B2B-Marketing: Herausforderung Nachhaltigkeit

Die Potenziale, die sich aus der Übernahme von Nachhaltigkeits-Konzepten und dem Einsatz entsprechender Produkte und Prozesse ergeben, sind im B2B-Bereich nicht ansatzweise ausgeschöpft. Oft fehlt es an einer klaren Nutzendifferenzierung des Angebots – und einer einfachen Demonstration und Kontrollmöglichkeit des «Vorteils durch Nachhaltigkeit»

Von Prof. Dr. Stefan Gürtler und Verena Berger *. Der Artikel ist ursprünglich im Magazin Marketing und Kommunikation erschienen.

Viele Produkte und Dienstleistungen bieten dem Anwender nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische und soziale Vorteile. In der Realität zögern ihre Anbieter jedoch noch, sie über das Label «Nachhaltigkeit» zu vermarkten. Zu komplex das Thema, zu diffus der Nutzen, zu weit weg von den aktuellen Kundenbedürfnissen – das sind oft genannte Gründe, die von Nachhaltigkeitsaktivitäten abhalten.

Verschiedene Untersuchungen haben auf das Problem der fehlenden «absorptiven Kapazitäten» bei Beschaffungsvorgängen in Buying Centern hingewiesen: Aus Zeit- und Ressourcengründen werden bei Beschaffungsentscheiden selten die technisch, ökonomisch oder ökologisch besten Lösungen herausgeholt. Die immer gleichen, etablierten Beschaffungsmuster hindern Unternehmen daran, Kosten-, Zeit-, Leistungs- und Innovationseffekte voll auszuschöpfen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Drei Wege zur Vereinfachung

Das Thema Nachhaltigkeit droht daran zu scheitern, dass B2B-Käufer Nutzen, Vorteile und Risiken nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen nicht einzuschätzen vermögen. Darum sollten Produktnutzen und Vorteile so einfach wie möglich gestaltet werden. Dies ist möglich, indem sie eine relevante und erkennbare Differenzierung aufweisen, die sich zudem einfach demonstrieren lässt, und wenn der Kunde selber nachprüfen kann, ob diese Differenz für ihn bei der Produktverwendung von Nutzen ist.

Nachfrager sehen die Vorteile nachhaltiger Produkte  vor allem in den Bereichen Kosten und Produktivität. Aber auch Konkurrenzvorteile nachhaltiger Produkte, die direkte betriebswirtschaftliche Effekte bewirken, sind besonders attrktiv (siehe Leistunseffekte, Abb.1).

Kostenreduktion ist ein Grundanliegen von Nachhaltigkeit: Maschinen mit geringerem Energieverbrauch, Prozesse mit weniger Materialverbrauch, Anlagen mit weniger Abwärme sorgen für Ressourcenschonung. Ihre «Power of Less» senkt die Kosten, erhöht die Umsatzrendite und verbessert den Return on Investment. Neben Betriebskosten können so auch Investitionskosten gesenkt werden, bspw. bei Ersatzinvestitionen in die Peripherie (Kühlung, Reinigung usw.) oder bei Investitionen zur Vermeidung von Lenkungsabgaben wie z.B. CO2-Zertifikate oder sog. «White Certificates» als Nachweis für getätigte Energieeffizienzmassnahmen.

Abb. 1: Vorteile nachhaltiger Produkte nach dem TCW-Ansatz

 

Die 30%-Regel

Etwas einfacher als die Frage der Relevanz von Kosten- und Produktivität im Zusammenhang mit der Differenzierung ist die Frage der Erkennbarkeit. Es scheint sich – als ungeschriebene Konvention – bei Industrieunternehmen eingebürgert zu haben, dass die relevanten Effekte eine Reduktion (Kosten- und Zeiteffekte) bzw. Verbesserung (Leistungs- und Innovationseffekte) von 20% bis 30% aufweisen müssen. Beispielsweise versprechen Produkte von  Mitsubishi Electric gegenüber Konkurrenzprodukten 20% weniger Energieverlust (Antriebe), 30% weniger Stromverbrauch (Rolltreppen) und 30% kürzere Prozesszeiten (Funkenerosions-Drahtschneidemaschinen).

Auch Nachhaltigkeits-Finanzierer, z.B. die L-Bank in Deutschland, haben sich diese «Erkennbarkeit» zu eigen gemacht und gewähren vorteilhafte Investitionskredite, wenn Ersatzinvestitionen einen um 20% geringeren Energiebedarf gegenüber der Altanlage aufweisen. Nach Auskunft von Maschinenherstellern sind solche Kredite der wichtigste Kaufgrund für nachhaltige Produkte. Sie könnten ähnliche Wirkungen entfalten wie das Moorsche Gesetz in der Chipindustrie und würden Hersteller damit unter entsprechenden Entwicklungsdruck setzen.

Kontrollmöglichkeiten

Der Anbieter muss, ob für einen Kreditantrag oder die allgemeine Übersetzungsarbeit im Buying-Center, die Kosten- und Leistungseffekte seiner Lösung anschaulich demonstrieren können. Zum Prinzip der Einfachheit gehört aber auch, dass der Nachfrager auf einfache Weise nachprüfen kann, mit welchen Nutzeneffekten des Produktes er rechnen kann. Dazu kann der Anbieter dem Kunden Tools zur Verfügung, die

  • dem Maschinenoperateur bei der effizienten Steuerung seiner Maschine helfen (z.B. Displays, die über den aktuellen Energieverbrauch informieren),
  • den Produktions- oder Anlagenverantwortlichen bei der ressourceneffizienten Auslastung der Produktion unterstützen (z.B. Check-up zu Einsparpotenzialen durch nachhaltigere Anlagen oder Verfahren),
  • der Unternehmungsführung die betriebswirtschaftliche Wirkung der Nachhaltigkeit aufzeigen (z.B. Übersicht über globale Regulierungstrends bezüglich Energieeffizienz).

