Gähn war gestern: Wie Konferenzen zum Erlebnis werden.

Von Judith Gallus

Das Szenario ist bekannt: Die Konferenz ist optimal vorbereitet, Ihr Publikum sitzt neugierig auf seinen Plätzen, der renommierte Keynote Speaker gibt sein Bestes. Und dennoch schielen die ersten nach einer halben Stunde auf ihr Smartphone, und andere rutschen unruhig auf den Stühlen hin und her. Es ist unübersehbar: Ihr Publikum kämpft gegen das „Death by Powerpoint Syndrome“. Dabei könnte es ganz anders laufen.

Eine Frage der Aufmerksamkeitsökonomie

Aufmerksamkeit ist heute ein knappes Gut. Im Alltag, bei der Arbeit – und auch bei Konferenzen. Die Fachleute sprechen von der «Ökonomie der Aufmerksamkeit». Sie beschäftigen sich mit der Frage: «Mit welchen Mitteln kann ich was bei wem erreichen?» Wer Aufmerksamkeit will, muss die Voraussetzungen dafür schaffen. Und dabei stets berücksichtigen, dass unsere Sinne keine 24/7-Organe sind.

Auch bei Publikumsanlässen gelten die Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie. Es lohnt sich deshalb, bei deren Planung nicht nur ans Programm zu denken sondern ebenso an Emotionen, an Partizipation und Involvement der Gäste. Wer will schon von der Bühne herab belehrt werden? Wer hat noch den Nerv, einfach nur still dazusitzen? Wer ist mittlerweile nicht immun gegen endlose, wortreiche Slide Shows?

Im Eventbereich bedeutet dies, nicht nur in Inhalten zu denken sondern auch in Formaten. Das Wie wird zum Erfolgsfaktor. Denn aufmerksam bleibt nur, wer sich angesprochen und abgeholt fühlt. Mehr noch, wer sich als Teilnehmer auch einbringen kann. Vor diesem Hintergrund sind in den letzten Jahren zahlreiche Formate und Tools entwickelt worden, die Konferenzen zu kurzweiligen und nachhaltigen Erlebnissen machen. Die Devise dabei: vom Zuhörer zum Teilnehmer.

Nicht mehr nur zuhören, sondern aktiv teilnehmen © standing ovation ag

So gelingen Konferenzen

Masterclass: Expertise aus erster Hand

Meisterschaft hat ihr eigenes Charisma. Und auf dieses baut die Masterclass. Sie wird in der Regel von ausgewiesenen Experten zu fachspezifischen Themen abgehalten. Solche «Lehrveranstaltungen» – meist in kleinerem Rahmen — sind ein ganz besonderes Erlebnis, weil den Teilnehmern hochkarätiges Wissen aus erster Hand vermittelt wird.

  • Für Konferenzen mit anspruchsvollem Publikum, das einen echten Mehrwert erwartet.

Barcamp: die Bottom-up-Methode

Hier gilt die Parole «Jeder kann Konferenz.» Diese Workshop-Konferenzen werden ad hoc von den Teilnehmern gestaltet. Dialog und Austausch haben Priorität. Das kann befreiend, inspirierend, motivierend und sehr nachhaltig wirken. Insbesondere wenn am Ende konkrete Ergebnisse vorliegen, die dem Plenum präsentiert werden. Dieses Format ist zeitintensiv und bedarf eines erfahrenen Moderators.

  • Für Veranstaltungen mit aktiven Teilnehmern, die keine Scheu haben, die gewonnenen Erkenntnisse anschliessend dem Publikum vorzutragen.

Pecha-Kucha: Adrenalin für die Aufmerksamkeit

Pecha Kucha macht Konferenzteilnehmer hellwach: Denn das Format besteht aus 20 Slides, die während je 20 Sekunden kommentiert werden. Diese äusserst kurzweilige, jedoch sehr anspruchsvolle Vortragsart wurde 2003 erstmals in Tokio angewandt. Heute ist sie vor allem bei Business-Konferenzen und an Universitäten ein Hit.

  • Für Konferenzen mit geübten Sprechern, die in der Lage sind, auch komplexe Inhalte in kompakte 400 Sekunden zu packen.

