Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg

Von Samira Tamburini

Man kann nicht nicht kommunizieren, sagte dereinst Paul Watzlawick. Egal wie wir uns verhalten, kommuniziert wird immer, auch wenn nichts gesagt wird. Sogar das Schweigen ist eine Art der Kommunikation. Kommunikation hat eine prägende und übergeordnete Rolle und bleibt auch in Zeiten von Social Distancing und Online Marketing zentral. Am Beispiel eines Pilates-Studios wird gezeigt, wie das konkret aussehen kann.

Die Kunst einer erfolgreichen Kommunikationspolitik liegt darin, die eigenen Kunden- und Zielgruppen so gut zu verstehen, dass die Wünsche und Bedürfnisse stets abgeholt und erfüllt werden können. Darauf basierend kann abschliessend der passende Mix an Kommunikationsmitteln und Kanälen bestimmt werden. Genau so ist Danielle Berger, Besitzerin des Pilates Studios «BodyProps Pilates» in Wallisellen, vorgegangen. Sie hat schon früh erkannt, welche Kunden wie angesprochen werden möchten.

Die Kundenansprache ist wichtig © Pixabay

Kundenorientierte Kommunikationsstrategie

Danielle Berger hat in den vielen Jahren eine sehr gute Beziehung zu ihren Kunden aufgebaut. Die meisten von ihnen sind langjährige und treue Klienten. Diese Art von Kundenbindung ist äusserst wertvoll und eine grosse Unterstützung für ihre Kommunikationsstrategie. Zum einen benutzt sie die persönliche Ansprache vor und nach dem Training, um Feedbacks abzuholen. Zum anderen organisiert sie Anlässe, bei welchen sie in einer lockeren Atmosphäre, weitere Insights und Inputs bekommt. Parallel dazu verwendet sie das Direct Marketing wie beispielweise Mailings und Messaging via WhatsApp, wo sie entweder mit einem CTA (Call-to-Action) oder einer kurzen Befragung, hochwertige Rückmeldungen bekommt. Dies ist nicht nur zielführend sondern besonders effizient in puncto Ressourcen und Investitionen. Vor allem bei unerwarteten Ereignissen, wie gerade mit COVID-19, in denen kein direkter und persönlicher Kundenkontakt stattfinden kann. Jetzt ist eine gute Kenntnis der eigenen Klientel äusserst wertvoll und wesentlich.

Danielle Berger © BodyProps Pilates

Deine Arbeit als Trainerin bedingt sowohl verbale als nonverbale Kommunikation. Wie empfindest Du die zwei Formen und welche Erkenntnisse hast du bis jetzt gesammelt?

Korrekt: Meine Lektionen sind eine Mischung aus verbaler und nonverbaler Kommunikation. Ich staune immer wieder, wie stark die nonverbale Kommunikation wirkt, vor allem bei Neukunden. Ein Blickkontakt oder die körperliche Ausführung einer Übung, wirkt Wunder. Die Teilnehmer fühlen sich durch meine Präsenz und Aufmerksamkeit, die ich ihnen schenke, abgeholt und sind motiviert mitzumachen und bereit an ihren eigenen Grenzen zu gehen. Und das ist auch meine Hauptaufgabe als Trainerin: Meine Kunden dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.

Welche Instrumente setzt du für den Kundendialog, ausserhalb der Unterrichtszeiten, regelmässig ein und wie kommunizierst du hauptsächlich?

Ich kommuniziere ausschliesslich über die digitalen Kanäle: Newsletter, Social Media und Messaging via WhatsApp. Auf Facebook und Instagram poste ich regelmässig Videos, verbal und nonverbal 😊, mit Übungsausführungen und Ideen für das Training zu Hause oder unterwegs. Mit Messaging via WhatsApp pflege ich den persönlichen Dialog, indem ich die Wertschätzung und meinen Brand als Person verstärke und somit den Wiedererkennungswert schaffe.

In der momentanen Corona-Krise ist Umdenken angesagt. Wer neue Wege geht, kann sich mitunter auch neue Chancen eröffnen. Hast du deine Kommunikationsstrategie der Situation angepasst?

Jein, ich bediene weiterhin die digitalen Kanäle und was Facebook und Instagram betrifft, bin ich nach wie vor mit Videos präsent. Die Häufigkeit und die Inhalte der Messaging via WhatsApp habe ich jedoch erhöht und angepasst: Ich habe gemerkt, dass meine Kundschaft dieser Art von Kommunikation sehr schätzt und ich bekomme hierzu regelmässig positive Rückmeldungen. Zudem habe ich, auf Grund des Lockdowns, mein Angebot erweitert: Auf Video können die eingeloggten Teilnehmer eine Lektion verfolgen und zu Hause mitmachen. Das ist auch eine Art von Kommunikation und Kundenbindung. Diese Aktivität war für mich ein Erfolg: Ich konnte sogar, langjährige «Offline» Kunden (sie sind mit der Onlinekommunikation nie richtig warm geworden), dazu bewegen, sich für das Online Training zu melden. Sie waren danach so begeistert und dankbar.

Was ist deiner Meinung nach das Wesentliche für glückliche und treue Kunden?

Ganz wichtig: Die Kundenbindung aufrechthalten, indem man den eigenen Kunden gut kennt und ihn liebt. Das ist nur mit Hilfe der richtigen Kommunikationspolitik möglich. Sprich, der Kundendialog muss gepflegt werden und regelmässig stattfinden. Selbstverständlich muss man agil bleiben, um neue Bedürfnisse rechtzeitig zu identifizieren und die nötigen Massnahmen aufzugleisen und entsprechend umzusetzen.

Die Kundenbindung ist weiterhin sehr wichtig © BodyProps Pilates

Mehr über Body Props Pilates:

https://bodypropspilates.ch

https://www.facebook.com/body.props.pilates

https://www.instagram.com/body_props_pilates

Über die Autorin

Samira Tamburini arbeitet als Brand & Communication Manager bei der CWS-boco Suisse SA in Glattbrugg und absolviert aktuell bei der ZHAW den CAS Marketing- & Corporate Communications.

Foodblogging – Wenn Leidenschaft zum Beruf wird

Von Pierangela Bartolone

Mit über 87‘000 Abonnenten auf YouTube und 65‘000 Followern auf Instagram zählt „Mrs Flury“ zu einer der beliebtesten Foodbloggerinnen der Schweiz. Die gelernte Ernährungswissenschaftlerin Doris Flury zeigt mit ihren sympathischen Kochvideos und kreativen Posts, wie man Gesundes und Simples verbindet und aus einem Hobby ein Beruf werden kann.

Du bist gelernte Ernährungswissenschaftlerin – Wie bist du zum Foodblogging gekommen? Was war deine Motivation?

Das Bloggen hat als reines Hobby begonnen. Ich wurde oft von Freunden und Familie nach meinen Rezepten gefragt und habe dann irgendwann begonnen, diese nachzukochen und für YouTube-Videos zu filmen. Das Ganze ist aus reiner Freude entstanden. Ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht, dass es ein Beruf werden könnte.

Auf welche Schwierigkeiten bist du anfänglich gestossen?

Eigentlich auf keine. Es war jedoch sehr zeitaufwendig, die Rezepte sowohl auf meinem Blog als auch auf meinem YouTube-Kanal und den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen zu publizieren.

Foodstyling – ästhetische Bilder unterstreichen die Rezepte auf dem Blog © Mrs Flury

Du betreibst den Blog, einen Online-Shop und bist auch mit deinen Foodkreationen auf Instagram und YouTube vertreten. Mit welchem Kanal hast du gestartet und wie hat sich seitdem die Bedeutung der Einzelnen entwickelt?

Begonnen habe ich mit dem YouTube-Kanal. Dieser generiert bis heute noch die meisten Aufrufe auf meinem Blog. Instagram ist auch ein zusätzliches Tool, um die Blogposts zu teilen. Momentan boomt Instagram natürlich, viele sind auch nur dort vertreten.

Während aber auf Instagram nach einer gewissen Zeit die Posts wieder verschwinden, fungiert mein YouTube-Kanal auch als Datenbank, in der man immer wieder nach meinen Rezepten suchen kann. Insgesamt sind jedoch nach wie vor alle Social-Media-Kanäle wichtig, wie etwa auch Pinterest, Facebook und TikTok.

Von der Idee bis zum fertigen Post – Wieviel Aufwand steckt dahinter? Arbeitest du im Team oder allein?

