Agilität, ein schmaler Grat zwischen Tradition und Wandel

Agil, ein Begriff der im Trend ist, auch in Bezug auf die Unternehmen: Agiles Management, Agiles Marketing, Agile Unternehmenskultur, Agile Leadership, dazu kommen Begriffe wie Scrum, Co-creation, Holocracy und vieles mehr. Ursprünglich kommt der Begriff aus der Softwareentwicklung, inzwischen betrifft Agilität längst nicht mehr nur IT Themen. Im Interview mit Dominic Lindner, Blogger und externer Doktorand an der FAU Erlangen-Nürnberg, klären wir einige Fragen zum Thema «agile».

Seit April 2016 führen Sie den Blog www.Agile-Unternehmen.de – wie kam es dazu und wie hat sich das Interesse an Ihrem Blog und dem Thema Agile Unternehmen seither verändert? Was ist die Absicht dahinter?

Das kam aus zweierlei Hinsicht, zum einen, um damit Praxispartner für meine Doktorarbeit zu gewinnen, zum anderen, um durch Blogeinträge schneller an Feedback zu kommen. So habe ich neben dem Publizieren die Möglichkeit, durch Likes und Clicks auf dem Blog das Interesse der Wirtschaftspartner besser zu verstehen. So kann ich auch meine Forschung an die Praxis anpassen und immer wieder evaluieren, ob ich noch am Puls der Zeit bin. Mittlerweile bin ich bei 10’000 Abonnenten und bekomme diverse Anfragen von anderen jungen Wissenschaftlern und Praktikern, die sich austauschen möchten und ab und zu um Rat fragen. Mein Blog und meine Forschung befassen sich mit Agilität im digitalen Wandel von KMU (kleine und mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeitern).

Macht die Digitalisierung die Agilität eher leichter oder schwerer?

Es gibt zwei Meinungen, die ich 2016 untersucht habe (am 27.12.17 erscheint der Artikel dazu auf dem Blog). Die eine ist, dass Agilität die Voraussetzung der Digitalisierung ist. Wenn ich mich flexibler aufstelle und die Rahmenbedingungen lockere, kann ich attraktivere Fachkräfte finden und leichter digitalisieren. Andere Experten vertreten die Meinung, dass man zuerst digitalisieren muss, bevor man agil werden kann. Das heisst, wenn ich als Arbeitgeber Homeoffice anbieten möchte, brauche ich Laptops, Smartphones und Kollaborations-Tools, damit das überhaupt möglich ist. In der Realität zeigt sich aus der Beobachtung, dass es eine Vermischung von beiden Meinungen ist. Es ist den Praxispartnern vielleicht gar nicht aufgefallen, aber es ist schon die Technik, die mobiler und digitaler wurde. Die Digitalisierung hat also bestimmt alles leichter gemacht. Aber in erster Linie starten Sie zuerst damit die Rahmenbedingungen zu schaffen, bevor Technologien eingeführt werden. Also erst eine leichte Agilitätserhöhung und danach eine Technologisierung, um dann wieder die Agilität leicht zu erhöhen und so weiter.

Agilität als zentrales Thema © Dominic Lindner www.Agile-Unternehmen.de

Was sind denn Ihrer Meinung nach die wichtigsten Treiber der Agilität?

Es gibt zwei zentrale Treiber, die Mitarbeiter und die Kunden. Meine Argumente basieren auf KMU’s und dem Deutschen Mittelstand. Diese haben gemerkt, wenn sie agilere Arbeit anbieten, werden sie auf dem Arbeitsmarkt für Mitarbeiter attraktiver gegenüber der Konkurrenz. Agilere Arbeit in Verbindung mit Homeoffice und höhere Selbstbestimmung kann dadurch zum USP werden. Auf der anderen Seite sind es die Kunden, die andere und komplexere Ansprüche an uns stellen, teils jeden Tag etwas Anderes und am besten während vierundzwanzig Stunden. Die Aufträge der Kunden können mit herkömmlichen Strategien nicht befriedigt werden. Dadurch stellen auch die Kunden einen wichtigen Treiber der Agilität dar.

Für welche Art von Branchen ist das Thema Agilität relevant?

