Zurück zum Handel! Warum die Kanal-Exzellenz nicht mehr genügt. (Teil 2 von 2)

Wie angekündigt in der Folge der zweite Teil des Interviews mit Malte Polzin, E-Commerce-Experte und Dozent, zum Thema E-Commerce:

Die Transparenz im Internet führt dazu, dass die Angebote von Online-Shops per se einem Preisvergleich ausgesetzt sind. Wie können sich Händler, die sich über die Qualität differenzieren wollen, dem Preisdiktat entziehen?

Malte Polzin: Preisvergleiche sind sehr sortimentsabhängig, insbesondere in der Elektronik-Branche sind sie kaum zu umgehen. Online-Shops, die sich aber den „long tail“ zu Nutze machen und/oder ein Nischensortiment anbieten, können sich oftmals gut dem Preisdiktat entziehen. Die Etablierung von Eigenmarken ist zudem ein immer häufiger anzutreffende Massnahme, um sich Preisvergleichen zu entziehen und die Exklusivität des Sortiments zu steigern. Eine gut funktionierende Logistik, kurze Lieferfristen und hohe Produktverfügbarkeit mögen den verwöhnten Online-Shopper je länger weniger zu begeistern, hingegen kann ein exzellenter Kunden-Service nach wie vor zu Begeisterung und somit auch zur Zahlung eines Preispremiums führen.

Apple hat letzten Sommer die Technologie „iBeacon“ vorgestellt. Diese kleinen, auf der Bluetooth-Technologie basierenden Sender ermöglichen es, die exakte Position des Smartphones im Ladengeschäft zu bestimmen und positionsabhängige Nachrichten an das Gerät zu senden. Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus für den stationären Handel in der Schweiz?

Für den stationären Handel ergeben sich zahlreiche interessante Use Cases, vorausgesetzt, die Konsumenten akzeptieren die neue Technologie. Insbesondere die In-Store-Ortung wird es ermöglichen, zukünftig Zusatzinformationen zu Produkten wie beispielsweise Produktbewertungen oder Video-Erläuterungen am Regal auszuliefern und so das Produkt besser zu vermarkten. Zudem können Konsumenten auch über ihre Smart Devices auf Sonderangebote am Point-of-Sale aufmerksam gemacht werden. Bisher ist mir jedoch noch kein konkreter Einsatz der iBeacon-Technologie in der Schweiz bekannt. Ich würde den Händlern jedoch empfehlen, rasch mit der neuen Technologie zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln.

Du bist Dozent für E- und Social Commerce im Weiterbildungsstudiengang CAS Digital Marketing an der ZHAW in Winterthur. Was gibst du den Studierenden in diesem Lehrgang weiter?

Nebst den Grundlagen zum E-Commerce werde ich die Studierenden vor allem dazu animieren, sich mit dem grossen Potenzial des Einbezugs von Kunden in E-Commerce-Aktivitäten auseinanderzusetzen. Diese „sozialen“ Aspekte verhelfen nämlich nicht nur zu einem besseren Nutzungserlebnis und ansprechenderen Serviceangeboten, sondern ermöglichen auch eine nachhaltige Differenzierung von der Konkurrenz. Da das Verständnis von sozialen Mechanismen als Grundlage zur Entwicklung von erfolgsversprechenden digitalen Strategien sowieso ein Kernbestandteil des Lehrgangs darstellen, sind die Absolventen des CAS Digital Marketing in der Lage, auch zukünftige technologische Entwicklungen rasch aufzugreifen und in ihrem beruflichen Alltag einzubringen.

Zum Schluss noch ein kurzer Blick in die nahe Zukunft: Welche Veränderungen durchläuft der E- und Social Commerce in diesem Jahr?

Multichannel und Mobile bleiben weiterhin aktuelle Themen und werden den Handel weiter beschäftigen. Im Verlauf dieses Jahres werden sicherlich weitere stationäre Händler den Schritt ins Internet wagen. Ganz allgemein wird die Professionalisierung im E-Commerce weiter vorangetrieben, insbesondere „hinter den Kulissen“, indem an der Abstimmung von kanalübergreifenden Prozessen und der Gestaltung einer einheitlichen Customer Experience an allen Touchpoints weitergearbeitet wird. Zudem erwarte ich, dass sich reine Online-Händler verstärkt mit dem Community-Building und dem Content-Marketing auseinandersetzten werden und wir neue, innovative Online-Handels-Konzepte noch in diesem Jahr sehen werden.

