Faszinierende Pferde und ihr Marketing

Für viele sind Pferde sehr faszinierende Tiere. Nicht nur bei kleinen Mädchen lassen sie Herzen höher schlagen, sondern auch bei vielen weiteren Fans. Das Auto hat das Pferd als Transportmittel verdrängt. In sportlicher Hinsicht sind die Tiere aber gut vertreten. Es gibt diverse Disziplinen und Wettbewerbe. Neben den bekannten wie Springreiten und Dressur, findet man natürlich auch Rennpferde, Fahrwettbewerbe mit Kutschen und auch Westernturniere. Auch bei Pferden wird die Haltung und das Training immer wieder diskutiert. Ein artgerechter Umgang ist deshalb wichtig. Stephanie Madaus ist täglich von Pferden umgeben. Sie trainiert in Deutschland Pferde und ist Besitzerin eines Ausnahmepferdes, das Vize-Europameister geworden ist. Sie berichtet uns von ihrer Arbeit und warum auch hier das Marketing wichtig ist.

Frau Madaus, viele werden Sie um Ihren Job beneiden. Mit Pferden arbeiten zu können ist für zahlreiche ein Traum. Woher kommt bei Ihnen diese Faszination für Pferde?

Ich habe schon als kleines Kind Pferde über alles geliebt und so lange bei meinen Eltern gequengelt, bis ich endlich in einen Reitstall durfte. Mein grösstes Glück war, dass dieser Stall von zwei der besten Reitlehrer, die ich je kennen lernen durfte, geführt wurde. Es gab kein Brüllen, Schlagen oder Ungerechtigkeiten. Dieser Stall wurde meine zweite Heimat. Zum Teil habe ich dort mehr Zeit verbracht als zu Hause. Was dazu führte, dass ich früh Verantwortung übernommen habe.

Für einige Investoren sind Pferde ein richtiges Business. Gerade der Rennsport steht hier oft in der Kritik, wie auch der Spring- oder Dressursport. Sind die Top-Pferde zu einem Marketinginstrument geworden, um möglichst viel ökonomischen Gewinn zu erzielen? Kommt hier das Pferdewohl zu kurz?

Es ist so wie in jedem Bereich, wenn aus einem Hobby ein Beruf wird, bleibt es nicht aus, dass das Ziel im Erfolg liegt. Um diese Erfolge zu erreichen gibt es natürlich verschiedene Wege. Aus eigener Erfahrung mit einem sehr talentierten Pferd, kann ich nur sagen, dass man auch mal zu Gunsten des Pferdewohles auf grosse Turniere verzichten muss.

In unserem Fall haben wir zum Beispiel auf die Weltmeisterschaften im Folgejahr der Europameisterschaften verzichtet, da es meiner Meinung nach zu viel für Shine My Gun geworden wäre.

Am Ende ist es ja aber immer die Entscheidung vom Besitzer eines Pferdes, wie viel ihm abverlangt wird.

Sie selbst haben mit Shine My Gun ein absolutes Ausnahmepferd im Stall. Grischa Ludwig ist der Reiter und hat viele Erfolge erzielt. Wie kommt man zu so einem Pferd und wie wichtig ist auch hier eine gewisse Vermarktung?

Monty Roberts sagte einmal in einem Interview, dass es eine Chance von eins zu einer Million war, dass ausgerechnet ich zu diesem Pferd gekommen bin. Und es stimmt, es war reiner Zufall. Als ich Shine My Gun als zweijährigen gesehen habe, hatte ich keine Ahnung von Westernpferden. Er hat mir gut gefallen, war nicht so gross und war bei der Arbeit mit Grischa Ludwig immer voll motiviert. Das waren meine Kriterien. Dass er so ein Ausnahmetalent werden wird, konnte man damals noch nicht absehen.

Bei der Vermarktung musste ich mich ganz auf Grischa Ludwig und seinen Stall verlassen, da ich wie schon geschrieben, mich damit nicht auskannte. Wenn wir zusammen nicht so ein ausgezeichnetes Team für Shine My Gun gewesen wären, hätten wir diese Erfolge nicht erzielen können.