Es steckt sehr viel Arbeit dahinter, eigentlich ein 100% Job, den man aber flexibel und rund um die Uhr ausführen kann. Wie viel Zeit ich genau investiere, hängt natürlich auch von der Aufgabe ab. Ich mache fast alles allein, ausser beim Erstellen und Schneiden der YouTube-Videos, da unterstützt mich mein Mann.

Doris Flury und eine ihrer Kreationen © Mrs Flury

Mittlerweile boomen auch in der Schweiz Foodblogs und Instagram-Kanäle rund um das Thema „gesunde Ernährung“. Was hebt Mrs Flury von den anderen ab?

Die hohe Glaubwürdigkeit als Ernährungswissenschaftlerin, die seit nun mehr als 6 Jahre exklusiv zum Thema gesunde Ernährung bloggt und damit auf allen wichtigen Social-Media-Kanälen aktiv ist. Ich ernähre ich mich und meine Familie ausserdem genauso, wie ich es auf Social-Media präsentiere.

Du kooperierst mit grossen Brands wie etwa Migros oder Kenwood. Kannst du kurz schildern, wie solche Kooperationen zustande kommen?

Ich werde von Firmen oder Agenturen angefragt, welche durch YouTube oder Instagram auf mich aufmerksam werden. Wenn eine Marke dann zu mir passt und ich diese auch glaubwürdig vertreten kann, wie zum Beispiel ein Küchengerät, dann gehe ich gerne diese Kooperation ein und es wird dann gemeinsam festgelegt, wie diese aussehen soll. Bei den meisten Kooperationen bin ich sehr frei in der Gestaltung, manche Firmen haben aber auch gewisse Vorgaben und möchten zum Beispiel die Posts im Voraus sehen. Natürlich gibt es auch Anfragen, die nicht zu mir passen und welche ich dann absagen muss.

Wie sieht die Zukunft für Mrs Flury aus?

Es wird noch lange innovative, gesunde und einfache Mrs Flury-Rezepte geben, die nach dem Zeitgeist entwickelt werden.

Mehr über Mrs Flury unter:

https://www.mrsflury.com/

www.youtube.com/mrsflury1

http://instagram.com/mrsflury/

https://www.facebook.com/mrsflury1

https://www.pinterest.com/mrsflury/

Über die Autorin

Pierangela Bartolone ist als Project Manager Translations tätig. Nach dem Bachelorstudium in Angewandte Sprachen an der ZHAW, absolviert sie zurzeit den CAS Marketing- & Corporate Communications, um ihre Kenntnisse in diesen Bereichen zu vertiefen. In ihrer Freizeit probiert sie gerne Neues in der Küche aus. Dabei lässt sie sich von Foodblogs inspirieren.

Storytelling im Content Marketing: Wie Gstaad eine Kartoffel inszeniert

Von Claudia von Siebenthal

Abländschen – ein verträumtes Örtchen auf 1‘200 Metern Höhe, gerade einmal 30 Einwohner reich. Idyllisch liegen ein paar Häuschen verstreut am Fusse der Gastlosen. Wenn sich Gäste dorthin verirren, finden sie wunderbare Aussichten und grenzenlose Ruhe. Die mondäne Destination Gstaad ist über die Landesgrenze hinweg bekannt. Von Abländschen, das zur selben Gemeinde zählt, hörte man bis anhin kaum etwas. Wie das verschlafene Bergdorf diesen Herbst dank einer simplen Kartoffelgeschichte plötzlich im Mittelpunkt stand, erfahren Sie im folgenden Blogbeitrag.

„Ich möchte Sie daran erinnern, dass die besten Geschichten die verborgenen Dinge ans Tageslicht bringen, über die wir im Allgemeinen nicht reden“, sagte der amerikanische Autor und Marketing-Experte Seth Godin einmal. Das passt gut: Kartoffeln, auch wenn sie zum Beispiel mit dem Nationalgericht Rösti recht häufig auf dem Schweizer Speiseplan stehen, gehören nicht wirklich zu den wichtigsten Gesprächsthemen unserer Zeit. Was hat das nun mit Abländschen und dem Storytelling der Destination Gstaad zu tun?

Wie eine „bescheidene“ Kartoffel prominent wurde

Seit diesem Sommer gibt es eine Gstaader Gourmet-Kartoffel. Wobei sie genau genommen aus Abländschen stammt. Zwei Gstaader Macher haben mit einem aussergewöhnlichen Projekt auf das kleine Bergdorf aufmerksam gemacht. Hanspeter Reust und Thomas Frei, die Väter des Gourmetfestivals Saveurs Gstaad, initiierten in Abländschen die Gourmet-Kartoffel. Damit wollen sie nicht nur die Abwanderung in Abländschen stoppen, sondern auch die Agrarwirtschaft ankurbeln und auf regionale Produkte setzen. Im vergangenen Juni pflanzten sie zusammen mit einem einheimischen Landwirt auf acht Aren rund 400 Kilogramm Kartoffeln.

Die Destination Gstaad lud im Anschluss zum Spatenstich auf dem Kartoffelfeld ein. Der Erntestartschuss erfolgte an einem nasskühlen Montagmorgen anfangs September und wurde so richtig in Szene gesetzt. Als Erntehelfer kamen Sterneköche wie Martin Dalsass aus dem Engadin, 19-Punktekoch André Jäger, Franz Faeh vom Gstaad Palace und Robert Speth, Koch des Jahres 2005. Auf dem Kartoffelacker am steilen Hang wurde gelacht und gescherzt, Kartoffeln bestaunt und gesammelt. Anschliessend degustierte die illustre Runde die Kartoffeln zubereitet als „Gschwellti“ zusammen mit einer am offenen Feuer grillierten Bratwurst. Diese wurde von einer lokalen Metzgerei aus Gstaad passend zu den „Härdöpfeln“ kreiert. Die Rezeptur stammt vom Starkoch André Jäger. „Eine spezielle Wurst zu dieser speziellen Kartoffel – von der Region für die Region“, erklärt Reust das Geschäftsmodell.

Kartoffelernte mit Sterneköchen ©Destination Gstaad

Wie lautet das Rezept?

Die Geschichte charakterisiert nebenbei genau das, was die Destination als Botschaft vermitteln will. Die Region ist trotz der medialen Strahlkraft und einer Vielzahl prominenter und wohlhabender Gäste authentisch geblieben. Hier können Gäste ein absolutes Naturerlebnis geniessen. Nicht umsonst heisst der Werbeslogan „Id Rueh vor Natur“. Abländschen steht genau für das, was das Saanenland so besonders macht: einzigartige Natur, liebliche Berglandschaften und weit ab von der Hektik unseres Alltags. Diese Botschaft soll nun gerade die stressgeplagten Städter erreichen. Wie das gelingt? Eine emotionale Geschichte, selbst wenn es nur um eine Kartoffel geht, reicht schon aus. Das Rezept für ein erfolgreiches Storytelling im Content Marketing könnte also lauten: Man nehme rund 400 Kilogramm Kartoffeln, eine Prise Prominenz in Form von Sterneköchen, dann packt man noch eine passende Bratwurst dazu und lanciert einen kleinen Event.

Die Macht einer Kartoffelgeschichte

Die Kartoffelgeschichte wurde in den destinationseigenen Social Media-Kanälen wie Facebook, Instagram und LinkedIn gepostet. Weiter wurde auf der Website eine News geschaltet, ein Beitrag im Newsletter sowie eine Medienmitteilung an den nationalen Gastro- und Lifestyle-Verteiler gesandt.

Auszug aus der Instagram Story ©Destination Gstaad

Die Tageszeitung „20 Minuten“ titelte „Bei Gstaad wachsen die nobelsten Kartoffeln“, die htr Hotel Revue, der Jungfrau Anzeiger und der Berner Oberländer berichteten. Das Radio SRF 1 nahm die Gstaader mit der berühmten Kartoffel aus dem abgelegenen Seitental der Luxusdestination etwas auf die Schippe. Für den GaultMillau-Channel war die „Härdöpfelgeschichte“ ein wahrer Gaumenschmaus. Über 230‘000 Leser konnten damit erreicht werden. Auf den GaultMillau Social Media-Plattformen wurde eine organische Reichweite von über 130‘000 Usern gemessen.