Es ist schon sehr Branchen abhängig – wichtig ist das Thema aber für alle. Jede Branche hat die Agilität anders für sich definiert. An meinen Roundtables habe ich oft ganz verschiedene Manager aus verschiedenen Branchen. Für die Logistik ist Selbstorganisation ein Thema der Agilität, für Behörden geht es eher darum, Prozesse aufzubrechen und zu digitalisieren und bei Automobilherstellern Komplexität zu beherrschen.

Bei KMU gibt es eigentlich drei Bereiche der Agilität. Der Kernbereiche, wie die Buchhaltung, sind interne Dienste, die weniger agil sein müssen. Die mittlere Agilität ist für Bereiche mit stabileren und oft langjährigen Kunden. Für z.B. neue Kunden oder Beauftragungen mit speziellen Wünschen, ist hohe Agilität gefragt. Im Grossen und Ganzen ist die Notwendigkeit von Agilität für Sales und Pre-Sales, als auch Pilotteams hoch, also Bereiche, welche mit neuen Technologien oder Kunden arbeiten.

Ein Unternehmen als Molekül. Die Teilnehmer nutzen die Metapher aus der Physik zur Bildung eines Modells für evolutionäre Unternehmen © Dominic Lindner, www.Agile-Unternehmen.de

Welche Werkzeuge machen Unternehmen agil?

Das sind mobilere Soft- und Hardware, wie Laptops und Smartphones und allgemein flexible Technologien. Aber auch neue Arbeitsmodelle wie Homeoffice, Teilzeit und Gleitzeit. Letztendlich braucht es die Arbeit nach agilen Methoden um z.B. autonomes Arbeiten zu fördern. Dem Mitarbeiter muss Vertrauen entgegengebracht werden. Es kommt nicht mehr nur darauf an, wie er es macht, sondern, dass die Arbeit erledigt ist. Technologien sind also Treiber der Agilität.

Welchen Einfluss hat die Agilität einer Unternehmung auf Abteilungen wie Marketing und Kommunikation?

Das Marketing muss anders arbeiten als früher, die Themen werden tiefgreifender und Unternehmen spezialisieren sich immer mehr. Um die Komplexität beispielsweise des autonomen Fahrens zu verstehen, muss man dies tiefgründig studieren und kann sich nicht mehr so schnell einarbeiten. Das Marketing hat die Aufgabe zu vermitteln, dass das Unternehmen fähig ist, sich nach diesen Trends auszurichten. Ebenfalls muss das Marketing die Botschaft hinter den Trends nach Aussen transportieren. In diesem Falle wäre das Unabhängigkeit, Freiheit und unbegrenzte Mobilität.

Wie wichtig sind Kundennähe und Kundeneinbindung für eine agile Unternehmung? Was bedeutet Kundenbindungsmanagement für Sie im Bezug zur Agilität?

In meinem Umfeld wird die Kundenähe im B2B Umfeld über einen Key Account Manager realisiert. Diesem muss Vertrauen und genügend Budget zugesprochen werden, damit er Kundenwünsche autonom umsetzen kann. Das zentrale Management muss den Key Account Managern Unterstützung anbieten und ihnen ermöglichen in direktem Kontakt mit den Kunden zu stehen.

Der Key Account Manager, ist meine Definition von Kundenbindungsmanagement, er könnte fast als Produkt Owner agieren und mit seinem Team das Produkt auf den Kunden zuschneiden. Die meisten Unternehmen organisieren sich so, dass sie eine Basis Infrastruktur haben, welche von einem Team entwickelt wird. Die anderen Teams passen die verschiedenen Komponenten individuell der Basis an. So wird die IT Infrastruktur flexibel gehalten. Das Team der Basisinfrastruktur hat oft viele und strenge Richtlinien aber auch viel Stabilität während die Teams der Komponenten eher flexibler arbeiten. Auch hier haben wir wieder einen stabilen Kern im Zentrum und ausserhalb agile und dynamische Teams.

Was bedeutet die Agilität für eine Marke? Wie funktioniert agile Markenführung und was macht eine agile Marke aus?

Bei meinen Praxispartnern ist mir aufgefallen, dass die Marke der Dienstleister sich schon auch durch die geforderte Werte der Digitalisierung (Schnelligkeit, Änderbarkeit, Automatisierung) verändert hat. Der Mittelstand steht oft für Langfristigkeit und Tradition, die neue geforderte Agilität steht aber für Individualität und konstanten Wandel.

