Das Marketing der Zukunft braucht kollaborative CMOs

In wenigen Tagen ist es soweit und Marketinginteressierte aus diversen Branchen versammeln sich am Future of Marketing Event am 28. Oktober in Winterthur, um die neuesten Entwicklungen und Trends im Marketing zu beleuchten. Wir wollten bei Prof. Dr. Brian Rüeger und Valerio Stallone wissen, was die Teilnehmenden genau erwartet.

Was ist besonders am diesjährigen Future of Marketing Event?

Prof. Dr. Brian Rüeger: Der letztjährige Event erhielt sehr viel positives Feedback, es wird daher vieles beibehalten. Es wird auch dieses Jahr verschiedene Referenten geben, die ihr Wissen mit den Teilnehmenden teilen. Zudem werden die Teilnehmenden aufs Neue mit aktiven Workshops zu unterschiedlichen Themen wie Artificial Intelligence im Marketing, Behavioral Economics und Design Thinking herausgefordert. Es werden insgesamt fünf Workshops stattfinden. «Wie geht der Marketeer mit der Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen in der IoT-Welt um und welche Massnahmen aus der Welt der Verhaltensforschung können dabei angewendet werden? Wie bringt man damit das gesamte Unternehmen auf das nächste Level und welche Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz?» Das sind unter anderem Fragen, die uns an diesem Tag interessieren und die bestimmt heiss diskutiert werden.

Auch dieses Jahr sind spannende Keynotes und Workshops garantiert © Manuela Eberhard

Wohin geht denn das Marketing der Zukunft, braucht es den CMO überhaupt noch?

Prof. Dr. Brian Rüeger: Die digitale Transformation ist nicht mehr nur ein Trend, sie hat uns alle voll erfasst. Gerade CMOs und Führungskräfte müssen schneller auf Marktveränderungen reagieren. Sie müssen nicht nur neue Business Modelle kennen, sondern auch Lösungen entwickeln können, die schnell einsatzbereit sind. Es wird deshalb auch weiterhin Führungskräfte mit Marketingerfahrung und entsprechender Verantwortung brauchen. Es gibt natürlich generell sehr viele Trends. Wichtig ist hierbei nicht ängstlich zu reagieren, sondern genau abzuwägen, was für das eigene Unternehmen und zur Identität passen könnte. Die Veränderungen im Markt müssen schnell erkannt werden und es braucht deshalb einen höheren Adaptionsgrad im Unternehmen. Die Erhöhung der Kollaborationsfähigkeit ist aus diesem Grund charakteristisch für das zukünftige Marketing.

Prof. Dr. Brian Rüeger Leiter des Instituts für Marketing Management an der ZHAW

Auf was können sich die Teilnehmenden nun konkret freuen?

Valerio Stallone: Nebst dem fachlichen Austausch, ist sicher der persönliche Austausch zentral bei unserem Anlass. Es sind unterschiedliche Personen vor Ort, von Studierenden bis zu Führungskräften mit langjähriger Erfahrung. Unser Bestreben die Praxis mit der Wissenschaft zu vereinen, ist deshalb keine Floskel, wir wollen mit diesem Anlass tatsächlich die Gelegenheit zu einer besseren Vernetzung geben. Wir sind überzeugt, dass dieser Austausch neue Erkenntnisse bei allen Beteiligten generieren wird.

Ganz konkret stehen natürlich die Keynotes und die Workshops im Vordergrund. Wir wollten nicht die typischen bekannten Paradebeispiele präsentieren, sondern wir wollten ganz bewusst die Schweizer Realität berücksichtigen. Aus diesem Grund kommen auch die Keynotes von diversen Schweizer Unternehmen, die selber mit den aktuellen Fragestellungen konfrontiert sind. Unter den Referenten finden sich Naemi Benz (VP Operations) von Ava AG und Dominic Millioud (Geschäftsführer) von eat.ch. Ergänzt werden die Referate durch wissenschaftliche Einblicke des Teams des ZHAW Instituts für Marketing Management.

Mehr verrate ich aber nicht, am besten man kommt einfach persönlich vorbei!

Valerio Stallone vom Institut für Marketing Management ist für die Organisation des Future of Marketing Events verantwortlich

Mehr Informationen unter: https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/ueber-uns/future-of-marketing/

Mit Online-Finanzplanungstool zur individuellen Planung der Finanzen

Die Finanzbranche ist durch die Digitalisierung grossen Veränderungen ausgesetzt. Viele Finanzinstitute reagieren auf diese Entwicklung oft mit Massnahmen, welche sich auf einzelne Schnittstellen beschränken. Anders die Braingroup: gemeinsam mit dem Institut für Wealth und Asset Management und dem Institut für Marketing Management der ZHAW verfolgt das FinTech-Unternehmen einen gesamtheitlichen Prozess, um die Interaktion mit ihrem Finanzplanungstool zu transformieren.

