Smarter Einbruchschutz dank Kevin

Das Start-up mitipi hat seinen Einbruchschutz weiterentwickelt und lanciert nun eine Kickstarter Kampagne. In einem früheren Blog Beitrag wurden das Unternehmen und der Gründer Julian Stylianou bereits thematisiert. Das Team hat das Produkt auf internationalen Messen vorgestellt und es wurde auch in diversen Medien portraitiert. Nun kann sich jedermann „Kevin“ als neuen Mitbewohner nach Hause holen.

„Kevin“ ist ein Einbruchschutz, der nicht erst handelt, wenn der Einbrecher bereits die Tür aufgebrochen hat und im Haus steht, sondern es gar nicht erst dazu kommen lässt. Das „Smart Home IoT“-Gerät simuliert Bewegung von Personen in einem Raum. Dafür nutzt es Licht, Lichteffekte und Geräusche und täuscht den Einbrechern so vor, es sei jemand zu Hause. Durch intelligente Steuerungsmöglichkeiten simuliert Kevin eine Person, die sich im Haus bewegt und alltägliche Aufgaben erledigt: Gespräche, Abwaschgeräusche, Musik und sogar einen Streit kann „Kevin“ simulieren. Eine Abschreckung für potentielle Einbrecher, denn diese versuchen normalerweise den Kontakt mit Bewohnern möglichst zu vermeiden.

Präventiv wirken mit Kevin © mitipi

Möglichst nahe am eigenen Tagesablauf

„Kevin“ ist besonders einfach und intuitiv zu bedienen. Fünf Minuten genügen, um den virtuellen Mitbewohner zu installieren – danach erwacht er zum Leben und kann per App oder über die Tasten am Gerät selbst gesteuert werden. Um die Anwesenheit einer Person in der Wohnung vorzutäuschen, verwendet Kevin eine Logik, die mehrere Faktoren berücksichtigt: Zeitzone, Region, Sprache, Wetter, Haustyp und vieles mehr. Darüber hinaus lässt sich das System individuell anpassen, indem man ihm seine eigenen Präferenzen einstellt: Zum Beispiel, ob man Haustiere oder eine Familie hat, ein Instrument spielt oder gerne ein Workout zu Hause macht. Im Gegensatz zu anderen Sicherheitssystemen für den Hausgebrauch rückt „Kevin“ Kamera oder Bewegungssensoren in den Hintergrund – alles, was man braucht, ist Strom und ein Smartphone.

Smarter Mitbewohner, der über ein Smartphone gesteuert wird © mitipi

Prävention als Schlagwort

Mit Kevin ist man Einbrechern immer einen Schritt voraus. Dafür sorgen regelmässige Updates und neue Funktionen, die stetig vom mitipi-Team entwickelt werden. Julian Stylianou, Gründer und Geschäftsführer von mitipi, erklärt: „Wir haben viele Gespräche mit Einbruchsopfern geführt. Ihnen ist es wichtig, dass der Schutz ihres Zuhauses mehr bietet als Überwachung und Alarmierung. Deshalb wollen wir mit ,Kevin’ dafür sorgen, dass der Begriff ,Einbruch’ nur noch in Geschichtsbüchern vorkommt. Wir bieten Sicherheit im Haus, indem wir eine erste Lösung für die Prävention anbieten“. mitipi strebt eine Kickstarter-Finanzierung von 50.000 Dollar an, die Preise beginnen bei 149 Dollar. https://www.kickstarter.com/projects/1545016534/your-virtual-roommate-against-burglars-kevin-by-mi

http://mitipi.com/

Papa Moll Schokolade: Aus dem Film ins reale Leben

Wohl jeder mag sich an den Kinderbuchklassiker „Papa Moll“ erinnern. Nun wurde er filmisch zum Leben erweckt und erfreut Gross und Klein in den Schweizer Kinos. Im Film geht es auch um die Schokolade, denn dort finden sich spezielle Schoggi-Murmelis. Das Marketing mischt hier natürlich mit, denn entwickelt wurden die Papa Moll-Murmelis von der Confiserie Bachmann. Die Schokoladenfiguren wurden von Hand in der Luzerner Traditionsbackstube gegossen.