Diese zusätzlichen Tools bzw. Dienstleistungen sind wichtig, um das Thema Nachhaltigkeit vorwärts zu treiben, da die Anbieter so noch spezifischer auf Kundenbedürfnisse eingehen können, und sie helfen, die Komplexität des Themas Nachaltigkeit für die Kunden zu reduzieren.

Die Weiterbildung CAS Sustainability Marketing setzt sich mit strategischen Fragestellungen und entsprechenden Marketing-Tools auseinander. Teilnehmende lernen, wie sie in Business-to-Business-Märkten erfolgreich nachhaltig wirtschaften und Güter und Dienstleistungen als Differenzierungs- und Wettbewerbsfaktor einsetzen können. Darüber hinaus lernen sie Marketing-Tools kennen, die sie darin unterstützen, Marketingmassnahmen umzusetzen und zu kontrollieren. Der Kurs ist in seiner Art einzigartig in der Schweiz und schliesst eine Lücke in der Weiterbildung für Marketingfachleute.

Professionalisierung im Sport Marketing schreitet weiter voran

Wie sich die konstant steigenden Erwartungen an die Sportindustrie manifestieren werden und was er als «State-of-the-art» Sport Marketing bezeichnet, erklärt Marco Casanova. Er ist Dozent für Stakeholder Management beim neuen Zertifikatsstudiengang (CAS) Sport Marketing am Institut für Marketing Management der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Der Artikel ist ursprünglich im Magazin Marketing und Kommunikation erschienen.

Marco Casanova

Wo liegen heute und in naher Zukunft die grössten Herausforderungen im Sport Marketing?

Marco Casanova: Sport Marketing für den klassischen Fan und den Sportinteressierten erfolgreich zu betreiben ist das eine. Hier verfügt die Sportindustrie bereits heute über einen erfreulichen Professionalisierungs-grad. Zur zunehmenden Professionalisierung im Sport Marketing gehört beispielsweise eine nachvollziehbare Systematik wie: «Ex ante»: Marketingstrategie, «In action»: Marketing-Implementierung und «Ex post»: Marketing Controlling. Dieses wie ich es nenne «State-of-the-art» Sport Marketing Know-how wird im Lehrgang natürlich ebenfalls gewissenhaft vermittelt, unter anderem durch die Mitwirkung von Praxisexperten und aktuellen Funktions-trägern aus Sportverbänden und -organisationen.

Dieses «State-of-the-art» Sport Marketing reicht in Zukunft aber nicht mehr aus?

In der Tat. Bereits heute reicht es teilweise nicht mehr und in Zukunft reicht es immer weniger aus. Die Wirtschaftsindustrie Sport wird zunehmend von der Gesellschaft nicht mehr ausschliesslich als Bestandteil der Unterhaltungsindustrie gesehen. Dies hat zur Folge, dass die Ansprüche der Gesellschaft gegenüber dem Sport ganz im Allgemeinen und hier im Speziellen gegenüber Sportverbänden, Sportvereinen und deren kommerziellen Partnern steigen. Man erwartet zunehmend, dass die Sportindustrie nicht nur unterhält, sondern darüber hinaus gleichzeitig auch einen aktiven gesellschaftlichen Beitrag leistet. Die Sportindustrie und hier natürlich ganz ausgeprägt der Spitzensport ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Sie denken da an die FIFA und die kürzlich in Brasilien stattgefundenen Ausschreitungen während dem Confederations Cup?

Zum Beispiel, ja. Aber auch die kürzlich in Zürich verloren gegangene Abstimmung für ein neues Fussballstadion oder die Ablehnung der Bündner Stimmbürger gegenüber der Ausrichtung von Olympischen Winterspielen sind aktuelle Beispiele, die dokumentieren, dass die Gesellschaft vom kommerziellen Sport erwartet, seine Rolle in der Gesellschaft anders wahrzunehmen, ansonsten wird die Gefolgschaft verwehrt.

Was verändert sich konkret durch diese gesteigerte Erwartungshaltung an die Sportindustrie?

Wir haben nicht mehr nur den Fan und den generell Sportinteressierten zu überzeugen, sondern zunehmend eben auch weitere Anspruchsgruppen wie Opinion Leader, Politiker, Medien, NGOs sowie die Gesellschaft als Ganzes. Wie andere Industrien auch braucht der Sport, um sich weiterzuentwickeln sogenannte «licenses to operate, to grow and to innovate». In demokratischen Ländern braucht es deswegen ein strategisch geplantes und konsequent umgesetztes Stakeholder Management. Unterschiedliche Stakeholder haben unterschiedliche Ansprüche und Erwartungshaltungen an die handelnden Akteure. Dies gilt es in vielfältiger Art und Weise zu berücksichtigen.

Und hier will der neue Lehrgang Akzente setzen?

Ja, ganz genau. Die Schweiz mit ihrer direkten Demokratie sowie den ausgeprägten Verflechtungen mit dem internationalen Sport ist geradezu prädestiniert, einen Lehrgang im Sport Marketing mit internationaler Ausstrahlung anzubieten, der die Absolventen befähigt «leading-edge» Sport Marketing zu konzipieren und dann auch zu implementieren.

Mit «leading-edge» meinen Sie konkret?

