Wie Unternehmen mit Kunst kommunizieren können

Von Lucia Angela Cavegn

Viele Menschen beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit Kunst und Kultur. Man geht ins Theater, gönnt sich ein Konzert oder besucht ein Museum, um sich zu unterhalten und sich weiterzubilden, oder man erwirbt ein Kunstwerk, um damit Privaträume zu schmücken. Als das gewisse Etwas eignet sich Kunst zudem für die interne und externe Unternehmenskommunikation, wie folgende Beispiele aus Winterthur aufzeigen.

Berührungspunkte zwischen Kunst und Unternehmertum

Zwischen Kunst und Unternehmertum gibt es diverse Berührungspunkte mit Potenzial für gemeinsame, kurz- wie auch langfristige Projekte. Sowohl im Unternehmertum wie auch in der Kunst ist Innovation ein wichtiger Erfolgsfaktor, weshalb ein, in Zusammenarbeit mit einer Künstlerin oder einem Künstler entwickelter und durchgeführter Workshop, neue Impulse für kreatives Denken und Teambildung liefern kann. Die Winterthurer Künstlerin Lena Wenger bietet diese spezielle, auf Firmen ausgerichtete Dienstleitung unter dem Namen artforpeople an. Ebenfalls in diesem Bereich tätig ist der Holzbildhauer Erwin Schatzmann, dessen überaus inspirierendes Atelier «Morgenland» einem Gesamtkunstwerk gleichkommt.

Kunst beflügelt die Phantasie: Morgenland-Gesamtkunstwerk von Erwin Schatzmann © Lucia Angela Cavegn

Ein gelungenes Beispiel eines langfristigen Projekts ist das Raiffeisen Kunstforum, eine Ausstellungsplattform, welche die Bank der Künstlergruppe Winterthur seit sieben Jahren in ihrer Filiale am Bahnhofplatz zur Verfügung stellt. Neben gemeinsam organsierten Vernissagen finden im obergeschossigen Ausstellungsraum auch Kundenanlässe statt. Die halbjährlichen, von einer externen Kuratorin konzipierten Wechselausstellungen sind an den Werktagen nachmittags unter der Aufsicht des Bankpersonals öffentlich zugänglich.

Kunst öffnet Türen: Raiffeisenbank am Hauptbahnhof Winterthur © Lucia Angela Cavegn

Mit Kunst nonverbal und empathisch kommunizieren

Anders als der Name vermuten liesse, ist der Technopark Winterthur ebenfalls ein Ort, wo die bildende Kunst präsent ist. Unter dem Titel expolina TECHNOPARK bespielen Kunstschaffende aus dem Umfeld des Technoparks Winterthur jeweils während der Dauer von drei Monaten mit ihren Werken die Wände der Eurest Cafeteria und sorgen damit für Gesprächsstoff sowie ein ansprechendes Ambiente. Die im Aussenbereich platzierte Arbeit des Eisenplastiker-Duos ChrisPierre Labüsch bezieht sich nicht nur auf das Corporate Design des Standorts, sondern war – in Verbindung mit einem 3D-Kurzfilm – Teil einer Performance, die am Weihnachtsanlass 2017 aufgeführt wurde.

Ein geeignetes Medium, um mit Kunst nonverbal und zugleich empathisch zu kommunizieren, sind zudem künstlerische Bildstrecken, welche inhaltlich, wie auch visuell eine gedruckte Publikation, wie beispielsweise den Tagungsband des Swiss Green Economy Symposiums oder die Programmschrift des Musikkollegiums Winterthur bereichern, oder Bildbände wie «Wald & Wunder. Porträts von Wäldern, Wundern und Waldmenschen», ein Buch des Winterthurer Naturfotografen Heinz Staffelbach, das als Kundengeschenk vom VZ VermögensZentrum herausgegeben wurde. Den immaterielle Wert von Kunst nutzte das Unternehmen als Sympathiebonus.

