Die Bedeutung von Musik und Sound im Marketing

Im Marketing läuft sehr vieles über visuelle Elemente. Genauso wichtig ist aber der Sound. Werbespots ohne Ton wären sehr ungewöhnlich. Der Ton begleitet mehr oder weniger prominent diverse Werbemassnahmen und ist ein Faktor, dem mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Wir haben deshalb bei einem Soundprofi nachgefragt. Yves Michel leitet die Soundfabrik und das Tonstudio Zürich und berichtet uns, welche Rolle Töne spielen.

Herr Michel, Sie beschäftigen sich den ganzen Tag professionell mit dem Thema Sound. Was macht Ihre Tätigkeit aus und wie setzen Sie Töne ein?

Das sind diverse Kundenaufträge. Manchmal geht es darum ganze Songs für Künstler zu produzieren, manchmal sind es reine Aufnahmesessions oder Audiobearbeitung. Grundsätzlich versuche ich jeden Künstler, ob Rapper oder Singer/Songwriter besser klingen zu lassen als er es tut. Die besten Takes bzw. Teile davon, beispielsweise während der Gesangsaufnahme schnell zu erkennen und auch zu verwenden, ist wohl eine der wichtigsten Dinge.

Yves Michel lässt die Leute besser klingen © Soundfabrik

Musik ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil. Auch im Marketing sind Audioelemente wichtig. Unter anderem unterlegen Sie auch Filme, Werbespots und Jingles. Wie wählen Sie die Musik aus und wie entscheidend ist für Sie die musikalische Untermalung einer Werbemassnahme?

Musik ist genauso wichtig wie Bilder in der Werbung. Es geht bei der Musik darum, dass der Konsument der Werbung sofort beim Hören eine Verknüpfung zum Brand/Produkt macht. Daher ist eine gewisse Einfachheit und Eingängigkeit der Melodie oft entscheidend. Es ist ähnlich wie bei guten Songs: Die guten Songs sind immer einfache Songs.

Meine Tätigkeit in diesem Bereich bezieht sich meist auf Musik für audiovisuelle Anwendungen. Also z.B. TV Sendungen, welche Musik zum Unterlegen brauchen. Diese lizenzieren sie aus einer Datenbank/Musikpool. Oft produziere ich Musik im Voraus in bestimmten Stimmungen wie „fröhlich“, „kindlich“, „traurig“ usw. Dazu gibt es viele Regeln zu beachten.

Diese Tracks werden dann an Agenturen verkauft. Die Produzenten der oben genannten TV Sendungen bedienen sich dann daraus. Viel unromantischer als man sich das also so verstellt 😉

Eingängige Melodien haben den höchsten Erfolgsfaktor © Soundfabrik

Gibt es Trends in diesem Bereich, also Sounds, die gerade hochaktuell sind?

Gute, eingängige Melodiezüge sind immer aktuell.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Tipps für Unternehmen, die mehr Soundmarketing betreiben wollen?

Marketing bringt allgemein wenig, wenn es nicht zielorientiert eingesetzt wird. Im Bereich Soundmarketing ist das Ziel eine breite Masse zu erreichen, um den Brand bekannt zu halten oder zu machen. Breite Masse bedeutet Airplay-Schaltung im TV und Radio. Der Tipp: legt ein grosses Budget an 😉

Virale Geschichten sind natürlich interessant! Dazu braucht es viel Glück und ein super Script.

Mittlerweile kann ja jeder über YouTube eigene Songs aufnehmen. Sie haben mit dem Tonstudio Zürich eine Profi-Ausstattung. Warum ist ein Tonstudio nötig und wo bewegt man sich preislich?

Der erste Tisch, den man selber als Laie baut wird kaum der Beste sein. Mit der Zeit weiss man genau was man tut und verfügt über das nötige Equipment, optimierte Raumakustik sowie die nicht zu lernende Gabe gute Takes zu erkennen. Preislich möchte ich ein sehr faires Preis/Leistungsverhältnis bieten. Oft sind es Privatkunden für die ich arbeiten darf…

Gutes Equipment macht einen erheblichen Unterschied © Soundfabrik

Wenn Sie frei wählen dürften, für welches Unternehmen würden Sie gerne den Sound gestalten?

