Die Fachstelle Behavioral Marketing mit erfolgreichem Workshop am eco.naturcongress in Basel

Photo 27.03.15 11 43 18Am vergangenen Freitag fand der 10. eco.naturkongress in Basel statt. Das Team der Fachstelle Behavioral Marketing war live vor Ort und veranstaltete mit Referenten aus Wissenschaft und Praxis einen von insgesamt 18 Workshops mit dem Thema «Wie wird Verzicht attraktiv? Mit innovativen Methoden zur Verhaltensänderung». Ziel des Workshops war es verschiedene Möglichkeiten aufzuzeigen, wie suffiziente Verhaltensweisen mittels Marketing- und Kommunikationsmethoden attraktiv vermittelt werden können. Das Thema stiess auf grosses Interesse bei den Besuchern des eco.naturkongress: mit über 40 Teilnehmern war es der am besten besuchteste Workshop des diesjährigen eco.naturkongress.

Den Einstieg bildete das Referat von Urs Müller (Stv. Leiter des Forschungsbereichs Nachhaltigkeitskommunikation der ZHAW in Wädenswil). Er stellte verschiedene Zielgruppen von Nachhaltigkeitskommunikation anhand von «Sinus Mileus» vor und demonstrierte konkrete Umsetzungsbeispiele, bei denen das Thema Suffizienz erfolgreich an bestehende Werte der Zielgruppe angeknüpft wurden. Daraufhin führte Linda Miesler, Leiterin der Fachstelle «Behavioral Marketing» am Institut für Marketing Management, aus, dass Konsumentenentscheidungen häufig durch Intuition und Heuristiken geleitet werden. Diese kann man gezielt nutzen, um Entscheidungen in die gewünschte Richtung zu lenken und nachhaltiges Konsumentenverhalten «anzustupsen» (Stichwort: Nudging).

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Der Workshop wurde abgerundet durch zwei Vorträge aus der Praxis. Zunächst stellte Marco Zaugg (Gründer und Geschäftsführer der getunik AG ) von seinem Unternehmen entwickelte praktische Beispiele vor, wie zum Beispiel die Ratgeber-App des WWF Schweiz, bei denen Mechanismen aus den Verhaltenswissenschaften in digitale Medien integriert wurden, um Verhaltensänderungen bei Konsumenten zu initiieren. Lisa Ochsenbein stellte schliesslich die Sharing-Community «Pumpipumpe»  vor, welche sich für den bewussten Umgang mit Konsumgütern und die Förderung sozialer Interaktionen in der Nachbarschaft einsetzt. Verena Berger, Wissenschaftliche Mitarbeitern  der Fachstelle «Behavioral Marketing» am IMM, führte charmant und kompetent durch den Workshop und leitete die abschliessende Diskussion.

Bei Fragen rund um die Themen des Workshops können Sie sich gerne an Linda Miesler (linda.miesler@zhaw.ch) wenden.

 

Wieviel ist eigentlich genug und kann man mit weniger besser leben?

Können wir durch bewussten Konsum unsere Lebensqualität steigern und so den globalen Ressourcen- und Umweltproblemen begegnen? Haben wir aufgrund des materiellen Überflusses wirklich eine höhere Lebensqualität oder doch eher ein Mangel an Zeit? Diesen Fragen stellen sich die Referierenden, viele interessierte Zuschauer und Workshop-Teilnehmer am 10. eco.naturkongress, der am 27. März 2015 in Basel stattfindet.eco.naturkongress_wie-viel-ist-genug_web_v2Tiefgreifende Veränderungsprozesse und ein Wertewandel sind notwendig um Genügsamkeit gesellschaftsfähig zu machen. Denn Suffizienz heisst: Bewussteres und bewusst reduziertes Konsumieren. Für viele ist das nicht einfach. Aber auch kleine, machbare Schritte können durchaus effektiv sein.

Wie kann man den erhobenen «Suffizienz-Zeigefinger» umgehen und Verzicht attraktiv und alltagstauglich machen? Dieser Frage geht die Fachstelle Behavioral Marketing zusammen mit den Referenten Dr. Urs Müller (Forschungsbereich Nachhaltigkeitskommunikation ZHAW), Marco Zaugg (getunik AG) und Lisa Ochsenbein (Pumpipumpe) nach.

Anhand von Inputs aus Theorie und Praxis wird gezeigt, wie mit verhaltens-wissenschaftlichen Ansätzen und innovativen Kommunikationsmassnahmen suffizientere Lebensstile gefördert werden können.