Kunst setzt Akzente: Werk von Chris Pierre Labüsch, Aussenbereich Technopark Winterthur © Lucia Angela Cavegn

Mit Kunst unkonventionell in Erscheinung treten

Im Januar 2018 fand im Winterthurer Hotel Wartmann die erste Ausgabe der zweitätigen Kunstausstellung «Morgenstund hat Kunst im Mund» statt – ein Projekt, das die Schreibende in Zusammenarbeit mit der Szenografin Anita Bättig und dem Hotelinhaber Rolf Wartmann erarbeitete und durchführte. Rund dreissig Künstlerinnen und Künstler bezogen ein Hotelzimmer, um ihre die Masse eines Koffers nicht überschreitenden Kunstwerke feilzubieten und zu übernachten. Das Hotel offerierte die Übernachtung und das gemeinsame Frühstück, zu dem auch das kunstinteressierte Publikum eingeladen war. Im Gegenzug profitierte es von kostenloser PR in Form von Ausstellungshinweisen in den lokalen Medien und mannigfacher Erwähnung in den Social-Media-Postings der Teilnehmenden. Die Verleihung des «Goldenen Zahnbürstchen» an  Alex Zwalen für das originellste Zimmer bildete den krönenden Abschluss der rege besuchten und sehr positiv aufgenommen Veranstaltung. 

Kunst ermöglicht ungewöhnliche Begegnungen: Der Künstler Alex Zwalen malt im Hotelzimmer – Ausstellung «Morgenstund hat Kunst im Mund» im Hotel Wartemann Winterthur © Lucia Angela Cavegn

https://kunstweise.ch/event-reader/morgenstund-hat-kunst-im-mund-347.html

Facebookgruppe «Morgenstund hat Kunst im Mund»

Über die Autorin

Lucia Angela Cavegn (lic. phil. I) bestreitet ihren Lebensunterhalt als freischaffende Kunstpublizistin, Kunst- und Kulturvermittlerin, Ausstellungskuratorin und Gesprächsmoderatorin. Seit Juli 2014 ist sie Mitglied der Kunstkommission der Stadt Winterthur. Ihren Internetauftritt www.kunstweise.ch teilt sie sich mit der Winterthurer Künstlerin Christiane Ghilardi. Zurzeit absolviert sie das CAS-Studium Marketing- und Corporate Communications an der ZHAW und bereitet eine Ausstellung zum Thema «Selbstporträts» für das Museum Rosenegg in Kreuzlingen vor.

Der Banker wird zum Concierge

Die Zukunftswerker der Bank Thalwil haben im dritten Workshop das Grobkonzept der neuen Geschäftsstelle Kilchberg begeistert aufgenommen. Neu mutiert die Bank zu einem Ort der Begegnung. Sie öffnet ihre Räume für Vereine und setzt trotz Digitalisierung, auf einen Menschen.

Der dritte und letzte Workshop der Zukunftswerker befasste sich ganz konkret mit der neuen Geschäftsstelle Kilchberg. Die Anregungen und Wünsche der ersten beiden Workshops wurden von den Innenarchitekten Marianne Daepp und Timm Förderer, zusammen mit der Bank Thalwil, in ein Grobkonzept gegossen. Nun ist klar, welche Eckpunkte, die neue Geschäftsstelle erfüllen wird.

Das Projekt Zukunftswerker der Bank Thawil hat wichtige Aspekte hervorgebracht

Ursprünglich wollte die Bank Thalwil voll auf die Digitalisierung setzen. Die Zukunftswerker Workshops haben aber aufgezeigt, dass für die Kunden der Mensch fundamental wichtig ist. Die Technologie soll deshalb nicht in den Vordergrund, sondern stattdessen im Hintergrund unterstützend wirken. Die Digitalisierung muss die Bank mitmachen, sie will aber in Kilchberg einen Mitarbeiter behalten. Die Digitalisierung wird Bestandteil des Konzepts, vor Ort wird aber der Mensch im Zentrum stehen. Der zukünftige „Banker vor Ort“ erhält eine neue Rolle und übernimmt eine Concierge Funktion und wirkt als Gastgeber. Mittels einer speziellen Schulung wird dieser Mitarbeiter darauf vorbereitet. „Nicht nur für den Kunden, auch für die Bank ist es wichtig den persönlichen Kontakt zu haben“, meint Andreas Fuchs, CEO der Bank Thalwil.