In einem Satz zusammengefasst: professionelles, weil integriertes Stakeholder-orientiertes Marken- und Reputationsmanagement.

Die Weiterbildung CAS Sport Marketing bietet den Teilnehmern praxisorientiertes Wissen, um auf die spezifischen Anforderungen des Sportmarktes einzugehen. Die Thematik wird aus der Perspektive von Unternehmen sowie Sportorganisationen betrachtet. Die Teilnehmer werden befähigt, eine Sport-Marketing-Strategie zu entwickeln und erfolgreich zu implementieren, damit ihr Unternehmen sich von der steigenden Konkurrenz im Spirtumfeld abgrenzen kann. Geplant ist unter anderem auch ein Besuch beim FC Bayern München in der Allianz Arena. Das CAS Sport Marketing startet am 21. Februar in Wintertur. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Institut für Marketing Management.

Verstärkung am Institut für Marketing Management

Dogan Kadah und ich sind neu im Team am Institut für Marketing Management und freuen uns auf spannende Zusammenarbeiten in diesem dynamischen Arbeitsumfeld. Als Teil der Fachstelle Integrated Communication blogge ich natürlich gleich selbst über mich und Dogan verrät, auf was er sich während seinem Praktikum am meisten freut.

Liora Lilienfeld: Während meinem Studium in Business Communications an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich sammelte ich erste berufliche Erfahrungen bei PR- und Eventagenturen. Das Highlight während meiner Agenturzeit war die Organisation der photo08, die grösste Werkschau für Schweizer Fotografie. Die Zusammenarbeit mit 120 Fotografen, Partnern, Lieferanten und Besuchern hat meine Begeisterung für die Arbeit im Team und mit Kunden geweckt. Als Innovation Consultant bei Atizo und danach als Mitarbeiterin in der Abteilung Institutionelles Fundraising bei UNICEF SCHWEIZ war ich für die Beratung und Betreuung von Kunden und Partnern wie Schweiz Tourismus, Rivella oder Allianz Suisse verantwortlich. Yoga ist neben Reisen meine ganz grosse Leidenschaft. Wann und wo immer sich die Möglichkeit ergibt, wird man mich im „Abschauenden Hund“ oder im Handstand antreffen.

Dogan Kadah: Meine Ausbildung absolvierte ich bei der Sozialdemokratischen Partei des Kantons Zürich. Während meiner Ausbildung machte es mir am meisten Freude im Wahlkampf mit zu helfen und die Kantonsratsmitglieder zu betreuen. Nach meiner Lehre holte ich die Berufsmatura nach um dann später an der ZHAW Betriebsökonomie studieren zu können. Dieses Praktikum ermöglicht mir eine solide Basis für mein Studium zu schaffen.  Ich freue mich auf viele neue, lehrreiche Aufgaben und darauf mein Wissen zu erweitern. Nebenbei spiele ich Fussball beim Sportclub Veltheim und trainiere da auch Kinder im Alter von neun und zehn Jahren. Der FC Winterthur ist eines meiner grössten Hobbies – ob Heim- oder  Auswärtsspiele – ich bin fast immer dabei.

Hybride beackern die Städte –Trend Urban Farming Teil 2

Quelle: www.kitchenfriends.ch

Vor einiger Zeit haben wir einen Artikel zum Thema Urban Farming veröffentlicht. Neben dem Ausdruck des urbanen Lifestyles hat sich der Trend in vielen Mega-Cities als Strategie gegen Hunger sowie Armut entwickelt und die Lebenssituation vieler Menschen verbessert. Viele Bewohner dieser Regionen können mit entsprechenden Maßnahmen (z.B. Rooftop-Gardening) genügend Nahrungsmittel zur Selbstversorgung produzieren (Trend-Report, 2014). In der Schweiz ist Urban Farming weniger aus Gründen der Nahrungsmittel-Grundversorgung auf dem Vormarsch sondern steht für ein Angebot hochwertiger Lebensmittel, für faire Arbeitsbedingungen und ökologische Produktionsmethoden. So die Gartenkooperative ortoloco, deren Idee es ist, sich gemeinsam Gedanken über «das gute Leben» zu machen.
Die Mitbegründerin und Mitglied in der Betriebsgruppe Tina Siegenthaler hat uns aufgrund ihrer Recherche auf einzelne Punkte aufmerksam gemacht, die sie gerne zum Blogbeitrag von September 2012 äussern möchte. Hier ihre Ergänzungen:

  • Dunkelhölzli ist ein Verein und keine Genossenschaft.
  • Die erwähnen Initiativen sind keine Urban Farming-Projekte, sondern sind Initiativen der Community Supported Agriculture (CSA), oder auch regionale (oder solidarische) Vertragslandwirtschaft (RVL).
  • Urban Farming wird klassischerweise in Beeten auf Brachflächen in der Stadt betrieben. Beispiele in Zürich: Stadiongarten auf der Brache des Hardturmstadion, Garten beim GZ Wipkingen, Brauergarten in der Brauerstrasse, Kräuterbeete im Restaurant Frau Gerolds Garten.
  • In diesen Initiativen geht es nicht darum, dass ein bisschen gegärtnert wird, sondern dass eine Versorgung mit hauptsächlich Gemüse, aber auch Pilzen, Beeren, Kräutern, Obst, etc. kontinuierlich für die Mitglieder der Genossenschaften/Vereine gewährleistet werden kann.
  • CSA ist eine alternative Form von Wirtschaft:
    • Es wird nicht mehr Gemüse als Einzelprodukt verkauft, sondern die ganze Produktion durch eine jährliche Pauschale finanziert, den sogenannten Betriebsbeitrag oder die Flächenpauschale. Die Ernte wird gleichmässig auf alle Mitglieder verteilt. So versorgen sich die Mitglieder der Initiativen mit Hilfe von angestellten Gartenfachkräften selber mit Gemüse.
    • Durch dieses Prinzip wird das Risiko auf alle verteilt und muss nicht mehr alleine von den ProduzentInnen getragen werden.
    • Ausserdem ist die Mitarbeit bei den meisten Initiativen ein zentraler Aspekt: Die Mitglieder von ortoloco z.B. erledigen 2/3 der anfallenden Aufgaben im Betrieb (Ernte, Abpacken und Verteilen der Gemüsetaschen, Buchhaltung, Administration allgemein, Kommunikation, etc.).
    • Dadurch kann den Gartenfachkräften ein angemessener Lohn bezahlt werden ohne dass die Produktion allzu teuer wird.
    • Selbstverständlich ist auch der Bildungsaspekt wichtig! Kinder essen plötzlich wieder gern Gemüse.
    •  Und das Feierabendbier und Jäten wird (zumindest bei ortoloco) kombiniert. So ersetzt die Gartenarbeit nicht die Freizeit und die Mühe ist auch nicht so gross, wie sie im Text beschrieben wird.

Quelle: Trend-Report 2014. Y-Events. Die positiven Überraschungen der Zukunft. Zukunftsinstitut GmbH. Frankfurt am Main, November 2013

 

Interview mit Bryan Graf über den neuen Studiengang MAS Marketing Management

Der neue, modular aufgebaute Studiengang MAS Marketing Management eröffnet Weiterbildungsteilnehmenden auf CAS-Ebene neue Möglichkeiten und – vor allem – eine Perspektive: Den MAS-Titel. Bryan Graf, Teilnehmender des Studiengangs, beantwortet im folgenden Interview die Fragen, warum er sich für genau diesen Studiengang entschieden hat und wie er den Alltag als Vollzeit-Arbeitnehmer und Teilzeit-Student meistert.

Wieso haben Sie sich für eine Weiterbildung an der ZHAW School of Management and Law entschieden?

Bryan Graf

Bryan Graf: Nach einem längeren Engagement bei einer international tätigen Industriefirma hatte ich irgendwann die Position des Head of Marketing & Communications inne. Ich bin da allerdings mehr in die Position reingewachsen, die Kompetenzen eignete ich mir quasi „on the job“ an. Ein Vollzeitstudium kam nicht in Frage, ich habe mir deshalb einige berufsrelevante CAS-Lehrgänge (Certificate of Advanced Studies) angeschaut und stand vor dem Entscheid, den CAS in Marketing- & Corporate Communications bei der ZHAW School of Management and Law, oder den Marketingfachmann mit eidg. Fachausweis an einem anderen Bildungsinstitut in Angriff zu nehmen. Etwas Weitsicht schadet ja nicht und so habe ich Rolf Rellstab,Studiengangleiter des CAS Marketing- & Corporate Communications, kontaktiert und ihn gefragt, welche Perspektiven mir die ZHAW nach dem erfolgreichen Abschluss eines solchen CAS bieten könne. Er erzählte mir dann von einem modular aufgebauten MAS, der sich zur Zeit im Aufbau befinde und mein Interesse war geweckt.

Was reizt Sie an dem Masterstudiengang MAS Marketing Management besonders?

Mit Ausnahme des Pflichtmoduls CAS Strategischer Fokus Kunde darf ich  alle CAS (drei an der Zahl) frei wählen und so den Masterstudiengang quasi individuell nach meinen Bedürfnissen zusammenstellen. Es ist sogar möglich, einen bereits absolvierten CAS einer anderen Fachhochschule anrechnen zu lassen. Ich habe nach dem ersten CAS, welcher ein Semester dauert, ein halbes Jahr Pause eingelegt und daraufhinden nächsten CAS abgeschlossen. Nach einem erneuten Stellenwechsel und auch, weil ich mich noch nicht für das dritte Modul entscheiden konnte, habe ich nun wieder einen kleinen schulischen Break hinter mir. Wie es der Zufall nun will, startet kommenden Herbst ein neuer und sehr spannender CAS im Bereich Luxury Management und so werde ich das Masterstudium komplett bei der ZHAW School of Management and Law absolvieren. Das Pflichtmodul mache ich nach Möglichkeit entweder parallel oder im nächsten Jahr. Diese Flexibilität spricht sehr für diesen Masterstudiengang. Ich schätze auch, dass man mit jedem CAS in eine neue Klasse kommt. Da es sich bei dem Studiengang um eine  Weiterbildung handelt, trifft man auf Persönlichkeiten jeglichen Alters, mit sehr unterschiedlichen Positionen aus allen möglichen Branchen. Das Networking und der Erfahrungsaustausch spielen für mich eine weitere zentrale Rolle, weshalb ich mich für diesen Studiengang entschieden habe.

Sie haben seit Ihrer ersten Weiterbildung bereits einige neue Herausforderungen in Ihrem beruflichen Alltag angenommen. Inwiefern haben Sie die Weiterbildungen zu diesen Schritten bewegt?