Das Ausnahmepferd mit Stephanie Madaus und Monty Roberts © Stephanie Madaus

Neben Ideologie und Goodwill, braucht es am Schluss einen finanziellen Gewinn, damit man überleben kann. Sie selbst trainieren Pferde und geben auch Kurse. Wie nutzen Sie das Marketing? Läuft noch viel über persönliche Empfehlung oder nutzen Sie aktiv auch online Instrumente?

Ich denke beides ist wichtig und das Eine schliesst das Andere nicht aus. Ich nutze bekannte Online-Plattformen für die Vermarktung und erreiche damit Kunden, die nicht aus meiner direkten Umgebung kommen.

Die persönliche Empfehlung ist mir aber genauso wichtig, wenn nicht noch wichtiger. Jeder der mich persönlich empfiehlt, tut dies auf Grund einer positiven Erfahrung mit mir und meinem Trainingsstil.

Daneben sind Kursangebote und Auftritte auf Messen, sowie in meinem Fall Reitsportgeschäften, eine gute Wahl um Kunden zu erreichen. Sie sehen einen Teil meiner Ausbildung und können mich in einem persönlichen Gespräch kennenlernen.

Die Medien spielen eine grosse Rolle. Sendungen wie Der Hundeprofi oder Die Pferdeprofis laufen gut. Würden Sie bei solchen Formaten mitmachen?

Das ist eine schwierige Frage. Da ich selber viele Jahre für das Fernsehen als Cutterin gearbeitet habe und auch ähnliche Formate geschnitten habe, würde ich nicht für jeden Sender oder jedes Format unterschreiben und würde mir immer ein Mitspracherecht geben lassen.

Ich stelle es mir nicht ganz einfach vor, auch die kleinen Trainingsfortschritte zu zeigen, die sehr wichtig sind, ohne dabei den Zuschauer zu langweilen.

Auf Ihrer Homepage steht geschrieben, dass die Pferde die besten Trainer der Welt sind. Tatsächlich gibt es mittlerweile diverse Kursangebote und zahlreiche Methoden. Wie arbeiten Sie und was unterscheidet Sie von den anderen?

Da ich mich als Dienstleisterin fühle, habe ich versucht genau diese Fragestellung aus der Sicht des Kunden zu beantworten. Warum möchte jemand mit mir arbeiten… Ich denke, es ist nicht nur die Methode nach der man arbeitet, sondern auch wie sympathisch man sich ist.

Ich arbeite nach Monty Roberts, der ein hervorragendes System für Pferde entwickelt hat. Das Fundament von allem ist das Vertrauen des Pferdes zu gewinnen, mit dem sogenannten Join-Up®. Danach fängt die eigentliche Arbeit aber erst an, es ist ein faires System in dem die Pferde immer auf den nächsten Schritt/Aufgabe vorbereitet werden. Es wird dem Pferd die freie Wahl gelassen diese Aufgabe zu bewältigen, allerdings arbeiten wir mit positiven direkten Verstärkungen, sowie mit negativen direkten Verstärkungen. Durch diese drei Faktoren ist es für mich immer wieder ein Wunder, wie schnell die Pferde lernen und wie nachhaltig das Erlernte ist.

Da jedes Pferd seinen eigenen Charakter mitbringt und seine eigene Geschichte, sind sie die besten Trainer der Welt, um immer besser zu werden und mit jedem Pferd was ich kennenlerne, dazuzulernen.

Individualisiertes Training, das auf den Charakter abgestimmt ist © Stephanie Madaus

Was können wir generell von den Pferden lernen, gerade auch Manager mit Führungsverantwortung?

Das ist eine schöne Frage! – Denn es ist egal ob ich Pferde oder Menschen führen möchte, es kommt immer auf die Führungsqualitäten an. Das Pferd ist viel puristischer als ein Mensch, kann nicht lügen und zeigt immer den IST-Zustand. Pferde leben in einer Herde, die eine feste Struktur hat, wird diese Struktur verändert kommt eine enorme Unruhe in die Herde. Ähnlich wie in einer Firma.

Viele sprechen davon, dass ihr Pferd ein Dominanzproblem hat, dabei werden die meisten davon nur nicht gut geführt. Ein Pferd das nicht gut geführt wird, wird dazu gezwungen sein, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Ob diese nun gut oder nicht gut für die führende Person ist, ist dem Pferd egal, da es glaubt, um zu überleben, müsse es seine eigenen Entscheidungen treffen. Nicht gut geführt kann unter anderem bedeuten: Inkonsequentes Verhalten, ungerechtes Verhalten, unsicheres Verhalten, ängstliches Verhalten und so vieles mehr.

