Ein Hauch Grossstadt-Fl(h)air in Schaffhausen

Von Gabriella Jetter

Schaffhausen ist mit rund 35’000 Einwohnern in Dieter Wiesmann’s Lied richtig beschrieben, nämlich als „bloss e chliini Stadt“. Der Hauptort des gleichnamigen Kantons belegt im Schweizerischen Ranking bezüglich Lifestyle und place to be wohl keinen Podestplatz. Die Munotstadt braucht keinen Glamour. Oder doch?

Digitalisierung in denkmalgeschützter Umgebung: eine perfekte Symbiose

Was hat digitale Transformation, personalisierter Service und Nachhaltigkeit in einem Friseurladen zu suchen? Haare wachsen immer. Dieser natürliche Prozess zwingt uns folglich regelmässig, den Gang zum Friseur anzutreten. Die Kundenakquise ist demnach nicht zwingend als prioritär zu betrachten. Für die Schaffhauser soll es in erster Linie einfach und preiswert sein. Praktisch, dass das wenige Kilometer entfernte Deutschland mit günstigen Preisen lockt. Trotz dieser Voraussetzungen eröffnete vor rund vier Jahren ein Hairsalon, in dem mehr als nur Schneiden, Waschen und Föhnen angeboten wird. Im knapp 300jährigen „Haus zur Ziegelburg“ befindet sich das Casa Organica Terranova Hairsalon, Spa & Café. Ein Coiffeurstudio mit einem eigenen Marketingkonzept. Für grössere Orte wie Winterthur oder Zürich nichts Spektakuläres. Für Schaffhausen, das eher für die 300 Erker als für innovative Geschäftsmodelle bekannt ist, einzigartig.

Das Coiffeurstudio in Schaffhausen © TERRANOVA – AVEDA Lifestyle Coiffeur & Spa

Passend zur heutigen Zeit ist der Termin mit wenigen Klicks online gebucht. Vor Ort kommt anfänglich die Vermutung auf, einen Concept Store zu betreten. Nebst den klassischen Friseurutensilien befinden sich eine grosse Auswahl an Haarprodukten aus nachhaltiger Produktion in Tuben und Tiegeln, die aus 100% recycelten Materialien bestehen. Überall riecht es dezent nach Aveda Düften. Es ist ein Irrglaube anzunehmen, hier ginge es ausschliesslich um Haarpflege. Das Hairlebnis in der Casa Terranova wird mit den zusätzlich zur Verfügung stehenden Masseuren, Visagisten, Coloristen und Kosmetikerinnen zum Event aufgewertet. Das Anbieten zahlreicher Services unter einem Dach spart Zeit. Das schätzen nicht nur Geschäftsleute.

Weit mehr als nur ein Coiffeur, hier werden zahlreiche Services angeboten © TERRANOVA – AVEDA Lifestyle Coiffeur & Spa

Auch für das leibliche Wohlbefinden ist gesorgt. Das integrierte Organic Café im Eingangsbereich bietet diverse selbstgemachte Biodrinks, Smoothies, sowie Tee- und Kaffeespezialitäten an. Die Zutaten sind aus ökologischem Anbau, denn das Einbinden der Natur ist nicht nur bei den Haarprodukten von zentraler Bedeutung. Generell ist die transparente Wertschöpfungskette wichtig. Die Konfektionierung auserwählter Produkte findet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung statt. Regelmässige Workshops, wie das Mischen des eigenen Naturparfüms, oder Charity Events runden die Aktivitäten dieses Hairsalons ab. Die Anmeldung zu solchen Veranstaltungen erfolgt zeitgemäss über Social Media Kanäle.

Beim Umsetzen dieser Idee war zweifelsohne nicht nur die Handwerkskunst des Haareschneides zentral. Hier ist inmitten von denkmalgeschützten Gebäuden eine moderne Wohlfühloase entstanden. Immer wieder ergänzt der Geschäftsinhaber Giancarlo Terranova, das vielfältige Angebot mit neuen Ideen. Seit kurzem ist ein Chauffeurdienst verfügbar. Die Sorge, einen nahegelegenen Parkplatz zu finden, hat ein Ende. Und die Frage, ob wohl noch ein zweiter Prosecco drin liegt, erübrigt sich ebenfalls.