Aus Sicht des Content Marketings lohnte sich das Storytelling über eine „bescheidene“ Kartoffel vollumfänglich. Die Botschaft wurde aufgenommen, die Kartoffel emotionalisiert und damit als herausragendes Mittel genutzt, um Aufmerksamkeit und Reichweite zu erzielen. Die Kraft des Erzählens kann manchmal mit einfachen Mitteln wirken, wobei ganz so einfach war es auch wieder nicht. Der Landwirt aus Abländschen hatte nämlich von Kartoffelanbau zunächst keine Ahnung, denn eigentlich betreibt er eine Milchwirtschaft mit 20 Kühen. Mit dem richtigen Rezept und gemeinsamen Anpacken lässt sich Aussergewöhnliches realisieren.

Über die Autorin

Claudia von Siebenthal ist bei der Destination Gstaad als Head of Marketing Communication tätig und Mitglied der Geschäftsleitung. Sie ist für die Kommunikation und Vermarktung der Tourismusdestination, Bergbahnen, Hotels und des Gewerbes zuständig. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in der Natur und in den Bergen. Momentan absolviert sie den CAS Marketing- und Corporate Communications an der ZHAW.

An den Wyländer Genusstagen wirken (noch) traditionelle Kommunikationskanäle

Von Lukas Landolt

Am 31. August und 1. September 2019 zeigten an den Wyländer Genusstagen in Rudolfingen ZH lokale Produzenten ihre selber hergestellten Produkte und boten diese zur Degustation, Verköstigung und zum Verkauf an. Von der breit angelegten Werbekampagne im Vorfeld der Veranstaltung wurden vor allem traditionelle Kommunikationskanäle wahrgenommen.

Ein gutes Dutzend regionaler Produzenten feiner Köstlichkeiten lud die Bevölkerung zu einem Anlass der besonderen Art ein. Die Besucher sollen dabei Spezialitäten des Zürcher Weinlandes kennenlernen und solche degustieren sowie einkaufen können. Das Konzept der Wyländer Genusstage sieht vor, dass die Aussteller Probier-Portionen zu einem Preis von maximal Fr. 5.- anbieten. Entsprechend sind die Portionen relativ klein. Ziel ist es, dass die Besucher an vielen verschiedenen Ständen diverse Häppchen probieren können und infolgedessen verschiedene Produkte kennenlernen. Dadurch soll die Bekanntheit der Aussteller und deren Angebot gesteigert werden. Ein attraktives Kinderprogramm mit einem Holzwerkplatz, einer Hüpfburg sowie mit Kinderschminken rundete das Angebot ab.

Eingesetzter Kommunikationsmix

Die Organisatoren machten sich im Vorfeld insbesondere darüber Gedanken, in welche Kommunikationsmedien wie viele finanzielle Mittel gesteckt werden sollen. Um auf den Anlass im Zürcher Weinland aufmerksam zu machen wurden traditionelle Kommunikationsmedien wie auch neue Kanäle genutzt: Flyer wurden gedruckt und in Volg- und LANDI-Läden der Region aufgelegt, in die Haushalte des Weinlandes gestreut sowie mittels persönlichen Mailings den Kunden der Aussteller versandt. Des Weiteren wurden Werbeplanen an gut frequentierten Strassen positioniert und in der Lokalzeitung zwei Inserate geschaltet. Hinzu kamen Anzeigen in den Publikationen der politischen Gemeinden Trüllikon, Benken und Marthalen. Für den Anlass wurde eine eigene Homepage www.wylaender-genusstage.ch aufgesetzt und auf Facebook sowie Instagram wurden die Genusstage weiteren Kreisen bekannt gemacht. Auf Facebook wurde ein kleiner Betrag zur spezifischen Werbung eingesetzt. Zudem wurde der Anlass auf verschiedenen Tourismusseiten aufgeschaltet. Die Aussteller wurden motiviert, möglichst viel Mund-zu-Mund-Propaganda zu machen. «Wir haben uns bewusst für eine ausgedehnte cross-mediale Kommunikation entschieden, um damit möglichst effektiv das breite Zielpublikum zu erreichen.» sagt Beat Eigenmann, Kommunikationsverantwortlicher des organisierenden Komitees.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung und machten den Anlass zum Erfolg. Von vielen Teilnehmenden wurden dem OK positive Rückmeldungen gemacht. Dabei wurden insbesondere die mit viel Herzblut hergestellten Produkte, die liebevoll hergerichteten Verkaufsstände sowie das attraktive Kinderprogramm genannt. Auch der Lokaljournalist der Andelfinger Zeitung fand in seinem Bericht lobende Worte zu den Wyländer Genusstagen.

Erstaunliches Resultat über die Wahrnehmung der Bekanntmachung

Lukas Landolt war OK-Verantwortlicher und hat während dem Anlass bei den Besucherinnen und Besuchern eine Umfrage durchgeführt mit dem Ziel herauszufinden, über welchen Weg die Anwesenden auf die Wyländer Genusstage aufmerksam geworden sind.

Auswertung der Befragung der Besucher der Wyländer Genusstage 2019 © Lukas Landolt

Aus der Umfrage geht hervor, dass die zwei weitaus kostenintensivsten Werbemittel ganz unterschiedliche Resultate hervorbringen: Wo die Resonanz bei den Flyern relativ hoch war, zeigte sich, dass die Inserate in der Lokalzeitung praktisch unerwähnt blieben. Die Auftritte auf der eigenen Homepage, Facebook und Instagram wurden zwar erwähnt, jedoch eher als Randerscheinung, und dies trotz dem starken Trend in Richtung soziale Medien. In diesem Zusammenhang kann die Frage aufgeworfen werden, ob in der ländlichen Region im Norden des Kantons Zürich die neuen Medien erst im Anzug sind oder zu wenig unternommen wurde, um an die gewünschte Zielgruppe zu gelangen.

Eine Wiederholung des Anlasses in ähnlichem Umfang ist wahrscheinlich. Über welche Medien im kommenden Jahr auf den Anlass hingewiesen werden soll wird das Organisationskomitee noch beschäftigen, zumal in der Kommunikation weiterhin ein starker Wandel wahrzunehmen ist.

Über den Autor

Lukas Landolt absolviert an der ZHAW den CAS Marketing- & Corporate Communications. Er ist in der LANDI Weinland in der Geschäftsleitung und zuständig für alle LANDI-Läden sowie die TopShop Tankstellenshops des Betriebes. Zudem ist er Geschäftsführer der LANDI Neftenbach AG.

Digitale Selbstironie bei der Berliner Verkehrsgesellschaft

Von Franziska Petersen

Aktuelle Entwicklungen wie Artificial Intelligence, Virtual Reality, Internet of Things oder Argumented Reality haben einen grossen Einfluss auf die Unternehmen und das Marketing. Eine Welt ohne Smartphone, Tablet oder Laptop ist kaum mehr denkbar. Deshalb ist es sehr wichtig die Botschaften dort zu platzieren, wo die Kunden sie auch abrufen – online mittels digitalem Marketing. Dies gilt natürlich auch für Betriebe der öffentlichen Hand. Wie man das Social Media Marketing erfolgreich einsetzen kann, zeigt das Beispiel der Berliner Verkehrsgesellschaft.

Zuerst Kritik, dann Lob für das Social Media Marketing

Eine der wohl bekanntesten deutschen Social Media Kampagnen der letzten Jahre ist die der Berliner Verkehrsgesellschaft. Jeder, der einmal das Vergnügen hatte in Berlin die Öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, weiss welche Freude eine Fahrt mit der BVG bereitet. Es gibt keine Jahreszeit zu der der U-, S- Bahnverkehr ohne Verspätungen oder Ausfälle funktioniert. Bis in das Jahr 2015 hatte die BVG mit einem extrem schlechten Image zu kämpfen und die Kampagne #weilwirdichlieben erntete massive Kritik. Ziel war es zunächst, dass die Kunden ihre schönsten Erlebnisse mit der BVG teilen – das Resultat war ein Shitstorm sondergleichen. Doch die BVG reagierte mit Humor und Selbstironie auf die Kritik und startete eine der besten Kampagnen der letzten Jahre. Statt sich auf das Image eines guten Verkehrsbetriebs zu konzentrieren, punkteten sie mit Authentizität, Ehrlichkeit und Selbstironie. Man setzt auf Augenzwinkern und die Liebe zur Hauptstadt Berlin.

Einer der grössten viralen Hits war der Song „Is mir egal“ zusammen mit einem Berliner Hip Hopper:

Selbstironie auf den digitalen Kanälen

Das Kommunikationsziel ist auch heute noch eine authentische Identifikation der jüngeren Gesellschaft mit dem Berliner Unternehmen. Ihre Hauptkanäle hierfür sind Twitter, Instagram und Facebook und ihre Beiträge beschäftigen sich mit Themen, an die sich kaum ein Berliner Unternehmen herantraut.