Nochmals vielen Dank für das Gespräch!

Das ganze Interview wird gekürzt in der Zeitschrift M&K am 25. April 2014 abgedruckt.

E-Commmerce und weitere Themen rund um Digital Marketing und die Unternehmensführung in der digitalen Realität werden im Zertifikatsstudiengang (CAS) Digital Marketing aufgegriffen. Die nächste Durchführung startet am 29. August 2014. Weitere Informationen finden Sie auf der Studiengang-Website.

Zurück zum Handel! Warum die Kanal-Exzellenz nicht mehr genügt. (Teil 1 von 2)

Eine Vielzahl von Kaufentscheidungen werden heute online getroffen oder finden ihren Anstoss im Internet. Ist ein Händler mit seinem Sortiment online nicht präsent, findet er keine Käufergunst. Doch die weiter steigende Online-Orientierung der Konsumenten verlangt nicht mehr länger nur, dass Händler über unterschiedliche digitale Touchpoints erreicht werden können, sondern sie erwarten auch eine durchgängige und kanalübergreifende Customer Experience. Zu diesen und weiteren aktuellen Herausforderungen im E-Commerce nimmt Malte Polzin, E-Commerce-Experte und Dozent, Stellung.

Gemäss der aktuellsten Online-Befragung der Xeit GmbH informieren sich 78 Prozent der Umfrageteilnehmer immer oder oft online, bevor sie eine Anschaffung tätigen. Bedeutet dies, dass ein rein stationärer Händler bei diesen Konsumenten gar nicht mehr als Einkaufsstätte wahrgenommen wird?

Malte Polzin: Dieses Phänomen stellen wir in letzter Zeit verstärkt fest. Stationäre Händler, die kein oder nur ein begrenztes Sortiment online anbieten, büssen tatsächlich Umsatz ein. Im Umkehrschluss besteht also für einen Händler grosses Potenzial, die Waren auch online anzubieten, und dies auch dann, wenn der Konsument das Produkt in der Regel nicht online erwirbt. Nur bereits die Tatsache, dass sich ein potenzieller Kunde in der Vorkaufsphase über die angebotenen Produkte und deren Verfügbarkeit informiert, ist Grund genug, ein Online-Shop zu betreiben. Der vernetzte Kunde rennt heute nicht mehr in den Laden, ohne vorher den Preisrahmen oder die Verfügbarkeit des Produkt geprüft zu haben. Deshalb gilt zunehmend: was nicht online ist, existiert nicht.

Smartphone und Tablet haben das Konsumentenverhalten stark verändert. Internet-User recherchieren und kaufen heute zeitsouverän und ortsunabhängig auf ihren Smart Devices ein. Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich aus dem veränderten Konsumentenverhalten für Online-Händler?

Für den Online-Händler ist es heute unerlässlich, die eigene Web-Präsenz für mobile Endgeräte zu optimieren. Dabei ist jedoch eine klare Unterscheidung zwischen Smartphone und Tablet zu machen, denn die Art und Weise der Nutzung unterscheidet sich beträchtlich. So dienen Smartphones vor allem in der Vorkaufsphase oder am Point of Sale zur Recherche von Produktspezifikationen und Kundenbewertungen. Der Kaufanschluss selbst hingegen beobachten wir viel eher auf Tablets. Ein Online-Händler, der die Customer Journey seiner Kunden versteht und im passenden Moment geräteoptimierte Inhalte bereitstellen kann, ist also ganz klar im Vorteil. Die Herausforderung für den Händler besteht jedoch darin, die Kanäle nicht isoliert zu betrachten, sondern die Customer Journey kanal- und geräteübergreifend abzubilden, so dass der Kunde den gesamten Kaufentscheidungsprozess bei einem Anbieter durchlaufen kann. Bietet der Händler ein exzellentes Kauferlebnis an – egal auf welchem Endgerät – ist die Wahrscheinlichkeit eines Wiederkaufs und somit des Aufbaus einer langfristigen Kundenbeziehung viel höher.