Andreas Fuchs, CEO der Bank Thalwil

Die Geschäftsstelle Kilchberg geht aber noch weiter. Sie öffnet ihre Räumlichkeiten für Vereine oder interessierte Firmen resp. Privatpersonen. Diese können bestimmte Bereiche für Vorstandssitzungen oder diverse Anlässe nutzen. In der Geschäftsstelle wird es eine moderne 24h Selbstbedienungszone (inkl. Tresoranlage für Wertgegenstände) und eine Begegnungszone geben. So ist gewährleistet, dass die Bedürfnisse der Kunden – wie beispielsweise die selbständige Erledigung der Bankgeschäfte und das direkte Gespräch mit den Kundenberatern – abgedeckt werden.

Engagierte Zukunftswerker, die tatsächlich Veränderungen im Projekt bewirken konnten

Gestalterisch wird versucht die Bankwerker auch optisch abzubilden. Angedacht ist ein Altholzboden, der in eine entsprechende Wand übergeht. Für ältere Kunden gibt es diverse Sitzmöglichkeiten. Die Räume werden so ausgestaltet, dass sie eine flexible Nutzung ermöglichen. „Dieses Konzept stellt den Menschen in den Mittelpunkt und bietet der Gemeinde Kilchberg einen Mehrwert. Ohne die Zukunftswerker, hätten wir nie so ein Szenario entwickelt„, erklärt Sandro Meichtry, Leiter Vertrieb der Bank Thalwil.

Auch für Sandro Meichtry war das Projekt Zukunftswerker ein voller Erfolg

Das Konzept wird nun weiter verfeinert und dann realisiert. Auch für Dr. Adrienne Suvada vom Institut für Marketing Management der ZHAW, haben die Zukunftswerker eine sehr gute Arbeit abgeliefert: „Ich wusste, dass die Kunden am besten wissen, was zu tun ist. Sie haben sehr präzise und sehr differenziert argumentiert. Es freut mich sehr, dass der hohe Stellenwert des persönlichen Kontakts nun auch umgesetzt wird.“ Der Umbau der Geschäftsstelle Kilchberg wird im neuen Jahr starten. Während der Umbauphase läuft der Bankbetrieb weiter.

http://www.bankthalwil.ch/

Von „No Bank“ bis zum „volldigitalen Gastgeber“: Zukunftsszenarien für die Bank Thalwil

Die Zukunftswerker der Bank Thalwil haben bereits zum zweiten Mal über die Geschäftsstelle der Zukunft diskutiert. Die Bank Thalwil muss einen Mehrwert bieten – für die Kunden und für die Gemeinde. Dabei gilt es als Gastgeber aufzutreten und die Digitalisierung nicht zu verpassen.

Nachdem der erste Workshop mit den Zukunftswerkern bereits erfolgreich war, wurde nun konkreter abgefragt, wie die Geschäftsstelle in Kilchberg tatsächlich aussehen sollte. Die Innenarchitekten Marianne Daepp und Timm Förderer präsentierten fünf ganz unterschiedliche und zum Teil radikale Szenarien. Von einem sehr offenen Raum, wo die Bank etwas in den Hintergrund rückt, bis zu einer fast volldigitalen Lösung war alles vertreten.

Zukunftsszenarien für die Geschäftsstelle der Zukunft © Bank Thalwil

Die Zukunftswerker diskutierten rege mit. Klar war, die Bank Thalwil muss einen multinutzbaren Raum haben. Es braucht Platz für Veranstaltungen und für die Vereine. Am Tag wird der Raum von der Bank genutzt, am Abend beispielsweise für Vereinsanlässe.

Die ideale Geschäftsstelle sollte so ausgestattet sein, dass jeder das wählen kann, was für ihn am besten stimmt. Es braucht also die Privatsphäre genauso, wie einen offenen Raum und einen Tisch, wo man mit dem Bankberater sprechen kann. Dennoch gilt es die Digitalisierung im Auge zu behalten und moderne, multimediale Lösungen (z.B. einen digitalen Tisch) zu prüfen welche die Kunden unterstützen.

Die Zukunftswerker der Bank Thalwil mitten bei der Arbeit © Bank Thalwil

Dr. Adrienne Suvada von der ZHAW, die das Projekt auf wissenschaftlicher Seite begleitet, sieht das genauso: „An digitalen Lösungen kommt man nicht herum, dennoch ist der persönliche Kontakt wichtig, es braucht Menschen in der Geschäftsstelle„. Besonders geschätzt würde eine Art Concierge, der als Gastgeber fungiert, die Kunden persönlich kennt und ihnen bei Problemen hilft.

