Haarmann (jens.haarmann@zhaw.ch) oder Prof. Jess Snedeker / ETHZ (jess.snedeker@hest.ethz.ch).

Mehr über den CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators Das Biodesign-Programm der ZHAW will Intrapreneure und potenzielle Entrepreneure im Gesundheitswesen mit Management-Tools, Praxiserfahrung und einem Netzwerk ausstatten, um disruptive neue Geräte der Gesundheitstechnologie zu erfinden und zu vermarkten. Für Rückfragen steht der Studiengangleiter, jens.haarmann@zhaw.ch, zur Verfügung.

Cooperation with ‘Swiss Healthcare Startups’ and ‘Healthcare Businesswomen’s Association’ for high-potential Swiss Biodesign scholarships

Good news for potential participants of the CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021: “Swiss Healthcare Startups (SHS), the Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) and our praxis partner Balgrist University Hospital will sponsor three participants through high potential scholarships, allowing them to take part in the course at a significantly lower rate.

Swiss Healthcare Startups (SHS) and the internationally active Healthcare Businesswomen’s Association (HBA) are two of the leading Healthcare associations. And they share ZHAW’s Swiss Biodesign vision: That the healthcare-specialized, needs-oriented Biodesign innovation process, developed by Stanford University and taught at ZHAW, is a key ingredient for stimulating radical medical innovation in Switzerland.

A special cooperation in the medtech sector © Pixabay

To inspire innovation-minded young professionals, the two associations as well as Balgrist University Hospital will sponsor one high-potential scholarship each. The three successful applicants will join the max. 12 participants of the exclusive management-course CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators 2021 at just 1/3 of the total tuition fees of this course (CHF 4’000 instead of CHF 11’800).

Apart from fulfilling standard Biodesign applicant requirements, candidates should have

  • less than 5 years of post-graduate healthcare experience in startups, research, clinics, medtech, pharma, IT or consulting companies
  • successfully completed Bachelor, Master or MD degree
  • demonstrated academic, intra- or entrepreneurial excellence
  • first international experience
  • strong interest in radically innovating medical devices or digital health.

The application deadline for the scholar-/fellowships is Oct 1st, the course starts in January 2021. Find more course information on the CAS here.

Swiss Healthcare Startups (SHS): Biodesign Scholarship for young innovators

SHS is a non-profit organisation supporting innovative startups that aim to add value to the Swiss healthcare ecosystem. The Zurich-based association organizes high-profile events to help accelerate and develop new startup ideas in the fields of novel healthcare models, digital health, medtech, patient driven medical services and other healthcare related fields.

In order to benefit from SHS’s high-potential scholarship, applicants must meet the standard Biodesign application requirements plus those of SHS. Scholarship details here.

Healthcare Businesswomen’s Association (HBA): Biodesign Scholarship for young female innovators

HBA was founded in the USA in 1977 as a global non-profit organization dedicated to furthering the advancement and impact of women in healthcare worldwide. The three HBA chapters in Switzerland organize frequent events and networking platforms in Basel, Lausanne and Zurich-Zug. The HBA Zurich – Zug Chapter will offer a significant subsidy for a young, high potential (preferably female) participant, willing to enhance or start an entrepreneurial / STEM career in medtech or digital health and contribute to HBA’s mission of gender parity in healthcare management. Scholarship details here.

Balgrist University Hospital: Biodesign Fellowship for young healthcare practitioners

Balgrist University Hospital is specialized in the diagnostic assessment, treatment, and rehabilitation of patients with serious problems affecting the musculoskeletal system. On behalf of the University of Zurich, it is responsible for training doctors in the specialties of orthopaedics and spinal cord injury.

Balgrist University sponsors a Swiss Biodesign fellowship for a young, high potential health care practitioner (In case of equal qualification, employees / researchers of Balgrist or ETHZ will be preferred). For more information on the fellowship, contact Dr. Jens Haarmann (jens.haarmann@zhaw.ch), or Prof. Jess Snedeker / ETHZ (jess.snedeker@hest.ethz.ch).

More information on the CAS Swiss Biodesign for Medtech Innovators ZHAW’s Biodesign program aims to provide healthcare intrapreneurs and potential entrepreneurs the management tools, real-life experience and network to invent and market radically novel health technology devices

Gelungener (digitaler) Start in den CAS Marketing- & Corporate Communications

Digital heisst nicht schlechter, so lautet die Maxime auch im Herbstsemester 2020. Dieses Mal startete der Lehrgang komplett digital, was die Organisatoren vor einige Herausforderungen stellte. Abschliessend kann man sagen, auch digital hat es sehr gut funktioniert, nicht zuletzt dank einer grossartigen Klasse.