Screenshot eines ironischen Posts © BVG

In ihrer Tonalität ist die BVG selbstironisch und provokant und schafft es immer wieder mit ihren Social Media Beiträgen die Brücke zwischen dem Verkehrsbetrieb und der Metropole Berlin zu schaffen. Und damit auch eine emotionale Bindung zu den Kunden aufzubauen.

Screenshot eines weiteren Beispiels © BVG

Was mit grossen Schwierigkeiten begonnen hat, ist heute eine sehr erfolgreiche Social Media Kampagne. Mit mehr als 282.000 Twitter Followern, 256.000 Facebook Fans und 674.000 Abonnenten auf Instagram, hat sich die Reflexion, Ehrlichkeit und Selbstironie des Unternehmens gelohnt.

Die BVG hat es geschafft von dem typischen, negativen Klischee der Branche wegzukommen und hat mit ihrer Kampagne eine Liebeserklärung an ihre Stadt und deren Bewohner kreiert.

Über die Autorin

Franziska Petersen hat sich als studierte Politologin vor Jahren in die Welt des Eventmarketings verlaufen. Seitdem organisiert sie rund um den Globus Messen und Events im B2B Bereich. Seit zwei Jahren ist sie bei der VAT Group und seit August 2018 studiert sie berufsbegleitend an der ZHAW. Dort absolviert sie gerade den CAS Marketing- und Corporate Communications.

Meerjungfrauen als neuer Trend

Nach Einhörnern geht es nun zum nächsten Trend. Wenn man den Stimmen glauben mag, so erobern ab jetzt Meerjungfrauen die Herzen der Kundschaft. Wir haben bei einer Expertin nachgefragt, auf was es bei Meerjungfrauen ankommt. Katrin Gray ist nicht nur Meerjungfrau-Model, sondern stellt auch Meerjungfrauenflossen her. Sie ist mit ihrem Geschäft sehr erfolgreich und bietet ihre Produkte international an.

Frau Gray, wie kamen Sie bloss auf die Idee eine Meerjungfrau zu werden und dann noch entsprechende Meerjungfrauenflossen zu verkaufen?

Alles fing mit dem Kindheitstraum an, eine Meerjungfrau zu werden. Etwa 20 Jahre nachdem ich das erste Mal Arielle sah, habe ich mich dazu entschlossen meinen Traum wahr werden zu lassen. Ich befand mich gerade in der Ausbildung zur Tauchlehrerin und absolvierte dann Apnoekurse, um meine Luft länger anhalten zu können. Ich baute meine erste eigene Flosse, trainierte meine Unterwasser-Model-Fertigkeiten und somit war Mermaid Kat dann offiziell im Mai 2012 geboren.

Im August 2012 eröffnete ich in Thailand die erste Meerjungfrauenschule der Welt und begann andere im Meerjungfrauenschwimmen zu unterrichten. Leider stellte ich schnell fest, dass jegliches Meerjungfrauenequipment, welches zu erwerben war, qualitativ eher mangelhaft war. Somit entschied ich mich dazu meine eigenen Meerjungfrauenflossen zu entwickeln, die nicht nur realistisch aussehen, sondern vor allem auch effizient und sicher im Wasser zu nutzen sind. Im April 2013 eröffnete ich dann meinen Online-Shop, den Mermaid Kat Shop, in dem nun Flossen aus Stoff und Silikon verkauft werden.

Katrin Gray ist schon seit Jahren erfolgreich als Mermaid Kat unterwegs © Ian Gray / Mermaid Kat

Für Nichtmeerjungfrauen, auf was kommt es bei den Flossen an und wie werden sie hergestellt?

Das wichtigste an einer Meerjungfrauenflosse ist die eingebaute Monoflosse, diese sorgt dafür mit der Flosse vernünftig schwimmen zu können. Eine Monofin sollte immer zwei separate Fusstaschen haben, die nicht auf dem Flossenblatt sitzen, sondern quasi als Verlängerung des Flossenblattes dienen. Die Fusstaschen sollten etwas Luft zwischen sich haben, so dass sich die Knöchel beim Schwimmen nicht aneinander reiben und Schmerzen verursachen können. Jede Fußtasche sollte ein eigenes Fersenband besitzen, um einen guten Halt zu garantieren. Ich persönlich bevorzuge Fersenbänder, die grössenverstellbar sind. Das Flossenblatt sollte aus einem Material bestehen, das widerstandsfähig ist, im Wasser jedoch nachgibt und nicht brechen kann. Die Flossen für Kinder und Anfänger werden dann normalerweise mit einem Stoffbezug bezogen. Die Silikonflossen werden alle in Handarbeit angefertigt und genau auf die Wünsche und Masse unserer Kunden individuell angefertigt.

Wie schwierig ist es mit diesen Flossen zu schwimmen? Ist das gefährlich, oder kann das theoretisch jeder lernen?

Die Schwimmbewegung beim Mermaiding ist für viele Menschen ganz natürlich und wesentlich leichter zu erlernen als andere Schwimmstile. Mit ein wenig Übung sollte also eigentlich jeder in der Lage sein, sich mit einer Meerjungfrauenflosse im Wasser fortzubewegen.

Mermaiding ist lernbar © Marten von Rauschenberg / Mermaid Kat

Auf Ihrem online Shop gibt es diverse Produkte, unter anderem Bikinis, Meerjungfrauenkronen und sogar Brautflossen. Sind noch mehr Produkte in Planung, die das Sortiment ergänzen werden?

Wir entwickeln uns stetig weiter und sind ständig in der Planung für neue Produkte. Im April 2018, zu unserem fünften Geburtstag, werden wir unsere Prinzessinnen-Meerjungfrauenflossen-Kollektion herausbringen.

Bei Meerjungfrau denkt man automatisch an Frauen und Mädchen, Sie haben aber auch Flossen für den Meermann. Müssen Männer nun umschwenken und mit Flossen durch das Wasser gleiten, um die Frauen noch zu beeindrucken?

Beim Unterrichten unserer Meerjungfrauenkurse haben wir etwa 90% weibliche Teilnehmer und nur etwa 10% Jungen und Männer. Beim Flossenverkauf sehen wir jedoch, dass immer mehr Flossen für die männlichen Wasserwesen bestellt werden. Erstaunlicherweise stellen wir sogar recht viele Silikonflossen für Männer her, welche bei knapp 2000 Euro keine günstige Investition sind.

Wie vermarkten Sie sich selbst, aber auch den online Shop? Welche Marketinginstrumente nutzen Sie?

Wir sind in erster Linie auf Instagram unterwegs. Facebook war vor ein paar Jahren ein tolles Marketing-Tool, bringt mittlerweile jedoch kaum noch Business. Ansonsten haben wir Glück, da Zeitungen und TV-Formate regelmässig über uns berichten und unsere Websites bei Google relativ hoch stehen.

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Haben Sie keine Angst, dass ein grosser Produzent den Markt mit billigeren Produkten überrollt?

Es gibt bereits Billiganbieter, die Flossen verkaufen. Sicherlich gibt es einige Leute, die darauf anspringen. Unsere Flossen sind jedoch ganz klar in ihrer Qualität unbesiegbar. Billigflossen können schnell kaputtgehen und brechen und somit muss der Kunde letztlich dann doppelt oder dreifach investieren, als hätte er von vornherein gleich in ein Equipment mit einer guten Qualität investiert. Des Weiteren steht beim Meerjungfrauenschwimmen natürlich auch die Sicherheit im Vordergrund. Immerhin befinden wir uns beim Mermaiding mit zusammengebundenen Beinen im Wasser. Eine Flosse die im Wasser einfach zerbricht, kann ein grosses Risiko darstellen, besonders für Kinder. Als Eltern sollte man sich da schon im Klaren darüber sein, warum ein solcher Preisunterschied zustande kommt und dann entscheiden, wie viel ihnen die Sicherheit ihrer Kinder wert ist.

Sicherheit gilt als oberstes Gebot, gerade bei Kindern © Ian Gray / Mermaid Kat

Gemäss Trendexperten wird 2018 das Jahr der Meerjungfrau. Wie schätzen Sie das ein und wie gehen Sie vor, damit Ihr Geschäft langfristig Bestand hat?