Die Braingroup ist ein FinTech-Unternehmen aus Zürich, welches Banken und Versicherungen bei der digitalen Transformation von Beratungs- und Verkaufsprozessen unterstützt.

Bereits in der Vergangenheit, hat die Braingroup diverse Finanzplanungstools entwickelt, welche primär für die Bedienung durch einen Experten konzipiert wurden. Die Braingroup wollte nun das Bedürfnis von Retail-Kunden nach einem Online-Finanzplanungstool, in welchem die Finanzen individuell geplant werden können, erfüllen.

Wie auf untenstehender Abbildung dargestellt, soll der Retail-Kunde durch das Finanzplanungstool «Omnium Planify» befähigt werden, seine Finanzen über mehrere Lebensabschnitte zu verwalten. Verschiedene Online-Rechner und Informationen zu Finanzthemen ermöglichen es dem Anwender, eigene Finanzen weitgehend selbstständig zu planen. Die Unterstützung durch Experten erfolgt dann dort, wo komplexe Fragestellungen dediziertes Fachwissen verlangen.

Das Finanzplanungstool «Omnium Planify» vereinfacht die Verwaltung eigener Finanzen © ZHAW/ Braingroup

Zusammenarbeit mit der ZHAW

Um herauszufinden, wie «Omnium Planify» für Retail-Kunden aufgebaut werden und einen Mehrwert erzielen kann, wurden Experten des Institutes für Wealth and Asset Management sowie des Instituts für Marketing Management der ZHAW School of Management and Law herangezogen. Die ZHAW unterstützte Braingroup mit empirischer Nutzerforschung und bei der Erarbeitung und dem Testen der Anwender-Oberfläche. Unterstützt wurde das Projekt weiter auch durch die eidgenössische Innovationsförderung «Innosuisse» und zwei Praxispartnern, der SwissLife und der Berner Kantonalbank.

Mittels Design Thinking zum Prototypen

Durch Desk-Research, repräsentative Umfragen und Tiefeninterviews mit der Zielgruppe gewann man Erkenntnis darüber, welche Lebensereignisse für die Finanzplanung relevant sind und bei welchen Planungsschritten die Anwender Hilfe benötigen. Die Erkenntnisse wurden in einem «Live-Event-Modell» zusammengefasst. In einer für die Deutschschweiz repräsentativen Umfrage konnte herausgefunden werden, dass 62% der Befragten für finanzielle Sicherheit und 56% für Ferien sparen. Um Nutzer möglichst schnell in die Finanzplanung einzuführen, wurden diese Ereignisse als Einstieg in die Finanzplanung gewählt.

Erkenntnisse aus repräsentativer Umfrage © ZHAW/ Braingroup

Mithilfe der ausgewerteten Resultate aus den ersten Phasen wurden Prototypen mittels Design Thinking in iterativen Design- und Test-Zyklen für das Finanzplanungstool erstellt. Aus diesen Zyklen ist nun ein grafischer Prototyp entstanden, welcher durch die Entwickler von Braingroup programmiert wird.

Spartipps für den Alltag

Während den empirischen Untersuchungen wurde das Bedürfnis nach Spartipps und finanziellen Hilfestellungen identifiziert und für die Online-Finanzplanung aufbereitet. An einigen dieser Spartipps möchten wir Sie natürlich teilhaben lassen:

  • Haben Sie mehrere Konten für verschiedene Sparziele (z.B. Steuern oder Ferien) eröffnet?
  • Sie können dadurch Ihre Selbstkontrolle erhöhen. Nutzen Sie die Sparkonten (ausser in Notfällen) nur für den bestimmten Zweck.
  • Haben Sie sich in letzter Zeit einen Überblick über Ihre diversen Abos verschafft? Ein Überblick kann aufzeigen, welche Abos inzwischen nicht mehr relevant sind. Kündigen Sie nicht genutzte Abos, da diese wiederkehrende Kosten verursachen.
  • Haben Sie einen genauen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben und ein Budget erstellt? Es gibt online wie auch offline diverse Stellen, welche Sie bei der Erstellung eines Budgets unterstützen. Sie finden auf verschiedenen Websites (Budgetberatung: http://www.budgetberatung.ch; Schuldenberatung Kanton Zürich: www.schulden-zh.ch) Beispielbudgets, detaillierte Spartipps und weitere nützliche Informationen.

Zusammenarbeit mit der ZHAW

Möchten auch Sie den durch die Digitalisierung veränderten Ansprüchen Ihrer Zielgruppe gerecht werden und Ihr Geschäftsmodell erweitern oder gar verändern? Die Zusammenarbeit mit der ZHAW ermöglicht Ihnen, mittels aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen die Herausforderungen in der Praxis zu meistern.

Rafael Domeisen und Selina Grimm, beide Mitarbeiter der ZHAW, nehmen sich gerne Zeit, um mit Ihnen über Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu sprechen.