Die Marke muss mit dem Wandel angepasst werden und diese Werte dem Trend gemäss ausstrahlen. Eine agile Marke muss sich also schneller anpassen können damit sie glaubwürdig bleibt. Somit sollte eine Marke einfach gehalten werden. Einfach, das ist besonders wichtig, denn je einfacher das Markenbild ist, desto leichter kann das Logo transportiert werden. Indem eine Marke einfach gehalten wird, ist sie wesentlich wandelbarer. Schaut man auf die aktuelle Entwicklung waren die Dienstleister zuerst loyal und stabil, dann agil und nun sind sie der Begleiter im digitalen Wandel.

Welches ist die grösste Herausforderungen, die Agilität mit sich bringt?

Die grösste Herausforderung, die die Agilität mit sich bringt, empfand ich als die Selbstorganisation der Mitarbeiter. Mit dieser neu gewonnenen Freiheit sind viele Mitarbeiter erstmal überlastet. Die Mitarbeiter wollen zwar die neue Arbeitsform, merken aber, dass z.B. speziell Homeoffice hohe Disziplin fordert. In meinen aktuellen Job bin ich viel mit Coaching beschäftigt und helfe auch Mitarbeitern sich in Flexdesk Bereichen zurechtzufinden.

Interessanterweise hat das Alter oder die Ausbildung der Mitarbeiter kaum einen Einfluss. Eigentlich ist sich kaum jemand an dieses neue Modell gewöhnt, ausser vielleicht ein paar Naturtalente, die eigentlich nur so arbeiten können.

Die Empfehlung dazu ist, dass man einen klassisch organisierten Bereich nimmt und diesen langsam öffnet, also die Rahmenbedingungen langsam lockert. Beispielweise haben wir in unserer Abteilung von 70 Leuten aktuell 10 Mitarbeiter mit flexiblen Arbeitsplätzen und weitere 15 mit agilen Methoden. Also erstmal weniger als die Hälfte. Auch lohnt es sich in den Testpersonen auch Mitarbeiter in die Teams zu integrieren, welche bereits Erfahrung mit agiler und flexibler Arbeit haben. Diese haben eine gute Wirkung auf die anderen Mitarbeiter.

Schluss Statement; was möchten sie Unternehmen mitgeben?

Ein KMU muss den Grad zwischen Tradition und Wandel wahren. War es doch die Tradition, welche uns Stabilität gegeben hat und langjährigen Erfolg garantiert hat. Um diesem erfolgreich in die Zukunft zu übertragen muss nur an einigen Stellen gedreht werden, um dort genug Agilität hineinzubringen um mit dem Wandel zu gehen ohne das Kerngeschäft mit langjährigen Kunden zu stören, welche den Erfolg der letzten Jahre garantiert haben. Das bedeutet konkret: Sukzessive Rahmenbedingungen lockern, ohne die traditionellen Werte und damit das Kerngeschäft zu verlieren.

www.Agile-Unternehmen.de

Soziale Nachhaltigkeit in Schweizer Unternehmen – ein aktueller Einblick

Von Christine Bircher

Erkenntnisse der Bachelorarbeit von Christine Bircher im Rahmen des Bachelorstudiengangs Betriebsökonomie der ZHAW School of Management and Law.

Durch die Globalisierung von Unternehmen und Wertschöpfungsketten sind in den letzten Jahren soziale Themen, wie Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und Korruption in die politische und gesellschaftliche Debatte gerückt. Kunden verlangen vermehrt Produkte, deren Herstellung minimale Standards sozialer Nachhaltigkeit erfüllen. Studien zeigen aber auch, dass Unternehmen ihre soziale Verantwortung vermehrt wahrnehmen, weil eine tadellose Reputation und sozial verträgliche Arbeitsbedingungen in Zeiten des Fachkräftemangels ein entscheidender Erfolgsfaktor auf dem Arbeitsmarkt sind.