Gilt im Handel also die Devise, möglichst viele physische wie auch digitale Touchpoints anzubieten, damit sich mein Kunden abgeholt fühlt und nach wie vor bei mir einkauft?

Die Berücksichtigung gerätespezifischer Eigenheiten im E-Commerce reicht längst nicht aus. Vielmehr geht es darum, an jedem Touchpoint eine stimmige und vor allem einheitliche Customer Experience zu realisieren und die Kundenprozesse kanalübergreifend abzubilden. Dies setzt jedoch voraus, dass ein Unternehmen den Kunden ins Zentrum aller Überlegungen stellt, und nicht die angebotenen Kanäle isoliert betrachtet. Diese kanalübergreifenden Prozesse führen jedoch zu grossen innerbetrieblichen Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Organisation und Logistik. Ein Händler, der sämtliche Kundenprozesse und die Kommunikation kanalunabhängig realisieren kann, verfügt eindeutige über Wettbewerbsvorteile.

Heute verfügen beinahe alle Online-Shops über Bewertungs-, Rating- und Share-Funktionen. Vermögen solche soziale Mechanismen den Onlineverkauf anzukurbeln?

Der Werbung glauben heutige Online-Shopper sowieso immer weniger. Ratings und Reviews dagegen weisen eine hohe Glaubwürdigkeit auf und helfen dem Konsumenten, das für ihn richtige Produkt zu wählen. Umfangreichen Produktbeschreibungen sowie aussagekräftige und vertrauenswürdige Produktbewertungen sind ganz klar umsatzrelevant. Hingegen haben Share-Funktionen, wie beispielweise das Teilen des Produktes auf Facebook oder auf Twitter, kaum einen Einfluss auf den Absatz.

Ich stelle jedoch vermehrt fest, dass es im Online-Handel wichtiger wird, auch „User helfen User“-Funktionalitäten auf Produkteebene anzubieten und den Kundendienst in produktbezogenen Diskussionen miteinzubinden. Social Support ganz allgemein stellt zurzeit ein wichtiges Experimentierfeld dar und hat das Potenzial, als starkes Kundenbindungsinstrument zu fungieren.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Der zweite Teil dieses Interviews erscheint morgen im Marketing-Management Blog. Das ganze Interview wird gekürzt in der Zeitschrift M&K am 25. April 2014 abgedruckt.

E-Commmerce und weitere Themen rund um Digital Marketing und die Unternehmensführung in der digitalen Realität werden im Zertifikatsstudiengang (CAS) Digital Marketing aufgegriffen. Die nächste Durchführung startet am 29. August 2014. Weitere Informationen finden Sie auf der Studiengang-Website.

Interview mit Bryan Graf über den neuen Studiengang MAS Marketing Management

Der neue, modular aufgebaute Studiengang MAS Marketing Management eröffnet Weiterbildungsteilnehmenden auf CAS-Ebene neue Möglichkeiten und – vor allem – eine Perspektive: Den MAS-Titel. Bryan Graf, Teilnehmender des Studiengangs, beantwortet im folgenden Interview die Fragen, warum er sich für genau diesen Studiengang entschieden hat und wie er den Alltag als Vollzeit-Arbeitnehmer und Teilzeit-Student meistert.

Wieso haben Sie sich für eine Weiterbildung an der ZHAW School of Management and Law entschieden?

Bryan Graf

Bryan Graf: Nach einem längeren Engagement bei einer international tätigen Industriefirma hatte ich irgendwann die Position des Head of Marketing & Communications inne. Ich bin da allerdings mehr in die Position reingewachsen, die Kompetenzen eignete ich mir quasi „on the job“ an. Ein Vollzeitstudium kam nicht in Frage, ich habe mir deshalb einige berufsrelevante CAS-Lehrgänge (Certificate of Advanced Studies) angeschaut und stand vor dem Entscheid, den CAS in Marketing- & Corporate Communications bei der ZHAW School of Management and Law, oder den Marketingfachmann mit eidg. Fachausweis an einem anderen Bildungsinstitut in Angriff zu nehmen. Etwas Weitsicht schadet ja nicht und so habe ich Rolf Rellstab,Studiengangleiter des CAS Marketing- & Corporate Communications, kontaktiert und ihn gefragt, welche Perspektiven mir die ZHAW nach dem erfolgreichen Abschluss eines solchen CAS bieten könne. Er erzählte mir dann von einem modular aufgebauten MAS, der sich zur Zeit im Aufbau befinde und mein Interesse war geweckt.

