Extended Reality im Marketing

Von Dr. Jesse Bächler

Während beim Stichwort „Digitalisierung“ die einen feuchte Hände bekommen, weil ihnen noch so viel Arbeit bevorsteht, werden die anderen kribbelig, weil sich so viele tolle neue Möglichkeiten auftun. Wir haben mit Urs Langenegger gesprochen, der mit seinem Start-Up Bandara schon zahlreiche Kampagnen in der „erweiterten Realität“ umgesetzt hat.

Heute haben die meisten schon einmal irgendwo etwas von „Virtual Reality“, „Augmented Reality“ oder „Mixed Reality“ gelesen. Können Sie jeweils mit einem Beispiel erklären, was dahinter steckt?

Von Virtual Reality (VR) spricht man, wenn ein Betrachter mittels einer Brille (und Kopfhörer) komplett in eine andere Welt eintaucht. Bei 360°-Videos kann man sich dank Sensoren in der Brille frei umschauen, wie beispielsweise im 360°-Film von ewz zum Wegdes Stroms. Bei interaktiven VR-Experiences ist es gar möglich, mit Controllern mit der 3D- Welt zu interagieren und sich darin zu bewegen – so haben wir Menschen per VR in dieVaillant-Arena nach Davos gebracht, wo sie als Eishockey-Goalie Pucks fangen müssen.

Bei Augmented Reality (AR) handelt es sich um eine Technologie, die digitale Inhalte auf Smartphones, Tablets oder speziellen AR-Brillen in die reale Umgebung einbettet. Ein Beispiel dafür ist die App «IKEA Place», mit der man virtuelle IKEA-Möbel in seinen eigenen vier Wänden platzieren kann. Mixed Reality (MR) ist eine verbesserte Art von Augmented Reality: Dank Sensoren an den Geräten wird die eigene Umgebung erkannt und die digitalen Inhalte kontextspezifisch und sehr genau eingebettet. Die reale und die digitale Welt vermischen sich also. Die bekannteste Form von AR besteht aber wohl aus den Effekten bei Snapchat, Instagram oder Facebook, welche es erlauben, das eigene Gesicht oder die Umgebung mit allerlei digitalen Inhalten zu ergänzen.

Ganz vereinfacht kann man sagen, dass Virtual Reality die Leute überall hinbringt, Augmented Reality dafür alles zu den Leuten bringt. Zudem fassen die Begriffe Extended Reality (XR) oder «immersive computing» diese Technologien unter einem Dach zusammen.

Wem das Spiel „Pokemon Go“ in den Sinn kommt, wird sich fragen, ob VR/AR/MR überhaupt gewinnbringend im Marketing angewendet werden kann.

Wenn man sich vor Augen führt, dass das AR-Spiel «Pokémon Go» bisher rund 2.5 Milliarden US-Dollar umgesetzt hat, erkennt man auch den wirtschaftlichen Erfolg hinter dieser AR-Anwendung. Abseits der Unterhaltung werden XR-Anwendungen auch im Marketing bereits gewinnbringend eingesetzt. So setzen Kosmetik-, Brillen- oder Sneaker- Hersteller bereits auf AR-Experiences, wo man die Produkte vor dem Kauf in einem virtuellen «Try-On» bereits ausprobieren kann. Ein weiteres Beispiel ist die oben erwähnte «IKEA Place»-App. Solche AR-Anwendungen schlagen die Brücke zwischen physischem Retail und e-Commerce. Dass auch ganze Kampagnen in Augmented Reality umgesetzt werden, zeigte kürzlich Burger-King: mit einer AR-Funktion in der Burger-King-App konnte man Plakate und Anzeigen des Konkurrenten McDonald’s virtuell verbrennen und erhielt dafür einen kostenlosen Whopper. Nicht zuletzt ist es auch eindrücklich zu sehen, dass 70% der 200 Millionen täglichen Snapchat-User AR-Effekte nutzen, darunter natürlich auch gebrandete. Dass auch VR gewinnbringend eingesetzt wird, zeigen über 1’000 VR-Showrooms von Audi, in welchem die Kunden Autos und Ausstattung vor dem Kauf sehr akkurat sehen können. Während man mit AR-Marketing also bereits heute grosse Reichweiten erzielen kann, eignet sich VR insbesondere für Erlebnisse am POS, an Messen oder Events. Da noch nicht viele Schweizerinnen und Schweizer eine eigene VR-Brille besitzen, sind solche Erlebnisse umso faszinierender. Übrigens: Gerade kürzlich haben wir auf unserem Blog einen Beitrag zu den Möglichkeiten von AR im Marketing verfasst.