Nach wie vor ist es ungewöhnlich und für viele wohl ein neuer Schritt, digitales Lernen in der Weiterbildung. War man doch gewohnt im Klassenzimmer zu sitzen und die Klasse physisch zu sehen. Corona hat einige Änderungen mit sich gebracht und auch die Studiengangleitung des CAS Marketing- & Corporate Communications dazu gezwungen, den Lehrgang zu digitalisieren und zu verändern. Im Frühlingssemester wurde die Hälfte dieser Weiterbildung noch physisch durchgeführt, danach digitalisiert. Für das Herbstsemester wurde entschieden, den Lehrgang gleich von Beginn weg digital durchzuführen. «Diese Entscheidung kam nicht zufällig, einerseits wollten wir die Klasse nicht einem unnötigen Ansteckungsrisiko aussetzen, andererseits haben wir uns entschlossen, mutig in die digitale Zukunft zu gehen und hier etwas vorzupreschen, um weitere Erfahrungen sammeln zu können», erklärt Dr. Adrienne Suvada, eine der Studiengangverantwortlichen. Es wurde also aus der Not eine Tugend gemacht. «Wir haben den Lehrgang teilweise umgestellt und natürlich die Didaktik auf das digitale Setting angepasst. Dies war nicht immer ganz einfach, es war aber auch bei den externen Dozenten eine hohe Motivation spürbar, und wir sind überzeugt, dass es den Lehrgang deutlich verbessert hat», meint Dr. Adis Merdzanovic, der zweite Studiengangverantwortliche.

Die beiden «Digitalisierungsverantwortlichen» des CAS MCC, Dr. Adrienne Suvada und Dr. Adis Merdzanovic

Die digitale Zukunft bietet viele Chancen

Viele verbinden mit «digital» eine schlechtere Qualität und assoziieren damit, dass es für die organisatorische Seite weniger Aufwand bedeutet. Das Gegenteil ist der Fall, denn ein guter digitaler Unterricht setzt viel mehr Vorbereitung voraus. Man muss sein didaktisches Konzept so umstellen, dass es auch digital funktioniert. Es ist als Dozent eine Herausforderung, wenn man anstatt in die Gesichter in einen Bildschirm spricht und die Mimik der Teilnehmenden nicht mehr lesen kann. Dennoch ergeben sich auch viele Chancen, denn durch den digitalen Unterricht entfällt die Anreise. So können auch Personen teilnehmen, die eine sehr lange Anfahrt hätten. «Die Zukunft ist digital geprägt, das wird auch der Unterricht zu spüren bekommen. Wir wollen mit diesem Lehrgang zeigen, dass die Qualität digital sogar besser sein kann und uns so auch für hybride Unterrichtsformate besser rüsten», meint Dr. Adrienne Suvada.

Digitaler Apéro mit physischem Paket

Der Starttag des CAS Marketing- & Corporate Communications ist jedenfalls gelungen. Die Klasse hat sich gut auf das neue Setting eingestellt und war den ganzen Tag aktiv dabei. Der soziale Austausch und die Erholung durften natürlich nicht fehlen. So wurde der spätere Nachmittag zuerst mit einem Überraschungsgast eingeläutet, der spannende Themen aus der Marketingkommunikation in der Praxis vorstellte und danach gab es den verdienten Apéro. Dieser fand zwar digital statt, dafür mit einem leckeren, speziell für die ZHAW zusammengestellten, Apéropaket. Es wurde darauf geachtet einen kleinen Familienbetrieb zu berücksichtigen, bei dem lokale Produkte zu finden waren. «Es war ein toller Start in diesen CAS und wir freuen uns schon auf weitere Höhepunkte mit unserer Klasse. Bereits jetzt ist absehbar, dass sich die vielen Mühen gelohnt haben», erläutert Dr. Adis Merdzanovic.

