Gähn war gestern: Wie Konferenzen zum Erlebnis werden.

Von Judith Gallus

Das Szenario ist bekannt: Die Konferenz ist optimal vorbereitet, Ihr Publikum sitzt neugierig auf seinen Plätzen, der renommierte Keynote Speaker gibt sein Bestes. Und dennoch schielen die ersten nach einer halben Stunde auf ihr Smartphone, und andere rutschen unruhig auf den Stühlen hin und her. Es ist unübersehbar: Ihr Publikum kämpft gegen das „Death by Powerpoint Syndrome“. Dabei könnte es ganz anders laufen.

Eine Frage der Aufmerksamkeitsökonomie

Aufmerksamkeit ist heute ein knappes Gut. Im Alltag, bei der Arbeit – und auch bei Konferenzen. Die Fachleute sprechen von der «Ökonomie der Aufmerksamkeit». Sie beschäftigen sich mit der Frage: «Mit welchen Mitteln kann ich was bei wem erreichen?» Wer Aufmerksamkeit will, muss die Voraussetzungen dafür schaffen. Und dabei stets berücksichtigen, dass unsere Sinne keine 24/7-Organe sind.

Auch bei Publikumsanlässen gelten die Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie. Es lohnt sich deshalb, bei deren Planung nicht nur ans Programm zu denken sondern ebenso an Emotionen, an Partizipation und Involvement der Gäste. Wer will schon von der Bühne herab belehrt werden? Wer hat noch den Nerv, einfach nur still dazusitzen? Wer ist mittlerweile nicht immun gegen endlose, wortreiche Slide Shows?

Im Eventbereich bedeutet dies, nicht nur in Inhalten zu denken sondern auch in Formaten. Das Wie wird zum Erfolgsfaktor. Denn aufmerksam bleibt nur, wer sich angesprochen und abgeholt fühlt. Mehr noch, wer sich als Teilnehmer auch einbringen kann. Vor diesem Hintergrund sind in den letzten Jahren zahlreiche Formate und Tools entwickelt worden, die Konferenzen zu kurzweiligen und nachhaltigen Erlebnissen machen. Die Devise dabei: vom Zuhörer zum Teilnehmer.

Nicht mehr nur zuhören, sondern aktiv teilnehmen © standing ovation ag

So gelingen Konferenzen

Masterclass: Expertise aus erster Hand

Meisterschaft hat ihr eigenes Charisma. Und auf dieses baut die Masterclass. Sie wird in der Regel von ausgewiesenen Experten zu fachspezifischen Themen abgehalten. Solche «Lehrveranstaltungen» – meist in kleinerem Rahmen — sind ein ganz besonderes Erlebnis, weil den Teilnehmern hochkarätiges Wissen aus erster Hand vermittelt wird.

  • Für Konferenzen mit anspruchsvollem Publikum, das einen echten Mehrwert erwartet.

Barcamp: die Bottom-up-Methode

Hier gilt die Parole «Jeder kann Konferenz.» Diese Workshop-Konferenzen werden ad hoc von den Teilnehmern gestaltet. Dialog und Austausch haben Priorität. Das kann befreiend, inspirierend, motivierend und sehr nachhaltig wirken. Insbesondere wenn am Ende konkrete Ergebnisse vorliegen, die dem Plenum präsentiert werden. Dieses Format ist zeitintensiv und bedarf eines erfahrenen Moderators.

  • Für Veranstaltungen mit aktiven Teilnehmern, die keine Scheu haben, die gewonnenen Erkenntnisse anschliessend dem Publikum vorzutragen.

Pecha-Kucha: Adrenalin für die Aufmerksamkeit

Pecha Kucha macht Konferenzteilnehmer hellwach: Denn das Format besteht aus 20 Slides, die während je 20 Sekunden kommentiert werden. Diese äusserst kurzweilige, jedoch sehr anspruchsvolle Vortragsart wurde 2003 erstmals in Tokio angewandt. Heute ist sie vor allem bei Business-Konferenzen und an Universitäten ein Hit.

  • Für Konferenzen mit geübten Sprechern, die in der Lage sind, auch komplexe Inhalte in kompakte 400 Sekunden zu packen.

Catchbox: locker vom Hocker sprechen

Vorbei sind die Zeiten, in denen das Handmikrophon umständlich und zögerlich im Publikum herumgereicht wurde. Mit der Catchbox, einem Mikrophon, das in einer weichen, viereckigen Hülle steckt, werfen sich die Teilnehmer das Wort zu. Dabei verfehlt die Catchbox auch mal das anvisierte Ziel. Der Zufall sorgt für eine angeregte und spielerische Atmosphäre.

  • Für Events mit eher informellem Charakter.

Mikrophon mal anders © Catchbox

Event App: der Interaktions-Booster

Konferenzen müssen heute mehr leisten: Informationsvermittlung, Networking, Erlebnis usw. Ein Tool, das eine Vielzahl von Bedürfnissen abdeckt, ist die Event App. Sie steigert die persönliche Interaktion zwischen Teilnehmern, Referenten und Organisatoren markant. Via Event App können Teilnehmer z. B. live Fragen zum Vortrag stellen, Feedbacks geben, an Abstimmungen teilnehmen oder auf einer sogenannten Wall of Ideas ihre Meinung kundtun.

  • Für grössere und/oder wiederkehrende Tagungen und Konferenzen.

Wenn Sie also das nächste Mal eine Konferenz oder einen ähnlichen Anlass organisieren, wagen Sie etwas Neues und probieren Sie ein alternatives Format oder Tool aus. Binden Sie Ihr Publikum in den Vortrag ein und erzeugen Sie so ein positives, gemeinsames und nachhaltiges Erlebnis. Begeisterte Teilnehmer werden es Ihnen danken.

Über die Autorin

Judith Gallus ist Head of Communication bei standing ovation ag, einem führenden Schweizer Dienstleister für Events, Kongresse und Shared Communication. Zur Zeit absolviert sie an der ZHAW den Lehrgang CAS Marketing & Corporate Communications. Gerne beantwortet sie Fragen zu Events und Live Communication. standingovation.ch

Das Kundenmagazin – Mehrwert für Kunden und Unternehmen?

Von Dunja Pfister

Relevante Informationen, unterhaltsame Geschichten und packende Erlebnisberichte: Ein Kundenmagazin soll verschiedene Bedürfnisse abdecken. Doch es dient nicht nur der Präsentation des eigenen Unternehmens und der Kundengenerierung, sondern beinhaltet auf Leserseite noch einiges mehr.