Urs Langenegger ist Co-Founder von Bandara (c) Bandara

Was sind denn die Voraussetzungen für Unternehmen, die mit VR/AR/MR arbeiten möchten?

Diese Technologien sind ein weiteres Medium, welches man für die Kommunikation nutzen kann. Wie Film oder Print bringen auch VR, AR und MR ihre eigenen Vor- und Nachteile. Wir sehen uns in diesem Bereich auch ein bisschen als Aufklärer, um Möglichkeiten und Use Cases aufzuzeigen. Wer eine gewissene Offenheit gegenüber neuen Technologien mitbringt, kann mit VR, AR und MR innovative Markenerlebnisse schaffen und Dinge ermöglichen, die bis vor kurzem noch nicht machbar waren – Stichwort „Virtual Try-Ons“.

Muss ich denn beispielsweise für ein AR-Projekt ein anderes Agentur-Briefing erstellen als etwa für eine klassische Plakat-Kampagne?

Nein. Auch bei AR-Projekten ist es für uns zuerst mal wichtig zu verstehen, welche Botschaft der Kunde vermitteln will und welche Zielgruppe er damit erreichen will. Wir sehen es als unsere Aufgabe, dem Kunden eine für sein Kommunikationsbedürfnis passende AR-Strategie vorzuschlagen. Oft ergibt es auch Sinn, bei einem Workshop gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten, die sowohl aus Content-, als auch aus Technologie-Sicht sinnvoll ist und die gesteckten Ziele erreicht.

Welche technischen Entwicklungen sehen Sie für die nächsten 2-5 Jahre?

Nebst der fortschreitenden Verbesserung der Hardware in den Bereichen Auflösung, Bequemlichkeit, Komfort und Rechenpower im Bereich von Virtual Reality wird voraussichtlich Augmented Reality im Alltag viel wichtiger. Facebook, Samsung, Sony, Lenovo (und Gerüchten zufolge auch Apple) arbeiten an AR-Brillen, welche auch den Massenmarkt erreichen sollen. Sobald also AR-Brillen täglich gebraucht werden, wird es für Brands auch wichtig sein, in diesen virtuellen Umgebungen angemessen präsent zu sein.

VR begeistert: Emina erlebt Ihr Traumhaus mit der VR-Brille «Oculus Rift». (c) Bandara

Was ist aus Ihrer Erfahrung die grösste positive Überraschung, die Unternehmen mit VR-/AR-/MR-Kampagnen erleben?

Auch wenn diese Technologien bereits seit einigen Jahren bekannt sind: Gut gemachte VR-/AR-/MR-Inhalte schaffen es immer, auch bei Skeptikern ein Wow-Erlebnis zu hinterlassen. Spannend ist dabei, dass die Technologie dabei in den Hintergrund rückt. Wenn sich z.B. jemand eine VR-Brille aufsetzt, dann ist er mitten im Inhalt – man schaut sich um, als wäre man vor Ort,. und man interagiert so mit der Umwelt, wie man es auch in der Realität tut. VR, AR, und MR sind zwar hochentwickelte Technologien, aber sie sind ein Schritt näher beim Menschen als z.B. Computer, die man mit einer Maus bedient oder Smartphones, die man mit dem Finger bedient.

Urs Langenegger ist Co-Founder von Bandara und als Dozent im CAS Digital Brand Management tätig.

Technologiesafari in Berlin und Leipzig

Die Grenzen zwischen der digitalen und der physischen Welt verschwimmen und stellen Geschäftsmodelle und Marketinglogiken infrage. Der viertägige Weiterbildungskurs «Technology Impact, Business Models & Services» ging in Berlin und Leipzig der Digitalisierung auf die Spur. Unternehmensbesuche und der Austausch mit Gründern und Startup-Vertretern in Kombination mit Workshops und akademischen Inputs führten zu vielschichtigen Erkenntnissen.