Porsche! Ich liebe diese Fahrzeuge, Leute von Porsche: meldet euch bei mir 🙂

Zum Schluss, welches ist Ihr Lieblingslied und warum?

Das sind viele. Meist verbindet man mit Songs Erlebnisse oder Gefühle.

Naima von John Coltraine: Der Standard wurde mal von einem meiner damaligen Lehrer mit seiner Band gejammt. Das hat mir die Tür in den Jazz Bereich geöffnet.

Oder „no Quarter“ von Led Zeppelin: Als Jugendlicher mit paar Kumpels im Tessin…

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Zielgerichtetes Marketing für Silver Surfer

Von Nico Matern

Erkenntnisse der Masterarbeit von Nico Matern im Rahmen des Masterstudienganges Business Administration with Specialization in Marketing der ZHAW School of Management and Law.

Der demografische Wandel schreitet voran, die Medienlandschaft verändert sich fortlaufend und die Schere zwischen Arm und Reich wird grösser. Daher ist es von Interesse, welche wirtschaftlich interessanten Zielgruppen sich daraus für einen Online-Reisevermittler ergeben. Die heutige Silver Surfer Generation im Alter zwischen 50 und 69 Jahren ist eine Altersgruppe, die bereits viele berufliche und private Berührungspunkte mit der Online-Welt hatte und mehr Geld für Freizeitausgaben ausgeben kann.

Andere Mediennutzung von Silver Surfern

Doch das Mediennutzungsverhalten der heutigen Silver Surfer Jahrgänge ist beispielsweise nicht mehr mit dem Verhalten von Silver Surfern im Jahr 2007 vergleichbar – einem Jahr, in dem allein das iPhone die Mediennutzung grundlegend veränderte. Um heutige Silver Surfer zu erreichen, stellt sich daher die Frage, in welchen Medien sie sich aufhalten, wie viel Vertrauen sie in Informationen aus den Medien haben und wie gestört sie sich von Werbung in den Medien fühlen. Die Konkurrenz unter den Online-Reisevermittlern ist hoch und Reisende fühlen sich aufgrund des Verschwimmen der Anbieterlandschaft sowie des Informationsüberflusses überfordert. Folglich wäre es für alle Anspruchsgruppen von Vorteil, wenn nur präferierte Angebote über relevanten Kanäle an die entsprechende Zielgruppe verteilt würden.

Aufbauend auf der Literaturrecherche und unternehmensinternen Informationen konnte innerhalb der Forschungsarbeit eine quantitative Befragung durchgeführt werden, an der 235 Silver Surfer teilnahmen. Folgende wichtige Erkenntnisse konnten dabei gewonnen werden:

  • Mediennutzungsdauer: Silver Surfer halten sich pro Woche länger in Offline-Medien (TV, Radio, Zeitungen, Zeitschriften), als in Online-Medien (Online-Nachrichtenplattformen, Internet allgemein, Soziale Medien, Blogs) auf.
  • Vertrauen in Informationen: Ebenso haben Silver Surfer signifikant mehr Vertrauen in Informationen aus Offline-Medien. Lediglich Informationen aus Online-Nachrichtenplattformen werden von Silver Surfern ähnlich vertrauensvoll bewertet, wie Offline-Medien. Keine Unterschiede gibt es hier zu der jüngeren Altersgruppe der 18 bis 49-Jährigen.
  • Störempfinden von Werbung: Es zeigt sich jedoch innerhalb der Studie, dass sich Silver Surfer über alle Medien hinweg von Werbung gestörter fühlen als die jüngere Altersgruppe. Den störendsten Einfluss auf die ältere Generation, hat die Werbung im Fernsehen sowie Werbebanner im Internet.

Die Zukunft des Silver Surfer Marketings

Die Empfehlung für Online-Reiseplattformen ist daher, sich auf die Offline-Medien und die Online-Nachrichtenplattformen als Marketingkanäle zu fokussieren. Zeitungen und Zeitschriften sind aufgrund der Kombination aus hohem Vertrauen und geringem Störempfinden das beste Werbeumfeld, um Silver Surfer zielgerichtet anzusprechen. Weitere Auswertungen zeigten, dass die zweiwöchige, individuell angepasste Pauschalreise mit hoher Verpflegungsstufe das zu bewerbende Produkt sein sollte. Unter keinen Umständen soll das fortgeschrittene Alter in den Mittelpunkt gestellt werden.