Schwangerschaft und Geburt sind sehr persönliche und intime Erlebnisse. Nach anfänglichem Zögern stimmt die Patientin zu, im Magazin des GZO Spital Wetzikon von ihren Erfahrungen zu erzählen: „Ich fand allmählich Gefallen an der Idee, dass meine eigene Geschichte professionell aufgearbeitet wird und wir so ein Leben lang eine schöne Erinnerung behalten.“ Die junge Frau berichtet davon, wie sie die intensive Zeit vom Schwangerschaftstest bis zur Entbindung in der Badewanne erlebt hat. Von der Vorfreude aufs Baby, ihren Sorgen und Ängsten, aber auch davon, wie sie die Betreuung durch ihre Hebamme und das Angebot des Spitals empfunden hat.

Das Kundenmagazin des GZO Spitals Wetzikon © GZO Spital Wetzikon

Das GZO-Magazin: Blick hinter die Kulissen

Die Patientenstory setzt den inhaltlichen Schwerpunkt des GZO-Magazins, welches zweimal pro Jahr erscheint. „Uns ist es wichtig, dass im Magazin unsere Patienten, für welche wir das Heft primär produzieren, selber zu Wort kommen. Auch möchten wir mit unseren verschiedenen Geschichten und Berichten Einblick in unseren Spitalalltag geben, über Neuerungen rund um unser Spital informieren und die Bevölkerung des Zürcher Oberlandes an der Entwicklung des GZO teilhaben lassen“, sagt Stephan Gervers, Leiter Marketing und Kommunikation des GZO Spital Wetzikon.

So teilt der Chefarzt der Gastroenterologie in seiner Kolumne „Inneaasichte“ regelmässig seine Gedanken zu seinem Fachbereich mit und bringt dem Laien die Anatomie des Menschen auf humorvolle Art und Weise näher. Porträts von Mitarbeitenden aller Funktionsstufen und Berufe finden Eingang ins Heft und bieten spannende Hintergrundinformationen. Beispielsweise erfährt man so, welche Aufgaben in der Abteilung für Sicherheit ausgeübt werden oder wie eine Assistenzärztin zur Olympia-Bronzemedaille-Gewinnerin in Sotschi wurde. „Menschen setzen sich für Menschen ein“, erklärt Gervers die Themenschwerpunkte, „und das möchten wir zeigen – in allen Facetten. Einerseits geht es in unserem Heft um unsere Patienten, andererseits aber auch um unsere Mitarbeitenden, denen wir so Wertschätzung und Respekt vor dem Geleisteten entgegenbringen.Engagiert. Für Mensch und Medizin, der Claim des Spitals im Zürcher Oberland, wiederspiegelt sich im ganzen Unternehmen bis hin zur Content-Strategie.

Eine andere Seite der Mitarbeiter kennenlernen © GZO Spital Wetzikon

Relevanter Content – nicht nur leere Worthülsen und schöne Bilder

Doch was ist für Patienten, aber auch für Stakeholder aus Wirtschaft und Politik, zuweisende Ärzte und die Mitarbeitenden von besonderer Bedeutung? Wie stellt man es an, dass die Zielgruppen das Heft nach kurzem Durchblättern nicht gleich wieder weglegen?

Ein Kundenmagazin soll sich zunächst nicht von einem anderen journalistischen Produkt unterscheiden. Wichtiger noch als schön anzusehende Bilder und ein ansprechendes Layout ist relevanter Inhalt. Das heisst konkret, dass das Unternehmen nicht einfach leeres Gerede bieten oder gar profane Werbung in eigener Sache verkaufen sollte. Aktueller, informativer Inhalt, der recherchiert sowie redaktionell aufbereitet wurde und zielgruppenrelevant ist, wird auch tatsächlich konsumiert. Emotionen und Transparenz, Unterhaltung und Informationen – verschiedene Komponenten tragen dazu bei, das Endprodukt mit Leben zu füllen und den Konsumenten anzusprechen. Dies ist schlussendlich der Schlüssel zum Erfolg und macht den entscheidenden Unterschied zu anderen Unternehmensprodukten.

„Was ist für unsere Adressaten wichtig und interessant? Was möchten sie erfahren?“, sollten die Fragen demzufolge lauten und nicht, „was wollen wir an die Frau oder an den Mann bringen?“ Der Ausgangspunkt aller Strategieüberlegungen in Bezug auf das Kundenmagazin muss ganz klar der Kunde oder in diesem Fall der Patient sein und nicht die Kommunikationsbedürfnisse und der Profitgedanke des Unternehmens.

Vorteile für beide Seiten

Nichtsdestotrotz ist ein gepflegtes Kundenmagazin auch für das Unternehmen zielführend. Indem dem Adressatenkreis ein authentisches und für ihn interessantes Produkt vorgelegt wird. Indem der Bevölkerung gezeigt wird, wie es in einem Spital zu und her geht. Indem sie über aktuelle Diskussionen wie die Grippeimpfung informiert wird. Und indem auch mal die Menschen hinter den verschiedenen Berufen vorgestellt werden, kann sich Vertrauen bilden und so im besten Fall Kundenbindung erzeugen. Natürlich platziert das Unternehmen Themen, die es ebenso für relevant hält und die allenfalls imagefördernd wirken. Doch der Vorteil der Lektüre muss für die Stakeholder klar ersichtlich sein. Ansonsten hat das Magazin das Ziel verfehlt und kann auch gleich ins Archiv wandern und verstauben. Keine Leser – kein Magazin.

Die genannten Punkte zu befolgen, hilft nicht nur, der Zielgruppe einen Mehrwert und dem Kundenmagazin eine treue Leserschaft zu generieren, sondern dient dem Unternehmen ebenso als imagebildende Massnahme und letztlich als Return of Investment. Mehrwert also für Kunden und Unternehmen – eine Win-win-Situation für beiden Seiten.

Mehr über das GZO Spital Wetzikon:

https://www.gzo.ch/

https://www.gzo.ch/ueber-uns/geschaeftsbericht-und-magazin/

https://www.gzo-bau.ch/

https://de-de.facebook.com/gzo.spital.wetzikon/

 

Über die Autorin

Dunja Pfister hat Geschichte, Englische Literatur und Publizistik an der Universität Zürich studiert, ist nun im Bereich Marketing und Kommunikation tätig und absolviert zurzeit den CAS Marketing & Corporate Communications an der ZHAW. Sie ist unter anderem verantwortlich für das Magazin sowie den Geschäftsbericht des GZO Spital Wetzikon und ist laufend auf der Suche nach spannenden Themen.