Was reizt Sie an dem Masterstudiengang MAS Marketing Management besonders?

Mit Ausnahme des Pflichtmoduls CAS Strategischer Fokus Kunde darf ich  alle CAS (drei an der Zahl) frei wählen und so den Masterstudiengang quasi individuell nach meinen Bedürfnissen zusammenstellen. Es ist sogar möglich, einen bereits absolvierten CAS einer anderen Fachhochschule anrechnen zu lassen. Ich habe nach dem ersten CAS, welcher ein Semester dauert, ein halbes Jahr Pause eingelegt und daraufhinden nächsten CAS abgeschlossen. Nach einem erneuten Stellenwechsel und auch, weil ich mich noch nicht für das dritte Modul entscheiden konnte, habe ich nun wieder einen kleinen schulischen Break hinter mir. Wie es der Zufall nun will, startet kommenden Herbst ein neuer und sehr spannender CAS im Bereich Luxury Management und so werde ich das Masterstudium komplett bei der ZHAW School of Management and Law absolvieren. Das Pflichtmodul mache ich nach Möglichkeit entweder parallel oder im nächsten Jahr. Diese Flexibilität spricht sehr für diesen Masterstudiengang. Ich schätze auch, dass man mit jedem CAS in eine neue Klasse kommt. Da es sich bei dem Studiengang um eine  Weiterbildung handelt, trifft man auf Persönlichkeiten jeglichen Alters, mit sehr unterschiedlichen Positionen aus allen möglichen Branchen. Das Networking und der Erfahrungsaustausch spielen für mich eine weitere zentrale Rolle, weshalb ich mich für diesen Studiengang entschieden habe.

Sie haben seit Ihrer ersten Weiterbildung bereits einige neue Herausforderungen in Ihrem beruflichen Alltag angenommen. Inwiefern haben Sie die Weiterbildungen zu diesen Schritten bewegt?

Ja, das stimmt. Kurz nach Abschluss des CAS Marketing- & Corporate Communications bin ich von der Auftraggeber-Seite zur Agentur-Seite gewechselt und wurde Social Media Manager bei einer Zürcher Webagentur. Der CAS Digital Marketing, mein zweiter CAS, war die logische Konsequenz daraus. Nach einem kurzen aber sehr lehrreichen Jahr zog es mich dann wieder zurück in die Ostschweiz. Neben dem kürzeren Arbeitsweg und der höheren Lebensqualität fand sich dort auch meinen Traumjob als Innovationsmanager bei einem Private / White Label Hersteller von Kosmetik im Premium & Luxusbereich. Als Quereinsteiger tat mir nun die Pause nach dem letzten CAS auch gut und ich konnte mich auf den neuen Job fokussieren. Ich habe das Gefühl, dass ich nun die geballte Kraft der Weiterbildungen prima in den abwechslungsreichen Job miteinbringen kann. Damit ich jetzt auch noch mein fachliches Wissen erweitern kann, kommt nun der CAS Luxury Management & Marketing gerade richtig und ich verspreche mir sehr viel davon. Da ich plane, nach Möglichkeit in diesem Metier zu bleiben, werde ich auch von diesem CAS lange profitieren.

Wie bringen Sie den beruflichen Alltag & das Leben als Teilzeitstudent unter einen Hut?

Das klappt eigentlich ganz gut. Ich schätze die Pausen zwischen den CAS-Lehrgängen sowohl beruflich als auch privat. Ich kann mich in dieser Zeit wieder anderen Dingen widmen, bis sich der Drang nach einem Klassenzimmer wieder verstärkt und ich schliesslich motiviert in den Unterricht zurückkehre. Ich finde es auch ideal, dass die Unterrichtsblöcke nicht mitten in der Woche oder abends stattfinden, sondern meistens am Freitag und Samstag und im Normalfall im zweiwöchentlichen Rhythmus. Dies erlaubt es mir, weiterhin einer 100% Tätigkeit nachzugehen und meine Abwesenheiten entsprechend einzuplanen.