Diese Rückmeldungen sind sehr wichtig für uns und helfen uns gewisse Aspekte mit den Augen der Kunden zu sehen„, meint Sandro Meichtry, Leiter Vertrieb der Bank Thalwil. Das wohl schönste Statement des Abends war sicherlich: Die Anwesenheit der Bank Thalwil per se ist für Kilchberg ein Mehrwert.

Diese Rückmeldung bestärkt uns im Marketing nah an den Kunden zu sein und ihnen die Einzigartigkeit der Bank Thalwil zu vermitteln„, erklärt Beat Ruch, Leiter Marketing und Kommunikation der Bank Thalwil. Die Innenarchitekten nahmen die Anregungen dankend auf wobei Marianne Daepp erwähnte, dass der Entscheid, welches Konzept und in welcher Form umgesetzt wird, durch die Bank Thalwil gefällt und auch gelebt werden muss. Im dritten Workshop im Dezember wird dann das Ergebnis präsentiert und noch einmal Gelegenheit für Feinjustierungen geboten.

Startup Night in Winterthur: Spannender Austausch und interessante Ansätze

Von Dana Müller

Vor einiger Zeit fand in Winterthur die erste Startup Night statt. Das Technikum öffnete die Türen und lud ein, sich einen Einblick von Innovationen und Produkten von vielen Startups zu verschaffen. In Winterthur und Umgebung entstanden in den letzten 15 Jahren über 100 Startups, so erstaunt es kaum, dass der Anlass der Startup Night auf grossen Anklang stiess. Besucher konnten dank Workshops, Vorträgen und Informationsständen verschiedene Eindrücke gewinnen und direkte Kontakte mit den Gründern der Startups knüpfen.

Ideen durch einen Prototyp erlebbar machen

Auch das Institut für Marketing Management war durch Dr. Michael Klaas vertreten. Er gestaltete einen spannenden Workshop zum Thema «Prototyping als Teil des kundenorientierten Designs».

Prototyping kann für Startups einen hohen Stellenwert haben. Als Vorversion von Produkten, ermöglichen Prototypen eine Funktion oder ein Erlebnis zu testen. Dies kann Investoren, oder zukünftigen Kunden helfen, das Produkt besser zu verstehen. Doch bevor ein Prototyp erstellt wird, muss das Bedürfnis definiert werden. Anhand von praktischen Beispielen erklärte Dr. Michael Klaas, was es heisst ein Kundenbedürfnis richtig zu verstehen.

Oft liegt genau da die Schwierigkeit – im Definieren und Artikulieren von Bedürfnissen. Ideen müssen erlebbar, ja greifbar gemacht werden, Prototypen setzen genau da ein. In einem kreativen und mehrdeutigen Prozess können Ideen und einfache Prototypen erstellt werden. Diese werden direkt getestet z.B. durch Befragungen von Freunden, der Familie oder auf der Strasse. Dank dem gewonnenen Feedback, wird der Kunde immer besser verstanden und der Prototyp erneut angepasst. Dieser Prozess wiederholt sich bis der Prototyp alle Kundenbedürfnisse abdecken kann und somit zum finalen Prototyp wird.

Dr. Michael Klaas an der Startup Night (c) Startup Night

Innovation heisst auch Risiken eingehen. Beim Ideen sammeln und Prototypen entwickeln, wird mit verschiedenen Techniken gearbeitet. Papier, Post-it und Karton sind ausgezeichnete Materialien um Prototypen zu basteln. Im Design Thinking nutzt man unterschiedliche Arten von Prototypen um den kreativen Entstehungsprozess zu bereichern. Prototypen müssen nicht perfekt sein – sie sind dazu da, die Funktionen eines Produktes zu definieren und werden durch exploratives, experimentelles oder evolutionäres Prototyping entwickelt. Um das Gelernte zu verinnerlichen, hatten die Workshop Teilnehmer den Auftrag in Gruppen einen Papierflieger mit der linken Hand zu basteln. Das Ergebnis nebst kindlichen, innovativen und kaum zu erkennenden Papierfliegern, war eine heitere und lockere Stimmung im Raum, die es vereinfachte die anderen Workshop Teilnehmer kennenzulernen.