Trotz digitalem Kursstart, gab es dennoch auch eine physische Apéro-Überraschung

Weitere Informationen zum CAS Marketing- & Corporate Communications:

https://www.zhaw.ch/de/sml/weiterbildung/detail/kurs/cas-marketing-corporate-communications/

Wie Schaffhausen Corona trotzt

Von Tania Kaya

Die aktuelle Krise hat das gesellschaftliche Leben stark beeinflusst. Viele gewohnte Abläufe sind noch nicht möglich und auch die Suche nach der neuen Normalität ist noch nicht vorbei. Dennoch gibt es verschiedene Initiativen. Eine davon bietet Schaffhausen mit einem besonderen Programm für die Bevölkerung.

Der schöne Sommer hat offenbar auch Schaffhausen inspiriert, denn hier wurde der sogenannte «Stadtsummer» eingeläutet. Diese Initiative sorgt coronakonform für Abwechslung unter freiem Himmel und das sogar über die Sommerferien hinaus bis in den Septembermonat.

Ziel ist die Belebung

Von der Corona-Krise sind beinahe alle Branchen betroffen. Schaffhausen möchte mittels verschiedener Attraktionen die Restaurants beleben und den Bewohnern und Besuchern einen schönen Sommer in Schaffhausen bieten. Die Initiative wurde auch sehr konkret umgesetzt, so wurden etwas mit Gerüsten neue Sitzmöglichkeiten geschaffen, damit beispielsweis der Burger vom Restaurant um die Ecke, entspannt unter freiem Himmel verzehrt werden kann, ohne Angst vor einer Ansteckung.

Zudem werden verschiedene Attraktionen geboten – so wie beispielsweise Yoga am kommendem Samstag (15. August, ab 9.00 -11.00 Uhr) unter freiem Himmel und ohne Matte auf dem Walther-Bringolf-Platz, dem Herzen Schaffhausens.

Mobile Sitzmöglichkeit als eine der Ideen in Schaffhausen © Tania Kaya

Auch in den Hängematten die an den Gerüsten befestigt wurden, lässt sich der Sommer entspannt geniessen. Soll es dann noch ein kühles Getränk sein, bietet das «Lindli Fäscht-Benefiz-Kafi» am Salzstadel, direkt am Rhein, eine Erfrischung.

Sogar Hängematten finden sich in Schaffhausen © Tania Kaya

Schaffhausen bietet somit ein schönes Beispiel, wie man auch in einer Krise kreativ und mit sinnvollen Ideen agieren kann. Da die Pop-Up Plätze bis September bestehen bleiben, kann man sich mit eigenen Augen davon überzeugen und Schaffhausen auf eine neue Art entdecken.

Value Creation with Digital Twins – a Conceptual Framework

Von Linard Barth und Dr. Matthias Ehrat

Der Fortschritt in der Informations- und Kommunikationstechnologie verwandelt traditionelle in intelligente Produkte und ermöglicht es Unternehmen, neuartige intelligente Dienstleistungen anzubieten. Dabei gilt das Konzept des «digitalen Zwillings» als eine Schlüsseltechnologie, um mit intelligenten Diensten Mehrwert zu schaffen.

Der Digitale Zwilling wird von Gartner dementsprechend auf Platz 4 innerhalb der Top 10 der strategischen Technologietrends geführt, die „noch nicht weithin anerkannte Trends sind, jedoch Auswirkungen auf die Transformation von Industrien bis 2023 haben“ (Panetta, 2018). Auch wenn das Konzept des digitalen Zwillings relativ jung ist, wird ihm eine grosse Zukunft vorausgesagt, so soll der Markt von schätzungsweise $ 3,8 Mrd. im Jahr 2019 auf $ 35,8 Mrd. im Jahr 2025 wachsen (Rais, 2019).

Entsprechend viele Unternehmen haben sich in den letzten Jahren und Monaten dieses Thema auf die Fahne geschrieben und investieren gewaltige Ressourcen in entsprechende Entwicklungen. Allerdings sind die konkreten Mehrwerte und damit die Renditeaussichten von Investitionen in digitale Zwillinge in der Praxis oft schwierig abzuschätzen, da interne wie externe Prozesse betroffen sind und die erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen dieses komplexes Themas das Zusammenspiel von verschiedenen Unternehmensbereichen erfordert.

Funktionsübergreifende Diskussionen und Zusammenarbeit gestalten sich daher oft mühselig, da ein gemeinsamer konzeptioneller Rahmen, eine eindeutige Terminologie und gemeinsame Sprache auf der Grundlage eines ausreichend abstrakten, intuitiv verständlichen und einfach zu handhabenden Referenzmodells fehlen. Deshalb hat die Fachstelle für Produktmanagement des Instituts für Marketing Management 2018 ein Forschungsprojekt gestartet, um ein entsprechendes konzeptionelles Referenzmodel für die Wertgenerierung mit digitalen Zwillingen zu entwerfen und die Unternehmen damit bei ihren Innovationsprojekten zu unterstützen.