Die Bachelorarbeit untersuchte den aktuellen Stand sozialer Nachhaltigkeitsaktivitäten in Schweizer Unternehmen und wie sich diese in den letzten fünf Jahren verändert haben. Basierend auf aktuellen Trends und Studien wurden 58 Schweizer Unternehmen aus verschiedenen Branchen befragt und die Ergebnisse mit dem Swiss Corporate Sustainability Survey 2012 der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften verglichen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

  • Interesse: Schweizer Unternehmen beschäftigen sich vermehrt mit sozialer Nachhaltigkeit. Begründet werden Nachhaltigkeitsaktivitäten primär durch die Verbesserung der Unternehmensreputation, der Stärkung der Kundenbindung und der Attraktivitätssteigerung auf dem Arbeitsmarkt.
  • Stakeholder: In Zusammenhang mit sozialer Nachhaltigkeit befassen sich die meisten Schweizer Unternehmen eingehend mit den Erwartungen ihrer Stakeholder, insbesondere mit denjenigen von Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten. Die verstärkte Interaktion mit Stakeholdern führt zu mehr Transparenz im Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen, was sich oftmals in der Einhaltung von Standards und Zertifikaten sowie in Mitgliedschaften bei Verbänden äussert. Tendenziell investieren grosse Unternehmen dafür mehr Mittel.
  • Themengebiete: Für Schweizer Unternehmen sind Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Arbeitsmarktfähigkeit und Förderung der Mitarbeitenden sowie faire Wettbewerbspraktiken in Bezug auf soziale Nachhaltigkeit am wichtigsten. Generell werden Themen zu Arbeitspraktiken und menschenwürdiger Beschäftigung am intensivsten bearbeitet. Menschenrechtsthemen werden je nach Grösse und internationaler Verflechtung des Unternehmens unterschiedlich gewichtet.

Soziale Nachhaltigkeit als bedeutendes Thema für die Unternehmen © eigene Darstellung von Christine Bircher

Die Zukunft sozialer Nachhaltigkeit in der Schweiz

Aus Sicht von Schweizer Unternehmen steigt die Bedeutung sozialer Nachhaltigkeit. Sie gehen davon aus, dass dazu mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Externe Herausforderungen werden vor allem bei der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und der zunehmenden Bedeutung von Work-Life-Balance gesehen.

Die Resultate verdeutlichen, dass sich Schweizer Unternehmen in einer fortgeschrittenen Entwicklungsstufe des Nachhaltigkeitsmanagements befinden. Daher sollten Unternehmen soziale Nachhaltigkeit nicht als Risikofaktor sehen, sondern als Chance zur strategischen Differenzierung.

Über Christine Bircher

Christine Bircher arbeitet am Center for Law & Economics der ETH Zürich und hat diesen Sommer erfolgreich ihr Bachelorstudium in Betriebsökonomie mit Vertiefung in General Management an der ZHAW abgeschlossen. Im Herbst wird sie ihr Masterstudium an der ZHAW in Business Administration – Major Marketing beginnen..

http://www.lawecon.ethz.ch/people/bircher.html

Automatisierte Textzusammenfassung dank Schweizer Software GetDigest

In Zeiten der Informationsflut wird es immer schwieriger einen Überblick zu behalten. Ein Executive Summary kann hierzu eine gute Hilfe sein. Die Schweizer Firma Hulbee geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie hat die Software GetDigest entwickelt, die dank künstlicher Intelligenz und Algorithmen, lange Texte zusammenfassen kann. CEO Andreas Wiebe erklärt was GetDigest so alles kann.

Herr Wiebe, ob im Studium oder im Berufsleben, Texte zusammenfassen ist nicht gerade die beliebteste Beschäftigung. Wie sind Sie auf die Idee zu GetDigest gekommen?

Die Idee hatte ich bereits im Studium. Jeder Schüler oder Student, der viel liest und nicht unbedingt die Geduld dazu hat das Buch durchzulesen träumt von einer Zusammenfassung. So war es auch bei mir. Bevor es jedoch zu einer sichtbaren Technologie geworden ist, hat es Jahre gebraucht. Die erste Version entstand im Jahr 2002.

Das Logo von GetDigest (c) GetDigest

Wie funktioniert GetDigest?

