Helvetia – ein Land der Weiterbildung

Die Schweiz zeichnet sich im Europäischen Raum durch eine einzigartige Weiterbildungskultur aus und ist im EU-Ländervergleich Vize-Spitzenreiter: Weshalb ist das so?

helvetia

Ein Blick hinter die Kulissen eines Landes, in dem die (Weiter)bildung gross geschrieben wird zeigt Interessantes auf: laut dem Bundesamt für Statistik hat im Jahre 2011 rund 77% der Schweizer Wohnbevölkerung zwischen 25 und 64 Jahren mindestens eine Weiterbildung in Anspruch genommen. Davon bilden sich 63% non-formal weiter, also über Kurse, Seminare, Vorträge, Konferenzen, Kongresse, Workshops oder Privatkurse. Mit einem Anteil von rund 30% ist die Schweiz laut eurstat auch Vize-Spitzenreiter was „lebenslanges Lernen“ angeht – einzig die Dänen weisen einen noch höheren Anteil von rund 32% aus.

Die „Lust an der Weiterbildung“ ist häufig mit der Erkenntnis verknüpft, dass man noch weiter kommen kann oder anders ausgedrückt: es ist der „gesunde Ehrgeiz“, der in jedem von uns steckt (über 80% der akademischen Weiterbildung wechseln in der Tat nach spätestens 2 Jahren die Arbeitsstelle). Ebenso wesentliche Einflussfaktoren sind aber auch struktureller Natur. Mit dem Bologna-Prozess wurde eine Reihe von Reformen in Gang gesetzt, durch die die europäische Hochschulbildung kompatibler, besser vergleichbar, wettbewerbsfähiger und für die Studierenden attraktiver gemacht werden soll. Die wichtigsten Ziele dieses Prozesses waren: die Einführung eines dreistufigen Studiensystems (Bachelor, Master, Promotion), die Qualitätssicherung in der Hochschulbildung und die Anerkennung von Qualifikationen und Studienzeiten.

Letzteres spiegelt sich auch in der Weiterbildung wider. Ein machbarer Weg ist beispielsweise die Anrechnung von Vorleistung an eine akademische Weiterbildung, wie einen CAS oder auch Master. Ein nennenswertes Beispiel ist hierbei der Marketingmanager HF der SAWI. Die Ausbildung lässt sich unter bestimmten Umständen (Einhaltung von „sur dossier“- Quote und Leistungsniveau des Studierenden) an einen Master in Marketing Management anrechnen.

C’est la passerelle qui fait la musique! Oder anders ausgedrückt, genau dies macht die Schweiz eben aus: die Möglichkeit Brücken zu bauen und auf eine durchlässige Gesellschaftsstruktur zählen zu können – eine „schöne Helvetia„.

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