KI-Label oder echte Substanz? Interview zum neuen CAS AI x Marketing

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Echte Substanz oder nur ein weiteres KI-Buzzword-Bingo? Sinu Thirukketheeswaran, Studienleiter des neuen CAS AI x Marketing, stellt sich meinen Fragen.

Unser Weiterbildungsportfolio freut sich über ein neues Angebot, und der Verantwortliche dafür arbeitet mit mir gerade an der Studie zur Sichtbarkeit in KI-Antworten. Grund genug, ihn zu beidem zu löchern, zum Projekt und zum CAS.

Ein Beitrag von David Kübler


Zum Interviewpartner

Sinu Thirukketheeswaran ist an der Fachstelle Marketing Technology tätig und der Studiengangsleiter für den CAS AI x Marketing.
Er studierte Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik (Data Science) und promoviert zurzeit im Bereich Marketing. Vor seinem Wechsel an die ZHAW war er an der DHBW und auch in der Unternehmensberatung tätig.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der KI gestützten oder auch KI-automatisierten Marketingprozesse. Neben seiner Tätigkeit als Dozent begleitet er auch Praxisprojekte in Unternehmen.


Wir arbeiten ja gerade zusammen an einem Projekt, und ich merke: Du bist ein echter KI-Nerd. Nimm’s mir nicht übel. Was begeistert dich an dem Thema?

Ich würde sagen, es sind mehrere Dinge. Tatsächlich habe ich mich schon mit KI beschäftigt, bevor das Ganze ein Riesenhype war. Damals gab es nicht nur LLMs (Large Language Models), sondern Dinge wie Natural Language Processing, Time Series Modeling und viele weitere Ansätze. Ich finde es spannend, wie die KI zum Leben erweckt wird. Denn schlussendlich stecken dahinter immer mathematische Modellierungen mit statistischen Werkzeugen, die KI-Systeme mit der richtigen Datenquelle sehr mächtig machen.

Das Projekt, das ich eben angesprochen habe, ist unsere Studie zur Sichtbarkeit in KI-Antworten, Stichwort GEO. Erklär uns kurz: Was machen wir da genau, und was soll dabei rauskommen?

Ich denke, GEO, also Generative Engine Optimization, ist ein Thema, das uns alle beschäftigt. Vor einigen Jahren war der Hype-Train noch SEO (Search Engine Optimization), heutzutage ist es GEO . Mein Grundgedanke bei dem Projekt war es, systematisch zu messen, was Unternehmen für ihr GEO tun können. Was macht die Sichtbarkeit in KI-Modellen aus, wovon hängt sie ab und wie können wir das sauber statistisch nachweisen? Denn man hört sehr viel rund um GEO, systematische Analysen sind jedoch kaum verfügbar.

Die Studie läuft ja noch. Aber gib uns doch einfach einen Tipp: Was ist das Wichtigste, das Unternehmen schon morgen umsetzen können?

Mein Tipp lautet «Own your content», also eigenen Content veröffentlichen. Viele unterschätzen, dass zum Beispiel der eigene Blog eine Relevanz haben könnte. Viele schauen lieber darauf, wie sie externe journalistische Beiträge einbringen können, um ihr GEO-Ranking zu verbessern. Das ist zwar super hilfreich, man sollte aber vielleicht zuerst bei sich selber ansetzen und dort optimieren, zum Beispiel auf der Website oder im eigenen Blog.

Solche Fragen sind ja genau das, worum es auch in deinem neuen CAS AI x Marketing geht, richtig?

Der CAS AI x Marketing ist der Schnittstellen-CAS zwischen KI und Marketing. Er geht durch alle Bereiche des Marketings wie GEO, Customer Insights und Personalisierung. Der Grundgedanke ist, die Teilnehmenden mit KI in genau diesen täglichen Arbeitsbereichen zu befähigen und arbeitsfähig zu machen. Denn KI hat das Marketing verändert und wird es weiterhin tun. Dementsprechend ist dieser CAS von der Basis her mit sehr vielen Praxisprojekten gespickt, sodass jede Einheit wertvolle Praxisinsights liefert, die man direkt einsetzen kann.

Gefühlt hat gerade jede Weiterbildung «KI» im Titel. Steckt bei deinem CAS mehr dahinter als ein Label?

Ich denke, hinter dem Label stecken bei diesem CAS vielmehr die Dozierenden mit ihren unterschiedlichen Fachbereichen. Da KI für mich kein Hype-Train ist und ich mich schon lange mit dem Thema beschäftige, geht es in meinem CAS zuerst darum, dass die Grundlagen sitzen. Denn ohne gute und qualitativ hochwertige Daten wird keine KI der Welt zum Beispiel personalisierte Kampagnen erstellen können. Darüber hinaus kann ich durch meinen technischen Background auch die Prozesse, wie eine KI «denkt», sehr gut erläutern und näherbringen, sodass die Teilnehmenden ein Systemverständnis für die KI gewinnen und dieses bis hin zum agentischen Arbeiten in allen Schnittstellenbereichen anwenden können.

Zum Schluss, in einem Satz: Wieso soll ich deinen CAS besuchen?

Der CMO (Chief Marketing Officer) von Adobe bezeichnet sich mittlerweile als Chief Marketing Orchestrator: In Zukunft braucht es in Unternehmen viele solcher Orchestratoren mit dem nötigen Fachwissen, und genau dort startest du mit diesem CAS.

Danke Sinu, für deine Zeit und deine Antworten!


Mehr zum CAS AI x Marketing gibt es auf der Kursseite. Der nächste Start ist am 12. Februar 2027, Anmeldeschluss ist der 10. Januar 2027.


Autorenbild: David Kübler, Dozent am ZHAW Institut für Marketing Management

Über den Autor

David Kübler ist Dozent am Institut für Marketing Management der ZHAW School of Management and Law in Winterthur. Neben seiner Tätigkeit an der Hochschule arbeitet er als Kommunikations- und Medientrainer sowie als Moderator und bringt dabei langjährige Erfahrung aus Journalismus, Unternehmenskommunikation und Marketing mit, unter anderem als ehemaliger Pressesprecher von Digitec Galaxus sowie TV- und Radiomoderator.



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