Der CAS Marketing- & Corporate Communications – eine Investition, die sich lohnt und nachhaltig ist

Andrea Lippuner erzählt uns ihre Erfahrungen über ihre Teilnahme im CAS Marketing- & Corporate Communications im Herbst 2018. Die Weiterbildung war für sie eine grossartige Gelegenheit, innert kurzer Zeit, vom grossen Wissensschatz von Experten zu profitieren und gleichzeitig die aktuellsten Best Practice Ansätze zu erlernen.

Andrea Du hast Dich für eine Weiterbildung interessiert, warum hast Du Dich für den  CAS Marketing- & Corporate Communications?

Da ich in der Credit Suisse unter anderem für die interne Kommunikation in meinem Bereich zuständig bin, war es mir wichtig, dass ich mein Know-how in der Kommunikation erweitern kann. Ich weiss, wie wichtig eine professionelle Unternehmenskommunikation ist und wollte daher wissen, wie Experten Best Practice Ansätze anwenden und mir einen wissenschaftlichen Background dazu erarbeiten.

Andrea Lippuner erzählt über ihre bereichernden Erfahrungen, welche sie im CAS Marketing- & Corporate Communications machen durfte

Wie war dieser Kurs für Dich?

Der Kurs war sehr lehr- und abwechslungsreich. Ich hätte mir zu Beginn nicht gedacht, dass innert kurzer Zeit ein derart grosser Wissenstransfer möglich ist. Dadurch, dass das erlernte Wissen bereits während des Lehrgangs in die Praxis umgesetzt werden konnte, machte der Kurs viel Freude und das Lernen ging sehr leicht von der Hand. Zudem lernte ich während des CAS viele neue spannende Personen kennen und konnte somit mein Wissen mit anderen Studenten teilen und erweitern.

Wie haben Dir die Inhalte gefallen? Kannst Du etwas davon für Dein Berufsleben auch tatsächlich nutzen?

Jeder Dozent brachte viel Praxiserfahrung mit, dadurch war der Unterricht praxisnah und sehr spannend gestaltet. Der ganze Kurs war für mich wie ein Puzzle, bei welchem man von jedem Dozenten ein Teilstück mitnehmen konnte und am Schluss über ein komplettes Wissenspuzzle verfügt. Da ich bei der Credit Suisse, in meinem Bereich, in der internen Kommunikation mitarbeite, kann ich das Wissen nun jeden Tag gezielt und bewusst einsetzen. Die Bedeutung der Bottom-up sowie Top-Down Kommunikation sind für mich nun keine leeren Worthülsen mehr, sondern zu einem wichtigen Bestandteil meiner täglichen Arbeit geworden.

Im letzten Modul hatten wir zudem die Möglichkeit unser Wissen in Form von einem Kommunikationskonzept 1:1 in die Praxis umsetzen. In 2er Gruppen erarbeiteten wir für eine Firma unserer Wahl ein Konzept. Dadurch, dass jeder Kursteilnehmer einen anderen Erfahrungsschatz mitbrachte, konnten wir enorm voneinander profitieren und es entstanden fruchtvolle Arbeiten, welche wir am Schluss der Klasse präsentieren konnten. Der Austausch mit meiner Mitstudentin und das Abtauchen in ihre Firmenkultur hat meinen Horizont erweitert und meinen Blickwinkel für meine Arbeit vergrössert.

Vom Unterricht gleich in die Praxis und somit aktiv profitieren

Wie waren die Dozenten? Warst Du zufrieden mit den Lehrkräften?

Die Dozenten waren praxiserfahren, motiviert und absolute Profis auf dem Gebiet Marketing / Kommunikation. Für mich war es ein Privileg, von ihrem Wissen zu profitieren und zu lernen. Bereits während meinem Kurs ist mir aufgefallen, dass unsere Dozenten keine Theoretiker sind, sondern in der Praxis sehr gefragt waren. Es kam während dem CAS nicht selten vor, dass wir in der Tageszeitung einen Bericht oder ein Interview von unseren Dozenten entdeckten, bei welchen sie als Experten Auskunft geben durften.

Fühltest Du Dich während des Lehrgangs gut betreut?

Der Lehrgang war sehr professionell organisiert. Bereits vor dem Start haben wir nützliche Unterlagen und Informationen über den Inhalt des Kurses erhalten und konnten uns somit einen Überblick über die kommenden Module verschaffen. Zusätzlich wurden wir jeweils gut auf die Prüfungen vorbereitet. In jeder Stunde hatten wir während sowie nach dem Kurs genügend Gelegenheit, allfällige Fragen aus unserem Berufsleben zu stellen und den Rat von Profis einzuholen.