Innovationslabors als Antwort auf die Kundenwelten der Zukunft

Die Studienreise widmete sich unter anderem den Fragen, wie sich etablierte Unternehmen vor dem Hintergrund der Lebens-, Arbeits- und Kundenwelten der Zukunft neu erfinden können, wie sich Innovation und unternehmerisches Denken fördern und eine Innovationskultur entwickeln lässt.

Die Technologiesafari führte zu neuen Erkenntnissen und interessanten Einblicken © Rolf Rellstab

Die Deutschen Bahn investiert in verschiedene Intrapreneurship-Initiativen, um das milliardenschwere Verkehrsunternehmen für die Zukunft fit zu machen. Der eigene Risikokapitalfonds DB Digital Ventures hilft dem Konzern zudem, Erfahrungen mit zukünftigen Mobilitätskonzepten und neuen Geschäftsmodellen zu machen, aktuelle Kundentrends zu erfassen und Technologie-Scouting zu betreiben.

Die ALBA Gruppe betreibt seit September 2017 im Herzen Berlins einen Innovation Hub. Im sogenannten BluehouseLab wird gemeinsam mit innovativen Startups an der Recyclingbranche von morgen getüftelt. ALBA, das Unternehmen aus der Entsorgungs- und Recyclingbranche mit 7’500 Mitarbeitenden und 1,8 Milliarden Jahresumsatz, möchte Startups mit innovativen Technologien im Bereich Smart City, Smart Logistics, Big Data oder Internet of Things dabei helfen, Geschäftsmodelle zu identifizieren, zu finanzieren und aufzubauen. Für ALBA ist das BluehouseLab eine Investition in die eigene Zukunft. Aus dem familiengehaltenen und traditionellen Grossunternehmen soll dereinst eine «cutting-edge Company» werden, die auch in Zeiten von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz im Recycling-Markt Deutschlands eine führende Rolle einnimmt.

Als Innovationslabor sind auch die signals Open Studios gedacht. Hinter dem Konzept steckt der Versicherungskonzern Signal Iduna. Im Mittelpunkt steht die branchenübergreifende und crossindustrielle Vernetzung von Unternehmen und Startups. Die Begriffe Customer Centricity, Co-Creation und Open Innovation umschreiben dabei die massgebende Arbeits- und Gestaltungsweise. „Fail often and early“ soll in den Open Studios Wirklichkeit werden. Schnell kreieren, Prototypen bauen, die Nutzer fragen, Konzepte hinterfragen, anpassen, bis es passt. Die signals Open Studios geben sich unabhängig, flexibel und offen, verleugnen dabei aber nicht ihre Herkunft. Man versteht sich als Keimzelle für die digitale Transformation des Versicherungskonzerns, ein Prozess, der mit einem signifikanten Wandel der Unternehmenskultur einhergehen muss. Seit 2017 haben 600 Mitarbeitende das zweitägige Training «the future of work» in Berlin besucht.

Die signals Open Studios als innovatives Konzept © Rolf Rellstab

(Technologie-)Startups auf den Zahn fühlen

Wie funktionieren Jungunternehmen? Welche Herausforderungen haben sie? Wie können sie von aussen beurteilt werden? Das Berliner Technologie-Startup HomeToGo wurde 2014 gegründet und beschäftigt inzwischen mehr als 150 Mitarbeitende. Auch gemessen am Umsatz gehört es zu den am schnellsten wachsenden Startups Deutschlands. HomeToGo betreibt eine Metasuchmaschine für Ferienunterkünfte. Wenn Nutzer eine Anfrage starten, durchsucht HomeToGo Partnerseiten wie Booking.com, FeWo-direkt oder TripAdvisor. Mittlerweile nutzen pro Monat rund 20 Millionen Menschen die Plattform. HomeToGo liefert interessante Einblicke in die Kultur und die Herausforderungen eines Jungunternehmens auf der Schwelle zu einem etablierten Player in der Reisebranche, von der Rekrutierung und Organisationsentwicklung bis hin zu Marketing und PR.