Das in diesem Beitrag vorgestellte Modell umfasst die aus akademischer Sicht zentralen Dimensionen des digitalen Zwillings und spezifiziert diese im Hinblick auf eine abgestimmte und schlüssige Wertgenerierung.

Das Digital Twin Conceptual Framework

Um die Wertgenerierung mit digitalen Zwillingen ganzheitlich zu erfassen, werden in einem ersten Schritt die Dimensionen externe Wertgenerierung (im Markt, bei den Kunden), interne Wertgenerierung (innerhalb des Unternehmens) und die dafür benötigten Datenressourcen unterschieden.

Externe Wertgenerierung

Am meisten Beachtung findet in Innovationsprojekten jeweils die externe Wertgenerierung, da eine Mehrheit der Unternehmen beabsichtigen, durch digitale Zwillinge und die dadurch ermöglichten datenbasierten Services zusätzliche Umsätze zu generieren, Margen zu erhöhen und die Kundenzufriedenheit und -bindung zu verstärken. Dabei stellt sich in jedem Fall die Frage, auf welcher Hierarchieebene des Systems (System Hierarchy Level) Wert entstehen soll, welche Bereiche des Service-Umfangs (Service Scope) verbessert werden sollen und welche Fähigkeiten (Smartness Maturity) die digitalen Zwillinge dafür aufweisen müssen.

Interne Wertgenerierung

Dabei wird oft vernachlässigt, dass digitale Zwillinge auch innerhalb des eigenen Unternehmens viele Prozesse verändern und auf vielseitige Art und Weise Wert generieren können. Im Fokus steht dabei das Management der Lebenszyklusprozesse (Lifecycle), von einzelnen Instanzen bis hin zu Produktportfolios (Value Creation Hierarchy) unter Berücksichtigung historischer, aktueller als auch zukünftiger Zustände und Daten (Generations / Time).

Datenressourcen

Sowohl die interne als auch die externe Wertgenerierung wird jedoch erst durch die Nutzung von entsprechenden Datenressourcen ermöglicht. Hierbei stellt sich die Frage welche Daten (Data Category) aus welchen Quellen (Data Sources) gewonnen werden sollen und wie stark diese aufbereitet und analysiert werden müssen (Data Format).

Anwendung des Modells zur Wertgenerierung

Das Modell bildet das ganze Spektrum an möglichen Datenressourcen und der daraus ermöglichten Wertgenerierung mit digitalen Zwillingen innerhalb und ausserhalb des eigenen Unternehmens ab. Durch die jeweils 3 Achsen mit wiederum 3 Spezifikationen können in jeder der 3 Dimensionen (Würfel) insgesamt 27 Anknüpfungspunkte für die Innovation mit digitalen Zwillingen unterschieden werden, welche für die Wertgenerierung mit digitalen Zwillingen in Frage kommen.

Für Unternehmen ist es jedoch nicht das Ziel, alle 81 im konzeptionellen Referenzmodell abgebildeten Anknüpfungspunkte umzusetzen, sondern sinnvolle Kombinationen zu ermitteln, die mit im Verhältnis möglichst optimalem Aufwand hinsichtlich der Datenressourcen effizient und effektiv interne und externe Werte schaffen. Die so generierten Werte entstehen durch einen kooperativ geschaffenen digitalen Zwilling, der ein dynamisches Verhältnis zwischen Anbieter und Nachfrager kreiert – und dadurch zu einem kaum replizierbaren Wettbewerbsvorteil führt.

Ein Beispiel wäre «predictive maintenance» also die proaktive Wartung physischer Güter aufgrund datenbasierter Vorhersagen. Hierbei wird externer Wert generiert durch Steigerung der Verfügbarkeit (Availability) mittels Kontrolle (Control) eines IoT-fähigen Assets (Connected Product). Aber nicht nur der Besitzer dieses Assets profitiert von dieser Anwendung, auch intern entsteht Wert für das Unternehmen, da die Prozesse innerhalb der Nutzungsphase (Middle of Life / MoL) des Assets (Instanz) auf Basis vergangener, aktueller und zukünftiger Zustände (Past, Present, Future) optimal gestaltet werden können. Dazu reicht es in der Regel bereits aus, ein Set an produktbezogenen (Product) IST-Daten aus dem Asset (Thing) mit überschaubaren Mitteln aufzubereiten (Structured) und mit den SOLL-Werten aus den internen Systemen (internal Systems) abzugleichen.