Hervorragende Leistungen in den Master of Advanced Studies

Neben den CAS, können in der Weiterbildung auch diverse Master of Advanced Studies (MAS) absolviert werden. Auch das Institut für Marketing Management hat solche MAS im Angebot und konnte dieses Jahr weitere erfolgreiche Abschlüsse vermelden.

Ein CAS dauert durchschnittlich etwa drei bis vier Monate, ein Master of Advanced Studies hat eine etwas längere Studiendauer. Hier ist man mindestens zweieinhalb Jahre unterwegs und schliesst dann mit einer Masterarbeit ab. Beim Master of Advanced Studies in Marketing Management und beim Master of Advanced Studies in Customer Relationship Management konnten dieses Jahr 20 Absolventinnen und Absolventen ihren MAS erfolgreich abschliessen. Die Diplomfeier war der krönende Abschluss nach einer langen Zeit voller intensiver Arbeit.

Erfolgreiche Abschlüsse im MAS CRM und MAS Marketing Management

Stolze Studienleiter und ein besonderer Preis

Die Studienleiter Rolf Rellstab und Prof. Dr. Frank Hannich waren ebenfalls zufrieden und stolz auf die Abschlüsse. „Wir freuen uns über jedes einzelne Diplom, das wir vergeben können. Schliesslich begleiten wir die Studierenden während dieser Zeit und sehen, welche Entwicklungen sie durchmachen. Wir sind stolz auf diese Leistung, die sie erbracht haben„, meint etwa Rolf Rellstab. An der Diplomfeier war natürlich auch der Institutsleiter Prof. Dr. Brian Rüeger dabei. Er wies daraufhin, dass sie nun in die Reihen der Alumni eintreten dürfen und somit auch weiterhin mit der ZHAW verbunden bleiben. Bei der Diplomübergabe wurde insbesondere die Kreativität der Studierenden gewürdigt. Zum Teil waren gewisse Themen den Absolventen besonders nahe, wie z.B. das Behavioral Marketing, Augmented Reality oder Mobility Solutions.

Sophie Fauser begeisterte die Studienleitung und die Betreuer mit ihrer Arbeit zum Thema „Customer Experience bei Corporate Website – Die Gestaltung von User Interfaces zur Imageförderung“ und gewann damit den Preis für die beste Masterarbeit.

Das Institut für Marketing Management gratuliert zu diesen Abschlüssen und wünscht allen weiterhin viel Erfolg.

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/mas-marketing-management.html

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/mas-customer-relationship-management.html

St. Gallen – Das Klettermekka ohne Berge

Von Michael Tremp

Bald ist es soweit. Am 15.September 2018 öffnet die Boulderlounge ihre Tore. Damit avanciert St. Gallen zu einem regelrechten Indoor-Kletterparadies. Innerhalb weniger Kilometer entsteht die zweite grosse Kletterhalle der Stadt. Ostschweizer Boulderer haben allen Grund sich zu freuen. Es gibt mehr Kletterfläche für weniger Geld als bisher. Aber das ist noch nicht alles.

Klettersport und Kaffeeklatsch

Auf den Punkt gebracht – Bouldern ist ungesichertes Klettern auf Absprunghöhe. Der Begriff leitet sich vom englischen „Boulder“, dem Felsblock ab. Dieser Felsblock ist dann auch perfekt dafür geeignet, erste Klettererfahrungen zu sammeln sowie Koordination und Muskeln für künftige Gipfelstürme zu trainieren. Fragt man Lena, Inhaberin der Boulderlounge, ist es noch weitaus mehr. „Es geht darum gemeinsam Probleme zu lösen, Spass am Sport zu haben und immer aufs Neue Erfolge zu feiern“. Obwohl Bouldern eigentlich eine Individualsportart ist, wird hier das Kollektiv gross geschrieben. Und Kaffee. Auf die Frage warum, erntet man sofort einen Blick, der einen als Dilettant kategorisiert. Schnell wird Kletterguru Wolfgang Güllich zitiert, um die Situation aufzulockern: „Man geht nicht nach dem Klettern zum Kaffeetrinken, Kaffeetrinken ist integraler Bestandteil des Kletterns.“ Bouldern und Kaffeetrinken sind dann auch die Erfolgskombination, die im Logo und dem Slogan „Move & Chill“ hervorgehoben wird. Die richtige Einstellung der Kaffeemaschine hat angeblich fast so viel Zeit gekostet wie das Einrichten der Halle.

Lounge und Kaffeemaschine stehen bereit © Lena Stürm

Probleme soweit das Auge reicht

Beim Betreten der dicken Matten wird schnell klar, die Damen und Herren sind nicht (nur) zum Spass hier. Auf 630 m2 Boulderfläche sind bald 2’500 Klettergriffe montiert. Das reicht für rund 150 Routen, sogenannte Probleme, in diversen Schwierigkeitsstufen. Damit ist der Boulderbereich der mit Abstand grösste der Ostschweiz. Die Halle ist grosszügig und hoch. Viele gerade Flächen erlauben kreative Auswüchse bei der Routengestaltung. Zudem hat man an verschiedenste Zielgruppen gedacht. Es gibt eine Kinderecke mit Rutsche und einfachen Griffen sowie einen Trainingsbereich für den gezielten Kraftaufbau für die Profis. Im Gegensatz zur Halle blieb das Projekt von Problemen verschont. Der Businessplan war so fundiert, dass es neben der Finanzierung auch noch breites Lob vom Geldgeber gab. Innerhalb von nur zweieinhalb Jahren wurde die Idee in die Tat umgesetzt. Die letzten farbigen Klettergriffe liegen wohl noch auf den dicken Matten, aber die Einhaltung des Zeitplans steht felsenfest.

Steinig war der Weg nur ganz am Ende © Michael Tremp

Das „Moonboard“ verbindet Technologie und rohe Griffkraft

Guter Kaffee und eine grosse Halle garantieren noch keinen Erfolg. Mit dem Moonboard gibt es aber eine weitere Differenzierung. Vom Namen darf man sich dabei nicht irreführen lassen, mit Schwerelosigkeit hat das Moonboard nichts zu tun. Es handelt sich um eine standardisierte Kletterwand, die es Benutzern auf der ganzen Welt ermöglicht, an den gleichen Problemen zu tüfteln. Damit wird der Trainingserfolg transparent und man kann sich untereinander messen. Bei jedem Griff befindet sich eine LED-Leuchte, die sich von einer App steuern lässt. Die ausgewählte Route wird signalisiert und das Training kann losgehen. Mittlerweile zählt die App fast 32‘000 Routen. Ab Samstag können auch Boulderer in St. Gallen mit ihrer Kreativität zu dieser Erfolgsgeschichte beitragen.