Trendinstitut in alter Baumwollspinnerei

Welche Auswirkungen haben neue Technologien auf Geschäftsmodelle und Marketingansätze? Das Trendinstitut 2bAHEAD, einer der grössten Think Tanks Europas, sucht nach Antworten. Auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei Leipzig-Lindenau, wo sich mehrere Galerien, eine Vielzahl an Künstlern, Werkstätten, Architekten, Designer, Schmuck- und Modemacher und natürlich Startups niedergelassen haben, beschäftigen sich Trendforscher auch mit dem Kundendialog der Zukunft, der von intelligenten persönlichen Assistenten geprägt sein wird.

Aus Sicht von Markus Brunold, CEO von BSI und Teilnehmer der Studienreise, ein «tolles Programm, mit Einblicken in Innovation Labs und Startups, ergänzt mit der Sichtweise von Investoren.»

2bAHEAD befasst sich mit den Trends von morgen © Rolf Rellstab

Eine nächste Studienreise nach Berlin ist im Rahmen des Executive Master in Marketing Leadership für Herbst 2019 geplant. Rolf Rellstab (rolf.rellstab@zhaw.ch) gibt dazu gerne Auskunft.

Wer sich vorher fit für die Zukunft machen will, der findet im Weiterbildungsangebot des Instituts für Marketing Management spannende Lehrgänge.

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-marketing-analytics.html

https://weiterbildung.zhaw.ch/de/school-of-management-and-law/programm/cas-digital-marketing.html

Augmented Reality – das Kommunikationsinstrument der Zukunft?

Von Petra Meier

Brandaktuell und vielversprechend: Augmented Reality (AR). Innovationsgrössen wie Google, Apple und Ikea widmen sich dem Thema, auf Messen präsentieren Industrieunternehmen ihre neusten Maschinen virtuell und Agenturen speziell für diese Thematik werden gegründet. Nicht zu vergessen der grosse Hype 2017 um das Spiel «Pokémon Go». Doch welchen Mehrwert bietet die neue Technik tatsächlich? Ist AR eine futuristische Blase oder fixer Bestandteil zukünftiger Marketing- und Kommunikationskonzepte? Wir fragen bei David Hugi, Leiter Marketing & Kommunikation im Raiffeisen Unternehmerzentrum AG (RUZ) nach.

David, im RUZ wird Augmented Reality seit Januar 2018 in der Kommunikation eingesetzt. Was ist dein Zwischenfazit?

Wir haben uns vom Hype anstecken lassen, sind immer noch sehr begeistert und entdecken immer wieder neue Möglichkeiten. Jedoch ist es aktuell bei uns noch eine Spielerei. Wie wir als klassisches Beratungsgeschäft mit Augmented Reality einen Mehrwert für unsere Kunden schaffen können, ist nach wie vor eine offene Frage. Doch solche Herausforderungen suchen wir. Bei uns ist es enorm wichtig, Trends aus der Marketing & Kommunikationswelt auszuprobieren, daraus zu lernen und dann unsere Erfahrungen in der Begleitung an unsere Kunden weiterzugeben.

Bildlegende: David Hugi, Leiter Marketing & Kommunikation Raiffeisen Unternehmerzentrum AG © RUZ

Tim Cook, CEO von Apple, sagte kürzlich zu Augmented Reality: «I don’t think there is any sector or industry that will be untouched by AR». Was hältst du davon?

Jede neue Technologie erlebt früher oder später einmal einen Höhepunkt. Es folgt das «Tal der Desillusionierung», weil die Erwartungen der Leute dann doch nicht 100% erfüllt werden. Dann dauert es einen Moment, bis der tatsächliche Nutzen neuer Technologien für Geschäftsmodelle erkannt wird. Das zeigt auch der berühmte Hype Cycle von Gartner. Aber ich gebe Tim Cook Recht, Augmented Reality hat enormes Potenzial. Besonders im Industriesektor.

Warum im Industriesektor?