Predictive Maintenance kann daher ein geeigneter Einstieg in die Entwicklung eines umfangreicheren digitalen Zwillings sein, der zu einem späteren Zeitpunkt weitere Datenkategorien (Context oder Customer) aus zusätzlichen Quellen (external Systems) verwendet, um nicht nur Dashboards mit strukturierten Daten zu visualisieren, sondern daraus Aktionen (interpreted Data) zur Generierung zusätzlicher interner und externer Werte ableitet.

Ausblick

Die Möglichkeiten zur Wertgenerierung mit digitalen Zwillingen sind sehr umfangreich und können je nach Unternehmen und Anwendung sehr unterschiedlich ausfallen. In weiteren Beiträgen werden wir die drei zentralen Dimensionen der internen und externen Wertgenerierung als auch der Datenressourcen vertieft darstellen und deren Zusammenspiel anhand konkreter Beispiele erläutern.

Das in diesem Beitrag vorerst oberflächlich vorgestellte Konzept wurde im April 2020 im Rahmen der «International Conference on Information Science and Systems» publiziert und wird auf Anfrage gerne zugesendet.

Das Modell wird zudem kontinuierlich hinsichtlich des Einsatzes in der Praxis optimiert, wir freuen uns daher über jegliches Feedback oder gar die Kontaktaufnahme zwecks Gedankenaustauschs hinsichtlich konkreter Anwendungen und deren praktischen Umsetzung.

Autoren & Kontakt

Linard Barth ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Projekt- und Studiengangleiter am Product Management Center der ZHAW. Seine Interessen gelten in erster Linie dem Zusammenspiel einzelner Elemente in grösseren Systemen und wie diese konsistent nachhaltig funktionierend ausgerichtet werden können. Dazu erforscht er den Einfluss von Internet of Things, Smart Connected Products und Digitalen Zwillingen auf Business Modelle und Value Propositions. Als ehemaliger Gründer schlägt sein Herz insbesondere für Start-Ups, Entrepreneure und innovative Firmen, welche die genannten Konzepte in der realen Welt umsetzen und berät diese in unterschiedlichen Projekten. Nebenbei leitet er den Studiengang CAS Pricing & Sales, ein Weiterbildungsangebot des Instituts für Marketing Management der ZHAW.

linard.barth@zhaw.ch / Telefon +41 58 934 68 67

Dr. Matthias Ehrat ist Dozent, Projektleiter und Start-up Coach am Product Management Center der ZHAW. Bereits seit seiner Ausbildung an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) und der Universität St. Gallen (HSG) schlägt sein Herz für technologiegetriebene Innovationen. Durch langjährige Erfahrungen in verschiedenen Positionen im industriellen Anlagenbau konnte er sich ein breites Wissen im Betriebsmanagement aneignen. Er hält selbst mehrere Patente und berät Start-ups bezüglich den Schutzmöglichkeiten und der Anmeldeverfahren ihrer technologischen Entwicklungen. Nebenbei leitet er den Studiengang CAS Industrial Product Management, ein Weiterbildungsangebot des Instituts für Marketing Management der ZHAW.

matthias.ehrat@zhaw.ch / Telefon +41 58 934 66 31

Quellen:

Barth, L.; Ehrat, M.; Fuchs, R. & Haarmann, J. (2020). Systematization of digital twins : ontology and conceptual framework. In: ICISS 2020 : Proceedings of the 2020 The 3rd International Conference on Information Science and System. 3rd International Conference On Information Science And Systems ICISS 2020, Cambridge, UK, 19-22 March 2020. New York: Association for Computing Machinery. S. 13-23. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1145/3388176.3388209

Panetta, K., (2018). Gartner Top 10 Strategic Technology Trends for 2019. Published online October 15, 2018. https://www.gartner.com/smarterwithgartner/gartner-top-10-strategic-technology-trends-for-2019 / Accessed 12 August 2019.

Rais, A. (2019). Growth of the digital twin market. Published online August 2, 2019. https://www.maschinenmarkt.international/growth-of-the-digital-twin-market-a-851571/ Accessed 12 August 2019.