Dabei ist diese Forschungsarbeit als erster Ansatz eines Marketing-Mixes für reiseaffine Silver Surfer zu verstehen. Aufbauend auf dieser Studie sollten daher einzelne Bereiche des Marketing-Mixes im Detail abgefragt sowie eine Longitudinal-Studie [Studie, die zu mehreren Zeitpunkten durchgeführt wird und die Ergebnisse anschliessend verglichen werden Anm.d.R.] entwickelt werden, um die veränderten Bedürfnisse fortlaufend messen zu können.

Über Nico Matern

Nico Matern arbeitet als Area Sales Manager für die Länder Österreich, Schweiz und Italien bei einer Schweizer Online-Reiseplattform. Nach seinem generalistischen, englischsprachigen International Management Bachelorstudium im Norden von Deutschland, hat er in diesem Sommer auch sein berufsbegleitendes Masterstudium an der ZHAW im Bereich Business Administration – Major Marketing abgeschlossen.

Modische Kleider für Plakate

Die Mode nimmt für viele einen grossen Stellenwert ein. Da gibt es nicht nur Stars als Trendsetter, sondern auch Instagram Influencer. Mode Events sind ebenfalls hoch im Kurs. Gerade für Einkaufshäuser können solche Anlässe helfen, die Kunden zu begeistern und in die Geschäfte zu holen. Genau dies macht auch das Sihlcity mit seinen Fashion Days. Die Agentur Karling zeichnete dieses Jahr für die Werbemittel verantwortlich. Es entstanden aufwendige 3D-Plakate. Was aussah wie ausgerissen, wurde zu einem Kleid geformt. Wie es zu dieser Idee gekommen ist, berichtet der Geschäftsführer von Karling, Rolf Helfenstein.

Herr Helfenstein, die Plakate sind im Marketing ein beliebtes Werbemittel. Wie kamen Sie auf die Idee diese 3D-Plakate zu gestalten, die wie ein Kleid aussahen?

Wir beginnen oft mit den Plakaten, weil sie in der verlangten Reduktion das schwierigste Medium sind. Bei Veranstaltungen muss man den Eventnamen, die Daten, Orte und Programmpunkte bereits zwingend erwähnen. Da braucht es dann nicht nochmals eine komplizierte Headline, sondern eine starke Bildidee. Diese kam für einmal von einem Texter. Für die Visualisierung und Realisierung waren dann vier weitere Mitarbeitende massgeblich beteiligt.

Kreative Plakate in 3D © Karling

Wie schwierig gestaltete sich die Umsetzung dieser Plakate?

Technisch sind solche Ideen fast immer realisierbar. Die Probleme sind meist die hohen Kosten pro Stelle, sowie die Sicherheit und möglicher Vandalismus. Hier ist zum Glück auch dank guten Partnern innert kurzer Zeit alles aufgegangen. Nichtsdestotrotz mussten wir in den ersten Tagen einzelne Plakatstellen bereits reparieren. Ein paar Jungs wollten wohl herausfinden, wie die abgebildete Dame unter dem Kleid aussieht.

Seitenansicht des Plakats © Karling

Wie hat Ihr Kunde Sihlcity auf diese Idee reagiert? Waren die Verantwortlichen gleich begeistert?

Wir brauchten mehrere Runden in der Konzeption. Als diese Idee dann aber auf dem Tisch lag, gewann sie schnell viele Freunde. Die Aussage war dann meist: „Super Idee – aber wie macht Ihr das? Und was machen wir dort, wo 3D nicht möglich ist?“

Die Plakate waren aber nicht das einzige Werbemittel. Wie sah die Fashion Days Kampagne gesamthaft aus?

Neben 3D- und normalen 2D-Plakaten haben wir Radiospots bei NRJ und Radio 24 geschalten sowie Banner und Anzeigen bei 20 Minuten. Um auch bei den Inseraten den Ausreisseffekt zu erhalten, haben wir im Hintergrund Ausschnitte einer früheren Ausgabe von 20 Minuten abgebildet. Am Point-of-Sale gibt es zusätzlich Innen- und Aussenscreens und Flyer. Und wir hatten natürlich Aktivitäten auf den Onlinekanälen von Sihlcity.

