Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg

Von Samira Tamburini

Man kann nicht nicht kommunizieren, sagte dereinst Paul Watzlawick. Egal wie wir uns verhalten, kommuniziert wird immer, auch wenn nichts gesagt wird. Sogar das Schweigen ist eine Art der Kommunikation. Kommunikation hat eine prägende und übergeordnete Rolle und bleibt auch in Zeiten von Social Distancing und Online Marketing zentral. Am Beispiel eines Pilates-Studios wird gezeigt, wie das konkret aussehen kann.

Die Kunst einer erfolgreichen Kommunikationspolitik liegt darin, die eigenen Kunden- und Zielgruppen so gut zu verstehen, dass die Wünsche und Bedürfnisse stets abgeholt und erfüllt werden können. Darauf basierend kann abschliessend der passende Mix an Kommunikationsmitteln und Kanälen bestimmt werden. Genau so ist Danielle Berger, Besitzerin des Pilates Studios «BodyProps Pilates» in Wallisellen, vorgegangen. Sie hat schon früh erkannt, welche Kunden wie angesprochen werden möchten.

Die Kundenansprache ist wichtig © Pixabay

Kundenorientierte Kommunikationsstrategie

Danielle Berger hat in den vielen Jahren eine sehr gute Beziehung zu ihren Kunden aufgebaut. Die meisten von ihnen sind langjährige und treue Klienten. Diese Art von Kundenbindung ist äusserst wertvoll und eine grosse Unterstützung für ihre Kommunikationsstrategie. Zum einen benutzt sie die persönliche Ansprache vor und nach dem Training, um Feedbacks abzuholen. Zum anderen organisiert sie Anlässe, bei welchen sie in einer lockeren Atmosphäre, weitere Insights und Inputs bekommt. Parallel dazu verwendet sie das Direct Marketing wie beispielweise Mailings und Messaging via WhatsApp, wo sie entweder mit einem CTA (Call-to-Action) oder einer kurzen Befragung, hochwertige Rückmeldungen bekommt. Dies ist nicht nur zielführend sondern besonders effizient in puncto Ressourcen und Investitionen. Vor allem bei unerwarteten Ereignissen, wie gerade mit COVID-19, in denen kein direkter und persönlicher Kundenkontakt stattfinden kann. Jetzt ist eine gute Kenntnis der eigenen Klientel äusserst wertvoll und wesentlich.

Danielle Berger © BodyProps Pilates

Deine Arbeit als Trainerin bedingt sowohl verbale als nonverbale Kommunikation. Wie empfindest Du die zwei Formen und welche Erkenntnisse hast du bis jetzt gesammelt?

Korrekt: Meine Lektionen sind eine Mischung aus verbaler und nonverbaler Kommunikation. Ich staune immer wieder, wie stark die nonverbale Kommunikation wirkt, vor allem bei Neukunden. Ein Blickkontakt oder die körperliche Ausführung einer Übung, wirkt Wunder. Die Teilnehmer fühlen sich durch meine Präsenz und Aufmerksamkeit, die ich ihnen schenke, abgeholt und sind motiviert mitzumachen und bereit an ihren eigenen Grenzen zu gehen. Und das ist auch meine Hauptaufgabe als Trainerin: Meine Kunden dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.

Welche Instrumente setzt du für den Kundendialog, ausserhalb der Unterrichtszeiten, regelmässig ein und wie kommunizierst du hauptsächlich?

Ich kommuniziere ausschliesslich über die digitalen Kanäle: Newsletter, Social Media und Messaging via WhatsApp. Auf Facebook und Instagram poste ich regelmässig Videos, verbal und nonverbal 😊, mit Übungsausführungen und Ideen für das Training zu Hause oder unterwegs. Mit Messaging via WhatsApp pflege ich den persönlichen Dialog, indem ich die Wertschätzung und meinen Brand als Person verstärke und somit den Wiedererkennungswert schaffe.