Welches langfristige Ziel möchten Sie mit dem Studium erreichen?

Ich sammle einen starken Rucksack reich an Erfahrungenund wertvollen Kontakten, und einen Leistungsnachweis, der es mir erlaubt, das persönliche Career Development voranzutreiben. Ein MAS in Marketing Management, welcher die Bereiche Marketing- & Unternehmenskommunikation, digitales Marketing, strategischer Kundenfokus und Luxury Management abdeckt, hört sich doch sehr vielversprechend an!

Vielen Dank für das Gespräch!

Ist Ihr Unternehmen dem „digitalen Konsumenten“ gewachsen?

Die fortschreitende digitale und mobile Transformation schlägt sich unwillkürlich im Verhalten der Konsumenten und ihrer steigenden Ansprüche an Unternehmen nieder. Es reicht heute längst nicht mehr, die Werbeausgaben für Online-Instrumente zu erhöhen, um Schritt zu halten. Vielmehr ist ein Verständnis des digitalen Wandels im Unternehmen selbst erforderlich, um neue Wertschöpfungsmöglichkeiten zusammen mit dem „digitalen Konsumenten“ zu erschliessen und langfristig am Markt bestehen zu können.

Der Artikel ist ursprünglich auf www.mk-fokus.ch erschienen.

Online-Informationen spielen heute bei extensiven Kaufentscheidungen eine wichtige Rolle. Bei der Informationssuche zur Vorbereitung des Kaufentscheides greifen Herr und Frau Schweizer nicht nur auf die offiziellen Informationen von Unternehmen zu Produkten und Dienstleistungen zu, sondern setzen vor allem auf die Empfehlungen und Bewertungen von anderen Konsumenten. Marktforschungsunternehmen wie Nielsen oder Ipsos haben längst bewiesen, dass bei ebensolchen risikobehafteten Kaufentscheidungen die Meinung von Freunden oder Online-Bewertungen eine viel höhere Glaubwürdigkeit aufweisen als Informationen aus der Werbung oder von einer Verkaufsperson im Ladengeschäft.

Kundenbewertungen am Point of Sale

Mit der steigenden Verbreitung von Smartphones gelangen diese Online-Rezensionen und Nutzer-Bewertungen je länger je mehr auch an den physischen Point of Sale. In der Schweiz geht man heute – je nach Studie – von einer Smartphone-Verbreitung zwischen der Hälfte bis drei Viertel der Gesamtbevölkerung aus. Ladenbetreiber sehen sich also vermehrt mit der Tatsache konfrontiert, dass auch bei einfacheren bzw. eher alltäglicheren Kaufentscheidungen den Empfehlungen der Community gefolgt wird und nicht mehr nur die am Verkaufspunkt zur Verfügung stehenden Informationen zu Rate gezogen werden.

Smart Devices und der Medienkonsum

Die Allgegenwärtigkeit von Smart Devices (Smartphones, Tablets) verändert nicht nur die Kau-fentscheidung, sondern ganz allgemein den Medienkonsum. Betrachtet man die Werbeausgaben von Unternehmen und vergleicht sie mit der Mediennutzung von Herrn und Frau Schweizer, scheint die veränderte Realität immer noch nicht im Media-Mix vieler Unternehmen angekommen zu sein. Inzwischen zeigt eine Erhebung von Fitkau & Maass, dass im Wohnzimmer zwei Drittel der Deutschen mehr auf das Smartphone in der Hand schauen als auf den Fernseher. In der Schweiz dürfte diese „Wachablösung im Wohnzimmer“ ebenfalls erfolgt sein.

Always-on-Mentalität fordert Unternehmen

Die Allgegenwärtigkeit von Smart Devices führt auch zu einer veränderten Anspruchshaltung der Konsumenten an Unternehmen. Nicht nur müssen die heutigen Medieninhalte unabhängig der Zugangstechnologie funktionieren, sondern sollen auch orts- und zeitsouverän konsumiert werden können. Dies gilt auch für Unternehmen mit ihren Produkten und Dienstleistungen. Insbesondere sehen sich vermehrt Firmen der Tatsache gegenüber, dass auch die Ansprüche an Service und Support stetig steigen. War es vor nicht allzu langer Zeit üblich, nur während der Bürozeiten die Hilfestellung eines Supportmitarbeiters zu erhalten, erwarten heute viele Kunden direkten und ra-schen Zugang zu Know-how auf Unternehmensseite – und zwar rund um die Uhr.