Marketingtechnisch ein genialer Schachzug, denn natürlich kommen nicht nur die Filmfiguren in den Genuss der Schoggi-Murmelis, sondern auch die Kundschaft. In den Fachgeschäften sowie über den Webshop sind die Papa Moll-Murmelis zu erwerben. Das Marketingspektrum wurde aber noch erweitert, denn es gibt exklusiv auch ein spezielles Papa Moll-Spiel, wo man täglich verschiedene Preise gewinnen kann. Marketingleiterin Eugenie Nicoud erklärt uns, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam.

Die Papa Moll-Murmelis wurden extra entwickelt © Confiserie Bachmann

Frau Nicoud, wie kam es, dass die Confiserie Bachmann mit den Papa Moll-Murmelis im Film auftaucht?

Bevor der Film gedreht wurde, bekamen wir die Anfrage von den Produzenten (Zodiac Pictures), ob wir Interesse hätten die Schoggi-Murmelis zu entwickeln. Im vorherein wussten wir natürlich nicht wie der Film werden wird und vor allem welchen Stellenwert die Murmelis im Film haben werden. Jedoch war dies für uns ein sehr interessantes Konzept. Denn für uns ist es natürlich sehr schön, wenn wir Produkte entwickeln können die auch eine Geschichte erzählen und dies auch nach Aussen tragen können.

Wir freuen uns sehr, dass der Papa Moll-Film so positiv ankommt und vor allen über die grosse Präsenz der Schoggi-Murmelis im Film.

Wie schwierig war die Entwicklung und Fertigung der Schoggi-Murmelis?

Es ist natürlich für uns immer eine Herausforderung ein Produkt so zu entwickeln, dass es den individuellen Geschmack des Einzelnen auch trifft. Für den Film brauchten wir ca. 250 Schoggi-Murmelis die alle identisch aussehen. Deshalb mussten wir eigene Giessformen entwickeln lassen. Wir waren auch immer im engen Austausch mit den zuständigen Szenenbildnern. Für den Film haben wir genau drei verschiedene Murmelis hergestellt: Monster-Murmelis, Standard-Murmelis und extra schön dekorierte Prototypen mit einer Erdbeernase.

Der gesamte Prozess beanspruchte viel Zeit, da zahlreiche Details und Farben korrekt definiert werden mussten.

Die grösste Herausforderung war es jedoch, Murmelis zu entwickelt die nicht unter den hohen Scheinwerferlichtern schmelzen. Deshalb haben wir extra noch Murmelis aus Silikon angefertigt, die jedoch wie Schokolade aussehen.

Spezielle Anforderungen für den Papa Moll Film, das Resultat kann sich aber sehen lassen © Confiserie Bachmann

Aus Marketingsicht, was erhoffen Sie sich durch diese Kooperation?

Das schöne aus dieser Kooperation ist es natürlich, dass wir auf der Papa Moll-Welle mitreiten können und dadurch natürlich über unsere Standorte hinaus eine Bekanntheit aufbauen können.

Die Schoggi-Murmelis gibt es natürlich auch im Verkauf © Confiserie Bachmann

Sie setzen bei dieser Kampagne auch auf die online Medien und bieten sogar ein Spiel an. Wie wird die Kampagne bis jetzt aufgenommen und wie reagiert die Kundschaft?

Wir haben uns überlegt wie wir am Besten Gross und Klein in dieser Geschichte abholen und integrieren können. So haben wir ein Onlinespiel entwickeln lassen, welches die Schoggi-Murmeli und den Film promoten und zugleich eine Portion Spass vermittelt. Die Kampagne kommt sehr gut an. Pro Tag spielen über 500 Personen dieses Spiel und gewisse Spieler haben einen sehr bemerkenswerten Highscore 🙂

Natürlich kommen auch die Preise sehr gut an. Ich schätze, den Leuten macht es Spass und die Kampagne wird nicht direkt als Werbung wahrgenommen.

Erfolgreiches Onlinespiel für die diversen Zielgruppen © Confiserie Bachmann

www.confiserie.ch

http://www.confiserie.ch/bachmann/aktuelles/papa-moll/

Migros-Finn rührt die Welt zu Tränen

Emotionen im Marketing sind wichtig. Dies zeigt das aktuelle Beispiel der Migros Weihnachtskampagne. Der diesjährige Weihnachtsspot rührt die Welt zu Tränen. Wie es zu diesem Video gekommen ist, erklärt uns Livio Dainese von der Agentur Wirz.

Herr Dainese, Sie haben die diesjährige Weihnachtskampagne der Migros gestaltet. Wie ging Wirz an die Aufgabe heran und was waren die Herausforderungen?