Der Zeit voraus; ein Visionär erzählt

In einem Interview mit Giancarlo Terranova verrät er, dass der Gedanke an ein solches Konzept bereits vor 20 Jahren vorhanden war. Es entsprach jedoch nicht der damaligen Denkhaltung. Es war zu früh. Weiter spricht der Geschäftsinhaber von Differenzierung und USP. In seinem Store vereint er, was ihm persönlich auch wichtig ist. Nachhaltigkeit, eine erholsame Atmosphäre und eine Vielfalt an diversen Serviceangeboten unter einem Dach. Für die Vermarktung greift er zusätzlich auch zu digitalen Lösungen und trifft somit den Zeitgeist.

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Über die Autorin

Gabriella Jetter ist als Department Manager Communication & Training bei der IWC Schaffhausen oft in den Grossstädten dieser Welt anzutreffen. Ihre Geburtsstadt Schaffhausen trägt sie jedoch immer im Herzen. Sie liebt innovative Ideen und bewundert Leute, die diese Ideen nicht nur zum Leben erwecken, sondern auch umsetzen. Sie absolviert zurzeit den CAS Marketing- und Corporate Communications an der ZHAW.

Methodengestützte Analysen, fundierte Recherchen und hohe Anwendungsorientierung: Praxispartner profitieren von Bachelor- und Masterarbeiten

Im dynamischen und hektischen Unternehmensalltag bleibt oft wenig Zeit für neue Ideen und tiefgründige Analysen. Manchmal ist auch die Betriebsblindheit ein Hindernis, um neue Vorhaben anzustossen und innovative Entwicklungen zu realisieren, oder es bestehen Unsicherheiten bezüglich des konkreten Vorgehens. In solchen Situationen kann es hilfreich sein, externe Partner beizuziehen.

Die ZHAW und das dazugehörige Institut für Marketing Management sind bekannt für ihre Praxisnähe und Anwendungsorientierung. Der regelmässige Austausch mit Unternehmen und Institutionen gehört dazu. Oft geschieht dies über Forschungs- oder Dienstleistungsprojekte, es besteht aber auch die Möglichkeit, Themen für Bachelor- und Masterarbeiten auszuschreiben.

Jedes Jahr gibt es die Möglichkeit spezifische Fragestellungen untersuchen zu lassen

Gerade Problemstellungen, die auf einer wissenschaftlichen Basis beruhen sollten, sind ideal dazu geeignet. Die hohe Methodenkompetenz der Studierenden, gepaart mit einer breiten Wissensbasis, führt zu einem anderen Blickwinkel und neuen Erkenntnissen. Gleichzeitig ermöglichen die Anwendungsfälle den Studierenden, das Gelernte auch tatsächlich in der Praxis anwenden zu können. Es profitieren also beide Seiten nachhaltig.

Selbstverständlich werden alle Arbeiten von Lehrpersonen der ZHAW betreut. Bachelorarbeiten haben eine Bearbeitungsfrist von vier Monaten, bei Masterarbeiten werden neun Monate benötigt.

Eckdaten für die Eingabe von Themen für Studienarbeiten

Bachelorarbeiten

  • Durchführung: Frühjahrssemester (Februar bis Mai)
  • Eingabe Thema: September bis Oktober
  • Preis: nach Absprache

Masterarbeiten

  • Durchführung: Oktober bis Juni
  • Eingabe Thema: Mai bis August
  • Preis: nach Absprache

Bei Interesse an einer Zusammenarbeit kontaktieren Sie doch direkt Bettina Gehring, bettina.gehring@zhaw.ch +41 58 934 46 46

Feedback aus der Praxis von Roger Roth (ITS Industrie- und Technozentrum Schaffhausen)

Roger Roth ITS

Herr Roth, Sie sind Geschäftsführer des ITS Industrie- und Technozentrum Schaffhausen und haben die Erstellung einer Bachelorarbeit über Ihr Unternehmen begleitet. Wieso haben Sie sich für diese Zusammenarbeit mittels einer Bachelorarbeit an der ZHAW entschieden?

Ich hatte Kenntnis davon, dass die ZHAW Lehr- und Dienstleistungsangebote im Bereich eCommerce und Social Media hat. Über unseren IT-Verantwortlichen, einen ehemaligen ZHAW-Absolventen, haben wir mit der ZHAW Kontakt aufgenommen und unser Anliegen deponiert. Mit Rolf Rellstab zusammen haben wir die Aufgabenstellung grob umrissen. Erfreulicherweise hat sich Tanja Kunz für dieses Thema interessiert, worauf die Türe aufgestossen war, um die Bachelorarbeit umzusetzen. Im ersten persönlichen Gespräch wurden Nägel mit Köpfen gemacht und die Arbeit wurde gestartet.