CAS Health Care Marketing – Digitale Best Practice im Gesundheitsmarketing

Von Mirela Muminovic und Dr. Jens Haarmann

Im vergangenen Frühjahr wurde der CAS Healthcare Marketing zum dritten Mal durchgeführt. Das erste Modul erfolgte im Präsenzformat, zu dessen Highlights der Study Trip mit Fokus auf digitalem Healthcare Marketing zählte. Dazu teilt die Kursteilnehmerin Mirela Muminovic hier ihre persönlichen Learnings von Managementpräsentationen bei Zimmer Biomet, Coliqiuo und Phonak mit. Das zweite Modul wurde – aufgrund der COVID19 Ereignisse – gänzlich digital fortgeführt, wozu der Studiengangleiter, Dr. Jens Haarmann, seine Erfahrungen in einem Nachwort zusammengestellt hat.

Study Trip ‘Digital Healthcare Marketing’

Während zwei Tagen besuchten die Studierenden und der Studiengangleiter des CAS Health Care & Marketing 2020 drei namhafte Unternehmen aus dem Health Care-Bereich in der Schweiz und Deutschland. Ein zentraler Aspekt der Studienreise war, die Marketingstrategie der Unternehmen kennenzulernen und das im Unterricht theoretisch vermittelte Wissen in der praktischen Anwendung detailliert erlebbar zu machen.

Zimmer Biomet – Patientenkompetenz dank Digital Health App stärken

Zimmer Biomet, Hersteller von Hüft- und Knieimplantaten, hat in Zusammenarbeit mit Apple die «mymobility»-App entwickelt. Diese soll Patienten vor, während und nach einer endoprothetischen Operation begleiten und sie in die Steuerung der Rehabilitationsmassnahmen einbinden. Dadurch sollen die Patientenbetreuung individualisiert und bessere klinische Ergebnisse realisiert werden. Herr Alex Geiger, Manager Digital Solutions und ZHAW-Alumnus, erklärte den Besuchern, dass schliesslich 80% des Behandlungsergebnisses vom Patientenverhalten abhängen. Die Motivation und Eigenverantwortung der Patienten wird mit deren aktivem Einbinden in den Behandlungsprozess vor und nach einer Operation sichergestellt. Vor der Lancierung der App wurde mit Fachexperten und einer definierten Patientenpopulation eine klinische Studie in Kooperation mit Apple durchgeführt. Somit wurde gewährleistet, dass die App sowohl hinsichtlich klinischer Parameter als auch ihrer Usability wissenschaftlich validiert wurde. Mit der «mymobility»-App geht Zimmer Biomet damit einen wichtigen Schritt in Richtung koordinierter Versorgung in der Orthopädie und kann zugleich Co-Brandingvorteile aus der Kooperation mit Apple ziehen.

Besuch bei Zimmer Biomet

Coliquio – Deutschlands grösste digitale Ärzteplattform

Das Online-Expertennetzwerk Coliquio in Konstanz bietet eine professionelle, gebührenfreie Plattform für den fachlichen Austausch unter Ärzten. Wie Heike Zipf, Director Pharma Solutions, und ihre Management-Kollegen ausführten, haben die Coliquio-Gründer mit dem interdisziplinären, häufig fallspezifischen Austausch unter Medizinern offensichtlich einen grossen «unmet need» gerade von niedergelassenen Medizinern identifiziert: Die Plattform hat in Deutschland mittlerweile mehr als 190’000 Nutzer und mehr als 100 Mitarbeiter. Neben der Vernetzung bietet Coliquio eine medizinische Datenbank für Ärzte an. Darin wird behandlungsrelevantes, aktuelles Fachwissen aus fundierten Quellen durch Wissenschaftsjournalisten aufbereitet. Auf der anderen Seite bietet Coliquio Pharmaunternehmen die Möglichkeit, über Produktneuigkeiten sehr zielgruppenspezifisch zu informieren und zugehörige, auf Nutzerverhalten basierte Marktforschungsdienste zu nutzen. Mit dem im deutschsprachigen Raum einzigartigen Mix aus Expertenplattform, Content-Marketing und Market Research verbindet Coliquio zahlreiche digitale Marketingelemente auf innovative und sehr erfolgreiche Weise.