Die Ausgangslage für Weihnachten 2017 war, auf dem Kern „Gemeinsam feiern“ und der Migros Haltung „Der Schweiz etwas zurückgeben“ eine neue, tragfähige Kampagne zu bauen. Dieses Jahr wollten wir das gemeinsame, verbindende von Weihnachten zelebrieren. Daran erinnern, dass es eben nicht allen gut geht an Weihnachten. Dann gilt es, eine Geschichte zu erfinden, die diesen Gedanken am schönsten transportiert. Eine Geschichte, die die Menschen berührt. Die eine Welt auftut. Die einen in eine weihnachtliche Stimmung versetzt. Die involviert und uns Möglichkeiten bietet, zusätzlich auch das gesamte Weihnachtsangebot der Migros zu spielen. Und das auf allen Medien, vom Bewegtbild bis zum Migrossack.

Wie kamen Sie auf die Idee einen Wichtel als Protagonisten zu nehmen?

Die Idee war nicht, einen Wichtel zu nehmen. Sondern die Fragen: Was genau ist eigentlich in so einer Scannerbox bei der Migros? Und wenn da ein Wichtel drin ist, was macht der denn an Weihnachten? Kennt er das überhaupt? Würde er vielleicht auch gerne mal Weihnachten feiern?

Der Protagonist des Films Wichtel Finn (c) Wirz/Migros

Wie wurde die Idee dann konkret umgesetzt? Wo lagen die Schwierigkeiten?

Zuerst mussten wir Finn erfinden. Uns überlegen, wie er aussieht, wie gross er ist, was er kann und was nicht. Welche Kleider er trägt und wie seine Wohnung aussehen könnte. Man überlegt sich das alles bis ins Detail, macht einen genauen Personenbeschrieb.

Der Film selbst ist eine sehr komplexe Mischung aus Realfilm und 3-D Animation. Finn existierte nicht in den Bildern, die wir vor Ort in einer Migros-Filiale drehten. Wir filmten schlicht eine weihnachtlich dekorierte, leere Migros. Natürlich mussten wir im Voraus genau definieren, was Finn genau tut in welcher Einstellung. Danach erst wurde der in 3-D realisierte Finn tatsächlich eingebaut und Stück für Stück von einem statischen Platzhalter zu dem „lebendigen“ Finn, den wir nun alle mögen, weiterentwickelt.

Mittlerweile ist das Marketing ja kanalübergreifend. Wie haben Sie das in der diesjährigen Kampagne mit Finn berücksichtigt?

Wir spielen Finn auf allen Ebenen. Von Social Media bis zur Figur, die man sammeln kann und mit denen die Geschichte weiter geht. Denn in jeder Figur von Finn und seinen Freunden steckt ein NFC-Chip. Wenn man den mit der Migros App verbindet, erfährt man noch viele weitere Geschichten der Kassenwichtel. Dazu gibt es eine ganze Flut an weiteren Massnahmen, von Angebotsspots, dem Magazin bis zu den wöchentlichen Aktionen. Eine solche Kampagne inklusive aller Massnahmen beschäftigt uns rund zehn Monate.

Finn ist auf allen Kanälen präsent (c) Wirz/Migros

 

Die Migros will an Weihnachten auch ihre soziale Verantwortung zum Ausdruck bringen. Wie schwierig ist es, diese besondere Identität der Migros in einer Kampagne umzusetzen, ohne, dass es zu aufgesetzt wirkt?

Die Migros hat das Zurückgeben in ihrer DNA. Es ging seit Dutti stets darum, mehr Menschen qualitative hochwertige Produkte zu einem günstigen Preis anzubieten. Dazu kommt das Kulturprozent, mit welchem die Migros Jahr für Jahr viele Schweizer Institutionen und Künstler unterstützt. Und eben, seit vier Jahren der Spendendaufruf mit der Weihnachtskampagne. Es fühlte sich nie künstlich an, dass die Migros den Menschen in diesem Land etwas Gutes tun will. Man erwartet es fast von ihr.

Etwas Gutes tun an Weihnachten (c) Wirz/Migros

Die Weihnachtszeit ist sehr emotional. Gleichzeitig sind wir mittlerweile aber auch etwas abgestumpft. Wie schafft man es trotzdem neue Geschichten zu finden, die berühren?

Indem man ohne Schranken im Kopf sucht. Indem man sich frei macht von allem, was es bereits gibt. Und indem man sich Dinge überlegt, die vielleicht zunächst absurd sind, dadurch aber eine besondere Magie haben.