Würdest Du diesen Kurs anderen weiterempfehlen?

Auf jeden Fall. Ich würde diesen Lehrgang jedem ans Herz legen, welcher in irgendeiner Form im Berufsleben Schnittstellen mit Kommunikation oder Marketing hat. Zusätzlich bekommt man in diesem Kurs die Gelegenheit, das Netzwerk zu erweitern und kann wertvolle Kontakte in andere Unternehmungen aufbauen.

CAS Marketing- & Corporate Communications:

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-corporate-communications.html

Hier sind alle Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Marketing zu finden:

https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/weiterbildung/

Interne Kommunikation: Verletzung des psychologischen Vertrags im Arbeitsalltag

Von Seraina Heis

Bei Stellenantritt unterschreibt jeder Angestellte einen Arbeitsvertrag. Parallel zum juristischen Vertrag existieren auf Arbeitgeber – wie auf Arbeitnehmerseite weitere (oft unausgesprochene) Erwartungen, was als psychologischer Vertrag bezeichnet wird. Werden die Erwartungen nicht erfüllt, leidet die Zufriedenheit und Motivation. Wir haben mit Priska K.* gesprochen, die in ihrer bisherigen Berufserfahrung schon ein paar Verletzungen ihres psychologischen Vertrags erlebt hatte.

An ihrer letzten Arbeitsstelle erlebte Priska K. wie wichtig es ist, dass auch innerhalb einer Abteilung die Kommunikation stimmen muss, da sonst die Mitarbeiterzufriedenheit sehr darunter leidet. Sie schildert uns ein erstes Beispiel einer Verletzung ihres psychologischen Vertrags: «Wir mussten oft defensiv arbeiten und so schnell wie möglich die Probleme beseitigen. Hinzu kam, dass mein damaliger Chef (CFO) eine steile Militärkarriere hinter sich hatte und der Meinung war, er könne mit ‹auf den Tisch hauen› einiges bewegen. Ein ‹Danke› hatten wir von ihm selten bis nie erhalten.» Wie sie uns mitteilt, habe sie den respektvollen Umgang und die Wertschätzung der Mitarbeitenden vermisst.

Zu viele Chefs verderben die Arbeitsmoral

Das Unternehmen von Priska K. leitete eine strukturelle Veränderung der Abteilung ein. Sie und ihre Arbeitskollegin erhielten einen neuen direkten Vorgesetzten, der dem CFO unterstellt war. «Es war nicht gerade förderlich, dass meine Arbeitskollegin nicht auf der gleichen Wellenlänge mit unserem neuen Chef war und er ausserdem nicht viel von unserem Bereich verstand», sagt sie. Zwischen den beiden Chefs war zusätzlich das Vorgehen für die Top-Down Kommunikation nicht endgültig geklärt. Meist ging der CFO direkt mit Aufgaben zu den Mitarbeiterinnen, ohne den direkten Vorgesetzten zu informieren. Unsicherheit und Verwirrung bei den Angestellten, wie auch Ärger beim Chef machten sich breit, da keine Struktur vorhanden war und eine klare Kommunikation fehlte.

Unklare Strukturen sollten vermieden werden, damit das Arbeitsklima nicht darunter leidet. © Pixabay

Priska K. fährt fort mit ihren Beispielen: «Meine Arbeitskollegin hatte einige Jahre mehr Arbeitserfahrung als ich und entdeckte tagtäglich neue Ungereimtheiten. Mit diesen ging sie dann schnurstracks zum CFO und überging somit den direkten Vorgesetzten jedes Mal. Damit wirbelte sie ungemein viel Staub auf. Mit der Zeit konnte niemand – und das abteilungsübergreifend – mehr ihr impulsives Verhalten ertragen und sie wurde nicht mehr ernst genommen und oft vertröstet.» Meist wird es als Vorteil angesehen, wenn Mitarbeitende Fehler entdecken und Prozesse verbessern möchten. Hier wurde die Bottom-up Kommunikation jedoch vermieden und nicht ernst genommen. Wie uns Priska K. berichtet, sei das Arbeitsklima eher angespannt gewesen und die Arbeit im Team habe sehr darunter gelitten. «Wie es scheint, hatten sogar wir beide unterschiedliche Erwartungen an unseren Arbeitgeber», fügt sie hinzu.

Eine nette Geste bringt das Fass zum überlaufen

Am Geburtstag ihrer Arbeitskollegin erlebte Priska K. aber die schlimmste Vertragsverletzung: «Im Auftrag des CFO’s durfte ich für meine Arbeitskollegin einen schönen Blumenstrauss zum Geburtstag organisieren. Sie war die einzige der ganzen Abteilung, die je einen Blumenstrauss zum Geburtstag erhielt», sagt sie anklagend. Er wurde vom CFO persönlich überreicht, mit der Hoffnung, die Arbeitskollegin ein wenig besänftigen zu können. Priska K. fühlte sich rücksichtslos behandelt und überhaupt nicht wertgeschätzt.

