Das Schweizer Marketing ist um 15 Behavioral-Insights-Experten reicher!

Von Dr. Kurt Ackermann

Mit dem erfolgreichen Abschluss des CAS Behavioral Insights for Marketing haben auch dieses Jahr wieder 15 Absolventinnen und Absolventen gezeigt, wie sie anhand des im Kurs erlernten Wissens verhaltensökonomische Interventionen fachgerecht konzipieren, umsetzen und auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen können.

Im CAS lernten die Teilnehmenden, wie sie das Entscheidungsverhalten von Konsumenten und Kunden analysieren und entsprechende Verhaltenstreiber und –barrieren identifizieren können. Auf Basis dieser Analysen werden relevante Verhaltensmuster, Heuristiken und Biases aufgedeckt, anhand derer verhaltensökonomische Massnahmen konzipiert werden können, um die Konsumenten oder Kunden in ihrem Entscheidungsverhalten zu unterstützen. Wichtig dabei ist, dass die Interventionen im Sinne von «nudging for good» immer auf eine positive Customer Experience abzielen, was die Teilnehmenden in einem selbst erstellten Code of Conduct festhielten.

Auch ein Toolset zur Überprüfung der Wirksamkeit einer verhaltensökonomischen Massnahme war Teil der Ausbildung im CAS. So lernten die Teilnehmenden die Grenzen klassischer Marktforschungsmethoden kennen und erarbeiteten sich das Wissen, wie man Experimente durchführt und das Kundenverhalten im Sinne von «revealed preferences» messen kann.

Diesen Rucksack an verhaltensökonomischem Wissen stellten die Absolventinnen und Absolventen in ihrer Abschlussarbeit unter Beweis. Anhand eines konkreten Cases in ihrem beruflichen Kontext erarbeiteten die Teilnehmenden eine verhaltensökonomische Massnahme komplett von A-Z, angefangen bei der Analyse der Entscheidungssituation über die Identifikation der relevanten Verhaltenstreiber bis hin zur konkreten Konzeption der Intervention und des methodischen Designs zur Wirksamkeitsmessung – hands on. Die beruflichen Anwendungskontexte waren dabei so divers wie die Massnahmen selbst – von der Senkung der Churn-Rate bei einem Versicherer bis zur Steigerung von Binge-Watching bei einem Medienanbieter wurden kreative Massnahmenpakete von Nudges und Choice Architectures entwickelt.

Die Studienleitung gratuliert den Absolventinnen und Absolventen zu ihren tollen Abschlussarbeiten und wünscht ihnen beim Einsatz von Behavioral Insights für die Zukunft alles Gute.

Wenn auch Sie zum BI-Experten werden wollen: Der nächste CAS Behavioral Insights for Marketing startet am 08. März 2019. Melden Sie sich jetzt schon an oder schauen Sie unverbindlich beim nächsten Info-Apéro vorbei.

Let yourself be nudged for good!

 

Neues Buch zum Thema Emotionalisierung im digitalen Marketing

Die coolen Turnschuhe, das trendige It-piece, das neueste Smartphone: Über 70 % aller Verkaufsentscheidungen sind emotional begründet. Begeisterte Kunden sind die wertvollste Ressource für Unternehmen. Doch wie lassen sich Kundenbeziehungen emotional gestalten in einer Welt, in der sich Kunden und Verkäufer nicht mehr von Angesicht zu Angesicht begegnen?

Zu diesem Thema ist ein spannendes Buch entstanden. Hier werden die Emotionen nicht nur generell als wichtiger Faktor präsentiert, sondern es wird aufgezeigt welche Rolle sie im digitalen Marketing einnehmen können. Die Publikation, entstanden aus der Zusammenarbeit von wissenschaftlichen Experten aus dem Institut für Marketing Management der ZHAW und Fachleuten aus der Praxis, zeigt erfolgreiche Methoden für das Marketing auf.