Ja, das stimmt. Kurz nach Abschluss des CAS Marketing- & Corporate Communications bin ich von der Auftraggeber-Seite zur Agentur-Seite gewechselt und wurde Social Media Manager bei einer Zürcher Webagentur. Der CAS Digital Marketing, mein zweiter CAS, war die logische Konsequenz daraus. Nach einem kurzen aber sehr lehrreichen Jahr zog es mich dann wieder zurück in die Ostschweiz. Neben dem kürzeren Arbeitsweg und der höheren Lebensqualität fand sich dort auch meinen Traumjob als Innovationsmanager bei einem Private / White Label Hersteller von Kosmetik im Premium & Luxusbereich. Als Quereinsteiger tat mir nun die Pause nach dem letzten CAS auch gut und ich konnte mich auf den neuen Job fokussieren. Ich habe das Gefühl, dass ich nun die geballte Kraft der Weiterbildungen prima in den abwechslungsreichen Job miteinbringen kann. Damit ich jetzt auch noch mein fachliches Wissen erweitern kann, kommt nun der CAS Luxury Management & Marketing gerade richtig und ich verspreche mir sehr viel davon. Da ich plane, nach Möglichkeit in diesem Metier zu bleiben, werde ich auch von diesem CAS lange profitieren.

Wie bringen Sie den beruflichen Alltag & das Leben als Teilzeitstudent unter einen Hut?

Das klappt eigentlich ganz gut. Ich schätze die Pausen zwischen den CAS-Lehrgängen sowohl beruflich als auch privat. Ich kann mich in dieser Zeit wieder anderen Dingen widmen, bis sich der Drang nach einem Klassenzimmer wieder verstärkt und ich schliesslich motiviert in den Unterricht zurückkehre. Ich finde es auch ideal, dass die Unterrichtsblöcke nicht mitten in der Woche oder abends stattfinden, sondern meistens am Freitag und Samstag und im Normalfall im zweiwöchentlichen Rhythmus. Dies erlaubt es mir, weiterhin einer 100% Tätigkeit nachzugehen und meine Abwesenheiten entsprechend einzuplanen.

Welches langfristige Ziel möchten Sie mit dem Studium erreichen?

Ich sammle einen starken Rucksack reich an Erfahrungenund wertvollen Kontakten, und einen Leistungsnachweis, der es mir erlaubt, das persönliche Career Development voranzutreiben. Ein MAS in Marketing Management, welcher die Bereiche Marketing- & Unternehmenskommunikation, digitales Marketing, strategischer Kundenfokus und Luxury Management abdeckt, hört sich doch sehr vielversprechend an!

Vielen Dank für das Gespräch!

Der Nachhaltigkeitsbericht als Kommunikations- instrument

Weltweit berichten rund 71% aller Grossunternehmen über ihr Nachhaltigkeitsengagement. Das sind rund 2% mehr als noch vor 2 Jahren. Die Anzahl der Unternehmen in der Asien-Pazifik-Region, die Nachhaltigkeitsberichte erstellen, hat sich im Laufe der letzten zwei Jahre sogar knapp verdoppelt (KPMG, 2013).  Diese Form der Berichterstattung hat sich also offensichtlich etabliert. Somit geht es für immer mehr Unternehmen nicht mehr darum zu entscheiden, ob sie berichten, sondern darum was und wie. Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der GRI-Richtlinien (GRI G4) steht neu die Identifikation der wichtigen Themen im Fokus, die für die Organisation und auch für die relevanten Stakeholder von Bedeutung sind.

Weiterhin müssen Unternehmen sich überlegen, wie sie den Nachhaltigkeitsbericht als Kommunikationsinstrument nutzen möchten und wer angesprochen werden soll. Die Dokumentation des Nachhaltigkeitsengagements ist für viele verschiedene Stakeholder (Konsumenten, Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre, NGOs, Lieferanten etc.) auf unterschiedliche Weise von Interesse. Die Berichte richten sich jedoch meist sehr allgemein an alle Stakeholder, ohne dabei spezifische Bedürfnisse einzelner Gruppen zu berücksichtigen. Hinzu kommt die zunehmende Diversität der zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel. Neben einer Druck- oder PDF-Version finden sich immer häufiger auch webbasierte Lösungen (Online-Bericht, E-Book), die durch ihre technischen Vorteile, grundsätzlich zielgruppenspezifische Kommunikation ermöglichen. Diese bleibt jedoch in dem häufigsten Fällen aus.

Bevor sich Unternehmen jedoch überhaupt Gedanken darüber machen können, welches Kommunikationsmittel sie einsetzen sollen, um ihre Aktivitäten zu kommunizieren, muss der Bericht überhaupt erst einmal erstellt werden. Das ist insbesondere für KMU aufwendig. Nach Meinung von Prof. Dr. Claus-Heinrich Daub, Dozent und Forscher im Bereich Nachhaltige Unternehmensführung an der FHNW, lohnt sich dieser Aufwand jedoch trotzdem. Der Nachhaltigkeitsbericht sei ein Instrument, das helfen könne, die unternehmerischen Aktivitäten diesbezüglich transparent zu machen. Dies schaffe Glaubwürdigkeit und Vertrauen und mache das Engagement für die Stakeholder nachvollziehbar, so Daub.

Mit den neuen Richtlinien GRI4 stehen die Unternehmen nun vor zusätzlichen inhaltlichen Herausforderungen. Herbert Winistörfer, Dozent für Nachhaltigkeitsmanagement und CSR an der ZHAW School of Management and Law sieht vor allem im Bereich des Stakeholderdialogs Herausforderungen. Unternehmen müssten entscheiden, wie sie diese führen und dokumentieren. Hinzu kämen die konkrete Identifikation der relevanten Handlungsfelder und neue Anforderungen hinsichtlich der Berichterstattung zur Wertschöpfungskette. Dabei werde auch die Integration sozialer Aspekte in die Wertschöpfungskette vermehrt eine Rolle spielen, so Winistörfer, der diese Thematik auch in seinem Buch Management der sozialen Verantwortung in Unternehmen anspricht.