Aber eigentlich möchte jedes Pferd geführt werden. Die Leitstute hat den schwierigsten und anstrengendsten Job von allen. Es ist viel leichter einer Herde zu folgen, als eine Herde zu führen. Diejenigen von uns, die sich dazu entschlossen haben, eine Führungsposition einzunehmen, machen sich oft darüber keine Gedanken. Wenn nun eine Führungsperson lernt ein Pferd zu führen, kann sie das nur, wenn sie bei sich ist und ehrlich, dann wird sie auch ganz anders Menschen führen können.

Zum Schluss, wenn Sie ein unbeschränktes Marketingbudget zur Verfügung hätten. Was würden Sie zuerst in Angriff nehmen?

Ich denke es hängt ganz von der Situation ab, in der ich mich gerade befinde. Lieber wäre mir ein Budget, um eine Stiftung zu gründen. Ich würde gerne misshandelten Pferden eine Chance geben, wieder zurück zu einem „normalen Leben“ zu finden, um dann ein gutes zu Hause für sie zu suchen. Da das Training und die Unterkunft für Pferde aber viel kostet, sind die meisten nicht bereit, oder können es sich nicht leisten, genau diesen Pferden wieder eine Chance zu geben.

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Radio 24: Zürcher Lebensgefühl im Marketing

Digitales Marketing liegt momentan klar im Trend, da gehen „klassische“ Medien beinahe vergessen. Gerade das Medium Radio ist aber für das Marketing weiterhin sehr interessant, weil es trotz der Veränderungen in der Medienwelt, immer noch ein besonderes Kommunikations- und Werbemittel ist. Eines der bekanntesten Radios im Raum Zürich ist natürlich Radio 24, das von Roger Schawinski gegründet worden ist. Wie Radio 24 heute agiert, wie es das Marketing nutzt und was für Vorteile Werbekunden beim Radio haben, erklärt Florian Wanner, Geschäftsführer von Radio 24.

Radio 24 gehört zu Zürich wie das Grossmünster. Als „Piratenradio“ ebnete es den Weg für die Privatradios in der Schweiz. Wie behauptet sich Radio 24 im hart umkämpften Radiomarkt?

Der Konkurrenzkampf ist hart auf dem Platz Zürich. Gerade bei der jungen Zielgruppe ist die Vergangenheit von Radio 24 als „Piratenradio“ nicht mehr so bekannt. Das heisst, wir können uns nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen. Wir müssen uns mit einem Produkt behaupten, welches auf die Bedürfnisse unserer Hörerinnen und Hörer entspricht. Wir kennen unsere Zielgruppe zum Glück ziemlich genau und passen unser Programm und Aktivitäten laufend an, um möglichst viele Hörerinnen und Hörer zu erreichen.

Wie wichtig ist die Markenidentität für ein Radio? Was macht Radio 24 so besonders?

Die Markenidentität ist extrem entscheidend in der heutigen Zeit. Man hat durch die Digitalisierung einen unglaublichen Zugriff auf diverse Streamingdienste und Radio Stationen aus der ganzen Welt. Entsprechend muss man den Hörern klarmachen, was sie bei Radio 24 erwarten. Uns macht besonders, dass wir den besten Musikmix bieten, kompetent und aktuell informieren und wir haben gute und unterhaltende Moderatoren. Wir sind in der Ansprache nicht plump und kindisch, sondern reif und auf Augenhöhe mit unseren Hörerinnen und Hörern. Der letzte entscheidende Punkt gegenüber der internationalen Konkurrenz ist das Zürcher Lebensgefühl, welches wir in all unseren Aktivitäten und Beiträgen zu vermitteln versuchen.

Radio 24 – Das isch Züri (c) Radio 24 AG

Der Medienkonsum hat sich verändert. Spürt auch Radio 24 die Effekte des digitalen Wandels?