Im Buch werden unter anderem die Themenfelder Kundenbeziehungsmanagement, Produktmanagement, Customer Experience Management, Konsumentenverhalten und das digitale Marketing präsentiert. Den Leser erwarten anschauliche Fallbeispiele und praxiserprobte Methoden. In einem ersten Teil werden zunächst die Grundlagen zu Emotionen und Marketing aus verschiedenen Perspektiven theoretisch beleuchtet. Im zweiten Teil folgen dann die Praxiscases und zeigen, welche Lösungen sich bewährt haben. Schliesslich hält das Buch Handlungsleitlinien und wertvolle Tipps zur Anwendung der Erkenntnisse bereit.

Ist das Interesse geweckt?

Hier kann man das Buch bestellen: https://shop.schaeffer-poeschel.de/prod/emotionalisierung-im-digitalen-marketing

Titel:                  Emotionalisierung im digitalen Marketing

Herausgeber:   Brian P. Rüeger/Frank M. Hannich/Rainer Fuchs/Steffen            Müller/Michael  Klaas/Adrienne Suvada

Verlag:              Schäffer-Poeschel

Bestell-Nr.:       E10444

ISBN:                 978-3-7910-4313-5

Auflage:            1. Auflage 2018

Umfang:            256 Seiten

Einband:           Hardcover

Produktart:       Fachbuch

Die Swiss Music Awards setzen nicht nur auf gute Musik, sondern auch auf Geschichten

Die Swiss Music Awards sind einer der bedeutendsten Musikpreise des Landes. Die Künstler und ihre Musik werden geehrt und die Schweizer Musiklandschaft erhält somit eine wichtige Plattform. Das Marketing spielt aber auch in diesem musikalischen Bereich eine wichtige Rolle. Wie bei den Swiss Music Awards die Marketingkommunikation genutzt wird, erklärt uns Oliver Rosa, Executive Producer bei den Swiss Music Awards.

Die Musiklandschaft in der Schweiz ist geprägt von internationalen Einflüssen. Wie wichtig ist es, die Schweizer Künstler durch die Swiss Music Awards, ins Rampenlicht zu rücken?

Immer mehr KonsumentInnen streamen. Auf den reichweitenstarken Playlisten der grössten Anbieter findet Schweizer Musik noch kaum statt. Da gibt es viel Handlungsspielraum. Umso wichtiger sind effektive Plattformen für Schweizer Musik. Bei den SMA versuchen wir während ein paar Wochen das Thema Schweizer Musik möglichst prominent ins Rampenlicht zu stellen.

Auch bei den Swiss Music Awards spielt die Marketingkommunikation eine Rolle © Adrian Bretscher / Hangar Ent Group /SMA

Musik ist ein sehr leidenschaftliches Thema, das gleichzeitig viele Menschen anspricht. Die Swiss Music Awards werden auch im Fernsehen übertragen. Wie sehen Sie die Relevanz des Fernsehens für diesen Anlass?

Durch die Übertragung im TV und online erreichen wir eine breite Zielgruppe. Auch Menschen die sich im Alltag weniger mit Schweizer Musik auseinandersetzen. Diese Komponente ist für den Erfolg der SMA sehr wichtig.

Oliver Rosa ist der Executive Producer der Swiss Music Awards © SMA

Welche Marketinginstrumente nutzen Sie und wie integrieren Sie die Social Media?

Auch wir haben Social Media in den letzten Jahren immer stärker genutzt. Während wir am Anfang denselben Content auf den verschiedenen Plattformen bespielten, nutzen wir diese inzwischen individueller und versuchen Präsenz über das ganze Jahr sicherzustellen. Nicht zu vernachlässigen sind jedoch auch klassischere Medienformate wie TV, Radio, Print, Out of home. Diese nutzen wir selbstverständlich weiterhin.

Trotz Social Media, bleiben die Medien wichtige Informationskanäle. Wie kommunizieren Sie mit den Medienvertretern?

Wir fokussieren uns bei der PR auf die Zeit zwischen Dezember und Februar. In Zusammenarbeit mit einer externen PR-Agentur, den Labels, Managements und nicht zuletzt den KünstlerInnen selbst, versuchen wir Geschichten zu erzählen, die auf die SMA hinweisen. Gerade für die Teilnahme am Public Voting und kurzfristig zur Bewerbung der TV Show ist die PR Arbeit ein unersetzliches Tool.