Im Service-Fall online überzeugen

Die Problemlösung im Service-Fall muss dabei nicht zwingend nur vom Unternehmen selbst kommen. Je nach Grösse und Aktivitätsgrad der eigenen Kundenbasis eignen sich Online-Support-Communities ausgezeichnet, um auch in Randzeiten oder in Situation mit hohen Service-aufkommen die Anliegen der Konsumenten zu klären. So bieten beispielweise die Swisscom oder Helsana entsprechende Online-Plattformen an, auf denen sich Konsumenten gegenseitig helfen. Organisationen, die es verstehen, dem Kunden im Servicefall einen niederschwelligen Zugang zur Problemlösung zu bieten, sind im Vorteil: Es gibt bekanntlich kaum einen besseren Zeitpunkt, dem Kunden zu zeigen, dass er dem Unternehmen wichtig ist. Weiterlesen

«2013 was all about social»

Gemäss socialbakers war das Jahr 2013 „all about social“. Auch 2014 wird die Interaktion zwischen Unternehmen bzw. Mitarbeitenden und Kunden weiter an Bedeutung gewinnen. Unserer Meinung nach werden im nächsten Jahr Themen wie Content Marketing, die Verknüpfung digitaler Initiativen mit Unternehmenszielen und deren Messbarkeit sowie die Skalierung von Social Media in Unternehmen zur Erreichung von digitaler Service-Exzellenz weiter an Bedeutung gewinnen.

Sind Sie und Ihr Unternehmen für 2014 gerüstet? Gerne geben wir Ihnen das digitale Rüstzeug im CAS Digital Marketing mit.

Social Media fördern den Klassengeist

Mobile Technologien und das Social Web haben längst im Bildungsalltag Einzug gehalten. Auch das Institut für Marketing Management setzt in der grundständigen Lehre wie auch in den Weiterbildungs-Studiengängen auf die neuen Formate und Möglichkeiten. Ein Augenschein an der School of Management and Law illustriert, wie die Interaktivität im Unterricht, der Austausch zwischen den Präsenzveranstaltungen sowie das individuelle Lernen gezielt gefördert wird.

Mit dem Aufkommen des Internets Mitte der 90er Jahre wurden auch im Bildungsbereich Plattformen geschaffen, über die Lehrmaterialien verteilt und die Kommunikation zwischen Dozierenden und Studierenden sowie innerhalb der Klasse unabhängig von Ort und Zeit ermöglichen. Heute sind E-Learning-Umgebungen etabliert und weit verbreitet; sie sind auch fester Bestandteil in allen Bildungsangeboten des Instituts für Marketing Management.

Web 2.0-Dienste und Gruppenarbeiten

Zwar bieten E-Learning-Umgebungen wie Moodle, ILIAS oder OLAT zahlreiche Kollaborations-Features, jedoch ist die Akzeptanz bei Studierenden wie auch Dozierenden oftmals eher gering. Soziale Netzwerke wie Facebook und Xing/LinkedIn oder spezialisierte Sharing- und Kollaborations-Dienste wie Dropbox oder Google Drive sind wesentlich beliebter. Ein wichtiger Grund für die hohe Akzeptanz sind insbesondere die geringen Zugangsbarrieren: Einerseits sind die Dienste oftmals für mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones optimiert, andererseits sind die entsprechenden Apps auf den Smart Devices rasch installiert. Zudem verfügen die meisten Studierenden wie auch Dozierende bereits über entsprechende Accounts bei den jeweiligen Diensten.