Radio ist das Medium, welches am wenigsten unter dem digitalen Wandel leidet. Die Radionutzung ist relativ stabil in den letzten Jahren. Ich gehe auch fest davon aus, dass dies so bleiben wird. Seit dem ersten Walkman hat man die Möglichkeit seine eigene Musik immer und überall zu hören. Natürlich haben sich die Möglichkeiten mit dem Smartphone nochmals vermehrfacht. Der Mensch ist faul und will sich nicht jeden Tag seine Musik selber zusammenstellen. Wir bringen den besten Musikmix mit nur einem Knopfdruck. Eine weitere wichtige Funktion ist der Begleiter. Es spricht dich jemand direkt an und informiert dich mit den wichtigsten Ereignissen aus der Region und der Welt. Diese Kombination bietet zum Glück nur das klassische Radio an. Daher bin ich überzeugt, dass das Radio trotz Digitalisierung die Daseinsberechtigung behalten wird.

Das Radio ist ein wichtiges Medium für Unternehmen, um Werbung zu schalten. Mittlerweile wird aber mehr und mehr in digitale Werbung investiert. Wie geht Radio 24 damit um?

Auf der Werbeseite wird es sicherlich immer schwieriger, da das Angebot für Werbekunden laufend wächst. Aber auch hier hat Radio diverse Vorteile, welche die digitalen Kanäle nicht bieten können:

  1. Die Werbung kann im Radio nicht überspult werden oder ignoriert werden.
  2. Wir erreichen die Hörerinnen und Hörer vor allem auch beim Autofahrern und profitieren hier von der Geschwindigkeit des Mediums. Aktuelle Abverkäufe und Aktionen funktionieren über das Radio am besten.
  3. Wir kennen die Region und habe die entsprechende Glaubwürdigkeit. Der Streuverlust für lokale Kunden ist daher relativ klein.

Welche Marketinginstrumente nutzt Radio 24? Wie überraschen Sie die Hörer?

Unsere Marke definiert sich über den besten Musikmix, kompakte und kompetente News sowie über unsere Personalities – unsere Moderatoren. Für uns ist es wichtig am Puls von Zürich mitzuhalten und an Events (gross oder klein) unsere Moderatoren ins richtige Licht zu setzen. Insofern sind unsere Eventauftritte sowie die Positionierung der Moderatoren für uns relevant. Radio 24 setzt auf Money-Can’t-Buy-Momente, um seine Hörerinnen und Hörer zu überraschen. Wir kreieren Momente, die dann Word of Mouth generieren sollen. Z.B. mit unserer #stage24: unsere Hausbühne, auf der regelmässig grosse Künstler auftreten und wenige Hörerinnen und Hörer exklusiv in den Genuss so eines kleinen Privatkonzertes kommen. Oder aussergewöhnliche Meet&Greets etc.

Musikhörende Menschen auf den Strassen sind ein gängiges Bild. Individualisierte Musik ist jederzeit auf dem Smartphone abrufbereit. Wie schafft man als Radio verschiedene Musikgeschmäcker zu befriedigen? Sind News und Information ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal?

Die Musik ist sehr entscheidend und macht ca. 70% unseres Programms aus. Somit muss die Musik für die grösstmögliche Masse passen. Dafür betreiben wir Marktforschung und fragen regelmässig die Titel in unserer Musik-Bibliothek ab. Wir bieten den besten Musikmix. Dies bedeutet, dass wir die aktuellsten Top Hits spielen aber auch Greates Hits aus den 90er Jahren. Somit kennen unsere Hörer die aktuelle Musik und müssen nicht auf die besten Songs aller Zeiten verzichten. News und Informationen sind dann wichtig, wenn etwas passiert. Radio ist immer noch eines der schnellsten Medien und diesen Trumpf müssen wir ausspielen. Wenn die Newslage tief ist dann informieren wir aktuell, kompakt auf den Punkt. Bei der Moderation geht es dann um Soft- und Unterhaltungsthemen. Wenn aber die Aktualität hoch ist, dann versuchen wir kompetent und ausführlich zu informieren. Hier unterscheiden wir dann nicht mehr zwischen Moderation und Redaktion und geplante Inhalte werden über den Haufen geworfen, um die Aktualität zu pushen.