Das Logo der SMA © SMA

Preisverleihungen bringen oft auch Kritik mit sich, weil man vielleicht nicht alle Entscheidungen nachvollziehen kann. Wie reagieren Sie auf allfällige negative Stimmen?

Negative Stimmen gehören dazu und begleiten die SMA bei allem Erfolg seit der ersten Austragung. Dabei gilt es ein offenes Ohr zu haben, sich gleichzeitig aber auch auf die eigenen Ziele zu fokussieren.

Wenn Sie ein unbegrenztes Budget zur Verfügung hätten, was würden Sie bei der Vermarktung der Swiss Music Awards verbessern?

Ich würde zusätzliche Mittel in erster Linie in den Inhalt der Preisverleihung, bzw. in die Show investieren. Am wichtigsten ist das Produkt. Erst dann die Vermarktung.

Eine wichtige Plattform für die Schweizer Musik © Adrian Bretscher / Hangar Ent Group /SMA

https://www.swissmusicawards.ch/de/

https://www.facebook.com/swissmusicawards

https://twitter.com/SwissMusicAward

https://www.instagram.com/swissmusicawards/

Weiterkommen und sich etwas trauen! – Erlebnisbericht einer MAS Studentin

Von Franziska Graf

Jeder kennt das. Man steht an einem Punkt und weiss, es muss was passieren, es muss sich was ändern. Die Arbeitsstelle ist zwar gut, die Kollegen nett, die Prozesse eingespielt (oder auch nicht), die Aufgaben bekannt, die Reisen international. Das vermeintlich perfekte Leben in einer fast perfekten Welt. Doch was ist schon perfekt in Marketing, der «Abteilung der Farben und Lacke», wie ich oft zu hören bekam? Lehnt man da wirklich mal zurück? Hat man jemals alles errungen, gibt es nichts mehr zu lernen, wirklich nichts mehr, um das es sich zu kämpfen lohnt?

Ich behaupte, dass es kaum einen Bereich gibt der nicht so herausfordernd, schnelllebig und unverzeihbar ist wie das Marketing. Allein die Digitalisierung, die uns umgibt, ist immer schneller und unberechenbarer. Was heute stimmt, ist morgen vielleicht schon wieder passé. Messbar ist nur das Wenigste. Teamwork ist gefordert, und doch steht man irgendwie oft allein da. Die Anforderungen stehen schwarz auf weiss, die Ziele sind gesteckt, die Wege auch. Solange alles läuft, ist alles gut. Aber was, wenn nicht?

Gesunde Mischung aus Theorie und Praxis

So beschlich mich vor zwei Jahren das Gefühl, etwas ändern zu müssen, weiterkommen. Dringend. Um noch mitzureden zu können, weil man nie auslernt im Leben, wichtig für das eigene Selbstwertgefühl und für die Vita. Der Industriebranche und zwei Weltkonzernen in einer Marketing-Funktion auf globaler Ebene, hatte ich nach 14 Jahren geistig schon den Rücken gekehrt. Beim Blick nach vorne wusste ich nicht viel, nur das: Ich wollte es «besser machen», eine Basis schaffen, auf der ich selbst mit 40 noch stolz aufbauen kann.

Franziska Graf wollte etwas Neues machen und suchte eine passende Weiterbildung © Franziska Graf

Der erste Entscheid fiel nicht schwer: Mit Hinblick auf einen möglichen Masterabschluss und meinem leichten Hang zu Internationalität und Spontaneität, kam für mich nur die ZHAW in Frage: Die Modularität, mit denen die verschiedenen spannenden CAS kombiniert werden können, gepaart mit den hochrangigen Dozenten, die sowohl theoretisch wie auch in der Praxis starke Erfahrung mitbringen, haben mich überzeugt. Im Ganzen lassen mir die CAS genug Freiraum, mich an meine aktuellen Bedürfnisse auszurichten und mir die Themen herauszupicken, die mich wirklich interessieren. Eine gesunde Mischung aus Theorie und Praxis.

