Marketing aus aller Welt: Magnum Stores in Italien

Von Dr. Adrienne Suvada und Anna Rozumowski

Bereits im vorhergehenden Blog, wurde eine neue Gelato Variante präsentiert. Nun geht es noch einmal zu unserem südlichen Nachbarn. Es gibt nämlich noch eine weitere Marke, die mit speziellen Glacekreationen auffällt. In verschiedenen Städten in Italien gibt es die Magnum Pleasure Stores. Das gute bekannte Magnum, einfach anders…

Das Glace ist für viele Genuss pur. Da wird auch einmal das Kalorienzählen unterbrochen. Gerade im Sommer, sind die Glaces sehr beliebt und auch in den Ferien wird gerne der süssen Versuchung gefrönt. Gelato Spezialisten finden sich natürlich in Italien. Die dortige Glacekunst ist in der ganzen Welt bekannt. Aber auch hier gibt es Marketingaktivitäten, die den Italienern neue Genüsse liefern. Die berühmte Marke Magnum ging den Weg über spezielle Stores. Diese waren zuerst nur temporär. Mittlerweile sind sie eine etablierte Grösse. Der Erfolg spricht für sich, denn das Magnum Gelato wird in den sozialen Netzwerken als äusserst gelungen gefeiert.

Magnum Glaces im Pleasure Store in Mailand (Bild: A. Rozumowski)

Persönlicher Magnum Genuss

Die sogenannten Magnum Pleasure Stores gibt es in Italien in Rom, Florenz, Neapel, Venedig und natürlich in Mailand. Jeder Store hat eine eigene Facebook Seite, wo alle relevanten Informationen zu finden sind. In den Pleasure Stores kann man sich ein My Magnum zusammenstellen, ein personalisiertes Glace also. Als Basis dient ein handelsübliches Magnum Classic. Danach hat man die Möglichkeit das Glace in Schokolade zu tauchen (dunkel, hell, weiss). Das ist aber natürlich noch nicht genug. Das Beste an dieser Glacekreation ist nämlich das Topping. Hier kann man aus diversen Möglichkeiten drei Toppings auswählen. So gibt es zum Beispiel Krokant, Schokoladestückchen, Pistazien, Mandeln, Brownie und noch viele mehr. Zum Abschluss gibt es noch Schokoladensauce über dieses spezielle Magnum Glace. Auch hier kann man aus dunkler, heller oder weisser Schokolade auswählen.

Magnum Glace in weisser Schokolade mit den Toppings Brownie, Marshmallow und Krokant (Bild: A. Rozumowski)

Marketingtechnisch alles richtig gemacht

Man muss zugeben, das Magnum Glace schmeckt. Es ist natürlich sehr süss, aber die Möglichkeit es zu personalisieren und diese spezielle Kreation in den Händen zu halten, macht natürlich den Reiz aus. Da denkt man für einmal wirklich nicht mehr an die Linie und geniesst einfach. Schliesslich steht man ja in einem Pleasure Store. Marketingtechnisch hat Magnum hier alles richtig gemacht. Eigene Brand Stores sind keine neue Idee, aber Magnum hat in diesem Fall die sozialen Medien mitbedacht. Es geht primär nicht so sehr um das Produkt selbst, sondern vor allem um das Aussehen, das natürlich rege auf den sozialen Kanälen geteilt und gefeiert wird. Mit dem Hashtag #MagnumItaly werden die Kunden aufgefordert, ihre Bilder gleich auf Instagram zu teilen. Magnum bedient mit den Pleasure Stores den aktuellen Food Trend, der auf den sozialen Medien zelebriert wird. So wurde es möglich den bekannten Brand in einer neuen Form zu präsentieren und damit die Marke bei den Konsumenten zu festigen. Die Magnum Pleasure Stores gibt es übrigens noch in anderen Ländern, die Schweiz ist leider noch nicht darunter…

 

http://www.magnumicecream.com/it/home.html

http://www.magnumicecream.com/it/inside-magnum/pleasure-store.html

https://www.facebook.com/MagnumMilano/

https://twitter.com/magnumit

Massgeschneidertes Essen bei massgekocht.