Unterhaltung auf der Facebook-Seite des CAS Digital Marketing

 

E-Learning fürs zielgerichtete Lernen

E-Learning-Plattformen spielen besonders dann ihre Stärken aus, wenn es darum geht, Studierenden über Lernaktivitäten wie Multiple-Choice-Tests und Übungen eine individuelle Lernkontrolle zu ermöglichen oder Dokumente verbindlich einzureichen. So stehen beispielweise im Grundlagenfach „Marketing“ umfangreiche Tests zu Verfügung, die zur Prüfungsvorbereitung genutzt werden können. Foren stellen sicher, dass individuelle Fragen zu Leistungsnachweisen an einem „öffentlichen“ Ort diskutiert und geklärt werden. Durch diese Transparenz ist sichergestellt, dass die Studierenden alle über denselben Wissensstand verfügen, und die betreuenden Personen dieselbe Fragen nicht x-mal zu beantworten haben.

WhatsApp vereinfacht die Koordination

Gemäss Media Use Index 2013 ist WhatsApp die am meisten genutzte Applikation auf den Smartphones von Herrn und Frau Schweizer. Es erstaunt deshalb nicht, dass auch in den Klassen für den informellen Austausch sowie spezifisch für die Koordination von Gruppenarbeiten diese Messaging-App rege im Einsatz ist. Die ständige Erreichbarkeit heutiger Studierenden ermöglicht eine rasche Konsensfindung und einfache Koordination von Tasks. WhatsApp bietet zudem die Möglichkeit, Gruppenchats zu bilden und den Inhalt der Chats (inklusive Medien) per Mail zu versenden – so können Diskussionen und Ideenfindungen einfach gespeichert und aufbewahrt wer-den.

Tweets und Live-Polls steigern die Interaktivität

Smart Devices sind allgegenwärtig in den Klassenräumen, beinahe alle Studierenden verfügen über entsprechende Geräte. Sie stellen nicht nur ein konstantes Ablenkungspotenzial dar, sondern können auch gewinnbringend eingesetzt werden. Im Modul „Konsumentenverhalten“ nutzt Dozent Sandro Graf beispielsweise Abstimmungs-Tools, um auf spezifische Fragen direkt Antworten zu erhalten und diese live visualisieren zu können. Sitzt ein Twitter-affines „Publikum“ in den Bankreihen, finden auch rege Diskussionen über den Unterrichtsstoff und den Lehrgang statt, wie dies beispielsweise beim CAS in Digital Marketing der Fall ist.


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Privat-, Berufs- und Studentenleben verschwimmen

Der Austausch zwischen den Studierenden sowie auch zwischen den Klassen und Dozierenden findet heute nicht mehr nur während einer Präsenzveranstaltung statt. Die Erwartungshaltung be-züglich Erreichbarkeit und Antwortgeschwindigkeit steigt auch im Bildungsbereich, sowohl auf Seiten der Studierenden wie auch Dozierenden. Die Interaktion auch über „nicht-schulische“ Platt-formen wie Twitter, Facebook, Xing oder WhatsApp lassen zudem die Grenzen zwischen Privat-, Berufs- und Studentenleben verschwinden. Diese Virtualisierung durch soziale Medien führt letztendlich auch dazu, dass in Klassen rascher Freundschafts-Bande geschlossen werden und sich der Klassengeist auch in den virtuellen Raum überträgt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit interaktiven Tools und Plattformen im Schulumfeld gemacht?

Social Media-Aktivitäten an übergeordnete Unternehmens-Ziele binden

Wie stellen Unternehmen sicher, dass die Social Media- und Digital Marketing-Aktivitäten die Erreichung übergeordneter Unternehmensziele unterstützen? Wie kann eine Organisation den wachsenden Ansprüchen der vernetzten „Social Customers“ gerecht werden? Wie lässt sich die „Social Transformation“ einleiten und digitale Initiativen erfolgreich unternehmensweit ausrollen?

Diese und weitere Fragen standen im Zentrum des Launch Events des neuen Buches „Social Media Strategy – A Step-By-Step-Guide to Building your Social Business“.

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«Online-Marketing ist keine Disziplin, sondern eine Art zu denken»

Simon Künzler,
Dozent im CAS Digital Marketing

Langsam aber sicher verschieben sich die Marketing-Budget in Schweizer Unternehmen in Richtung digitaler Instrumente. Simon Künzler ist Dozent im neuen Zertifikatsstudiengang (CAS) Digital Marketing und zeigt in seiner Unterrichtssequenz Einsatzmöglichkeiten sowie Vor- und Nachteile der wichtigsten digitalen Online-Marketing-Instrumente auf.

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