Ein Konzept, das sich für den gesamten Werbemix eignete © Karling

Es wird allgemein immer schwieriger aufzufallen. Wie kommt Karling auf neue Ideen und wie überzeugen Sie Ihre Kunden?

Wir arbeiten oft mit unseren riesigen Pinnwänden, wo wir früh viele Ideen intern der Diskussion stellen. Die wenigen Ideen, die nach einer Woche noch an der Wand hängen, sind dann meist bestechend. Und sie werden laufend besser, weil sie einem keine Ruhe lassen und man immer wieder mit ihnen konfrontiert wird.
Gegenüber den Kunden braucht es Ehrlichkeit und einen guten Plan. Wenn wir unsere internen Entscheidungen aufzeigen können, sind die später präsentierten Umsetzungen meist einfach annehmbar – oft schon fast „zwingend“.

Innenscreen im Sihlcity © Karling

Wenn Sie etwas in die Zukunft blicken. Wie sehen Sie die Entwicklung in der Werbung?

Die Werbung wird individueller und damit noch fragmentierter. Und es geht stärker in Richtung Permission Advertising. Die Konsumenten werden immer öfter dafür „entlöhnt“, dass sie sich Werbung anschauen. Leider ist dies nicht förderlich für die Werbequalität. Mir wäre es lieber, wenn die Medien gute Werbung mit besseren Tarifen belohnen würden und wenn wir weniger aber dafür teurere Werbeplätze hätten. Dann wäre Werbung für die Konsumenten wieder öfter ein Gewinn statt eine Belästigung.

Wenn Sie ein unbegrenztes Budget zur Verfügung hätten, welche Kampagne würden Sie gerne umsetzen?

Ich will gar kein unbegrenztes Budget, denn Werbung ist eine Investition, die sich für den Auftraggeber lohnen soll. Aber es freut mich immer, wenn die Zusammenarbeit mit dem Kunden unbegrenzt ist in Bezug auf die Dauer und die inhaltlichen Themen. Denn nur bei langfristigen Gesamtmandaten können wir gemeinsam die Marke weiterentwickeln und richtig positionieren. Taktische Aktivitäten sind wichtig – aber sie ersetzen nie eine Strategie.

http://www.karling.ch

https://sihlcity.ch/events/sihlcity-fashion-days

https://sihlcity.ch/

Radio 24: Zürcher Lebensgefühl im Marketing

Digitales Marketing liegt momentan klar im Trend, da gehen „klassische“ Medien beinahe vergessen. Gerade das Medium Radio ist aber für das Marketing weiterhin sehr interessant, weil es trotz der Veränderungen in der Medienwelt, immer noch ein besonderes Kommunikations- und Werbemittel ist. Eines der bekanntesten Radios im Raum Zürich ist natürlich Radio 24, das von Roger Schawinski gegründet worden ist. Wie Radio 24 heute agiert, wie es das Marketing nutzt und was für Vorteile Werbekunden beim Radio haben, erklärt Florian Wanner, Geschäftsführer von Radio 24.

Radio 24 gehört zu Zürich wie das Grossmünster. Als „Piratenradio“ ebnete es den Weg für die Privatradios in der Schweiz. Wie behauptet sich Radio 24 im hart umkämpften Radiomarkt?

Der Konkurrenzkampf ist hart auf dem Platz Zürich. Gerade bei der jungen Zielgruppe ist die Vergangenheit von Radio 24 als „Piratenradio“ nicht mehr so bekannt. Das heisst, wir können uns nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen. Wir müssen uns mit einem Produkt behaupten, welches auf die Bedürfnisse unserer Hörerinnen und Hörer entspricht. Wir kennen unsere Zielgruppe zum Glück ziemlich genau und passen unser Programm und Aktivitäten laufend an, um möglichst viele Hörerinnen und Hörer zu erreichen.

Wie wichtig ist die Markenidentität für ein Radio? Was macht Radio 24 so besonders?