Es ist eine komplexere Software Technologie aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. Unkompliziert dargestellt, besteht die Technologie aus:

  1. Wissensdatenbank
  2. Thesaurus Datenbank
  3. Semantik
  4. Sprachen-Bibliothek und jeder Menge Algorithmen  

Sinn und Zweck verläuft im Groben wie beim Menschen. Wir füttern die Wissensdatenbank erst einmal mit vielen Informationen aus verschiedenen Themen (Medizin, Computertechnik, Theologie, Technik usw.). Die Software beginnt zu lernen, dabei soll unter anderem ein bestehender Thesaurus erweitert werden. Somit kann z.B. die Software erkennen, ob beim Wort „Maus“ über die Tierwelt oder Computertechnik gesprochen wird. Ebenso wird jede „Müll Information“ z.B. Artikel wie der/die/das aussortiert, da sie kein Wissen mit sich trägt. Jedes Wort wird analysiert und mit Hilfe von KI (=Künstlicher Intelligenz) und Statistik verglichen und erst dann die Zusammenfassung erstellt. Die Technologie „erkennt“ was somit die wichtigste Information ist, in einem jeweiligen Zusammenhang. Um die heutigen Ergebnisse zu liefern, mussten wir der Software erst einmal Unmengen an Daten zum „Füttern“ geben. Wenn wir es mit dem Menschen vergleichen, so ist es wie ein Kind, das mit dem Wachstum klüger wird. Jedoch geht es hier in beinahe alle Bereiche des menschlichen Lebens und das extrem schnell! Es bedarf hier natürlich ausser der Software auch super starker Computer, um die Rechenprozesse schnell verarbeiten zu können. Dazu nutzen wir Dutzend Server in unserem Data Center in der Schweiz. Übrigens ist der sprachliche Akzent auch sehr wichtig, somit kann die Technologie Informationen in mehr als 30 Sprachen „verstehen“.

Gerade im wissenschaftlichen Bereich sind die Texte komplex. Ist dies für GetDigest ein Problem?

Gerade weil wir selber wissenschaftlich orientiert sind, dienten gerade wissenschaftliche Inhalte für die Technologie GetDigest als Basis. Demnach können wir beinahe alle wissenschaftlichen Texte analysieren – und das in allen Themenbereichen.

Eine eigene Zusammenfassung hat einen gewissen Lerneffekt. Wo liegen die Vorteile der automatisierten Form?

Wir haben GetDigest nicht für die Faulsäcke gemacht, sondern für Menschen, die viele Informationen in kurzer Zeit verarbeiten müssen.

Wenn ein Student, Wissenschaftler oder ein Manager dringend Ergebnisse benötigt, um eine Entscheidung zu treffen, dann benötigt er Fakten, die auf vielen Informationsquellen basieren. Oder bevor man das eine oder das andere Buch liest, möchte man, ohne viel Zeitverlust, die Executive Summary erhalten.

Somit ist GetDigest geeignet für Menschen die lernen wollen oder auch müssen, und dabei ein Hilfswerkzeug benötigen, um weiter zu kommen.

Dank künstlicher Intelligenz Texte zusammenfassen (c) GetDigest

Damit die Software optimal funktioniert, muss sie ständig lernen. Wie wird das bei Ihnen umgesetzt?

Die Technologie wird stets in unserem Labor weiterentwickelt und perfektioniert. Unsere Technologie von GetDigest lernt zum Beispiel durch künstliche Intelligenz. GetDigest wird mit Informationen „gefüttert“, um aktuell zu bleiben, somit lernt es wie ein Schüler jeden Tag und erweitert das „eigene Wissen“.

Die markierten Schlüsselwörter (c) GetDigest

Wer soll GetDigest nutzen und wie kommt man an diese Software?

Die Technologie versteht beinahe alle beruflichen Richtungen, ob Manager, CEO, Projektleiter, Lehrer, Juristen, Behörden, Wissenschaftler, Studenten oder sogar Schüler – jeder kann auf das Wissen der Technologie kostenlos zugreifen.

Wir benutzen es zum Beispiel bei der ersten Voranalyse von wissenschaftlichen Texten, um die typische Executive Summary zu erhalten. Da wir uns in einem extremen  Informationswachstum befinden, müssen wir viel und schnell Informationen analysieren und auch Entscheidungen treffen. Übrigens ist es ein sehr gutes Werkzeug für die SEO-Analysten.

Jedoch ist unser Ziel mit der Industrie oder auch jeder Lehreinrichtung wie z.B. Fachhochschulen, Universitäten usw. zusammenzuarbeiten und eine neue Art der Wissensbibliothek aufzubauen. In dieser Bibliothek sollen alle wissenschaftlichen Informationen und Bücher analysiert werden und semantisch miteinander verknüpft werden. Das würde eine neue Art von Knowledge-Wikipedia sein. Ebenso das Wissen eines Unternehmens auf eine völlig neue Basis heben.