Prägende CAS als Grundlage für den Erfolg

Zum selben Zeitpunkt haben meine zwei Partner und ich beschlossen, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen und zwar mit einer Event Management Software namens Juniper3. Wir wussten, wir machen es besser als die Konkurrenz und stehen zu unserem Wort. Die beiden CAS «Werkzeuge der Kundenorientierung» und «Brand Management» haben mich geprägt und in den ersten Monaten begleitet. Beide bisher absolvierten CAS sind perfekt abgestimmt auf die reellen heutigen Anforderungen an Marketing und bringen durch zahlreiche Praxisbeispiele den Alltag extrem nah. Der erste CAS war geprägt vom Thema Service: Das dies bei vielen Unternehmen der wunde Punkt ist, wurde mir da sehr bewusst und trage ich bis heute mit. Brandmanagement wiederum bietet alles, was es braucht, um eine Marke aufblühen zu lassen.

Mit Juniper3 und der Weiterbildung will Franziska Graf durchstarten © Juniper3

Der Erfolg gibt uns bisher recht: Gerade komme ich zurück von der Fashion Week Berlin, die bereits zum dritten Mal unsere Software für die Akkreditierung der Journalisten, Blogger und Influencer dieser Welt eingesetzt hat. Weitere Kunden nutzen das Tool ebenfalls bereits, einer sogar mit Hauptsitz in den USA (der Geburtsstätte unserer grössten Wettbewerber wohlgemerkt). Wir gehen Schritt für Schritt unseren Weg. Sowohl beruflich, als auch wissentlich: Der nächste CAS steht an und wird mich weiter auf diesem Weg in die Zukunft begleiten.

https://juniper3.com/de/

Kloten packt aus: Ein Jahrhundertprojekt mit gezielter Kommunikation

Von Fabienne Kühnis

Im Mai wurde mit dem Theater-Jahrhundert-Projekt «Kloten packt aus» eine Welle des Erfolgs ausgelöst. Alle fünf Vorstellungen waren ausverkauft und die rund 1500 Zuschauer bedankten sich jeweils mit Standing Ovation. Welche Kommunikationsmassnahmen trugen zum Erfolg bei? Fabienne Kühnis hat nachgefragt bei Lilian Navia, der Medienverantwortlichen des Projekts.

100 Klotenerinnen und Klotener im Scheinwerferlicht

Was ist das beste Rezept für eine mittelgrosse Gemeinde mit knapp 20’000 Einwohnern und 121 verschiedenen Nationen, um ein «Wir»-Gefühl zu erleben? Entweder man organisiert ein Public Viewing für die WM auf dem Stadtplatz oder man wagt ein neues Theater-Projekt namens «Kloten packt aus». «Es war anfangs schwierig der Bevölkerung zu erklären wie und was dieses Projekt ist.», so Lilian Navia, die Medienverantwortliche von «Kloten packt aus». In einem Dokumentartheater spielten 100 Klotenerinnen und Klotener sich selber und erzählten über sich. Dabei wurden banale Fragen beantwortet wie zum Beispiel; Wer hat schon einmal das Flugzeug verpasst oder träumst du manchmal von einem anderen Leben. Aber auch intime Details wurden bekannt wie: Hast du schon mal betrogen? Aber auch Geschichten von einzelnen Teilnehmern wurden aufgepackt wie etwa einem Ur-Klotener, der als Taxi-Unternehmer eine Geburt im Taxi miterlebte oder von einem Unfall mit einem Toten.