Catchbox: locker vom Hocker sprechen

Vorbei sind die Zeiten, in denen das Handmikrophon umständlich und zögerlich im Publikum herumgereicht wurde. Mit der Catchbox, einem Mikrophon, das in einer weichen, viereckigen Hülle steckt, werfen sich die Teilnehmer das Wort zu. Dabei verfehlt die Catchbox auch mal das anvisierte Ziel. Der Zufall sorgt für eine angeregte und spielerische Atmosphäre.

  • Für Events mit eher informellem Charakter.

Mikrophon mal anders © Catchbox

Event App: der Interaktions-Booster

Konferenzen müssen heute mehr leisten: Informationsvermittlung, Networking, Erlebnis usw. Ein Tool, das eine Vielzahl von Bedürfnissen abdeckt, ist die Event App. Sie steigert die persönliche Interaktion zwischen Teilnehmern, Referenten und Organisatoren markant. Via Event App können Teilnehmer z. B. live Fragen zum Vortrag stellen, Feedbacks geben, an Abstimmungen teilnehmen oder auf einer sogenannten Wall of Ideas ihre Meinung kundtun.

  • Für grössere und/oder wiederkehrende Tagungen und Konferenzen.

Wenn Sie also das nächste Mal eine Konferenz oder einen ähnlichen Anlass organisieren, wagen Sie etwas Neues und probieren Sie ein alternatives Format oder Tool aus. Binden Sie Ihr Publikum in den Vortrag ein und erzeugen Sie so ein positives, gemeinsames und nachhaltiges Erlebnis. Begeisterte Teilnehmer werden es Ihnen danken.

Über die Autorin

Judith Gallus ist Head of Communication bei standing ovation ag, einem führenden Schweizer Dienstleister für Events, Kongresse und Shared Communication. Zur Zeit absolviert sie an der ZHAW den Lehrgang CAS Marketing & Corporate Communications. Gerne beantwortet sie Fragen zu Events und Live Communication. standingovation.ch

Swiss CRM Forum – Veröffentlichung der Swiss Marketing Leadership Studie 2017

Das Swiss CRM Forum, die Marketing Leadership Konferenz, brachte am 27. September mehr als 500 Führungskräfte und Trendsetter in den Bereichen Marketing, Product Management und Kundenbeziehungsmanagement im Dolder Grand in Zürich zusammen. Nebst spannenden Key-Notes und Workshops konnten sich die Teilnehmenden auch an den Infoständen einiger Anbieter von Lösungen und Beratern, wie am Stand des IMM, über die neuesten Trends in den jeweiligen Bereichen informieren.

Das IMM Team am Swiss CRM Forum

Ein Höhepunkt des Forums war die exklusive Präsentation der Swiss Marketing Leadership Studie 2017. Dieses Jahr konnte sie bereits zum dritten Mal erfolgreich durchgeführt werden. Das Institut für Marketing Management hat dazu 1’978 mittlere und grosse Unternehmen zufällig ausgewählt, von denen 402 an der Umfrage teilgenommen haben. Die Studie hat sich mit dem Trendthema „Emotionen im digitalen Marketing“ befasst. Die Befragung bei Inhabern, Geschäftsführern und Marketingverantwortlichen zeigt, dass die Generierung positiver Kundenemotionen bei Schweizer Unternehmen ein brennendes Thema ist. Hier können Sie unsere Studie abrufen.

Ein weiteres Highlight war die Vergabe des Customer Excellence Award. Institutsleiter Prof. Dr. Brian Rüeger durfte als Präsident der Jury den «Customer Excellence Award 2017» an Nespresso Schweiz verleihen. Das Gewinnerprojekt trägt den Titel: «Nespresso Schweiz – Maximaler Kundenfokus statt Saleszielen im Customer Center». Das Projekt überzeugt durch eine konsequente Kunden- und Mitarbeiterorientierung und einen nachweislich herausragenden Kundenservice.

Prof. Dr. Brian Rüeger an der Preisübergabe

Haben Sie Fragen zur Studie? Dann können Sie sich an Marcel Hüttermann unter 058 934 76 98 oder per E-Mail an: marcel.huettermann@zhaw.ch wenden.

Die ZHAW als Exoten an der Human Computer Interaction Conference HCII 2014

Kreta Fotocollage V2
In der letzten Juniwoche fand die 16. International Conference on Human Computer Interaction in Heraklion, Kreta, statt. Teilgenommen haben rund 1500 Vertreter aus Wissenschaft und Praxis aus der ganzen Welt. Das Konferenzprogramm bestand aus einer Keynote Speech, verschiedenen Workshops und Poster und Paper Sessions sowie einer Ausstellung zu diversen Themen rund um User Experience und User Interaction. Mit dabei waren auch Bettina Gehring und Adrian Wüthrich vom Institut für Marketing Management (IMM), die ein Projekt vorgestellt haben, welches verschiedene Methoden zur Erfassung der Kundensicht kombiniert.