Workshop Teilnehmer an der Startup Night (c) Startup Night

http://www.startup-night.ch/

Bank Thalwil geht neue Wege: Die Zukunftswerker beraten die Bank und bauen aktiv mit

Die gesellschaftlichen Veränderungen verlangen nach Anpassungen im Bankgeschäft, auch für die Bank Thalwil. Die Bankwerker haben nun einen innovativen Ansatz gewählt und setzen für einmal nicht auf hochbezahlte Beratungsfirmen, sondern auf Menschen aus dem normalen Leben.

Wie kann sich eine Bank den Herausforderungen stellen und wie sieht die Geschäftsstelle der Zukunft aus? Gerade letztere Frage beschäftigt die Bank Thalwil in Bezug auf die Geschäftsstelle Kilchberg sehr.

Die Bank Thalwil hat sich entschlossen keine Beratungsagenturen zu wählen, sondern setzt auf Personen, die direkt betroffen sind: Menschen aus dem normalen Leben. Mit fachlicher Unterstützung durch das Institut für Marketing Management der ZHAW, wurde das Projekt Zukunftswerker entwickelt. Menschen aus allen Altersgruppen und diversen beruflichen Hintergründen treffen sich für drei Workshops und bringen ihre Meinungen aktiv ein.

Die Zukunftswerker bei den Bankwerkern (c) Bank Thalwil

Die Bankwerker sind bekannt für ihre Kundennähe. Das steht bei uns nicht nur auf dem Papier, sondern wird aktiv gelebt. Wir sind überzeugt, dass die Zukunftswerker uns neue Sichtweisen ermöglichen„, meint Andreas Fuchs, CEO der Bank Thalwil. Der erste Workshop brachte bereits interessante Diskussionen hervor. So wurde die Wichtigkeit des persönlichen Beraters betont, der dann zum Kunden kommt, wenn er ihn braucht. In einer Geschäftsstelle soll ausserdem nicht ein Bildschirm die Kunden begrüssen, sondern ein Mensch. Es wurden auch innovative Ansätze diskutiert, denn gerade das jüngere Kundensegment erledigt viele Bankgeschäfte online. Klares Statement war: Die Bank Thalwil gehört als einzig verbliebene Bank zu Kilchberg. Erste Ideen wurden aufgeworfen, wie man die Räumlichkeiten nutzen könnte, um auch für die Gemeinde einen Mehrwert zu bieten.

Spannende Diskussionen und interessante Ansätze (c) Bank Thalwil

Experten haben die Tendenz an der Kundschaft vorbei zu denken. Man wählt dann komplexe und teure Designs und übersieht leicht die wirklichen Bedürfnisse. Die Zukunftswerker bringen neue Aspekte hinein, die sehr wertvoll sind„, sagt Dr. Adrienne Suvada, die das Projekt auf Seiten der ZHAW begleitet. Froh über dieses Projekt ist auch Sandro Meichtry, Leiter Vertrieb Bank Thalwil: „Dieser direkte Austausch ist eine wichtige Erfahrung für unsere Bank. Normalerweise sind die Projekte schon fertig und werden dann der Kundschaft übergeben. Hier kann man aktiv mitarbeiten. Diese Zusammenarbeit ist einzigartig.“

Die Zukunftswerker treffen sich noch zu zwei weiteren Workshops im November und Dezember.

www.bankthalwil.ch

Science to Business Workshop zu Plattform-Geschäftsmodellen

Wenn wir den Markt für Smartphones betrachten, realisieren wir schnell, dass Nokia und Blackberry nur noch Schatten ihres früheren Ruhms sind. Ihre Technologien und Funktionen halten denen von Apple und Android stand. Apple und Android triumphieren jedoch nicht wegen ihrer technologischen Features, sondern aufgrund der Fähigkeit leistungsfähige Plattformen bereit zu stellen. Es sind die Millionen von externen Software-Entwicklern, die im App Store ihre Dienstleistung bereitstellen, die das Ökosystem von Apple und Android befruchten und damit für strategische Vorteile sorgen (Bonchek & Choudary, 2013). Plattform-Geschäftsmodelle sind in den „Unicorn“-Unternehmen, wie Facebook, AirBnB und Uber groß geworden (Fortune, 2015). Heute kann man allerdings beobachten, dass ein signifikanter Teil der schnell wachsenden etablierten Unternehmen, wie Nike und Walmart eine Transformation in die Richtung von Plattform-Geschäftsmodellen durchlaufen.