Wir sind seit 2013 stetig am Expandieren und unsere Prognosen sehen weiterhin sehr positiv aus. Im Mai 2018 wird mein erstes Buch zum Thema Mermaiding erscheinen, in dem ich viele Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene Meerjungfrauen und Meermänner gebe. Auch meine Meerjungfrauenschule expandiert stetig, hat bereits Standpunkte in Niedersachen, Schleswig-Holstein und Brandenburg. In Kürze werden Zweigstellen in Bayern und NRW eröffnen. Wir sind also bereit, um mit dem Trend mitzuwachsen.

Zum Schluss, welchen Tipp würden Sie Neu-Meerjungfrauen geben?

Als Grundvoraussetzung sollte das Bronze-Schwimmabzeichen abgelegt worden sein. Beim Kauf einer Meerjungfrauenflosse lieber gleich von Anfang an in gutes und sicheres Equipment investieren und zu Beginn einen Meerjungfrauenkurs in einer professionellen Meerjungfrauenschule besuchen. Des Weiteren sollten Meerjungfrauenflossen niemals ohne einen erfahrenen Buddy bzw. unter direkter Aufsicht im Wasser benutzt werden.

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Faszinierende Meerjungfrau © Michael Aw / Mermaid Kat

Männer ab ins Nagelstudio!

Im März 2018 wird die «Schmiede für Männerhände» in Zürich eröffnet. Die Gründer Lucy Johnson und Jan Harmel eröffnen ein Nagelstudio, welches sich auf Maniküre und Pediküre für Männer spezialisiert. Nailsmith&Johnson hat sogar die Man’s World GO! Start-Up Challenge, welche zielgruppenspezifische Start-ups fördert gewonnen. Lucy und Jan erzählen uns im Blog, warum Mann im Nagelstudio am richtigen Ort ist und wie sie auf die Idee kamen, ein solches Nagelstudio für Männer zu eröffnen. 

Lucy Johnson studierte BWL an der ZHAW und führte bereits ihre eigene Unternehmung. Jan Harmel hat Wirtschaft studiert und war nach dem Studium als Unternehmensberater tätig. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, ein Start-Up zu gründen?

Als wir gemerkt haben, dass wir sowohl eine Idee als auch ein Team haben, lag die Gründung auf der Hand. Mit Nailsmith&Johnson hatten wir ein Konzept, von dem wir überzeugt sind und wollten dann auch ausprobieren, wie ein Männernagelstudio im Schweizer Markt ankommt.

Die Gründer Lucy Johnson und Jan Harmel (c) Nailsmith&Johnson

Wieso die Idee, ein Nagelstudio für Männer zu eröffnen?

Das Thema Nagelstudio für Männer kam, wie könnte es anders sein, bei einem gemütlichen Abend mit Bier auf. Wir haben daraufhin ein bisschen gegoogelt und haben coole Konzepte in den USA und später dann auch in Deutschland entdeckt. Aber in der Schweiz gab es tatsächlich noch nichts Vergleichbares. Als wir das gemerkt haben, war uns eigentlich sofort klar, dass wir es ausprobieren müssen.

Wie würdet ihr eure Zielgruppe beschreiben?

Unsere Hauptzielgruppe ist klar definiert: Männer. Hier wollen wir vor allem all diejenigen ansprechen, die sich bislang noch nicht mit Maniküre oder Pediküre beschäftigt haben. Ganz nach dem Motto: «Ein Besuch im Nagelstudio könnte sogar dir gefallen.»

Aber auch Frauen helfen wir indirekt weiter: Mit unseren Geschenk-Gutscheinen kommen die beschenkten Männer des Vertrauens gepflegt und entspannt nach Hause. 

Habt ihr auch Trendforschung betrieben?

Die Männerkosmetikbranche befindet sich über die letzten Jahre hinweg in einem stetigen Wachstum. Eigene Forschung haben wir nicht betrieben, uns aber natürlich tief in die Thematik eingearbeitet und verschiedene Studien dazu gelesen. Letztendlich muss man ein neues Konzept aber einfach am Markt ausprobieren, nur so wird man eine wirkliche Antwort erhalten. 

Das maskuline Nagelstudio muss natürlich auch innen anders daherkommen, als gewöhnliche Nagelstudios © Nailsmith&Johnson

Nailsmith&Johnson konnte die Man’s World GO! Start-Up Challenge gewinnen – herzliche Gratulation! Wie konnte Nailsmith&Johnson von diesem Wettbewerb profitieren?

Danke. Wir können ganz vielseitig davon profitieren. Das Wichtigste ist bestimmt die mediale Aufmerksamkeit, die uns hilft unseren Bekanntheitsgrad zu steigern. Auch hilft die Man’s World unseren Brand zu positionieren und zu zeigen, dass unser Nagelstudio eine breite Masse an Männern anspricht. Wir bekommen ausserdem einen Mini Clubman für ein Jahr – das sorgt einfach für gute Stimmung im Team.

In eurer Kommunikation spielt ihr mit Klischees: It‘s called “man”icure for a reason zum Beispiel. Wie habt ihr euch dazu entschieden, gerade diese Vorurteile in eurer Kommunikation zu nutzen?

 Wir spielen ganz bewusst mit verschiedenen Klischees, da wir die vielen Vorurteile gegenüber Kosmetik und Männer aufbrechen möchten. Auch heute noch ist der Kosmetikmarkt und damit verbundene Dienstleistungen sehr weiblich behaftet, obwohl ein gepflegtes Äusseres auch ein Bedürfnis vieler Männer ist. Das Spannungsfeld zwischen der vermeintlich weiblichen Dienstleistung Maniküre/Pediküre und unserem rustikalen Laden wollen wir mit einer selbstbewussten Kommunikation nutzen.

Angepasste Kommunikation für das männliche Nagelstudio © Nailsmith&Johnson

Auf eurer Webseite schreibt ihr, dass die Customer Experience im Vordergrund steht, was können die Kunden bei einem Besuch bei Nailsmith&Johnson erwarten?

Wir möchten unseren Kunden vom Moment der Terminbuchung bis zum Zeitpunkt, in dem sie den Laden verlassen, ein rundum angenehmes und individuelles Erlebnis bieten. Dies beginnt bei unserem Online-Buchungssystem, spiegelt sich in einem stimmigen Angebot verschiedener Dienstleistungen vor Ort und einer Getränkeauswahl von Cappuccino bis Bier wider. Unser Laden ist auch ein Ort zum Abschalten und Entspannen während einer langen Arbeitswoche.

Welche Marketing-Kanäle nutzt ihr, um an die Zielgruppe zu gelangen?

Wir setzen auf einen Mix aus verschiedenen Kanälen: Zum einen sind wir auf Instagram/Facebook aktiv und nutzen im Online-Marketing-Bereich zudem SEO und GoogleAdwords. Online-Kanäle bringen häufig geografische Streuverluste mit sich – da wir vor allem auch Männer vor Ort in Zürich ansprechen wollen, nutzen wir deshalb unsere lokalen Netzwerkkontakte, um in der Region Zürich bekannt zu werden. Dabei ist, wie bei jedem Ladenkonzept, der Laden selbst extrem wichtig.

Mann will gepflegt sein, das aber bitte in einem männlichen Umfeld © Nailsmith&Johnson

Habt ihr Tipps für künftige Start-Up Gründer?

Bei einer Gründung rutscht man eigentlich immer aus der Komfortzone heraus. Dann ist es wichtig, die Nervosität und Unsicherheit als Chance zu sehen. Der “point of no return” ist auch der “point of all return”. 

Was machen denn überhaupt schöne Männerhände resp. -füsse aus? 

Schönheit liegt, auch bei Männerhänden- und füssen, im Auge des Betrachters. Gepflegte Hände und Füsse gehören aber mittlerweile auch bei Männern einfach dazu und sind auch aus gesundheitlicher Sicht sinnvoll – gerade für Sportler gehört eine regelmässige Pediküre zur Pflegeroutine dazu. Eine professionelle Maniküre oder Pediküre umfasst mehr als nur eine Nagelschere, das kann Mann bei uns vor Ort erleben. Bislang waren alle unserer Testkunden positiv vom Ergebnis überrascht.