Johannes präsentiert die Moonboard-App © Michael Tremp

Geht es mit den Kletterpreisen bergab?

In der Boulderlounge schlägt ein Erwachseneneintritt mit 18 Franken zu Buche. Damit ist das Angebot fast 10 Franken günstiger als in der nahegelegenen Kletterhalle. Auch für das Jahresabonnement muss man fast 400 Franken weniger hinblättern. Von einem Preis- bzw. Konkurrenzkampf will man hier aber nichts wissen. Die Angebote seien komplementär und der Preis liege im schweizerischen Durchschnitt, erklärt Lena. Dafür bekommt man einiges geboten. Die Routen sollen im Monatstakt umgeschraubt werden, damit keine Langeweile aufkommt. Saisonkartenbesitzer profitieren zusätzlich von individuellem Hallenzugang bereits ab 07.00 Uhr. Dem Frühsport vor der Arbeit steht also nichts mehr im Weg.

Eins ist klar, für die Kletterer in der Ostschweiz wird das Angebot vielseitiger. Und eventuell bringt die Boulderlounge ja noch weitere Steine ins Rollen…

Lena & Johannes vor einem guten Stück Arbeit © Michael Tremp

https://www.boulderlounge.ch/

https://www.moonboard.com/

Über den Autor:

Michael Tremp ist gelernter Anlagenbauer und über ein Betriebsökonomiestudium sowie diverse Berufsstationen zum Marketing gekommen. Aktuell besucht er an der ZHAW den CAS Marketing & Corporate Communications, um sich in diesem Bereich die theoretischen Grundlagen zu erarbeiten. Trotz Talentmangel ist er passionierter Hobby-Boulderer und verbringt einen anständigen Teil seiner Freizeit an den farbigen Klettergriffen – oder auf der Matte unterhalb.

Zoro Brautmode: Marketing zwischen Tattoo und Spitze

Bald beginnt sie, die Heiratssaison und viele Paare hoffen auf den schönsten Tag ihres Lebens. Die Hochzeit ist längst nicht mehr nur ein kleines Fest, eine ganze Industrie hat sich entwickelt, doch das wichtigste Accessoire bleibt, zumindest für die Damen, das Brautkleid. Wie schwierig es ist, in diesem Bereich zu bestehen, darüber berichtet Katia Zoro, von ZORO Brautmode in Zürich.

Frau Zoro, zusammen mit Ihrer Schwester Milena, leiten Sie eines der bekanntesten Brautmodehäuser in Zürich. Ihre Mutter, Seniorchefin Agata Zoro, hat den Grundstein dazu gelegt. Welche Erfolgsfaktoren waren entscheidend, um Zoro Brautmode zu dem zu machen, was es heute ist?

Es ist das Resultat einer konsequenten Haltung. Wir haben uns von Anfang an dazu entschieden, uns von der Masse abzuheben. Qualität und Design standen für uns an erster Stelle und uns war immer wichtig, den Kunden ein unvergleichliches Einkaufserlebnis zu bieten.

Das Geschäft in Zürich (c) Zoro Brautmode

Wie schwierig ist es, im hart umkämpften Markt der Brautmode, zu bestehen?

In den 30 Jahren unseres Bestehens haben sich die Bedürfnisse der Konsumenten immer wieder verändert. Wichtig ist, dies frühzeitig zu erkennen und sich ständig zu erneuern, niemals stehen zu bleiben. Auf den Lorbeeren ausruhen, gibt‘s bei uns nicht. Und immer wieder, das Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Sie müssen Ihre Kollektionen früh zusammenstellen. Ein Risiko, schliesslich könnten Sie den Geschmack der Kunden verfehlen. Wie spüren Sie die Kundenbedürfnisse heraus, damit dies nicht geschieht?

Da wir in engem Kontakt mit unseren Kunden, sowie unseren Verkaufsberaterinnen sind, spüren wir sehr schnell heraus, was Kunden wollen und was sie berührt, daraus ergeben sich Tendenzen. Durch unsere langjährige Zusammenarbeit mit Designhäusern und Ateliers, sind wir in der Lage, spezifisch auf unsere Bedürfnisse Kleider und Kollektionen mitzugestalten und einzukaufen. Wir arbeiten mit vielen renommierten Designhäusern, die ihr Handwerk sehr gut kennen, hören beim Einkauf aber auch immer wieder auf unser Bauchgefühl, wagen Experimente – und sind dann glücklich zu sehen, wie gut dies jeweils bei unserer aufgeschlossenen Kundschaft ankommt.

Ein Galia Lahav Brautkleid (c) Zoro Brautmode

Wie nutzen Sie das Marketing, um Ihre Kunden zu erreichen?

Heute informieren sich Brautpaare über das Web, wir sind auf den gängigsten Plattformen wie Facebook, Instagram etc. vertreten, erneuern unsere Webseite in regelmässigen Abständen und verschicken unseren Bräuten Newsletters.

Die Digitalisierung kann Fluch und Segen zugleich sein. Sie haben einen Facebook Account und nutzen somit Social Media auch beruflich. Welche Erfahrungen haben Sie mit den digitalen Kanälen gemacht und welche Gefahren sehen Sie?

Was früher mühsam mit Papierkram erledigt wurde, kann man heute quasi per Knopfdruck ausführen. So sind Kunden rasend schnell darüber informiert, dass z.B. die neue Kollektion im Hause ist, das der Sample Sale angefangen hat etc. Schön ist es, mit Kunden gleich interagieren zu können und mit ihnen die Liebe zum Schönen zu teilen.

Die Kehrseite ist, dass die meisten verlernt haben, miteinander anständig zu kommunizieren. Heute lassen auf dem Netz viele Menschen ihrem Frust freien Lauf mit zum Teil unwahren Behauptungen und regelrechten Hasstiraden – eben auch nur auf Knopfdruck.