Spannender Austausch bei Coliquio

Phonak Deutschland – TV- und Digital-Lead Generation im B2B2C-Markt

Die deutsche Vertriebsgesellschaft des Schweizer Hörgeräteherstellers Phonak hat ihren Sitz in Fellbach, Deutschland. Phonak entwickelt schon seit 70 Jahren innovative Hörgeräte und ist trotz starker Konkurrenz internationaler Marktführer. Die kurzweiligen Präsentationen im Rahmen der Betriebsbesichtigung erfolgten durch den Managing Director, Martin Heierle, den Marketingleiter, Steffen Kohl, und den Audiologieleiter, Marco Faltus.

In der 2019 veröffentlichen TV-Kampagne (hier mehr dazu) präsentieren zwei Frauen im besten Alter auf humorvolle Art das neue Phonak Marvel Hörgerät. Mit der für Hörgerätehersteller ungewöhnlichen B2C-orientierten TV-Kampagne wird nicht nur auf die Vorteile des Produkts hingewiesen, sondern vielmehr das Stigma rund um die Verwendung von Hörgeräten adressiert. Das emotionale Erleben der Marke steht bei diesem Kampagnenelement klar im Vordergrund. Parallel dazu wird eine Facebook- und Search Engine Advertising-Kampagne geschaltet, die Interessierte auf eine Phonak Marvel Landing Page weiterleitet. Dort haben die Besucher die Möglichkeit, nach Fachgeschäften in ihrer Region zu suchen, um mit einem Hörakustiker in Kontakt zu treten. Die Mehrstufigkeit der TV-Kampagne inklusive flankierenden, digitalen Werbemassnahmen generiert zudem eine hohe Aufmerksamkeit für das Produkt und konkrete, umsatzsteigernde Leads für die unabhängigen B2B-Vertriebspartner von Phonak.

Die exklusiven Managementeinblicke in die drei Unternehmen haben den Studierenden ermöglicht, digitales Healthcare Marketing im Detail zu analysieren und zu diskutieren. Es hat sich dabei gezeigt, dass der Erfolg bei Healthcare Marketing-Kampagnen wesentlich von zwei Aspekten abhängt: Der nahtlosen, kreativen Kombination digitaler und klassischer Marketingkanäle und der genauen Kenntnis produkt- und werberechtlicher Gestaltungsspielräume im stark regulierten Gesundheitsmarkt.

Nachwort des Studiengangleiters Dr. Jens Haarmann

Nach zwei Monaten im Präsenzmodus, galt es im diesjährigen CAS Health Care Marketing Corona-bedingt innerhalb einer Woche auf reinen Onlineunterricht zu wechseln. Die Video-Conferencing Lösungen von «Zoom» und «MS Teams» bildeten dabei ein zuverlässiges, technisches Rückgrat, während Mobile Response-, Quizz- und White Board-Software die aktive Teilnahme unterstützten. Um den Austausch unter den praxiserfahrenen Teilnehmern auch im Distant Learning zu ermöglichen, kam Kleingruppendiskussionen in parallelen Videosessions eine wichtige Funktion zu. In Vierer-Gruppen konnten die Teilnehmenden so weiterhin unterschiedliche Lösungen und Erfahrungen austauschen. Virtuelle Kaffeepausen und Apéros haben dabei geholfen, die informellen Gespräche am Kaffeeautomaten teils virtuell zu ersetzen.

Zusammengefasst kann auch im digitalen Klassenraum das Interaktionslevel wesentlich von der Studiengangleitung beeinflusst werden. Durch abwechslungsreich eingesetzte e-Tools, regelmässige Kleingruppen- und individuelle Coaching-Sessions und eine genauere Planung der Gruppeninteraktionen können Weiterbildungen auch in Covid-Zeiten interaktiv und kurzweilig ausgestaltet werden. Dies zeigt auch eine ‘sehr gute’ Abschlussbewertung durch die Teilnehmenden des diesjährigen CAS Health Care Marketing. Abschliessend sei an dieser Stelle nochmals allen Dozierenden als auch Gastgebern des Study Trips und des Spitalbesuchs bei der Klinik Lindberg gedankt, die – digital oder analog – dazu beigetragen haben, den CAS auch in diesem Jahr wieder hoch aktuell und praxisorientiert zu gestalten.

Über die Autorin

Mirela Muminovic ist Marketing Managerin im Pharmabereich und hat neben dem CAS Healthcare Marketing auch den CAS Koordinierte Versorgung absolviert.