In der momentanen Corona-Krise ist Umdenken angesagt. Wer neue Wege geht, kann sich mitunter auch neue Chancen eröffnen. Hast du deine Kommunikationsstrategie der Situation angepasst?

Jein, ich bediene weiterhin die digitalen Kanäle und was Facebook und Instagram betrifft, bin ich nach wie vor mit Videos präsent. Die Häufigkeit und die Inhalte der Messaging via WhatsApp habe ich jedoch erhöht und angepasst: Ich habe gemerkt, dass meine Kundschaft dieser Art von Kommunikation sehr schätzt und ich bekomme hierzu regelmässig positive Rückmeldungen. Zudem habe ich, auf Grund des Lockdowns, mein Angebot erweitert: Auf Video können die eingeloggten Teilnehmer eine Lektion verfolgen und zu Hause mitmachen. Das ist auch eine Art von Kommunikation und Kundenbindung. Diese Aktivität war für mich ein Erfolg: Ich konnte sogar, langjährige «Offline» Kunden (sie sind mit der Onlinekommunikation nie richtig warm geworden), dazu bewegen, sich für das Online Training zu melden. Sie waren danach so begeistert und dankbar.

Was ist deiner Meinung nach das Wesentliche für glückliche und treue Kunden?

Ganz wichtig: Die Kundenbindung aufrechthalten, indem man den eigenen Kunden gut kennt und ihn liebt. Das ist nur mit Hilfe der richtigen Kommunikationspolitik möglich. Sprich, der Kundendialog muss gepflegt werden und regelmässig stattfinden. Selbstverständlich muss man agil bleiben, um neue Bedürfnisse rechtzeitig zu identifizieren und die nötigen Massnahmen aufzugleisen und entsprechend umzusetzen.

Die Kundenbindung ist weiterhin sehr wichtig © BodyProps Pilates

Mehr über Body Props Pilates:

https://bodypropspilates.ch

https://www.facebook.com/body.props.pilates

https://www.instagram.com/body_props_pilates

Über die Autorin

Samira Tamburini arbeitet als Brand & Communication Manager bei der CWS-boco Suisse SA in Glattbrugg und absolviert aktuell bei der ZHAW den CAS Marketing- & Corporate Communications.

Eine Industrie verändert ihre Sprache

Von Patrick Pfenninger

In jeder Situation gibt es Industrien und Firmen, die profitieren. Wenn eine Herausforderung das Gesundheitswesen trifft, so ermöglicht das im Bereich der Life Science, Diagnostik, Health Care etc. auch immer Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Kurz nach dem Ausbruch von Covid-19 haben Firmen und Forschungsinstitutionen rund um den Globus begonnen, nach Impfstoffen oder Behandlungsmöglichkeiten zu suchen. Die dafür benötigten Instrumente stehen vielerorts bereit; andernorts müssen diese erst zum Teil entwickelt und beschafft werden. Analog der Weltöffentlichkeit wurden auch die Entwicklungs- und Kommunikationsabteilungen der Life Science Supplier Industrie vom Auftreten und der Heftigkeit des SARS-CoV2 überrascht.

Als Reaktion darauf wurden Produktionen hochgefahren, Launch-Aktivitäten von nicht relevanten Technologien verschoben und neue Innovationen, die bei der Bewältigung der Krise helfen können, priorisiert. So hat beispielsweise die in Ems ansässige Hamilton Medical, deren Kerngeschäft die Entwicklung und Herstellung von Beatmungsgeräten ist, ihre Schichten verlängert, den Einkauf intensiviert und Lagerkapazitäten geschaffen.

Die Schwesterfirma Hamilton Bonaduz AG hat in ihrer Robotiksparte die Vermarktungsanstrengungen für Produkte, die bei der Diagnostik des COVID-19 helfen können intensiviert. Ein geplanter globaler Launch einer Schlüsseltechnologie, welche die COVID-19 Thematik nicht unmittelbar unterstützen kann, wurde auf Herbst verschoben.