platform-uber

NEUE SPIELREGELN
Letztlich definiert diese Transformation das Verständnis von Wettbewerb und Kooperation neu. Firmen, die heute versuchen ihren strategischen Vorteil, basierend auf der Stärke ihrer Mitarbeiter und interner Ressourcen zu generieren, stehen Armeen von vernetzten Kooperationspartnern gegenüber, die den Verbund nutzen, um Skaleneffekte zu erzielen.

SCIENCE TO BUSINESS
Der IMM bietet mit dem SCIENCE TO BUSINESS Workshop eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Wir werden aktuellste Forschungsergebnisse zur Wert Generierung in Business Netzwerken und Platform Geschäftsmodellen zeigen. Forschung die den Anforderungen des Zeitalters der Vernetzung gerecht werden kann.

Wir sehen Manager als unsere Sparringspartner. Ziel ist es, die Forschungsergebnisse mit praxisrelevanten Fragestellungen aus unterschiedlichen Branchen zu reflektieren und so zu stärken. Für Manager öffnet der Workshop neue Sichtweisen auf das eigene Geschäftsmodell und zukünftige Positionierungen. Dadurch ergibt sich eine Win-Win Situation für alle Beteiligten, mit spannenden Diskussionen in einem inspirierenden Umfeld, Raum für Humor und Spaß und großem Potenzial.

Der SCIENCE TO BUSINESS Workshop findet am 4. November 2016, von 14:00-17:00 Uhr im SERVICE LAB der ZHAW statt. Er richtet sich an Verantwortliche im Bereich Marketing, Strategie, CRM und Business Development. Sind Sie interessiert? Melden Sie sich direkt bei Julia Fehrer j.fehrer@auckland.ac.nz an. Die Teilnehmerzahl für diese Veranstaltung ist auf 20 Teilnehmer begrenzt.

fehrer

Julia Fehrer – Referentin am Workshop – Wissenschaftliche Mitarbeiterin Universität Bayreuth und Universität Auckland –

Programm:

14:00 Uhr BEGRÜSSUNG durch Frank Hannich, School of Management and Law, ZHAW
14:15 Uhr IMPULSVORTRAG PLATFORM REVOLUTION

Julia Fehrer, Universität Bayreuth

 

14:35 Uhr INTERACTIVE WORKSHOP BUSINESS MODELS DER ZUKUNFT

Moderation: Julia Fehrer

17:00 Uhr SUM UP FINDINGS
17:15 Uhr APERO HOME COMING DAY ALUMNI ZHAW

«LEGO® Serious Play®» – vom Spiel zur Methodik

LEGO® hat die Kindheit von vielen von uns geprägt. Die kleinen und grossen Bauelemente dienten zum Aufbauen, Umbauen und Experimentieren. Man konnte in andere Welten eintauchen: Egal ob in die eines Piraten, der heldenhaft in stürmischen Meeren kämpft, oder in die Welt eines ehrenhaften Ritters, der sein Königreich vor Feinden verteidigt. Wer hätte da vermutet, die farbenfrohen LEGO® Bausteine in einem innovativen Workshop Format wieder anzutreffen?

Die vom Service Lab des Instituts für Marketing Management eingesetzte Methode trägt den Namen «LEGO® Serious Play®». Die Verbindung von «LEGO®» und «Play» ist naheliegend – doch wie ist das «Serious» zu verstehen? Es geht keineswegs darum, mit einer ernsten oder gar versteinerten Miene LEGO® zu spielen. Vielmehr wird hiermit die Seriosität der Anwendungsgebiete und des methodischen Vorgehens hervorgehoben.