Mit der Identifikation bestimmter Themenfelder sollen nun die Interessen der Stakeholder Berücksichtigung finden. Über diesen inhaltlichen Fokus hinweg, gilt es aber auch zu überlegen, wie diese Informationen stakeholdergerecht kommuniziert werden sollen. Dies ist eine der Fragen, der in einer geplanten Forschungskooperation der FHNW und der ZHAW School of Management and Law zum Thema «Der Nachhaltigkeitsbericht als Mittel der stakeholderorientierten Kommunikation» nachgegangen werden soll. Recherchen zeigen, dass die meisten Berichte die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Stakeholder nicht berücksichtigen. Eine zielgruppenspezifische Kommunikation sei aber auch nicht problemlos zu erreichen, so Verena Berger, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fachstelle Behavioural Marketing. Es stellten sich verschiedenste Fragen, von der Darstellung über die Wahrnehmung und Verständlichkeit bis hin zur eigentlichen Wahl des Mediums. Um spezifische Erkenntnisse zu diesen Fragen zu erhalten böten sich evidenzbasierte Verfahren, z.B. Experimente an.

Das Thema Reporting und Öffentlichkeitsarbeit wird im Studiengang CAS Sustainability Marketing ausführlich behandelt. Der Lehrgang richtet sich an Marketingverantwortliche sowie Produktmanagerinnen und -manager aus dem Business-to-Business-Bereich, die in Produktions- und Dienstleistungsbetrieben auf Geschäftsleitungs- sowie Abteilungsleitungsebene tätig sind. Durchgeführt wird der CAS Sustainybility Marketing in Kooperation mit der FHNW.

SPATZ – das Zelt das atmet!

Die Marke SPATZ war im letzten halben Jahr immer wieder Thema bei uns Studierenden des konsekutiven Marketing Masterstudiengangs der ZHAW School of Management and Law. Zehn Projektgruppen erhielten den Auftrag die Marke SPATZ durch eine identitätsorientierte Markenstrategie zu revitalisieren, da sie ungerechtfertigter Weise etwas in Vergessenheit geraten ist.

Das Unternehmen bietet alles, was man für ein hochwertiges Campingerlebnis braucht. Bekannt ist die Traditionsfirma vor allem für ihre handgefertigten Baumwollzelte. Einzelne Zelte werden sogar noch beinahe nach den originalen Schnittmustern von den Anfängen der über 78-jährigen Firmengeschichte gefertigt.

Der Schweizer Zeltbauer steht nach eigenem Versprechen für hohe Qualität und Nachhaltigkeit. Gerade bei der Verwendung eines Rohstoffs wie Baumwolle, ist damit die Betrachtung der Wertschöpfungskette wichtig. Bei der Firma SPATZ werden alle verwendeten Materialen von Schweizer Firmen in der Schweiz bezogen. Die Baumwolle stammt von der Jenny Fabrics AG in Niederurnen, eine der wenigen noch existierenden Webereien in der Schweiz. Die Produkte der Jenny Fabrics AG sind mehrfach ökologisch zertifiziert und auf Schadstoffe geprüft. Sie gehört zu den weltweit ersten Firmen, die eine Zertifizierung nach OEKO-TEX STANDARD 1000 erhielten. Dies ist ein Zertifizierungssystem für umweltfreundliche Betriebsstätten in der Textilindustrie. Zu den Prüfkriterien zählen u.a. die Einhaltung von Vorgaben bezüglich Abluftemissionen und Abfallbewirtschaftung, Einsatz umweltverträglicher Technologien, optimierter Ressourceneinsatz und die Erfüllung sozialer Kriterien wie beispielsweise das Verbot von Kinderarbeit oder die Einhaltung leistungsgerechter Entlohnung. Mittels laufender Auditierung vor Ort, werden die Anforderungen immer wieder überprüft. Auch im weiteren Produktionsschritt, der Textilveredlung, wird auf ökologisch verträgliche Färbung und Veredelung geachtet. Die Produkte werden mit sorgfältiger Handarbeit am Produktionsstandort in Zürich gefertigt.

SPATZ folgt dem Leitsatz „Qualität vor Quantität“. Mit diesem Gedanken setzt das Unternehmen mit Robustheit, Langlebigkeit sowie Garantie- und Reparaturleistungen ihrer Produkte auf eine Gegenbewegung zum Trend der Wegwerfgesellschaft. Nachhaltigkeit im Sinne von Qualität und Langlebigkeit, sowie sozial und ökologische Verantwortungsübernahme über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg sind, nach Aussagen von Geschäftsführer Marc Jansen, von unschätzbarem Wert. Produkte müssen den Konsumenten einen langfristigen Nutzen bieten und einen realen Gegenwert, zu einem angemessenen Preis, liefern. Angefangen bei der nachhaltigen Produktion mit hochwertigen Halbfabrikaten aus der Schweiz, über das familiäre und authentische Unternehmensklima, das durch die Mitarbeiter auch nach aussen dringt, bis hin zur einzigartigen Qualität durch Handarbeit, ist SPATZ die erste Anlaufstelle für Naturfreunde, die ein exklusives Outdoor-Erlebnis unter vollster ökologischer Besinnung suchen.

Das Unternehmen ist ein Beispiel dafür, dass verantwortliches Handeln entlang der Wertschöpfungskette möglich ist und versucht werden sollte.

Weitere Infos unter auf Facebook.