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Marketing aus aller Welt: Magnum Stores in Italien

Von Dr. Adrienne Suvada und Anna Rozumowski

Bereits im vorhergehenden Blog, wurde eine neue Gelato Variante präsentiert. Nun geht es noch einmal zu unserem südlichen Nachbarn. Es gibt nämlich noch eine weitere Marke, die mit speziellen Glacekreationen auffällt. In verschiedenen Städten in Italien gibt es die Magnum Pleasure Stores. Das gute bekannte Magnum, einfach anders…

Das Glace ist für viele Genuss pur. Da wird auch einmal das Kalorienzählen unterbrochen. Gerade im Sommer, sind die Glaces sehr beliebt und auch in den Ferien wird gerne der süssen Versuchung gefrönt. Gelato Spezialisten finden sich natürlich in Italien. Die dortige Glacekunst ist in der ganzen Welt bekannt. Aber auch hier gibt es Marketingaktivitäten, die den Italienern neue Genüsse liefern. Die berühmte Marke Magnum ging den Weg über spezielle Stores. Diese waren zuerst nur temporär. Mittlerweile sind sie eine etablierte Grösse. Der Erfolg spricht für sich, denn das Magnum Gelato wird in den sozialen Netzwerken als äusserst gelungen gefeiert.

Magnum Glaces im Pleasure Store in Mailand (Bild: A. Rozumowski)

Persönlicher Magnum Genuss

Die sogenannten Magnum Pleasure Stores gibt es in Italien in Rom, Florenz, Neapel, Venedig und natürlich in Mailand. Jeder Store hat eine eigene Facebook Seite, wo alle relevanten Informationen zu finden sind. In den Pleasure Stores kann man sich ein My Magnum zusammenstellen, ein personalisiertes Glace also. Als Basis dient ein handelsübliches Magnum Classic. Danach hat man die Möglichkeit das Glace in Schokolade zu tauchen (dunkel, hell, weiss). Das ist aber natürlich noch nicht genug. Das Beste an dieser Glacekreation ist nämlich das Topping. Hier kann man aus diversen Möglichkeiten drei Toppings auswählen. So gibt es zum Beispiel Krokant, Schokoladestückchen, Pistazien, Mandeln, Brownie und noch viele mehr. Zum Abschluss gibt es noch Schokoladensauce über dieses spezielle Magnum Glace. Auch hier kann man aus dunkler, heller oder weisser Schokolade auswählen.

Magnum Glace in weisser Schokolade mit den Toppings Brownie, Marshmallow und Krokant (Bild: A. Rozumowski)

Marketingtechnisch alles richtig gemacht

Man muss zugeben, das Magnum Glace schmeckt. Es ist natürlich sehr süss, aber die Möglichkeit es zu personalisieren und diese spezielle Kreation in den Händen zu halten, macht natürlich den Reiz aus. Da denkt man für einmal wirklich nicht mehr an die Linie und geniesst einfach. Schliesslich steht man ja in einem Pleasure Store. Marketingtechnisch hat Magnum hier alles richtig gemacht. Eigene Brand Stores sind keine neue Idee, aber Magnum hat in diesem Fall die sozialen Medien mitbedacht. Es geht primär nicht so sehr um das Produkt selbst, sondern vor allem um das Aussehen, das natürlich rege auf den sozialen Kanälen geteilt und gefeiert wird. Mit dem Hashtag #MagnumItaly werden die Kunden aufgefordert, ihre Bilder gleich auf Instagram zu teilen. Magnum bedient mit den Pleasure Stores den aktuellen Food Trend, der auf den sozialen Medien zelebriert wird. So wurde es möglich den bekannten Brand in einer neuen Form zu präsentieren und damit die Marke bei den Konsumenten zu festigen. Die Magnum Pleasure Stores gibt es übrigens noch in anderen Ländern, die Schweiz ist leider noch nicht darunter…

 

http://www.magnumicecream.com/it/home.html

http://www.magnumicecream.com/it/inside-magnum/pleasure-store.html

https://www.facebook.com/MagnumMilano/

https://twitter.com/magnumit

Die legendäre Pan Am lebt: Fliegerischer Genuss wie in den guten alten Zeiten

Es gibt Firmen und Marken, die längst nicht mehr aktiv sind und denen man trotzdem noch Jahre nachtrauert. Gerade in der Aviatik sind die Gefühle besonders gross. Man denke nur an unsere Swissair, die auch heute noch Emotionen weckt. Ähnlich gestaltet es sich in den USA. Die legendäre Fluglinie Pan Am hat noch immer viele Fans. In Los Angeles gibt es einen Ort, wo die Pan Am immer noch aktuell ist. Es begann mit einem Filmstudio (Air Hollywood), das Flugzeuginterieurs aus diversen Epochen für Drehaufnahmen nachbildete. 2013 entstand dann die Idee, eine Pan Am 747-200 Interieur-Nachbildung als Restaurant zu lancieren. Abgehoben wird natürlich nicht wirklich, aber alles andere ist exakt wie früher – Uniformen, Sitze, Getränke und das Essen. Ein riesiger Erfolg für die Macher Anthony Tooth und Talaat Captan. Die Public Relations Managerin von Air Hollywood, Kaylyn M. Woolsey, gibt zusammen mit dem Erfinder und Mitbegründer Anthony Toth, einen kleinen Einblick.

Können Sie uns erklären, warum Sie Pan Am Experience kreiert haben?

Die Pan Am Experience wurde kreiert, um dem Publikum ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. Es erlaubt den Kunden „die goldene Ära des Reisens“ zu erleben, indem sie an Bord „mitfliegen“ (ohne den Boden zu verlassen) und das alles in einer luxuriösen Pan Am 747.

Pan Am war eine Legende, die leider nicht mehr existiert. Was macht diese Airline so besonders? Warum ist dieser Brand immer noch so faszinierend?

Seit ihrer Geburt im Jahre 1927, war die Pan American World Airways eine Pionierin in der Luftfahrt. Ihr Streckennetz verband sechs Kontinente und mehr als 80 Länder. Auch rund ein Jahrhundert später, ist der Name Pan Am immer noch ein sehr starker Brand. Sie waren führend, Boeing davon zu überzeugen den ersten Passagierjet (707) zu bauen und danach die 747. Sie eröffneten Flughäfen und Landebahnen in der ganzen Welt, und so konnte man die Welt in der Luft bereisen. Pan Am war das Flaggschiff Amerikas. Der blaue Erdball ist weltweit einer der Brands mit dem höchsten Wiedererkennungswert. Im Southern California Motion Picture Studio findet sich eine exakte Replika einer Boeing 747 dieser Airline – und damit auch alles, was es so speziell macht.

747 im Pan Am Design © Air Hollywood

Können Sie uns erklären, wie dieses spezielle Dinner funktioniert? Es ist ja ganz klar kein normaler Restaurantbesuch.

Die persönliche Pan Am Experience beginnt an unserem exklusiven First&Clipper class Check-in. Dort sorgen unsere Pan Am Kundendienstmitarbeiter dafür, dass jeder Passagier einen Boarding Pass und eine Tickethülle, sowie First Class carry-on Tags im 70er Jahre Stil erhält.

Empfang zu einem besonderen Flug © Air Hollywood

Sie werden in den Clipper Club eingeladen, wo Sie die Pan Am Erinnerungsstücke durchschauen können. Dort finden Sie authentische Uniformen, Sitze, Handtaschen, Kunstwerke und vieles mehr. Sie können sich mit anderen enthusiastischen Fans in der Clipper Lounge zusammensetzen, Geschichten teilen und neue Freunde finden.

Der Abflug naht © Air Hollywood

Kurz danach, beginnt das Boarding in den „Clipper Juan T. Tripper“, unser Tribut zur ersten Boeing 747 von Pan Am. Dort werden sie in die Zeit der 70er Jahre zurückversetzt. Sobald Sie einen Fuss in das Flugzeug setzen, werden Sie von Stewardessen in original Pan Am Uniformen mit einem Drink Ihrer Wahl willkommen geheissen. Im Hintergrund hören Sie die beruhigende Stimme von Frank Sinatra, der Sie in der Zeit zurückversetzt.

Mit dem Getränk in Ihrer Hand, ermutigen wir Sie das Flugzeug zu erkunden – von der First Class auf dem Hauptdeck, zur Clipper Class und Bordküche, sowie dem Upper Deck mit dem Dining Room. Die Inneneinrichtung jeder Kabine wurde besonders restauriert, damit sie dem Pan Am original Cabin Décor und den diversen Branding Elementen entspricht.