Interessiert? Dann melden Sie sich zum Kongress und den Workshops (z.B. D09 Wie wird Verzicht attraktiv?) an.

eco.naturkongress

eco.naturkongress

Die Fachstelle Behavioral Marketing stellt sich vor

Seit der Gründung unserer Fachstelle „Behavioral Marketing“ vor 1.5 Jahren befassen wir uns vorwiegend mit dem Verhalten von Kunden bzw. seinen psychologischen Grundlagen. Eines unserer Steckenpferde ist das Thema „Behavioral Change“: Wie lässt sich das Kundenverhalten so verändern, dass es für den Kunden selbst, aber auch für die Gemeinschaft, zu positiven Konsequenzen führt? Wir führen Projekte mit Unternehmen aus der Privatwirtschaft durch und forschen im Auftrag von Stiftungen und dem Bund in diesem Bereich. Dabei entwickeln wir Massnahmen zur Verhaltensänderung in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise bei Finanzentscheiden, Nachhaltigkeit und Ernährung. Wir kombinieren verschiedene Ansätze zur Verhaltensänderung, wobei wir vor allem solche Ansätze heranziehen, die berücksichtigen, wie Menschen tatsächlich wahrnehmen, urteilen und entscheiden. So geht der Entwicklung der Massnahmen stets eine genaue Analyse voraus, durch welche Daumenregeln, Vorurteile und verzerrte Wahrnehmungen es sich erklären lässt, dass die Konsumenten ein bestimmtes Verhalten noch nicht zeigen, obwohl es für den einzelnen förderlich wäre (siehe Blog-Post zur Theorie des Behavioral Marketing). Die entwickelten Massnahmen oder Prototypen der Massnahmen werden anhand von wissenschaftlichen Methoden auf ihre Wirksamkeit getestet (siehe Blog-Post SilentSurfer). So können diese im Trial & Error-Verfahren weiter optimiert werden.

Das Team der Fachstelle Behavioral Marketing

Das Team der Fachstelle Behavioral Marketing

Im Rahmen von Behavioral Change werden folgende Themen und Fragestellungen durch das Team der Fachstelle erforscht:

Konsumentscheidungen in komplexen Umwelten unterstützen:
Dr. Linda Miesler, Dozentin und Leiterin der Fachstelle: „Mich interessiert vor allem, wie man durch die gezielte Gestaltung einer Entscheidungssituation Konsumenten dabei helfen kann, komplizierte Entscheidungen zu treffen. Wie müssen bspw. Informationen zu schwer greifbaren Versicherungen wie Altersvorsorge dargestellt werden, damit den Konsumenten deren Relevanz bewusst wird?“

Nachhaltigen Konsum fördern:
Verena Berger, wissenschaftliche Mitarbeiterin: „Ich interessiere mich u.a. dafür, wie soziale Vergleiche gezielt genutzt werden können, um Konsumenten zu einer stärker an Nachhaltigkeitsprinzipien orientierten Ernährung zu aktivieren. Motiviert es bspw. zu erfahren, welche nachhaltigen Produkte die besten Freunde kaufen?“

Carolina Kubli, wissenschaftliche Assistentin: „Ich befasse mich hauptsächlich mit der Fragestellung, wie mittels Behavioral Marketing Einfluss auf den Konsum genommen werden kann, beziehungsweise wie Konsumenten dank spielerischen Ansätzen zu einem nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen bewegt werden können.“

Komplexe Daten (Gamification, Big Data) zur Analyse und Veränderung des Konsumentenverhaltens verwenden:
Rafael Domeisen, wissenschaftlicher Assistent: „Der Gedanke, dass mittels dem Einsatz von Spielelementen im nicht-spielerischen Kontext beispielsweise in den Bereichen Gesundheit oder Human Resources eine Motivationssteigerung bzw. eine Verhaltensänderung herbeigeführt werden kann, fasziniert mich.“

Planen Sie in nächster Zeit einen Workshop oder ein Event zu Themen wie Behavioral Marketing, nachhaltiges Konsumverhalten, Big Data oder Gamification und suchen kompetente Referenten? Oder interessieren auch Sie sich für die Forschungsgebiete der Fachstelle Behavioral Marketing und haben ein Thema, welches Sie zusammen mit einem Forschungsteam analysieren möchten? Dann kontaktieren Sie Dr. Linda Miesler und das Team der Fachstelle.