Luxuriös im Abfall wohnen und auf der Fahrradautobahn zur Arbeit

Nachhaltigkeit interessiert nicht mehr nur ökobewusste Menschen und hat seinen Weg in die moderne Welt der Kommunikation längst gefunden. Unzählige Blogs haben die Thematik von globalen Herausforderungen aufgegriffen, hinterfragen alltägliches Verhalten und motivieren zum Übernehmen von Verantwortung. Insbesondere innovative Ansätze und neue Geschäftsmodelle im Bereich der Nachhaltigkeit werden vorangetrieben. Mit frischen Ideen sollen Lösungen kreiert werden, welche die Umwelt entlasten. Wir stellen Ihnen hier vier Blogs vor, die wir besonders interessant finden:

WeGreen Blog

Der WeGreen Blog widmet sich in erster Linie Neuigkeiten rund um umweltbewusstes und faires Einkaufen. Zudem finden sich auf der Website von WeGreen Informationen „um schnell und unkompliziert nachhaltige Produkte zu kaufen“. Die WeGreen Nachhaltigkeitsampel zeigt sofort an wie nachhaltig ein Produkt und dessen Hersteller ist.

RESET Blog

Kreativ wurden auch die Architekten der dänischen Firma Lendager Arkitekter. Mit ihrem Umwelt-Haus aus Abfall haben sie bewiesen, dass Recycling grosse Dimensionen erreichen kann. Die Grundstruktur des Hauses besteht aus einem Holzrahmen und zwei vorgefertigten Schiffscontainern, die auf einem Fundament aus alten Glasflaschen und Pfählen stehen. Die Wände sind mit Papierwolle aus alten Zeitungen isoliert und mit Pressspanplatten verkleidet. Diese innovative Idee wurde im RESET Blog aufgegriffen. Der Blog wird durch eine Non-Profit-Organisation betrieben und informiert über innovative Lösungen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, spannende Projekte und Innovationen. RESET sieht sich als eine Informations- und Aktionsplattform, die innovative Technologien auf Basis neuer Ansätze nutzen will, um Wissen über eine nachhaltige Entwicklung zu vermitteln und effizientes Handeln für eine zukunftsfähige Welt zu ermöglichen.

KarmaKonsum

Inspirieren will auch KarmaKonsum, eine der führenden Trendforschungs- und Beratungsgesellschaften zu den Themen gesunde und nachhaltige Lebensstile (LOHAS) sowie neues Wirtschaften (Corporate Social Responsibility). Deren Blog gilt mit fast täglicher Berichterstattung als ein wichtiger Multiplikator und Meinungsführer in der deutschsprachigen Nachhaltigkeitsbranche. Gute Nachrichten über den Wandel zu einem neuen Wohlstandsmodell und einem neuen Geist in der Wirtschaft sollen durch diesen Kommunikationskanal verbreitet werden. Eine erst kürzlich publizierte gute News ist z.B. die geplante Fahrradautobahn in London. Die Städteplaner aus Englands Hauptstadt, wollen einen SkyCycle-Highway erstellen, der oberhalb von dicht befahrenen Strassen und den Trassen des S-Bahn-Netzes entlang führen soll. Den wichtigsten Verkehrsadern der Stadt soll sozusagen ein Dach aufgesetzt werden. Ohne Verkehrsstaus könne man so bis zu 29 Minuten gegenüber dem Auto und öffentlichen Nahverkehr einsparen und ohne Gefährdung durch Autos oder LKWs ins Zentrum gelangen. Der vollständigen Bericht ist auf dem Blog von KarmaKonsum zu finden.

Green Responsibility

Nachhaltigkeit ist für Green Responsibility kein Trendthema, sondern genauso Lebensgefühl wie Geschäftsprinzip. Auf ihrem Blog posten die Netzwerkmitglieder kontinuierlich zu den Themen Kommunikation und Nachhaltigkeit oder berichten von eigenen Erfahrungen. Ergänzt wird dies durch Gastkommentare und Themen des Monats. Im Januar sorgt das frisch lancierte Fairphone einer niederländischen Start-Up-Unternehmung für Gesprächsstoff. Das erste „grüne Smartphone“ wird unter fairen und nachhaltigen Bedingungen hergestellt und wurde bereits 25‘000 Mal verkauft. Aufgrund der anhaltenden Nachfrage gehen die Hersteller nun in die zweite Runde. Mehr Informationen gibt es auf dem Blog. Das Fairphone kann man auf der Website bestellen.

Warum einen CAS in Sustainability Marketing absolvieren?

M. Leyrer, Georg Fischer AG

Der CAS Sustainability Marketing bietet eine einzigartige Chance sich zu Nachhaltigkeitsthemen auf den aktuellen Stand zu bringen, die für das Marketing relevant und für ein glaubwürdiges, langfristiges Wirtschaften wesentlich sind. Welche Vorteile sieht die Praxis in solch einer Weiterbildung. Wir haben bei Manfred Leyrer, Corporate Sustainability Officer der Georg Fischer AG in Schaffhausen nachgefragt.

 

 

 

 

 

Wo würde ein Absolvent oder eine Absolventin des CAS Sustainability Marketing in Ihrem Unternehmen arbeiten und welche Aufgaben hätte er?