Willkommen auf der Zeitreise mit Pan Am © Air Hollywood

Vor dem „Start“, wird die Crew das Passagierbriefing mit den Sicherheitshinweisen durchführen. Danach folgt eine kleine Begrüssung aus dem Cockpit. Bald schon werden Sie gebeten, sich zu setzen und eine Stewardess bereitet den Tisch für ein wirklich unvergessliches Dinner vor. Die Passagiere im Hauptdeck sitzen in exklusiven Sleeperette Sitzen (Ruhesesseln) und können in einer ruhigen und intimen Dinner Atmosphäre entspannen, während die Passagiere des Upper Decks die Wendeltreppe hochgehen und eine dynamische gesellschaftliche Atmosphäre geniessen. Alles vom Porzellan bis zu den Gläsern ist authentisch, mit einem besonderen Augenmerk auf den exquisiten Service und das Menüangebot dieser Ära von Pan Am.

Die Sicherheitshinweise gehören auch hier dazu © Air Hollywood

Im klassischen Pan Am Stil wird Ihnen ein schönes Gourmet Fünf-Gänge Menü serviert. Es beginnt mit einer Brotauswahl, danach folgen Vorspeisen wie Crevettencocktail und Tomaten und Mozzarella mit einer Pesto Glasur. Für den Hauptgang servieren wir einen traditionellen Chateaubriand, der auf dem Trolley tranchiert wird. Gäste mit Intoleranzen können im Vorfeld ein gebratenes Hühnchen mit Pfefferkorn Sauce oder eine vegetarische Pasta bestellen, die sicherlich auch schmecken. Jedes Gericht hat als Beilage frisches Gartengemüse und gebratene Kartoffeln. Der vierte Gang ist eine feine Auswahl an Früchten, Käse und Biskuits, die mit einem Portwein serviert werden. Und der fünfte Gang ist ein Dessertwagen mit einer grossen Auswahl an Digestifs. Tee und Kaffee vervollständigen das Gericht.

Kulinarik wie in den guten alten Zeiten © Air Hollywood

Am Ende des Fluges, wird allen Gästen eine freiwillige Führung offeriert, wo man die diversen Produktionssets von Air Hollywood sehen kann, inklusive dem original Cockpit des Filmklassikers „Airplane!„, sowie Sitze und Requisiten, die in den grösseren Motion Pictures wie „Bridesmaids„, „The Wolf of Wall Street“ und in der TV-Erfolgsshow „Lost“ benutzt worden sind.

Die Pan Am Experience ist extrem beliebt. Können Sie uns diese Beliebtheit erklären und auch erzählen, wie das Kundenfeedback ist?

Unsere Flüge sind so beliebt, dass es immer schwieriger wird Sitze zu bekommen. Unsere Kunden erzählen uns oft, dass es eine der spannendsten Nächte war, die sie je erlebt haben. Wir glauben, der Grund dafür ist eine Kombination von Musik, Atmosphäre, Essen & Trinken. Wenn wir das Flugzeug jede Nacht zum Leben erwecken, mit Sound Effekten, 12 schönen Stewardessen, die die original Pan Am Uniformen tragen und dies alles mit einer grossen Anzahl von Pan Am Brand Details kombinieren, dann spricht das viele Sinne an. Ganz besonders, wenn man noch die Gelegenheit gehabt hat, diesen Brand zu erleben, als er noch geflogen ist.

Eintauchen in eine vergangene, aber nicht vergessene Zeit © Air Hollywood

Sie haben ja eine unglaubliche Recherche betreiben müssen, um all die original Dinge zu finden, wie auch die Rezepte. Wie wichtig sind die Details und wo finden Sie Pan Am Dinge?

Die Details sind gerade das, was dieses Erlebnis so speziell macht. Anthony Toth, einer der Mitbegründer, ist bestens bekannt, als einer der weltweit am meisten gefeierten Sammler von Airline Erinnerungsstücken.

Einen Grossteil seines Lebens als Erwachsener hat er damit verbracht, diese Stücke, die wir nutzen zusammenzusuchen. Es braucht rund vier Air Hollywood Mitarbeiter, die einen ganzen Tag lang das Pan Am Experience Flugzeug vorbereiten – und das alles aufgrund der Details, die benötigt werden. Er hat ausserdem eine riesige Bibliothek von original Aufnahmen, die benutzt worden sind, um das Interieur des Flugzeugs auszugestalten. All dies wird mit den Passagieren auf jedem Pan Am Experience Flug geteilt.

Alles original Pan Am © Air Hollywood

Versuchen Sie die Pan Am Experience zu verbessern?

Regelmässig gibt es neue Features in der Nacht, zum Beispiel haben wir gerade begonnen einen Pan Am Duty Free Wagen anzubieten, der nach dem Essen Parfüms und Eau de Cologne aus den 70ern, wie auch eine grosse Auswahl von Pan Am gebrandeten Merchandise Artikeln, anbietet.

Pan Am Artikel sind noch immer beliebt © Air Hollywood

Wie nutzen Sie das Marketing, welche Tools sind für Sie wichtig?

Pan Am Experience nutzt alle Formen des Strategischen Marketings, um die Pan Am Experience zu bewerben. Von Social Media (Facebook, Instagram & Twitter) und traditioneller Public Relations zu E-Mail Distribution und Partnerschaften mit relevanten Organisationen. Unsere „Passagiere“ kommen aus allen Generationen und aus diesem Grund nutzen wir im Marketing alles bis hin zu den Marketing Trends Aktivitäten. Zusätzlich, während der Experience, ermutigen wir die „Passagiere“ auf Instagram mit dem Hashtag #PanAmExperience zu posten. Am Schluss des Abends gibt es eine Auslosung mit dem besten Foto des Abends!

Aus Ihrer Sicht, was sind die Charakteristiken für einen erfolgreichen Brand?

Das Kundenfeedback ist im Grunde genommen das, was unseren Brand gebildet hat. Zufriedene Kunden mit jedem Flug.

In der Schweiz hatten wir die legendäre Swissair. Können wir uns Hoffnungen machen, dass wir wieder mit dieser Airline „fliegen“ dürfen? Vielleicht eine Swissair Experience, um die guten alten Zeiten wieder zu erleben?

Ironischerweise hat Anthony sogar eine sehr grosse Kollektion von Swissair Erinnerungsstücken…

Wer weiss, vielleicht gibt es irgendwann auch eine Swissair Experience © Air Hollywood

Mehr über The Pan Am Experience:

http://panamexperience.com/

https://www.facebook.com/panamexp/

https://twitter.com/PanAmExp

https://www.instagram.com/PanAmExp/

 

 

Schweizer Türen für Elfen und Feen

Märchenhaftes Marketing ist momentan im Trend. Der Einhorn-Hype hat gezeigt, dass die Menschen sich gerne in imaginäre Welten flüchten. Im Märchenland tummeln sich aber nicht nur Einhörner, sondern auch Elfen – und die brauchen Türen, denn wie sonst sollten sie in unsere Welt eintreten können? Stephen McEwen und Karin Brown lebten in Neuseeland, als Stephen die ersten Elfentüren herzustellen begann und offenbar gab es viel Bedarf im Elfenland nach diesen Türen. Mittlerweile sind die beiden in die Schweiz gezogen und stellen mit dem Label Imagination Doors die kleinen Elfentüren in Handarbeit her.

Frau Brown, auf unserem Blog haben wir schon viele Geschäftsideen vorgestellt, aber Ihre Produkte übertreffen alles. Wie kamen Sie auf die Idee Türen für Elfen herzustellen?

Mein Mann, Stephen McEwen, ist gelernter Zimmermann und ist ein sehr kreativer Mensch. Er war schon immer von Magie, Feen und der Märchenwelt insgesamt fasziniert. Er wohnte eine zeitlang auf der Insel Mann. Dort sind Feen und Elfen ein Teil der Kultur.

Eines Tages war er in seiner Werkstatt in Neuseeland und bastelte ein paar winzige Tische und Stühle die er dann in unserem Garten versteckte. Dann hat er sie unseren Kindern gezeigt. Die waren damals noch jung, ca. drei und zwei Jahre alt. Sie waren natürlich total begeistert von der Idee, dass vielleicht Feen und Elfen in unserem Garten wohnten.

Um diese Geschichte zu erweiterten hat Stephen eine kleine Türe hergestellt. Unsere Töchter waren entzückt. Ebenso unsere Freunde die auch ihre eigenen Türen wollten.

Das Ganze fing zu wachsen an, nachdem er heimlich Türen in unsere Nachbarschaft montiert hatte. Zum Beispiel am Strand, auf Spielplätzen und auch bei einer Kita. Das Phänomen sprach sich in unserer Community herum. Als wir eine Facebook Seite erstellten, entdeckte unsere Nachbarin, dass wir die Elfentüren herstellen. Sie hat durch ihren breiten Bekanntenkreis viele Leute auf uns aufmerksam gemacht. Wir fingen an die Türen zu verkaufen und das war der wirkliche Anfang von «Imagination Doors».