«LEGO® Serious Play®» Workshops beruhen auf drei Grundprinzipien:

  1.  «Die Antworten sind bereits im Raum»: Das Vorgehen im Workshop ist darauf ausgerichtet, die verschiedenen Sichtweisen der Teilnehmenden kennenzulernen und zu einem Gesamtbild zusammenzuführen.
  2. «Mit den Händen denken»: Anstatt nur über abstrakte Themen zu sprechen, wird erst mit Hilfe der LEGO® Materialien etwas Handfestes gebaut und dann darüber gesprochen. Das Erbauen von Modellen ist dabei ein kreativer Prozess, in dem manuelle und geistige Arbeiten eng verknüpft werden. Das entstehende Modell visualisiert dabei fortlaufend zentrale Aspekte des jeweiligen Themas. Dies entlastet das Gedächtnis und eröffnet neue Perspektiven.
  3. «Einfacher Zugang»: LEGO® dürfte fast allen Workshop Teilnehmenden vertraut sein – selbst wenn nicht, kann mit den Bauelementen intuitiv umgegangen werden. Dadurch fällt es den Teilnehmenden von «LEGO® Serious Play®» Workshops leicht, Modelle zu entwickeln, mit ihnen zu experimentieren und sie zu erweitern. Diese werden im Anschluss als äusserst anschauliche und einprägsame Metaphern für die jeweiligen Aspekte des besprochenen Themas benutzt.

Entscheidend für den Erfolg solcher Workshops sind die methodischen und sozialen Fähigkeiten eines speziell dafür ausgebildeten Moderators. Er lenkt den Gruppenprozess so, dass sich folgendes Zielerlebnis erfüllen kann: «LEGO® Serious Play® offers an engaging hands-on environment, where the activity is perceived as meaningful, one’s abilities are in balance with the challenge at hand, and one has the tools to express the emerging knowledge.» (LEGO® Serious Play. Open Source Introduction to LEGO® Serious Play. Page 8).

Anhand der Nutzung der LEGO®-Elemente zeigen sich die Strukturen und Verbindungen zwischen Menschen und ihrer (Arbeits-)Welt. Die physischen Modelle erlauben eine Fokussierung auf die hervorgehobenen thematischen Aspekte und vermeiden, dass sich die Erbauer für ihre Sichtweise rechtfertigen müssen. Vielmehr helfen deren Erläuterungen, die individuelle Symbolik des jeweiligen Modells zu verstehen und dadurch die Welt durch andere Augen zu betrachten.

Das «LEGO® Serious Play®» Konzept und die offiziell dafür zusammengestellten LEGO® Materialien erlauben, Frage- und Problemstellungen auf eine hierarchiefreie und ergebnisoffene Weise zu bearbeiten. Das spielähnliche Äussere darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Workshop Form von Moderatoren und Teilnehmern ausgeprägte soziale und inhaltliche Fähigkeiten verlangt. Richtig eingesetzt kann «LEGO® Serious Play®» zu sehr fruchtbaren und vor allem unvergesslichen Ergebnissen führen.

Service Lab - Workshop „LEGO® SERIOUS PLAY“

Service Lab – Workshop „LEGO® SERIOUS PLAY“

LEGO® Serious Play® ist nur ein Beispiel der innovativen Methoden, die im Service Lab des Instituts für Marketing Management eingesetzt werden. Das Service Lab nutzt auch Erkenntnisse aus den Verhaltenswissenschaften und der Neuropsychologie, um die Kundenperspektive zu erforschen. Darauf aufbauend entwickelt das Service Lab Konzepte zur Kundenorientierung und treibt so die (Weiter-)Entwicklung von Services und Marketingmassnahmen voran. Ihre Fragen zum Service Lab beantwortet Sandro Graf sehr gerne per E-Mail oder per Telefon unter 058 934 66 36.

S2B14: Resultate aus dem Workshop der Universität Freiburg

An der Science-to-Business Marketing Konferenz in Winterthur fanden zahlreiche Workshops statt. Einige der Ergebnisse aus diesen Workshops teilen wir auf diesem Blog. Unten finden Sie einige Resultate aus dem Workshop “Science-to-Business Marketing starts in the researcher’s head. How to raise researchers’ awareness for business-opportunities?” der Universität Freiburg.

Bilder aus dem Workshop

 

Workshop an der Blue-Tech 2012

Im Rahmen der Blue-Tech wurden verschiedene Workshops in Zusammenarbeit mit der Internationalen Bodenseehochschule IBH, dem WWF, The Natural Step und der ZHAW angeboten mit der Möglichkeit sich das nötige Rüstzeug für die Praxis von morgen zu verschaffen.