Ich denke beispielsweise an die Hannover Messe 2018, den globalen Hotspot für Industrie 4.0. Da haben unzählige Firmen mit der AR-Technik grosse Maschinen auf weisse Flächen projiziert und so die Maschine für Besucher in Echtgrösse erlebbar machen können. Oder zusätzliche Objektinformationen wie Seriennummer, Wartungstermine etc. können eingeblendet werden. Über die direkte Verbindung zum Dokumenten Management-System ist auch die Darstellung von bspw. Reparaturanweisungen möglich.

Bildlegende: Veranstaltungsbroschüre im RUZ mit Augmented Reality © RUZ

Die Zielgruppe des RUZ sind Unternehmerinnen und Unternehmer. Wie schätzt du den Einsatz von AR im Marketing für KMU in der Schweiz ein?

Das ist sehr branchenabhängig. Grundsätzlich sehe ich klaren Mehrwert mit dem Einsatz im Messebereich. Oder im Tourismusbereich mit dem Prinzip von «Pokémon Go». Bei Handwerksbetrieben bin ich schon eher kritisch. Denn der Faktor Mensch kann wie bei allen Technologien nicht ersetzt werden. Vor Allem Emotionen und die haptischen Fähigkeiten des Menschen sind unersetzlich. Ich rate einem KMU aber einfach auszuprobieren. Und habe für alle Trends aus der Marketing – und Kommunikationswelt eine klare Meinung: erfolgreiches Marketing basiert nicht auf entweder oder. Sondern lebt davon, die verschiedenen Möglichkeiten der heutigen Zeit schlüssig miteinander zu kombinieren.

https://www.ruz.ch/ruz-schweiz.html

https://www.facebook.com/ruz2014

https://www.linkedin.com/company/raiffeisen-unternehmerzentrum-ruz/

Erläuterung zu den Begrifflichkeiten:

  • Augmented Reality (AR): Nutzer sieht die reale Welt und erhält über ein Gerät (Smartphone, Tablet, Headupdisplay, Holographiesystem) zusätzliche Informationen.
  • Virtual Reality (VR): Nutzer nimmt reale Welt nicht mehr wahr und kann die virtuelle Welt nur mit einer VR-Brille erleben.
  • Mixed Reality (MR): analog AR, aber Inhalte können zwischen realer und virtueller Welt interagieren

Über die Autorin

Petra Meier hat eine Leidenschaft für Bild & Video und ist fasziniert von deren Einsatz in der Kommunikation. Die junge Kommunikatorin arbeitet seit rund drei Jahren im Raiffeisen Unternehmerzentrum AG in Marketing & Kommunikation. Das RUZ ist die unternehmerische Initiative der Raiffeisen Gruppe und begleitet Unternehmerinnen und Unternehmer von der Gründung bis zur Nachfolge. Petra Meier trägt den Titel «Bachelor of Science ZFH in Kommunikation» und ist aktuelle Teilnehmerin vom CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW.

Virtual und Augmented Reality in der Vorlesung

Die ZHAW ist berühmt für ihre Praxisnähe. Die Studierenden kommen früh mit Unternehmen in Kontakt und lernen das Wissen zu transferieren. Wichtig für die Zukunft sind aber auch die neuen Technologien und Trends. Im Masterstudiengang Business Administration mit der Vertiefung Marketing konnten die Studierenden dies mit eigenen Augen erleben – hier hielt nämlich die Virtual und Augmented Reality Einzug.

Nach wie vor sind Produkte ein entscheidender Bestandteil des Marketings. Dafür gibt es im Masterstudium auch ein spezielles Fach mit dem Titel Product Service und Innovationsmanagement (PSIM). Neben dem klassischen Produktmanagement mit seinen Methoden und Werkzeugen, wird der Digitalisierung ein wichtiges Augenmerk geschenkt. Die Folgen der Digitalisierung sind auch im Produktmanagement spürbar und rufen Veränderungen hervor.

Eine grosse Rolle spielt natürlich die Innovationsphase, aber auch in der Produktion und in der Logistik sind digitale Hilfsmittel im Einsatz. Mehr digitale Möglichkeiten gibt es ausserdem in der Vermarktung und in der After Sales Phase. Hier stehen die Virtual und Augmented Reality Technologien ganz vorn.