Steven McEwen, ein Iron Maiden Fan, der Türen für Feen und Elfen herstellt © Imagination Doors

Was als Idee begann, stiess auf viel Liebe seitens der Kundschaft. Was meinen Sie, weshalb kaufen die Menschen Elfentüren?

Kinder werden automatisch von den Türen angezogen. Ich glaube, dass das so ist weil die Türen eher auf Augenhöhe der Kinder sind. Die Türen sind normale Gegenstande, kommen aber in ganz aussergewöhnlichen Umgebungen vor. Eine winzige Tür in einem Baum sieht man sonst eben nur in Büchern. Vielleicht erinnern die Türen die Kinder an Märchen.

Die Türen sind auch starke Symbole: Sie repräsentieren einen Übergang. Wir haben Türen für Familien zum Andenken für Verstorbene gemacht. Diese wurden individuell verziert, damit der Verstorbene noch präsent bleibt.

Gleichzeitig sind sie geheimnisvoll. Sie sind wie Fragezeichen und alle die sie anschauen stellen sich ihre eigenen Fragen dazu und müssen auch ihre eigenen Antworten erschaffen. Und obwohl das jetzt keine bescheidene Antwort ist:  sie sind extrem gut gemacht und gebaut. Deshalb sind sie auch schön anzusehen.

Kinder sind automatisch fasziniert von diesen Türen © Imagination Doors

Wer ist Ihre Zielgruppe, nebst Kindern, werden sich doch auch Erwachsene unter den Liebhabern finden lassen, oder nicht?

Natürlich gibt es auch viele Erwachsene die sich in den Türen verlieben. Viele Erwachsene haben einen Durst nach Fantasie und dem Geheimnisvollen.

Wie werden die Türen hergestellt? Ist wirklich alles Swiss Made und Handarbeit?

Die Türen werden hier, in Steinhausen hergestellt. Stephen ist zwar (noch) kein Schweizer aber unsere Töchter und ich sind Schweizerinnen. Er kauft die Materialien hier von Schweizer Firmen (verschiedenes Holz, Leim, Farbe und Sachen wie Pinsel). Den Glitzer kaufen wir im Ausland da es einfach nicht möglich war, die Mengen und Farbenvielfalt in der Schweiz zu finden. (Wir haben es zwar versucht, aber leider erfolglos.) Die Türgriffe haben wir selbst entworfen, aber sie werden auch im Ausland gefertigt, da es sehr aufwendig ist, sie selbst herzustellen. Eine weitere Herausforderung war es, sämtliche Werkzeuge zu beschaffen. Stephen wollte unbedingt mit vertrauten Marken arbeiten und wir brauchten lange bis wir wirklich ausfindig gemacht haben, wo wir was kaufen könnten. Um für die Swissmade Marke zu qualifizieren muss man 75% Schweizer-Ressourcen benützen. Ich glaube das haben wir locker.

Kleine Türen, aber viel Handarbeit © Imagination Doors

Ist es möglich die Türen personalisieren zu lassen? Quasi eine Massarbeit nach eigenen Wünschen?

Ja, es ist möglich die Türen anzupassen. Das haben wir früher auch sehr viel gemacht. Wenn man auf unserem Instagram etwas sucht, findet man sehr viele Türvarianten. Die Option individuelle Türen zu bestellen, werden wir aber erst dann wieder anbieten, wenn wir uns gut eingerichtet und organisiert haben. Es wird auch entsprechend mehr kosten. Der Zeitaufwand ist viel höher, da wir dann sehr eng mit den Kunden zusammenarbeiten, um ihre Wünsche möglichst gut umzusetzen.

Bleiben Sie bei den Türen oder dürfen wir noch auf weitere Produkte gespannt sein? Eventuell auch ein Elfenbett oder eine Elfenkutsche?

Ehrlich gesagt weiss ich selber nie genau was Stephen für neue Ideen haben wird. Ganz zierliche Sachen sind viel schwieriger und benötigen auch andere Werkzeuge. Dafür sind wir noch nicht ausgerüstet. Auch fehlt uns der nötige Platz in der Werkstatt. Hoffentlich können wir in der Zukunft zusätzliche Sachen anbieten.

Was sicher kommen wird, sind Türen in verschiedene Grössen und mit unterschiedlichen Details. Davon gibt es jetzt schon welche, die in der Werkstatt rumschwirren. Was wir jetzt schon bald anbieten werden, sind kleine Glasflaschen mit „Süssigkeiten“ für die Elfen (auch handgemacht von uns). Damit können Kinder Elfen zu ihrem neuen Haus locken und auch verpflegen. Auch kleine Briefkästen sind angedacht.

Das waren die ersten Stühle und Tische, auf weitere Produkte darf man gespannt sein © Immagination Doors

Welche Marketinginstrumente nutzen Sie? Sie arbeiten ja vor allem online und sind auch auf Social Media aktiv…

Soziale Medien werden immer ein wichtiger Bestandteil unserer Marketingstrategie sein. Darum auch der Kickstarter. Es wird uns ermöglichen bessere Verpackung zu gestalten, was uns viel Zeit ersparen wird. Aber wir hoffen, dass er auch Aufmerksamkeit für unsere Produkte erzeugt.

In Neuseeland lief 80% des Verkaufs über Facebook Wir haben Türen an Kita’s verschenkt. Wir sind auch auf Weihnachts- und Handwerkermärkte gegangen und waren in Neuseeland ab und zu in den Zeitungen. Was wir auch gemacht haben, ist Cafés anzusprechen und fragen, ob sie eine Tür wollen, die ihrer Marke entspricht. Zum Beispiel in Wellington, gab es schlussendlich ca. 8 Cafés die eine Türe hatten. Wir hatten auch unsere „Wilde Türen“ die wir auf Spielplätzen und am Strand installiert haben.

Hier in der Schweiz werden wir alles ähnlich machen, aber sicher auch direkt Geschäfte ansprechen, die entsprechende Holzsachen, Kunst oder Spielsachen verkaufen, da wir glauben, dass Facebook hier viel weniger bewirken wird. Aber „wilde Türen“, Café-Türen und Kita-Türen werden wir sicher wieder einführen. Wir wollen aber auch weltweit Türen verschicken, deshalb recherchieren wir weitere Möglichkeiten zur Werbung. Wir werden sicher noch auf Facebook und besonders auch auf Instagram aktiv bleiben. Wir verlinken unsere Posts mit Twitter und Pinterest aber investieren dort weniger Zeit.

Personalisierte Türen für Cafés – schliesslich wollen auch Elfen und Feen Kaffee trinken © Imagination Doors

Aus Ihrer Sicht, warum faszinieren diese Märchenwelten die Menschen so sehr?

Wir haben auch von einer Logopädin gehört, die mit ihrer Türe das Schreiben fördert. Die Kinder schreiben an ihre Elfen und diese schreiben zurück. Eltern können gemeinsam mit ihren Kindern Geschichten erfinden und aufbauen. Manchmal erzählen sie uns diese. Auf unserer Facebook Seite sind unzählige Aussagen von Kunden, die voller Begeisterung die Türen und die Möglichkeiten sie zum Leben zu erwecken, erzählen. Vielleicht auch, weil sie uns an die eigene Kindheit erinnert. Ich glaube die Möglichkeit, dass es doch vielleicht Zauber in der Welt gibt, ist sehr verlockend.

Wie sehen Sie die Marktentwicklung, werden die Elfentüren ein Erfolg?

Wir würden gerne wachsen. Als erstes würden wir gerne eine grössere oder sogar zusätzliche Werkstatt mit mehr Werkzeugen haben (Man kann nie genug haben!). Irgendwann wäre es toll, wenn jemand anders die ganze Administration übernehmen könnte. Wenn wir eine zweite Person hätten, die bei der Herstellung mithilft, würde Stephen sich eher den Anfragen für die massgeschneiderten Türen und den neuen Ideen widmen.

Wir haben extreme viele Ideen. Zum Beispiel möchte ich gerne mal kleine Türen als Weihnachtsbaumschmuck herstellen. Wir haben auch mal mit winzigen Halskettenanhängern experimentiert und T-Shirts entworfen. Aber das alles braucht Zeit für die Planung.

The sky is the limit!

Mit dieser Tür hat alles angefangen und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, denn der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt © Imagination Doors

Mehr über Imagination Doors

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