Zu Weihnachten darf man sich bekanntlich etwas wünschen. Wenn Sie ein unbegrenztes Budget zur Verfügung hätten, was würden Sie gerne mit Wirz realisieren?

Ich würde das meiste Geld in noch mehr furchtbar talentierte Mitarbeitende investieren. Und vielleicht noch in einen Pool für den nächsten heissen Sommer.

Livio Dainese von Wirz (c) Wirz

Schweizer Marketing in der slowakischen Hauptstadt

Von Dr. Adrienne Suvada

Nicht nur die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist wichtig, sondern auch der internationale Austausch. Das Institut für Marketing Management hatte die Gelegenheit im Rahmen einer Gastvorlesung, in der slowakischen Hauptstadt Bratislava über das Marketing zu referieren. Der Austausch war für beide Seiten ein Gewinn und auch die Studierenden waren hoch erfreut über den Einblick in das Schweizer Marketing.

Zu Gast an der Universität in Bratislava

Praktische Beispiele und das Migros-Chind

Die Universität Komenského in Bratislava ist die grösste und älteste Universität in der Slowakei und bietet auch im Marketing den Bachelor und Master an. Beim Lehrstuhl für die Marketingkommunikation unter der Leitung von Prof. Dr. Pavel Horňák, konnte das Institut für Marketing Management einen Moment lang das Zepter übernehmen und eine spezielle Vorlesung halten. Referiert wurde über das nicht gerade kleine Thema des Marketings in der Schweiz. Die Studierenden erhielten einen Einblick in die jetzigen und zukünftigen Entwicklungen. Noch bedeutender waren für sie aber die praktischen Beispiele, die gezeigt wurden. Mitunter auch die Weihnachtskampagnen der Migros. Die letztjährige Kampagne war den Studierenden bekannt, weil sie in einer Statistik der zehn besten Kampagnen des Jahres 2016 aufgeführt war. Dafür wissen die Studierenden jetzt auch, was ein „Migros-Chind“ und was ein „Coop-Chind“ ist.

Dr. Adrienne Suvada vom IMM versuchte auf Slowakisch einen Einblick in das Schweizer Marketing zu geben

Die Slowakei als Testland für Facebook

Die Studierenden waren sehr aufmerksam und versuchten die Informationen gleich auf die Slowakei zu übertragen. So konnten sie zum Beispiel aufzeigen, dass der slowakische Radrennfahrer und dreimalige Weltmeister Peter Sagan, ähnlich wie hierzulande Roger Federer, als Werbebotschafter für diverse Firmen agiert. Spannend war auch der Austausch zum Thema Social Media. Die Slowakei ist eines der Länder, die auf Facebook die neue Zusammensetzung des „News-Feeds“ testet. Die Studierenden warnten dringlich vor dieser Funktion. Durch diesen neuen Feed, brach die Sichtbarkeit der Postings dramatisch ein. „Ich hoffe, dass die Schweiz noch lange den alten Feed beibehalten kann„, meinte eine Studentin.

Prof. Dr. Pavel Horňák ist die Koryphäe auf dem Gebiet des Marketings in der Slowakei- unkonventionell und höchst sympathisch

Der Beginn einer Zusammenarbeit

Auch die anschliessende Diskussion führte weitere spannende Themen zu Tage. Die Studierenden und auch Prof. Dr. Pavel Horňák sind an einem weiteren Austausch sehr interessiert. Die Werbung ist ein wichtiges Thema an diesem Lehrstuhl und hier wären Vergleiche zur Schweiz sehr spannend. Der Schweizer Besuch blieb auch den Medien nicht verborgen. So durfte Dr. Adrienne Suvada vom IMM auch ins slowakische Nationalfernsehen RTVS und live in der Sendung Dámsky klub auftreten. Insgesamt also ein spezieller und schöner Austausch auf dem Gebiet des Marketings, der die Basis für eine gute Zusammenarbeit bietet.

Beim slowakischen Nationalfernsehen mit Moderatorin Iveta Malachovska

https://uniba.sk/

https://fphil.uniba.sk/katedry-a-odborne-pracoviska/katedra-marketingovej-komunikacie/

Marketing auf vier Beinen: Kuh Zoe als Kamerafrau

Tiere gelten schon lange als Erfolgsfaktor im Marketing. Im Zürcher Oberland geht man aber noch einen Schritt weiter und lässt die Tiere gleich selbst zu Regisseuren werden. Eine Woche lang hat die Kuh Zoe Livebilder aus ihrem Alltag ins Internet gestreamt. Das Projekt wurde von natürli Zürioberland Regionalprodukte und Zürioberland Tourismus lanciert. Michael Dubach (Regionalmanager) und Aline Schmucki (Praktikantin) von Pro Zürcher Berggebiet geben uns Auskunft.