Beispieltext von GetDigest (c) GetDigest

Nutzen Sie für die Vermarktung von GetDigest Marketinginstrumente?

Derzeit noch nicht. Wir beschränken uns derzeit nur auf die Pressepublikationen und hoffen natürlich, dass die Mundpropaganda mithilft.

Durch die Digitalisierung ist die Information ständig verfügbar. Das Volumen allerdings wird immer grösser, auch für die Unternehmen. Wenn Sie in die Zukunft schauen, was wird auf dem Gebiet von neuronaler Software alles möglich sein?

Genau das ist unsere grosse Herausforderung! Ich bin der Meinung, dass die Softwaretechnologie soweit kommen muss, dass es nicht nur die Textinformationen, sondern die wesentlichen vier Informationsbereiche „verstehen müsste“: 1. Information in Textform, 2. Bild, 3. Video und 4.Voice, sobald diese Bereiche ohne grosse wesentliche Einschränkung analysiert werden können, natürlich mit brauchbaren Resultaten, dann können wir über den wirklichen Durchbruch in der IT-Welt sprechen. Derzeit sind die meisten Unternehmen noch in den alten Strukturen am Kämpfen. Wenn wir allein die Informationssuche anschauen, ob im Web -oder in den Unternehmen, es ist doch alles andere als intelligent, selbst Google ist weit davon entfernt. Dabei reden wir NUR über die Informationsquelle „Text“.

Wir versuchen ja auch unsere Projekte wie zum Beispiel die semantische Suchmaschine www.swisscows.ch oder www.hulbee.com genau in diese Richtung zu positionieren. Nichtsdestotrotz bin ich sicher, dass in einer Zukunft von etwa 20-30 Jahren das semantische Internet kommen wird. Es wird andere Art von Wissen sein, als das das wir heute kennen.

http://getdigest.ch/

https://company.hulbee.com/

 

Nach dem Sandwich auf der Jagd nach dem neuen Job

Trotz dem Verspeisen einer leckeren Verpflegung sind Schweizer Stellensuchende noch nicht satt – im Gegenteil! Besonders aktiv sind Stellensuchende während den Bürozeiten und am Wochenbeginn. Von 9 bis 11 sind die Besuche auf den Portalen am höchsten, effektiv auf die Inserate geklickt wird gegen 14 Uhr am häufigsten. Die meisten Klicks auf Stelleninserate geschehen am Wochenanfang, also am Montag und Dienstag. Nach Feierabend und am Wochenende hingegen nimmt die aktive Stellensuche ab, wobei Recruiter ihre Vakanzen bevorzugt an Freitagen, noch kurz vor dem Wochenende, ausschreiben.

JobCloud Market Insights“: Eine Studie in Zusammenarbeit mit dem ZHCM und Jobcloud

Diese und weitere Erkenntnisse wurden in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Human Capital Management der ZHAW (ZHCM) und Jobcloud untersucht und in der Studie JobCloud Market Insights festgehalten. Einen essentiellen Beitrag leistete das ZHCM durch das vorhandene fachspezifische Know-How. Bei der Studie gibt JobCloud, das führende digitale Unternehmen im Schweizer Stellenmarkt, zu dem u.a. jobs.ch und jobup.ch gehören, Einblick in ihren umfangreichen Datenschatz, um daraus die Verhaltensweisen von Jobsuchenden und Recruitern aufzuzeigen. Die «JobCloud Market Insights» vergleichen das Angebot auf den Jobportalen jobs.ch und jobup.ch und stellt es der tatsächlichen Nachfrage, also den Klicks von Jobsuchenden, gegenüber.

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Welche Jobs werden am häufigsten ausgeschrieben und welche am häufigsten geklickt? Klicken sich Jobsuchende tatsächlich während der Arbeitszeit durch neue Angebote? Haben Männer Vorteile bei der Jobsuche?

Antworten dazu und vieles mehr finden Sie direkt in der Studie: https://www.jobcloud.ch/c/de-ch/jobcloud-market-insights

Warum Weiterbildung ?

