Keine abschreckende Forschung, sondern praxisnahe Lösungsvorschläge für Unternehmen

Die ZHAW ist seit jeher für ihre Nähe zur Praxis bekannt. Was bedeutet dies aber in der tatsächlichen Umsetzung? Wie können Unternehmen, und zwar grosse wie kleine, von der ZHAW und ihren Instituten profitieren? Wir haben bei Marcel Hüttermann nachgefragt, der erläutert wie das beim Institut für Marketing Management funktioniert.

Die ZHAW ist bekannt für ihre Praxisnähe, wie äussert sich dies konkret? Wie können Firmen z.B. mit dem Institut für Marketing Management zusammenarbeiten?

Unternehmen können mit uns auf vielfältige Art und Weise zusammenarbeiten. Von der Inauftraggabe von Bachelor- oder Masterarbeiten über Marktforschungsprojekte, bis hin zum nationalen oder internationalen Forschungsprojekt ist vieles möglich. Am einfachsten ist es, uns auf die konkrete Fragestellung hin anzusprechen. Wir suchen dann im Dialog das beste Gefäss, um Antworten darauf zu finden.

Marcel Hüttermann ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Marketing Management

Können in dieser Zusammenarbeit auch Studierende involviert werden?

Auf jeden Fall. Wir nennen uns ja nicht nur Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften aus einer Laune heraus, sondern wir handeln auch aktiv so. Es gibt neben den bereits angesprochenen Bachelor- und Masterarbeiten bspw. regelmässige Studentenprojekte im Masterstudiengang Marketing. Dort beschäftigen sich in der Regel 4-5 Studierende mit einem Praxisunternehmen und erarbeiten für diese bspw. konkrete Handlungsempfehlungen auf Basis ihrer Analysen und Studien.

Worin unterscheidet sich das Institut von einer «normalen» Beratungsfirma?

Eins steht bei uns im Vordergrund: Fact-based-marketing. Wir treffen keine Entscheidungen aus dem Bauch heraus, sondern wir recherchieren und analysieren die Fakten und bauen unsere Empfehlungen darauf auf. Des Weiteren arbeiten wir in Kooperation mit den jeweiligen Unternehmen. Wir kommen nicht und erklären dem Unternehmen was sie ab sofort zu tun und zu lassen haben, sondern erarbeiten gemeinsam Lösungen.

Gemeinsam Lösungen erarbeiten, damit die Unternehmen am besten profitieren können

Forschung kann für viele Firmen abschreckend wirken. Wie können auch kleinere Firmen von Forschungsprojekten profitieren?

Das kann ich gut verstehen. Wenn von Forschungsprojekten in den Medien die Rede ist, sind das meist die ganz ganz grossen Projekte in Medizin, Technik oder den Naturwissenschaften. Forschung passiert aber auch im Kleinen. Forschung bedeutet das «Arbeiten an Erkenntnissen». Fragestellungen wie: Wie wird mein Unternehmen vom Kunden wahrgenommen? Stimmen Selbst- und Fremdbild überein? Was sind die Bedürfnisse meiner Kunden? Dies sind elementare Fragestellungen für jedes Unternehmen und sollten im wahrsten Sinne des Wortes «erforscht» werden.

Generieren diese Projekte auch für das Institut positive Effekte?

Wir unterstehen vom Kanton einem vierfachen Leistungsauftrag, der da heisst: Engagement in Lehre, Weiterbildung, Forschung und Beratung. Dies ist im besten Fall ein Kreislauf: Wir forschen an konkreten Themenstellungen, die die Unternehmen in der Praxis beschäftigen. Die Erkenntnisse daraus fliessen wiederum in die Lehre von Bachelor- und Masterstudenten und auch in die Weiterbildung, wo sich natürlich wiederum Mitarbeiter von Unternehmen befinden, die genau mit diesen Fragestellungen tagtäglich zu tun haben. Diese Dynamik hält uns ganz nahe am Markt und an den aktuellsten Themen im Marketing.