Kunden sind über neue Kollektionen informiert (c) Zoro Brautmode

Man hört immer wieder von Kunden, die sich Kleider günstig nachschneidern lassen, oder Kopien aus dem Internet bestellen. Welchen Mehrwert bietet Zoro Brautmode für ihre Kunden?

Es gibt inzwischen im Netz genug negative Beispiele von furchtbaren Brautkleidern die da geliefert wurden; ganz zu schweigen davon, dass es sich meist um illegale Raubkopien handelt und man sich sogar strafbar macht.

Wir sind noch nie auf der Welle „Geiz ist geil“ geritten, da kommt die Qualität einfach zu kurz. Unsere Kunden legen seit jeher einen grossen Wert auf einen sogenannten „Rundum- Service“, wir begleiten sie bis zum Schluss und stehen für alle Fragen beratend zur Seite. Das Einkaufserlebnis vom eigenen Brautkleid, begleitet von Familienangehörigen und Freundinnen wird bei uns zum Happening, ist eine bleibende Erinnerung und ist nicht mit einem anonymen Internet-Kauf zu vergleichen.

Die Brautkleider stehen im Fokus, dabei gerät der Bräutigam etwas ins Hintertreffen. Wie überzeugen Sie die männliche Kundschaft?

Bei uns war der Bräutigam noch nie im Hintergrund, im Gegenteil, der Bräutigam unterstützt mit seinem Outfit die Ausstrahlung der Braut und rundet die Aussage des gewählten Stils perfekt ab. Der Mann ist heute selbstbewusst genug, weiss was er will und drückt dies auch mit einem gepflegten Anzug aus. Zoro-Brautpaare zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch stilmässig perfekt harmonieren wollen.

Tattoo-Spitze und tiefer Rücken (c) Zoro Brautmode

Welche Trends sehen Sie aktuell im Bereich der Hochzeitsmode?

Heute gestalten Paare vermehrt ihre Hochzeit individuell und nach Thema, dementsprechend ist die Vielfalt an Stilrichtungen enorm. Alles ist möglich: vom Boho-Kleid für die Stadt-Party oder der wildromantischen Tüllrobe für die Outdoor-Hochzeit usw. Ein wichtiger Trend, der sich in den letzten vier Jahren herauskristallisiert hat, und in fast allen Stilrichtungen zu finden ist, sind tiefe Rückenausschnitte und Tattoo-Spitze. Hier ganz klarer Vorreiter, weil sie die erste Designerin war, welche diese Art Kleider auf den Markt gebracht hat, die Haute Couture Linie von Galia Lahav. Sie ist exklusiv in der Schweiz bei uns erhältlich.

Welchen Rat würden Sie angehenden Marketingfachleuten geben?

Enger Kontakt zum Endverbraucher und zum Verkaufspersonal, um zu wissen und spüren, was der Kunde will und es schnell umsetzen. Die gesetzten Ziele kompromisslos verfolgen.

 

Mehr über Zoro Brautmode:

www.zoro.ch

https://www.facebook.com/zorobrautmode/

https://www.instagram.com/zorobrautmode/

 

 

Vom „Wurzelbunker“ zum Vegi-Tempel: Die Hiltl Erfolgsgeschichte

Von Dr. Adrienne Suvada

Ambrosius Hiltl haben wir es zu verdanken, dass das erste vegetarische Restaurant der Welt, zum erfolgreichen Hiltl wurde. Das damalige „Vegetarierheim und Abstinenz-Café“ (1898 in Zürich eröffnet) war nicht sehr angesehen und wurde als „Wurzelbunker“ verspottet. Ambrosius Hiltl, der deutsche Schneidergeselle, litt an Gelenkrheuma und musste daher zwangsläufig zur vegetarischen Kost wechseln. Diese heilte sein Leiden und Ambrosius wurde zum Gastronom und konnte 1907 das Haus an der Sihlstrasse sogar erwerben.

Hiltl in der Luft

Auch die zweite Hiltl Generation war vom erfolgreichen Innovationsgeist geprägt. Leonhard Hiltl, dem Sohn von Ambrosius Hiltl, haben wir es zu verdanken, dass das Hiltl die erste voll elektrische Grossküche in Zürich besass. Auch wenn sich das ehemalige Vegetarierheim gemausert hatte, so richtig gut angesehen, waren die Vegetarier immer noch nicht. Ein Mann ohne Fleisch, das ging einfach nicht. Dank Margrith Hiltl, der Ehefrau von Leonhard, wurde die indische Küche nach Zürich exportiert. Viele indische Gäste trotzten der zürcherischen Skepsis, bis sogar die Swissair anklopfte. Schliesslich sollten auch die indischen Passagiere in der Luft ein solches Essen geniessen dürfen. Aktuell und seit über 6 Jahren, serviert SWISS vegetarische und vegane Hiltl Gerichte an Bord in allen drei Reiseklassen.

Historische Aufnahme (c) Hiltl AG

Vegetarische Unternehmensphilosophie

Heinz Hiltl übernahm die Geschicke in der dritten Generation und versuchte ein jüngeres Publikum für die vegetarische Küche zu begeistern. 1973 konnte dann das neue „Hiltl Vegi“ eröffnet werden, inklusive einem innovativen Salatbuffet und frisch gepressten Fruchtsäften. Heinz Hiltls unternehmerische Philosophie war Gewinnoptimierung vor Gewinnmaximierung. Die Ziele mussten vor allem für ihn als Mensch übereinstimmen, denn der geschäftliche Erfolg war nur ein Teil der persönlichen Ambitionen.

Das Hiltl Vegi (c) Hiltl AG

Mittlerweile herrscht über den Vegi-Tempel Rolf Hiltl (geb. 1965). Eher amerikanisch inspiriert lebt er nach dem „Trial and Error Prinzip“. Der Vorteil, mittlerweile ist Vegi „in“ geworden. Das Haus Hiltl wurde zu einem Trendrestaurant, einfach mit dem Unterschied, dass hier kein Fleisch zu finden ist. Rolf Hiltl ruht aber keinesfalls auf den vegetarischen Lorbeeren aus. 1998 gründete Hiltl zusammen mit den Gebrüdern Frei „tibits“ mit acht Betrieben in der Schweiz und einem in London. Das Stammhaus an der Sihlstrasse wurde renoviert und um die Hiltl Akademie mit Kochschule, Seminarräume, die erste vegetarische Metzgerei der Schweiz und den Hiltl Club erweitert. Mittlerweile betreibt die Hiltl AG neben dem Stammhaus fünf weitere Betriebe in Zürich: Die Hiltl Dachterrasse an der Bahnhofstrasse, die Hiltl Pflanzbar im Blumen Krämer, die Hiltl Sihlpost und im Sommer die Restaurants der Badis Mythenquai und Kilchberg.