Ausschnitt des Theaters «Kloten packt aus» © KPA, Lea Huser

Zielgruppengerechte Kommunikation

Welche Massnahmen führten zu diesem Erfolg? «Für die ältere Generation und alteingessesnen Klotener zählte nach wie vor das gedruckte Wort. Da wir die Kommunikationskanäle der Stadt Kloten nutzen konnten, war sicher ein grosser Vorteil. Wir konnten zum Beispiel in der Lokalzeitung in der Rubrik «Stadtseite» immer wieder Artikel aufschalten. Aber auch mit dem Klotener Anzeiger selber handelte man einen super Deal aus mit Gratisberichten und Inseraten. Die grosse Masse konnten wir mit Banner an exponierten Stellen und mit dem offiziellen Informations-Versand der Stadt «Kloten informiert» in alle Haushalte erreichen. Doch all diese Printmedien funktionieren bei Jugendliche zum Beispiel nicht. Da ist das persönliche Gespräch und Mund-zu-Mund Propaganda am effektivsten», erklärt Navia. «Für die Passanten am Stadtplatz haben wir Fragen des Theaters aufgehängt, um sie direkt anzusprechen und neugierig zu machen», ergänzt die Medienverantwortliche.

Fragen des Theaters für Passanten am Stadtplatz. © KPA, Lilian Navia

Social Media und Informationsveranstaltungen gut genutzt

Für Lilian Navia war klar, dass ohne Social Media heutzutage nichts mehr funktioniert. «Für die Jungen brauchten wir neben dem direkten Gespräch auch Instagram und den YouTube-Kanal. Mit Facebook hingegen konnten wir die breite Alterspanne bis 60 Jahren erweitern. Dabei halfen uns einflussreiche Personen als Influencer und teilten und «liketen» unsere Beiträge.» Ein anderes gutes Kommunikationsmittel waren die spezifischen Infoveranstaltungen bei verschiedenen Zielgruppen. „Wir stellten unser Projekt beispielsweise bei Aktionen der Jugendarbeit Kloten oder Seniorengruppen vor,» erklärt Navia.

Ziele wurden erreicht

«Obwohl die Auswertungen noch nicht ganz fertig sind, kann gesagt werden, dass höchstwahrscheinlich Kloten packt aus mit einer schwarzen 0 oder mit einem kleinen Ertragsüberschuss abschliesst. Das Budget für Kommunikation und Marketing konnte mit Fr. 10’000 eingehalten werden», so Lilian Navia. «Was aber noch viel schöner ist, das gesetzte innere Ziel, dass sich Leute finden, welche sonst nicht auf einander treffen würden, erreicht wurde. Der interne WhatsApp-Chat läuft immer noch heiss und es werden Grillpartys organisiert oder man trifft sich bei Anlässen». Für die Medienverantwortliche ist es vor allem spannend zu beobachten, dass sich viele SchauspielerInnen nun weiter engagieren in einem Verein oder sonst einer Aktion.

Alle SchauspielerInnen bei der Probe. © KPA, Lilian Navia

https://kloten-packt-aus.ch/

https://www.facebook.com/klotenpacktaus/

https://www.instagram.com/kloten_packt_aus/?hl=de

 

Über die Autorin

Fabienne Kühnis lebt seit ihrer frühen Kindheit in Kloten. Am Tor der Welt packte sie schon früh die Reiselust und lebte daher schon in Kanada, Australien und Norwegen. Um ihre Wurzeln nicht zu vergessen engagiert sich Kühnis in diversen Vereinen und sitzt seit gut vier Jahren im Klotener Stadtparlament. Für sie war es eine Ehrensache bei «Kloten packt aus» mitzumachen.
Die studierte Umweltingenieurin ZFH mit KV-Abschluss arbeitet Teilzeit bei der Zürcher Stiftung für Gefangenen- und Entlassenfürsorge im Marketing und Verkauf sowie als Umweltbotschafterin bei der Interessensgemeinschaft saubere Umwelt. Zudem schliesst sie den CAS Marketing & Corporate Communications der ZHAW demnächst ab.

Roger Federer und Uniqlo – Ein neues Dreamteam?

Von Marcel Hüttermann

Wer in den letzten Tagen die Gazetten aufschlug wurde nicht nur mit den Ergebnissen und allem drum herum der FIFA WM konfrontiert, sondern auch und vor allem mit Roger Federers Wechsel seines Ausrüsters vom «grossen» Nike zum eher unbekannten Fashionlabel Uniqlo. «Uni wer?», «Kurz vor dem Karriereende?» und «Was ist jetzt mit seinem RF-Label?». Der Deal hat viele Fragen aufgeworfen. Wir gehen diesen auf den Grund.

