Hybride beackern die Städte –Trend Urban Farming Teil 2

Quelle: www.kitchenfriends.ch

Vor einiger Zeit haben wir einen Artikel zum Thema Urban Farming veröffentlicht. Neben dem Ausdruck des urbanen Lifestyles hat sich der Trend in vielen Mega-Cities als Strategie gegen Hunger sowie Armut entwickelt und die Lebenssituation vieler Menschen verbessert. Viele Bewohner dieser Regionen können mit entsprechenden Maßnahmen (z.B. Rooftop-Gardening) genügend Nahrungsmittel zur Selbstversorgung produzieren (Trend-Report, 2014). In der Schweiz ist Urban Farming weniger aus Gründen der Nahrungsmittel-Grundversorgung auf dem Vormarsch sondern steht für ein Angebot hochwertiger Lebensmittel, für faire Arbeitsbedingungen und ökologische Produktionsmethoden. So die Gartenkooperative ortoloco, deren Idee es ist, sich gemeinsam Gedanken über «das gute Leben» zu machen.
Die Mitbegründerin und Mitglied in der Betriebsgruppe Tina Siegenthaler hat uns aufgrund ihrer Recherche auf einzelne Punkte aufmerksam gemacht, die sie gerne zum Blogbeitrag von September 2012 äussern möchte. Hier ihre Ergänzungen:

  • Dunkelhölzli ist ein Verein und keine Genossenschaft.
  • Die erwähnen Initiativen sind keine Urban Farming-Projekte, sondern sind Initiativen der Community Supported Agriculture (CSA), oder auch regionale (oder solidarische) Vertragslandwirtschaft (RVL).
  • Urban Farming wird klassischerweise in Beeten auf Brachflächen in der Stadt betrieben. Beispiele in Zürich: Stadiongarten auf der Brache des Hardturmstadion, Garten beim GZ Wipkingen, Brauergarten in der Brauerstrasse, Kräuterbeete im Restaurant Frau Gerolds Garten.
  • In diesen Initiativen geht es nicht darum, dass ein bisschen gegärtnert wird, sondern dass eine Versorgung mit hauptsächlich Gemüse, aber auch Pilzen, Beeren, Kräutern, Obst, etc. kontinuierlich für die Mitglieder der Genossenschaften/Vereine gewährleistet werden kann.
  • CSA ist eine alternative Form von Wirtschaft:
    • Es wird nicht mehr Gemüse als Einzelprodukt verkauft, sondern die ganze Produktion durch eine jährliche Pauschale finanziert, den sogenannten Betriebsbeitrag oder die Flächenpauschale. Die Ernte wird gleichmässig auf alle Mitglieder verteilt. So versorgen sich die Mitglieder der Initiativen mit Hilfe von angestellten Gartenfachkräften selber mit Gemüse.
    • Durch dieses Prinzip wird das Risiko auf alle verteilt und muss nicht mehr alleine von den ProduzentInnen getragen werden.
    • Ausserdem ist die Mitarbeit bei den meisten Initiativen ein zentraler Aspekt: Die Mitglieder von ortoloco z.B. erledigen 2/3 der anfallenden Aufgaben im Betrieb (Ernte, Abpacken und Verteilen der Gemüsetaschen, Buchhaltung, Administration allgemein, Kommunikation, etc.).
    • Dadurch kann den Gartenfachkräften ein angemessener Lohn bezahlt werden ohne dass die Produktion allzu teuer wird.
    • Selbstverständlich ist auch der Bildungsaspekt wichtig! Kinder essen plötzlich wieder gern Gemüse.
    •  Und das Feierabendbier und Jäten wird (zumindest bei ortoloco) kombiniert. So ersetzt die Gartenarbeit nicht die Freizeit und die Mühe ist auch nicht so gross, wie sie im Text beschrieben wird.

Quelle: Trend-Report 2014. Y-Events. Die positiven Überraschungen der Zukunft. Zukunftsinstitut GmbH. Frankfurt am Main, November 2013

 

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