Den gesamten historischen Abriss, finden Sie hier.

Mit Poulets nach Dakar

Wer das Hiltl betritt, dessen Nase wird von vielen Gerüchen umspielt. Ein besonderes Flair umgibt diesen Ort und die Kundschaft lässt sich auch nicht pauschalisieren. Da steht der Öko-Typ neben dem Businessman und beide lassen es sich am riesigen Buffet gutgehen. Rolf Hiltl geht schon fast ein bisschen unter zwischen den vielen Gästen, aber seine Persönlichkeit ist spürbar. Die Hiltl Tradition lebt in ihm weiter und das spiegelt sich auch in seiner Unternehmensphilosophie. „Create a better World, ist sozusagen unser Motto, wir wollen dazu beitragen die Welt ein bisschen besser zu machen und unsere Arbeit soll einen Sinn ergeben„, meint der Gastroprofi. Das Hiltl sei nicht nur einfach ein Business Case, es hat immer das „Why“ hinter der Tätigkeit verfolgt und sich auch ökologisch verhalten. „Hätte das Hiltl seit 1898 Poulets anstatt vegetarischem Essen serviert, à la KFC (Kentucky Fried Chicken), und hätte man diese aneinandergereiht, so ergäbe das eine Strecke von Zürich nach Dakar„, kalkuliert der Chef gleich selbst vor. Dennoch, es geht um gesunden Genuss, man will nicht missionarisch agieren und Fleischesser verdammen. Im Gegenteil, es gibt viele so genannte Flexitarier, die ins Hiltl kommen und viele Touristen wissen nicht einmal, dass sie in einem Vegi-Restaurant sind.

Das Hiltl in Zürich © by Adrian Bretscher/Hiltl AG

Unternehmerischer Marketingtyp

Im Hiltl Leitbild befindet sich Innovation ganz zuoberst. „Wir versuchen etwas sehr Schwieriges, nämlich Innovation und Tradition zu vereinen. Es gibt bei uns bekannte heimische Sachen und gleichzeitig waren wir zum Beispiel, das erste Restaurant in der Schweiz mit einer Website„, erklärt Rolf Hiltl. Die Leidenschaft ist klar spürbar und ein Stillstand ist nicht zu erkennen, gleichzeitig betont der Hiltl-Chef, dass er immer auch seine eigenen Wege sucht, ein Herdentierli zu sein, das läge ihm nicht. Nicht immer war es einfach Innovation und Tradition in Einklang zu bringen, denn sein Vater war kein Marketingtyp und vielleicht gerade deshalb, hat sich dann Rolf Hiltl in die Nische gesetzt. Ihm war schon während seiner Kochlehre im Dolder Grand bewusst, dass es nicht reicht gut zu kochen, man muss es auch kommunizieren. Bei aller Kreativität, ist natürlich die unternehmerische Verantwortung wichtig. Misserfolg sei nicht negativ, sondern helfe sich zu verbessern. Wichtig sei, sich nicht von jedem Wind irritieren zu lassen.

Rolf Hiltl © by Adrian Bretscher/Hiltl AG

Google und Hiltl

Rolf Hiltl geht mit der Zeit, ist aber auch fest überzeugt, dass auch in 20 Jahren noch gegessen wird. Die Menschen suchen die Geselligkeit und noch kann man Lebensmittel nicht digitalisieren. Digitales Marketing nutzt aber auch der Vegi-Tempel, sogar sehr innovativ. „ Wir Menschen tratschen ja gern„, meint Rolf Hiltl schmunzelnd. „auf unseren Social Media Walls kann man das in Echtzeit tun und wir sehen gleich, was die Menschen beschäftigt.“ Angst vor Bewertungsportalen hat er keine, denn Social Media ist für ihn selbstregulierend. Wenn einer eine extrem schlechte Bewertung abgibt, sind zehn andere da, die das anders sehen. Er lässt die User gern diskutieren, auch beim letzten grossen Medienrummel, wo der Hiltl Club, Pelzträger nicht hineinliess. Hiltl zieht sein Ding durch und ist authentisch, das ist sicherlich ein grosser Teil des Erfolgsrezeptes. Auch als Chef bevorzuge er die offene Diskussion und Kritik, so beuge man Unstimmigkeiten vor und er wolle einfach keine Angstkultur in seinem Betrieb. Gemäss seinem „Trial and Error Prinzip“, vergleicht sich der Hiltl-Chef auch mit Google: „Wir sind uns recht ähnlich, denn Google probiert viel aus, wirft Dinge einfach mal auf den Markt, so ticken auch wir, zum Beispiel bei unserem Buffet.“

Das Buffet (c) Hiltl AG

Schockierende Veganer

In Zeiten von Laktoseintoleranz und Glutenunverträglichkeiten, wird das Essen nicht mehr nur zum Genuss. Rolf Hiltl sieht das durchaus kritisch, obwohl sein Restaurant schon seit zehn Jahren rund 15 Allergene deklariert: „Manchmal frage ich mich, wie sich die Leute vor 100 Jahren ernährt haben, die haben die Zeiten ja auch überlebt. Aber heutzutage ist es für die Jungen schwierig, anders zu sein, die Erwachsenen hören die gleiche Musik, ziehen dasselbe an, womit kann man die Eltern noch schockieren? Sich zum Beispiel von heute auf morgen als Veganer zu deklarieren, löst starke Reaktionen aus.“ Die kritische Sicht wird bei Rolf Hiltl auch beim Thema Kleidung spürbar, schon seit einiger Zeit kaufe er aus Prinzip keine Kleider mehr, die „Made in China“ sind. Mehr grundsätzliche Achtsamkeit also, die er gleich selber vorlebt.

Gesunder Genuss (c) Hiltl AG

Ziel New York?

Wer so erfolgreich ist, der könnte sich auch mal zurücklehnen. Nicht so Rolf Hiltl. Er eröffnet bald ein neues Restaurant mit Club an der Langstrasse und sein grosser Traum wäre in New York ein Hiltl Flagship zu haben. Bei seiner Umtriebigkeit wird wohl auch das eintreffen. Angehenden Marketingmenschen rät Hiltl: „Eine gute Basis ist wichtig, aber man soll dann nicht nur nach dieser arbeiten. Es ist wichtig seinen eigenen Weg zu gehen und Dinge zu hinterfragen. Man muss das Weitwinkelobjektiv aufsetzen und beobachten.“ Sagt’s und geht auch schon wieder weiter, denn schliesslich sollen die Gäste „ehrlich begeistert“ werden.