Frau Schmucki, wie entstand die Idee zu diesem Projekt? Es ist schliesslich nicht alltäglich einer Kuh eine Kamera umzuschnallen…

Die Idee stammt vom Geschäftsführer von Pro Zürcher Berggebiet, Michael Dubach. Die Idee hinter dem Projekt war, Tourismus und Regionalprodukte zu verbinden. Die Kuhkamera soll auf eine realitätsnahe und unterhaltsame Art und Weise aufzeigen, woher die die natürli Zürioberland Regionalprodukte kommen. Die Kühe geniessen auf ihren Weiden eine sehr schöne Aussicht. Diese konnte durch die Kuhkamera aus einer neuen Perspektive gezeigt werden und hat hoffentlich einige Gäste gluschtig auf die schöne Ausflugsregion gemacht.

Wie schwierig war die Umsetzung dieses Projekts? Die Kamera ist ja ein Fremdkörper und sollte die Kuh nicht stören.

Die grösste Herausforderung des Projekts war die Technik und der schwache Mobilfunkempfang rund um den Hof Auen. Es wurde eigens für das Projekt eine Glasfaserleitung in den Kuhstall gezogen, um diesen Bereich mit WLAN abdecken zu können.

Das Tierwohl stand immer an erster Stelle. Die Kamera wurde auf dem Halsband einer üblichen Kuhglocke befestigt. Zoe wurde deshalb in ihren Bewegungsfreiheiten nicht eingeschränkt. Zoe’s Ausrüstung wurde zudem bewusst so konstruiert, dass die Kamera kaputtging, bevor es der Kuh etwas machte, wenn es beispielsweise zu einem Kampf kommt.

Moderne Technik für Zoe © Kuhkamera

Was waren die Ziele dieser Kampagne? Mehr Sichtbarkeit, aber auch neue Zielgruppen zu erreichen?

Die Sichtbarkeit und das Erreichen neuer Zielgruppen waren beides Ziele der Kampagne.

Sie haben mit diesem Projekt das ländliche Leben mit dem modernen Alltag und mit den digitalen Medien verbunden. Ein schönes Beispiel für eine gelungene Integration der modernen Kommunikationsmittel. Wie wichtig ist dieses Zusammenspiel mit den digitalen Möglichkeiten?

Sehr wichtig. Mehr als die Hälfte der Websitezugriffe kamen von Smartphones. Das Marketing unsererseits hat sich stark auf digitale Medien konzentriert. Die Sozialen Medien waren zudem ein wichtiges Instrument für die Kampagne. Erfolgsbringend war sicherlich die Partnerschaft mit 20 Minuten, wo wir täglich rund 10 Ticker absetzen konnten.

Wie waren die Reaktionen auf diese Kampagne? Gab es neben den digitalen Besuchen auch live Besucher vor Ort?

Wir erhielten viel positives Feedback und viele Gratulationen zur Idee. Daneben gab es kritische Konsumenten, welche beispielsweise die Trennung von Kalb und Kuh ansprachen, oder dass die Kühe keine Hörner haben. Diese Fragen haben wir proaktiv auf unserem Blog bearbeitet.

Ja, jedoch im Verhältnis wenige. Bei der Kampagne ging es ja darum, in die Stuben nach Hause und die Büros zu streamen… 🙂 Wir hatten zwei Kindergartenklassen, die sich die Kuhkamera vor Ort anschauten.

Zoe schaffte es Land und Stadt mit den digitalen Möglichkeiten zu verbinden © Foto: Christof Sonderegger

Zum Schluss, wenn Sie angehenden Marketingfachleuten einen Tipp geben könnten, was würden Sie raten?

Weg vom klassischen Agenturdenken und den immer wieder gleichen Werbevorgängen.