Gerade bei Beatmungsgeräten herrscht weltweit ein Engpass, eine Herausforderung für die Unternehmenskommunikation (Bild: Simon Orlob/Pixabay)

Veränderte Kommunikation

Eine besondere Herausforderung dabei ist die Kommunikation und die Tonalität der Publikationen. Viele der Marktteilnehmer in der Life Science Industrie profitieren zwar von der Krise, tun aber ihr Möglichstes um Leiden zu lindern, Leben zu verlängern und die Forschung nach Medikamenten und Impfstoffen zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund hat sich die Sprache der Kommunikation verändert. Vermehrt trifft man auf Begriffe wie “aid public health”, ”committed to scientific research”, “proud to support” oder “continued efforts to fight COVID-19” an. Bereits vor dieser aktuellen Situation wurde offensive Kommunikation im B2B eher zurückhaltend eingesetzt, doch war diese stärker von technischen Inhalten und der selbstbewussten Präsentation von Produkten, Features und Benefits geprägt.

Beispiel einer veränderten Kommunikation: „joining forces with leading manufacturers…“ (Screenshot LinkedIn Grenova)

Natürlich gab es schon vor COVID-19 Kollaborationen zwischen Industrie und Wissenschaft, die auch in der Marketing-Kommunikation beschrieben wurden, dennoch ist die aktuelle Veränderung der Marketingsprache für den aufmerksamen Betrachter augenscheinlich. Man möchte Hand bieten, das Problem zu lösen und nicht in Verdacht geraten, die Situation auszunutzen zu wollen, obschon handfeste geschäftliche Interessen durchaus bestehen.

Dr. Jörg Katzenberger, Teamleiter Marketing Kommunikation Hamilton Bonaduz sagt dazu: “Jede und jeder in unserem Team fühlt mit der Öffentlichkeit mit und wir geben alle unser Bestes, um unsere Kunden bei der Bekämpfung dieser Krise bestmöglich zu unterstützen, dass der erhöhte Bedarf an medizinischem Gerät für unsere Firma positiv ist, steht dabei nicht im Vordergrund. Dementsprechend gestalten wir auch unsere Kommunikationsmassnahmen“.

COVID-19 steht im Vordergrund

Ein anderer grosser Player in diesem Markt ist Tecan aus Männedorf ZH, der ebenfalls relativ früh auf die Krise reagiert hat. Bereits Mitte März wurde berichtet, dass man sowohl chinesischen als auch südkoreanischen Herstellern von entsprechenden Tests gegen COVID-19 mit Automationsplattformen helfen konnte aber auch, dass die Pandemie eine Herausforderung für andere Geschäftsbereiche darstellt. Bezüglich der Kommunikation, liess sich auch bei Tecan ein Wandel feststellen; so wurden auf der Firmen-Website als auch auf Branchenportalen Aktivitäten rund um COVID-19 thematisiert. Dabei rückten Kollaborationen und Unterstützung bei der Bekämpfung der Krise verstärkt in den Fokus.

Martin Brändle, Senior Vice President, Corporate Communications & IR sagt dazu: “Die Pandemie ist weltweit eine riesige Herausforderung. Schnelles Testen der Bevölkerung ist entscheidend bei der Bekämpfung dieser Krise. Wir unterstützen zahlreiche Kunden mit Automationslösungen für die Abarbeitung dieser Tests in den Labors. Auch bei der Erforschung möglicher Therapieansätze kommen unsere Produkte zum Einsatz. In der Kommunikation stellen wir daher vor allem diese praktischen Kundenbeispiele in den Vordergrund.

Es bleibt zu hoffen, dass mit Hilfe von Wissenschaft und Technologie baldmöglichst eine Lösung für diese Krise gefunden wird und die Menschheit in absehbarer Zeit zu den eigentlichen Plänen für 2020 zurückkehren kann.

Über den Autor

Patrick Pfenninger ist Senior Product Manager Microlab VANTAGE bei der Hamilton Bonaduz AG und absolviert aktuell bei der ZHAW den CAS Marketing- & Corporate Communications.