Wo gehen wir essen? Die Standardfrage, die pünktlich zur Mittagszeit in den Büros umherschwirrt. Beim reichhaltigen Angebot, das es gerade in den Städten gibt, wird nicht immer auf die eigene Linie geachtet. Gesundes Essen selber vorkochen liegt auch nicht für jeden drin. Das Startup massgekocht. bietet hier Abhilfe, denn passend zur eigenen Person erhält man sein Essen geliefert – massgekocht also! Arbela Statovci, einer der Gründerinnen und HWZ Studentin, erklärt das Konzept.

Frau Statovci, personalisiertes Marketing wird immer wichtiger. Sie kombinieren mit massgekocht den aktuellen Food Trend mit Personalisierbarkeit. Wie ist die Idee zu diesem Startup entstanden und wie funktioniert Ihr Geschäft?

Unsere Idee entstand sehr spontan während einer Gruppenarbeit vor zwei Jahren im Fach Marketing an der HWZ. Wir mussten ein neues Produkt auf den Markt bringen und wussten nicht was. Wir hatten alle Hunger und haben uns einen healthy-food Lieferservice gewünscht. Da Ramona [Anm. d. Red. Ramona Romer, einer der Gründerinnen] ein „Sportfreak“ ist, und nur das isst, was für ihre Bedürfnisse gut ist, haben wir dann darüber gesprochen, wie super es wäre, wenn es jemanden gäbe, der gesundes Essen gemäss unseren körperlichen Bedürfnissen und sportlichen Zielen kochen und liefern würde. Das gab es so nämlich noch nicht. Unsere Idee stiess auf grosses Interesse. Ich hatte schlaflose Nächte, da die Idee mich nicht mehr los lies, und sie Potential hatte. Daher schrieb ich unserem heutigen Mentor Max Meister von der Swiss Startup Factory, um nach seiner Profi-Meinung zu fragen. Nun sind wir hier, haben eine AG und liefern Menüs aus. 🙂

Die Köpfe hinter massgekocht: Oben Arbela Statovci, links Ramona Romer, rechts Chris Velkovski © massgekocht.

Wie ist massgekocht. angelaufen? Können Sie schon über erste Erfahrungen berichten?

Im Oktober 2016 starteten wir mit der massgekocht. Facebook-Seite sowie mit Instagram. Wir agierten als Info Plattform mit Blogbeiträgen rund um den healthy-lifestyle. Somit konnten wir schon Interessenten anlocken und eine Community aufbauen. Da ich im alumni Vorstand sitze, habe ich für unser Team dort ebenfalls gebloggt, sozusagen ein Startup-Tagebuch geführt, welches ebenfalls auf eine grosse Reichweite sowie Interesse stiess. Als wir dann im Januar mit der Produktion und der Auslieferung starteten, hatten wir bereits erste Kunden ohne gross Werbung zu machen, denn man verfolgte uns und wollte „endlich“ die Menüs ausprobieren. Diese Kundschaft die wir jetzt haben, haben wir durch Empfehlungen erhalten, was uns sehr freut, denn dies ist eine Königsdisziplin – gute und ehrliche Bewertungen und Feedback zu erhalten. Wir liefern persönlich aus, was uns die Chance gibt, unsere Kunden kennenzulernen und eine Bindung aufzubauen. Somit schaffen wir Vertrauen und Transparenz. Unsere Kunden wissen zu jedem Zeitpunkt, wie es bei uns läuft, was es Neues gibt, und wo wir Unterstützung benötigen. So kommen Hilfeleistungen und Empfehlungen auch oft aus der Kundschaft. Sie sind ein Teil von massgekocht., was für uns essentiell ist und wir viel Wert darauf legen. Wir schätzen diese Bereitschaft unserer Kunden sehr.

Wer sind die massgekocht. Kunden? Wie erreichen Sie diese?