Modische Kleider für Plakate

Die Mode nimmt für viele einen grossen Stellenwert ein. Da gibt es nicht nur Stars als Trendsetter, sondern auch Instagram Influencer. Mode Events sind ebenfalls hoch im Kurs. Gerade für Einkaufshäuser können solche Anlässe helfen, die Kunden zu begeistern und in die Geschäfte zu holen. Genau dies macht auch das Sihlcity mit seinen Fashion Days. Die Agentur Karling zeichnete dieses Jahr für die Werbemittel verantwortlich. Es entstanden aufwendige 3D-Plakate. Was aussah wie ausgerissen, wurde zu einem Kleid geformt. Wie es zu dieser Idee gekommen ist, berichtet der Geschäftsführer von Karling, Rolf Helfenstein.

Herr Helfenstein, die Plakate sind im Marketing ein beliebtes Werbemittel. Wie kamen Sie auf die Idee diese 3D-Plakate zu gestalten, die wie ein Kleid aussahen?

Wir beginnen oft mit den Plakaten, weil sie in der verlangten Reduktion das schwierigste Medium sind. Bei Veranstaltungen muss man den Eventnamen, die Daten, Orte und Programmpunkte bereits zwingend erwähnen. Da braucht es dann nicht nochmals eine komplizierte Headline, sondern eine starke Bildidee. Diese kam für einmal von einem Texter. Für die Visualisierung und Realisierung waren dann vier weitere Mitarbeitende massgeblich beteiligt.

Kreative Plakate in 3D © Karling

Wie schwierig gestaltete sich die Umsetzung dieser Plakate?

Technisch sind solche Ideen fast immer realisierbar. Die Probleme sind meist die hohen Kosten pro Stelle, sowie die Sicherheit und möglicher Vandalismus. Hier ist zum Glück auch dank guten Partnern innert kurzer Zeit alles aufgegangen. Nichtsdestotrotz mussten wir in den ersten Tagen einzelne Plakatstellen bereits reparieren. Ein paar Jungs wollten wohl herausfinden, wie die abgebildete Dame unter dem Kleid aussieht.

Seitenansicht des Plakats © Karling

Wie hat Ihr Kunde Sihlcity auf diese Idee reagiert? Waren die Verantwortlichen gleich begeistert?

Wir brauchten mehrere Runden in der Konzeption. Als diese Idee dann aber auf dem Tisch lag, gewann sie schnell viele Freunde. Die Aussage war dann meist: „Super Idee – aber wie macht Ihr das? Und was machen wir dort, wo 3D nicht möglich ist?“

Die Plakate waren aber nicht das einzige Werbemittel. Wie sah die Fashion Days Kampagne gesamthaft aus?

Neben 3D- und normalen 2D-Plakaten haben wir Radiospots bei NRJ und Radio 24 geschalten sowie Banner und Anzeigen bei 20 Minuten. Um auch bei den Inseraten den Ausreisseffekt zu erhalten, haben wir im Hintergrund Ausschnitte einer früheren Ausgabe von 20 Minuten abgebildet. Am Point-of-Sale gibt es zusätzlich Innen- und Aussenscreens und Flyer. Und wir hatten natürlich Aktivitäten auf den Onlinekanälen von Sihlcity.

Ein Konzept, das sich für den gesamten Werbemix eignete © Karling

Es wird allgemein immer schwieriger aufzufallen. Wie kommt Karling auf neue Ideen und wie überzeugen Sie Ihre Kunden?

Wir arbeiten oft mit unseren riesigen Pinnwänden, wo wir früh viele Ideen intern der Diskussion stellen. Die wenigen Ideen, die nach einer Woche noch an der Wand hängen, sind dann meist bestechend. Und sie werden laufend besser, weil sie einem keine Ruhe lassen und man immer wieder mit ihnen konfrontiert wird.
Gegenüber den Kunden braucht es Ehrlichkeit und einen guten Plan. Wenn wir unsere internen Entscheidungen aufzeigen können, sind die später präsentierten Umsetzungen meist einfach annehmbar – oft schon fast „zwingend“.

Innenscreen im Sihlcity © Karling

Wenn Sie etwas in die Zukunft blicken. Wie sehen Sie die Entwicklung in der Werbung?

Die Werbung wird individueller und damit noch fragmentierter. Und es geht stärker in Richtung Permission Advertising. Die Konsumenten werden immer öfter dafür „entlöhnt“, dass sie sich Werbung anschauen. Leider ist dies nicht förderlich für die Werbequalität. Mir wäre es lieber, wenn die Medien gute Werbung mit besseren Tarifen belohnen würden und wenn wir weniger aber dafür teurere Werbeplätze hätten. Dann wäre Werbung für die Konsumenten wieder öfter ein Gewinn statt eine Belästigung.