Die Markenidentität ist extrem entscheidend in der heutigen Zeit. Man hat durch die Digitalisierung einen unglaublichen Zugriff auf diverse Streamingdienste und Radio Stationen aus der ganzen Welt. Entsprechend muss man den Hörern klarmachen, was sie bei Radio 24 erwarten. Uns macht besonders, dass wir den besten Musikmix bieten, kompetent und aktuell informieren und wir haben gute und unterhaltende Moderatoren. Wir sind in der Ansprache nicht plump und kindisch, sondern reif und auf Augenhöhe mit unseren Hörerinnen und Hörern. Der letzte entscheidende Punkt gegenüber der internationalen Konkurrenz ist das Zürcher Lebensgefühl, welches wir in all unseren Aktivitäten und Beiträgen zu vermitteln versuchen.

Radio 24 – Das isch Züri (c) Radio 24 AG

Der Medienkonsum hat sich verändert. Spürt auch Radio 24 die Effekte des digitalen Wandels?

Radio ist das Medium, welches am wenigsten unter dem digitalen Wandel leidet. Die Radionutzung ist relativ stabil in den letzten Jahren. Ich gehe auch fest davon aus, dass dies so bleiben wird. Seit dem ersten Walkman hat man die Möglichkeit seine eigene Musik immer und überall zu hören. Natürlich haben sich die Möglichkeiten mit dem Smartphone nochmals vermehrfacht. Der Mensch ist faul und will sich nicht jeden Tag seine Musik selber zusammenstellen. Wir bringen den besten Musikmix mit nur einem Knopfdruck. Eine weitere wichtige Funktion ist der Begleiter. Es spricht dich jemand direkt an und informiert dich mit den wichtigsten Ereignissen aus der Region und der Welt. Diese Kombination bietet zum Glück nur das klassische Radio an. Daher bin ich überzeugt, dass das Radio trotz Digitalisierung die Daseinsberechtigung behalten wird.

Das Radio ist ein wichtiges Medium für Unternehmen, um Werbung zu schalten. Mittlerweile wird aber mehr und mehr in digitale Werbung investiert. Wie geht Radio 24 damit um?

Auf der Werbeseite wird es sicherlich immer schwieriger, da das Angebot für Werbekunden laufend wächst. Aber auch hier hat Radio diverse Vorteile, welche die digitalen Kanäle nicht bieten können:

  1. Die Werbung kann im Radio nicht überspult werden oder ignoriert werden.
  2. Wir erreichen die Hörerinnen und Hörer vor allem auch beim Autofahrern und profitieren hier von der Geschwindigkeit des Mediums. Aktuelle Abverkäufe und Aktionen funktionieren über das Radio am besten.
  3. Wir kennen die Region und habe die entsprechende Glaubwürdigkeit. Der Streuverlust für lokale Kunden ist daher relativ klein.

Welche Marketinginstrumente nutzt Radio 24? Wie überraschen Sie die Hörer?

Unsere Marke definiert sich über den besten Musikmix, kompakte und kompetente News sowie über unsere Personalities – unsere Moderatoren. Für uns ist es wichtig am Puls von Zürich mitzuhalten und an Events (gross oder klein) unsere Moderatoren ins richtige Licht zu setzen. Insofern sind unsere Eventauftritte sowie die Positionierung der Moderatoren für uns relevant. Radio 24 setzt auf Money-Can’t-Buy-Momente, um seine Hörerinnen und Hörer zu überraschen. Wir kreieren Momente, die dann Word of Mouth generieren sollen. Z.B. mit unserer #stage24: unsere Hausbühne, auf der regelmässig grosse Künstler auftreten und wenige Hörerinnen und Hörer exklusiv in den Genuss so eines kleinen Privatkonzertes kommen. Oder aussergewöhnliche Meet&Greets etc.

Musikhörende Menschen auf den Strassen sind ein gängiges Bild. Individualisierte Musik ist jederzeit auf dem Smartphone abrufbereit. Wie schafft man als Radio verschiedene Musikgeschmäcker zu befriedigen? Sind News und Information ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal?