Werden die Erwartungen der Angestellten nicht erfüllt, leidet die Zufriedenheit. © Pixabay

Priska K. ertrug diese Umstände 1,5 Jahre. «Meine Erwartungen an meinen Arbeitgeber und auch an das Team wurden nicht erfüllt. Mir blieb keine andere Wahl, als die Firma zu verlassen», erzählt sie uns. Diese Beispiele zeigen gut, dass verschiedene psychologische Verträge, resp. Erwartungen verschiedener Personen im Arbeitsalltag aufeinandertreffen. Die Wichtigkeit einer angebrachten internen Kommunikation – in diesem Beispiel abteilungsintern – ist für eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit nicht zu unterschätzen. Es ist nicht immer einfach mit all den verschiedenen Erwartungen umzugehen. Jedoch sollte man mit Rücksicht und gegenseitigem Feedback versuchen, das Bestmögliche dabei heraus zu holen.

* Name von der Autorin geändert

Über die Autorin

Seraina Heis legt viel Wert auf ein angenehmes Arbeitsklima und gute Umgangsformen, denn sie weiss aus eigener Erfahrung, dass eine gute Arbeitsleistung und Motivation stark davon abhängen. Ihren Bachelor of Science in Business Administration hatte sie an der FH St. Gallen erworben. Aktuell besucht sie an der ZHAW den CAS Marketing- und Corporate Communications.

Daimler und die Kantinenkommunikation

Kommunikation und Marketing gehen Hand in Hand. Oft wird der Fokus auf die externe Kommunikation gelegt, wie man aber auch mit einer effizienten internen Kommunikation erfolgreich sein kann, erzählt uns Tobias Just, Director Executive & Digital Media von der Daimler AG. Sein Team schafft es immer wieder, mit speziellen Videos, den Vorstandsvorsitzenden Dr. Dieter Zetsche in ein neues Licht zu rücken.

Herr Just, zum Jahresende 2016, gab es ein Video der Daimler AG, wo der Vorstandsvorsitzende Dr. Dieter Zetsche in der Kantine das Jahr Revue passieren lässt. Eigentlich etwas für die interne Kommunikation, doch es hat dank YouTube auch weitere Menschen überrascht und begeistert. Wie kamen Sie auf die Idee, Dr. Zetsche in die Kantine zu setzen?

Die Analogie mit der Ketchupflasche wird bei Daimler im Zusammenhang mit E-Mobilität schon seit längerem gebraucht. Das hat uns auf die Idee gebracht, unsere Strategie einmal komplett mit „Food“-Beispielen zu erklären. Zudem wurde 2016 eine neue Daimler-Kantine eröffnet und unser Vorstandsvorsitzender geht dort tatsächlich öfter essen. Deshalb lag die Kombination nahe.

Wie entstehen die Ideen zu den Videos und zu weiteren Aktivitäten? Arbeiten Sie mit speziellen Agenturen zusammen?

Idee und Skript entsteht grundsätzlich bei uns im Team. Für die Umsetzung ist natürlich externe Unterstützung erforderlich.

Dr. Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars (c) Daimler AG

Welchen Stellenwert hat die Executive Communication innerhalb der Daimler AG? Warum ist es so wichtig, den Chef auch kommunikativ zu begleiten?

Auch wenn klassische Hierarchien bei Daimler nicht mehr den Stellenwert früherer Jahre haben – der CEO ist in puncto Motivation und Orientierung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immens wichtig. Insbesondere in einem Unternehmen mit über 280.000 Kollegen auf 5 Kontinenten sind kommunikative Klammern entscheidend für den Zusammenhalt.

Falls Sie etwas aus dem Nähkästchen plaudern dürfen, braucht es viel Überzeugungsarbeit oder macht der Vorstandsvorsitzende alles mit?

Wir haben das grosse Glück, dass unser CEO für kommunikative Belange sehr offen ist, sofern dabei eine Grundvoraussetzung gilt: Im Vordergrund muss immer eine inhaltliche Botschaft stehen. Personenkult ist tabu.

Mercedes-Benz E-Klasse Coupé; C 238 (c) Daimler AG

In Ihren Verantwortungsbereich fallen auch die digitalen Medien. Welche Trends sehen Sie und wie kann man die diversen Kanäle erfolgreich nutzen?