Wenn Sie ein unbegrenztes Budget zur Verfügung hätten, welche Kampagne würden Sie gerne umsetzen?

Ich will gar kein unbegrenztes Budget, denn Werbung ist eine Investition, die sich für den Auftraggeber lohnen soll. Aber es freut mich immer, wenn die Zusammenarbeit mit dem Kunden unbegrenzt ist in Bezug auf die Dauer und die inhaltlichen Themen. Denn nur bei langfristigen Gesamtmandaten können wir gemeinsam die Marke weiterentwickeln und richtig positionieren. Taktische Aktivitäten sind wichtig – aber sie ersetzen nie eine Strategie.

http://www.karling.ch

https://sihlcity.ch/events/sihlcity-fashion-days

https://sihlcity.ch/

Zündende Idee der Agentur Walker: Mitarbeiter als Medikament

Die Beziehung von Marketingmenschen und Agenturen ist nicht immer von Harmonie geprägt. Da treffen kreative Ideen auch mal auf Widerstand und können nicht so umgesetzt werden, wie es notwendig gewesen wäre. Die Zürcher Agentur Walker zeigt, dass es auch anders geht. Sie tritt immer wieder mit aussergewöhnlichen Ideen in Erscheinung und hat nun für den Online-Personalvermittler Coople ein ganz spezielles Mailing entwickelt. Äusserst liebevoll gestaltete Mini-Mitarbeiter werden als Pillen in ein Blister eingeschweisst und natürlich mit Vitamin B versehen. Dieses Mailing ist das ideale Medikament gegen den Mitarbeitermangel. Stefanie Huber von Walker erklärt, wie man auf so eine Idee kommt.

Frau Huber, Ihr Kunde Coople hatte seine Buchungsplattform überarbeitet und ein Rebranding umgesetzt. Wie kamen Sie auf die Idee mit den Arbeitskräften als Medikament?

Eine Idee ist immer dann besonders stark, wenn man etwas Relevantes über das Produkt oder die Dienstleistung erzählen kann und sich die Zielgruppe angesprochen fühlt. Coople ist ein Dienstleistungsunternehmen, welches Unternehmen in kurzer Zeit (zu 98% in unter 4 Stunden) mit flexiblen Arbeitskräften verbindet. Dies ist ein starker USP, den wir als Sprungbrett zur Ideenfindung genommen haben. Auch hilft es, sich in der Kreationsphase in die Zielgruppe hineinzuversetzen, dies hat dann in diesem Fall auch zur Idee geführt; Wenn man dringend Personal braucht ist das natürlich kein gutes Gefühl, man ist sehr gestresst, da man für 2 oder 3 Personen arbeiten muss. Das spürt man, vor allem im Service oder im Gesundheitswesen, dann auch körperlich. Coople ist wie die Erlösung von diesen „Arbeitsschmerzen“, da innerhalb von kurzer Zeit eine Wirkung in Form von zusätzlichem Personal eintrifft. Ein Medikament gegen Mitarbeitermangel sozusagen.

Eine innovative Idee mit einer speziellen Umsetzung, Mitarbeiter in Blister Form © Walker/Coople

Wie war die erste Reaktion von Coople? Mussten Sie viel Überzeugungsarbeit leisten, oder bekamen Sie schnell ein grünes Licht?

Wir mussten praktisch keine Überzeugungsarbeit leisten. Dem Kunden hat die Idee sofort gefallen, da sie einfach und auf dem Punkt ist. Er hat das kreative Potential erkannt, sich mit dieser Idee vom Wettbewerb abzusetzen und aufzufallen.

Gerade im Marketing, sind die kreativen Ideen natürlich enorm wichtig. Dennoch scheitert es oft an der Umsetzung. Wie haben Sie diese Idee schlussendlich realisiert? Das Mailing sieht ja wirklich wie ein Medikament aus, da haben die Druckpartner sicherlich einmal leer geschluckt…

Da haben Sie Recht, hinter diesem Mailing steckt eine lange und aufwändige Recherchearbeit nach Druckpartnern, welche das Know-How, den Willen und die Möglichkeiten haben, etwas Neues zu versuchen und einen Schritt weiter zu gehen. Bisher haben wir aber fast immer die Erfahrung gemacht, dass sich der Glaube an die gute Idee und der Einsatz dafür am Ende auszahlt. Man sollte sich nicht von den ersten Hürden aufhalten lassen. Am Ende haben wir einen Druckpartner gefunden, der die Idee so gut fand, dass er in Eigenregie mit seinen Druckmaschinen Tests gemacht und sich Halterungen gebaut hat, um die Pillen maximal bedrucken zu können. Die bedruckten Arznei-Kapseln wurden dann von einem anderen Partner maschinell verblistert und verpackt.