M. Leyrer, Georg Fischer AG: Unser Unternehmen bietet sehr viele Bereiche, welche für einen Absolvent oder Absolventin des CAS Sustainability Marketing interessant sind. Das Thema «Nachhaltigkeit» eröffnet eine Menge neuer Geschäftsfelder. Gefragt sind daher vor allem Marketingfachleute im Key Account Management, in der Entwicklung und nicht zu Letzt auch im Riskmanagement. Früher wurden Produkte häufig hergestellt weil sie  «technisch cool» waren, heutzutage müssen sie viel höheren Kundenansprüchen genügen. Im Bereich «Automotive» wird beispielsweise stark an der Optimierung von Metallkomponenten gearbeitet, da eine Gewichtsreduktion der Fahrzeuge verlangt wird. Leichtere Fahrzeuge verbrauchen weniger Sprit und haben somit einen Nutzen bis hin zum Endkunden. Im Bereich «Piping Systems» spielt bei uns unter anderem die Exportkontrolle aber auch das Risikomanagement eine wichtige Rolle. Rohrleitungen für Chemie und Pharmazie haben beispielsweise sehr hohe Anforderungen an Dichtigkeit und Reinheit und könnten daher auch für die Herstellung militärischer Stoffe eingesetzt werden.  Marketingverantwortliche müssen daher genau kontrollieren, dass diese Artikel nicht an Länder geliefert werden, die einer Exportbeschränkung unterliegen. Dafür brauchen sie ein ganzheitliches Verständnis der Wertschöpfungskette und entsprechendes Verantwortungsbewusstsein in der täglichen Arbeit. Nur Marketingmitarbeiter mit einer umfassenden Kenntnis und Affinität für Nachhaltigkeitsthemen, können auch als Mitglieder in den Entwicklungsteams von neuen, innovativen Produkten eingesetzt werden. Dazu gehört auch, die Chancen und Risiken von neuen gesetzlichen Vorgaben sowie gesellschaftlichen Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Kenntnisse über potentielle  Märkte, Nachhaltigkeitsstrategien und deren operative Umsetzung sind wichtige Treiber, die all unsere Geschäftsfelder betreffen.

Wie schätzen Sie die Wichtigkeit von der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsthemen im Marketing ein?

M. Leyrer, Georg Fischer AG: Da Unternehmen eine Verantwortung gegenüber ihren Kunden und der Gesellschaft haben, wird die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsthemen im Marketing immer wichtiger. Kunden werden anspruchsvoller und wollen die Herkunft der Rohmaterialien und die Fertigungstechnologie ihrer Projekte genau kennen. Insbesondere bei öffentlichen Aufträgen wie beispielsweise der Errichtung olympischer Städte, muss die Herkunft der Rohmaterialien, die Art der Produktion, der Produkteinsatz bis hin zum Recycling sehr genau evaluiert werden. Nebst der Gefahr eines Imageverlustes, spielen auch finanzielle Aspekte eine grosse Rolle. Klar ist, das Verschlafen eines Nachhaltigkeitstrends kann sich schnell negativ auf dem Unternehmenserfolg auswirken. Wir brauchen auf dem Arbeitsmerkt mehr Mitarbeiter, die ein fundiertes Verständnis von diesen Nachhaltigkeitsthemen haben und die wissen, welche Initiativen, Standards und Entwicklungen in der Branche wichtig sind.

Welche  Ansätze aus dem Bereich «Sustainability Marketing» verfolgen Sie in Ihrem Unternehmen?

M. Leyrer, Georg Fischer AG: Bei Georg Fischer arbeiten wir divisionsübergreifend. So werden wir in der Auftragsannahme Filterfunktionen einbauen, mit denen wir anhand von Entscheidungskriterien prüfen, ob ein Projekt sinnvoll ist und welche Risiken es mit sich bringt. In der F&E Abteilung arbeiten wir intensiv an unseren Produkten, um diese nicht nur kostengünstig, sondern auch ökologisch sinnvoll herzustellen. Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, Umweltverträglichkeit und auch glaubwürdige Kommunikation an die Stakeholder sind wichtige Themen, die auch das Marketing betreffen.

Das IMM ist Akademischer Partner der ersten 3B-Konferenz in Zürich

Das Institut für Marketing Management (IMM) der ZHAW School of Management and Law tritt als Akademischer Partner der ersten 3B-Konferenz auf, die am 26. März 2014 im Zürcher Technopark stattfindet. „3B“ steht für Business Development, B2B Sales und Bid Management. Die 3B-Konferenz ist die erste Fachkonferenz und professionelle Networking-Plattform, welche diese drei Themen zusammenführt.

Die eintägige Fachkonferenz besteht aus zwei Vortrags- und Workshop-Streams mit Fach- und Praxisbeiträgen aus Industrie, Wissenschaft, Verbänden und Beratung. Dr. Rainer Fuchs präsentiert das spannende Thema „B2B-Erfolg durch Business Management of Products“. Er zeigt dabei auf, wie man den Erfolg seiner Produkte misst und in allen Phasen des Lebenszyklus‘ steuert. Die Konferenz wird weiter unterstützt durch APMP (Association of Proposal Management Professionals) und den Carriers Lunch. Das erstklassige Konferenzprogramm bietet vielfältige Gelegenheiten, sich über verschiedene Fachthemen von hochkarätigen Experten informieren zu lassen und aktiv zu „netzwerken“. Nutzen Sie die einmalige Gelegenheit, Kontakt zu anderen Konferenzbesuchern aufzunehmen und aktiv Visitenkarten auszutauschen.

Die Zielgruppe: Sales Directors, Account Managers, Head of Sales, Business Development Managers, Bid Manager, B2B Sales Executives, Proposal Manager, Tender Manager etc.

Mit dem Gutschein-Code ZHAW3B erhalten Sie bei der Anmeldung einen Rabatt von CHF 30.00 bzw. CHF 40.00 (je nach Anmeldungszeitpunkt).

Weitere Informationen und Anmeldung