Das IMM hat im Rahmen eines KTI-Projektes innerhalb der letzten zwei Jahre das Kundenverhalten sowie die Nutzerfreundlichkeit einer „Video on Demand“ (VoD) Applikation auf SmartTVs analysiert. Auf Basis dieser App können Filme über das Internet auf dem Fernsehgerät geschaut werden. Ziel des Projekts war die Verbesserung der Bedienerfreundlichkeit und damit verbunden die Erhöhung der Nutzerzahlen. Zu diesem Zweck wurden verschiedene quantitative und qualitative Methoden wie Kundenumfragen, Nutzerpfad-Analysen bis hin zu Usability Tests mit Eye-Tracking kombiniert, um ein möglichst genaues Bild des Endnutzers zu erhalten und damit die Grundlage für eine Optimierung der ‚User Experience‘ zu schaffen.

Die Methodenvielfalt des Projektes ist an der Konferenz auf reges Interesse gestossen. Bettina Gehring, Leiterin des Projekts sagt hierzu: „Wir als Marketing-Experten waren absolute Exoten an dieser Konferenz, doch mit unserem vielfältigen Forschungsprojekt gelang es uns, spannende Gespräche zu führen mit Experten aus anderen Gebieten zum Thema User Experience“.
In der Tat waren einige international tätige Grossunternehmen wie SAP, IBM oder LG sowie Experten der US Armee oder Bosch vertreten. Dies hat dem Forschungsteam gezeigt, dass sich die ZHAW auf der internationalen Bühne mit ihren Projekten ungeniert zeigen darf.

Nach fünf intensiven Tagen gönnte man sich einen erholsamen Strandtag, bevor es wieder zurück in die kalte Schweiz ging.

Münster – Die Velohauptstadt Deutschlands

Die Leeze, wie das Velo in Münster auch genannt wird, ist das meistgenutzte Verkehrsmittel in der Stadt. Mit rund 500.000 Stück, was doppelt so viele Räder wie Einwohner sind, hat sich Münster den Titel als Velohauptstadt Deutschlands verdient. Das Bild und der Alltag von Münster wird auch durch die Studierenden der insgesamt neun Hochschulen geprägt.  Im Forschungs- sowie Transferbereich nimmt die Fachhochschule Münster eine Schlüsselstellung ein und bündelt als viertgrösste und forschungsstärkste Fachhochschule Deutschlands eine Vielzahl von Kompetenzen.

Prinzipalmarkt

Nebst Studenten auf Drahteseln hat die Norddeutsche Stadt aber auch eine Menge Kulturelles zu bieten: Schlösser, Burgen und eine lebendige Altstadt. Das Kuhviertel gehört mit seinen verwinkelten Gassen zu den traditionsreichsten Quartieren der Münster Innenstadt. Galerien, Kunsthandlungen, Antiquariate und das öffentliche Bücherregal geben dem Viertel ein besonderes Flair und bieten mit urigen Kneipen und Münsters ältester Brauerei diverse Gaumenfreuden. Mehr Informationen gibt’s auf der Website der Stadt Münster.

Kuhviertel

Anfang Juni findet die Science-to-Business Marketing Konferenz in Winterthur statt. Das Institut für Marketing Management (IMM) veranstaltet die Konferenz zusammen mit der Fachhochschule Münster.

Aaseeterrassen

Internationale Konferenz zur Zukunft des Product Managements

Die Fachstelle für Product Management des Instituts für Marketing Management nimmt als aktiver Partner am Product Management Festival in Zürich teil. Dr. Teresa Mandl wird in ihrem Konferenzbeitrag neueste Entwicklungen vorstellen, die von der  am Institut für Marketing Management durchgeführten Product Management Studie identifiziert wurden und für die Unternehmenspraxis ableitbare Erkenntnisse und Schlussfolgerungen präsentieren.

Vom 16. bis 19. September 2013 findet in Zürich das erste Product Management Festival statt. Hierbei handelt es sich um eine international ausgerichtete zweitägige Konferenz, welche die Zukunft des Product Managements in allen Facetten aufzeigen und mitgestalten möchte.

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