Weitere Informationen unter: https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/forschung-und-beratung/

Internet of Things: Die wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Implementierung eines CRM IoT Projektes

Von den ZHAW Studierenden Dominik Perrucci, Ronelle Grosjean, Patricia Gebhardt und Florence Angstmann

Die Digitalisierung verändert nicht nur unser Alltagsleben, sondern auch die Märkte, die Geschäftsbeziehungen und die Wertschöpfungsketten. Mit der Integration und Implementierung digitaler Technologien in die bestehende Geschäftswelt, ergeben sich aber auch neue Chancen. Bestehende Geschäftsmodelle wandeln sich und neue   Geschäftspotenziale werden generiert.

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung wurde ein Thema besonders kontrovers diskutiert: das Internet of Things (IoT). Das IoT beschreibt eine vernetzte Welt, welche aus Dingen besteht, die jeweils ihre eigene virtuelle Identität besitzen und sich untereinander intelligent vernetzen und miteinander kommunizieren können. Die Benutzer können von überall auf der Welt Aktivitäten und Bedingungen überwachen und bei Bedarf Aktionen aus der Ferne steuern oder auslösen. IoT-Projekte gelten in der Praxis als hochkomplex und erfordern sehr spezifisches Fachwissen. Was kann ein Unternehmen nun tun, um den Erfolg eines IoT-Projektes sicherzustellen?

Worauf man bei IoT-Projekten achten muss

Wie so oft steht auch hier an erster Stelle, um ein erfolgreiches Projekt umzusetzen, die richtige Vorgehensweise. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht, wie eine IoT-Vorgehensweise aussehen sollte.

Die IoT-Projektarchitektur basiert, wie bei jedem Projekt, auf der Unternehmensstrategie. Ein Unternehmen muss demnach seine IoT-Strategie aus der Unternehmensstrategie heraus ableiten. Nach der Erarbeitung der strategischen Vorgaben ist es von grosser Bedeutung, dass das Unternehmen eine IST-Aufnahme der bestehenden Prozesse erarbeitet und die SOLL-Prozesse definiert. Auf Basis der ersten drei Phasen, kann das Unternehmen mithilfe von verschiedenen Kreativitätsmethoden, mit der Ideengenerierung beginnen.

Hat das Unternehmen einige Ideen entwickelt, wird die Umsetzung konzeptioniert. Der nächste Schritt ist dann die Software- bzw. die Systemauswahl. Verschiedene Evaluationskriterien werden für die IoT-Plattformen erstellt, mit welchen man dann die einzelnen Systeme analysiert und auswertet. Hat man sich für eine Software oder ein System entschieden, wird vor der eigentlichen Umsetzung ein Prototyp realisiert. Erfüllt der Prototyp die erforderlichen Kriterien, kann das Unternehmen mit der technischen und organisatorischen Umsetzung beginnen.

Bei einer erfolgreichen Implementierung eines IoT-Projektes gibt es neben dem richtigen Vorgehensmodell folgende weitere Kriterien zu beachten:

  1. Kommunizieren Sie das Projekt top-down

Die Vorgaben wie die IoT-Strategie, die Ziele und die Verantwortungsbereiche eines solchen Projektes sollten von der Führungsebene herab richtig kommuniziert werden.

  1. Stellen Sie genügend Ressourcen zur Verfügung

Das Management muss sicherstellen, dass genügend Ressourcen für das Projekt zur Verfügung stehen. Mit den Ressourcen sind nicht nur die personellen, sondern auch die finanziellen sowie zeitlichen Ressourcen gemeint.

  1. Steigern Sie die Datenqualität

IoT und die Smart Connected Products generieren fortlaufend riesige Datenmengen. Um die Daten in Echtzeit auszuwerten und aus der Analyse die richtigen Handlungsempfehlungen abzuleiten, benötigt es die richtigen technischen Voraussetzungen: Neue Massstäbe, ein experimentelles Vorgehen und die Förderung des entsprechenden Know-hows sind hier essentiell.

  1. Passen Sie Ihre Unternehmenskultur an

Ein Unternehmen muss weg von den reinen Investitionsgütern und sich dafür zu einem Dienstleister orientieren. Der Service wird wichtiger als das Produkt. Dies muss in der Unternehmenskultur entsprechend manifestiert sein.