 

Mehr über Hiltl:

http://hiltl.ch/de

https://www.facebook.com/hiltl

https://www.instagram.com/hiltlzurich/

https://twitter.com/hiltl

Das Essen spielt die Hauptrolle (c) Hiltl AG

«…it’s easy if you try». Oder: weshalb Metzinger’s AC/DC-Prinzip es so einfach macht, eine Kampagne umzusetzen.

Von Dr. Andreas Lucco (Gastdozent im CAS Integrated Campaign Management)

Kennen Sie Peter Metzinger? Den Kampagnen-Menschen mit dem AC/DC Prinzip? Naja, aber AC/DC schon, oder? Es ist Mittwochmorgen im Spätherbst 2016 als sich die Türe im 4. Stock des Limmattowers öffnet. Die Wohnung ist unlängst zu einem Büro umgebaut worden, und ein freundlicher barfüssiger Blondschopf gewährt mir Einlass. «Peter ist grad noch im Meeting. Magst Du einen Kaffee?»

Wenige Minuten später stehen Peter Metzinger und ich am Stehpult, und wir sprechen über das, was der sympathische saarländer Physiker aus Hemmersdorf allen Unternehmen empfiehlt: den Dialog mit der Zielgruppe zu führen. Und das war’s auch schon. Denn für den Campaigner sind Zielgruppen nicht Leute, denen man etwas verkaufen will, sondern Menschen, die einem bei der Erreichung der eigenen Ziele helfen.

Ja genau, «Menschen». Und genau dieser authentische Geist, also den (echten) Einbezug von Zielgruppen unterscheidet den Kampagnen-Ansatz von den anderen. Und er macht Metzinger auch erfolgreich. Weil er sich damit indirekt auch von den restriktiven Nebenbedingungen neurotischer Marketingleitern oder machtbesessenen Vertriebsleitern befreit, die sich insgeheim durch eine Kampagne selbst verwirklichen wollen.

Metzinger in seinem Wohnungsbüro im Limmattower: «Zielgruppen sind Menschen, die einem bei der Erreichung der eigenen Ziele helfen».

«Mit dem Kunden zu sprechen kann auch heissen, den Telefonhörer abzunehmen und einfach einmal einen Menschen aus der Zielgruppe anzurufen». Da flackert etwas Feuer in den Augen des pragmatischen Campaigners, der seinen eigenen Kunden auch schon einmal zwei Wochen Zwangsruhe verordnet, bevor er eine Kampagne für sie umsetzt.

Dann lenke ich das Gespräch auf die Geschichte des Vorsitzenden des Aufsichtsrats, der eingefleischte AC/DC-Fan war und eines Tages auf die Idee kam, AC/DC-Strom zu vermarkten … «Ja, und das mit dem AC/DC-Prinzip» schmunzelt Peter «das erzähle ich Dir dann im CAS Integrated Campaign Management».

Alle Weiterbildungsangebote des Instituts für Marketing Management

 

MMA – Einladung zum Besuch der Hirslanden Klinik Aarau

Reminder: Es hat noch freie Plätze!

Liebe Alumni
Liebe ehemalige Mitglieder

Sehr gerne laden wir euch zu einer spannenden und höchst interessanten Besichtigung der Hirslanden Klinik Aarau ein.

Wann: 28. Oktober 2016, 18.00 Uhr
Wo: Hirslanden Klinik Aarau, Schänisweg, 5001 Aarau

Das Programm gestaltet sich wie folgt:

18.00 –18.20  Willkommens-Apéro
18.20–18.30 Begrüssung durch Direktor Philipp Keller – Aufzeigen der aktuellen Herausforderungen
18.30 –18.50  Vorstellung CRM Setup durch Marco Burri
18.50–19.30 Klinikführung in zwei Gruppen (Besichtigung Patientenzimmer Privé-Abteilung und Privé-Lounge, Küche)
Anschliessend: Verabschiedung und allenfalls Besuch eines Restaurants (optional)

Die Teilnehmerzahl ist aus organisatorischen Gründen auf 40 Alumni beschränkt. Es gilt also: „First come, first serve!“ Wir bitten euch deshalb, euch sobald wie möglich per E-Mail bei Nicole Müller (nicole10@bluewin.ch) anzumelden. Die Hirslanden Klinik benötigt folgende Informationen von euch:

  • Name
  • Vorname
  • E-Mail-Adresse

Wenn genügend Personen (mind. 10) Interesse an einem anschliessenden, gemeinsamen Abendessen bekunden (auf eigene Rechnung), so werden wir gerne in einem nahe gelegenen Restaurant einen Tisch reservieren. Gebt uns mit der Anmeldung bitte Bescheid, ob ihr danach noch Essen gehen möchtet.

Bitte reist per ÖV an oder benutzt den nahe gelegenen öffentlichen und kostenpflichtigen Parkplatz.

Der Anlass in der Klinik ist für uns Alumni kostenlos

Wir freuen uns sehr auf möglichst viele Anmeldungen!

Ausserdem findet am 25. November 2016 unser traditionelles Weihnachtstreffen statt. Also reserviere dir das Datum schon heute. Details folgen zu gegebener Zeit.

Für den Vorstand

Nicole Müller   Patrick Hauser
Events             Kommunikation

Swiss Marketing Leadership Studie 2015

SMLS2015Im Rahmen des Swiss CRM Forum hat das Institut für Marketing Management am 15. September die vorgestellt. Die Studie ist eine Fusion der beiden bewährten Studienformate «Swiss CRM» und «Swiss Product Management». Damit wird sie dem aktuellen Anspruch auf eine ganzheitliche Betrachtung des Marketings gerecht. Unternehmen können es sich nicht mehr leisten nur einen der beiden Werttreiber Kundenbeziehungen oder Leistungen zu berücksichtigen. Marketing ändert sich fundamental und sollte in modernen Unternehmen eine steuernde Funktion in Richtung Kunden- und Marktorientierung des Unternehmens einnehmen. Grund genug für das Institut für Marketing Management die beiden Studienformate zu fusionieren und die Marketing Leadership Studie zu lancieren.