Offcourt als primäres Ziel

Uniqlo steht für Unique Clothing und ist in Japan beheimatet. Es ist keine reine Sportartikelmarke, sondern kommt aus dem Fashionbereich und konkurrenziert mit H&M und Zara, statt mit Nike, Adidas und Co. Uniqlo-Gründer Yanai sagte über den Deal: «Unsere Partnerschaft wird sich um Innovation auf und neben dem Court drehen. Wir haben das gemeinsame Ziel, die Welt zum Positiven zu verändern. Und ich hoffe, wir können zusammen höchste Lebensqualität der grösstmöglichen Zahl von Leuten bringen.».

Screenshot der deutschsprachigen Uniqlo Seite © Uniqlo

Wenn wir uns die Aussage genau anschauen, dann wird schnell klar, dass es Uniqlo nicht primär darum geht auf Sand, Rasen oder Hartplatz präsent zu sein, sondern dass es eben auf den Bereich «Offcourt» ankommt. Mit Federer haben sie dabei einen Markenbotschafter bekommen der weit über die Tenniswelt hinaus bekannt ist. Dies eben nicht nur als der Tennisspieler mit den meisten Grand-Slam-Titeln, sondern als Persönlichkeit mit bestimmten Werten die der Marke Uniqlo einen Schub geben wird, um international grössere Bekanntheit zu erlangen. Lebensqualität mit einem Schweizer zu verbinden fällt ebenfalls nicht schwer.

Wertvolle Markenattribute auch nach der aktiven Karriere

Federer selbst profitiert ebenfalls von dem Deal. Nicht nur finanziell. Er hat mit Uniqlo einen Partner gefunden, der auch nach seiner aktiven Karriere mit Ihm zusammenarbeiten will. Da der Vertrag mit Nike bereits im März endete und die Gespräche lange stockten, kann davon ausgegangen werden das dies nicht unbedingt Nikes Intention war und sich die Wege vor allem deswegen trennten. Federer wird Federer bleiben. Sympathisch, Familienmensch, Gentleman. Attribute, die für Marken sehr wertvoll sind – eben auch «Offcourt».

Nicht nur auf dem Court, sondern auch Offcourt sind Markenattribute wichtig © Pixabay

Nike als netter Player im harten Sportmarkt?

Aus Kundensicht kritisch ist zurzeit die Situation mit dem Nike-Label RF, was für nichts Anderes, als für die Initialen der Weltranglisten Nr. 1 steht. Millionen von Federer-Fans tragen die Initialen auf Shirts und Caps. Die Rechte gehören Nike. Federer sind im Prinzip die Hände gebunden und er sagte dazu «Das ‹RF›-Logo ist für mich etwas sehr Persönliches. Ich hoffe, dass Nike nett ist.». Wer Nike etwas kennt, weiss das «Nettigkeit» nicht unbedingt das ist, was Nike auszeichnet. Aggressives Marketing und harte Deals kennt man eher von dem US-Konzern. Dennoch wird sich der grösste Player im Sportmarkt sehr gut überlegen, wie er nun mit seinem ehemaligem Testimonial umgeht, um keine negativen Imageauswirkungen auf die eigene Marke zu haben. Vorstellbar ist auch ein kleiner Seitenhieb oder eine vergleichbare Reaktion Nikes auf den Verlust des grössten Einzelsportlers der Welt. Das würde eher dem Marketingauftritt von Nike entsprechen.

https://www.uniqlo.com/de/de/home?customCountryFlag=DE

http://www.rogerfederer.com/

https://www.nike.com/ch/de_de/

Marketeers aufgepasst: Die Zukunft des Marketings trifft sich in Winterthur

Am 15. Oktober 2018 feiert das Future of Marketing Event sein Debüt in Winterthur. Getreu dem Motto «Marketing trifft auf Wissenschaft» versammeln sich Wissenschaftler und Praktiker und diskutieren die neuesten Entwicklungen im Marketing.