Das Zentrum für Marketing Management hat in Zusammenarbeit mit S2 Sustainability Strategies (The Natural Step Schweiz) und dem Geschäftsführer der Briner AG Herr Weber in Winterthur einen spannenden Workshop zum Thema Strategieentwicklung durchgeführt.

Im Workshop «Die 4 Kriterien für den Erfolg in der Zukunft – wirkungsvolle Strategien für Unternehmer» wurde das erprobte Rahmenwerk von The Natural Step als Basis für die Entwicklung von nachhaltigen Geschäftsstrategien vorgestellt. The Natural Step gibt vier Systembedingungen vor, die auch als Definition von Nachhaltigkeit angesehen werden können und ein einheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit schaffen. Auf dieser Basis haben die 24 Teilnehmer eine Vision für verschiedene Unternehmen aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Sanitär und Mobilität definiert, die als Grundlage für die Strategieentwicklung gilt.

Nach einer kurzen Input-Präsentation zum Business Model Canvas (Osterwalder & Pigneur, 2010) und dem Praxisbeispiel der Briner AG, konnten die Teilnehmenden in Kleingruppen ihr Business Model entwickeln und sich zum Schluss nach einer 10-Minutigen Präsentation wertvolles Feedback von den Teilnehmenden und den Experten aus der Praxis und der ZHAW abholen.

Präsentation zum Teil 1 des Workshops: Strategien für Nachhaltigkeit

Präsentation zum Teil 2 des Workshops: Business Model Canvas

Social Media für NGO’s – Fluch oder Segen? Ein Workshop gibt Antworten

Es gibt einige Beispiele für gut gelungene Kampagnen von NGO’s, die Social Media gekonnt einsetzen. Ein Beispiel, das den Experten positiv aufgefallen ist, ist 2aid.org, zu finden auf dem bernetblog. Es gibt aber auch kleine NGO’s, die mit begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen Social Media für sich nutzen möchten. Eine davon ist die Winterthurer Klimaschutzorganisation myblueplanet mit dem klaren Ziel CO2 Emissionen zu reduzieren.

Wie kann myblueplanet Social Media nun aber in die bisherigen Kommunikationsaktivitäten einbinden? Und wie können der Bekanntheitsgrad gesteigert und mehr Freiwillige zum Mitmachen bewegt werden, damit zielgerichtet Projekte umgesetzt werden können? Das sind nur einige Fragen, denen die myblueplanet-Verantwortlichen zusammen mit unserem Social Media Experten Armin Ledergerber des Zentrums für Marketing Management nachgegangen sind.

Der sehr praxisbezogene Workshop hat drei wesentliche Handlungsempfehlungen aufgetan:

Interne Organisation: Auch eine NGO muss zuerst intern Klarheit geschaffen. Dies umfasst Fragen zu: Welche Netzwerke wollen wir nutzen? Welche könnten in Zukunft interessant sein? Wer ist verantwortlich? Es braucht eine verantwortliche Schlüsselstelle, die sich dem Thema annimmt und auch das regelmässige Monitoring (z.b. mit dem Community-Report von Netbreeze) betreibt und analysiert.

Authentische Kommunikation: Je nach Kommunikationskanal (und das schliesst auch die „herkömmlichen“ Medien ein) ist eine zielgruppengerechte Ansprache zu verwenden. Das bedeutet einerseits Transparenz und anderseits aber auch den Mut, einen Fehler einzugestehen und dies dem Netzwerk mitzuteilen.

Ohne Fleiss keinen Preis: Auch wenn es zu Beginn so erscheint, als seien alle bisherigen Social Media Aktivitäten bedeutungslos, sollte man sich von stagnierenden «Facebook»-Freunden» oder «Follower» auf Twitter nicht entmutigen lassen. Mit einem Diskussionsbeitrag oder einem neuen Mitglied kann sich das schlagartig ändern. Nur kontinuierliche Anstrengungen wirken sich schliesslich langfristig aus.

Ob das Eintauchen in die Welt der Social Media für myblueplanet nun Fluch oder Segen ist, wird sich zeigen. Mit diesem engagierten Freiwilligenteam, aber wohl eher ein Segen.

Lust myblueplanet zu begleiten und Tipps zu geben? Hier geht‘ zu Twitter und hier zur Fanpage auf Facebook.