2910 mittlere und grosse Unternehmen wurden im Rahmen der Studie zufällig ausgewählt, von denen 525 den Fragebogen ausgefüllt haben.Die Befragung bei Inhabern, Geschäftsführern, Marketing-, CRM- oder Produktmarketing-Verantwortlichen hat ergeben, dass der Stellenwert des Marketings einen massgeblichen Einfluss auf die Performance von Unternehmen hat. So geben bspw. 41 Prozent der Top-Performer dem Marketing eine strategische Gewichtung innerhalb des Unternehmens – viel häufiger als bei Silver- und Underperformern.

Die signifikanten Unterschiede zeigen, welche Auswirkungen der Stellenwert des Marketings auf die Performance von Unternehmen hat. So ist Kundenzufriedenheit für fast zwei Drittel der Befragten das oberste Unternehmensziel – noch vor Qualitäts- und Gewinnzielen. Dieser Anspruch ist zwar in den konkreten Zielen und Massnahmen zu sehen, wird jedoch oft nicht konsequent umgesetzt. So gehen etwa nur knapp ein Drittel der Befragten so weit, bei der Auswahl neuer Mitarbeitender auf Kundenorientierung zu achten.

Als wichtige Erfolgsfaktoren für die Kundenzufriedenheit finden Customer Relationship Management (CRM) und Product Management Eingang in der Studie. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen misst ihren Erfolg anhand der Kundenzufriedenheit, rund ein Drittel der befragten Unternehmen misst den CRM-Erfolg dagegen gar nicht. Als grösste Stärke aber auch als häufigste Problemquelle im Bereich CRM nennen die Befragten die Datenqualität. Davon hängt der Erfolg eines CRM-Projekts direkt ab. Ohne Unterstützung durch das Top-Management ist das Beziehungsmanagement jedoch im Vornherein zum Scheitern verurteilt.

Auch im Product Management sind die wichtigsten Trends die Implementierung der Kundenorientierung sowie die Verankerung innerhalb des Unternehmens. 34,8 Prozent der befragten Unternehmen haben das Product Management auf der Geschäftsleitungsebene angesiedelt. Die deutlichen Unterschiede zwischen Top- und Underperformern sprechen klar für mehr Marketing Leadership im Product Management. Als grösste Schwäche des Product Managements identifizieren rund drei Viertel der Befragten die Marktforschung.

Eins zeigte die Studie eindeutig: Marketing Leadership gehört die Zukunft.  Vor allem Unternehmen, die Marketing als wertschöpfungsorientierte, strategische und integrierte Disziplin begreifen, werden im Markt bestehen.

Wir danken den Marketing-Verantwortlichen der zahlreichen beteiligten Unternehmen aus der ganzen Schweiz für ihre Offenheit und ihre kompetenten Antworten. Ebenso danken wir den studentischen Mitarbeitenden des Instituts für Marketing Management der ZHAW School of Management and Law für ihr Durchhaltevermögen bei der Durchführung der Befragung sowie den Experten für Ihr wertvolles Fachwissen.

Ein grosses Dankeschön gilt auch den Branchenpartnern Accarda, Advanis, BSI, isolutions, MS Direct, Orbis Schweiz, Pidas, SDV und Swiss CRM Forum, die uns bei der Entwicklung und Interpretation der Befragung tatkräftig unterstützt haben.

Swiss CRM Forum 2015

Das Swiss CRM Forum, die Marketing Leadership Konferenz, vereinigte am vergangen Dienstag mehr als 500 Führungskräfte in den Bereichen Marketing, Product Management und CRM im Zürcher Kongresshaus. Nebst spannenden Key-Notes, Best Practice Cases und Workshops konnten sich die Teilnehmenden auch an den Infoständen einiger Anbieter von Lösungen und Beratern, wie am Stand des IMMs, über die neuesten Trends in den jeweiligen Bereichen informieren.

Swiss CRM Forum 2015 - Marketing Leadership Konferenz

Panorama-Saal des Zürcher Kongresshauses

Ein Höhepunkt des Forums war die Vergabe der Swiss CRM und Swiss Marketing Leadership Awards. Institutsleiter Brian Rüeger durfte als Präsident der Jury den Marketing Leadership Award übergeben. Die Auszeichnung ging dieses Jahr an das Unternehmen CAMAG aus Muttenz. Die 1958 gegründete Schweizer Firma ist Spezialistin für Dünnschicht Chromatographie. Es gelang ihr trotz Frankenschock eindrucksvoll Kundenbeziehungen erfolgreich zu pflegen und seine Weltmarktführerschaft zu behaupten.

(v.l.n.r.: Stephan Isenschmid (Geschäftsführer Swiss CRM Forum), Bernhard Egger (Gewinner Swiss CRM Award, Geschäftsführer Schweiz und Österreich Walbusch), Dr. Markus Wyss (CEO, Head Sales & Marketing CAMAG) und Dr. Brian Rüeger (Leiter des Instituts für Marketing Management))

v.l.n.r.: Stephan Isenschmid (Geschäftsführer Swiss CRM Forum), Bernhard Egger (Gewinner Swiss CRM Award, Geschäftsführer Schweiz und Österreich Walbusch), Dr. Markus Wyss (CEO, Head Sales & Marketing CAMAG) und Dr. Brian Rüeger (Leiter des Instituts für Marketing Management)

Ein weiteres Highlight war die exklusive Präsentation der Swiss Marketing Leadership Studie 2015 auf dem Swiss CRM Forum. Die Studie ist eine Fusion der beiden bewährten Studienformate «Swiss CRM» und «Swiss Product Management». Das Institut für Marketing Management der SML hat dazu 2910 mittlere und grosse Unternehmen zufällig ausgewählt, von denen 525 den Fragebogen ausgefüllt haben. Die Befragung bei Inhabern, Geschäftsführern, Marketing-, CRM- oder Produktmarketing-Verantwortlichen hat ergeben, dass der Stellenwert des Marketings einen massgeblichen Einfluss auf die Performance von Unternehmen hat. So geben bspw. 41 Prozent der Top-Performer dem Marketing eine strategische Gewichtung innerhalb des Unternehmens. Insofern war der Untertitel des Forums „Die Marketing Leadership Konferenz“ mehr als passend gewählt.

SMLS2015

Studie downloaden

Haben Sie Fragen zur Studie? Dann können Sie sich an Marcel Hüttermann unter 058 934 76 98 oder per E-Mail an: marcel.huettermann@zhaw.ch wenden