  1. Nutzen Sie (Ihre) Partnerschaften

Durch die Komplexität und die Vielzahl an IoT-Lösungen am Markt, sind Unternehmen oft überfordert. Aufgrund der geforderten neuen Architektur von IoT-Projekten sollte auf Serviceprovider und Spezialisten im IoT-Umfeld zurückgegriffen werden. Diese können helfen sehr spezifische Probleme effektiv zu lösen.

  1. Erstellen Sie konkrete Zielen und Meilensteine

Mangelhaftes IoT-Projektmanagement geschieht oft dann, wenn der Projektumfang, die Projektziele, Termine und das Budget zu ungenau definiert wurden. Beginnt ein Unternehmen ein Projekt mit der Festlegung von Details und einem ausgedehnten Pflichtenheft, anstatt sich einen ganzheitlichen Überblick zu verschaffen, werden die wesentlichen Punkte übersehen, woraus Zeitverzögerungen und Zusatzkosten entstehen.

  1. Gestalten Sie ein agiles Projektvorgehen

Um IoT-Projekte zum Erfolg zu führen müssen die Projekt-verantwortlichen die Projektplanungen, an die sich in rasantem Tempo ändernden Wertschöpfungsketten und Marktbedingungen anpassen. Der Markt und der Wettbewerb werden sich in den nächsten Jahren noch stark ändern.

  1. Und zu guter Letzt: Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter

Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter indem Sie Quick-Wins definieren und diese bei der Erreichung der Ziele auch feiern. Nur durch motivierte Mitarbeiter kann ein Unternehmen erfolgreich sein.

Integration und Nutzung von IoT-Daten im CRM

Sektoren, in welchen bereits erfolgreich IoT-Projekte für den Einsatz im CRM durchgeführt wurden, sind die Konsumgüter- und Lebensmittelindustrie, Maschinen- und Metallbauindustrie, Transport- und Logistikindustrie, Chemieindustrie, Smart City und die Landwirtschaftsindustrie. Anhand vorliegender Cases in diesen Bereichen lassen sich für die Nutzung der durch IoT erzeugten Daten fürs CRM folgende Schlussfolgerungen treffen:

Die Daten, welche IoT generiert, stammen zum Grossteil aus der Nutzung und Produktion. Diese Daten werden bisher vor allem für die Neukundengenerierung und die Kundenbindung genutzt. Erklären lässt sich dies durch die Projektziele Predictive Maintenance und Prozessoptimierung. Die durch Sensoren gewonnenen Daten können in Realtime für das Kundenaktivitätsmanagement genutzt werden, was zu einer individuellen Kundenansprache oder für die Produktoptimierung genutzt werden kann.

In wenigen Fällen werden Daten für das Interessenten- und Beschwerdemanagement genutzt, das Rückgewinnungsmanagement erfährt bisher nur eine stiefmütterliche Behandlung.

Nutzen bringt die Integration von IoT-Daten im CRM vor allem durch die Erhöhung der Kundenzufriedenheit und -bindung, der Prozessoptimierung, für die Bestandsführung und Lieferoptimierung, Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen.

Abschliessend kann betont werden, dass IoT in der Zukunft ein sehr grosses Potenzial für innovative Geschäftsmodelle darstellt.

Schweizer Wohlstand zwischen Vergangenheit und Zukunft

Titelbild ReichtumsstudieWas ist Wohlstand? Woher kommt er? Und wie kann er der Schweiz erhalten bleiben? Mit diesen und ähnlichen Fragen befasst sich die Studie «Schweizer Wohlstand zwischen Vergangenheit und Zukunft» des Zentrums für Marketing Management der ZHAW School of Management and Law. Befragt wurden über 1500 zukünftige Leistungsträger (Studierende) und aktuelle Leistungsträger (Experten und Manager aus unterschiedlichen Branchen).

Unter den aktuellen Leistungsträgern sind unter anderen die alt Bundesräte Adolf Ogi und Hans-Rudolf Merz sowie der ehemalige Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank, Jean-Pierre Roth und der Leiter Verkehrsökonomie und Statistik der SBB, Stephan Osterwald befragt worden.

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