Wohin geht das Marketing? Das ist die Frage, die alle Marketeers beschäftigt. Antworten darauf gibt es in spannender Form am Future of Marketing Event. Marketinginteressierte aus allen Branchen sind angesprochen. Austauschen können sich die Teilnehmenden mit Experten, Forschern und den anwesenden Unternehmen. Der Marketing Nachwuchs ist mit Masterstudierenden und Alumni ebenso vertreten.

Das Programm bietet viele Höhepunkte: Keynotes von Swisscom und L’Oréal und spannende Workshops mit Vertiefungsmöglichkeiten zu Themen wie Customer Experience, Content und Data Marketing sowie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Dabei haben die Teilnehmenden im Rahmen des Side-Events «Digital Detox» die Möglichkeit, Business Yoga & Meditation auszuprobieren.

Der Anlass findet am 15. Oktober 2018 in Winterthur an der ZHAW School of Management and Law statt. Veranstalter ist das ZHAW Institut für Marketing Management. Moderiert wird der Anlass von Miriam Rickli. Mehr Informationen und die Anmeldemöglichkeiten, gibt es auf folgender Webseite: https://future-marketing.ch/

Kontakt

info@future-marketing.ch

+41 58 934 46 87

Zwischen Kultur und Kommerz: Die Gratwanderung im Künstlermarketing

Von Vera Gros

Der Kommerz hat in der klassischen Künstlerszene ein Imageproblem. denn Kommerz wird mit Kapitalismus gleichgesetzt und widerspricht damit dem ästhetischen Anspruch des Künstlers. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass viele selbsternannte Künstlerinnen und Künstler Marketingmassnahmen kategorisch ablehnen. Berufskollegen, die sich selbst geschickt vermarkten, werden „Unterhalter“ oder „Dienstleister“ genannt, ihre Auftritte abwertend als „Shows“ statt Konzerte bezeichnet.

Marketing in der Musik? Für viele Künstler gilt das als Kommerz © Pixabay

Rockstar Mozart

Das Phänomen ist jedoch keineswegs neu. Bereits Wolfgang Amadeus Mozart war „Entertainer“ und Rockstar seiner Zeit. Er verstand es hervorragend, sein Image zu seinen Gunsten zu nutzen und damit viele Menschen nicht nur zu seiner Zeit, sondern bis heute anzusprechen. Im Unterschied zu heutigen Stars der Klassikbranche, war Mozart nicht nur Künstler und Unterhalter, sondern wie die meisten seiner zeitgenössischen Berufskollegen auch Veranstalter und als solcher zwingend auch wirtschaftlich denkend.

Die Geigerin Julia Fischer sagte in einem Interview mit der Zeitschrift Pizzicato: „Jede Plattenfirma und jeder Konzertorganisator wird Ihnen sagen, dass er mein Bild besser verkaufen kann, als das von Mozart oder Beethoven. Das ist bedauerlich, aber es ist nun mal die Realität. (…) Und da es ja auch in meinem Sinne als Musikerin ist, dass sich eben meine Konzerte und CDs gut verkaufen, kann ich nur bedingt etwas dagegen tun. (…) Ich versuche jedenfalls immer, gewisse Marketing-Grenzen nicht zu überschreiten.

Die Geigerin Julia Fischer © Felix Broede

Indem sie die Verantwortung für ihre Vermarktung nicht selber übernehmen muss, sondern Plattenfirmen, Veranstalter und Agenten diese Aufgabe übernehmen, kann Julia Fischer ihre Arbeit ganz in den Dienst des Komponisten und der Kunst stellen. Weniger kommerziell ist dies aber nicht.

Kultur und Kommerz schliessen sich nicht aus

Geiger Nigel Kennedy wird gerne als „Punk der Klassikszene“ bezeichnet. Er selber würde sich zwar nie in diese Schublade stecken, wehrt sich aber auch nicht gegen das rüpelhafte Image, sondern festigt es mit seinem beeindruckenden Wortschatz von englischen Fluchwörtern in jedem Interview. Seiner künstlerischen Qualität tut dies keinen Abbruch. Sowohl Julia Fischer, wie auch Nigel Kennedy bezeichnen sich als Künstler im Gegensatz zu Entertainern oder Dienstleistern. Beide verzichten ausdrücklich selbst auf ihre Vermarktung. Und doch füllen sie Konzertsäle und verkaufen CDs zu tausenden, sind also kommerziell sehr erfolgreich. Doch was ist ihr Geheimnis?