Das Logo von Radio 24 (c) Radio 24 AG

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Trends in Medien und Werbemärkten, Fokus Wettbewerb

Sinkende Werbeumsätze, steigender Konkurrenzdruck aus dem Ausland, zunehmender KontroIlverlust über Inhalte und wenige profitable Geschäftsmodelle in Sicht sind nur einige der Themen, die am „XIV. Ateliers de la Concurrence: Medien und Werbemärkte“ im Hotel Bellevue Palace in Bern von hochkarätigen Referenten diskutiert wurden.

 

Prof. Dr. T. Slembeck von der ZHAW School of Management and Law, Fachstelle für Wirtschaftspolitik, eröffnete die Vortragsreihe mit einem Referat zum Wettbewerb und seinen neuen Herausforderungen (Link Folien). Er hob einen „Shift“ von Print- zu Online-Medien hervor. Dieser „Shift“ bringt eine Substitution von Print durch Online- und TV-Medien mit sich und geht auf Kosten der klassischen Werbemedien und Aussenwerbung. Hingegen stellt Professor Slembeck fest, dass Online-Medien durch keine anderen Medien substituiert werden. Dies führt die Technologie zu offenen Märkten und zu einer Verstärkung des Wettbewerbs.

Prof. Dr. A. Heinemann der Universität Zürich erörterte Herausforderungen der neuen Medien aus der Perspektive des Kartellrechts (Link Folien). Insbesondere die Zahlungspflicht sei schwierig durchzusetzen, jedoch bezahle man in vielen Fällen mit persönlichen Daten. Weiter erwähnt in diesem Zusammenhang wurde das Stichwort Multipile-Sided-Markets, welches insbesondere bei Suchmaschinen zum Tragen käme.

Martin Schneider, Direktor der publisuisse, zeigte eindrücklich auf, wie sich der Medienkonsum durch das Aufkommen neuer Distributionsmöglichkeiten im Internet verändert hat. Der vermehrt zeitautonome und individuelle Konsum von Fernsehinhalten zwingt Content-Produzenten, sich mit den neuen Vertriebs- und Konsumszenarien auseinanderzusetzen (Link Folien):

  1. Lineare (Digitale Weiterverbreitung (live), z.B. Zattoo, Teleboy)
  2. Zeitversetzte (Digitale Weiterverbreitung (recall), z.B. Swisscom TV)
  3. Hybride (Neue Inhalte und Logik, z.B. iTunes, Smart TV, Dailymotion)

Martin Schneider leitet anschliessend zur Brutto-Netto-Schere (Differenz Brutto-/Netto-Werbepreise) über, die sich weiter verschärft habe. Weiter sei ein Kontrollverlust in den neuen Medien über die Verbreitung von Inhalten und Kommentaren festzustellen. Insbesondere für die Meinungsbildung und -vielfalt seien wirksame Medien jedoch wichtig, da sie eine Öffentlichkeit schaffen können. Es stellte sich grundsätzlich die Frage nach der Finanzierung von Inhalten und der Monetarisierung von Inhalten in neuen Medien, da immer mehr Akteure als Distributoren von Inhalten agieren (z.B. Wilmaa oder Zattoo).

Serge Reymond von der Tamedia hob den übermächtigen Wettbewerb aus dem Ausland und den daraus resultierenden Druck auf die hiesigen Medienhäuser hervor (7 von 10 der meistverkauften Zeitschriften stammen aus Deutschland, Link Folien). Der Rückgang der Werbeeinnahmen setze sich drastisch fort. Im Zeitraum der Jahre 2000 bis 2011 seien die Umsätze im Bereich Print (Automobil) um 95% zurückgegangen.

Die anschliessende Podiumsdiskussion der Referenten erweitert durch Herrn Urs Schwaller (Ständerat des Kanton Freiburgs) wurde moderiert durch Prof. Dr. P.L. Krauskopf. Uneinigkeit herrschte darüber, ob die Entwicklungen einen positiven oder negativen Effekt auf die Meinungsbildung und -vielfalt sowie den Medienmarkt der Schweiz hätten. Weder die Wirtschaft, die Politik, der Gesetzgeber noch die Wirtschaft konnten Antworten auf neue, profitable Geschäftsmodelle im Bereich der neuen Medien geben. Gesehen wurden jedoch auch Potenziale, die sich durch die neuen Technologien bzw. Medien ergeben haben und werden.