Die Musik ist sehr entscheidend und macht ca. 70% unseres Programms aus. Somit muss die Musik für die grösstmögliche Masse passen. Dafür betreiben wir Marktforschung und fragen regelmässig die Titel in unserer Musik-Bibliothek ab. Wir bieten den besten Musikmix. Dies bedeutet, dass wir die aktuellsten Top Hits spielen aber auch Greates Hits aus den 90er Jahren. Somit kennen unsere Hörer die aktuelle Musik und müssen nicht auf die besten Songs aller Zeiten verzichten. News und Informationen sind dann wichtig, wenn etwas passiert. Radio ist immer noch eines der schnellsten Medien und diesen Trumpf müssen wir ausspielen. Wenn die Newslage tief ist dann informieren wir aktuell, kompakt auf den Punkt. Bei der Moderation geht es dann um Soft- und Unterhaltungsthemen. Wenn aber die Aktualität hoch ist, dann versuchen wir kompetent und ausführlich zu informieren. Hier unterscheiden wir dann nicht mehr zwischen Moderation und Redaktion und geplante Inhalte werden über den Haufen geworfen, um die Aktualität zu pushen.

Das Logo von Radio 24 (c) Radio 24 AG

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Musik in der Werbung

Erkenntnisse aus der Literaturarbeit zu einer Determinante des Kundenverhaltens von N. Baumann, I. Dineva und S. Lopez. Die Literaturarbeiten wurden im Rahmen der Vorlesung „Strategischer Fokus Kunde“ erstellt. Die Studenten haben sich dabei vertieft mit einem Fachartikel auseinandergesetzt und einen eigenständigen Praxistransfer erarbeitet:

Durch die Massenmedien und der darin vorkommenden Werbung sind wir stetig Musik ausgesetzt. Wir hören ob gewollt oder ungewollt während 40-50% des Wachzustandes Musik (Cranton und Lantos, 2011: 396). Oft fällt uns nicht auf, wie oft wir durch die Musik beeinflusst werden, da sie nicht sichtbar ist (Jain und Bagdare, 2011: 297). Durch die Musik in der Werbung wird das Erinnerungsvermögen gestärkt. So können sich Konsumenten bspw. besser an Informationen erinnern, wenn die Werbeaussage mit der Melodie eines berühmten Liedes verbunden ist. Des Weiteren wird durch Musik die Aufmerksamkeit gefördert (Allan, 2007: 8f.).

 Bei der Auswahl der Werbemusik ist Sorgfalt geboten. Zuhörer reagieren, je nach dem in welchem Kontext oder in welcher Laune sie sich befinden, unterschiedlich auf Musik. Ferner kann es vorkommen, dass der Zuhörer sich nicht mit dem Sänger oder der Musik identifizieren kann und dadurch eine negative Konnotation zur Marke entsteht. Entscheidend für den Erfolg ist, dass eine Verbindung zwischen Musik, Werbenachricht und Marke besteht (Cranton und Lantos, 2011: 397).

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Wer hat Angst vor Heidi Klum? Implizite Assoziationen zu Models in der Werbung

Erkenntnisse der Bachelor-Arbeit von Céline Forestier im Rahmen des Bachelorstudiengangs Betriebsökonomie der ZHAW School of Management and Law. Die Bachelor-Arbeit wurde mit dem Rieter-Preis ausgezeichnet.

Unternehmen bewerben ihre Produkte oftmals mit Models, die als Kommunikatoren die Rezipienten positiv beeinflussen und die Werbeeffektivität steigern sollen. Dabei werden grösstenteils hoch attraktive und extrem schlanke, weibliche Models eingesetzt. Die Attraktivität der Models ist als visueller Kontakt die erste und wichtigste Interaktion zwischen dem Kommunikator und dem Rezipient. Sie erhöht die Aufmerksamkeit und die Wahrscheinlichkeit, dass das Werbebild betrachtet und die Botschaft verinnerlicht wird.

Über die letzten Jahre wurde vermehrt Kritik laut, dass die Models unnatürlich dünn seien und so als Werbebotschafter und Vorbilder sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern eine verzerrte Wahrnehmung des weiblichen Körperbildes auslösen. Das Deutsche Super-Model Heidi Klum wurde mit ihrer Reality-Show „Germanys Next Topmodel“ vermehrt von den Kritikern und Kritikerinnen als Zielscheibe benutzt. Dove lancierte 2004 die Kampagne „Initiative für wahre Schönheit“. Sie bewarben ihre Produkte als erstes Unternehmen mit molligen und normal attraktiven Models. Die Kampagne fand grossen Anklang und die Strategie wurde bis heute beibehalten.

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