Alles eine Frage des Images

Julia Fischer, wie auch Nigel Kennedy haben ein sehr gefestigtes und konstantes Image. Beide verbiegen sich nicht, weder für das Publikum, noch für eine Plattenfirma. Wie auch viele Stars aus anderen Musikbereichen beherrschen sie die Kunst des Personal Branding und werden so zu starken Marken. Viele aufgehende Sternchen verschwinden dagegen bald wieder von der Bühne, weil sie zu austauschbar sind oder weil sie versuchen die unterschiedlichsten Zielgruppen gleichzeitig zu erreichen und dabei nicht authentisch sind. Ein Image, welches nicht authentisch wirkt, hält vielleicht kurzfristig, wird aber auf kurz oder lang von neuen, frischeren und interessanteren Images abgelöst.

Über die Autorin

Ob an ihrer aktuellen Stelle als Orchesterdisponentin und Eventmanagerin bei 21st Century Concerts in Luzern, in der nebenamtlichen Tätigkeit als Organistin und Chorleiterin oder beim Kennenlernen ihres heutigen Ehemannes während eines Musiklagers: Die Musik zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Vera Gros. Nach dem Studium der Musik- und Sprachwissenschaften an der Universität Zürich holt sie sich aktuell mit dem CAS Marketing- und Corporate Communications an der ZHAW das Werkzeug, um die Konzerte auch verkaufen zu können.

Erfolgreicher Abschluss des CAS Marketing- & Corporate Communications

Weiterbildungen sind in Zeiten des lebenslangen Lernens sehr beliebt. So auch der CAS Marketing- & Corporate Communications, der Kommunikation und Marketing kombiniert. Für die Teilnehmenden war es eine spannende und intensive Zeit, die mit den Abschlusspräsentationen gekrönt worden ist. In zweier Teams mussten die Teilnehmenden ein Kommunikations- oder Marketingkonzept erstellen und dies dann der Klasse präsentieren. Anwesend war auch ein Überraschungsgast, der durchaus kritische Fragen stellte und damit für zusätzliche Nervosität sorgte.

Erfolgreicher Abschluss des CAS MCC © Anna Rozumowski

Abschlusspräsentationen als wichtiges Element

Die Klasse hat souverän präsentiert und spannende Konzepte aus diversen Unternehmen vorgestellt. Von der kleinen Einzelfirma über den Verein, bis zum Grosskonzern war alles vertreten und die Vielfalt der Marketingkommunikation konnte überzeugend dargestellt werden. Insgesamt ein mehr als gelungener Abschluss dieses Lehrgangs. „Die Abschlusspräsentationen sind für uns keine Alibiübung, sondern sind ein Teil der Ausbildung. Sie simulieren Situationen, die tatsächlich entstehen könnten. Es reicht daher nicht, wenn man eine gute Idee hat, man muss sie auch entsprechend präsentieren„, meint die Studiengangleiterin Dr. Adrienne Suvada.

Das Abschlussbild der CAS MCC Klasse © Anna Rozumowski

Der CAS Marketing- & Corporate Communications war auch für die Dozenten eine interessante Aufgabe. Die Teilnehmenden mit ihren verschiedenen Hintergründen waren eine Bereicherung, forderten aber auch viel ab. Das wertvolle Feedback fliesst in die nächsten Durchführungen ein, so dass der CAS selbst immer genügend Spannung bereithält.

Bereits nach den Sommerferien startet der nächste CAS Marketing- & Corporate Communications und zwar am 17. August 2018. Es gilt schnell zu sein, denn die Plätze sind limitiert. Weitere Informationen findet man auf folgender Seite: https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-corporate-communications.html