Klassischer Journalismus wird bekanntlich immer öfter von Content Marketing durchsetzt. Das ist – sofern es kenntlich gemacht wird – auch nicht verwerflich. In der globalen Kommunikation bei Daimler gehen wir aber zukünftig einen anderen Weg: Wir setzen verstärkt auf unsere eigenen digitalen Medien. Der Vorteil: Auf diesen Kanälen können wir Denkanstösse bieten, ohne Verkaufsimpulse setzen zu müssen. „Owned Media“ bieten für uns zudem nicht nur Flexibilität und Kontrolle, sondern auch grosse Reichweiten. Allein mit einem Social Intranet erreichen wir täglich mehr als 280.000 Menschen. Hinzu kommt ein Millionenpublikum über Websites und Social Media. Wir sind überzeugt: Im Zusammenspiel bieten diese Kanäle weit mehr als die Summe ihrer Teile.

Gibt es einen Ratschlag, den Sie angehenden Marketingfachleuten geben würden?

Egal ob Text, Bild, Video oder Audio: Produziert nichts, was ihr nicht auch selbst gern konsumieren würdet.

Mercedes-AMG GLA 45 4MATIC (c) Daimler AG

Food for Thought – Nahrung fürs Gehirn

Was auf der menschlichen Ebene Freude oder Ärger schafft, kann auch in der Wirtschaft geltend gemacht werden. Kommunikation ist zu einem unverzichtbaren qualitativen Faktor für den Unternehmenserfolg geworden. Eine Studie der Universität Hohenheim (Quelle siehe unten)  hat erwiesen, dass die interne Unternehmenskommunikation nebst den traditionellen Wettbewerbsmerkmalen wie Produktqualität, Preiswürdigkeit oder Service, dazu beiträgt, dass zwei Unternehmen einer Branche bei gleichen Produktivfaktoren ganz unterschiedliche Ergebnisse erzielen. So viel zur Theorie.

Das Institut für Marketing Management (IMM) ist zwar kein Unternehmen im klassisches Sinne, dennoch nimmt die Kommunikation auch in unserer Organisation eine entscheidende Rolle ein. Mit dem Wachstum des Institutes für Marketing Management auf fünf Fachstellen, wächst auch die Herausforderung einer effizienten internen Kommunikation und der Kommunikationsbedarf steigt an. Nebst der klassischen Form von regelmässigen stattfindenden IMM Meetings, setzt unser Institut auf einen zusätzlichen informellen Ansatz. Jeweils am ersten Montag des Monats treffen wir uns über Mittag zum Food for Thought. Während dem Besänftigen unserer knurrenden Mägen mit mitgebrachten Speisen, nähren wir auch unsere Gehirne. Anlässlich des Food for Thought stellen wir unseren Teamkollegen laufende Projekte vor, sammeln neue Ideen und Inputs oder tauschen Erfahrungen aus. Die informelle Plattform fördert den fachstellenübergreifenden Dialog und ermöglicht die Nutzung von Synergien.

Das IMM-Team beim Food for Thought

Nebst spannenden Brainstormings zu Dienstleistungsprojekten und theoretischen Wissenstransfers unter Mitarbeitenden, durften wir auch schon externe Gäste wie beispielsweise einen Vertreter der Produktionsplanung der Chocoladenfabriken Lindt & Sprüngli (Schweiz) AG empfangen. Ganz zur Freude aller IMM Mitarbeitenden wurden wir dabei nicht nur mit interessanten Informationen zur Schokoladenproduktion, sondern auch mit reichlich Kostproben eingedeckt.

Peter Mullis von Lindt&Sprüngli

Das Format des Food for Thought besteht nun seit rund einem halben Jahr und dauert jeweils 60min. Das Einreichen von Vorschlägen gestaltet sich genauso unkompliziert wie dessen Durchführung. Hat man einen Themenvorschlag und möchte den bevorstehenden Food For Thought leiten, schreibt man sich in der hierfür ausgehängten Liste ein.

Die interne Kommunikation nimmt eine wichtige Rolle in einer gut funktionierenden Organisation ein. Der Erfolg dessen steht und fällt allerdings mit deren Umsetzung. Wir vom IMM greifen auf unkonventionelle, innovative und kreative Methoden zurück und probieren auch gerne neue Kanäle aus. Auch unsere neue (freiwillige) IMM-Whatsapp-Gruppe sorgt neben raschem Informationsaustausch auch für den einen oder anderen erheiternden Dialog.

Quelle: Burgstahler, H.; Mast, C. (2001) Erfolgsfaktor Interne Unternehmenskommunikation in der Bewertung durch Analysten.Explorative Studie zur Rolle von Nonfinancials im Kontext moderner Managementkonzepte