Im Rahmen des Unterrichts haben Prof. Dr. Rainer Fuchs und Dr. Roger Seiler den Studierenden demonstriert, welche Potenziale diese Technologien für das Produktmanagement eröffnen und wo ihre Einsatzmöglichkeiten sind. Den Studierenden wurde dabei ein VR Cardboard, eine Virtual Reality Brille aus Pappe zum selber falten, zur Verfügung gestellt. Danach konnten sie mit ihren Smartphones verschiedene Applikationen ausprobieren. Schliesslich ist es durchaus möglich, dass sie nach ihrem Abschluss mit diesen Technologien arbeiten werden.

VR und AR in der Vorlesung

Für die Dozenten war diese Veranstaltung nur ein erster Schritt. Zukünftig soll der Unterricht noch fokussierter sein, z.B. soll darauf eingegangen werden, wie produktbezogene Daten im Laufe des Produktlebenszyklus gewonnen werden und wie man sie für Marketing resp. After Sales auswerten und nutzen kann.

Der Lauftreff als Marketingstrategie

Von Dana Müller

Über spezifische Gruppen, wollen Marken ihre Anhänger langfristiger an sich binden. adidas verfolgt das Ziel, eine internationale Laufgemeinschaft aufzubauen und setzt dies als strategisches Marketingmittel ein, so zum Beispiel auch in Zürich mit den adidas Runners Zürich.

Eine Truppe von Läufern zieht durch den Kreis 5, die Minustemperaturen scheinen die fast 30 Läufer nicht abzuschrecken. Die Läufer sind bunt zusammengewürfelt, klassische Läufer, sportliche Frauen und Männer, sowie noch etwas weniger konditionierte sind dabei. Es fällt auf, dass viele eines gemeinsam haben – ein rundes «AR» Logo auf dem Shirt.

«Captain» Deborah Schlatter erklärt wofür AR steht. «Wir sind die adidas Runners», meint die 26-jährige Wirtschaftsabsolventin der Universität Zürich und fährt fort, „Wir sind eben nicht der klassische Lauftreff. Wir sind eine Internationale Running Community und wurden von adidas ins Leben gerufen und begeistern seit über zwei Jahren weltweit tausende Läufer„. Auch in Zürich treffen sich die adidas Runners regelmässig und sind zu einer grossen Laufgruppe geworden. Soeben wurde die Laufsaison für das 2018, mit einem speziellen Anlass, eröffnet. Die Laufgemeinschaft zählt in Zürich bereits über tausend Läufer auf Facebook. Dabei sein darf jeder, egal ob geübter Läufer oder Jogger-Neuling, die Türen der AR Community stehen allen Interessierten offen, die ihre Fitness und Wohlbefinden verbessern möchten und Freude daran haben, gemeinsam Sport zu treiben.

Die adidas Runners in Zürich ® adidas Runners Zürich

Eine neue Dimension der Kundenbeziehung

Das Phänomen von sogenannten Brand Communities (Markengemeinschaften) hat in den letzten Jahren stark zugenommen und wird gerade in der Sportindustrie gezielt als Marketinginstrument eingesetzt. Diese Gruppen ermöglichen eine neue Dimension der Kundenbeziehung und schaffen Verbindungen zwischen Marken und Konsumenten, aber auch zwischen einzelnen Konsumenten, die dieselben Interessen an einer Marke teilen. In Zürich treffen sich die AR Läufer bis zu fünf Mal pro Woche. Sie trainieren zusammen und verweilen nach dem Training gerne noch etwas länger in ihrer «Base», der Ambossrampe Zürich. Die adidas Runners sollen mehr als nur ein Lauftreff sein, es soll ein Ort sein, wo man Gleichgesinnte trifft, mit ihnen läuft, feiert und zusammen Spass hat. Ziel der AR sei es, eine emotionale Bindung zwischen der Marke und den Läufern herzustellen.

adidas Runners Schedule March 2018 ® adidas Runners Zürich

http://adidasrunners.de/adidas-runners-zuerich

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