Zu Beginn dachten wir, dass unsere Kundschaft „nur“ Fitnessfanatiker sind. Dem ist aber nicht so. Unsere Kunden sind überall und finden sich in einem Range zwischen 20-50 Jahren wieder. Es sind vielbeschäftigte Personen, die oft unterwegs sind. Zeit ist für uns alle ein rares Gut. Unsere Kunden sind ernährungs- sowie sportbewusst. Sie möchten sich so oft wie möglich nachhaltig und gesund ernähren. Dieses Engagement fordert jedoch viel Disziplin, Willen, Zeit und Aufwand. Wir nehmen unseren Kunden den Aufwand ab und liefern das Essen direkt an den Arbeitsplatz.

Wie oben erwähnt hatten wir die ersten Kunden aus dem direkten Umfeld und danach aus Empfehlungen. Ausserdem haben die Artikel auf 20min.ch, Watson und der Beitrag auf Radio24 auch einen Boost gegeben. Heute erreichen wir sicherlich Kunden über unsere Social-Media-Kanäle und über aktives Netzwerken. Unser Netzwerk ist inzwischen sehr breit.

Gesundes Essen ohne Aufwand © massgekocht.

Ist dieser Service nur für Fitnessfanatiker geeignet, oder gibt es auch Vorteile für durchschnittlich ambitionierte Personen?

Ich sage es mal so. Fitnessfanatiker schauen sowieso schon auf das, was sie essen. Sie kochen schon so, dass die Kombination der Makronährstoffen Kohlenhydrate, Fette und Proteine genau oder ungefähr stimmen. Der durchschnittlich ambitionierte Schweizer macht das in der Regel nicht so genau. Man isst zwar gesund, indem Sinn, dass man mal frisch kocht, Gemüse und Früchte zu sich nimmt, aber nicht so, dass es den eigenen Bedürfnissen entspricht. Je nachdem, was man für ein Ziel hat, Abnehmen, in Form bleiben oder Muskelmasse aufbauen, müssen diese Komponenten ideal aufgeteilt werden.

Unser Service ist für alle, die die Zeit nicht haben, sich immer so zu ernähren. Zu unseren Kunden dürfen wir einige Sportler zählen, aber die Mehrheit sind Leute, die zwar ab und zu sportlich unterwegs sind, aber nicht zu den absoluten „Sportfreaks“ zählen.

Bei einem Startup läuft nicht immer gleich alles rund. Wo sehen Sie die grössten Probleme, resp. wo wollen Sie sich noch verbessern?

Das ist richtig 🙂 Da wir „nur“ zu Dritt sind, gilt es alle Bereiche auf uns aufzuteilen. Wir haben alle unsere Stärken und Schwächen, sind aber komplementär aufgestellt, was Vieles erleichtert. Wir haben uns noch nie selbstständig gemacht, d.h. einige Aufgabenbereiche üben wir zum ersten Mal aus und müssen uns zuerst einlesen und einarbeiten. Wo wir uns definitiv verbessern müssen ist beim Finanziellen. Keiner von uns ist ein BWL-ler. Wichtig ist jedoch, dass wir wissen, wo wir uns Hilfe holen 🙂 Immerhin 🙂

Engagement und Leidenschaft finden sich bei diesem Trio © massgekocht.

Ohne Brand Awareness geht auch bei Startups nicht viel. Wie nutzen Sie das Marketing, um Ihr Geschäft bekannter zu machen?

Bis dato haben wir kein Geld ausgegeben für Marketing. Wir haben vor allem auf den direkten Kontakt gesetzt und diesen mit Flyern untermauert. Ausserdem bespielen wir unsere Social Media Kanäle regelmässig mit tollen Foodbildern aus unseren Menükreationen sowie Eindrücke aus unserem Alltag. Inzwischen erkennen auch Leute, die wir nicht kennen unser Logo. An dem Event an der ZHAW [Anm. d. Red. ZHAW Entrepreneur Club Flagship Event] habe ich drei Jungs kennengelernt, die schon von massgekocht. gehört oder gelesen haben. Das freut uns natürlich sehr 🙂

Wie wichtig sind die online Kanäle für massgekocht.?