Sich weiterzubilden liegt im Trend und lohnt sich. Für die Beteiligten bedeutet es, dass sie einerseits viel Zeit aufwenden, andererseits die Weiterbildung finanzieren und gleichzeitig oft das Arbeitspensum reduzieren müssen. Diese Nachteile werden jedoch in Kauf genommen. Der Nutzen einer Weiterbildung wird nicht bezweifelt, die Motive sind allerdings unterschiedlich. Ruedi Schweizer (Swiss Marketing Werbewoche, 2011) ging dieser Frage in seiner Master Thesis nach und kam auf folgende Reihenfolge der Beweggründe für eine Weiterbildung:

1. Steigerung der Fachkompetenz (psychologischer Determinant)
2. Sicherung des beruflichen Weiterkommens, Karriere (sozialer Determinant)
3. Horizonterweiterung, Streben, Entdecken, Neugierde (psychologischer Determinant)
4. Höheres Einkommen (sozialer Determinant)
5. Persönliche Entwicklung (persönlicher Determinant)

Für Interessierte stellt sich anschliessend die Frage, welche Weiterbildung bei welchem Anbieter besucht werden soll. Ist diese Entscheidung erst mal getroffen, kommt die nächste Hürde. Unterstützt mein Arbeitgeber die Weiterbildung? Direkt mit der Übernahme der Kosten oder durch zusätzliches «Ferienguthaben» für die Schultage? Generell wünschen sich Mitarbeitende mehr Unterstützung. Gemäss einer Umfrage des Kelly Global Workforce Index (2013) möchte mehr als die Hälfte der Schweizer Angestellten ihre Kenntnisse und Fähigkeiten weiterentwickeln. Das geht nicht ohne den Support des Arbeitgebers. Für einen erfolgreichen Karriereschritt ist es allerdings mit einer fachlichen Weiterbildung noch nicht getan. Dem sind sich die Beteiligten bewusst. Aus ihrer Sicht sind dazu auch Soft Skills wichtig; zum Beispiel Team-, Konflikt- und Kooperationsfähigkeiten, aber auch Kommunikationsfähigkeiten und Sprachkenntnisse.

www.year-network.eu

www.year-network.eu

Weiterbildungen werden von Arbeitgebern sehr gerne gesehen und oft auch vorausgesetzt. Laut einer Umfrage der Handelszeitung ist dabei zweitrangig, ob die Weiterbildung an einer Universität oder an einer Fachhochschule absolviert wurde (Wienröder, H. (2014). Unvoreingenommene Unternehmen. Handelszeitung. 16. Oktober 2014. S. 57). Es zählen hauptsächlich die Inhalte der Weiterbildung. Diese positive Einstellung gegenüber Weiterbildungen zeigt sich auch in der Bereitschaft zur Unterstützung. In einer Umfrage des Bundesamtes für Statistik im Jahre 2011 gaben 77% der Schweizer Unternehmen an, mindestens eine durch ihre Mitarbeitenden besuchte Weiterbildung unterstützt zu haben. Meistens geschieht dies im Rahmen von innerbetrieblich organisierten Weiterbildungsaktivitäten, welche nicht zu einem offiziell anerkannten Diplom führen. Vergleicht man diese Umfragewerte mit den umliegenden Ländern, dann zeigt sich, dass die Schweiz einen sehr hohen Anteil an weiterbildungsaktiven Unternehmen hat.

Das Institut für Marketing Management begrüsst die steigende Nachfrage im Weiterbildungsbereich, ist sich jedoch auch bewusst, dass noch viel Handlungsbedarf besteht. Vor allem bei der Unterstützung seitens der Unternehmen gibt es nach wie vor Entwicklungspotenzial. Diese Tipps sollen Sie beim Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber unterstützen:

  • Nicht als Bittsteller auftreten, sondern als Person, die sich im Arbeitsleben positiv entwickeln und mehr leisten möchte.
  • Dem Arbeitgeber persönliche Vorstellungen und Pläne, die mit der Weiterbildung verbunden sind, zu erkennen geben.
  • Argumente präsentieren, warum auch das Unternehmen von der Weiterbildung profitiert.
  • Die Weiterbildungsverhandlung nicht mit einer Lohnverhandlung verbinden. Erst bei fortgeschrittener Weiterbildung neue Funktions- und Einsatzmöglichkeiten – und damit verbunden auch den Lohn – besprechen.

Quellen: