Virtual und Augmented Reality in der Vorlesung

Die ZHAW ist berühmt für ihre Praxisnähe. Die Studierenden kommen früh mit Unternehmen in Kontakt und lernen das Wissen zu transferieren. Wichtig für die Zukunft sind aber auch die neuen Technologien und Trends. Im Masterstudiengang Business Administration mit der Vertiefung Marketing konnten die Studierenden dies mit eigenen Augen erleben – hier hielt nämlich die Virtual und Augmented Reality Einzug.

Nach wie vor sind Produkte ein entscheidender Bestandteil des Marketings. Dafür gibt es im Masterstudium auch ein spezielles Fach mit dem Titel Product Service und Innovationsmanagement (PSIM). Neben dem klassischen Produktmanagement mit seinen Methoden und Werkzeugen, wird der Digitalisierung ein wichtiges Augenmerk geschenkt. Die Folgen der Digitalisierung sind auch im Produktmanagement spürbar und rufen Veränderungen hervor.

Eine grosse Rolle spielt natürlich die Innovationsphase, aber auch in der Produktion und in der Logistik sind digitale Hilfsmittel im Einsatz. Mehr digitale Möglichkeiten gibt es ausserdem in der Vermarktung und in der After Sales Phase. Hier stehen die Virtual und Augmented Reality Technologien ganz vorn.

Im Rahmen des Unterrichts haben Prof. Dr. Rainer Fuchs und Dr. Roger Seiler den Studierenden demonstriert, welche Potenziale diese Technologien für das Produktmanagement eröffnen und wo ihre Einsatzmöglichkeiten sind. Den Studierenden wurde dabei ein VR Cardboard, eine Virtual Reality Brille aus Pappe zum selber falten, zur Verfügung gestellt. Danach konnten sie mit ihren Smartphones verschiedene Applikationen ausprobieren. Schliesslich ist es durchaus möglich, dass sie nach ihrem Abschluss mit diesen Technologien arbeiten werden.

VR und AR in der Vorlesung

Für die Dozenten war diese Veranstaltung nur ein erster Schritt. Zukünftig soll der Unterricht noch fokussierter sein, z.B. soll darauf eingegangen werden, wie produktbezogene Daten im Laufe des Produktlebenszyklus gewonnen werden und wie man sie für Marketing resp. After Sales auswerten und nutzen kann.

Zielgerichtetes Marketing für Silver Surfer

Von Nico Matern

Erkenntnisse der Masterarbeit von Nico Matern im Rahmen des Masterstudienganges Business Administration with Specialization in Marketing der ZHAW School of Management and Law.

Der demografische Wandel schreitet voran, die Medienlandschaft verändert sich fortlaufend und die Schere zwischen Arm und Reich wird grösser. Daher ist es von Interesse, welche wirtschaftlich interessanten Zielgruppen sich daraus für einen Online-Reisevermittler ergeben. Die heutige Silver Surfer Generation im Alter zwischen 50 und 69 Jahren ist eine Altersgruppe, die bereits viele berufliche und private Berührungspunkte mit der Online-Welt hatte und mehr Geld für Freizeitausgaben ausgeben kann.

Andere Mediennutzung von Silver Surfern

Doch das Mediennutzungsverhalten der heutigen Silver Surfer Jahrgänge ist beispielsweise nicht mehr mit dem Verhalten von Silver Surfern im Jahr 2007 vergleichbar – einem Jahr, in dem allein das iPhone die Mediennutzung grundlegend veränderte. Um heutige Silver Surfer zu erreichen, stellt sich daher die Frage, in welchen Medien sie sich aufhalten, wie viel Vertrauen sie in Informationen aus den Medien haben und wie gestört sie sich von Werbung in den Medien fühlen. Die Konkurrenz unter den Online-Reisevermittlern ist hoch und Reisende fühlen sich aufgrund des Verschwimmen der Anbieterlandschaft sowie des Informationsüberflusses überfordert. Folglich wäre es für alle Anspruchsgruppen von Vorteil, wenn nur präferierte Angebote über relevanten Kanäle an die entsprechende Zielgruppe verteilt würden.

Aufbauend auf der Literaturrecherche und unternehmensinternen Informationen konnte innerhalb der Forschungsarbeit eine quantitative Befragung durchgeführt werden, an der 235 Silver Surfer teilnahmen. Folgende wichtige Erkenntnisse konnten dabei gewonnen werden:

  • Mediennutzungsdauer: Silver Surfer halten sich pro Woche länger in Offline-Medien (TV, Radio, Zeitungen, Zeitschriften), als in Online-Medien (Online-Nachrichtenplattformen, Internet allgemein, Soziale Medien, Blogs) auf.
  • Vertrauen in Informationen: Ebenso haben Silver Surfer signifikant mehr Vertrauen in Informationen aus Offline-Medien. Lediglich Informationen aus Online-Nachrichtenplattformen werden von Silver Surfern ähnlich vertrauensvoll bewertet, wie Offline-Medien. Keine Unterschiede gibt es hier zu der jüngeren Altersgruppe der 18 bis 49-Jährigen.
  • Störempfinden von Werbung: Es zeigt sich jedoch innerhalb der Studie, dass sich Silver Surfer über alle Medien hinweg von Werbung gestörter fühlen als die jüngere Altersgruppe. Den störendsten Einfluss auf die ältere Generation, hat die Werbung im Fernsehen sowie Werbebanner im Internet.

Die Zukunft des Silver Surfer Marketings

Die Empfehlung für Online-Reiseplattformen ist daher, sich auf die Offline-Medien und die Online-Nachrichtenplattformen als Marketingkanäle zu fokussieren. Zeitungen und Zeitschriften sind aufgrund der Kombination aus hohem Vertrauen und geringem Störempfinden das beste Werbeumfeld, um Silver Surfer zielgerichtet anzusprechen. Weitere Auswertungen zeigten, dass die zweiwöchige, individuell angepasste Pauschalreise mit hoher Verpflegungsstufe das zu bewerbende Produkt sein sollte. Unter keinen Umständen soll das fortgeschrittene Alter in den Mittelpunkt gestellt werden.

Dabei ist diese Forschungsarbeit als erster Ansatz eines Marketing-Mixes für reiseaffine Silver Surfer zu verstehen. Aufbauend auf dieser Studie sollten daher einzelne Bereiche des Marketing-Mixes im Detail abgefragt sowie eine Longitudinal-Studie [Studie, die zu mehreren Zeitpunkten durchgeführt wird und die Ergebnisse anschliessend verglichen werden Anm.d.R.] entwickelt werden, um die veränderten Bedürfnisse fortlaufend messen zu können.

Über Nico Matern

Nico Matern arbeitet als Area Sales Manager für die Länder Österreich, Schweiz und Italien bei einer Schweizer Online-Reiseplattform. Nach seinem generalistischen, englischsprachigen International Management Bachelorstudium im Norden von Deutschland, hat er in diesem Sommer auch sein berufsbegleitendes Masterstudium an der ZHAW im Bereich Business Administration – Major Marketing abgeschlossen.

SPATZ – das Zelt das atmet!

Die Marke SPATZ war im letzten halben Jahr immer wieder Thema bei uns Studierenden des konsekutiven Marketing Masterstudiengangs der ZHAW School of Management and Law. Zehn Projektgruppen erhielten den Auftrag die Marke SPATZ durch eine identitätsorientierte Markenstrategie zu revitalisieren, da sie ungerechtfertigter Weise etwas in Vergessenheit geraten ist.

Das Unternehmen bietet alles, was man für ein hochwertiges Campingerlebnis braucht. Bekannt ist die Traditionsfirma vor allem für ihre handgefertigten Baumwollzelte. Einzelne Zelte werden sogar noch beinahe nach den originalen Schnittmustern von den Anfängen der über 78-jährigen Firmengeschichte gefertigt.

Der Schweizer Zeltbauer steht nach eigenem Versprechen für hohe Qualität und Nachhaltigkeit. Gerade bei der Verwendung eines Rohstoffs wie Baumwolle, ist damit die Betrachtung der Wertschöpfungskette wichtig. Bei der Firma SPATZ werden alle verwendeten Materialen von Schweizer Firmen in der Schweiz bezogen. Die Baumwolle stammt von der Jenny Fabrics AG in Niederurnen, eine der wenigen noch existierenden Webereien in der Schweiz. Die Produkte der Jenny Fabrics AG sind mehrfach ökologisch zertifiziert und auf Schadstoffe geprüft. Sie gehört zu den weltweit ersten Firmen, die eine Zertifizierung nach OEKO-TEX STANDARD 1000 erhielten. Dies ist ein Zertifizierungssystem für umweltfreundliche Betriebsstätten in der Textilindustrie. Zu den Prüfkriterien zählen u.a. die Einhaltung von Vorgaben bezüglich Abluftemissionen und Abfallbewirtschaftung, Einsatz umweltverträglicher Technologien, optimierter Ressourceneinsatz und die Erfüllung sozialer Kriterien wie beispielsweise das Verbot von Kinderarbeit oder die Einhaltung leistungsgerechter Entlohnung. Mittels laufender Auditierung vor Ort, werden die Anforderungen immer wieder überprüft. Auch im weiteren Produktionsschritt, der Textilveredlung, wird auf ökologisch verträgliche Färbung und Veredelung geachtet. Die Produkte werden mit sorgfältiger Handarbeit am Produktionsstandort in Zürich gefertigt.

SPATZ folgt dem Leitsatz „Qualität vor Quantität“. Mit diesem Gedanken setzt das Unternehmen mit Robustheit, Langlebigkeit sowie Garantie- und Reparaturleistungen ihrer Produkte auf eine Gegenbewegung zum Trend der Wegwerfgesellschaft. Nachhaltigkeit im Sinne von Qualität und Langlebigkeit, sowie sozial und ökologische Verantwortungsübernahme über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg sind, nach Aussagen von Geschäftsführer Marc Jansen, von unschätzbarem Wert. Produkte müssen den Konsumenten einen langfristigen Nutzen bieten und einen realen Gegenwert, zu einem angemessenen Preis, liefern. Angefangen bei der nachhaltigen Produktion mit hochwertigen Halbfabrikaten aus der Schweiz, über das familiäre und authentische Unternehmensklima, das durch die Mitarbeiter auch nach aussen dringt, bis hin zur einzigartigen Qualität durch Handarbeit, ist SPATZ die erste Anlaufstelle für Naturfreunde, die ein exklusives Outdoor-Erlebnis unter vollster ökologischer Besinnung suchen.

Das Unternehmen ist ein Beispiel dafür, dass verantwortliches Handeln entlang der Wertschöpfungskette möglich ist und versucht werden sollte.

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