Die Erstellung einer Bachelorarbeit dauert ein Semester. Wie erfolgte der Austausch mit der Verfasserin Tanja Kunz und wo lagen die Schwierigkeiten?

Am Anfang fanden mehrere Workshops statt, in welchen die Aufgabenstellung präzisiert und die Inhalte klarer herausgeschält wurden. Es war dabei Rücksicht zu nehmen einerseits auf unsere Bedürfnisse, aber andererseits auch auf die effektiven Möglichkeiten, welche eine Bachelorarbeit überhaupt bietet. Zudem stellte sich heraus, dass die Ausgangslage äusserst spezifisch und komplex ist und wir als Auftraggeber noch zu wenig Fachkenntnisse und auch keine allzu konkreten Vorstellungen des zu Erreichenden hatten.

Tanja Kunz hat sich jeweils minuziös vorbereitet. Ihre vorgängige Sitzungsstrukturierung hat es erlaubt, die Workshops effizient zu gestalten und sich auf die komplexen Inhalte zu fokussieren. Sie hat auch richtigerweise und rasch gemerkt, dass der ursprüngliche Fokus auf Soziale Medien ausgedehnt und die Aufgabenstellung iterativ modifiziert werden musste, um ein befriedigendes Ergebnis zu erhalten. Auch von unserer, insbesondere meiner Seite, war inhaltlich Flexibilität gefordert, um eine vernünftige Bachelorarbeit zu formen. Nachdem die Aufgabenstellung und die Forschungsfragen formuliert waren, reduzierten sich die Treffen auf Fragerunden und inhaltliche Abstimmungen. Tanja Kunz arbeitete selbständig an den Inhalten und an der Berichterstellung.

Mussten Sie viel Zeit investieren?

Das ist im Nachgang schwierig zu quantifizieren. Da mir das Thema unter den Nägeln brannte, befasste ich mich auch neben der Bachelorarbeit mit dem Thema. Ich schätze, dass ich insgesamt 60 Stunden eingesetzt habe, davon rund 15 Stunden mit Tanja und weitere 15 Stunden mit der Bachelorarbeit. Parallel dazu ging es mir aber auch darum, das jeweils mit Tanja Kunz Besprochene auch direkt in der Praxis auszutesten.

Konnten Sie praktischen Nutzen aus der Arbeit gewinnen?

Auf jeden Fall! Der grösste Nutzen stellte sich bei mir persönlich auf der kognitiven Ebene ein. Mit Tanja Kunz hatte ich eine Sparringpartnerin, welche mit ihrer Aussensicht eigene Ansichten spiegelte und relativierte. Nicht weniger wichtig war jedoch auch der Bericht, welcher im Nachgang auch in Form einer Powerpoint Präsentation dem Vereinsvorstand präsentiert wurde. Vor, während und nach der Bachelorarbeit wurden jeweils Weichen gestellt, um das ITS Industrie- und Technozentrum Schaffhausen besser zu positionieren. Die im Bericht aufgeführten Empfehlungen sind zwar noch nicht alle umgesetzt. Wir sind jedoch Schritt für Schritt daran, die neuen Erkenntnisse umzusetzen.

Würden Sie eine Bachelorarbeit auch anderen Unternehmen empfehlen?

Ja, das würde ich. Ich möchte an dieser Stelle aber auch festhalten, dass es vom Auftragnehmer das gleiche Engagement braucht, wie vom Berichtschreibenden, um einen ausreichenden Nutzen aus der Arbeit zu ziehen. In meinem Fall hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt. Auch ich würde wieder eine Bachelorarbeit machen bei der nächsten sich ergebenden Gelegenheit.

ITS Industrie- und Technozentrum Schaffhausen

Die Dienstleistungen des gemeinnützigen Vereins ITS Industrie- und Technozentrums Schaffhausen haben zum Ziel, die Innovations- und Technologiekompetenz der regionalen Unternehmen zu fördern und konkrete, innovative Technologieprojekte in der Region Schaffhausen zu lancieren. Das ITS wirkt als Vermittler und Unterstützer für innovative Zusammenarbeitsformen, um in der Wirtschaftsregion Schaffhausen positive Impulse zu setzen. Der Verein ITS wird getragen von der regionalen Industrie und der öffentlichen Hand und arbeitet eng mit den Institutionen aus Industrie, Wissenschaft, Verbänden und Politik zusammen. Der Verein ist aber nicht politisch tätig, sondern konzentriert sich auf vorwettbewerblichen Dienstleistungen für die Lancierung und Umsetzung innovativer Ideen.

Mehr Informationen: www.its.sh.ch