Diese sind essentiell. Im Netz verbreitet sich ein Bild im Nu. Unsere Food-Bilder sind trendig, farbig und sehr appetitlich. Wenn diese auf Instagram und Facebook gelikt oder geshart werden, dann verteilt sich das enorm schnell und wirkt sich auf unsere Bestellungen aus.

Wie sehen Sie die Marktentwicklung für die nächsten Jahre?

Ich denke, wir haben mit unserem Service den Nerv der Zeit getroffen. Auf dem Markt gibt es unzählige healthy food Anbieter. Es ist eine Frage der Zeit, bis sich diese dazu entschliessen, auf die persönliche Schiene zu setzen. Wobei hier doch auch zu beachten ist, dass das doch einen mega Aufwand nach sich zieht. Etabliertere Restaurants oder Take Aways werden mit Produkterweiterungen konfrontiert werden, was nicht von heute auf morgen geschehen kann. Wir hingegen, als junges, dynamisches Startup haben eine grüne Wiese und können ohne fixe Strukturen schnell auf ein Bedürfnis reagieren. Die Käufermärkte ändern sich heute, meiner Meinung nach, von materialistisch zu wertorientiert. Es wird Wert daraufgelegt, dass das was man einkauft, persönlich ist. Das sind ebenfalls Werte die unser Team vertritt. Wir suchen den Kontakt zu unseren Kunden und stossen auf Gegenseitigkeit.

Es gilt Kundenbedürfnisse schnell umzusetzen © massgekocht.

Der ZHAW Entrepreneur Club will den Austausch unter den Startups fördern. Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht eine gemeinsame Plattform und ein regelmässiger Kontakt mit anderen Startups?

Der Austausch ist von grosser Bedeutung. Ich persönlich setze mich seit Jahren für einen Austausch zwischen Peers ein. Es sind gleichtickende und ähnlich arbeitende Leute. Diese muss man zusammenbringen und das Potential eines jeden Einzelnen nutzen und so auch Synergien nutzen. Das kommt jedem Startup, jedem Team und letztendlich der Wirtschaft zu Gute. Vor allem aber, tut es uns als Menschen gut, sich untereinander kennenzulernen und auszutauschen. In der Zeit der Digitalisierung, wo so vieles über online Kanäle läuft, ist es ein Muss, die sozialen Aspekte wieder auf die konventionellen Kanäle zu verlagern, also Face-to-Face.

Sie sind ja selbst Studentin, was würden Sie den Studierenden raten, die mit dem Gedanken herumspielen, ein Startup zu gründen?

Wenn ein reales Interesse da ist, dann würde ich sagen: Just do it. Ramona und ich sind während dem Studium mit massgekocht. gestartet. Glauben Sie mir, das war keine einfache Zeit nebst den Prüfungen, Vorlesungen und vor allem neben dem Schreiben für unsere Bachelorarbeit. Aber: Es war die beste Entscheidung die wir hätten treffen können, denn wir machen das was wir lieben. Es fühlt sich nicht wie arbeiten an, sondern wie das Ausüben unserer Passion und Hobbies. Wir brennen für unser Baby.

Ich denke es gibt zu viele „Vieldenker“, die sich in ihrer Komfortzone verbarrikadieren und Angst haben, dass sie ihr Sicherheitsnetz verlieren. Das ist keine gute Voraussetzung. Es ist dennoch sehr wichtig auch mal etwas zu riskieren. Ich erzähle euch lieber nicht, wie es bei mir persönlich finanziell aussieht 🙂 Es ist aber auch nicht wichtig, denn Geld kommt und geht. Das sollte kein Motivator sein. Was zählt ist, dass man lebt, dass man einsteht für den eigenen Traum, dass man den Nervenkitzel und das Risiko spürt. Es geht um das Gefühl, etwas aus dem Nichts geschaffen zu haben und es wachsen zu sehen.

Meine Tipp’s:

  • Nicht zu lange überlegen
  • Einfach machen & ausprobieren
  • Wer nicht wagt der gewinnt nicht’s
  • Kämpfe für deinen Traum
  • Ein gutes Team ist ALLES

Studentin und Unternehmerin Arbela Statovci © massgekocht.

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