Schwierige Umsetzung für die Druckpartner, aber am Ende doch erfolgreich © Walker/Coople

Haben Sie schon erste Reaktionen auf das Mailing erhalten?

Ja, die Reaktionen sind sehr gut. Das Mailing fällt auf und wir haben bereits Anfragen von anderen Unternehmen bekommen, die ebenfalls ein solches Mailing haben möchten.

Natürlich gibt es, vor allem bei kreativen Massnahmen, immer auch einige kritische Meinungen, jedoch überwiegen die Positiven deutlich.

Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass man aus der Masse heraussticht. Woher nehmen Sie die Kreativität und wie arbeiten Sie mit Ihren Kunden zusammen?

Wir alle werden tagtäglich mit tausenden von Werbebotschaften bombardiert, darum ist es wichtig aufzufallen. Und das am besten so, dass die Botschaft auch mit der Marke verknüpft und somit nicht austauschbar wird. Dies kann man erreichen, wenn man über lange Zeit viel Geld in andauernde Medienpräsenz investiert. Da die Marketingbudgets in der heutigen Zeit aber immer kleiner werden, ist eine gute Idee der effizienteste und günstigste Weg mehr Reichweite zu erlangen. Je besser die Idee desto weniger Zeit und Geld sind nötig, um eine Wirkung zu erzielen.

Uns ist es wichtig eng mit unseren Kunden zusammen zu arbeiten, denn die Basis einer guten Kampagne ist ein guter Dialog mit Wissensaustausch. Bevor wir mit der Ideenfindung beginnen, erarbeiten wir zunächst eine Strategie, die auf den Inputs unserer Kunden, deren Mitarbeitern und deren Kunden basiert. Dieses Wissen fliesst dann in die Kampagnenentwicklung ein, mit dem Ziel aus dem Produkt heraus eine effiziente Kampagne zu entwickeln und diese zielgruppengerecht für die einzelnen Kanäle umzusetzen.

Die Kreativität zu den Kampagnen kommt beim Machen. Es ist eine Mischung aus Spielen, Ausprobieren und Grenzen testen. Ich arbeite meistens so, dass ich anhand des Briefings zu den jeweiligen Themen eine Recherche mache und voll in das Produkt oder die Dienstleistung und die Zielgruppe eintauche. Dann lasse ich das alles gehen und spiele mit dem Thema in verschiedenste Richtungen. Daraus entwickeln sich dann die einzelnen Ideenrichtungen. Wenn eine Idee richtig gut ist, spüre ich das an einem Kribbeln im Bauch.

Es gilt aus der Masse herauszustechen © Walker/Coople

Wo sehen Sie die Stolpersteine in der Zusammenarbeit?

Um aus der Masse herauszustechen, ist es manchmal notwendig etwas ganz Neues zu wagen. Dies erfordert Mut, Entscheidungswille und vor allem auch Vertrauen.

Gerade in Unternehmen mit vielen Entscheidern am Tisch hat es eine Idee, die neu ist und noch nicht gesehen wurde, leider oft schwer, da sie es allen recht machen muss. Und eine solche Idee ist meistens nicht neu und mutig.

Ich denke gute Kommunikation von beiden Seiten ist daher das A und O, denn viel zu oft entstehen Missverständnisse, die hätten vermieden werden können. Dies funktioniert je besser, je partnerschaftlicher die Beziehung gesehen wird. Ausserdem sollten die Ansprüche an die Kommunikationslösung, das Timing und Vorstellungen im Vorhinein gut definiert werden, damit man gemeinsam an einem Strang ziehen kann.

Wenn Sie, aus Agentursicht, angehenden Marketingfachleuten einen Tipp geben könnten, was würden Sie raten?

Mutig zu sein und auch seinem Bauchgefühl zu vertrauen und nicht nur rationalen Measuring-Tools. Denn der emotionale Faktor, den eine gute Idee transportiert, ob sie zum Weinen oder Lachen bringt, sollte nicht unterschätzt werden.

 

http://www.walker.ag/

https://www.coople.com/ch/